Archiv der Kategorie: Biertest

Br. de la Senne – Bruxellensis

Mit dem Bruxellensis hat die Brasserie de la Senne ein Bier geschaffen, das sich bewusst außerhalb gängiger Geschmacksprofile bewegt. Dieses Brett-IPA vereint Säure, Frucht, Holz und eine markante Bittere zu einem komplexen Gesamtbild – und richtet sich damit klar an erfahrene Craft-Beer-Fans.

Gegründet wurde die Brasserie de la Senne 2003 von Yvan De Baets und Bernard Leboucq. Seit dem Umzug nach Brüssel im Jahr 2010 gehört sie zu den prägenden Kräften der belgischen Craft-Beer-Szene. Die Brauerei steht für kompromisslose Qualität, sorgfältig ausgewählte Rohstoffe und eine klare Handschrift: hopfenbetonte Biere, gemischte Gärungen und Experimente mit wilden Hefen.

Das Bruxellensis beginnt als obergäriges Pale Ale, entwickelt seinen eigentlichen Charakter jedoch erst durch die lange Reifung. Über mehrere Monate arbeitet die wilde Hefe Brettanomyces weiter am Bier, bevor es zusätzlich in Weinfässern aus Nuits-Saint-Georges lagert und schließlich in der Flasche nachgärt. Diese Kombination soll nicht nur für eine außergewöhnliche Aromatik sorgen, sondern auch dafür, dass sich das Bier über die Zeit weiterentwickelt. Jede Flasche kann sich geschmacklich leicht anders präsentieren – ein spannender Aspekt für Liebhaber komplexer Biere.

Im Glas zeigt sich das Bruxellensis golden und hefetrüb. Der feine, leicht getönte Schaum bleibt lange erhalten rundet den rustikalen Eindruck ab.

Das süße und intensive Bouquet ist vielschichtig und fordert Aufmerksamkeit: Milchsäure und joghurtartige Frische treffen auf grasige Hopfennoten. Dazu gesellen sich fruchtige Eindrücke von Apfel, Zitrus und tropischen Früchten, begleitet von einer feinen, pfeffrigen Würze.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß und spritzig. Am Gaumen entfaltet sich ein intensives Spiel aus Säure, Frucht und Holz. Noten von Grapefruit und Cider treffen auf eine zunehmend kräftige Bittere, die an Wermut erinnert. Dazu kommen typische Brett-Aromen wie Leder, die dem Bier seinen „wilden“ Charakter verleihen. Das Mundgefühl ist weich. In der Kehle wird das Bier trocken, die Bittere wird kräftiger und klingt lange nach.

Das Bruxellensis ist kein Bier für nebenbei. Es fordert, überrascht und polarisiert – und genau darin liegt seine Stärke. Wer sich auf die wilde Aromatik einlässt, wird mit einem einzigartigen Geschmackserlebnis belohnt, das weit über klassische Bierstile hinausgeht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

9 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 8° Celsius

Brauerei:

Brasserie de la Senne
Drève Anna Boch 19-21
1000 Brüssel
Belgien
www.brasseriedelasenne.be

Kraftpaule – Weizen

Manche Biere betreten die Bühne leise – andere stürmen sie wie ein artistisches Spektakel. Das kaltgehopfte Weizenbier „Zirkuspferd“ der Brauerei Kraftpaule gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Hier trifft klassische Weizenbierbasis auf moderne Hopfenaromatik – und das Ergebnis ist alles andere als gewöhnlich. Schon der Name ist Programm: Wie ein kunstvoll dressiertes Zirkuspferd präsentiert sich dieses Bier verspielt, kraftvoll und überraschend. Statt klassischer Zurückhaltung liefert es ein Aromenspektakel, das besonders Fans hopfenbetonter Biere begeistern dürfte.

Im Glas zeigt sich das Bier in einem satten Goldton mit kräftiger Hefetrübung. Der gemischtporige, weiße Schaum baut sich stabil auf und bleibt angenehm lange erhalten – ein typischer, aber dennoch sehr ansprechender Eindruck für ein modernes Weizen.

In der Nase entfaltet sich ein intensives, fast schon opulentes Fruchtaroma. Banane trifft auf Zitrusfrüchte, Zitronenschale, Ananas und Mango, begleitet von einer feinen Vanillenote. Die klassische Weizenhefe bildet dabei das Fundament, während die Kalthopfung zusätzliche Frische und Komplexität einbringt.

