The Musketeers – Troubadour Winter

Wenn die Tage kürzer werden, die Temperaturen sinken und man es sich am liebsten mit einem guten Bier gemütlich machen möchte, kommen Winterbiere ins Spiel. Die belgische Brauerei The Musketeers hat mit ihrem Troubadour Winter genau für solche Momente eine Spezialität geschaffen. Die Brauerei, die seit mehr als 20 Jahren für charakterstarke Biere bekannt ist, verspricht ein vollmundiges Winterbier mit Gewürzen, kräftigem Malzkörper und wärmendem Charakter. Mit stolzen 9,99 Volumenprozent Alkohol bringt das Bier jedenfalls die Voraussetzungen für einen gemütlichen Abend am Kamin mit.

Bereits im Glas macht das Troubadour Winter einen hervorragenden Eindruck. Dunkelbraun und ungefiltert präsentiert es sich mit einer üppigen, haselnussbraunen Schaumkrone. Der feste Schaum hält erfreulich lange durch und verleiht dem Bier eine ebenso rustikale wie einladende Optik.

Auch in der Nase zeigt sich das Winterbier vielschichtig. Röstaromen stehen zunächst im Vordergrund und erinnern an dunkle Schokolade. Dazu gesellen sich Noten von getrockneter Banane, eine dezente fruchtige Säure sowie feine Gewürznoten, die bereits erahnen lassen, wohin die geschmackliche Reise führen wird.

Der Antrunk beginnt mit einer angenehmen Malzsüße, die von einer feinperligen Kohlensäure begleitet wird. Trotz seines hohen Alkoholgehalts wirkt das Bier dabei erstaunlich ausgewogen und zugänglich. Im weiteren Verlauf entfaltet sich ein weiches und rundes Mundgefühl. Die Süße bleibt präsent, ohne aufdringlich zu wirken. Im Mittelpunkt stehen nun vor allem die Aromen von dunkler Schokolade und getrockneter Banane, die dem Bier eine angenehme Tiefe verleihen. Die Bittere hält sich zunächst zurück und überlässt den Malz- und Fruchtnoten die Hauptrolle. Besonders gelungen ist die Einbindung des Alkohols: Die knapp zehn Volumenprozent Alkohol sind deutlich spürbar, wirken aber niemals scharf oder störend. Erst im Abgang zeigt das Troubadour Winter eine weitere Facette seines Charakters. Die Süße nimmt ab, die Kräuter treten stärker hervor und sorgen zusammen mit einer kräftiger werdenden Bitteren für einen trockeneren Abschluss. Gleichzeitig entfaltet sich die wohlige Wärme des Alkohols, die perfekt zu einem Winterbier dieser Stärke passt.

Das Troubadour Winter ist ein gelungenes belgisches Winterbier, das seine Stärken vor allem in der Balance zwischen Malzsüße, Schokoladenaromen, fruchtigen Noten und würzigen Akzenten ausspielt. Die Kombination aus dunkler Schokolade, getrockneter Banane und den im Nachtrunk hervortretenden Kräutern sorgt für ein vielschichtiges Geschmackserlebnis. Trotz seiner 9,99 Prozent Alkohol bleibt das Bier erstaunlich harmonisch und angenehm trinkbar. Ein Bier für lange Winterabende, das seinem Namen alle Ehre macht und tatsächlich wohltuende Wärme ins Glas bringt.

Hofbrauhaus Wolters beantragt Insolvenz – Traditionsbrauerei setzt auf Neustart

Die schwierige Lage der deutschen Brauwirtschaft fordert ein weiteres prominentes Opfer: Das Braunschweiger Hofbrauhaus Wolters hat beim Amtsgericht Braunschweig ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Nach Angaben des Unternehmens soll der Geschäftsbetrieb jedoch ohne Einschränkungen weiterlaufen. Auch die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind zunächst gesichert.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommt die Nachricht dennoch zu einem schwierigen Zeitpunkt. Die Belegschaft wurde bereits in einer Betriebsversammlung über das Verfahren informiert. Ziel der Eigenverwaltung ist es, die wirtschaftliche Zukunft der Brauerei neu auszurichten und den Standort langfristig zu sichern.

Anhaltender Druck auf die Brauwirtschaft

Als Gründe für den Schritt nennt Wolters die seit Jahren angespannte Situation in der Branche. Höhere Energie-, Produktions- und Logistikkosten hätten die wirtschaftliche Lage seit der Corona-Pandemie erheblich belastet. Gleichzeitig leiden viele Brauereien unter einer sinkenden Nachfrage nach Bier sowie schwankenden Exportmärkten.

