Österreich sucht den besten Biersommelier: Staatsmeisterschaft 2026 in Vorarlberg

Am 15. Mai 2026 wird Vorarlberg zum Zentrum der österreichischen Bierkultur: Die 7. Österreichische Biersommelier-Staatsmeisterschaft bringt die besten Bierexpertinnen und -experten des Landes zusammen, um ihr Können unter Beweis zu stellen.

Organisiert im Auftrag des Verbands der Brauereien Österreichs, findet der Wettbewerb im Rahmen der Staatsmeisterschaft der Hobby- und gewerblichen Brauereien statt und verspricht ein Event auf höchstem fachlichen Niveau.

Wer wird Österreichs bester Biersommelier?

Teilnahmeberechtigt sind alle ausgebildeten Biersommelièren und Biersommeliers mit österreichischer Staatsbürgerschaft oder Hauptwohnsitz in Österreich. Im Wettbewerb geht es nicht nur um den nationalen Titel, sondern auch um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier 2027.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen ihr Fachwissen, ihre sensorischen Fähigkeiten und ihre Präsentationsstärke unter Beweis stellen – eine Kombination, die den Beruf des Biersommeliers so besonders macht.

Finale vor Publikum

Ein Highlight der Veranstaltung ist das öffentliche Finale der besten sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Diese „Final 6“ treten ab 17:00 Uhr im Frödischsaal in Zwischenwasser/Muntlix vor einer hochkarätig besetzten Jury an. Mit dabei ist unter anderem der amtierende Staatsmeister Oliver Klamminger.

Für Besucher bietet sich hier die seltene Gelegenheit, Spitzenleistungen in der Bierverkostung live zu erleben und einen Einblick in die professionelle Welt der Biersommeliers zu bekommen.

Bierkultur auf höchstem Niveau

Die Staatsmeisterschaft ist mehr als nur ein Wettbewerb – sie ist auch ein Fest der Biervielfalt. Vorarlberg als Austragungsort unterstreicht dabei die Bedeutung regionaler Braukultur und handwerklicher Qualität.

Österreich zählt zu den Ländern mit besonders vielen ausgebildeten Biersommeliers, was die Veranstaltung zusätzlich unterstreicht: Hier trifft Leidenschaft auf Fachwissen – und am Ende wird gekürt, wer das Bierhandwerk am besten versteht.

Ein Termin, den sich Bierinteressierte und Branchenkenner gleichermaßen vormerken sollten.

Atrium – Trio

Valéry und Paula lernten sich in Brasilien kennen und verband die Leidenschaft zu Craftbier. Valéry ist gelernter Brauer mit einem Abschluss in internationaler Betriebswirtschaftslehre. Er verbrachte einige Zeit in Brasilien und lernte Paula keinen, eine Biersommelière. Die beiden beschlossen gemeinsam nach Belgien zu ziehen und gründeten 2018 die Mikrobrauerei Atrium im Stadtzentrum von Marche-en-Famenne im ländlich geprägten Süden des Landes. 2019 wurde Atrium von Ratebeer.com zur besten neuen Brauerei Belgiens und fünftbesten neuen Brauerei der Welt ausgezeichnet. Im gleichen Jahr gewannen sie eine Goldmedaille beim European Beer Star in Nürnberg, für ihr The One Saison. Im Laufe der Jahre folgten weitere Gold-, Silber und Bronzemedaillen beim EBS.

Atrium Trio: Orange, hefetrüb, feinporiger Schaum, sehr gute Standzeit.

Aroma: belgische Hefe, Biskuitteig, Alkohol gut eingearbeitet

Antrunk: Trotz der Süße spritzig

Körper: schweres und cremiges Mundgefühl, fruchtig, typisch belgische Bittere

Abgang: anfangs überraschend mild, erstmals schmeckt der Alkohol durch, Bittere klingt sehr lange nach.

Trio ist ein blondes, obergärig gebrautes Tripel Starkbier. Es wurde mit einer ordentlichen Menge und 3 verschiedenen Sorten Hafer eingebraut, der für ein angenehm weiches, crèmiges Mundgefühl sorgt. Die speziell ausgewählte Hefe verfeinern die Aromen des gemälzten Getreides und holen außerdem fruchtig-frische Aromen aus dem Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, Weizen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,7 % Vol.

