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Berlin per Rad entdecken: Industriekultur trifft auf Braugeschichte

Berlin lässt sich auf viele Arten entdecken – doch diese neue Fahrradroute verbindet gleich mehrere spannende Themen: Industriegeschichte, Stadtentwicklung und Braukultur. Pünktlich zum Start der Fahrradsaison ist die Themenroute „Warmes Licht und kühles Bier“ nun vollständig ausgeschildert und lädt dazu ein, die Hauptstadt aus einer neuen Perspektive zu erleben.

25 Kilometer Zeitreise durch Berlin

Die rund 25 Kilometer lange Strecke führt durch Kreuzberg, Mitte, Wedding, Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg. Entlang komfortabler Wege – von Radwegen über Nebenstraßen bis hin zu Uferwegen – erleben Radfahrerinnen und Radfahrer insgesamt 18 Stationen der Berliner Industriekultur, von denen der Großteil unter Denkmalschutz steht.

Start- und Zielpunkt ist das Deutsches Technikmuseum, das selbst bereits ein zentraler Ort der Industriegeschichte ist. Der Weg ist klar markiert: Ein weißer Blitz auf rotem Hintergrund weist an über 80 Wegweisern und zahlreichen Plaketten zuverlässig die Richtung.

Zwischen Elektrizität und Braukunst

Thematisch schlägt die Route eine Brücke zwischen zwei prägenden Industriezweigen der Stadt: der Elektroindustrie und der Berliner Brauereigeschichte. Besonders im Prenzlauer Berg wird sichtbar, wie eng Bierproduktion und Stadtentwicklung miteinander verbunden waren.

Neben historischen Fabrikgebäuden und technischen Anlagen stehen auch ehemalige Brauereien auf dem Programm – Orte, an denen einst das „kühle Bier“ für die wachsende Metropole produziert wurde.

Entspannt entdecken – mit Pausen

Die Route richtet sich bewusst an ein breites Publikum und gilt als leicht zu bewältigen. Unterwegs laden mehrere Gaststätten an historischen Standorten zu Pausen ein – ideal, um die Eindrücke sacken zu lassen oder einfach ein Bier zu genießen.

Alle wichtigen Informationen zur Strecke sind flexibel verfügbar: als Flyer, PDF, GPX-Track oder über Navigations-Apps wie komoot.

Industriekultur neu erleben

Hinter dem Projekt steht das Berliner Zentrum Industriekultur in Zusammenarbeit mit Partnern wie infraVelo, dem Berliner Senat und visitBerlin. Ziel ist es, die oft übersehenen Spuren der Industrialisierung sichtbar und erlebbar zu machen.

Joseph Hoppe vom bzi bringt es auf den Punkt: Die beeindruckenden Gebäude seien zwar im Stadtbild präsent, ihre Geschichten jedoch oft verborgen. Erst durch die Verbindung der Orte zu einer Route werde das Gesamtbild verständlich.

Neben dem kulturellen Mehrwert steht auch der Gedanke des nachhaltigen Tourismus im Fokus. Die Route verläuft bewusst abseits klassischer Touristenpfade und bietet so neue Einblicke in die Stadt.

„Warmes Licht und kühles Bier“ ist mehr als nur eine Fahrradroute. Sie ist eine Einladung, Berlin neu zu entdecken – zwischen Backstein, Braukesseln und bewegter Geschichte. Wer sich für Bier, Stadtentwicklung oder Industriekultur interessiert, findet hier eine außergewöhnliche Tour, die Wissen, Bewegung und Genuss miteinander verbindet.

BrewDog verkauft an Tilray: Das Ende der Punk-Illusion – und der Rückzug aus Deutschland

Als BrewDog vor gut zwei Jahrzehnten gegründet wurde, galt die schottische Brauerei als rebellischer Hoffnungsträger der internationalen Craftbier-Szene. Laut, provokant und mit einer gehörigen Portion Marketinggenie präsentierten sich die Gründer James Watt und Martin Dickie als Punkrock-Alternative zur Bierindustrie. Doch nach Jahren voller Expansion, Skandale und finanzieller Probleme ist dieses Kapitel nun endgültig beendet: BrewDog wurde an Tilray Brands verkauft – zu einem Preis, der viele Beobachter überrascht hat.

