Zwischen Klimawandel, Humus und Japan: Hopfenpflanzer blicken in die Zukunft

Wer glaubt, das Leben eines Hopfenpflanzers bestehe hauptsächlich daraus, im Sommer idyllisch zwischen meterhohen Hopfengärten spazieren zu gehen und gelegentlich an einem frischen Bier zu nippen, der sollte einmal einen Blick auf die aktuelle Lage der Branche werfen. Steigende Kosten, politische Vorgaben, Wetterextreme und ein schwieriger Markt sorgen dafür, dass den Erzeugern des „grünen Goldes“ derzeit wenig zum gemütlichen Zurücklehnen bleibt.

Genau deshalb trafen sich im Spalter Anbaugebiet Vertreter des Hopfenpflanzerverbands Spalt, der HVG Spalt, des Hopfenrings sowie ein Gast aus Japan mit den Hopfenbauern der Siegelbezirke Spalt und Kinding. Ziel war es, gemeinsam über aktuelle Herausforderungen und zukünftige Chancen zu diskutieren.

Hopfen, Klima und jede Menge Humus

Einen Schwerpunkt bildete die neu gegründete „Arbeitsgruppe Hopfen für Natur, Klima, Energie“. Klingt zunächst etwas sperrig, beschäftigt sich aber mit Themen, die für die Zukunft des Hopfenanbaus entscheidend sein dürften.

Viele Betriebe setzen bereits heute Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit um. Nun sollen erfolgreiche Ideen stärker vernetzt, weiterentwickelt und sichtbar gemacht werden. Dazu gehört auch das bundesweite Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Humusaufbau. Denn während Biertrinker vor allem über Hopfenaroma und Bittere diskutieren, beschäftigen sich Hopfenpflanzer zunehmend mit der Frage, wie sie ihre Böden widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Wetterextreme machen können.

Dass Humus nicht nur etwas für Gartenfreunde ist, sondern ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Landwirtschaft, wurde dabei deutlich herausgearbeitet.

Eine Zeitreise durch fast 500 Jahre Hopfengeschichte

Unter dem Motto „Tradition trifft Zukunft“ nahm Wolfgang Jank vom Hopfenpflanzerverband die Teilnehmer mit auf eine Reise durch die Geschichte des Spalter Hopfens.

Dabei wurde deutlich, dass Krisen für die Region keineswegs etwas Neues sind. Seit der Verleihung des weltweit ersten Hopfensiegels im Jahr 1538 hat der Hopfenanbau in Spalt schon so manches Hoch und Tief erlebt. Mal florierte das Geschäft, mal machten politische oder wirtschaftliche Entwicklungen den Betrieben das Leben schwer.

Die Botschaft der historischen Rückschau: Der Spalter Hopfen hat schon viele Herausforderungen überstanden – und könnte auch die aktuellen meistern.

Ein Blick nach Japan

Besonders spannend wurde es, als Sebastian Hohentanner von der Firma BET aus Tokio über seine Erfahrungen in Japan berichtete. Vor rund 15 Jahren zog es den Münchner in das Land der aufgehenden Sonne, wo er seither in der Brauwirtschaft tätig ist.

Überraschenderweise ähneln die Strukturen der japanischen Bierbranche den deutschen Verhältnissen stärker als man vermuten würde. Neben einigen großen Brauereien existiert dort eine lebendige Szene kleiner und mittelständischer Betriebe. Ein Unterschied fällt jedoch sofort ins Auge: Ausländische Braukonzerne spielen in Japan eine deutlich geringere Rolle.

Besonders interessant für die Spalter Hopfenpflanzer war Hohentanners Einschätzung zur Vermarktung. Seiner Ansicht nach gewinnen Herkunft, Identität und eine klare Markenbotschaft zunehmend an Bedeutung. Wer seinen Hopfen erfolgreich verkaufen möchte, muss nicht nur Qualität liefern, sondern auch eine Geschichte erzählen können.

Von Neuseeland lernen

Wie erfolgreich eine starke Herkunftsmarke sein kann, zeigte der Referent anhand von Beispielen aus den USA und Neuseeland. Dort haben sich bestimmte Hopfenregionen weltweit einen Namen gemacht und profitieren von einer klaren Positionierung ihrer Produkte.

Auch für den traditionsreichen Spalter Hopfen könnte darin eine Chance liegen. Denn während sich die Herausforderungen des Marktes nicht einfach wegdiskutieren lassen, bietet gerade die regionale Identität Möglichkeiten, sich von der internationalen Konkurrenz abzuheben.

Zukunft braucht Austausch

Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Probleme der Hopfenbranche komplex sind. Gleichzeitig zeigte sie aber auch, dass viele Betriebe aktiv an Lösungen arbeiten. Von nachhaltiger Bodenbewirtschaftung über Klimaschutzmaßnahmen bis hin zu neuen Vermarktungsstrategien reicht die Palette der Ideen.

