Baden-Württembergs Brauereien setzen auf Genuss und Lebensfreude

Der Blick auf nackte Zahlen macht selten gute Laune – das gilt auch für die in dieser Woche veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts zum Bierabsatz 2025. Bundesweit ist der Absatz weiter gesunken, erstmals deutlich unter eine Marke, die lange als selbstverständlich galt. Auch Baden-Württemberg bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont: Der Inlandsbierabsatz ging hier um 5,2 Prozent zurück, etwas weniger als im Bundesdurchschnitt, aber eben doch spürbar.

Gleichzeitig zeigt sich eine andere Bewegung, die längst mehr ist als eine Randnotiz: Alkoholfreies Bier gewinnt weiter an Bedeutung. Rund zwölf Prozent Marktanteil erreicht diese Kategorie inzwischen im Südwesten, bundesweit sind es etwa zehn Prozent. Weniger Bier insgesamt – aber differenzierter, bewusster und offenbar gezielter konsumiert.

Für den Baden-Württembergischen Brauerbund sind diese Zahlen kein Anlass für Schönfärberei, sondern für Einordnung. Geschäftsführer Hans-Walter Janitz spricht offen von einer Herausforderung, betont aber zugleich, dass Bier mehr sei als eine Statistik. Es stehe für Gemeinschaft, handwerkliche Qualität und für Genussmomente, die Menschen zusammenbringen. Tatsächlich sei der Absatz gegen Ende des Jahres wieder leicht angezogen, was zumindest auf eine gewisse Stabilisierung hoffen lasse.

Als Ursachen für den Rückgang nennt der Verband weniger einen plötzlichen Kulturwandel als vielmehr eine Mischung aus Kaufzurückhaltung und äußeren Einflüssen. Das Wetter spielte 2025 eine größere Rolle, als vielen lieb war – Stichwort Kaltfront im August. Wer Bier lebt, weiß: Ein verregneter Sommer hinterlässt nicht nur nasse Schuhe, sondern auch leere Biergärten.

Trotzdem dominiert im Südwesten kein Abgesang, sondern ein bodenständiger Optimismus. Janitz vergleicht die Situation augenzwinkernd mit dem Fußball: Gerade wenn es nicht läuft, zeigt sich wahre Treue. Und davon lebt die regionale Bierkultur. Baden-Württemberg sei ein Genießerland, geprägt von regionaler Vielfalt, Brauchtum und Geselligkeit. Veranstaltungen wie die schwäbisch-alemannische Fasnet seien dafür ein gutes Beispiel – bunt, gemeinschaftlich und kulinarisch tief verwurzelt.

Auch das Thema Verantwortung spart der Brauerbund nicht aus. Genuss und Maß schließen sich nicht aus, im Gegenteil. Schon Paracelsus wusste: Die Dosis macht das Gift. Niemand müsse verzichten, niemand übertreiben. Entscheidend sei ein bewusster Umgang – und Selbstverständlichkeiten wie „Don’t drink and drive“ gehören weiterhin dazu.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Der Bierabsatz sinkt, die Bierkultur nicht. Sie verändert sich, wird vielfältiger und vielleicht auch ein Stück erwachsener. Die Herausforderungen sind real, aber ebenso real ist die Leidenschaft für gutes, regionales Bier. Oder, um es fränkisch-schwäbisch gelassen zu sagen: Mund abputzen, Glas heben, weitermachen. Nach dem Bier ist schließlich vor dem Bier.

Quelle: Pressemitteilung des Baden-Württembergischer Brauerbund e.V.