Der Deal wirkt auf den ersten Blick fast wie ein Ausverkauf. Tilray zahlt rund 44 Millionen US-Dollar für die globale Marke BrewDog, die Brauerei im schottischen Ellon sowie elf Pubs in Großbritannien und Irland. Angesichts der Größe des Unternehmens ist das erstaunlich wenig. BrewDog produzierte zuletzt etwa 670.000 Barrel Bier jährlich, was einem Preis von nur rund 66 Dollar pro Barrel entspricht. In der Craftbierbranche ist das ein extrem niedriger Wert.

Zum Vergleich:
2011 zahlte Anheuser-Busch InBev rund 305 Dollar pro Barrel für Goose Island.
2015 legte Constellation Brands sogar etwa 3.600 Dollar pro Barrel für Ballast Point auf den Tisch.
Selbst Tilray selbst zahlte 2020 noch rund 1.150 Dollar pro Barrel für SweetWater.

Dass BrewDog nun für einen Bruchteil solcher Bewertungen verkauft wurde, zeigt vor allem eines: Der Markt für Craftbier hat sich dramatisch verändert. Die großen Wachstumsfantasien der 2010er-Jahre sind längst verflogen.

Besonders hart trifft der Verkauf die rund 200.000 privaten Investoren, die über BrewDogs Crowdfunding-Programm „Equity for Punks“ insgesamt etwa 100 Millionen Dollar in das Unternehmen gesteckt hatten. Für sie bleibt vom Verkauf praktisch nichts übrig. Ihre Anteile wurden durch den Deal vollständig entwertet.

Auch für viele Beschäftigte hat die Übernahme unmittelbare Folgen. Rund 500 Mitarbeiter in Großbritannien verlieren ihren Arbeitsplatz. Besonders bitter: Wie schon bei früheren Krisen erfuhren viele Angestellte davon zunächst aus den Medien und nicht direkt von der Unternehmensführung.

Der Niedergang eines Craftbier-Imperiums

Noch vor wenigen Jahren galt BrewDog als eines der erfolgreichsten Craftbier-Unternehmen der Welt. Die Brauerei betrieb zeitweise rund 90 Bars auf mehreren Kontinenten und verfügte über Produktionsstandorte in Europa, den USA und Australien. Der Unternehmenswert wurde zwischenzeitlich mit mehr als 2,5 Milliarden Dollar angegeben.

Doch hinter der spektakulären Wachstumsstory bröckelte das Fundament zunehmend. Immer wieder geriet das Unternehmen wegen seiner Unternehmenskultur in die Kritik. Ehemalige Mitarbeiter sprachen von einem toxischen Arbeitsumfeld, eine BBC-Dokumentation legte weitere Vorwürfe offen.

Auch BrewDogs Nachhaltigkeitsstrategie geriet ins Wanken. Das groß angekündigte „Lost Forest“-Projekt, mit dem die Brauerei angeblich klimaneutral oder sogar klimapositiv werden wollte, scheiterte weitgehend. Rund die Hälfte der gepflanzten Bäume ging nach einem besonders harten Winter ein. 2022 verlor BrewDog zudem seine B-Corp-Zertifizierung, und später gab das Unternehmen auch sein Versprechen auf, allen Mitarbeitern einen existenzsichernden Lohn zu zahlen.

Mit dem Abgang von Gründer James Watt und später auch Martin Dickie verlor die Marke schließlich auch ihre zentralen Figuren.

Rückzug aus Deutschland

Im Zuge der Neuordnung zieht sich BrewDog außerdem vollständig aus Deutschland zurück. Die Gastronomiebetriebe der Marke werden geschlossen, ebenso die Brauerei in Berlin, die erst vor wenigen Jahren als wichtiger europäischer Produktionsstandort aufgebaut worden war.

Damit endet ein ambitioniertes Kapitel der internationalen Expansion. Deutschland galt lange als strategisch wichtiger Markt für BrewDog, doch offenbar ließ sich das Konzept wirtschaftlich nicht mehr aufrechterhalten.

Für viele Craftbier-Fans ist das ein deutliches Zeichen dafür, wie schwierig das Geschäft in den letzten Jahren geworden ist. Selbst international bekannte Marken mit großen Investitionen haben zunehmend Probleme, ihre Expansion zu finanzieren.

Tilrays Strategie

Für Tilray ist der Kauf dennoch ein typischer Schritt. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren darauf spezialisiert, angeschlagene Craftbrauereien günstig zu übernehmen. Zu den Marken im Portfolio gehören bereits SweetWater, Montauk oder Green Flash.