Eines wurde dabei besonders klar: Der Hopfenanbau steht zwar vor großen Herausforderungen, doch Aufgeben gehört nicht zum Selbstverständnis der Branche. Schließlich haben Generationen von Hopfenpflanzern gelernt, dass gutes Bier nicht nur Zeit braucht, sondern manchmal auch einen langen Atem.

Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Verwendung von Material von MSN erstellt.

Herrnbräu – Grantler

Manchmal braucht es keine außergewöhnlichen Zutaten, keine spektakulären Hopfensorten und keine zweistelligen Alkoholwerte, um zu überzeugen. Manchmal genügt ein sauber gebrautes, unkompliziertes Bier, das genau das liefert, was man von seinem Stil erwartet. Genau diesen Eindruck hinterlässt das heute verkostete Helle.

Im Glas präsentiert sich das Bier in einem klaren Goldton. Der feinporige weiße Schaum sieht ansprechend aus, zieht sich allerdings recht zügig zurück. Das schmälert den positiven ersten Eindruck jedoch kaum, denn die Optik entspricht genau dem, was ich von einem klassischen Hellen erwarte.

In der Nase zeigen sich zunächst helle Malznoten, die von angenehmen blumigen Aromen begleitet werden. Besonders interessant ist eine dezente Fruchtigkeit, die an frische Äpfel erinnert und dem Bier eine zusätzliche Facette verleiht.

Der Antrunk startet mit der für den Bierstil typischen Malzsüße. Unterstützt wird diese von einer sehr feinperligen Kohlensäure, die für ein weiches und angenehmes Trinkgefühl sorgt. Im weiteren Verlauf bleibt die Süße erhalten, ohne jedoch zu dominant zu wirken. Die Bittere bleibt zurückhaltend und freundlich, wie es sich für ein klassisches Helles gehört. Auffällig ist dabei die Fruchtigkeit, die sich auf der Zunge stärker entwickelt als zuvor im Aroma. Die Apfelnoten treten deutlicher hervor und verleihen dem Bier eine zusätzliche Frische. Das Mundgefühl bleibt rund, weich und ausgesprochen süffig. Der Abgang fällt sehr mild aus. Er wirkt etwas trockener als der vorherige Geschmackseindruck, bleibt aber insgesamt zurückhaltend. Die Bittere verabschiedet sich schnell und hinterlässt nur einen kurzen Nachklang.

Insgesamt zeigt sich hier ein unkompliziertes, ausgewogenes Helles, das vor allem durch seine hohe Trinkbarkeit punktet. Die feinen Fruchtnoten sorgen für etwas Abwechslung, ohne den klassischen Charakter des Bierstils zu verändern. Ein Bier, das nicht unbedingt überraschen möchte, aber genau deshalb viele Freunde finden dürfte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Herrnbräu
Manchinger Str 95
85053 Ingolstadt
www.herrnbraeu.de

für

Mittelbayerischer Getränkevertrieb GmbH

Manchinger Straße 95
85053 Ingolstadt

Staatsbrauerei Weihenstephan setzt bei der Bierauslieferung auf Elektromobilität

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan geht bei der Modernisierung ihrer Logistik neue Wege. Das Unternehmen, das auf eine bis ins Jahr 1042 zurückreichende Brautradition verweist und als älteste Brauerei der Welt gilt, setzt künftig verstärkt auf elektrisch angetriebene Lastwagen für die Auslieferung seiner Biere.

Grundlage dafür ist ein neu in Betrieb genommenes Schnellladesystem mit Batteriespeicher. Die Anlage soll es ermöglichen, die Elektro-Lkw effizient und unabhängig von hohen Netzlasten zu laden. Unterstützt wird das System durch ein KI-basiertes Energiemanagement, das den Einsatz von Solarstrom, Batteriespeichern und Ladevorgängen koordiniert.

Nach Angaben der Brauerei verfolgt das Projekt nicht nur ökologische Ziele. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Betriebskosten der elektrischen Logistik langfristig unter denen vergleichbarer Dieselfahrzeuge liegen. Sollte sich diese Einschätzung bestätigen, könnte das Modell auch für andere Brauereien und Getränkehersteller interessant werden.

Brauereidirektor Josef Schrädler bezeichnete die Umstellung als wichtigen Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte sei ein konkreter Schritt auf dem Weg zu einer weitgehend klimaneutralen Produktion und Logistik.

Für die Brauwirtschaft ist das Thema von besonderer Bedeutung. Während viele Brauereien bereits in energieeffiziente Sudhäuser, Wärmerückgewinnung oder Photovoltaikanlagen investieren, gilt die Dekarbonisierung des Transports als eine der größten Herausforderungen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.