Alkoholfreie Biere klettern auf 10 Prozent

Alkoholfreie Biere klettern auf 10 Prozent

Alkoholfreie Biere sind die am schnellsten wachsende Sorte auf dem deutschen Biermarkt. Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes und Daten des Marktforschungsunternehmens NielsenIQ haben alkoholfreie Biere und Biermischgetränke im Jahr 2025 beim Umsatz im Handel erstmals die 10-Prozent-Marke überschritten, beim Marktanteil könnte diese Schwelle noch in diesem Jahr erreicht werden. „Die 1.500 Brauereien in Deutschland bieten eine enorme Vielfalt alkoholfreier Marken an, die ebenfalls nach dem Reinheitsgebot gebraut werden. Wegen der steigenden Beliebtheit dieser Biere sind wir mittlerweile zum größten Markt für Alkoholfreies in Europa geworden. Die Menschen suchen nach hochwertigen, geschmackvollen Bieren, die zu jeder Lebenslage passen, und wir freuen uns, ihnen diese Vielfalt bieten zu können“, sagte Christian Weber, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, in Berlin. Er hob die Innovationskraft der überwiegend mittelständischen und handwerklichen Brauereien in Deutschland hervor, die nicht nur im Bereich alkoholfreier Biere und Erfrischungsgetränke sehr erfolgreich seien, sondern auch mit saisonalen Spezialitäten, regionalen Bierstilen und Craftbieren die Vielfalt bereichern.

Pils und Helles sind die beliebtesten Biere der Deutschen 

In der Beliebtheitsskala der Deutschen hat sich das Alkoholfreie mit aktuell 9,5 Prozent Marktanteil bereits auf Platz 3 vorgearbeitet – unangefochtener Marktführer aber bleibt Pils mit knapp 50% Marktanteil. Auf Platz 2 landet die ebenfalls wachsende Kategorie der Hellbiere (ca. 12%), die bundesweit immer mehr Konsumenten begeistert. Mit ihrem milden, ausgewogenen Geschmack, einer moderaten Bittere und hoher Trinkbarkeit sprechen Hellbiere eine breite Zielgruppe an, vom klassischen Bierliebhaber bis hin zu jüngeren und genussorientierten Konsumenten. Der Deutsche Brauer-Bund sieht in dieser Entwicklung ein starkes Signal für die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit der deutschen Brauwirtschaft – und für die anhaltende Attraktivität der deutschen Bierkultur insgesamt.

Die mit Abstand meisten Biere werden in Deutschland weiterhin in Mehrwegflaschen verkauft. Der klassische 20er-Mehrwegkasten behält einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Mit einem Mehrweganteil von insgesamt knapp 80 Prozent übertreffen die Brauereien als einzige Branche der Getränkewirtschaft das im Verpackungsgesetz der Bundesregierung festgehaltene umweltpolitische Ziel von 70 Prozent.

Konsumflaute hinterlässt Spuren

Insgesamt war der Biermarkt in Deutschland 2025 rückläufig. Wie das Statistische Bundesamt heute berichtete, ging der Bierabsatz im vergangenen Jahr um 6 Prozent zurück. In den Destatis-Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk nicht enthalten. 82,5 Prozent des Bierabsatzes waren 2025 für den Inlandsverbrauch bestimmt. Als einen der Hauptgründe für den Rückgang des Bierabsatzes in Deutschland wie auch in vielen anderen Ländern Europas nennt der Brauer-Bund das Konsumklima. „Die Brauereien bekommen ähnlich wie Handel und Gaststätten die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren“, so DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Die Situation der Gastronomie sei weiterhin besorgniserregend, viele Betriebe hätten sich seit der Pandemie nicht erholt. Auch die große Marktmacht des Handels bleibe für die Braubranche ein Problem.

Vor dem Hintergrund, dass auch 2026 ein sehr forderndes Jahr für die gesamte Getränke- und Lebensmittelwirtschaft sein werde, fordert der Branchenverband entschlossenere Anstrengungen der Politik insbesondere in der Energiepolitik und beim Bürokratieabbau. Auch wenn die Brauwirtschaft sich in den vergangenen Jahren als resilient und krisenfest erwiesen habe und es vielen Unternehmen gelungen sei, neue Märkte und Zielgruppen zu erschließen, stehen die Brauereien auf der Kostenseite weiterhin massiv unter Druck. Energie sei neben den Löhnen der größte Kostentreiber. „Für die Brauwirtschaft ist eine verlässliche, planbare und wettbewerbsfähige Energiepolitik von zentraler Bedeutung“, betonte Eichele. Brauereien seien energieintensive Betriebe. Stark schwankende Preise, unklare Förderbedingungen und langfristig fehlende Planungssicherheit erschwerten Investitionen in Effizienz, Klimaschutz und Innovation erheblich. Die Branche unterstütze grundsätzlich die Klimaziele und investiere seit Jahren massiv in moderne, energiesparende Technologien. Diese Investitionen könnten jedoch nur dann fortgesetzt werden, wenn politische Rahmenbedingungen Verlässlichkeit bieten. Dazu gehören bezahlbare Energiepreise, eine praxisnahe Ausgestaltung von Förderprogrammen sowie ein klarer, langfristiger energiepolitischer Kurs, der industrielle Wertschöpfung in Deutschland sichert.