Der Antrunk ist fruchtig-süß, dabei jedoch angenehm frisch und lebendig. Die feinperlige Kohlensäure unterstützt den leichten, spritzigen Eindruck. Am Gaumen spiegeln sich die Aromen konsequent wider: Tropische Früchte dominieren, ergänzt durch eine dezente, fruchtige Säure. Das Mundgefühl ist weich, fast samtig, und bleibt trotz der intensiven Aromatik erstaunlich zugänglich. Die Bittere ist – stiltypisch für ein Weizen – eher zurückhaltend. In der Kehle legt die Bittere leicht zu und verbindet sich mit den fruchtigen Noten zu einem langen, nachhaltigen Nachklang. Genau hier zeigt sich die Stärke der Kalthopfung: Sie bringt zusätzliche Tiefe, ohne den Weizencharakter zu überdecken.

Das „Zirkuspferd“ ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich traditionelle Bierstile neu interpretieren lassen. Klassische Weizenaromen treffen auf moderne Hopfenpower – verspielt, intensiv und dennoch ausgewogen. Ein Bier für alle, die bekannte Wege gerne verlassen und sich auf ein aromatisches Spektakel einlassen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Camba Bavaria GmbH
Gewerbering 3
83370 Seeon
www.camba-bavaria.de

für

Kraftpaule GmbH
Neckarstraße 132
70190 Stuttgart
www.kraftpaule.de

De Dochter van de Korenaar – L’Esprit de Noël

Die Brauerei De Dochter van de Korenaar ist bekannt für kreative und charakterstarke Biere – und mit dem jährlichen Weihnachtsbier „L’Esprit de Noël“ liefert die Brauerei ein spannendes Beispiel für ein gewürztes Porter. Mit Zutaten wie Zimt, Ingwer, Süßholz und geräuchertem Chili verspricht das Bier bereits auf dem Etikett ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis.

Im Glas zeigt sich das Bier tiefschwarz und blickdicht. Die feinporige, haselnussbraune Schaumkrone ist stabil und unterstreicht den hochwertigen Eindruck.

In der Nase dominieren klassische Porter-Aromen: Schokolade und Lakritz stehen im Vordergrund, begleitet von holzigen Nuancen, Karamell und einem dezenten Hauch Zimt, der bereits auf die Gewürzkomponente hinweist.

Der Antrunk ist von einer zurückhaltenden Malzsüße geprägt. Die Kohlensäure ist eher fein und gering dosiert, dennoch wirkt das Bier überraschend frisch und zugänglich. Am Gaumen bleibt die Süße präsent und wird von Zimt begleitet, während sich die anderen Gewürze eher im Hintergrund halten. Eine minimale Säure sorgt für etwas Spannung, Bittere ist hingegen kaum wahrnehmbar. Das Mundgefühl ist weich und rund. In der Kehle zeigt sich das Bier mild, wobei der Zimt nun etwas deutlicher hervortritt. Die Bittere bleibt dezent, der Nachklang ist mittellang und angenehm würzig.

Insgesamt ist das L’Esprit de Noël ein harmonisch abgestimmtes, eher sanftes Weihnachtsbier, bei dem die Gewürze – allen voran der Zimt – die Hauptrolle spielen, ohne das Bier zu überladen. Ideal für alle, die es zur Winterzeit aromatisch, aber nicht zu schwer mögen.

Zutaten:

Wasser, Hopfen, Hefe, Weizenmalz, Gerstenmalz, Zimt, Ingwer, Süßholz, geräucherte Chilis

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

De Dochter van de Korenaar
Oordeelstraat 38
2387 Baarle-Hertog
Belgien
www.dedochtervandekorenaar.be

Rothaus – Tannenzäpfle alkoholfrei

Das alkoholfreie Pils der Badische Staatsbrauerei Rothaus AG soll mir jetzt Schwarzwälder Brautradition ins Glas bringen – ohne Alkohol, aber mit dem Anspruch, geschmacklich nah am klassischen Pils zu bleiben.

Optisch zeigt sich das Bier in einem klaren, strahlenden Goldton, brillant filtriert und mit lebendiger Kohlensäure. Der schneeweiße, feinporige Schaum baut sich stabil auf und bleibt lange erhalten – ein sehr ansprechender erster Eindruck.

