Schlagwort-Archiv: NRW

Rheinbahn-Streik trifft ProWein: Messe organisiert eigenen Busverkehr

Wer am Dienstag, 17. März 2026, zur ProWein nach Düsseldorf reisen möchte, sollte etwas mehr Zeit für die Anfahrt einplanen. Grund dafür ist ein ganztägiger Streik der Rheinbahn, der den öffentlichen Nahverkehr in Düsseldorf erheblich einschränken wird.

Der Arbeitskampf beginnt am Dienstag um 3.00 Uhr morgens und soll volle 24 Stunden dauern. Während dieser Zeit werden weder U-Bahnen noch Straßenbahnen fahren. Auch der Busverkehr wird stark reduziert sein, sodass nur wenige Linien im Stadtgebiet unterwegs sein werden.

Bereits am Montag, 16. März, ist ebenfalls ein Streik angekündigt. Dieser betrifft jedoch ausschließlich interne Bereiche der Rheinbahn und hat keine Auswirkungen auf den regulären Fahrbetrieb. Für Besucher der Messe und Pendler bleibt der Nahverkehr an diesem Tag also normal nutzbar.

Anders sieht es am Dienstag aus. Gerade für Besucher der internationalen Wein- und Spirituosenmesse ProWein, die in Düsseldorf stattfindet, stellt der Streik eine Herausforderung dar. Da der letzte Messetag genau auf den Streiktermin fällt, rechnet die Messe mit einem erhöhten Bedarf an alternativen Transportmöglichkeiten.

Um die Situation zu entschärfen, hat die Messe Düsseldorf reagiert und einen Sonderverkehr eingerichtet. Insgesamt 30 zusätzliche Busse sollen auf vier Linien eingesetzt werden, um Besucher trotz des Streiks möglichst zuverlässig zum Messegelände zu bringen.

Ganz ohne Einschränkungen wird die Anreise dennoch nicht verlaufen. Selbst die wenigen regulär fahrenden Buslinien dürften am Streiktag stark ausgelastet sein. Nach aktuellem Stand gehört dazu auch die Linie 722, die unter anderem den Eingang Süd der Messe bedient. Es ist allerdings davon auszugehen, dass diese Verbindung besonders stark frequentiert sein wird.

Besucher der ProWein sollten daher im Idealfall frühzeitig ihre Anreise planen und sich über die aktuellen Verkehrsinformationen informieren. Die Rheinbahn stellt eine Übersicht der weiterhin fahrenden Buslinien auf ihren Informationsseiten zur Verfügung.

Trotz des Streiks will die Messe Düsseldorf sicherstellen, dass Aussteller und Besucher den letzten Messetag möglichst reibungslos erreichen können. Mit dem zusätzlichen Busangebot soll zumindest ein Teil der entstehenden Verkehrslücken geschlossen werden.

Für Messegäste gilt dennoch: Geduld einplanen, Alternativen prüfen und im Zweifel etwas früher aufbrechen. Denn am Streiktag dürfte Düsseldorf verkehrstechnisch eine kleine Herausforderung werden.

Kneipenwirt gegen Brauereikonzern: Vom Biervertrag zum jahrelangen Rechtsstreit

Manchmal beginnt eine große Geschichte mit etwas sehr Kleinem. In diesem Fall mit einem Tresen, einer beleuchteten Außenwerbung und einem Darlehen über rund 3.000 Euro. Was zunächst wie eine übliche Vereinbarung zwischen einem Gastronomen und der Brauerei wirkte, entwickelte sich für den Thüringer Gastwirt Florian Mirhenn zu einem Rechtsstreit mit einem der größten Bierhersteller Deutschlands.

Mirhenn betreibt den Landgasthof „Zur Krone“ im kleinen Ort Molschleben im Landkreis Gotha. Als er die Gaststätte im Jahr 2013 übernimmt, wagt er damit den Schritt in die Selbstständigkeit. In der Gaststube wird bereits Bier der Brauerei Krombacher ausgeschenkt, und kurz vor der Wiedereröffnung kommt es zu einem Treffen zwischen Mirhenn, seinem Vorgänger und einem Vertreter der Brauerei. Dabei geht es um den Tresen der Gaststätte, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig bezahlt ist. Der Restwert liegt bei etwa 1.300 Euro.

Die Lösung scheint unkompliziert: Die Brauerei bietet dem neuen Wirt ein Darlehen für den Tresen und zusätzlich eines für eine beleuchtete Außenwerbung an. Insgesamt geht es um rund 3.000 Euro. Die Rückzahlung soll über den Bierverkauf erfolgen.

„Ich war dumm und naiv. Heute würde ich so etwas nicht mehr unterschreiben.“

Viele Jahre später erkennt Mirhenn, dass diese Vereinbarung für ihn deutlich ungünstiger ist, als er zunächst angenommen hatte. Während andere Brauereien laut seiner Aussage bessere Konditionen anbieten würden, stellt sich für ihn vor allem ein praktisches Problem: Die im Vertrag vorausgesetzten Biermengen sind in seiner kleinen Dorfgaststätte kaum zu erreichen.