Auch beim Hofbrauhaus Wolters hat sich diese Entwicklung offenbar deutlich bemerkbar gemacht. Nach Schätzungen aus der Branche dürfte der jährliche Bierausstoß inzwischen unter 400.000 Hektolitern liegen. Zum Vergleich: Mitte der 1990er-Jahre produzierte die Brauerei noch rund 570.000 Hektoliter Bier pro Jahr.

Weiterer Rückschlag für den Braustandort Braunschweig

Für Braunschweig bedeutet die Entwicklung einen weiteren Einschnitt. Erst Ende 2025 hatte die Brauerei Oettinger die Bierproduktion am Standort Braunschweig eingestellt. Nun muss sich mit Wolters eine weitere traditionsreiche Brauerei neu aufstellen.

Die Geschichte des Hofbrauhauses Wolters reicht bis ins Jahr 1627 zurück. Damit zählt das Unternehmen zu den ältesten Brauereien Niedersachsens und ist fest mit der Braunschweiger Bierkultur verbunden.

Millioneninvestitionen konnten Trend nicht stoppen

Seit 2021 gehört Wolters vollständig der Volksbank Brawo eG. Nach der Übernahme investierte die Genossenschaftsbank mehrere Millionen Euro in die Modernisierung des Standorts. Unter anderem wurden eine neue Abfüllanlage sowie eine moderne Entalkoholisierungsanlage installiert.

Doch auch die Volksbank Brawo befindet sich derzeit in einer Phase der Neuorganisation. Nach personellen Veränderungen im Vorstand soll Restrukturierungsexperte Heiner Arnoldi die wirtschaftliche Neuausrichtung der Bank begleiten.

Fokus auf Regionalität und alkoholfreie Biere

Im Rahmen der Sanierung will sich Wolters künftig stärker auf den regionalen Markt konzentrieren. Gleichzeitig soll das alkoholfreie Sortiment weiter ausgebaut werden. Viele Brauereien sehen in diesem Segment derzeit die größten Wachstumsmöglichkeiten, während der Absatz klassischer Biere vielerorts rückläufig ist.

Das Verfahren wird von Eckert Rechtsanwälte und der Eckert Assurance GmbH begleitet, die als Generalhandlungsbevollmächtigte tätig sind. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Torsten Gutmann bestellt.

Schwierige Zeiten für deutsche Brauereien

Die Insolvenz von Wolters reiht sich in eine Serie wirtschaftlicher Probleme deutscher Brauereien ein. Steigende Kosten, ein verändertes Konsumverhalten und rückläufige Bierabsätze setzen insbesondere mittelständische und regionale Brauereien zunehmend unter Druck. Ob die Neuausrichtung gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Fest steht jedoch: Für die traditionsreiche Brauerei und den Standort Braunschweig beginnt eine entscheidende Phase, in der die Weichen für die Zukunft gestellt werden.

Het Nest – Bruggeman

Manche Biere erzählen Geschichten. Das Bruggeman Peel Ale der niederländischen ND Brewery erzählt sogar ein kleines Stück Regionalgeschichte. Gewidmet ist es den einstigen Brückenwärtern rund um das Dorf Meijel am Rand des Nationalparks De Groote Peel. Als die Region noch von Torfabbau und Kanälen geprägt war, sorgten diese „Bruggemannen“ dafür, dass Händler, Reisende und Einheimische die zahlreichen Wasserwege passieren konnten. In den Gasthäusern des Ortes wurde anschließend reichlich Bier ausgeschenkt – ein passender Anlass für eine moderne Hommage.

Gemeinsam mit den belgischen Brauereien Het Nest und Pirlot entwickelte die ND Brewery ein eigenes Rezept, das die Geschichte des Ortes in flüssiger Form erzählen soll. Das Ergebnis ist ein bernsteinfarbenes Ale mit 7,0 Prozent Alkohol, das auf Flaschengärung setzt und die Hopfensorten Cascade und Citra mit kräftigen Karamellmalzen kombiniert.

Schon optisch macht das Bier eine hervorragende Figur. Bernsteinfarben leuchtet es im Glas, gekrönt von einer üppigen Schaumkrone mit leichtem Gelbstich. Der feste Schaum hält erfreulich lange durch und unterstreicht den hochwertigen Eindruck.

Das Aroma wird zunächst von Karamell geprägt. Dahinter zeigen sich frische Zitrusnoten und die charakteristische Duftigkeit von Grapefruitschalen. Die Kombination wirkt ausgewogen und macht neugierig auf den ersten Schluck.