In der Nase entfaltet sich ein harmonisches Aromenspiel: Leichte Honignoten treffen auf frisches Brot und eine dezente Kräuterigkeit. Der verwendete Tettnanger Hopfen bringt florale und würzige Nuancen ein, die dem Bier eine angenehme Frische verleihen.

Der Antrunk ist spritzig und leicht, mit einer feinen malzigen Süße im Hintergrund. Am Gaumen zeigt sich das Bier ausgewogen: Getreidige Noten verbinden sich mit einer moderaten, angenehm herben Bittere. Trotz des fehlenden Alkohols wirkt das Pils keineswegs dünn, sondern erfreulich rund und trinkfreudig. Im Abgang bleibt die Bittere präsent, ohne aufdringlich zu wirken, und sorgt für einen sauberen, erfrischenden Nachklang.

Insgesamt ist das Rothaus Tannenzäpfle Pils Alkoholfrei ein gelungenes Beispiel dafür, wie nah alkoholfreies Bier an den klassischen Stil herankommen kann – frisch, ausgewogen und mit hoher Alltagstauglichkeit.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Stammwürze:

13,5° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Badische Staatsbrauerei Rothaus AG
Rothaus 1
79865 Grafenhausen-Rothaus
www.rothaus.de

LLC B-U – Petrolette Blanche

Die Brauerei LLC B-U steht für handwerklich gebraute, biologische Biere aus Südfrankreich. Mit viel Liebe zum Detail und einem klaren Fokus auf Qualität entstehen hier charaktervolle Biere, die traditionelle Stile mit einer eigenen Handschrift interpretieren.

Die Blanche Bio der Marke Bière Pétrolette präsentiert sich im Glas orangefarben. naturtrüb und typisch für ein Weizenbier. Eine Ausnahme macht die weiße Schaumkrone, die recht klein ist und schnell in sich zusammenfällt.

In der Nase zeigt sich das Bier angenehm fruchtig: Reife Bananennoten und Vanille dominieren, begleitet von floralen Anklängen und dem Duft von Biskuitteig.

Der Antrunk ist weich und erfrischend zugleich. Eine ordentliche Malzsüße trifft auf eine kräftige Karbonisierung, die für eine angenehme Spritzigkeit sorgt. Am Gaumen wirkt das Bier rund und geschmeidig. Getreidige Noten von Weizen und Malz stehen im Vordergrund, ergänzt durch florale und leicht erdige Nuancen. Die Textur bleibt dabei leicht und fließend, was den süffigen Charakter zusätzlich unterstreicht. Die Bittere ist stiltypisch gering und das Mundgefühl ist für die 5 Volumenprozent Alkohol überraschend schwer. In der Kehle zeigt sich das Bier frisch und ausgewogen, mit einem sanften Ausklang von Frucht, einer leichten freundlichen Bitteren und floralen Noten.

Insgesamt ist die Blanche Bio ein unkompliziertes, sehr zugängliches Weißbier mit französischem Charme – leicht, frisch und ideal für warme Tage oder als vielseitiger Begleiter zu leichten Speisen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

LLC B-U
Ada-Byron-Straße 9
64000 Pau
Frankreich
www.b-u.fr

Bruch – Landbier

Das Landbier der Brauerei Bruch zeigt sich im Glas in einem schönen bernsteinfarbenen Ton mit deutlicher Hefetrübung. Der elfenbeinfarbene, gemischtporige Schaum ist eher zurückhaltend ausgeprägt, überzeugt jedoch mit einer sehr guten Standzeit.

In der Nase dominieren malzige Aromen: Karamell und dunkle Schokolade stehen im Vordergrund, begleitet von einem feinen Hauch Lakritz, der dem Bier zusätzliche Tiefe verleiht.

Der Antrunk ist angenehm weich und von einer ausgewogenen Malzsüße geprägt. Die Karbonisierung ist gut abgestimmt und unterstützt den harmonischen Ersteindruck. Am Gaumen entfalten sich erneut schokoladige und karamellige Noten, die von einer passenden, moderaten Bittere begleitet werden. Trotz der aromatischen Dichte bleibt das Bier erfreulich frisch, schlank und sehr süffig. In der Kehle legt die Bittere leicht zu und verbindet sich mit den schokoladigen Eindrücken zu einem langen, intensiven Nachklang.