Er fragt sich: „Ist das fair? Das ist die Frage, die ich mir bis heute stelle.“

Schließlich kündigt der Wirt die Zusammenarbeit und lässt den Vertrag von seinem Anwalt Stefan Rienecker prüfen. Der Jurist aus Arnstadt kommt zu einem überraschenden Ergebnis. Nach seiner Berechnung hätte Mirhenn Bier im Gesamtwert von etwa 225.000 Euro verkaufen müssen, um das Darlehen für Tresen und Außenwerbung vollständig auszugleichen. Das hätte eine Bindung an die Brauerei von ungefähr 14 bis 17 Jahren bedeutet.

Der Anwalt hält diese Konstruktion für sittenwidrig. Juristisch bedeutet dieser Begriff, dass eine Vereinbarung so einseitig oder unfair ist, dass sie gegen grundlegende Vorstellungen von Gerechtigkeit und Anstand verstößt. In solchen Fällen können Gerichte Verträge für unwirksam erklären. Der Weg vor Gericht beginnt allerdings nicht durch den Wirt selbst. Stattdessen reicht die Brauerei Klage ein und verlangt rund 26.000 Euro Schadensersatz. Das Verfahren landet vor dem Landgericht Siegen.

Im Februar 2025 fällt dort eine Entscheidung zugunsten des Wirts. Die Richter sehen ein deutliches Missverhältnis zwischen dem relativ geringen Darlehensbetrag und den geforderten Absatzmengen beim Bier. Diese Vertragsgestaltung sei sittenwidrig.

In der Urteilsbegründung heißt es unter anderem, der Abschluss eines derart unausgewogenen Vertrags lasse sich auf Seiten des Gastwirts nur mit „völliger geschäftlicher Naivität“ erklären und sei aus wirtschaftlicher Sicht eines ordentlichen Kaufmanns unsinnig. Gleichzeitig hielten es die Richter für ausgeschlossen, dass die Brauerei als international tätiges Unternehmen dieses Missverhältnis nicht erkannt habe.

Für Mirhenn hat das Urteil eine vergleichsweise milde Konsequenz: Er muss lediglich den verbliebenen Restwert des Tresens begleichen, der zu diesem Zeitpunkt noch etwa 600 Euro beträgt.

Die Brauerei äußert sich zu dem Verfahren nicht öffentlich und verweist lediglich darauf, dass man sich grundsätzlich nicht zu laufenden Gerichtsverfahren oder vertraulichen Vertragsdetails äußere.

Ganz ungewöhnlich sind solche Finanzierungsmodelle in der Gastronomie allerdings nicht. Der Thüringer Hotel- und Gaststättenverband erklärt, dass entsprechende Vereinbarungen bereits seit den 1990er-Jahren verbreitet sind. Sie sollen sowohl Brauereien als auch Wirten Planungssicherheit geben. Verbandsvertreter Dirk Ellinger betont, dass viele dieser Verträge problemlos funktionieren. Entscheidend sei jedoch, dass Darlehenshöhe und vereinbarte Absatzmengen in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis stehen. Genau daran habe es in diesem Fall offenbar gefehlt.

Der Rechtsstreit ist jedoch noch nicht beendet. Die Brauerei hat gegen das Urteil Berufung beim Oberlandesgericht Hamm eingelegt. Laut Mirhenns Anwalt wird dabei sogar eine deutlich höhere Schadensersatzforderung in Aussicht gestellt. Ein zuvor angestrebter Vergleich zwischen den Parteien kam nicht zustande.

Für den Wirt steht damit viel auf dem Spiel. „Sollte ich am Ende verlieren und die Schadenshöhe wird sechsstellig, muss ich wohl den Gasthof aufgeben.“

Selbst wenn Mirhenn auch in der nächsten Instanz Recht bekommt, könnte das Verfahren noch weitergehen. In letzter Konsequenz wäre auch eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs möglich.

Schon jetzt übersteigen die angefallenen Gerichtskosten den ursprünglichen Streitwert deutlich. Für den kleinen Landgasthof im thüringischen Molschleben bleibt der Konflikt damit eine existenzielle Belastung – und ein Beispiel dafür, wie ein scheinbar kleiner Vertrag große Folgen haben kann.

Manchmal beginnt eine große Geschichte mit etwas sehr Kleinem. In diesem Fall mit einem Tresen, einer beleuchteten Außenwerbung und einem Darlehen über rund 3.000 Euro. Was zunächst wie eine übliche Vereinbarung zwischen einem Gastronomen und der Brauerei wirkte, entwickelte sich für den Thüringer Gastwirt Florian Mirhenn zu einem Rechtsstreit mit einem der größten Bierhersteller Deutschlands.

Mirhenn betreibt den Landgasthof „Zur Krone“ im kleinen Ort Molschleben im Landkreis Gotha. Als er die Gaststätte im Jahr 2013 übernimmt, wagt er damit den Schritt in die Selbstständigkeit. In der Gaststube wird bereits Bier der Brauerei Krombacher ausgeschenkt, und kurz vor der Wiedereröffnung kommt es zu einem Treffen zwischen Mirhenn, seinem Vorgänger und einem Vertreter der Brauerei. Dabei geht es um den Tresen der Gaststätte, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig bezahlt ist. Der Restwert liegt bei etwa 1.300 Euro.

Die Lösung scheint unkompliziert: Die Brauerei bietet dem neuen Wirt ein Darlehen für den Tresen und zusätzlich eines für eine beleuchtete Außenwerbung an. Insgesamt geht es um rund 3.000 Euro. Die Rückzahlung soll über den Bierverkauf erfolgen.