Diese Pressemitteilung des Deutschen Brauerbunds erschien gestern, vermutlich als Reaktion auf die Mitteilung des Statistischen Bundesamtes, dass der Bierabsatz im Jahr 2025 so stark zurückgegangen ist wie nie zuvor. Ich habe diese Pressemitteilung nicht verändert, sondern so veröffentlicht, wie ich sie vom Brauerbund erhalten habe.

Deutsches Bier 2025: Ein historischer Rückgang unter 8 Milliarden Liter

Der deutsche Biermarkt hat 2025 einen historischen Tiefpunkt erlebt: Mit insgesamt rund 7,8 Milliarden Litern ist der Bierabsatz gegenüber dem Vorjahr um 6,0 % gesunken – das entspricht 497,1 Millionen Litern weniger. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist dies der stärkste Rückgang seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1993. Zum ersten Mal fiel der Absatz damit unter die magische Grenze von 8 Milliarden Litern. In diesen Zahlen sind alkoholfreie Biere, Malztrunk und importiertes Bier aus Nicht-EU-Staaten nicht enthalten.

Saisonale Schwankungen bestätigen sich

Auch 2025 zeigte sich das bekannte Muster: Frühling und Sommer sorgen für steigende Verkaufszahlen, während im Herbst und Winter wieder deutlich weniger Bier über die Zapfhähne geht. Langfristig bestätigt sich der Trend des Rückgangs: Seit 2015 wurde insgesamt 18,9 % oder 1,8 Milliarden Liter weniger Bier abgesetzt.

Inlandsabsatz fällt stärker als Exporte

Der Großteil des Bieres – 82,5 % – wird für den heimischen Konsum versteuert. Der Inlandsabsatz sank 2025 um 5,8 % auf 6,4 Milliarden Liter. Die restlichen 17,5 % entfielen auf Exporte und Haustrunk. Auch hier gab es Rückgänge: Die steuerfreien Mengen gingen um 7,0 % zurück, davon 798,5 Millionen Liter in EU-Staaten (-1,3 %) und 552,8 Millionen Liter in Nicht-EU-Staaten (-14,2 %). Zusätzlich wurden 10 Millionen Liter (-7,2 %) unentgeltlich als Haustrunk an Brauereibeschäftigte abgegeben.

Auch Biermischungen betroffen

Die Brauereien mussten im Segment Biermischungen ebenfalls Einbußen hinnehmen. Mixgetränke aus Bier mit Limonade, Cola, Fruchtsäften oder anderen alkoholfreien Zusätzen verzeichneten 2025 5,2 % weniger Absatz, was 402 Millionen Liter entspricht und einen Anteil von 5,2 % am gesamten Bierabsatz ausmacht.

Insgesamt zeigt sich: Die Deutschen trinken noch Bier, aber deutlich weniger als früher, und die saisonalen Hochs der Sommermonate können die langfristigen Rückgänge nicht ausgleichen. Die Zahlen werfen Fragen auf, wie die Brauereien auf veränderte Trinkgewohnheiten, Exportprobleme und neue Konkurrenz durch alkoholfreie Getränke reagieren werden.

Brauhaus Wiesen – Frühlingsbock

Im Bürgerlichen Brauhaus Wiesen im idyllischen Hochspessart – dort wo grüne Wälder und sanfte Hügel den Horizont prägen – wird seit 1888 Bier gebraut: regional und handwerklich. Die Brauerei nutzt das weiche Wasser des Aubachs und Malz & Hopfen aus dem fränkischen Umland, um eine ganze Palette klassischer und saisonaler Biere zu brauen.