Ein rundes, malzbetontes Landbier mit angenehmer Tiefe und hoher Trinkbarkeit – klassisch, ausgewogen und unkompliziert zugänglich.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Privatbrauerei Saar GmbH
Saarbrücker Str. 14
66538 Neunkirchen/Saar
www.bruchbier.de

Atrium – Trio

Die Atrium ist eine noch junge, aber bereits vielfach ausgezeichnete Mikrobrauerei aus dem Süden Belgiens. Gegründet wurde sie 2018 von Valéry, einem ausgebildeten Brauer mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund, und Paula, einer Biersommelière. Was beide verbindet, ist ihre gemeinsame Leidenschaft für Craftbier – und der Anspruch, klassische belgische Stile modern zu interpretieren. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bereits 2019 wurde Atrium von RateBeer zur besten neuen Brauerei Belgiens gekürt und erhielt zudem internationale Auszeichnungen, unter anderem beim European Beer Star.

Mit dem „Trio“ widmet sich die Brauerei einem klassischen Stil: einem obergärigen Tripel, das mit drei verschiedenen Haferarten eingebraut wurde und dadurch eine besonders weiche, cremige Textur erhält.

Im Glas zeigt sich das Bier in einem satten Orange mit deutlicher Hefetrübung. Der feinporige Schaum baut sich stabil auf und überzeugt mit sehr guter Standzeit.

In der Nase treffen typische belgische Hefearomen auf Noten von Biskuitteig, begleitet von einer angenehm eingebundenen Alkoholnote.

Der Antrunk wirkt trotz einer spürbaren Süße überraschend spritzig und lebendig. Am Gaumen entfaltet sich ein volles, cremiges Mundgefühl, das durch die Verwendung von Hafer zusätzlich unterstrichen wird. Fruchtige Nuancen verbinden sich mit einer klassischen belgischen Bittere, die dem Bier Struktur verleiht, ohne es aus der Balance zu bringen. Im Abgang zeigt sich das Trio zunächst milder als erwartet, bevor der Alkohol deutlicher hervortritt. Die Bittere bleibt lange präsent und sorgt für einen nachhaltigen, leicht wärmenden Eindruck. Insgesamt ist das Trio ein gelungenes, charakterstarkes Tripel, das Tradition und moderne Brautechnik verbindet – cremig, komplex und dennoch zugänglich.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, Weizen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,7 % Vol.

Bittereinheiten:

27 IBU

Farbe:

13 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 10° Celsius

Brauerei:

Brasserie Atrium
9 Rue des Brasseurs
6900 Marche-en-Famenne
Belgien

Maisel & Friends – Artbier #8

Nun ist es da – das inzwischen achte Artbier von Maisel & Friends. Für diese Serie von Sondersuden gestaltet immer ein anderer Street Art-Künstler das Etikett. Für dieses Bier stammt das Etikett vom belgischen Künstler Lobster Robin. Er verbindet in seiner Arbeit auf einzigartige Weise klassische Illustration mit der Dynamik von Streetart. Mit einem Hintergrund in Illustration und Animation verfügt er über ein ausgeprägtes Gespür für Licht, Farben und feine Details – Fähigkeiten, die seinen Werken eine besondere Tiefe verleihen.

Gleichzeitig fließt die rohe, ungezähmte Energie von Graffiti und urbaner Kunst in seine Arbeiten ein. So entstehen visuell intensive, oft psychedelisch anmutende Bildwelten, die gleichermaßen faszinieren und herausfordern. Lobster Robin schafft es, vertraute Motive aus ungewohnten Perspektiven zu zeigen und den Betrachter in eine farbenreiche, fast traumartige Realität zu ziehen, die lange nachwirkt.

Jetzt ist es aber an der Zeit, dass ich mit der Verkostung beginne die Flasche öffne und das Bier einschenke. Das Artbier #8 von Maisel & Friends präsentiert sich im Glas in einem hellen Goldton mit ausgeprägter Hefetrübung. Der feinporige, weiße Schaum baut sich stabil auf und bleibt erfreulich lange erhalten.

In der Nase zeigt sich ein wahres Fruchtfeuerwerk: Zitrus, Ananas, Maracuja und Pfirsich verbinden sich zu einem intensiven, einladenden Aromenspiel, das sofort Lust auf den ersten Schluck macht.