„Ich war dumm und naiv. Heute würde ich so etwas nicht mehr unterschreiben.“

Viele Jahre später erkennt Mirhenn, dass diese Vereinbarung für ihn deutlich ungünstiger ist, als er zunächst angenommen hatte. Während andere Brauereien laut seiner Aussage bessere Konditionen anbieten würden, stellt sich für ihn vor allem ein praktisches Problem: Die im Vertrag vorausgesetzten Biermengen sind in seiner kleinen Dorfgaststätte kaum zu erreichen.

Er fragt sich: „Ist das fair? Das ist die Frage, die ich mir bis heute stelle.“

Schließlich kündigt der Wirt die Zusammenarbeit und lässt den Vertrag von seinem Anwalt Stefan Rienecker prüfen. Der Jurist aus Arnstadt kommt zu einem überraschenden Ergebnis. Nach seiner Berechnung hätte Mirhenn Bier im Gesamtwert von etwa 225.000 Euro verkaufen müssen, um das Darlehen für Tresen und Außenwerbung vollständig auszugleichen. Das hätte eine Bindung an die Brauerei von ungefähr 14 bis 17 Jahren bedeutet.

Der Anwalt hält diese Konstruktion für sittenwidrig. Juristisch bedeutet dieser Begriff, dass eine Vereinbarung so einseitig oder unfair ist, dass sie gegen grundlegende Vorstellungen von Gerechtigkeit und Anstand verstößt. In solchen Fällen können Gerichte Verträge für unwirksam erklären. Der Weg vor Gericht beginnt allerdings nicht durch den Wirt selbst. Stattdessen reicht die Brauerei Klage ein und verlangt rund 26.000 Euro Schadensersatz. Das Verfahren landet vor dem Landgericht Siegen.

Im Februar 2025 fällt dort eine Entscheidung zugunsten des Wirts. Die Richter sehen ein deutliches Missverhältnis zwischen dem relativ geringen Darlehensbetrag und den geforderten Absatzmengen beim Bier. Diese Vertragsgestaltung sei sittenwidrig.

In der Urteilsbegründung heißt es unter anderem, der Abschluss eines derart unausgewogenen Vertrags lasse sich auf Seiten des Gastwirts nur mit „völliger geschäftlicher Naivität“ erklären und sei aus wirtschaftlicher Sicht eines ordentlichen Kaufmanns unsinnig. Gleichzeitig hielten es die Richter für ausgeschlossen, dass die Brauerei als international tätiges Unternehmen dieses Missverhältnis nicht erkannt habe.

Für Mirhenn hat das Urteil eine vergleichsweise milde Konsequenz: Er muss lediglich den verbliebenen Restwert des Tresens begleichen, der zu diesem Zeitpunkt noch etwa 600 Euro beträgt.

Die Brauerei äußert sich zu dem Verfahren nicht öffentlich und verweist lediglich darauf, dass man sich grundsätzlich nicht zu laufenden Gerichtsverfahren oder vertraulichen Vertragsdetails äußere.

Ganz ungewöhnlich sind solche Finanzierungsmodelle in der Gastronomie allerdings nicht. Der Thüringer Hotel- und Gaststättenverband erklärt, dass entsprechende Vereinbarungen bereits seit den 1990er-Jahren verbreitet sind. Sie sollen sowohl Brauereien als auch Wirten Planungssicherheit geben. Verbandsvertreter Dirk Ellinger betont, dass viele dieser Verträge problemlos funktionieren. Entscheidend sei jedoch, dass Darlehenshöhe und vereinbarte Absatzmengen in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis stehen. Genau daran habe es in diesem Fall offenbar gefehlt.

Der Rechtsstreit ist jedoch noch nicht beendet. Die Brauerei hat gegen das Urteil Berufung beim Oberlandesgericht Hamm eingelegt. Laut Mirhenns Anwalt wird dabei sogar eine deutlich höhere Schadensersatzforderung in Aussicht gestellt. Ein zuvor angestrebter Vergleich zwischen den Parteien kam nicht zustande.

Für den Wirt steht damit viel auf dem Spiel. „Sollte ich am Ende verlieren und die Schadenshöhe wird sechsstellig, muss ich wohl den Gasthof aufgeben.“

Selbst wenn Mirhenn auch in der nächsten Instanz Recht bekommt, könnte das Verfahren noch weitergehen. In letzter Konsequenz wäre auch eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs möglich.

Schon jetzt übersteigen die angefallenen Gerichtskosten den ursprünglichen Streitwert deutlich. Für den kleinen Landgasthof im thüringischen Molschleben bleibt der Konflikt damit eine existenzielle Belastung – und ein Beispiel dafür, wie ein scheinbar kleiner Vertrag große Folgen haben kann.

Quelle: Tagesschau

ProWein Düsseldorf 2026: Neue City Vibes für eine moderne Genusskultur

Die ProWein Düsseldorf geht vom 15. bis 17. März 2026 mit einem frischen Selbstverständnis an den Start – und setzt dabei auch außerhalb der Messehallen neue Maßstäbe. Aus dem bewährten Format ProWein goes City wird ab 2026 die ProWein City Vibes: urban, modern, emotional und deutlich näher an den Genussmenschen der Stadt. Die Weiterentwicklung soll Wein und Spirituosen nicht nur als Fachthema präsentieren, sondern als Lifestyle erlebbar machen.

Marius Berlemann, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, bringt es auf den Punkt: Tagsüber steht der professionelle Austausch in den Messehallen im Fokus, am Abend verbindet ProWein City Vibes das Fachpublikum mit einem offenen Programm für alle, die Wein, Drinks und Genusskultur lieben.