Einer der Stars im Portfolio ist der Wiesener Frühlingsbock – ein saisonaler Bock, der nach rund 12 Wochen Reifung im kühlen Lagerkeller zur Fastenzeit und im Frühling bereit ist, die Biervielfalt des Jahres zu eröffnen und der jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Orangefarben und kristallklar fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine vergleichsweise kleine weiße Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier also eine richtig gute Figur.

Düfte nach Karamell, Honig und Trockenpflaumen steigen mir in die Nase, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und spritzig. Die Süße bleibt auch am Gaumen erhalten, dazu kommen die fruchtigen Noten und auch eine deutliche Bittere, die aber noch Platz für die anderen Aromen lässt. Das Mundgefühl ist weich und voll, auch wenn der Alkohol leicht durchschmeckt. Alles in Allem ist der Frühlingsbock aus dem Brauhaus Wiesen ein süffiges Bier. In der Kehle dominiert eine freundliche und nicht zu kräftige Bittere, die sehr lange nachklingt.

Zu diesem Bier kann ich mir einen alten Hartkäse vorstellen, der kräftig genug ist, um neben dem Bier zu bestehen und der gleichzeitig einen charmanten Gegensatz zur Süße dieses Frühlingsbocks bildet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

17,5° Plato

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brauhaus Wiesen
Hauptstr. 97
63831    Wiesen
www.brauhaus-wiesen.de

Hawidere in Rudolfsheim-Fünfhaus: 25 Jahre Bierkultur und gute Taten

Am 16. März 2001 öffnete das Hawidere in Rudolfsheim-Fünfhaus zum ersten Mal seine Türen – und seitdem hat es sich als wahres Paradies für Bierliebhaber in Wien etabliert. In einem Gasthaus aus den 1920er Jahren, mit alter Lamperie an den Wänden und einem uralten Holzboden, herrscht eine warme, gemütliche Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.

Die Auswahl an 14 Fassbieren legt den Fokus auf österreichische Privatbrauereien, ergänzt durch internationale Spezialitäten und spannende Craft Biere. Das Hawidere ist längst kein Geheimtipp mehr: Zahlreiche Auszeichnungen wie „Wiener Bierlokal des Jahres“, Gold bei der Brussels Beer Challenge, Erfolge bei den World Beer Awards und der Staatsmeistertitel bei der Austrian Beer Challenge dokumentieren die exzellente Bierkompetenz des Hauses.

Drei Biersommeliers stehen den Gästen mit Rat und Tat zur Seite und empfehlen das perfekte Bier zu jeder Speise. Zum 25-jährigen Jubiläum hat das Team ein spezielles Jubiläumsbier kreiert – ein Muss für alle Fans der flüssigen Kunst.

„Ich bedanke mich bei all unseren Gästen, die uns über die Jahre die Treue gehalten haben“, so Inhaber Adalbert Windisch. Gefeiert wird vom 12. bis 14. März mit täglichem Holzfassanstich und Live-Musik bei freiem Eintritt – ein Fest für alle Sinne.

Doch das Hawidere denkt nicht nur ans Genießen: Am 24. Mai findet erneut das „Burger Essen für die Gruft“ statt. Der gesamte Erlös aller an diesem Tag verkauften Burger wird an die Gruft gespendet. Bisher konnte das Hawidere im Rahmen dieser Benefizaktion beeindruckende 55.000 Euro für Hilfsorganisationen sammeln – ein Beweis, dass Genuss und soziales Engagement bestens zusammenpassen.

Ob zum Biergenuss, für gute Musik oder um Gutes zu tun – das Hawidere bleibt ein Fixpunkt in der Wiener Bierlandschaft, der Tradition, Geschmack und Herzblut verbindet.

De Glazen Toren – Jan de Lichte

Witbier ist ein belgischer Weizenbierstil, der traditionell mit Koriandersamen und Orangenschalen gewürzt wird. Es ist hell, naturtrüb, spritzig und lebt weniger von Hopfenbittere als von frischen, würzigen und zitrusartigen Aromen. Und genau hier setzt das Jan de Lichte der belgischen Brauerei De Glazen Toren an – allerdings nicht leise und zurückhaltend, sondern mit ordentlich Charakter.