Im Antrunk trifft eine angenehme Karamellsüße auf eine sehr feinperlige, gleichzeitig aber kräftige Kohlensäure. Das sorgt für viel Frische und verleiht dem Bier eine bemerkenswerte Lebendigkeit. Auf der Zunge entfaltet sich das Bruggeman Peel Ale besonders harmonisch. Zur Malzsüße gesellen sich fruchtige Noten, während die Grapefruitschalen genau die richtige Menge an herber Frische beisteuern. Das Mundgefühl ist zugleich voll und frisch, was dem Bier eine hohe Trinkbarkeit verleiht. Die Bittere bleibt stets gut eingebunden und wird von feinen würzigen Nuancen ergänzt, die dem Bier zusätzliche Tiefe verleihen. Im Abgang zeigt das Ale schließlich noch einmal Charakter. Die Süße zieht sich langsam zurück, die Bittere gewinnt etwas an Intensität und sorgt für einen angenehm trockenen Abschluss. Besonders gelungen ist der lange Nachhall, der die Aromen noch lange präsent hält.

Das Bruggeman Peel Ale verbindet eine interessante regionale Geschichte mit einem überzeugenden Geschmackserlebnis. Karamell, Zitrusfrüchte und Grapefruitschalen bilden ein ausgewogenes Zusammenspiel, das von einer gut dosierten Bittere getragen wird. Das frische und zugleich volle Mundgefühl macht dieses niederländische Ale zu einem ausgesprochen gelungenen Begleiter für entspannte Genussmomente. Eine gelungene Hommage an die Brückenwärter von einst – und ein Bier, das man gerne länger im Glas behält.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Cascade, Citra), Zucker, Kräuter, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brouwerij Het Nest
Beyntel 17
2360 Oud Turnhout
Belgien
www.brouwerijhetnest.be

Belgischer Biermarkt unter Druck: Alkoholfreie Biere wachsen, können Rückgang aber nicht stoppen

Belgien gilt weltweit als Bierland. Doch auch dort kämpfen die Brauereien mit sinkendem Konsum und schwächeren Exporten. Zwar gewinnen alkoholfreie Biere zunehmend an Bedeutung, insgesamt befindet sich der Markt jedoch weiterhin im Rückwärtsgang.

Wie aus dem aktuellen Jahresbericht des belgischen Brauerverbandes hervorgeht, sank der Bierkonsum im Inland 2025 um 3,2 Prozent auf 6,2 Millionen Hektoliter. Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort: In den vergangenen 20 Jahren ist der Bierkonsum in Belgien um 34 Prozent zurückgegangen, allein in den letzten zehn Jahren um 20 Prozent.

Weniger Bier in Gastronomie und Handel

Die rückläufige Nachfrage betrifft nahezu alle Absatzkanäle. Besonders deutlich fiel der Rückgang in der Gastronomie aus, wo Cafés und Restaurants 4,1 Prozent weniger Bier verkauften als im Vorjahr. Im Groß- und Einzelhandel lag das Minus bei 2,6 Prozent.

Für viele Brauereien kommt diese Entwicklung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Steigende Kosten, ein verändertes Konsumverhalten und eine allgemein zurückhaltende Wirtschaftslage belasten die Branche zusätzlich.

Export schwächelt ebenfalls

Traditionell ist Belgien stark vom Bierexport abhängig. Doch auch hier zeigen die Zahlen nach unten. Im Jahr 2025 wurden 14,4 Millionen Hektoliter belgisches Bier exportiert. Besonders deutlich brach die Nachfrage außerhalb der Europäischen Union ein.

Die Ausfuhren in Nicht-EU-Länder gingen um 14 Prozent auf 1,8 Millionen Hektoliter zurück. Nach Einschätzung des Brauerverbandes spielen dabei geopolitische Unsicherheiten eine wichtige Rolle. Märkte wie die USA, China und Russland bestellen weniger belgisches Bier als noch vor wenigen Jahren.

Besonders auffällig ist die Entwicklung in den Vereinigten Staaten. Dort haben sich die Importmengen belgischen Bieres innerhalb von fünf Jahren drastisch reduziert. 2025 wurden nur noch 183.000 Hektoliter eingeführt. Ein Grund dafür ist die zunehmende lokale Produktion international bekannter belgischer Marken auf dem amerikanischen Markt.

