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Störtebeker – Wild Coast-Ale alkoholfrei

Alkoholfreie Biere haben längst ihren festen Platz gefunden – doch wirklich charakterstarke Vertreter sind noch immer eine angenehme Überraschung. Ich hoffe, dass das Störtebeker Wild Coast-Ale alkoholfrei in diese Kategorie gehört. Schließlich habe mich die Stralsunder bislang selten enttäuscht.

Im Glas zeigt sich das Bier hell und kräftig hefetrüb, mit einer stabilen, schneeweißen Schaumkrone, die bemerkenswert lange stehen bleibt. Optisch wirkt es damit bereits deutlich lebendiger als viele klassische alkoholfreie Vertreter.

In der Nase geht es dann direkt in die Vollen: intensive Fruchtaromen dominieren das Bild. Zitrusnoten treffen auf Ananas und erinnern insgesamt an einen gut gefüllten Obstkorb. Ein Aromaprofil, das sofort Lust auf den ersten Schluck macht.

Der Antrunk ist angenehm weich, mit einer feinen Malzsüße und einer gut abgestimmten, feinperligen Kohlensäure. Beides sorgt für einen lebendigen, aber nicht überdrehten Einstieg. Im Körper zeigt das Wild Coast-Ale, was alkoholfreies Bier heute leisten kann. Die Süße bleibt präsent, wird aber von einer intensiven Fruchtigkeit und einer durchaus spürbaren Bittere begleitet. Das Mundgefühl bleibt dabei schlank und erfrischend – eine Kombination, die besonders an warmen Tagen überzeugt. Der Abgang wird etwas trockener, die Bittere zieht kurz an, bevor sie wieder zurücktritt. Die Aromen klingen dabei angenehm lange nach und hinterlassen einen frischen Gesamteindruck.

Unterm Strich ist dieses alkoholfreie Ale ein gelungener Vertreter seiner Art: aromatisch, ausgewogen und erstaunlich vielschichtig. Besonders als Begleiter zu leichten sommerlichen Gerichten spielt es seine Stärken voll aus. Oder anders gesagt: Ein alkoholfreies Bier, das nicht verzichtet – sondern überzeugt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Haferflocken, Weizenflocken, Roggenmalz, Hopfen (Citra, Krush, Simcoe, Idaho 7), Hefe, Hopfenauszüge

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

8°C

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
Greifswalder Chaussee 84-85
18439 Stralsund
www.stoertebeker.com

Das schwarze Huhn

Manchmal beginnt ein Bier nicht im Sudkessel, sondern in der Landschaft. Im Fall der Braumanufaktur Grasdorf, einige Kilometer südlich von Hildesheim gelegen, ist es das Innerstetal, das den Ton angibt. Das Dorf Grasdorf ist seit jeher eng mit dem Fluss Innerste verbunden – einem Gewässer, das nicht nur die Mühle antreibt, sondern auch das Leben der Menschen geprägt hat. Zwischen Oheberg und Barenberg angesiedelt, eingebettet in Wälder und durchzogen von Geschichten, ist Grasdorf ein Ort, an dem Gemeinschaft nicht nur ein Wort, sondern gelebte Realität ist.

Diese Gemeinschaft war es auch, die 2007 den Anstoß gab, die Zukunft des Dorfes aktiv zu gestalten. Aus Ideen wurde ein Plan, aus einem Plan ein Fest – und aus einem Fest schließlich ein Bier. Was zunächst mit 20 Litern unter Anleitung eines Braumeisters begann, entwickelte sich schnell zu einem ernstzunehmenden Projekt. Bereits zum Dorffest floss eine selbst gebraute Menge von 300 Litern aus einer größtenteils eigenhändig konstruierten Anlage. Der Erfolg war so überzeugend, dass aus einer spontanen Idee eine dauerhafte Leidenschaft wurde.

Der Name des Bieres ist dabei alles andere als zufällig gewählt. Inspiriert von Wilhelm Raabes Novelle Die Innerste trägt es die Legende vom „schwarzen Huhn“ in sich – eine düstere, fast mystische Geschichte über den Fluss, der fordert, was ihm zusteht. Ein Name, der nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern auch perfekt zur Herkunft passt: rau, eigenwillig und tief verwurzelt in der Region.