Düsseldorf wird zur urbanen Weinhauptstadt

Mit ProWein City Vibes rückt die gesamte Stadt stärker in das Zentrum des Messegeschehens. Düsseldorf wird zum lebendigen Teil eines Gesamterlebnisses, das Fachbesucher, Genießer und die lokale Gastro-Szene zusammenbringt. Für die kreative Umsetzung wurde die Düsseldorfer Eventagentur Wellfairs ins Boot geholt, die unter anderem Formate wie das Gourmetfestival oder Wein am Rhein verantwortet.

Frank Schindler, neuer Director der ProWein Düsseldorf, beschreibt das Konzept als bunt, stylisch, modern – und als ein Statement für eine zeitgemäße Genusskultur. Die neue Ausrichtung soll die Marke ProWein Düsseldorf international weiter stärken und zugleich ein urbanes, menschliches Gesicht der Messe zeigen.

Erste Highlights der ProWein City Vibes 2026

Das Rahmenprogramm läuft an den Abenden parallel zur ProWein Düsseldorf – startet jedoch schon drei Tage vor Messestart. Los geht es am 12. März mit NOIR., einem Abend voller französischer Eleganz, urbanem Sound und moderner Bar-Kultur.

Bis zum 17. März dürfen Besucher sich auf vielfältige Events freuen:

  • romantisches Speeddating unter dem Motto Liebe auf den ersten Schluck
  • ein entspannter Kino-Abend für Filmfans
  • ein Silent Dance Walk mit Ready-to-Drink-Produkten
  • kreative Kunstaktionen mit Weinbegleitung
  • das Event GET DRESSED UP! für alle, die Düsseldorf mit Eleganz und urbanem Stil füllen wollen
  • ein kulinarisches Gastro-Hopping durch Szeneviertel, organisiert als Wine Edition von Moveat

Die Mischung ist bewusst breit gestaltet und soll neue Akzente setzen – von leiser Kultur über gesellige Runden bis hin zu emotionalen Erlebnissen.

Aufruf zur Mitgestaltung: Gastro und Aussteller können Events einreichen

Gastronomiebetriebe, Bars, Weinhandlungen und Aussteller sind eingeladen, eigene Eventideen einzubringen. Wellfairs und die ProWein Düsseldorf sammeln alle Vorschläge, stellen sie den Messeausstellern zur Verfügung und fördern so Kooperationen und gemeinsame Aktionen. So entsteht eine Plattform, auf der Stadt, Gastronomie und die Welt der Weine und Spirituosen neue Genussmomente gemeinsam formen.

Die lange Nacht der kölschen Brauhäuser – Ein Abend voller Lebensfreude

Am 25. Oktober 2025 verwandelt sich Köln in ein einziges großes Brauhaus: Unter dem Motto „Kölsch verbindet“ öffnen zahlreiche Brauhäuser ihre Türen für eine Nacht voller Musik, Kultur und Gemeinschaft.

Kölsch als Zeichen der Gemeinsamkeit

Im Fokus steht nicht nur das Bier selbst, sondern vor allem das, was es symbolisieren soll: Offenheit, Geselligkeit und das kölsche Miteinander. Jedes teilnehmende Brauhaus bringt seine eigene Note in den Abend ein – von traditionell bis modern, von ruhig bis ausgelassen. Damit soll die Vielfalt der Kölner Gastronomieszene erlebbar werden und zeigen, wie sehr das Kölsch die Menschen in dieser Stadt verbindet.

Musik und Mitmachen – live in jedem Brauhaus

Musik wird die ganze Nacht hindurch die Straßen und Schankräume erfüllen. So lädt etwa das Bayenthaler Wirtshaus zu einem Mitsing-Konzert mit der Band Hörgerät ein. In der Brauerei zur Malzmühle stehen Künstler wie Constantin Gold und Moritz Köpping auf der Bühne.

Wer selbst aktiv sein möchte, kann im Brauhaus Pütz beim Schockturnier mitspielen oder im Em Kölsche Boor beim Kneipenquiz sein Wissen testen.

Weitere Highlights:

  • Im Reissdorf am Griechenmarkt sorgt die Band King Loui für Stimmung.
  • Im Gaffel am Dom lädt Ben Randerath zu einem Mitsingabend ein.
  • Im Hellers Brauhaus tritt das beliebte Trio Et Thekenterzett auf.
  • Beim Papa Joe’s wechseln sich handgemachte Musik und die berühmte Roboterband ab.

Hinter die Kulissen schauen

Für alle, die nicht nur feiern, sondern auch lernen wollen, gibt es Angebote wie nächtliche Taschenlampenführungen in der Brauwelt Köln – eine Gelegenheit, die Kunst des Brauens hautnah zu erleben.

Auch in Brauhäusern wie in Longerich wird mit Live-Musik und frisch zubereiteten Reibekuchen gefeiert. An anderen Orten wird mit besonderen Aktionen gelockt, etwa in der Schreckenskammer, wo jedes elfte Kölsch gratis ausgegeben wird.

Eintritt & Ablauf

Der Großteil des Programms ist eintrittsfrei, sodass alle Interessierten spontan von Brauhaus zu Brauhaus ziehen können. Für manche Programmpunkte (z. B. Führungen oder Turniere) ist jedoch eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Die Programme starten zeitlich versetzt – manche Angebote schon am Nachmittag, andere erst am Abend – und oft wird bis tief in die Nacht gefeiert. Wer teilnehmen möchte, sollte allerdings frühzeitig planen oder reservieren, da die einzelnen Häuser gut besucht sein dürften.