Golden wie frisches trockenes Weizenstroh und mit einer kräftigen Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feste schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

In der Nase stehen frische Zitrusnoten im Mittelpunkt: Banane, Orange, und ein Hauch Zitrone. Abgerundet wird das Aroma durch die Würzigkeit des Korianders. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk überzeugt durch seine stiltypische Süße sowie die sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge zeigt sich, dass Süße, Säure und Bittere gut ausbalanciert sind. Auch jetzt stehen die fruchtigen Aromen im Mittelpunkt, während die würzigen Noten des Korianders und der Orangenzesten erst langsam zum Tragen kommen. Da die sieben Volumenprozent Alkohol gut eingearbeitet sind, ergibt sich ein samtiges Mundgefühl. In der Kehle wird das Bier trockener und die Bittere dominiert gemeinsam mit der Fruchtigkeit. Obwohl sie durchaus dezent bleiben, klingen sie sehr lange nach.

Jan de Lichte verbindet die typische Frische eines Witbiers mit der Intensität eines starken belgischen Ales. Ideal zu leichten Fischgerichten, Ziegenkäse oder einfach als Solist an einem warmen Abend, wenn man dem Glas gern etwas mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brouwerij de Glazen Toren
Glazentorenweg 11
9420 Erpe-Mere
Belgien
www.glazentoren.be

Störtebeker bringt sein Wild Coast-Ale, ein fruchtiges Ale mit leichter Bittere auf den Markt

Auch wenn der Sommer noch fern ist, bringt das Wild Coast-Ale von Störtebeker schon etwas sonnige Frische ins Glas. Das Bier zeichnet sich durch eine kräftige Trübung und fruchtige Aromen aus, die vor allem an Mango und Passionsfrucht erinnern.

Störtebeker teilt mit, dass im Vergleich zu klassischen Ales das Wild Coast-Ale überraschend leicht wirkt. Der Einsatz spezieller Aromahopfensorten sorgt dafür, dass die Bittere nicht zu dominant ist und das Bier einen weichen, cremigen Körper behält. Dadurch eignet es sich gut für Einsteigerinnen in die Welt der hopfenbetonten Ales, aber auch für erfahrene Biertrinkerinnen, die Lust auf etwas Neues haben.

Besonders bemerkenswert ist, dass das Wild Coast-Ale sowohl mit als auch ohne Alkohol erhältlich ist. Beide Varianten teilen denselben fruchtigen Charakter und die leichte Textur, wodurch auch alkoholfreie Bierliebhaber*innen nicht auf das Geschmackserlebnis verzichten müssen.

Mit der Einführung des Wild Coast-Ales ergänzt Störtebeker sein Portfolio um ein frisches, leicht zugängliches Ale neben Klassikern wie Atlantik-Ale, Pazifik-Ale oder dem New England IPA. Die Variante ohne Alkohol reagiert auf die gestiegene Nachfrage nach alkoholfreien Bieren, ohne die Aromenvielfalt einzuschränken.

Auch wenn das Wild Coast Ale derzeit nur im Viererpack im Onlineshop vo Störtebejer erhältlich ist, hoffe ich, dass es auch zeitnah in den Handel kommen wird.

Schäffler – Weizen

Mitten im malerischen Allgäu, im kleinen Ort Missen-Wilhams, befindet sich die Schäffler Bräu – eine echte bayerische Familienbrauerei, die seit 1868 in Betrieb ist und heute in der 6. Generation von Sebastian, Nadine und Florian Graßl geführt wird. Was die Schäffler Bräu so sympathisch macht? Hier treffen tiefe Tradition und frische Ideen aufeinander: Alt eingesessene Braukunst wird mit Offenheit für Neues kombiniert – nach dem Motto „Tradition meets Zukunft“.

Die Brauerei ist nicht nur ein Ort der Bierherstellung, sondern auch ein Stück Dorfleben im Allgäu. Mit einem angeschlossenen Brauereigasthof kann man hier nicht nur das eigene Bier genießen, sondern auch gemütlich essen und regionale Gastfreundschaft erleben.