Bittereinheiten:

27 IBU

Farbe:

13 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 10° Celsius

Brauerei:

Brasserie Atrium
9 Rue des Brasseurs
6900 Marche-en-Famenne
Belgien
www.brasserieatrium.be

Bierothek-Gruppe in der Insolvenz: Wie geht es weiter mit dem Craft Beer-Händler?

Die Bierothek-Gruppe steht unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Betroffen sind sowohl die Bierothek GmbH als auch die Bierothek Marketplace GmbH. Das Amtsgericht Bamberg hat entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu prüfen und die Vermögenswerte zu sichern.

Komplexes Geschäftsmodell unter Druck

Die Bierothek hat sich in den vergangenen Jahren als Plattform für Craft- und Spezialitätenbiere etabliert. Das Konzept kombinierte Online-Shop, Marktplatz und stationäre Filialen und bot eine breite Auswahl nationaler und internationaler Biere.

Zum Geschäftsmodell gehörten neben dem klassischen E-Commerce auch ein Franchise-Netzwerk sowie eigene technische Lösungen für den Marktplatz. Branchenbeobachter sehen jedoch genau hier eine der Herausforderungen: Die Strategie galt als kapitalintensiv, insbesondere durch Expansion, Logistik und Marketing.

Vorläufige Insolvenz – wie geht es weiter?

Die Geschäftsführung bleibt weiterhin im Amt, agiert jedoch unter Aufsicht der eingesetzten Insolvenzverwalter. Wichtige Entscheidungen können nur noch in Abstimmung mit diesen getroffen werden.

Ziel der aktuellen Phase ist es, die wirtschaftliche Situation zu analysieren und mögliche Perspektiven zu prüfen. Dazu zählen unter anderem ein Einstieg von Investoren, eine Sanierung des Unternehmens oder auch die Aufgabe einzelner Geschäftsbereiche.

Beispiel für strukturelle Probleme

Experten sehen den Fall der Bierothek-Gruppe als symptomatisch für die aktuellen Herausforderungen im spezialisierten E-Commerce. Hohe Kosten für Logistik und Marketing treffen auf eine teilweise schwächelnde Nachfrage und begrenzte Skalierungsmöglichkeiten.

Biermarkt im Wandel

Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der sich der gesamte Biermarkt im Umbruch befindet. Laut Statistischem Bundesamt ist der Absatz von alkoholhaltigem Bier zuletzt auf einen historischen Tiefstand gesunken, während alkoholfreie Varianten weiter an Bedeutung gewinnen.

Besonders kleinere und mittelständische Brauereien stehen unter Druck. Steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Transport sowie verändertes Konsumverhalten führen dazu, dass immer mehr Betriebe wirtschaftliche Schwierigkeiten bekommen.

In jüngerer Zeit mussten bereits mehrere Brauereien schließen oder wurden übernommen. Beispiele sind die Craftbier-Brauerei Landgang in Hamburg oder Traditionsbetriebe wie Weltenburger und Bischofshof, die in größere Braugruppen integriert wurden.

Unsichere Zukunft

Wie es mit der Bierothek konkret weitergeht, ist derzeit offen. Die kommenden Wochen dürften entscheidend sein: Ob sich ein Investor findet, eine Restrukturierung gelingt oder Teile des Geschäfts eingestellt werden müssen, bleibt abzuwarten.

Für die Craft-Bier-Szene wäre ein dauerhafter Verlust jedoch ein spürbarer Einschnitt – schließlich war die Bierothek für viele Konsumenten eine wichtige Anlaufstelle für besondere Biere aus Franken, Deutschland und aller Welt.

Rückruf bei Gutmann: Alkoholfreies Hefeweizen betroffen

Die Brauerei Gutmann e.K. hat einen Rückruf für zwei alkoholfreie Biersorten gestartet. Betroffen sind sowohl das helle alkoholfreie Hefeweizen als auch das dunkle alkoholfreie Hefeweizen. Grund für die Maßnahme ist eine mögliche Nachgärung in einzelnen Flaschen.