Und damit zum eigentlichen Protagonisten: dem Bier selbst. Das „Das schwarze Huhn“ präsentiert sich bernsteinfarben und hefetrüb im Glas. Der Schaum hält sich eher zurück – ein stiller Auftritt, der den Fokus schnell auf das Wesentliche lenkt. In der Nase zeigt sich sofort eine angenehme Karamellnote, begleitet von einer feinen, leicht säuerlichen Fruchtigkeit, die an Apfel erinnert.

Der Antrunk bestätigt diesen ersten Eindruck. Karamellige Süße trifft auf eine angenehm feinperlige Kohlensäure, die das Bier lebendig, aber nicht aufdringlich wirken lässt. Im Körper zeigt sich das „schwarze Huhn“ ausgewogen: Die Süße bleibt dezent, die fruchtige Säure tritt etwas deutlicher hervor und verleiht dem Bier eine interessante Tiefe. Die Bittere hält sich dabei bewusst im Hintergrund und überlässt den anderen Aromen die Bühne. Im Abgang verändert sich das Bild. Das Bier wird trockener, die Bittere gewinnt an Präsenz und verbindet sich mit der fruchtigen Komponente zu einem harmonischen Finale. Der Nachklang ist lang und bleibt im Gedächtnis – genau so, wie man es sich von einem charakterstarken Bier wünscht.

Zu dieser Rezension möchte ich noch einige Worte verlieren. Die Gruppe besteht im Prinzip aus Hobbybrauern, die ihr Bier größtenteils auf Straßenfesten verkaufen. So habe ich auch das hier besprochene Bier auf dem Schmeckfest in Hildesheim gekauft. Dabei wurde mir erzählt, dass die Gruppe gerade eine neue Anlage gekauft haben und sich beim Brauen des Bieres noch in der Einarbeitung befanden. Deshalb sei bei diesem Sud auch die geschmackliche Tiefe nicht wie gewohnt. Der Unterschied fiel mir auch bereits beim Einschenken auf -normalerweise ist das Schwarze Huhn dunkler, erinnert farblich eher an ein hefetrübes Altbier. Und das schlägt sich selbstverständlich auch im Geschmack nieder. Normalerweise sind die Röstaromen präsenter, hier habe sie aber Karamelltönen Platz gemacht. Ich vermute daher, dass das hier von mir beschriebene Bier nicht so ist, wie es die Grasdorfer brauen wollten. Aber auch wenn hier durchaus Luft nach oben ist, hat mir das Bier gefallen. Ich hätte mir lediglich einen kräftigeren roten Malzkörper gewünscht, der die Karamellnoten mehr in den Vordergrund holt. Wenn dieses Bier regelmäßig gebraut würde, hätte das Schwarze Huhn auch einen roten Hahn als Gesellschaft und müsste nicht so einsam sein.

Insgesamt gilt: „Das schwarze Huhn“ ist kein lauter Vertreter seiner Zunft, sondern ein Bier mit leiser, aber nachhaltiger Wirkung. Eines, das nicht sofort alles preisgibt, sondern sich Schluck für Schluck erschließt. Oder anders gesagt: Ein Bier, das seine Geschichte nicht erzählt – sondern trinken lässt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Brauerei:

Schwarzes Huhn GbR
Am Thieberg 11
31188 Holle
www.schwarzeshuhn.de

De Meester – Winter Meesterke

Die Brauerei Brouwerij De Meester aus dem belgischen Lendelede gehört zu den spannenden Vertretern der modernen belgischen Bierszene. Gegründet von einer Braumeisterin mit internationaler Erfahrung, steht De Meester für handwerklich gebraute Biere, die traditionelle belgische Stile mit einer klaren, zeitgemäßen Handschrift verbinden. Hier wird nicht laut experimentiert, sondern gezielt verfeinert – mit viel Gespür für Balance und Charakter.

Die Brauerei verspricht, mit dem Winter Meesterke eine Interpretation des klassischen belgischen Winterbiers anzubieten, die genau weiß, was sie will: Wärme, Tiefe und ein gutes Maß an Eleganz.

Im Glas zeigt sich das Bier blickdicht schwarz. Die haselnussbraune Schaumkrone baut sich feinporig auf und bleibt stabil stehen – ein ruhiger, aber vielversprechender Auftakt.

In der Nase entfaltet sich sofort ein komplexes Aromenspiel. Karamell, dunkle Schokolade und eine angenehme Süße treffen auf würzige Noten von Nelke und einem Hauch Zimt. Dazu kommen getrocknete Früchte wie Rosinen und Pflaumen, die dem Bouquet eine angenehme Tiefe verleihen und an Weihnachten erinnern. Im Hintergrund schwingt eine dezente alkoholische Wärme mit, die neugierig auf den ersten Schluck macht.