Mit dem neuen Ladesystem möchte Weihenstephan zeigen, dass elektrische Lieferfahrzeuge auch im Getränketransport wirtschaftlich eingesetzt werden können. Ob sich das Konzept in der Praxis bewährt und zum Vorbild für weitere Brauereien wird, dürfte die Branche mit großem Interesse beobachten.

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan befindet sich im Eigentum des Freistaats Bayern und ist unabhängig von der Molkerei Weihenstephan, die zur Unternehmensgruppe des Milchunternehmers Theo Müller gehört.

De Brabandere – Petrus Nitro Cherry & Chocolate

Die belgische Brauerei De Brabandere ist bekannt dafür, traditionelle Bierstile mit modernen Ideen zu verbinden. Mit dem Petrus Nitro Cherry & Chocolate präsentiert sie ein Bier, das verspricht, gleich mehrere Besonderheiten zu vereinen: die Kraft eines belgischen Quadrupels, die Aromen von Kirschen und Schokolade sowie eine für Flaschenbier eher ungewöhnliche Stickstoff-Technologie.

Schon der Bierstil macht neugierig. Quadrupel gehören zu den intensivsten belgischen Starkbieren und zeichnen sich im Allgemeinen durch seine komplexen Malznoten, seine Tiefe und seinen kräftigen Charakter aus. Mit 8,5 Prozent Alkohol bewegt sich das Petrus Nitro Cherry & Chocolate zwar im unteren Bereich dieses Bierstils, ich hoffe aber dennoch eine bemerkenswerte Aromenvielfalt.

Das Besondere beginnt bereits beim Einschenken. Anders als bei klassischen Bieren kommt hier Stickstoff statt Kohlensäure zum Einsatz. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, empfiehlt die Brauerei ein kräftiges Einschenken direkt in die Glasmitte. Dadurch entsteht eine dichte, cremige Schaumkrone, wie man sie sonst eher von einem frisch gezapften Stout kennt.

Im Glas präsentiert sich das Bier nahezu schwarz mit dunkelrotbraunen Reflexen. Die feinporige, beigefarbene Schaumkrone unterstreicht den hochwertigen Eindruck.

Auch aromatisch hat das Bier einiges zu bieten. Geröstetes Malz bildet die Grundlage und wird von deutlichen Noten dunkler Schokolade, frisch geröstetem Kaffee und reifen Kirschen begleitet. Die Frucht wirkt dabei nicht künstlich oder aufdringlich, sondern fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich wirklich die Fruchtigkeit als Kirschen identifiziert hätte, wüsste ich nicht, dass das Bier mit Kirschen gebraut wurde.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und fruchtig. Auf der Zunge kann ich auch die Kirschen eindeutig identifizieren. Am Gaumen zeigt sich die Stärke der Nitro-Technologie besonders deutlich. Das Mundgefühl ist außergewöhnlich weich und cremig. Die Kohlensäure tritt in den Hintergrund und macht Platz für eine samtige Textur, die hervorragend zu den Aromen passt. Süßliche Kirschnoten sorgen für Frische, während Schokolade und Kaffee dem Bier Tiefe und Komplexität verleihen. Die Röstaromen bleiben präsent, ohne dominant zu wirken. Bemerkenswert ist die Balance zwischen Frucht und Malz. Keine der beiden Komponenten drängt sich in den Vordergrund. Auch der Alkohol ist gut eingebettet und unterstützt die anderen Aromen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Stattdessen entsteht ein harmonisches Zusammenspiel, das sich bis in den langen und fruchtigen Nachhall fortsetzt, in dessen Verlauf sich auch ein  Marzipanaroma entwickelt.

Kulinarisch empfiehlt sich das Bier insbesondere zu dunkler Schokolade, Schokoladendesserts oder kräftigen Käsevariationen. Ebenso gut harmoniert es mit Wildgerichten, Schmorbraten oder einem gemütlichen Abend vor dem Kamin. Dank seiner aromatischen Tiefe eignet es sich auch hervorragend als Digestif.

Mit dem Petrus Nitro Cherry & Chocolate beweist De Brabandere, dass Innovation und traditionelle Braukunst keine Gegensätze sein müssen. Das Bier bietet ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis und zeigt, wie spannend moderne Brautechnologien eingesetzt werden können, ohne den Charakter eines klassischen belgischen Starkbiers zu verlieren.

Alkoholgehalt‍:       

8,5 % Vol.

Stammwürze‍:        

20° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Empfohlene Genusstemperatur‍:         

9° – 11° Celsius

Brauerei:

Brouwerij de Brabandere
Rijksweg 33
85311 Bavikhove
Belgien
www.brouwerijdebrabandere.be

Finnlands bestes Bier 2026 gesucht – Diese Finalisten kämpfen um den Titel

In Finnland geht es derzeit um nichts Geringeres als das beste Bier des Landes. Beim Wettbewerb „Suomen Paras Olut“ – also „Finnlands bestes Bier“ – wurden Anfang Juni die Finalisten gekürt. Wer am Ende ganz oben steht, entscheidet sich am 11. Juni.