Welche Produkte sind betroffen?

Vom Rückruf betroffen sind:
– Helles alkoholfreies Hefeweizen: alle Flaschen mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis einschließlich 25.09.2026, insbesondere die Charge mit MHD 19.07.2026
– Dunkles alkoholfreies Hefeweizen: alle Flaschen mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis einschließlich 25.09.2026, insbesondere die Charge mit MHD 12.07.2026

Die Chargenkennzeichnung befindet sich auf dem Rückenetikett direkt hinter dem Mindesthaltbarkeitsdatum.

Warum wird das Bier zurückgerufen?

Bei der Abfüllung kann es in Einzelfällen zu einer unerwünschten Nachgärung durch Hefe gekommen sein. Dadurch können zwei Risiken entstehen: Zum einen kann der Alkoholgehalt über den gesetzlich erlaubten Grenzwert für alkoholfreies Bier ansteigen. Zum anderen kann sich in der Flasche ein erhöhter Druck aufbauen, der im schlimmsten Fall zu Glasbruch führen kann.

Was sollten Verbraucher beachten?

Die Brauerei bittet ausdrücklich darum, die betroffenen Biere nicht zu konsumieren. Zudem sollten die Flaschen vorsichtig gehandhabt und transportiert werden, um mögliche Gefahren durch Druckaufbau zu vermeiden.

Bis zur Rückgabe empfiehlt es sich, die Flaschen kühl – idealerweise unter 10 °C – und lichtgeschützt zu lagern, um die Aktivität der Hefe zu verlangsamen.

Rückgabe und Kontakt

Die Brauerei erstattet selbstverständlich den Kaufpreis für ungeöffnete Flaschen. Die Rückgabe kann entweder direkt bei der Brauerei oder im jeweiligen Handel erfolgen. Alternativ ist auch eine individuelle Abstimmung möglich.

Für Rückfragen steht eine Hotline zur Verfügung:
+49 (0) 84 23 / 99 66 – 88
(Montag bis Donnerstag: 08:00 – 17:00 Uhr, Freitag: 08:00 – 12:00 Uhr)
E-Mail: hotline@brauerei-gutmann.de

Verbraucherschutz im Fokus

Der Rückruf erfolgt im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes. Die Brauerei Gutmann betont, dass Sicherheit und Qualität oberste Priorität haben. Der Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig sorgfältige Produktions- und Lagerbedingungen sind – auch bei alkoholfreien Bieren.

Maisel & Friends – Artbier #8

Nun ist es da – das inzwischen achte Artbier von Maisel & Friends. Für diese Serie von Sondersuden gestaltet immer ein anderer Street Art-Künstler das Etikett. Für dieses Bier stammt das Etikett vom belgischen Künstler Lobster Robin. Er verbindet in seiner Arbeit auf einzigartige Weise klassische Illustration mit der Dynamik von Streetart. Mit einem Hintergrund in Illustration und Animation verfügt er über ein ausgeprägtes Gespür für Licht, Farben und feine Details – Fähigkeiten, die seinen Werken eine besondere Tiefe verleihen.

Gleichzeitig fließt die rohe, ungezähmte Energie von Graffiti und urbaner Kunst in seine Arbeiten ein. So entstehen visuell intensive, oft psychedelisch anmutende Bildwelten, die gleichermaßen faszinieren und herausfordern. Lobster Robin schafft es, vertraute Motive aus ungewohnten Perspektiven zu zeigen und den Betrachter in eine farbenreiche, fast traumartige Realität zu ziehen, die lange nachwirkt.

Jetzt ist es aber an der Zeit, dass ich mit der Verkostung beginne die Flasche öffne und das Bier einschenke. Das Artbier #8 von Maisel & Friends präsentiert sich im Glas in einem hellen Goldton mit ausgeprägter Hefetrübung. Der feinporige, weiße Schaum baut sich stabil auf und bleibt erfreulich lange erhalten.