Der Antrunk ist weich, rund und fast cremig. Eine sanfte Malzsüße eröffnet das Geschmackserlebnis, wird jedoch schnell von würzigen Hefenoten eingefangen. Die Kohlensäure ist etwas knapp dosiert, aber feinperlig und gut eingebunden. Sie unterstützt die Struktur und sorgt dafür, dass das Bier trotz seiner Tiefe angenehm trinkbar bleibt. Der Alkohol ist deutlich spürbar, aber hervorragend integriert – wärmend, ohne dominant zu sein. Jetzt zeigen sich Aromen von dunkler Schokolade, leicht gebranntem Zucker, erneut Trockenfrüchten und aus dem Hintergrund etwas Ingwer. Alles wirkt harmonisch, nichts drängt sich in den Vordergrund. In der Kehle wird das Winter Meesterke etwas trockener. Eine feine und leichte Bittere begleitet die ausklingenden malzigen und würzigen Noten und sorgt für einen langen, angenehmen Nachhall, der direkt Lust auf den nächsten Schluck macht.

Insgesamt ist das Winter Meesterke ein gelungenes Beispiel für ein belgisches Winterbier: komplex, ausgewogen und mit genau der richtigen Portion Wärme. Ein Bier für ruhige Abende, das sich Zeit nimmt – und diese auch von Ihnen einfordert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Spezialmalze, Spekulatiusgewürz, getrocknete Orangenschale, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Meester
Nelcastraat 1
8860 Lendelede
Belgien
https://www.brouwerij-demeester.be/

Hedonis – Go with the Snow

Die Brouwerij Hedonis ist ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn Leidenschaft auf Neugier trifft. Gegründet 2015 von zwei bierbegeisterten Tüftlern, entwickelte sich das Projekt schnell von ersten Experimenten zu einer ernstzunehmenden Craft-Brauerei. Seit 2022 wird im eigenen Sudhaus in den flämischen Ardennen gebraut – mit Respekt vor der Tradition, aber immer mit dem Blick nach vorne. Der Name ist hier Programm: Hedonis steht für Genuss, Freude und Biere mit Charakter.

Kommen wir zum Bier: „Go with the Snow“ – schon der Name klingt nach Winter, Kaminfeuer und der festen Absicht, heute nicht mehr vor die Tür zu gehen. Im Glas zeigt sich das Bier in einem warmen, leicht trüben Bernstein. Darüber liegt eine cremige, feinporige Schaumkrone, die stabil im Glas bleibt und Lust auf den ersten Schluck macht.

Das Aroma ist ein echter Winterspaziergang für die Nase: Karamell und Waldhonig, dazu eine dezente Hefenote, die dem Ganzen Tiefe verleiht. Abgerundet wird das Aroma durch würzige Noten, die an Pfeffer erinnern. Alles wirkt rund, einladend und wunderbar abgestimmt.

Der Antrunk ist weich und geschmeidig, fast schon wärmend. Eine feine Malzsüße, die an Karamell und Honig erinnert, eröffnet das Geschmacksspiel, begleitet von fruchtigen Noten, die sich auch am Gaumen fortsetzen. Die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure ist angenehm eingebunden und unterstützt die Trinkbarkeit. Die Süße bleibt auch am Gaumen erhalten, jetzt begleitet durch eine überraschend kräftige Bittere. Obwohl der Alkohol jetzt durchschmeckt und etwas auf der Zunge brennt, ist das Mundgefühl samtig und schwer. Die Aromen sind präsent, aber nicht aufdringlich. In der Kehle klingt die Bittere kurz nach, während im Mund der Geschmack nach Waldhonig präsent bleibt.