Blindverkostung mit Expertenjury

Ausgetragen wurde der Wettbewerb am 6. und 7. Juni an der Perhon Business School. Mehr als 50 geschulte Juroren nahmen die Biere dabei genau unter die Lupe – beziehungsweise ins Glas. Verkostet wurde blind, um größtmögliche Objektivität zu gewährleisten.

Teilnehmen dürfen ausschließlich Biere, die in Finnland gebraut und regulär im Handel erhältlich sind. Das Besondere: Der Wettbewerb richtet sich bewusst an die gesamte Branche – von großen Brauereien bis hin zu kleinen Craft-Betrieben.

Organisiert wird „Suomen Paras Olut“ vom finnischen Brauereiverband, hinter dem sowohl die Interessenvertretung der Brau- und Softdrinkindustrie als auch die Vereinigung der Kleinbrauereien stehen. Damit ist es der einzige Wettbewerb des Landes, der sich ausschließlich auf finnische Biere konzentriert.

Bekannte Namen hinter den Kulissen

Für die fachliche Leitung sorgten erfahrene Persönlichkeiten der Szene. Als Hauptjuror fungierte der langjährige Bierexperte Jussi Rokka. Die Gesamtleitung lag bei Veera Savolainen, während André Brunnsberg die finale Juryrunde anführte. Die Organisation des Wettbewerbs koordinierte Anikó Lehtinen.

Neben den Kategoriesiegern wird auch der Gesamtsieger gekürt – das „Finnische Bier des Jahres 2026“. Zusätzlich vergibt die Jury Sonderpreise, unter anderem für das beste glutenfreie Bier und das beste Stout.

Die folgenden Biere stehen im Finale

Die Liste der Finalisten zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig die finnische Bierlandschaft inzwischen ist:

Bellywasher / Iso-Kallan Brewery, Bock’s Doppelbock / Bocks Corner Brewery, Cloud Strider / Mallassepät, Crisp Lager / Sinebrychoff Oy, Fat Barrel 08: Bardstown Bourbon / Fat Lizard Brewing Company, Fat Lite Micro NEIPA / Fat Lizard Brewing Company, Fredrik / Mathildedalin Village Brewery, Green Riff / Varikko Brewery, Hartaa / Varikko Brewery, Intense 44 IPA / Maku Brewing, HÖLLI Juicy Pale Ale / HIISI, IKIIURSO Imperial Stout / HIISI, KASKI Cold-Smoked Lager / Takatalo & Tompuri, KASKI, Mustakaura / Takatalo & Tompuri, KASKI Strong Lager / Takatalo & Tompuri, Keisari Blanc, 5.2% / Nokian Brewery, Keisari Mexican Lager, 4.5% alcohol / Nokian Brewery, Kiljuhanhi / Tuju Brewery, Korven Kutsu Wild Alder Smoked Lager / Karvila Brewery, Kukko Rye / Laitilan Brewery, Laiskajaakko / Teerenpeli Brewery and Distillery, Lammin Sahti / Lammin Sahti, Lepaa Saison / Lepaa Brewery, Loisto West Coast Pils / Mathildedalin Village Brewery, Luigi Italo Pils / Kanavan Brewery Oy, Masuuni Imperial Stout 9% / Mathildedalin Village Brewery, Mirage / Tired Uncle Brewing, Mylläri Lager / Brewery, MYLLÄRI LOW ALC ALE 2-WAY / OlutMylly, Mystery / Brewery Tuju, Märichello / Olarin Brewery, Nikkari Pils / Maku Brewing, NOPPA Barrel-Aged Imperial Stout / HIISI, Otaniemi – Oriented / Masis Brewery, Raspberry Vanilla Sour, 5% ABV / CoolHead Brew, RPS Rock Blanc / RPS Brewing, SOURMA Barrel-Aged Brettanomyces Cherry Sour / HIISI, Ignition: Micro NEIPA / Brewery Himo, Teräs Strong Lager / Tornio Brewery, The Dark Place / Masis Brewery, Cherish the Memories / Olarin Brewery, Trippin‘ On Spruce Tips / Olarin Brewery, Vanilla Pear Pie / Pastry Chefs, Vanilla Stout / Chocolate Stout, Gloves / Skilled craftspeople

Zwischen Lager, IPA und Spezialitäten

Ein Blick auf die Liste zeigt: Von klassischen Lagerbieren über hopfenbetonte IPAs bis hin zu ausgefallenen Spezialitäten wie fassgereiften Stouts oder Sauerbieren ist alles vertreten. Auch traditionelle finnische Bierstile wie Sahti finden sich unter den Finalisten.