Innerhalb der Europäischen Union verlief die Entwicklung weniger dramatisch. Die Importmengen belgischen Bieres sanken dort um 3,4 Prozent. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet Spanien: Das Land steigerte seine Einfuhren um zehn Prozent auf 2,2 Millionen Hektoliter und zählt damit weiterhin zu den wichtigsten Absatzmärkten.

Alkoholfreie Biere auf Wachstumskurs

Trotz der insgesamt schwierigen Lage gibt es für die belgischen Brauer auch positive Nachrichten. Besonders stark wächst weiterhin das Segment alkoholfreier Biere.

Die Verkaufsmenge von Bieren mit weniger als 0,5 Prozent Alkohol stieg 2025 um beeindruckende 32 Prozent. Zusammen mit den schwach alkoholischen Bieren bis 3,5 Prozent erreichte dieses Marktsegment ein Wachstum von 17 Prozent und hält inzwischen einen Marktanteil von 6,5 Prozent.

Von den rund 1.600 verschiedenen belgischen Bieren sind mittlerweile etwa 120 alkoholfrei. Die Brauereien investieren verstärkt in die Entwicklung neuer alkoholfreier Produkte und reagieren damit auf veränderte Verbraucherwünsche.

Diskussion um neue Warnhinweise

Kritisch sehen die belgischen Brauer hingegen geplante Änderungen bei den gesundheitlichen Warnhinweisen auf alkoholischen Getränken. Ein Entwurf eines Königlichen Erlasses sieht vor, den bisherigen Hinweis „Alkoholmissbrauch schadet der Gesundheit“ durch die Formulierung „Alkohol schadet der Gesundheit“ zu ersetzen.

Der Brauerverband befürchtet, dass damit nicht mehr der Missbrauch von Alkohol, sondern bereits der maßvolle Konsum pauschal negativ dargestellt werde. Die Diskussion zeigt, dass die gesellschaftliche Debatte über Alkohol und Gesundheit auch in Belgien an Bedeutung gewinnt.

Trotz Schwierigkeiten wird weiter investiert

Obwohl mehrere Brauereien in den vergangenen Monaten ihren Betrieb einstellen mussten, zählt Belgien weiterhin 395 aktive Brauereien. Bemerkenswert ist dabei die hohe Investitionsbereitschaft der Branche.

2025 investierten die Brauereien insgesamt 213 Millionen Euro – deutlich mehr als die 178 Millionen Euro des Vorjahres. Ein Großteil der Mittel floss in Nachhaltigkeitsprojekte zur Reduzierung von Wasser- und Energieverbrauch sowie in Innovationen, insbesondere bei alkoholfreien und entalkoholisierten Bieren.

Der belgische Biersektor bleibt damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und trägt weiterhin rund ein Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes bei.

Zehn Jahre UNESCO-Anerkennung

Trotz aller Herausforderungen gibt es 2026 auch einen Grund zum Feiern. Die belgische Bierkultur wurde vor zehn Jahren von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Dieses Jubiläum soll mit verschiedenen Veranstaltungen gewürdigt werden. Einer der Höhepunkte wird das Belgian Beer Weekend Anfang September auf dem Brüsseler Grand-Place sein, bei dem die Vielfalt der belgischen Bierkultur erneut im Mittelpunkt steht.

wildwuchs Brauwerk – Freihafen

Alkoholfreie Weizenbiere erfreuen sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Viele Brauereien versuchen dabei, den typischen Charakter eines klassischen Hefeweizens möglichst authentisch einzufangen. Das Wildwuchs Freihafen Alkoholfreies Weizen BIO aus Hamburg geht dabei seinen eigenen Weg. Die Bio-Brauerei setzt auf hochwertige Rohstoffe aus kontrolliert ökologischem Anbau und verspricht eine erfrischende Alternative für alle, die auf Alkohol verzichten möchten oder müssen.

Bereits beim Einschenken präsentiert sich das Bier in einem hellen Goldton mit deutlicher Hefetrübung. Der feinporige Schaum baut sich zunächst ordentlich auf, fällt aber recht schnell zusammen. Ein kleiner Rest bleibt jedoch lange erhalten und sorgt für eine ansprechende Optik.

In der Nase zeigt sich zunächst helles Malz. Dahinter schimmert eine leichte Bananennote hervor, die allerdings eher zurückhaltend bleibt. Wer den typisch intensiven Duft klassischer Weißbiere erwartet, wird hier eher dezente Aromen vorfinden.