Das Go with the Snow ist ein stimmungsvolles Winterbier mit viel Charakter, das Wärme ins Glas bringt. Perfekt für kalte Abende – oder für alle, die sich einfach ein kleines bisschen Wintergefühl einschenken möchten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Honig, Kandiszucker

Alkoholgehalt:

10,1 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brouwerij Hedonis
Lepelstraat 20
9660 Michelbeke
Belgien
www.hedonis.be

Broeder Jacob – Winterklokje

Die Brouwerij Broeder Jacob ist eine kleine belgische Familienbrauerei aus der Provinz Limburg. Gegründet wurde sie von den Brüdern Raf und Kristof Geuens, die sich bewusst der traditionellen belgischen Braukunst verschrieben haben. In ihrer Brauerei entstehen charaktervolle Spezialbiere, die in vielen Fällen in der Flasche ein zweites mal gären und dadurch eine besonders lebendige Aromatik entwickeln. Trotz moderner Technik bleibt das Brauen hier ein Handwerk, bei dem Zeit, Erfahrung und hochwertige Zutaten eine entscheidende Rolle spielen. Jetzt steht vor mir das Winterklokje (deutsch: Winterglocke), das wie der Name schon sagt, nur in der kalten Jahreszeit gebraut und verkauft wird.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Winterklokje im Glas. Die Schaumkrone baut sich cremig und stabil auf und ist haselnussbraun. Insgesamt wirkt das Bier optisch sehr einladend – genau so, wie ich es von einem belgischen Winterbier erwarte.

In der Nase präsentiert sich das Winterklokje angenehm komplex. Süßliche Malznoten erinnern an Karamell. Dazu gesellen sich Aromen, die an dunkle Schokolad, Expresso und Lakritz erinnern. Abgerundet wird der Duft durch fruchtige Hefearomen, die an Orangen und reife Birnen erinnern. Im Hintergrund tauchen feine Gewürznoten auf – ein Hauch von Nelke, etwas Zimt und eine leichte Pfeffrigkeit, die typisch für viele belgische Biere ist.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße aus, wobei die reichliche Karbonisierung für die angenehme Frische sorgt. Auf der Zunge wird das Bier trockener und es entfaltet sich ein malzbetontes Geschmacksbild mit Karamell, Honig und einer recht kräftigen Toastnote, die mich durchaus an Verbranntes denken lässt. Schnell folgen die fruchtigen Hefearomen, die dem Bier eine lebendige Tiefe verleihen. Eine dezente Gewürznote sorgt im Mittelteil für zusätzliche Wärme, während eine sanfte Hopfenbittere das Bier angenehm ausbalanciert. Dabei ist das Mundgefühl überraschend schlank und der Alkohol ist gut eingearbeitet. In der Kehle wirkt das Bier weich, leicht würzig und es bleibt mit einer feinen, eleganten Bittere noch lange am Gaumen präsent.

Insgesamt zeigt sich das Winterklokje als klassisches belgisches Winterbier: aromatisch, wärmend und wunderbar ausgewogen. Ein Bier, das besonders an kalten Abenden seine ganze Stärke entfaltet – und dabei beweist, dass belgische Braukunst auch im Winter ausgesprochen gemütlich sein kann.

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Broeder Jacob
Beninksstraat 28
3111 Wezemaal
Belgien
www.broederjacob.com/

Brasserie des Trévires – Brune d’un Noël en Gaume

Die Brasserie des Trévires ist eine relativ junge, unabhängige belgische Handwerksbrauerei mit Sitz in der Gaume-Region (Lamorteau/Rouvroy, nahe der luxemburgischen Grenze). Sie wurde 2018 von einer Gruppe leidenschaftlicher Brauer gegründet, die Tradition, Kreativität und regionalen Charakter miteinander verbinden wollen. Der Name der Brauerei bezieht sich auf die keltische Volksgruppe der Trévires, die einst in der Gegend ansässig war – ein lokales Erbe, das die Identität und Verbundenheit mit der Region betont.

Die Brauerei stellt ein breites Sortiment verschiedenster Biere her, das mehrfach bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet wurde und traditionelle Stile neu interpretiert. Neben klassischen Sorten gehören auch experimentelle Brauvarianten und saisonale Spezialitäten zur Palette. Besucher können die Brauerei besichtigen, an Verkostungen teilnehmen und im eigenen Shop oder angeschlossenen Restaurant Biere und lokale Küche genießen.

Brune d’Un Noël en Gaume ist Weihnachts-/Winterbier und steht jetzt zur Verkostung vor mir. Die belgischen Weihnachtsbiere zeichnen sich typischerweise durch reichhaltige, komplexe Aromen aus, so dass ich mich auf eine angenehme Verkostung freue.

In einem sehr dunklen braun präsentiert sich das Bier im Glas. Die haselnussbraune Schaumkrone ist feinporig, fällt aber trotzdem recht schnell in sich zusammen.