Damit spiegelt der Wettbewerb nicht nur die Qualität, sondern auch die enorme Bandbreite der finnischen Brauszene wider.

Spannung bis zur Bekanntgabe

Wer sich am Ende den Titel „Finnlands bestes Bier 2026“ sichert, wird am 11. Juni um 17:00 Uhr bekannt gegeben. Bis dahin bleibt es spannend. Fest steht aber schon jetzt: Die finnische Bierlandschaft hat deutlich mehr zu bieten, als man ihr auf den ersten Blick vielleicht zutraut. Oder anders gesagt: Es lohnt sich, auch jenseits der klassischen Bierländer genauer hinzuschauen – manchmal wartet das nächste Lieblingsbier eben in Finnland.

Das beste Bier der Welt kommt aus Franken

Franken ist für Bierliebhaber längst kein Geheimtipp mehr. Besonders die Fränkische Schweiz rund um Nürnberg gilt als eine der dichtesten Brauereiregionen weltweit. Kleine Familienbetriebe, traditionsreiche Keller und eine enorme Vielfalt prägen das Bild. Dass ausgerechnet hier ein Weltklassebier entsteht, überrascht also kaum – und ist doch eine bemerkenswerte Auszeichnung.

Bei den „World Beer Awards 2025“ konnte sich ein Bier aus dieser Region den Titel als bestes seiner Kategorie sichern – und damit international für Aufmerksamkeit sorgen.

Ein Festbier auf dem Siegertreppchen

Ausgezeichnet wurde das „Anna Festbier“ der Brauerei Greif aus Forchheim. In der Kategorie „Bestes Saisonbier der Welt: Oktoberfestbier/Märzen“ setzte sich das Bier gegen internationale Konkurrenz durch und holte den Titel nach Franken.

Das untergärige Bier wird nach einem überlieferten Familienrezept gebraut und bringt es auf einen Alkoholgehalt von 5,5 Prozent. Gebraut wird es traditionell für das bekannte Annafest im Forchheimer Kellerwald – ein Ereignis, das Bierkultur und fränkische Lebensart wie kaum ein anderes Fest verbindet. In diesem Jahr findet es vom 24. Juli bis zum 3. August 2026 statt.

Was die Jury überzeugt hat

Ein Blick auf die offizielle Bewertung zeigt, warum das Bier so gut abgeschnitten hat. Die Juroren beschreiben es als:
„Am Gaumen angenehm malzig, mit harmonischem Körper, weichem Antrunk, ausgewogener Säure, leichter Bitterkeit und gut eingebundenem Alkohol“.

Darüber hinaus wird dem Bier eine „hohe Trinkbarkeit“ bescheinigt – ein Prädikat, das gerade bei Festbieren nicht zu unterschätzen ist.

Auch aromatisch scheint das „Anna Festbier“ einiges zu bieten. Wahrgenommen wurden Noten von Honig, Brotkruste, dezentem Karamell sowie ein feiner Kräuterhopfen. Optisch präsentiert es sich als bernsteinfarbenes Bier mit feinporigem Schaum – also genau so, wie man sich ein klassisches Märzen wünscht.

Tradition aus Forchheim

Hinter dem Erfolg steht die Brauerei Greif aus der traditionsreichen Kaiserstadt Forchheim. Seit über 150 Jahren behauptet sich das Familienunternehmen in der Bierbranche und setzt konsequent auf klassische Brauverfahren.

Gebraut wird ausschließlich nach dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 – ein Qualitätsanspruch, der sich offenbar auch international auszahlt. Bereits in der Vergangenheit konnten Biere der Brauerei bei Wettbewerben überzeugen, darunter ein Hefeweizen Hell sowie ein Rauchbier.

Franken bleibt Bierland Nummer eins

Die Auszeichnung zeigt einmal mehr, welche Bedeutung Franken für die Bierwelt hat. Während in vielen Regionen die Zahl kleiner Brauereien zurückgeht, lebt hier eine einzigartige Bierkultur weiter – und sorgt regelmäßig für internationale Erfolge.

Oder anders gesagt: Wer wissen möchte, wie Weltklassebier schmeckt, muss nicht um die halbe Welt reisen. Ein Ausflug nach Franken reicht oft schon aus.

Historische Cafés in Flandern sollen erhalten bleiben

Nicht nur in Deutschland kämpfen traditionelle Gaststätten mit steigenden Kosten, veränderten Konsumgewohnheiten und wirtschaftlichem Druck. Auch in Belgien stehen zahlreiche historische Schankstätten vor Herausforderungen. In Flandern wurde deshalb eine neue Initiative gestartet, die den Erhalt kulturhistorisch bedeutender Cafés sichern soll.