Tilray-CEO Irwin Simon sieht in BrewDog vor allem eine Plattform für den europäischen Markt. Die große Brauerei in Ellon soll künftig stärker ausgelastet werden, möglicherweise auch durch die Produktion amerikanischer Marken für Europa.

Ob diese Strategie aufgeht, bleibt allerdings offen. Auch Tilrays eigenes Biergeschäft kämpft derzeit mit sinkenden Verkaufszahlen.

Das Ende einer Ära

Der Verkauf von BrewDog ist mehr als nur eine Unternehmensübernahme. Er markiert auch das Ende einer Phase in der Craftbierbranche, in der Wachstum, Expansion und hohe Bewertungen scheinbar selbstverständlich waren.

BrewDog war lange das lauteste Symbol dieser Bewegung – und ist nun vielleicht auch ihr spektakulärstes Warnsignal. Denn eines zeigt die Geschichte sehr deutlich: Expansion kann eine Zeit lang Wachstum vorgaukeln. Sie ersetzt jedoch nicht ein stabiles Geschäftsmodell.

Für Bierfans bleibt am Ende vor allem eine Erkenntnis: Selbst die lautesten Punkrock-Versprechen können irgendwann ziemlich leise enden.

BRLO übernimmt ROY Kombucha

BRLO wächst weiter – und zwar diesmal ohne Alkohol im Glas. Die Berliner Brauerei übernimmt zum 1. Februar 2026 die Marke ROY Kombucha und baut damit ihr Angebot im alkoholfreien Segment gezielt aus. ROY Kombucha bleibt als eigenständige Marke erhalten, wird künftig jedoch vollständig unter dem Dach von BRLO weitergeführt.

Ganz neu ist die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen allerdings nicht. Bereits seit zwei Jahren wird ROY Kombucha in der BRLO-Brauerei in Berlin-Spandau produziert. In dieser Zeit wurden Produktionsabläufe zunehmend aufeinander abgestimmt, Prozesse verzahnt und Strukturen gemeinsam entwickelt. Was als Partnerschaft begann, mündet nun in einer vollständigen Integration – mit dem Ziel, den wachsenden Markt für alkoholfreie und bewusste Getränke gemeinsam noch stärker zu bespielen.

Auch personell bleibt Kontinuität gewahrt: ROY-Gründer Fabio Carlucci bleibt an Bord und übernimmt künftig die Leitung sowie die strategische Weiterentwicklung der Marke innerhalb von BRLO. Und die Zahlen sprechen für sich. Mit einem Hektoliter-Wachstum von rund 50 Prozent im Jahr 2025, etwa 800 Verkaufsstellen in Deutschland und mehr als 20 Exportpartnern hat sich ROY in den vergangenen Jahren zu einer ernstzunehmenden Größe im europäischen Kombucha-Markt entwickelt.

Die Verantwortlichen sehen in der Übernahme vor allem große Chancen. BRLO-Geschäftsführerin Katharina Kurz bringt es auf den Punkt: „Die Synergien in Produktion und Vertrieb liegen auf der Hand. Mit der Integration von ROY erweitern wir nicht nur unser Portfolio, sondern auch unsere Zielgruppe im wachstumsstarken Segment alkoholfreier Getränke – ein Trend, der Bewusstsein und Genuss auf natürliche Weise verbindet.“

Auch auf Seiten von ROY blickt man optimistisch in die Zukunft. Gründer Fabio Carlucci erklärt gegenüber dem Protal about-drinks.com: „Diese Weiterentwicklung eröffnet uns neue Möglichkeiten und Perspektiven. Umso mehr freuen wir uns, mit BRLO einen strategischen Partner an unserer Seite zu haben, der unsere Werte teilt – Qualität, Nachhaltigkeit und Innovationsgeist. Gemeinsam bündeln wir unsere jeweiligen Kompetenzen, um Kombucha in Deutschland und Europa noch stärker und schneller zu etablieren.“

Seit der Gründung Ende 2019 steht ROY Kombucha für handwerklich hergestellten, hochwertigen Kombucha aus Berlin. Das Getränk basiert auf fermentiertem Tee und ausgewählten Bio-Zutaten und wird seit Beginn in eigener Produktion hergestellt. Das Sortiment ist vielfältig und reicht von klassischen Varianten bis zu kreativen Geschmacksrichtungen wie Ginger, Raspberry, Strawberry & Basil oder Cucumber & Mint. Hinzu kommen regelmäßig limitierte Editionen, die für zusätzliche Abwechslung sorgen. Erhältlich sind die Produkte in der 0,33-Liter-Dose, in Mehrwegflaschen sowie als Kombucha-Brewing-Kit für alle, die sich selbst am Fermentieren versuchen möchten.