Ein Abend, der Köln in seiner Seele zeigt

Die Lange Nacht der kölschen Brauhäuser ist weit mehr als ein Event. Sie ist ein lebendiges Abbild dessen, was Köln ausmacht: Freude, Musik, Humor, Herzlichkeit – alles vereint in gemeinschaftlichem Feiern. Wenn in den Brauhäusern gesungen, gelacht und angestoßen wird, spürt man, was „Kölsch verbindet“ wirklich bedeutet.

Warsteiner – Pilsener alkoholfrei

Jetzt steht mal wieder ein alkoholfreies Bier aus Warstein vor mir. Über die Warsteiner Brauerei und auch über alkoholfreie Biere gibt es nicht mehr viel zu sagen, weshalb ich jetzt direkt mit der Versostung des Warsteiner Pilsener alkoholfrei beginne.

Golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist recht süß, was aber mit der kräftigen Karbonisierung zusammenpasst. Wie erwartet schmeckt das Bier sehr malzbetont und ich würde mir etwas mehr Hopfen wünschen, der ein angenehmes Aroma in das Bier bringen würde. Der Körper ist schlank und das Bier macht einen recht süffigen Eindruck. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und sie klingt einige Zeit nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Warsteiner Brauerei
Haus Cramer KG
59564 Warstein
www.warsteiner.de

Finne – Friedensbier

Ein besonderes Bier für das Jubiläumsjahr sollte es werden, das den Geschmack von möglichst vielen Bewohnern von Münster, Osnabrück und natürlich darüber hinaus trifft: Die Rede ist vom „Friedensbier“, das die FH Münster und die Hochschule Osnabrück gemeinsam mit der lokalen Finne Brauerei aus Münster anlässlich des 375-jährigen Westfälischen Friedens entwickelt haben.

Im Jahr 1648 wurden in den Rathäusern von Münster und Osnabrück historische Friedensverträge unterzeichnet, die den Dreißigjährigen Krieg beendeten. Dieses bedeutende Jubiläum wollte Finne gebührend feiern – und zwar über die Stadtgrenzen hinaus. Aus diesem Grund haben sich Finne, kreative Köpfe der Hochschulen und lokalen Brauereien aus Münster und Osnabrück zusammengeschlossen, um dieses einzigartige Friedensbier zu kreieren. Jetzt steht es vor mir.

Golden und opalisierend fließt das Bier ins Glas. Die weiße und sahnige Schaumkrone ist zwar vergleichsweise klein, bleibt aber lange erhalten.

Düfte nach Zitrusfrüchten steigen mir in die Nase, gepaart mit einem Hauch Hefe.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße und eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge ist das Bier angenehm fruchtig, wobei die Süße erhalten bleibt und sich eine passende Bittere dazu gesellt. Das Bier wirkt frisch und erzeugt ein leichtes Mundgefühl. In der Kehle wird die Bittere kurz kräftiger, lässt dann aber schnell nach, bis auf einen Rest, der lange nachklingt.

Gut gekühlt ist das Friedensbier von Finne sehr erfrischend.

Zutaten:       

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:       

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:              

6-8° Celsius

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

ProWein 2025 setzt starkes Statement für die Zukunft der Getränkebranche

Die ProWein 2025, die vom 16. bis zum 18. März in Düsseldorf stattfamd, hat in einer für die weltweite Wein- und Spirituosenbranche herausfordernden Zeit mit einem global rückläufigen Absatz und drohenden Handelshemmnissen ein klares Zeichen für Innovation, Vision und Zukunftsfähigkeit gesetzt. Es ist der Messe gelungen, den Rahmen für Perspektiven zu bieten, Impulse zu geben, Trends zu setzen und zahlreiche erfolgreiche Geschäftsabschlüsse zu ermöglichen. 

Plattform für globales Networking

Insgesamt präsentierten rund 4.200 Aussteller aus 65 Nationen ihre Weine, Spirituosen und Biere in elf Messehallen. Alle wichtigen Weinregionen waren mit den großen Marktführern vertreten. Trotz der angespannten Marktsituation blieb die Qualität der Veranstaltung auf einem ausgesprochen hohen Niveau.

„Die ProWein zeigt in schwierigen Absatzzeiten, dass sie die verlässliche Messe der Branche ist, und die Produzenten hier ihr Geschäftsjahr erfolgreich planen können. Die langjährige internationale Ausrichtung und Expertise der ProWein beweist dies eindrucksvoll und untermauert ihre herausragende Position im weltweiten, hart umkämpften Messemarkt. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir schon seit über 30 Jahren am Markt sind und ein solch einzigartiges Networking- und Verkaufsevent entwickelt haben“, erklärt Marius Berlemann, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf.