In der Nase zeigt sich ein wahres Fruchtfeuerwerk: Zitrus, Ananas, Maracuja und Pfirsich verbinden sich zu einem intensiven, einladenden Aromenspiel, das sofort Lust auf den ersten Schluck macht.

Der Antrunk ist spritzig und lebendig, begleitet von einer angenehm zurückhaltenden Süße. Am Gaumen steht die Frucht klar im Vordergrund, ohne dabei den Malzkörper zu überdecken. Dieser sorgt für die nötige Balance und verleiht dem Bier Struktur. Hinzu kommt eine deutliche, fruchtige Bittere, die präsent ist, aber nie dominierend wirkt. Das Mundgefühl bleibt dabei weich und frisch. In der Kehle zeigt sich das Bier trockener, während Frucht und Bittere noch einmal gemeinsam auftreten. Besonders die Bittere bleibt lange erhalten und sorgt für einen nachhaltigen Eindruck.

Insgesamt ist das Artbier #8 ein sehr zugängliches IPA auf hohem Niveau – aromatisch intensiv, ausgewogen und mit hohem Trinkfluss. Und wie bei allen Sondersuden gilt: schnell sein lohnt sich, denn weg ist weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Krush, Mosaic, Simcoe, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

13,7° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Rückruf bei Brauerei Holzhauser: Explosionsgefahr bei alkoholfreiem Bier

Die Brauerei Holzhauser hat aktuell einen Rückruf für zwei alkoholfreie Biersorten gestartet. Betroffen sind das alkoholfreie Weißbier sowie das alkoholfreie Helle in der 0,5-Liter-Glasflasche. Grund für die Maßnahme ist eine mögliche Nachgärung in einzelnen Flaschen, die im schlimmsten Fall zu gefährlichem Überdruck und sogar Glasbruch führen kann.

Welche Produkte sind betroffen?

Der Rückruf betrifft konkret folgende Chargen:
– Alkoholfreies Weißbier mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis Juli 2026
– Alkoholfreies Helles mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis November 2026

Warum besteht Gefahr?

Nach Angaben der Brauerei kann es bei der Abfüllung in Einzelfällen zu einer unerwünschten Nachgärung durch Hefe gekommen sein. Dadurch können zwei Probleme auftreten: Zum einen kann der Alkoholgehalt über die gesetzlich zulässige Grenze für alkoholfreies Bier ansteigen. Zum anderen kann sich in der Flasche ein erhöhter Druck aufbauen. Im Extremfall besteht dadurch die Gefahr, dass Flaschen bersten – mit entsprechendem Verletzungsrisiko.

Was sollten Verbraucher jetzt tun?

Die Brauerei rät dringend davon ab, die betroffenen Biere zu konsumieren. Stattdessen sollten die Flaschen ungeöffnet im Handel zurückgegeben werden. Besonders wichtig ist dies für Personen, die bewusst auf Alkohol verzichten möchten oder müssen.

Bis zur Rückgabe empfiehlt es sich, die Flaschen kühl (unter 10 °C) und lichtgeschützt zu lagern, um eine weitere Aktivität der Hefe möglichst zu verlangsamen.

Vorbeugender Verbraucherschutz

Der Rückruf erfolgt ausdrücklich aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes. Ziel ist es, mögliche gesundheitliche Risiken sowie Gefahren durch Glasbruch frühzeitig zu vermeiden.

Für Verbraucher zeigt der Fall einmal mehr, dass auch bei scheinbar unproblematischen Produkten wie alkoholfreiem Bier Sorgfalt bei Herstellung und Lagerung entscheidend ist.

„Know Your Beer“: Mehr Transparenz für Biertrinker in Europa

Wissen Sie eigentlich genau, was in Ihrem Bier steckt? Zutaten, Herkunft, Alkoholgehalt oder Frische – all das sind Informationen, die oft auf dem Etikett stehen, aber nicht immer leicht zu verstehen sind. Genau hier setzt das neue europäische Portal „Know Your Beer“ an, das kürzlich im italienischen Parlament in Rom vorgestellt wurde.