In der Nase wirkt das Bier sofort weihnachtlich, ohne aufdringlich zu sein. Aromen von Karamell, dunklem Brot und Toffee stehen im Vordergrund. Dazu kommen Trockenfrüchte wie Rosinen und Pflaumen sowie eine dezente Würzigkeit, die an Nelken, Zimt, Lakritz und einen Hauch Muskat erinnert. Der Alkohol ist wahrnehmbar, aber gut eingebunden.

Der Antrunk ist weich und malzbetont. Eine angenehme Süße eröffnet gemeinsam mit der sehr feinperligen Kohlensäure das Geschmackserlebnis, getragen von Noten nach Karamellmalz, braunem Zucker und dunklem Honig. Auf der Zunge entwickeln sich erneut Trockenfrüchte und eine feine, zurückhaltende Würze. Die Kohlensäure unterstützt das volle, runde Mundgefühl. Eine spürbare Bittere fehlt weitgehend, stattdessen sorgt eine leichte Röstigkeit für Balance. Der Alkohol ist weiterhin gut eingebunden und unterstützt die anderen Aromen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. In der Kehle zeigt sich das Bier warm und leicht alkoholisch, mit Noten von Karamell, getrockneten Früchten und einem Hauch Kakao. Die Süße klingt langsam aus, ohne klebrig zu wirken, und hinterlässt einen angenehm wärmenden Eindruck.

Das Brune d’Un Noël en Gaume ist ideal für ruhige Abende, gut passend zu kräftigem Käse, Desserts mit Nüssen oder einfach solo als winterlicher Genuss.

Das Brune d’Un Noël en Gaume umfasst die kreative Bandbreite der Brasserie des Trévires: ein Bier, das lokale Braukunst mit saisonaler Stimmung verbindet und sowohl Biertradition als auch Genuss in den Fokus stellt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rohzucker, Hopfen, Kakaobohnen, Hefe, Zimt, Rum, Vanille

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

35 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brasserie des Trévires
Zone artisanale de Lamorteau Nr. 2
6767 ROUVROY (Lamorteau)
Belgien
www.trevires.be

Hoppen un Molt – Summer Ale

Über die Brauerei Hoppen un Molt aus Warnemünde habe ich bereits bei der Beschreibung anderer Biere geschrieben. So kann ich jetzt direkt zur Verkostung des Summer Ale kommen.

Golden und mit leichter Hefetrübung strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige weiße Schaumkrone ist nur klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Das Bier duftet fruchtig nach Zitrus und Honig, abgerundet durch einen angenehmen Karamellduft sowie den Duft hellen Malzes aus dem Hintergrund. Da freue ich mich doch auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist durch die kräftige Karbonisierung spritzig und überraschend trocken. Auf der Zunge stechen besonders die Aromen nach Zitrusfrüchten und Grapefruitkernen hervor. Zusammen mit dem schlanken Körper ist das Bier frisch und sehr süffig. In der Kehle übernimmt eine freundliche fruchtige Bittere das Kommando, ohne dabei zu kräftig zu werden. Trotzdem klingt der Geschmack sehr lange nach.

Zu diesem Bier passen gut indische Curries, überbackenes Baguette oder gebratenes Fischfilet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Hoppen und Molt
Friedrich-Barnewitz-Str. 3
18119 Warnemünde
www.hoppen-molt.de

Browar w Grodzisku – Piwo z Grodziska

Seit Jahren reden alle bierbegeisterten Menschen über Grodziskie, jenen legendären polnischen Bierstil, der derzeit seine Renaissance erlebt. Leider ist nach meinem Wissen dieser Bierstil in Deutschland nicht erhältlich und selbst bei einigen Besuchen in Polen habe ich dieses Bier nirgends finden können. Erst bei meiner letzten Reise nach Warschau bin ich fündig geworden und möchte Ihnen das Bier an dieser Stelle vorstellen.

Da ich über Grodziskie bereits mehrfach geschrieben habe, beschränke ich mich jetzt auf einige Stichpunkte. Grodziskie ist ein helles obergäriges Bier mit etwa 2,5 bis 3,3 Volumenprozent Alkohol und 7° – 8° Plato Stammwürze. Mit 4 – 8 EBC ist das Bier eher blass und auch die 20 – 30 IBU klingen nicht ungewöhnlich. Bemerkenswert ist aber, dass das Grodziskie rein aus Weizenmalz gebraut wird. Auf jeden Fall kann dieser Bierstil viele Menschen begeistern.

Blassgelb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feste und schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts zu meckern.