Für BRLO bedeutet der Zusammenschluss vor allem eines: eine konsequente Erweiterung des eigenen Profils. Neben Bier rücken damit zunehmend alkoholfreie Premiumgetränke in den Fokus – ein Markt, der im Handel, in der Gastronomie und bei Endverbrauchern stetig an Bedeutung gewinnt. Der Trend geht klar zu bewussteren Alternativen, die geschmacklich überzeugen und mehr bieten als klassische Softdrinks.

Mit der Integration von ROY Kombucha stärkt BRLO somit nicht nur sein Portfolio, sondern positioniert sich auch strategisch für eine Zukunft, in der Vielfalt und alkoholfreier Genuss eine immer größere Rolle spielen. Für beide Marken könnte das der Beginn eines neuen, sehr spannenden Kapitels sein.

Lemke – Dunkles Lager

1999 wurde die Brauerei Lemke in Berlin gegründet. Damit gehört sie zu den Urgesteinen der Craft Beer-Szene in der Hauptstadt. Das erste Bier, aus den Kesseln von Lemke war das Dunkle Lager, das jetzt vor mir steht und das aus diesem Grund auch das Wort Original im Etikett trägt. Mal sehen, wie sich das Bier so macht.

Kupferfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist zwar klein, aber sehr stabil, so dass sie lange erhalten bleibt.

Die Röstaromen dominieren den Duft des Bieres. Ich rieche Espresso und dunkle Schokolade, dazu Kandis und einen Hauch Pfeffer. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure sowie die erwartete Süße aus. Auf der Zunge stehen wie in der Nase die Röstaromen im Mittelpunkt, dazu kommt eine leichte Rauchigkeit. Süße und Bittere sind gut aufeinander abgestimmt. Trotz allem ist der Körper eher schlank. In der Kehle ist das Bier überraschend mild; trotzdem klingen die Röstaromen lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Magnum), Hefe

Alkoholgehalt‍:       

5,4 % Vol.

Bittereinheiten‍:     

26 IBU

Farbe:

47 EBC

Brauerei:

Brauerei Lemke Berlin GmbH
Rochstraße 6a
10178 Berlin
www.lemke.berlin

All About … Berliner Weisse

Tauchen Sie ein in die Welt der Berliner Weiße: Ein Workshop über Geschichte, Geschmack und Tradition!

Aufruf an alle Bierliebhaber und neugierigen Gaumen! Begleiten Sie Markus Raupach auf eine unvergessliche Reise durch die schaumige und geschmacksintensive Welt der Berliner Weisse. Dieser Workshop wird Ihren Wissensdurst stillen, während wir die reiche Geschichte und die einzigartigen Aromen dieses kultigen Berliner Bierstils erkunden.

Bereiten Sie sich darauf vor, von Geschichten aus Berlins lebendiger Brauereivergangenheit erleuchtet zu werden und die beiden Fackelträger der Tradition kennenzulernen: Brauerei Lemke und Brauerei Schneeeule. Diese lokalen Legenden halten den Geist der Berliner Weiße lebendig, ein erfrischender Schluck nach dem anderen.

Ob Sie nun ein erfahrener Bierliebhaber oder ein neugieriger Neuling sind, der Workshop verspricht eine Mischung aus Bildung, Unterhaltung und historischen Einblicken. Entdecken Sie, warum Napoleon dieses köstliche Gebräu einst den „Champagner des Nordens“ nannte.

Feiern Sie mit ihm das prickelnde, leicht herbe Wunder der Berliner Weiße! Prost!

Markus Raupach ist Gründer der Deutschen Bierakademie, Bierautor, Bierkritiker und Präsident der German Beer Consumer Union.

Da das Video für die European Beer Consumers Union (EBCU) aufgenommen und von ihr veröffentlicht wurde, ist es in englischer Sprache.