Hinter der Initiative steht die European Beer Consumers‘ Union, die sich für mehr Transparenz und Verbraucherrechte im europäischen Biermarkt einsetzt. Ziel der Plattform ist es, Biertrinkerinnen und Biertrinkern verständliche, zugängliche und überprüfbare Informationen an die Hand zu geben und so das Bewusstsein für Qualität und Herkunft zu stärken.

Ein digitales Werkzeug für mehr Durchblick

Vorgestellt wurde das Portal im Rahmen der Pressekonferenz „Know Your Beer: EBCU and Unionbirrai, the new frontier of transparency“, die gleichzeitig den Auftakt zum 73. Delegiertentreffen der EBCU bildete. Gastgeber war die Unionbirrai, der Verband unabhängiger italienischer Craft-Brauereien.

Das Portal versteht sich als praktisches Werkzeug für Verbraucher. Es hilft dabei, Bieretiketten besser zu lesen und vermittelt Wissen zu sechs zentralen Themen: Alkoholgehalt und Bierstile, Zutaten und Allergene, Hersteller und Herkunft, Zertifizierungen, Frische und Rückverfolgbarkeit sowie die richtige Lagerung.

Unterstützung aus Politik und Branche

Auch politisch stößt das Thema auf breite Zustimmung. Vittorio Ferraris betonte die Rolle von Unionbirrai als Brücke zwischen Produzenten und Konsumenten und erklärte: „Heute verzeichnen wir ein Klima großer Harmonie zwischen Institutionen und Interessengruppen im Sektor: Ein geschlossenes Team wurde geschaffen, das das Wachstum des Sektors endlich mit angemessenen und modernen Vorschriften begleiten kann.“

Luca De Carlo hob insbesondere die regionale Verankerung hervor: „Die Bierlieferkette, insbesondere Craftbier, ist nicht nur wegen der Transparenz wichtig, sondern auch, weil sie tief in den Herkunftsgebieten verwurzelt ist. Nach mehr als sechzig Jahren brauchen wir moderne Gesetzgebung, die das Wachstum des Sektors begleitet und neue Möglichkeiten wie Gastfreundschaft und Biertourismus stärkt, damit vor allem kleinere Produzenten ihre Geschichte besser erzählen können.“

Auch Giorgio Salvitti unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung: „Der Biersektor ist ein strategischer Bereich für die nationale Wirtschaft. Klarheit bei Rückverfolgbarkeit, Sicherheit und Qualitätsmerkmalen zu gewährleisten, ist eine Verpflichtung gegenüber Verbrauchern und Markt. Wir arbeiten an neuen gesetzlichen Regelungen, die einen klaren Rahmen schaffen und die Entwicklung des Sektors fördern – auch durch die Chancen des Biertourismus.“

Zwischen Innovation und Regulierung

Ein zentraler Punkt der Diskussion war die Lücke zwischen digitaler Innovation und teilweise veralteten gesetzlichen Rahmenbedingungen. Während Plattformen wie „Know Your Beer“ bereits moderne Lösungen für mehr Transparenz bieten, hinkt die Regulierung in vielen Bereichen noch hinterher.

Genau hier setzt das Projekt an: Es verbindet Verbraucherinteresse, digitale Möglichkeiten und politische Entwicklungen. Ziel ist es, Bier nicht nur besser zugänglich zu machen, sondern auch bewusster erlebbar.

Die 1990 in Brügge gegründete European Beer Consumers’ Union versteht sich dabei als unabhängige Stimme der Konsumenten und setzt sich für Vielfalt, Transparenz und faire Marktbedingungen im europäischen Biersektor ein.

Wenn Stammwürze zur Grillwürze wird: Bier erobert den Grill

Sobald die Tage länger werden und der Duft von Holzkohle in der Luft liegt, beginnt sie wieder: die Grillsaison. Und während Bier traditionell als Begleiter zum Grillabend fest dazugehört, entdeckt man es zunehmend auch als Zutat direkt auf dem Rost – oder besser gesagt: davor, in der Marinade.