Der Antrunk wirkt angenehm spritzig. Die Kohlensäure ist lebendig und sorgt gemeinsam mit einer recht ausgeprägten Süße für einen erfrischenden ersten Eindruck. Gerade an warmen Tagen dürfte das Bier dadurch viele Freunde finden. Auf der Zunge entwickelt sich das Freihafen jedoch anders, als man es von einem klassischen Weizenbier erwarten würde. Die für den Bierstil typischen Bananen- und Nelkennoten bleiben weitgehend aus. Stattdessen erinnert das Geschmacksbild eher an frische Bierwürze. Eine leichte Bittere ergänzt den schlanken Körper. Das Bier wirkt dadurch weniger wie ein traditionelles Hefeweizen und eher wie eine eigenständige alkoholfreie Spezialität. Das muss keineswegs ein Nachteil sein. Zwar fehlt der typische Weizenbiercharakter, unangenehm wird das Bier aber nie. Vielmehr bietet es einen eigenen Ansatz, der sich bewusst von vielen anderen alkoholfreien Weißbieren unterscheidet. Besonders interessant wird es im Abgang. Hier überrascht das Bier mit einer für Weizenbiere ungewöhnlich deutlichen Bittere. Diese bleibt angenehm und sorgt gemeinsam mit dem langen Nachhall für einen gelungenen Abschluss. Gerade dieser Nachklang verleiht dem Bier mehr Charakter, als man nach dem ersten Schluck vielleicht erwarten würde.

Das Wildwuchs Freihafen Alkoholfreies Weizen BIO ist kein klassisches Hefeweizen. Wer intensive Bananen- und Nelkenaromen sucht, wird sie hier kaum finden. Stattdessen präsentiert sich das Bier frisch, spritzig und mit einem eigenständigen Geschmacksprofil, das eher an Würze erinnert. Der lange, angenehm bittere Nachklang sorgt für Charakter und macht das Bier zu einer interessanten Alternative im wachsenden Markt alkoholfreier Biere.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

6,5° Plato

Farbe:

6 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6 – 9° Celsius

Brauerei:

Wildwuchs Brauwerk
Jaffestr. 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

Nächste Traditionsbrauerei in der Krise: Aktienbrauerei Kaufbeuren startet Restrukturierung

Die schwierige Lage der deutschen Brauwirtschaft fordert ein weiteres traditionsreiches Unternehmen heraus. Nur wenige Tage nach dem Insolvenzantrag der Schussenrieder Brauerei wurde bekannt, dass auch die Aktienbrauerei Kaufbeuren ein Restrukturierungsverfahren eingeleitet hat.

Das zuständige Gericht in Aalen hat dem Antrag auf Eigenverwaltung zugestimmt. Damit soll die Brauerei die Möglichkeit erhalten, sich wirtschaftlich neu aufzustellen und ihre Zukunft langfristig zu sichern.

Über 700 Jahre Braugeschichte

Die Wurzeln der Aktienbrauerei Kaufbeuren reichen bis ins Jahr 1308 zurück. Damit gehört sie zu den ältesten Brauereien Deutschlands. Trotz dieser langen Tradition kämpft das Unternehmen bereits seit längerer Zeit mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Seit 2013 gehört die Brauerei zum britischen Getränkeunternehmen Rokit Drinks. Nun soll das eingeleitete Restrukturierungsverfahren helfen, die finanzielle Situation zu stabilisieren und den Betrieb zukunftsfähig aufzustellen.

Produktion läuft weiter

Für Kunden, Handelspartner und Beschäftigte gibt es zunächst eine wichtige Nachricht: Der Braubetrieb in Kaufbeuren wird ohne Einschränkungen fortgeführt. Nach Angaben des Unternehmens steht der Standort nicht zur Diskussion. Die Bierproduktion soll unverändert weiterlaufen.

Veränderungen gibt es allerdings in der Unternehmensführung. Verwaltung und Geschäftsführung werden künftig nach Ellwangen verlagert. Die operative Leitung übernimmt die Unternehmensberatung Z management consulting (ZMC), die auf Krisenmanagement, Restrukturierungen und Unternehmenssanierungen spezialisiert ist.

Als Sanierungsgeschäftsführer wird Volker Zimmerer künftig strategische und administrative Entscheidungen verantworten.

Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

In der Brauerei sind derzeit 84 Mitarbeiter beschäftigt. Nach Angaben der Verantwortlichen ist es das Ziel, möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern und den Betrieb langfristig fortzuführen.

Ob dies gelingt, wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, die wirtschaftlichen Herausforderungen der kommenden Monate zu bewältigen.