BRLO – Berlin Jam

Karls Erdbeerhof ist wohl jedem Nord- und Ostdeutschen bekannt. Das Unternehmen betreibt große Erdbeerplantagen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Von dort stammen die Erdbeeren, die BRLO in seiner Berliner Weiße verbraut hat. Es ist also eine Gemeinschaftsarbeit von Karls Erdbeerhof und BRLO.

Orangefarben und mit wenig Schaum präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone fällt schnell in sich zusammen, aber ich glaube, das ist stiltypisch.

Meine Nase teilt mir schnell mit, dass BRLO mit den Erdbeeren nicht gegeizt hat. Sie stehen im Zentrum des Aromas. Abgerundet wird der Duft durch einen diskreten Honigduft und den typischen Apfelessigduft, der durch die Milchsäurebakterien entsteht.

Der Antrunk ist einerseits fruchtig mit seinem Erdbeergeschmack und andererseits frisch durch die angenehme Karbonisierung. Die Fruchtigkeit bleibt weiterhin der zentrale Geschmack, sie wird aber jetzt durch eine erfrischende Säure ergänzt. Der Körper ist schlank und das Bier macht einfach einen frischen Eindruck. In der Kehle drängt sich die angenehme Säure in den Vordergrund, sie klingt aber nur kurz nach.

Das BRLO Berlin Jam ist ein schönes Sommerbier und mit seinen 3,5 Volumenprozent Alkohol auch an heißen Tagen nicht zu stark.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Erdbeerpüree, Milchsäurebakterien, Hefe

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Bittereinheiten:

5 IBU

Brauerei:

BRLO GmbH
Schöneberger Straße 16
10963 Berlin
www.brlo.de

Lemke – Berliner Perle Hell

Lemke ist eine Brauerei in Berlin, die im Stadtgebiet mehrere eigene Lokale betreibt. Für Nicht-Berliner dürfte das Lokal am Alexanderplatz das bekannteste sein. Und wie inzwischen die meisten Brauereien stellt auch Lemke ein alkoholfreies Bier her, ein Helles. Mal sehen, wie dieses Bier so gelungen ist.

Golden und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet fruchtig nach Grapefruit und Biskuitteig. Bis hierhin gefällt mir das Bier ausnehmend gut.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße und Spritzigkeit aus. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund. Bittere ist recht wenig zu schmecken, dafür kommt jetzt auch der Geschmack der Würze zum Vorschein, der so vielen alkoholfreien Bieren zu Eigen ist. Trotzdem ist das Bier frisch und angenehm. In der Kehle wird das Bier trockener und die Fruchtigkeit klingt noch lange nach.

Die Berliner Perle gehört eindeutig zu den besseren alkoholfreien Bieren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Karamellmalz, Pilsener Malz), Hopfen (Magnum, Perle, Ella), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

5,8° Plato

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur‍:

6-8° Celsius

Brauerei:

Brauerei Lemke Berlin GmbH
Rochstraße 6a
10178 Berlin
www.lemke.berlin

Berliner Kindl – Weisse

Das Etikett mit der Grundfarbe blau ist im üblichen Design der Brauerei gehalten, oben mit dem Kind im Bierkrug und unten dem Brandenburger Tor.Die Berliner Kindl-Brauerei bewirbt die Berliner Weisse, die jetzt vor mir steht, mit folgenden Worten: „Sie ist ein echtes Original: die Berliner Kindl Weisse. Charakteristisch hefetrüb und fein prickelnd, dabei herrlich frisch und leicht gehopft – das ist der spritzige Biergenuss aus der Hauptstadt. Die einzigartige Berliner Spezialität, seit Napoleons Zeiten auch ‚Champagner des Nordens‘ genannt, vereint Berliner Tradition mit jungem Flair.“ Wenn dies alles so stimmt, steht mir jetzt eine wirklich angenehme Verkostung bevor.

Golden und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist feinporig, löst sich aber für ein Weizenbier vergleichsweise schnell auf.

Das Bier duftet nach hellem Malz und bietet auch einige fruchtige Noten, die an Zitrusfrüchte erinnern.

Der Antrunk ist relativ süß und er zeichnet sich durch eine feinperlige Kohlensäure aus. Die Süße bleibt auf der Zunge erhalten, wo sich auch der Geschmack nach Zitronen dazugesellt. Das Mundgefühl ist schlank, fast wie bei einer Limonade. Der Abgang zeichnet sich durch eine leichte Säure mit kurzem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

3 % Vol.