Der Baden-Württembergischer Brauerbund zeigt, wie vielseitig Bier in der Küche eingesetzt werden kann. Denn was viele unterschätzen: Die Aromenvielfalt von Bier – von malzig über würzig bis feinherb – macht es zu einem echten Geheimtipp für raffinierte Grillgerichte.

„Bier kann viel mehr, als nur den Durst löschen“, erklärt Geschäftsführer Hans-Walter Janitz. „Unsere Brauerinnen und Brauer bringen seit Generationen höchste Qualität ins Glas – und genau diese Aromenvielfalt macht Bier auch am Grill zu einer spannenden Zutat.“

Marinade mit Charakter

Die Grundidee ist dabei denkbar einfach: Bier trifft auf klassische Zutaten wie Zwiebeln, Knoblauch, Rosmarin, Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker. Daraus entsteht eine Marinade, die dem Grillgut eine zusätzliche Geschmacksebene verleiht – von würzig-malzig bis angenehm herb.

Schon wenige Minuten Kontakt reichen aus, um dem Fleisch mehr Tiefe zu geben. Wer sich jedoch Zeit nimmt, wird belohnt: Nach etwa 24 Stunden in einer kräftigen Biermarinade wird das Fleisch deutlich zarter und entwickelt eine fast schmorartige Konsistenz – direkt vom Grill.

Nicht nur für Fleisch

Biermarinaden funktionieren längst nicht nur bei klassischen Steaks. Auch Geflügel und Bratwürste profitieren von der aromatischen Würze. Besonders spannend wird es jedoch im vegetarischen Bereich: Tofu und pflanzliche Alternativen gewinnen durch die Marinade deutlich an Charakter und Tiefe.

Ein besonderer Tipp aus der Praxis sind Bier-Schmorzwiebeln vom Grill – kombiniert mit frischem Brot ein einfaches, aber überraschend intensives Geschmackserlebnis.

Genuss mit oder ohne Alkohol

Auch beim Thema Alkohol gibt es eine einfache Lösung: Die Marinade funktioniert problemlos mit alkoholfreiem Bier. In Sachen Aroma stehen diese Varianten ihren klassischen Pendants längst in nichts mehr nach.

Rezept: Bierige Grillmarinade

Zutaten (für mehrere Portionen):
100 ml Bier (Pils oder Helles, auch alkoholfrei möglich)
½ Zwiebel, fein gewürfelt
2 Teelöffel Salz
½ Teelöffel frisch gemahlener Pfeffer
Nadeln eines Rosmarinzweigs
1–2 Knoblauchzehen, in feine Scheiben geschnitten
1 Teelöffel Zucker

Zubereitung:
Alle Zutaten gut vermischen und nach Geschmack abschmecken. Optional sorgen ein paar Spritzer Apfelessig für zusätzliche Frische. Die Marinade anschließend für zwei bis drei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Das Grillgut je nach gewünschter Intensität kurz oder mehrere Stunden marinieren oder kräftig einreiben. Vor dem Grillen überschüssige Marinade abstreifen, um ein Anbrennen zu vermeiden.

Browar Stu Mostów – sour time

Die Browar Stu Mostów gehört zu den spannendsten Craft-Brauereien Polens und hat sich mit kreativen, stilübergreifenden Bieren einen festen Platz in der europäischen Szene erarbeitet. Besonders bekannt ist die Brauerei für ihre Experimentierfreude – von klassischen Interpretationen bis hin zu modernen Hybridstilen wie fruchtbetonten Sour IPAs. Mit dem „Sour Time“ liefert Browar Stu Mostów genau so einen Vertreter: ein Sour IPA, vergoren mit Philly Sour Hefe, die gleichzeitig für die Säurebildung sorgt, und verfeinert mit Mosaic Spectrum Hopfenextrakt.

Im Glas zeigt sich das Bier hell und stark hefetrüb. Der feinporige Schaum baut sich zunächst kräftig auf, fällt jedoch schnell zusammen, während ein stabiler Rest erhalten bleibt.

In der Nase ist sofort klar, wohin die Reise geht: ein intensives Fruchtfeuerwerk mit Mango, Zitrus, Ananas und sogar Sternfrucht. Eine leichte Biskuitnote sorgt für eine angenehme, fast dessertartige Süße im Hintergrund.