Im Sortiment stehen klassische bayerische Bierstile wie Allgäuer Hell, Zwickl (naturtrüb), Weizen oder saisonale Spezialitäten – und sogar ein frisch gehopftes Grünhopfenbier, bei dem der Hopfen direkt vom Feld in den Sud geht. Jetzt steht aber das Weizenbier vor mir.

Beim Eingießen zeigt sich das Schäffler Bräu Weizen in einem einladenden, bernstein- bis honiggelben Ton, hefetrüb und mit einer festen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma des Weizenbiers von Schäffler ist stiltypisch: Düfte nach Banane und Nelke steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Teigduft der Hefe. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig mit einer verhaltenen Süße. Auf der Zunge treten Frucht und Hefe gemeinsam in den Vordergrund, so dass das Bier mich beinahe an Bananenbrot erinnert. Die Bittere hält sich stiltypisch im Hintergrund, dafür betritt jetzt ein angenehmer Karamellgeschmack die Bühne. Das Mundgefühl ist weich und das Bier ist ungeheuer süffig. In der Kehle wird die Bittere überraschend kräftiger und sie klingt sehr lange nach.

Ich sage es ja nicht gerne, aber das Schäffler Weizen ist eines der besten Weizenbiere, die ich bislang getrunken habe.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Schäffler-Bräu
Hauptstraße 17
87547 Missen
https://schaeffler-braeu.de/

Vom Sudhaus zur Supermesse: Warum 2025 ein starkes Jahr für die Bier- und Getränke­welt war

Beim Wort „Getränkemesse“ denken viele an ein paar Zapfhähne, kleine Probiergläser und Menschen, die fachmännisch an irgendetwas Nussigem, Malzigem oder Hopfigem schnuppern. In Wahrheit sind solche Messen eher die Maschinenräume der Branche. Hier wird nicht nur probiert, hier wird entschieden, wie unser Bier (und alles andere Flüssige) morgen gebraut, abgefüllt und verkauft wird.

2025 hat gezeigt: Die Getränkeindustrie steht nicht still, sie sprintet. Effizienz, neue Produkte, digitale Werkzeuge und globale Vernetzung bestimmen das Tempo – egal ob kleine Stadtbrauerei oder weltweiter Getränkeriese.

München als Epizentrum der Flüssig-Zukunft

Das Herz dieses Innovationsjahres schlug in München auf der drinktec. Über 58.000 Besucher aus 164 Ländern und mehr als 1.100 Aussteller verwandelten die Messe in ein gigantisches Labor für alles, was man trinken kann.

Zwischen Edelstahlkolossen und Hightech-Leitständen ging es um die komplette Reise des Getränks: vom Rohstoff über den Sudkessel und die Gärtanks bis hin zu Logistik, Verpackung und Vermarktung. Auch künstliche Intelligenz war kein Fremdwort mehr, sondern Werkzeugkasten. Absatzprognosen, Produktionsplanung, Wartung von Anlagen – vieles wird smarter, vernetzter und vorausschauender.

Oder einfacher gesagt: Wer morgen noch gutes Bier brauen will, muss heute schon digital denken.

Wenn Tradition auf Touchscreen trifft

Spannend ist, dass diese Technik nicht nur für industrielle Massenproduktion gedacht ist. Die Branche ist extrem vielfältig. Neben globalen Konzernen gibt es unzählige mittelständische und kleine Brauereien. Entsprechend breit ist das Angebot: vom vollautomatischen Großbetrieb bis zur kompakten, intelligent gesteuerten Anlage für die urbane Mikrobrauerei.

Künstliche Intelligenz hilft dabei, Schwankungen auszugleichen: weniger Ausschuss, konstantere Qualität, bessere Planbarkeit. Für Brauer heißt das nicht weniger Handwerk, sondern mehr Kontrolle über das Ergebnis im Glas.

Weltweite Bühnen für flüssige Ideen

2025 war nicht nur in München etwas los. In Chicago feierte die EATS ihre Premiere mit starker Getränketechnik-Beteiligung. Für den nordamerikanischen Markt ein deutliches Zeichen: Getränketechnologie bekommt eine eigene, gewichtige Plattform.