Erfolgreiches Messegeschäft dank zahlreicher Top-Entscheider

Über 42.000 Fachbesucher aus 128 Ländern reisten nach Düsseldorf, um die neuesten Entwicklungen der Branche zu verfolgen, Aussteller zu treffen und Geschäftsbeziehungen zu knüpfen. Fast die Hälfte (40 Prozent) der Top-Einkäuferinnen und -einkäufer aus dem Lebensmitteleinzelhandel, dem Fach- und Online-Handel und der Gastronomie kam aus Deutschland, einem der bedeutendsten Importmärkte der Welt. Mit 60 Prozent ist die ProWein auch ein Magnet für internationale, einkaufsstarke Fachbesucher – vor allem aus den zentralen europäischen Absatzmärkten Benelux, Großbritannien und Skandinavien. Auch aus den USA, Japan, Südkorea und China reisten kaufkräftige Entscheidungsträger und Buyer an. Die Fachbesucher zeigten ein großes Interesse an deutschen Weinen, aber auch am gesamten internationalen Angebot. Sie gaben der ProWein Bestnoten, 94 Prozent beurteilten ihren Messebesuch als erfolgreich. 

„Die ProWein war eine fantastische Erfahrung. Die Messe spielt eine entscheidende Rolle dabei, die globale Weinwelt zu vernetzen, Ideen auszutauschen und den internationalen Wein- und Spirituosenhandel am Laufen zu halten. Es war großartig, so viele bekannte Produzenten und Lieferanten zu treffen, mit ihnen zu sprechen und zu verkosten, und es war eine aufregende Gelegenheit, neue Beziehungen aufzubauen“, erklärt Matt Tornabene, President & CEO Manhattan Wine Company aus New York City/USA.

Monika Reule, Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI), zieht eine positive Bilanz der ProWein 2025: „Die deutschen Aussteller waren mit der diesjährigen ProWein vor dem Hintergrund eines angespannten Marktumfeldes sehr zufrieden. Mit ihrem großen Angebot an frischen Weiß- und Roséweinen haben sie in besonderem Maße von der globalen Nachfrage nach diesen Weintypen profitiert, was sich in einem regen Besucheraufkommen in den deutschen Hallen widerspiegelte. Sehr gelobt wurde erneut die Qualität der Fachbesucher aus dem In- und Ausland, mit der die ProWein ihrem Ruf als internationale Leitmesse in diesem Jahr wieder einmal vollkommen gerecht geworden ist.“

Pascale Thieffry, Direktorin des Departments Pavillons France bei Business France betont: „Die ProWein in Düsseldorf ist eine der wichtigsten Veranstaltungen der Branche und bietet den französischen Ausstellern die Möglichkeit, ihr Geschäft auszubauen und Beziehungen zu Entscheidungsträgern aus der ganzen Welt zu festigen.“

Innovationen in der Spirituosenbranche

Ein besonderes Highlight waren die zwei Messehallen der ProSpirits und der „same but different“. Rund 500 Aussteller aus 53 Ländern präsentierten dort eine breite Palette an Spirituosen – von etablierten Whisky-, Gin-, Rum- und Tequila-Marken bis hin zu außergewöhnlichen Kreationen kleinerer Produzenten, die sich großer Beliebtheit bei den Besucherinnen und Besuchern erfreuten. Das vielfältige und sehr internationale Spirituosenangebot schuf ein neues Momentum und lieferte wertvolle Impulse für die Branche.

Innovationen, Trends und Networking

Das Weltforum der Wein- und Spirituosenbranche in Düsseldorf startete bereits am Vortag der ProWein mit der Meininger‘s Wine Conference. Auf der Messe ergänzte ein vielfältiges Rahmenprogramm das umfassende, internationale Angebot auf Ausstellerseite. Ein neues Format war das ProWein Business Forum. Hier wurden zentrale Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die Zukunft des Weinkonsums behandelt. Experten und Vordenker der Branche tauschten sich an allen drei Messetagen über die aktuellen Herausforderungen und Chancen aus und gaben den Besuchern wertvolle Insights für die Gestaltung der Zukunft der Branche.

Auch im Bereich no/low ist die ProWein der Innovationstreiber. Bereits vor drei Jahren startete die sehr erfolgreich die Sonderschau ProWein Zero. In diesem Jahr präsentierten 40 internationale Aussteller und eine große Verkostungszone von MUNDUS VINI die Vielfalt dieses stark wachsenden Segments.

Voller Erfolg für neues Food & Wine Pairing Konzept

Einen besonderen Schwerpunkt legte die ProWein in diesem Jahr auf das Thema Food & Wine Pairing. Die Gastro-Lounge urban gastronomy by #asktoni widmete sich u.a. mit den drei Spitzen-Gastronomen Alina Meissner-Bebrout, Björn Freitag und Bobby Bräuer diesem Thema. Weitere Sterneköche und Food-Experten kreierten im vielseitigen Rahmenprogramm außergewöhnliche Menükompositionen und griffen damit das perfekte Match von Wein und Speisen in verschiedenen genussvollen Formaten auf.

ProWein weltweit

Die ProWein bietet der Branche neben der ProWein im März vor Ort in Düsseldorf exklusive Impulse. Mit den Satellitenveranstaltungen in Tokio (15. bis 17. April 2025), Hongkong (14. bis 16. Mai), Sao Paulo (30. September bis 2. Oktober), Mumbai (31. Oktober bis 1. November), Shanghai (12. bis 14. November) und Singapur (21. bis 24. April 2026) bringt sie die Branche darüber hinaus in wichtige Zukunftsmärkte. Informationen zu den Messen in Übersee gibt es unter www.prowein-world.com.

Die nächste ProWein Düsseldorf findet vom 15. bis 17. März 2026 statt.