Das Raucharoma steht eindeutig im Vordergrund des Aromas, allerdings ohne penetrant zu werden. Die würzigen Noten des Hopfens sind zwar deutlich wahrnehmbar, halten sich aber diskret im Hintergrund.

Der Antrunk des Grodziskie ist trocken, frisch und spritzig. Ich beginne zu verstehen, weshalb dieser Bierstil auch als Champagner des Bieres genannt wird (auch wenn er mit dieser Bezeichnung nicht alleinsteht).

Die Trockenheit bleibt auch auf der Zunge präsent. Überraschend ist die Zurückhaltung des Rauchgeschmacks, während auf der Zunge die Würzigkeit des Hopfens mehr zum Tragen kommt als in der Nase. Das Mundgefühl ist schlank, während der Geschmack für ein Bier mit dem geringen Alkoholgehalt recht intensiv ist. In der Kehle kommt der Rauch wieder mehr zum Tragen, wo er zusammen mit einer leichten fruchtigen Säure sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Hopfen (Magnum, Tomyski), Hefe

Alkoholgehalt:

3,1 % Vol.

Stammwürze:

7,7° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Brauerei:

Browar w Grodzisku
Wielkopolskim sp. z.o.o. sp. k. ul Poznanska
62-065 Grodzisk
Polen
www.browargrodzisk.com  

Hildesheimer Braumanufaktur – Black Ale

Das Village Rock Söhlde Open Air ist ein kleines, aber feines und vielseitiges Rock-/Metalfestival im niedersächsischen Söhlde (An der Schwimmhalle, Hinterm Knick). Das zweitägige Festival findet in jedem Jahr im Juli statt und bietet verschiedene Musikrichtungen: von Pop-Rock über Hard Rock und Heavy Metal bis zu Metalcore und Post-Hardcore. Und nicht zu vergessen: es gibt auch ein eigenes Bier, das Black Ale, das – wenig überraschend – von der Hildesheimer Braumanufaktur gebraut wird. Die Veranstaltung ist familiär, nicht überproduziert – und mit einem Herz für die Rock-Community. Kommen wir aber zum Bier.

In tiefem Rubinrot strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die elfenbeinfarbene und feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. An der Optik dieses Bieres gibt es nichts zu mäkeln.

Dunkle Schokolade, Zitrusfrüchte und etwas Rauch dominieren das Aroma.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht der Schokoladengeschmack im Mittelpunkt, begleitet durch eine fruchtige Säure. Eine freundliche Bittere rundet den Geschmack ab, während aus dem Hintergrund noch das Raucharoma zum Vorschein kommt. Die Röstaromen stehen auch in der Kehle im Vordergrund, wobei der Geschmack jetzt eher an Mokka erinnert, weniger an Schokolade. Aber durch den langen Nachkling ist das Bier insgesamt sehr angenehm.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Callista, El Dorado) Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Browar Kingpin – Golden Ale

Mit dem Golden Ale von Browar Kingpin steht wieder einmal ein polnisches Craft Beer vor mir, das ich in einem Lidl-Markt in Polen gekauft habe. Die Brauerei beschreibt das Bier so (Übersetzung aus dem Polnischen von mir): „Golden Ale ist ein klassisches, leichtes, alltagstaugliches Bier mit einem ausgeprägten Hopfencharakter. Die fruchtigen, zitrusartigen und tropischen Noten der verwendeten Hopfensorten verstärken die erfrischenden Eigenschaften des Bieres und machen es zu einem perfekten Begleiter für jeden Anlass.“ Dann hoffen wir mal das Beste.

Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine schneeweiße Schaumkrone, die zwar recht klein ist, aber dafür lange erhalten bleibt.

Düfte nach Grapefruit, Anans und Pfirsich steigen mir in die Nase, abgerundet durch einige würzige Noten. Aus dem Hintergrund kommt noch das getreidige Aroma des Malzes zum Vorschein. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig mit einer angenehmen Malzsüße. Auf der Zunge steht die Fruchtigkeit im Mittelpunkt, die von einer kräftigen Bittere begleitet wird. Das Mundgefühl ist weich, auch wenn der Körper des Bieres schlank ist. In der Kehle präsentiert sich das Bier mit einer freundlichen Bitteren mit sehr langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Farbe:

 8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 10° Celsius

Brauerei:

Browar Kingpin
Sp. z.o.o.
ul. Wilczak 18 B
61-623 Poznan
Polen
www.browarkingpin.pl