Deutsche Brauereien unter Druck

Der Fall Kaufbeuren steht nicht allein. Die deutsche Brauwirtschaft befindet sich seit Jahren in einem schwierigen Umfeld. Sinkender Bierkonsum, steigende Energie- und Rohstoffkosten sowie ein intensiver Wettbewerb setzen insbesondere mittelständische und regionale Brauereien unter Druck.

Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes haben in den vergangenen sechs Jahren bereits 137 Brauereibetriebe ihren Betrieb eingestellt.

Zuletzt sorgte die Insolvenz der Schussenrieder Brauerei für Schlagzeilen. Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren mehrere Braustandorte geschlossen, darunter die Herforder-Brauerei in Hiddenhausen und der Oettinger-Standort in Braunschweig. Auch Deutschlands erste Universitätsbrauerei musste Insolvenz anmelden.

Ein weiteres Warnsignal für die Branche

Die Entwicklung in Kaufbeuren zeigt erneut, wie schwierig die Situation vieler Traditionsbrauereien geworden ist. Selbst Unternehmen mit jahrhundertealter Geschichte sind heute nicht mehr automatisch vor wirtschaftlichen Problemen geschützt. Für die Aktienbrauerei Kaufbeuren beginnt nun eine entscheidende Phase. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Restrukturierung gelingt und ob eine der ältesten Brauereien Deutschlands ihre lange Geschichte fortsetzen kann.

Vandijck – Ne grellige Winter Bier

Wenn belgische Brauer ein Winterbier entwickeln, darf man meist mit kräftigen Aromen, einem ordentlichen Alkoholgehalt und einer gewissen geschmacklichen Tiefe rechnen. Das gilt auch für „Ne Grèllige“ der Brouwerij Vandijck aus Lommel. Mit 10 Prozent Alkohol und einer Rezeptur, die sieben verschiedene Kräuter umfasst, soll dieses Quadrupel die kalten Wintermonate begleiten. Doch wie schlägt sich das Bier im Glas?

Schon beim Einschenken macht Ne Grèllige Eindruck. Das Bier präsentiert sich blickdicht schwarz. Darüber thront eine üppige, haselnussbraune Schaumkrone mit feiner Porung, die erfreulich lange erhalten bleibt. Optisch erfüllt das Bier damit alle Erwartungen an ein kräftiges belgisches Winterbier.

In der Nase dominieren zunächst Kaffee- und Lakritznoten. Der Alkohol ist bemerkenswert gut eingebunden und drängt sich nicht in den Vordergrund. Die versprochenen Kräuter bleiben eher dezent und fügen sich unauffällig in das Gesamtbild ein. Insgesamt wirkt das Aroma angenehm zurückhaltend und ausgewogen.

Der erste Schluck überrascht. Während viele belgische Quadrupel mit deutlicher Malzsüße auftreten, zeigt sich Ne Grèllige vergleichsweise trocken. Die großzügig dosierte Kohlensäure sorgt zusätzlich für Frische und verhindert, dass das Bier schwer oder mastig wirkt. Auf der Zunge setzt sich dieser Eindruck fort. Röstaromen prägen den Geschmack, begleitet von einer trockenen Malzbasis. Trotz seiner 10 Prozent Alkohol wirkt das Bier erstaunlich schlank. Die Bittere bleibt zurückhaltend, Säure ist praktisch nicht vorhanden. Wer ein süßes und opulentes Winterbier erwartet, könnte überrascht werden, denn Ne Grèllige schlägt einen deutlich trockeneren Weg ein.Der Abgang fällt angenehm mild aus. Die Röstaromen bleiben noch lange präsent und sorgen für einen harmonischen Nachklang. Gleichzeitig zeigt sich erneut, wie sauber der Alkohol eingebunden wurde. Er wärmt dezent, ohne jemals störend hervorzutreten.

Ne Grèllige ist ein ungewöhnliches Winterbier. Statt auf üppige Süße und schwere Malznoten setzt die belgische Brauerei auf Trockenheit, Röstaromen und eine bemerkenswerte Trinkbarkeit. Kaffee- und Lakritznoten bestimmen das Geschmacksbild, während der Alkohol hervorragend integriert ist. Wer kräftige dunkle Biere mit trockenem Charakter schätzt, findet hier einen interessanten Begleiter für kalte Winterabende.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Kräuter, Hefe

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Vandijk
Wagenmakersweg 32
3920 Lommel
Belgien
www.brouwerijvandijck.be

Maisel & Friends – Europia

Manchmal entstehen die spannendsten Biere nicht in den Chefetagen großer Brauereien, sondern dort, wo junge Brauer ihre Ideen verwirklichen dürfen. Das European Style IPA „Europia“ ist das Ergebnis des siebten Project Maisel, bei dem die Auszubildenden von Maisel & Friends ihr eigenes Bier entwickeln. Die Inspiration: Europa mit seiner kulturellen Vielfalt und seinen unterschiedlichen Hopfensorten.