Vulkan Brauerei – Bio Hell

Ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich ein Bier von der Vulkan Brauerei in der Eifel verkostet habe. Jetzt steht aber wieder mal eines vor mir, das Bio Hell. Es wurde aus Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut. Und es wurde nicht nur nach den EU-Biorichtlinien gebraut, sondern es ist auch durch Bioland zertifiziert. Es ist also echtes Bio.

Golden bis orangefarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße Schaumkrone fällt leider recht schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist eher zurückhaltend mit Noten von hellem Malz und etwas Fruchtigkeit, die an Äpfel erinnert.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße und angenehme Spritzigkeit aus. Auf der Zunge gesellt sich schnell eine leichte fruchtige Säure dazu. Gemeinsam machen sie das Bier angenehm vollmundig. Der Abgang ist mild mit sehr kurzem Nachklang.

Jetzt muss ich noch gestehen, dass ich einen leichten Schnupfen habe und eventuell die Aromen nicht alle identifizieren konnte. Trotzdem habe ich ein angenehmes und erfrischendes Bier vor mir.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

10 IBU

Brauerei:

Vulkan Brauerei GmbH & Co. KG
Laacher-See-Str. 2
56743 Mendig
www.vulkan-brauerei.de

NRW-Ministerin Silke Gorißen: „Veltins ist tragende Säule der NRW-Ernährungswirtschaft

Veltins-Vertriebs- und Marketing-Geschäftsführer Dr. Volker Kuhl, Prokurist Fabian Veltins, NRW-Landwirtschafts- und Verbraucherschutz-Ministerin Silke Gorißen und Technik-Geschäftsführer Peter Peschmann (v.l.) stoßen auf 200 Jahre Brautradition im Sauerland an. Bildrechte: Brauerei C. & A. VELTINS GmbH & Co. KG

Bei einem Besuch der Brauerei C. & A. Veltins hat sich die NRW-Landwirtschafts- und Verbraucherschutz-Ministerin Silke Gorißen über die Innovationsstärke von Veltins im 200. Jahr des Bestehens informiert. Im Beisein der Veltins-Geschäftsführer Dr. Volker Kuhl (Marketing/Vertrieb) und Peter Peschmann (Technik), der Landtagsabgeordneten Matthias Kerkhoff und Dagmar Hanses sowie Landrat Dr. Karl Schneider wurden die neuen Brau- und Abfüllanlagen am Stammsitz Grevenstein in Augenschein genommen. „Wir legen seit jeher Wert auf beste Rohstoffe und setzen deshalb traditionell erntefrischen Hopfen ein, um bewusst auf Hopfenextrakt zu verzichten“, so Dr. Kuhl. Die 200 Jahre alte Brauerei legt bei der Herstellung Wert auf regionale Zutaten, etwa auf das weiche Quellwasser aus sieben hauseigenen Quellen. Das Familienunternehmen gehört nach Ministeriumangaben damit zur leistungsstarken Ernährungsbranche Nordrhein-Westfalens, die Lebens- und Genussmittel regional produziert, welche bundesweit und international bekannt und geschätzt sind. In Nordrhein-Westfalen arbeiten rund 140.000 Menschen in diesem Wirtschaftszweig – einschließlich Zulieferern, Verarbeitern und Handel.

Verlässlicher Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen

Ministerin Silke Gorißen würdigte den Unternehmenserfolg: „Das Lebensmittelhandwerk ist eine tragende Säule in Nordrhein-Westfalen. Dazu gehört auch das Brauhandwerk. Seit 200 Jahren braut Veltins in Meschede mit hochwertigen Zutaten wie Malz, Hopfen, Hefe und reinem Quellwasser aus der Region nach deutschem Reinheitsgebot – und zählt heute zu den modernsten Privatbrauereien Europas. Die familiengeführte Brauerei hat sich über die Jahre zu einem wichtigen und verlässlichen Arbeitgeber in der Region entwickelt und bietet rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz. Zu diesem Meilenstein gratuliere ich ganz herzlich.“ Dr. Kuhl, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb der Brauerei C. & A. Veltins, zeigte sich zuversichtlich, dass der Biermarkt noch genügend Raum für Wachstum biete, wenngleich die Rahmenbedingungen unverändert schwierig seien: „Es ist gut zu wissen, dass die NRW-Landesregierung den intensiven Dialog mit den Mittelstandunternehmen des Landes sucht, um zu wissen, wo der Schuh drückt. Gerade die Ernährungswirtschaft besitzt in Nordrhein-Westfalen eine traditionsreiche Verankerung, um die Versorgung mit qualitätsvollen Lebensmitteln jederzeit sicherzustellen.“