Das flämische Denkmalschutzamt Monumentenwacht Vlaanderen und die Brauereigruppe Haacht haben eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart. Ziel ist es, historisch wertvolle Gaststätten zu erhalten und deren baulichen Zustand dauerhaft zu sichern. Allein in der Provinz Antwerpen profitieren zunächst elf Cafés von dem Programm, darunter Betriebe in Antwerpen, Mechelen, Turnhout, Retie und Meerhout.

Im Mittelpunkt der Initiative stehen sogenannte „Denkmal-Cafés“, die sich im Besitz der Immobiliengesellschaft Co.Br.Ha. Real Estate befinden, einer Tochter der Brauereigruppe Haacht. Die Gebäude werden künftig regelmäßig von Fachleuten begutachtet, die Empfehlungen für Wartung, Reparaturen und vorbeugende Schutzmaßnahmen aussprechen.

Bierkultur und Baukultur eng verbunden

Nach Angaben von Monumentenwacht Vlaanderen sind zahlreiche traditionelle Cafés in Flandern weit mehr als reine Gastronomiebetriebe. Viele Gebäude prägen seit Generationen das Ortsbild und gelten als wichtige Zeugnisse regionaler Architektur- und Alltagsgeschichte.

Die Fachleute der Denkmalschutzorganisation unterstützen sowohl offiziell geschützte Baudenkmäler als auch Gebäude, die im Inventar des flämischen Kulturerbes erfasst sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der präventiven Instandhaltung. Regelmäßige Kontrollen sollen größere Schäden frühzeitig erkennen und kostspielige Restaurierungen vermeiden.

Langfristige Strategie statt Einzelmaßnahmen

Nils van Dam, Geschäftsführer von Co.Br.Ha. Real Estate, betonte die historische Bedeutung vieler Gaststätten im Besitz der Unternehmensgruppe. Diese Gebäude seien ein wichtiger Teil des flämischen Kulturerbes und verdienten eine professionelle Betreuung, um auch für künftige Generationen erhalten zu bleiben.

Monumentenwacht Vlaanderen verfolgt seit Jahren das Prinzip der vorbeugenden Denkmalpflege. Sachverständige untersuchen die Gebäude regelmäßig und erstellen detaillierte Berichte über notwendige Maßnahmen. Dadurch können Eigentümer frühzeitig reagieren und Schäden beheben, bevor umfangreiche Restaurierungsarbeiten erforderlich werden.

Anknüpfung an erfolgreiche Projekte

Die neue Kooperation baut auf Erfahrungen aus früheren Denkmalprojekten auf. Dazu zählen unter anderem die Betreuung der historischen Gempemolen in Tielt-Winge sowie Restaurierungsmaßnahmen in bekannten flämischen Cafés wie De Roos in Gent, ’t Gouden Mandeken in Gent und Baron Ruzette in Brügge.

Für den Vorsitzenden von Monumentenwacht Vlaanderen, Luk Lemmens, ist die Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt. Historische Gaststätten benötigten keine kurzfristigen Einzelmaßnahmen, sondern eine kontinuierliche und durchdachte Betreuung. Positiv bewertet er zudem, dass sich die Brauereigruppe aktiv an der Bewahrung dieses kulturellen Erbes beteiligt.

Die Initiative zeigt, dass historische Gaststätten nicht nur Orte des Genusses und der Begegnung sind, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur regionalen Identität leisten. Mit der neuen Partnerschaft soll sichergestellt werden, dass diese oft jahrhundertealten Treffpunkte auch in Zukunft Bestand haben.

Quelle: Dieser Artikel entstand unter Verwendung von Informationen von flanderninfo.be.

Hildesheimer Braumanufaktur – Funk Soul Brewers Burst Generator

New England IPAs haben in den vergangenen Jahren die Craftbier-Szene im Sturm erobert. Im Gegensatz zu den oft bitteren und harzigen West Coast IPAs setzen sie auf intensive Fruchtaromen, ein weiches Mundgefühl und eine deutlich zurückhaltendere Bittere. Genau in diese Kategorie fällt das NEIPA der Funk Soul Brewers, der Experimentierlinie der Hildesheimer Braumanufaktur.

Schon beim Einschenken zeigt das Bier die typischen Merkmale seines Stils. Es präsentiert sich in einem hellen Bernsteinton mit leichter Hefetrübung. Der feinporige Schaum hält sich durchschnittlich lange und rundet den optisch ansprechenden Eindruck ab.

In der Nase zeigt sich sofort, wohin die Reise geht. Zitrusfrüchte stehen im Vordergrund, begleitet von Mango und einer angenehmen Süße, die an Waldhonig erinnert. Dahinter schwingt eine dezente Karamellnote mit, die dem Aromenspiel zusätzliche Tiefe verleiht.