Für Europia wurden gleich mehrere europäische Aromahopfen kombiniert. Das Ziel war ein IPA, das die verschiedenen Geschmackswelten des Kontinents in einem Bier vereint. Ob das gelungen ist, zeigt sich spätestens beim ersten Schluck.

Bereits optisch macht das Bier eine gute Figur. Orangefarben und leicht opalisierend steht es im Glas. Darüber erhebt sich ein feinporiger Schaum, der erfreulich lange stabil bleibt und dem Bier einen einladenden Auftritt verleiht.

In der Nase zeigt sich Europia vielschichtig. Karamell bildet die malzige Grundlage, darüber schweben intensive Fruchtnoten. Zitrusfrüchte und Zitronenschalen stehen im Vordergrund, ergänzt durch Ananas und weitere tropische Aromen. Das wirkt frisch, lebendig und macht sofort Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk bestätigt diesen Eindruck. Eine kräftige, dabei sehr feinperlige Kohlensäure sorgt für viel Frische. Dazu kommt eine dezente Malzsüße, die dem Bier Struktur gibt, ohne schwer zu wirken. Trotz seiner 6,3 Prozent Alkohol bleibt Europia erstaunlich leichtfüßig. Auf der Zunge übernehmen die Fruchtaromen die Hauptrolle. Zitrusfrüchte, tropische Noten und eine angenehme Hopfenaromatik bestimmen das Geschmacksbild. Die Bittere ist hervorragend auf die vorhandene Süße abgestimmt und sorgt für Balance, ohne jemals aggressiv zu wirken. Besonders positiv fällt das weiche Mundgefühl auf, das dem Bier eine gewisse Eleganz verleiht. Auch der Alkohol ist so gut eingebunden, dass er kaum wahrnehmbar ist, aber die anderen Aromen unterstützt. Im Abgang zeigt das IPA noch einmal seinen Charakter. Die Bittere wird kurz etwas kräftiger, zieht sich dann aber schnell zurück. Stattdessen bleibt ein langer, angenehmer Nachhall zurück, der Lust auf den nächsten Schluck macht.

Mit Europia ist den Maisel & Friends-Auszubildenden ein IPA gelungen, das moderne Hopfenaromatik mit hoher Trinkbarkeit verbindet. Die fruchtigen Noten stehen klar im Mittelpunkt, werden aber von einer ausgewogenen Bitteren und einer angenehmen Malzbasis getragen. Das Bier wirkt frisch, harmonisch und zugänglich, ohne dabei beliebig zu werden. Ein gelungenes European Style IPA, das zeigt, wie vielfältig europäische Hopfensorten sein können.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Comet, Marynka, Aramis, Tango, Kazbek, Aurora), Hefe

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Brauerei:

Maisel & Friends
Brauerei Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Haake-Beck feiert 200 Jahre Braugeschichte mit Jubiläumsedition

Die Bremer Biermarke Haake-Beck blickt in diesem Jahr auf 200 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Aus diesem Anlass bringt die Brauerei eine Sonderedition ihres Pilsners auf den Markt. Die limitierte Jubiläumsausgabe wird für 200 Tage im Handel erhältlich sein und soll an die lange Tradition der Marke erinnern.

Die Sonderedition erscheint als Kasten mit 25 Flaschen à 0,33 Liter. Neben dem regulären Ausschank in der Gastronomie wird das Bier auch im regionalen Handel angeboten. Auffälligstes Merkmal der Edition ist ein eigens gestaltetes Jubiläumsetikett, das auf die Geschichte der Brauerei Bezug nimmt.

Eine Bremer Erfolgsgeschichte seit 1826

Die Ursprünge von Haake-Beck reichen bis ins Jahr 1826 zurück. Einen wichtigen Entwicklungsschritt machte die Brauerei Mitte des 19. Jahrhunderts unter Carl Heinrich Haake. Er setzte früh auf die Herstellung untergäriger Biere und trug damit maßgeblich zum Wachstum des Unternehmens bei. Zeitweise stammte rund ein Fünftel des in Bremen gebrauten Bieres aus seiner Brauerei.