Stammwürze:

7,5° Plato (°P)

Bittereinheiten:

6 IBU

Brauerei:

Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei GmbH
Indira-Gandhi-Straße 66 – 69
13053 Berlin
www.berliner-kindl.de

Hopp – Bio-Pils

Das Design des Etiketts ist bis auf die Farbe mit dem Design des Kellerbiers identisch. In diesem Fall ist die Grundfarbe Grün.Wieder einmal steht ein Bier, das die Wittichenauer Stadtbrauerei für die Bio Company in Berlin gebraut hat. In diesem Fall handelt es sich um das Pils. Die Gestaltung des Etiketts ist mit dem Etikett des Kellerbiers identisch, nur dass die Grundfarbe in diesem Fall Grün ist. Mal sehen, wie sich das Pils so macht.

Golden und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist klein und sie löst sich schnell auf. Die Optik des Hopp Bio-Pils ist nicht der Renner.

Das Aroma ist malzbetont. Würzige Noten, die für ein Pils eigentlich typisch sind, halten sich diskret im Hintergrund. Insgesamt erinnert das Aroma eher an ein Helles als an ein Pils.

Der Antrunk ist recht süß. Die sehr feinperlige Karbonisierung ist reichlich dosiert. Auf der Zunge gesellt sich eine passende Bittere zur Süße, aber leider kann ich so gut wie kein Hopfenaroma feststellen. Bei der Auswahl des Hopfens wurde offensichtlich gespart. Der Geschmack ist intensiv, aber nicht rund. Der Abgang ist mild mit geringer Bittere in der Kehle und mit kurzem Nachklang.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das Bier mit einer anderen Hopfen sehr ansprechend und süffig werden könnte.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Select, Tradition)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Gebraut und abgefüllt für:

Bio Company GmbH
Rheinstr. 45-46
12161 Berlin
www.biocompany.de

Hopp – Bio-Kellerbier

Die oberen zwei Drittel des Etiketts haben die Grundfarbe Orange, das untere Drittel ist weiß und im oberen Drittel wird ein Hase abgebildet mit Vatermörder, Schnurrbart und Monokel.In den 1970er Jahren begann die Supermarktketten, ihre Eigenmarken zu entwickeln und zu niedrigeren Preisen als die entsprechenden Markenartikel anzubieten. Seit einiger Zeit ist dieser Trend nun auch im Bio-Fachhandel angekommen. Hopp ist eine Marke der in Berlin ansässigen Bio Company, einer Bioladenkette. Welche Brauerei das Bier im Auftrag hergestellt hat, ist auf der Flasche nicht ersichtlich. Aber mir fällt positiv die Gestaltung des Etiketts auf. Im Gegensatz zu vielen Eigenmarken des Lebensmittelhandels ist in diesem Fall das Etikett nicht schmucklos, was vermutlich einen niedrigen Preis signalisieren soll, sondern mit dem bärtigen Hasen mit Monokel durchaus originell gestaltet. Auch der Name gefällt mir. Er passt zum Hasen und auch zum Hopfen, der im Bier enthalten ist. So, jetzt wird es aber langsam Zeit, dass ich die Flasche öffne und mit der Verkostung beginne.

Golden und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige schneeweiße Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen guten Eindruck.

Die Aromen der verwendeten Hopfen steigen mir in die Nase, dazu der Duft von hellem Malz sowie eine leichte Teigigkeit durch die Hefe.

Der Antrunk ist frisch, spritzig und recht süß. Auf der Zunge tritt die Süße aber schnell in die zweite Reihe zurück und lässt einer freundlichen Bitteren und der Hefe den Vortritt. Abgerundet wird der Geschmack durch die Würzigkeit und einer leichten zitrusartigen Fruchtigkeit der Hefe. Das Mundgefühl ist weich und voll. In der Kehle legt die Bittere noch einmal nach und wird überraschend kräftig, aber leider auch etwas kratzig.

Für den Preis von knapp einem Euro geht das Bier vollkommen in Ordnung. Trotz der leichten Schwäche im Abgang ist es angenehm süffig.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Select, Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Gebraut und abgefüllt für:

Bio Company GmbH
Rheinstr. 45-46
12161 Berlin
www.biocompany.de