Der Antrunk ist spritzig und lebendig, begleitet von einer angenehm zurückhaltenden Süße. Am Gaumen steht die Frucht klar im Vordergrund, ohne dabei den Malzkörper zu überdecken. Dieser sorgt für die nötige Balance und verleiht dem Bier Struktur. Hinzu kommt eine deutliche, fruchtige Bittere, die präsent ist, aber nie dominierend wirkt. Das Mundgefühl bleibt dabei weich und frisch. In der Kehle zeigt sich das Bier trockener, während Frucht und Bittere noch einmal gemeinsam auftreten. Besonders die Bittere bleibt lange erhalten und sorgt für einen nachhaltigen Eindruck.

Insgesamt ist das Artbier #8 ein sehr zugängliches IPA auf hohem Niveau – aromatisch intensiv, ausgewogen und mit hohem Trinkfluss. Und wie bei allen Sondersuden gilt: schnell sein lohnt sich, denn weg ist weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Krush, Mosaic, Simcoe, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

13,7° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Browar Stu Mostów – sour time

Die Browar Stu Mostów gehört zu den spannendsten Craft-Brauereien Polens und hat sich mit kreativen, stilübergreifenden Bieren einen festen Platz in der europäischen Szene erarbeitet. Besonders bekannt ist die Brauerei für ihre Experimentierfreude – von klassischen Interpretationen bis hin zu modernen Hybridstilen wie fruchtbetonten Sour IPAs. Mit dem „Sour Time“ liefert Browar Stu Mostów genau so einen Vertreter: ein Sour IPA, vergoren mit Philly Sour Hefe, die gleichzeitig für die Säurebildung sorgt, und verfeinert mit Mosaic Spectrum Hopfenextrakt.

Im Glas zeigt sich das Bier hell und stark hefetrüb. Der feinporige Schaum baut sich zunächst kräftig auf, fällt jedoch schnell zusammen, während ein stabiler Rest erhalten bleibt.

In der Nase ist sofort klar, wohin die Reise geht: ein intensives Fruchtfeuerwerk mit Mango, Zitrus, Ananas und sogar Sternfrucht. Eine leichte Biskuitnote sorgt für eine angenehme, fast dessertartige Süße im Hintergrund.

Bereits auf der Zungenspitze setzt sich diese Fruchtigkeit fort, begleitet von einer lebendigen, sehr fruchtigen Säure. Am Gaumen dominieren dann weiterhin tropische Fruchtaromen und eine spürbare Süße, während die Bittere kaum in Erscheinung tritt. Das Mundgefühl ist weich und fast samtig – mit etwas mehr Kohlensäure wäre das Bier noch prägnanter und frischer. Im Abgang bleibt die Fruchtigkeit klar im Vordergrund, die Bittere bleibt zurückhaltend. Der Nachklang ist lang, saftig und tropisch geprägt.

Insgesamt ein modernes, aromatisch intensives Sour IPA, das klar auf Frucht und Trinkfluss setzt und dabei die Balance zugunsten von Süße und Säure verschiebt.

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Brauerei:

Browar Stu Mostów
Jana Długosza 2
51-162 Wrocław
Polen
www.100mostow.pl

Weltenburger – Helles Alkoholfrei

Das Weltenburger Helle Alkoholfrei präsentiert sich im Glas in einem goldenen Farbton mit leicht orangem Einschlag und glanzfeiner Klarheit. Der feinporige Schaum ist eher zurückhaltend, zeigt jedoch eine sehr gute Standfestigkeit.

In der Nase dominieren getreidige und süßliche Noten, begleitet von einer dezenten Blumigkeit des Hopfens. Der Antrunk wirkt deutlich süß, getragen von einer sehr feinperligen, eher zurückhaltend dosierten Kohlensäure.

Im weiteren Verlauf steht das Getreide klar im Mittelpunkt, harmonisch ergänzt durch die blumigen Hopfenaromen. Die Bittere bleibt dezent, das Mundgefühl weich und rund. Insgesamt erinnert der Eindruck stellenweise an eine milde, leicht malzige Limonade.

Im Abgang zeigt sich der Hopfen nochmals mit einer angenehmen, freundlichen Bittere und einer anhaltenden Blumigkeit, die vergleichsweise lange nachklingt.

Persönlich trifft das Bier nicht meinen Geschmack, dennoch lässt sich nachvollziehen, warum es insbesondere für Liebhaber milder, süffiger alkoholfreier Biere attraktiv sein kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz. Hopfen (Herkules, Tradition, Blanc), Kohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

5,6° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brauerei Bischofshof GmbH & Co. KG
Heitzerstraße 2
93049 Regensburg
www.weltenburger.de