NRW bleibt ein Schwergewicht im deutschen Biermarkt

Nach Bayern mit einem Bierabsatz von 23,36 Mio. hl entstammen den nordrhein-westfälischen Sudkesseln 21,23 Mio. hl und damit rund ein Viertel des deutschen Gesamtabsatzes. Nordrhein-Westfalen zeigt sich mit einem vergleichsweise moderaten Absatzrückgang von -2,5% (548.480 hl) im Ländervergleich als erfreuliche Ausnahme. Allein an den drei Standorten Meschede-Grevenstein (Veltins), Kreuztal-Krombach (Krombacher) und Dortmund (Brinkhoff’s, DAB) wird die Hälfte des NRW-Bieres gebraut, die anderen 139 Braustätten im Land teilen sich die andere Hälfte des Absatzes. Die Präferenz für Pilsener-Biere besitzt im NRW-Markt eine unverändert feste Verankerung, Verbraucher setzen weiterhin auf die bewährte Qualität und Tradition dieses Bierstils. Mit einem dominanten Anteil von 54,8% aller verkauften Biere besitzt Pils auch in den Handelsregalen des bevölkerungsstärksten Bundeslandes die klare Führungsrolle. Auf Platz zwei folgt laut AC Nielsen die lokale Spezialität Kölsch mit 8,2% vor alkoholfreien Bieren mit 7,7% Absatz. Trotz aller dynamischer Veränderungen im Biermarkt bleibt in Nordrhein-Westfalen eines konstant: Die Bierfreunde zwischen Rhein und Weser legen nach wie vor Wert auf umweltfreundliche Einkäufe mit einem beeindruckenden Mehrweganteil von rund 83%. Im Jahr 2023 blieb die Halbliterflasche das bevorzugte Gebinde. Mit 48,1% kommt der größte Teil des verkauften Bieres in NRW in der 0,5-l-Flasche zum Kunden – der Großteil im Kasteneinkauf.

705 Mio. Euro in Standort und Produkte investieren

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Brauerei C. & A. Veltins warf Dr. Volker Kuhl, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb, einen Blick auf die letzten 25 Jahre der Entwicklung des Unternehmens. „Unsere Brauerei hat durch Beständigkeit und Verbrauchernähe den Weg in Richtung Marktspitze vollzogen und ist damit ein wichtiger Player im NRW-Biermarkt geworden.“ Mit Weitsicht und Beharrlichkeit habe das Familienunternehmen die Konsum- und Branchenveränderungen in Handel und Gastronomie mitgestaltet. So hat sich der Veltins-Bierausstoß in den letzten 25 Jahren um +38,7% auf rund 3,3 Mio. hl erhöht, während der deutsche Biermarkt in der gleichen Zeit über 25% an Menge verloren hat. „Es ist gelungen, qualitativ und nachhaltig unsere Premium-Positionierung auszubauen. Mit einem Umsatzzuwachs von +126,4% konnten wir die Produktpräferenzen in Markenwert ummünzen.“ Der Brauerei sei es in all den Jahren nicht um Menge, sondern vor allem auch um Stabilität und Ertragskraft gegangen. „Die vollzogene Investitionsoffensive von rund 420 Mio. Euro wurde allein aus dem Cashflow finanziert.“ In den letzten 25 Jahren wurde damit eine Gesamtsumme von 705 Mio. Euro in Standort und Produkte investiert.

Bierabsatz im Juni trotz Fußball-EM im Keller

Für Deutschlands Brauereien ist die Fußball-Europameisterschaft weitgehend hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der im Juni erwartete Absatzbonus blieb nach Einschätzung der Brauerei C. & A. Veltins aus – der Monat Juni fällt mit einem deutlichen Absatzverlust sogar hinter den Vorjahresabsatz zurück. „Der Fußball-EM-Effekt ist verpufft“, so Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber. „Da wurde offenbar viel Euphorie in die Europameisterschaft hineingeredet, ohne dass sich diese in der Lebenswirklichkeit und Feierfreude der Verbraucher wiedergefunden hat. Der Fußball-EM ist es nicht gelungen, die wirklichen politischen und wirtschaftlich belastenden Themen in den Hintergrund zu drängen!“ Huber sprach von anhaltender Konsumzurückhaltung. Auch das Wetter habe den Fan-Meilen geschadet. Das statistische Bundesamt nennt die genauen Werte zum Monatsende.

Strömungsabriss der Begeisterung nach deutschem Vorrunden-Aus

Nach Einschätzung der Brauerei C. & A. Veltins hätte die Fußball-EM nach den Erfahrungen des letzten Jahrzehntes ein veritabler „Plus-Bringer“ werden können. Damals erreichte die deutsche Brauwirtschaft nach dem mehrwöchigen Fußball-Turnier mit aller Regelmäßigkeit einen nachweisbaren Hektoliter-Bonus von rund 700.000 hl. „Die nach den diesjährigen Vorrundenspielen langsam einsetzende Begeisterung erhielt nach dem verlorenen Viertelfinalspiel der deutschen Mannschaft buchstäblich einen Strömungsabriss“, so Dr. Volker Kuhl, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb der Brauerei C. & A. Veltins.

Absatzplus durch Rudelgucken daheim fiel sehr bescheiden aus

Die Abverkäufe in den Märkten hatten sich in den Juni-Wochen ohnehin in Grenzen gehalten. Gute EM-Aktionen einzelner Anbieter wurden vom Verbraucher zwar honoriert, aber das Basisgeschäft rund ums Grillen sei schlichtweg auf der Strecke geblieben. Das Rudelgucken, auf dessen Multiplikator-Effekt Deutschland Brauer gehofft hatten, fiel auf den privaten Terrassen leider nur sehr bescheiden aus. Dr. Volker Kuhl: „Das Sommermärchen 2006 wiederholte sich allenfalls in den Aktionspreisen, die der Handel im Sinne der Verbraucher auf das Niveau wie vor 18 Jahren zurückgeführt hatte.“ In den Metropolen und an den Ausrichtungsorten sei zu den Spielen der Vorrunden und Viertelfinal-Begegnungen zwar deutlich touristische Bewegung erkennbar gewesen, doch die Zusatzabsätze hatten gastronomisch allenfalls einen lokalen Effekt.