Der Antrunk beginnt mit einer angenehmen Malzsüße. Die sehr feinperlige Kohlensäure unterstützt den weichen Charakter und sorgt für einen geschmeidigen Einstieg. Im weiteren Verlauf übernimmt die Frucht das Kommando. Mango und Zitrusaromen prägen das Geschmacksbild deutlich, während die Süße erhalten bleibt. Das Mundgefühl ist weich und rund, wie man es von einem gelungenen New England IPA erwartet. Besonders interessant ist, dass die Fruchtigkeit mit jedem Schluck zunimmt und zeitweise beinahe an einen tropischen Fruchtsaft erinnert. Die Bittere bleibt jederzeit präsent, wirkt aber ausgewogen und angenehm zurückhaltend. Im Abgang kommt eine milde, freundliche Bittere in den Mittelpunkt, die niemals aufdringlich wird. Trotz ihrer Zurückhaltung sorgt sie für Struktur und begleitet das Bier in einen überraschend langen Nachklang.

Was mir besonders gefällt, ist die Zugänglichkeit dieses Bieres. Viele klassische IPAs können durch ihre intensive Bittere gerade Einsteiger abschrecken. Dieses NEIPA geht einen anderen Weg und setzt auf Frucht, Ausgewogenheit und Trinkfluss. Damit eignet es sich hervorragend für alle, die ihre ersten Schritte in die Welt der hopfenbetonten Craftbiere wagen möchten.

Das Funk Soul Brewers NEIPA überzeugt mit tropischer Fruchtigkeit, weichem Mundgefühl und einer angenehm dosierten Bittere. Es ist kein Extrembier für Hopfenfanatiker, sondern ein ausgewogener Vertreter seines Stils, der sowohl Einsteiger als auch erfahrene Craftbier-Fans ansprechen dürfte. Ein saftiges, unkompliziertes und sehr gelungenes New England IPA.

Das Bier harmoniert gut mit würzigen Burgern, Tacos, asiatischen Gerichten mit leichter Schärfe oder gegrilltem Hähnchen. Auch fruchtige Desserts mit Mango oder Maracuja können spannende Begleiter sein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Haferflocken, Hopfen (Enigma, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Das Oktoberfest 2026 wird teurer – aber überrascht das noch jemanden?

Es ist inzwischen fast so sicher wie das traditionelle „O’zapft is“: Sobald die ersten Vorbereitungen für das Oktoberfest beginnen, folgt die Diskussion über die Bierpreise. Auch 2026 macht die Wiesn hier keine Ausnahme. Die Maß Festbier kostet in den großen Festzelten zwischen 14,80 und 15,90 Euro und erreicht damit erneut einen Höchststand.

Wer befürchtet hatte, die magische Grenze von 16 Euro würde bereits in diesem Jahr fallen, kann vorerst aufatmen. Ganz knapp darunter bleiben die teuersten Zelte. Dennoch zeigt die Entwicklung deutlich, wohin die Reise geht: Das Bier auf dem Oktoberfest wird Jahr für Jahr teurer.

Betrachtet man die Preissteigerungen nüchtern, bewegen sich die Aufschläge meist zwischen 30 und 50 Cent pro Maß. Das klingt zunächst überschaubar. Wer allerdings mit Familie oder Freunden einen ganzen Tag auf der Wiesn verbringt, wird die Unterschiede am Ende des Tages durchaus auf der Rechnung bemerken.

Interessant ist dabei, dass nicht nur das Bier teurer geworden ist. Auch alkoholfreie Getränke haben erneut angezogen. Für einen Liter Limonade werden inzwischen durchschnittlich 12,47 Euro fällig, für Tafelwasser sogar über 11 Euro. Damit wird deutlich, dass die Preisentwicklung nicht allein das Bier betrifft, sondern die gesamte Gastronomie auf dem Festgelände.

Die Wirte verweisen auf gestiegene Kosten für Personal, Sicherheit, Auf- und Abbau sowie den Wareneinkauf. Nach ihren Angaben seien die tatsächlichen Kostensteigerungen sogar höher als die Preiserhöhungen für die Gäste. Ob man dieser Argumentation folgt oder nicht: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen auch vor dem größten Volksfest der Welt keinen Halt.

Aus Sicht der Besucher stellt sich jedoch eine andere Frage. Wo liegt die persönliche Schmerzgrenze? Während eingefleischte Wiesn-Fans vermutlich auch künftig ihre Maß bestellen werden, könnten die stetig steigenden Preise gerade für jüngere Besucher oder Familien zunehmend zum Problem werden.

Gleichzeitig sollte man nicht vergessen, dass mit dem Bierpreis auf dem Oktoberfest mehr bezahlt wird als nur der Inhalt des Kruges. Die Gäste finanzieren auch die einzigartige Atmosphäre, die aufwendigen Festzelte, die Musik, das Personal und letztlich ein Stück bayerische Tradition. Ob das den Preis rechtfertigt, muss jeder Besucher selbst entscheiden.