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte entwickelte sich Haake-Beck zu einer festen Größe in der norddeutschen Bierlandschaft. Die Marke blieb eng mit Bremen verbunden und ist bis heute bei zahlreichen Veranstaltungen in der Region präsent.

Verwurzelt in Bremen

Besonders sichtbar ist die Verbindung zur Hansestadt durch die langjährige Partnerschaft mit dem Fußball-Bundesligisten Werder Bremen. Seit rund vier Jahrzehnten gehört Haake-Beck zum Ausschankangebot im Weserstadion. Darüber hinaus ist die Marke regelmäßig auf Veranstaltungen wie dem Bremer Freimarkt oder dem Stoppelmarkt vertreten.

Zum Jubiläum plant das Unternehmen außerdem eine Verlosung von 200 Emaille-Schildern im historischen Design. Die Schilder sollen an frühere Werbeträger der Marke erinnern und richten sich vor allem an Sammler und langjährige Anhänger der Brauerei.

Lokale Tradition in einem internationalen Konzern

Heute gehört Haake-Beck zum internationalen Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev, dem weltweit größten Brauunternehmen. Trotz dieser Zugehörigkeit wird die Marke weiterhin stark mit ihrer Heimatstadt Bremen verbunden.

Das 200-jährige Bestehen bietet nun Anlass, auf eine ungewöhnlich lange Unternehmensgeschichte zurückzublicken. Nur wenige deutsche Biermarken können auf eine ähnlich lange Tradition verweisen und sind zugleich noch heute fest im regionalen Leben verankert.

Traditionsbrauerei Schussenrieder kämpft ums Überleben

Die Nachricht dürfte viele Bierfreunde in Oberschwaben aufhorchen lassen: Die Schussenrieder Brauerei Ott aus Bad Schussenried hat Insolvenz angemeldet. Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten soll der Betrieb vorerst ohne Einschränkungen weiterlaufen. Ziel aller Beteiligten ist es, die traditionsreiche Familienbrauerei und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.

Das Amtsgericht Ravensburg bestellte den Ravensburger Rechtsanwalt Matthäus Rösch zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Nach seinen Angaben läuft die Produktion zunächst weiter. Konkrete Gründe für die finanzielle Schieflage wurden zwar nicht genannt, doch die Probleme dürften vielen Brauereien bekannt vorkommen: steigende Energie- und Rohstoffkosten, ein intensiver Wettbewerb sowie die allgemeine Konsumzurückhaltung vieler Verbraucher.

Besonders schwer wiegt für die Branche der rückläufige Bierkonsum. Die deutschen Brauereien verzeichneten im Jahr 2025 den stärksten Absatzrückgang seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1993. Erstmals sank der Bierabsatz in Deutschland unter die Marke von acht Milliarden Litern. Für viele mittelständische Brauereien bedeutet diese Entwicklung erheblichen wirtschaftlichen Druck.

Die Schussenrieder Brauerei produziert jährlich rund 60.000 Hektoliter Bier und beschäftigt etwa 40 Mitarbeiter. Nun wird nach Möglichkeiten gesucht, den Betrieb langfristig zu sichern. Dabei könnte auch ein Investor eine Rolle spielen.

Die Geschichte der Brauerei reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Heute wird das Unternehmen von Michael Ott in vierter Generation geführt. Damit gehört Schussenrieder zu den zahlreichen familiengeführten Brauereien, die über Jahrzehnte und teilweise Jahrhunderte hinweg die regionale Bierkultur geprägt haben.

Bekannt ist die Brauerei nicht nur für ihre Biere, sondern auch für ihr außergewöhnliches Bierkrugmuseum. Nach eigenen Angaben handelt es sich um das einzige Museum dieser Art weltweit. Zu den bemerkenswertesten Ausstellungsstücken zählt ein handgeschnitzter Holzbierkrug aus jahrhundertealten Eichenbalken mit einem Fassungsvermögen von 110 Litern.

Die Produkte der Brauerei werden vor allem in Oberschwaben, am Bodensee und im Großraum Stuttgart vertrieben. Viele Bierliebhaber verbinden mit dem Namen Schussenrieder regionale Identität und traditionelle Braukunst.

Ob die Brauerei ihre schwierige Lage überwinden kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Fest steht jedoch schon jetzt, dass die Insolvenz ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen ist, mit denen viele mittelständische Brauereien derzeit konfrontiert sind. Für die deutsche Bierlandschaft wäre der Verlust einer Brauerei mit einer so langen Geschichte ein schmerzlicher Einschnitt.