In Mainz traf sich die Weinwelt zum DWV-Kongress – ebenfalls mit Technik-Know-how aus der Getränkebranche. Klingt nach einem Abstecher zum Nachbarn, ist aber hochinteressant für Brauer. Viele Lösungen funktionieren branchenübergreifend, und ein Thema verbindet alle: alkoholfreie und alkoholreduzierte Varianten gewinnen rasant an Bedeutung.

Was beim Wein funktioniert, kann auch beim Bier spannend werden – und umgekehrt.

Indien dreht den Hahn auf

Ein echtes Highlight war die drinktec India in Mumbai. Über 20.000 Fachbesucher zeigten, wie groß der Modernisierungsdrang auf dem indischen Subkontinent ist. Neue Brauereien, neue Abfülllinien, neue Verpackungskonzepte – der Markt wächst und sucht aktiv nach internationalem Know-how.

Für europäische Brau- und Getränketechnik ist das eine riesige Chance. Wo neue Sudhäuser geplant oder alte Anlagen modernisiert werden, sind Erfahrung und ausgereifte Technik gefragt.

Was wir davon im Glas merken

All das klingt nach viel Stahl, Software und Statistik. Aber am Ende geht es um etwas sehr Konkretes: das Bier vor unserer Nase.

Effizientere Prozesse sparen Energie und Rohstoffe. Präzisere Gärführung sorgt für gleichbleibenden Geschmack. Neue Technologien machen stabile alkoholfreie Biere oder ganz neue Stilinterpretationen möglich. Kurz: Die Hightech von der Messe landet früher oder später als Qualität, Vielfalt und manchmal auch als Überraschung in unserem Glas.

Die Zukunft des Bieres wird also nicht nur im Sudkessel entschieden, sondern auch in Messehallen voller Sensoren, Bildschirme und Ideen.

Der Blick nach vorn

Die nächsten Termine stehen schon fest. 2026 geht es nach Shanghai, wieder nach Mumbai und nach Nürnberg zur BrauBeviale. 2027 ruft erneut Chicago.

Für die Branche heißt das: weiter tüfteln, weiter vernetzen, weiter verbessern.

Für uns Bierfans heißt das: Es bleibt spannend. Nicht nur auf Messen – sondern bei jedem Schluck.

Brasserie Minne – Ardenne Stout

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brasserie Minne im wallonischen Somme Leuze vor mir. Bislang haben mir alle Biere dieser Brauerei sehr gut gefallen, so dass ich auch jetzt auf eine angenehme Verkostung hoffe. Öffne ich also die Flasche.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige haselnussbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Schon optisch macht das Bier klar, dass es ernst meint.

Das Aroma ist eindeutig malzbetont. Ich rieche dunkle Schokolade und Kaffee, frisch geröstetes Malz und Kandis. Dazu kommt noch ein Hauch Lakritz. Wenn das Bier so schmeckt wie es riecht, kann es mich nur begeistern.

Der Antrunk zeichnet sich durcheine stiltypische Süße aus, während die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Frische sorgt. Am Gaumen geht die Süße zurück und die Röstaromen kommen in den Vordergrund. Sie bringen eine angenehme Bittere mit, die sehr schön mit den Schokoladen- und Kaffeearomen spielt. Das Mundgefühl ist überraschend schlank, dabei aber weich bis cremig. Wie ich es bei einem Stout erwarte, bleibt der Hopfen diskret im Hintergrund und liefert lediglich eine leichte herbe Note, die dem Bier seine Tiefe verleiht. Erst in der Kehle kommt die Bittere richtig hervor und sorgt für einen recht langen Nachklang

Das Ardenne Stout von der Brasserie Minne ist ein klassisches, handwerklich gebrautes Stout, das weniger auf Wucht als auf Balance setzt. Ideal für ruhige Abende, zu reifen Hartkäsen, Karamellpudding oder einfach pur, wenn man Lust auf ein unaufgeregtes, stiltreues dunkles Bier hat.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Invertzucker, Hopfen (Mosaic, Belgian Golding und Hallertau), Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

60 IBU

Brauerei:

Brasserie Minne
ZA Nord Bailonville 9
5377 Somme Leuze
Belgien
www.brasserieminne.be