Hier die Preise in den einzelnen Zelten :

  • Armbrustschützen-Festzelt: 15,90 Euro (15,50 Euro)
  • Augustiner-Festhalle: 14,90 Euro (14,50 Euro)
  • Bräurosl: 15,90 Euro (15,40 Euro)
  • Fischer-Vroni: 15,75 Euro (15,40 Euro)
  • Hacker-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Hofbräu-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Käfer Wiesn-Schänke: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Löwenbräu-Festzelt: 15,90 Euro (15,40 Euro)
  • Marstall: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Ochsenbraterei: 15,80 Euro (15,35 Euro)
  • Paulaner-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Schottenhamel-Festhalle: 15,80 Euro (15,40 Euro)
  • Schützen-Festzelt: 15,80 Euro (15,40 Euro)

Mein Eindruck: Die diesjährigen Preise überraschen nicht. Sie setzen lediglich einen Trend fort, der seit Jahren zu beobachten ist. Die große Schlagzeile wäre vermutlich eher eine Nullrunde gewesen. Solange die Zelte weiterhin ausverkauft sind und Millionen Menschen die Wiesn besuchen, dürfte sich an dieser Entwicklung wenig ändern.

Lambiek Fabriek – Organic&Wild Black-Belle

Die belgische Brauerei Lambiek Fabriek gehört zu den jüngeren Vertretern der traditionsreichen Lambic-Szene. Erst 2016 gegründet, widmet sich das Unternehmen ganz der spontanen Gärung und damit einer der faszinierendsten Biertraditionen Europas. Die Biere reifen in Eichenfässern und entstehen nach den Regeln eines Bierstils, der untrennbar mit dem Pajottenland südwestlich von Brüssel verbunden ist. Für diese Verkostung steht eine biologische Cassis-Variante auf dem Tisch. Die Kombination aus Lambic und schwarzen Johannisbeeren verspricht eine spannende Mischung aus Frucht, Säure und den typischen Eigenschaften spontan vergorener Biere.

Schon im Glas macht das Bier einen hervorragenden Eindruck. Leuchtend rot schimmert es im Licht, leicht hefetrüb und gekrönt von einem hellrosa Schaum. Dieser zieht sich zwar recht schnell zurück, unterstreicht aber den fruchtigen Charakter des Bieres.

Das Aroma wird von einer frischen, fruchtigen Säure geprägt. Die schwarzen Johannisbeeren sind klar erkennbar und erinnern an Cassislikör, ohne künstlich zu wirken. Dazu gesellt sich eine leichte Kandisnote, die für zusätzliche Tiefe sorgt.

Der Antrunk überrascht zunächst mit einer angenehmen Malzsüße. Die sehr feinperlige Kohlensäure verleiht dem Bier eine elegante Textur und sorgt für einen sanften Einstieg. Im Körper übernimmt dann die Frucht die Hauptrolle. Die Johannisbeeren stehen klar im Mittelpunkt und werden von einer frischen, aber gut eingebundenen Säure begleitet. Die anfängliche Süße zieht sich zunehmend zurück und macht Platz für ein ausgewogenes Wechselspiel aus Frucht und Säure. Das Mundgefühl bleibt dabei erstaunlich weich und zugänglich. Im Abgang zeigt sich der Lambic-Charakter am deutlichsten. Das Bier wird trockener, die Frucht bleibt präsent und verabschiedet sich mit einem kurzen, sauberen Nachklang. Gerade diese Trockenheit verhindert, dass die Frucht ins Süßliche abrutscht.

Besonders gelungen finde ich die Balance. Die schwarzen Johannisbeeren ergänzen den Lambic-Charakter, statt ihn zu überdecken. Dadurch entsteht ein Fruchtbier, das nicht wie ein Fruchtsaft wirkt, sondern seine Herkunft jederzeit erkennen lässt. Das Lambiek Fabriek Cassis verbindet die typische Frische eines Lambics mit den intensiven Aromen schwarzer Johannisbeeren. Fruchtig, angenehm sauer und bemerkenswert ausgewogen zeigt es, wie harmonisch Frucht und Spontangärung zusammenarbeiten können. Ein sehr zugänglicher Vertreter der Lambic-Welt, der sowohl Einsteiger als auch erfahrene Liebhaber spontangäriger Biere ansprechen dürfte.

Hervorragend passt das Bier zu Ziegenkäse, Entenbrust mit Beerensauce oder fruchtigen Desserts. Auch eine dunkle Schokoladentarte kann mit den Cassis-Aromen spannende Kombinationen ergeben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Schwarze Johannisbeeren

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Lambiek Fabriek
Eugène Ghijsstraat 71
1600 Leeuw-Saint-Pierre
Belgien
www.lambiekfabriek.be