Bereits auf der Zungenspitze setzt sich diese Fruchtigkeit fort, begleitet von einer lebendigen, sehr fruchtigen Säure. Am Gaumen dominieren dann weiterhin tropische Fruchtaromen und eine spürbare Süße, während die Bittere kaum in Erscheinung tritt. Das Mundgefühl ist weich und fast samtig – mit etwas mehr Kohlensäure wäre das Bier noch prägnanter und frischer. Im Abgang bleibt die Fruchtigkeit klar im Vordergrund, die Bittere bleibt zurückhaltend. Der Nachklang ist lang, saftig und tropisch geprägt.

Insgesamt ein modernes, aromatisch intensives Sour IPA, das klar auf Frucht und Trinkfluss setzt und dabei die Balance zugunsten von Süße und Säure verschiebt.

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Brauerei:

Browar Stu Mostów
Jana Długosza 2
51-162 Wrocław
Polen
www.100mostow.pl

Der „Guinndex“: Wie KI die Bierpreise in Irland transparenter macht

Wer schon einmal in einem Pub ein Bier bestellt hat, kennt das Gefühl: War das jetzt ein fairer Preis – oder eher nicht? Genau diese Frage brachte einen Unternehmer in Irland auf eine ungewöhnliche Idee, die inzwischen für Bewegung in der gesamten Bierlandschaft sorgt.

Auslöser war ein Pint Guinness für 7,80 Euro in Dublin. Für Matt Cortland Grund genug, genauer hinzuschauen. Schnell stellte er fest: Offizielle Statistiken zum Preis des bekanntesten irischen Bieres gibt es seit 2011 nicht mehr. Also beschloss er kurzerhand, die Daten selbst zu erheben – mit Hilfe von künstlicher Intelligenz.

3.000 Anrufe, ein Ziel: Bierpreise vergleichen

Cortland entwickelte eine KI-gestützte Telefonstimme namens „Rachel“, die mit nordirischem Akzent ausgestattet wurde. Diese führte über 3.000 Telefonate mit Pubs in ganz Irland und fragte gezielt nach dem Preis für ein Pint Guinness.

Das Ergebnis dieser Datensammlung ist der sogenannte „Guinndex“ – eine Art lebender Bierpreisindex, der Durchschnittspreise sichtbar macht und gleichzeitig von Nutzern aktualisiert werden kann. Aktuell liegt der durchschnittliche Preis für ein Pint bei rund 6,01 Euro, während 5,50 Euro am häufigsten genannt werden.

Die Preisspanne ist dabei bemerkenswert: Teilweise liegen zwischen zwei Pubs, die nur wenige Meter voneinander entfernt sind, Unterschiede von bis zu zwei Euro. Das teuerste erfasste Pint kostet sogar rund 11 Euro.

Transparenz als Wettbewerbsvorteil

Auch wenn der „Guinndex“ noch keine flächendeckenden Preissenkungen ausgelöst hat, zeigen sich erste Effekte. So senkte ein Pub-Betreiber seinen Preis um 40 Cent – und aktualisierte den Wert anschließend selbst im System.

Für Cortland ist genau das der entscheidende Punkt: Transparenz. Wer Preise kennt, kann vergleichen – und Anbieter geraten automatisch unter Wettbewerbsdruck.

KI im Alltag angekommen

Das Projekt zeigt zudem, wie weit sich Sprach-KI bereits entwickelt hat. Viele Gesprächspartner bemerkten offenbar nicht, dass sie mit einer künstlichen Stimme sprachen. Studien zeigen sogar, dass Menschen in solchen Gesprächen oft länger reden und mehr Details preisgeben als im Kontakt mit echten Personen.

Ein Barkeeper formulierte es besonders typisch:
„Der Preis für ein Pint Guinness? Fünfundzwanzig Pfund. Aber wenn du auf ein kleines Bier vorbeikommst, gebe ich es dir für einen Fünfer.“

Ein anderer zeigte sich großzügig:
„Hör zu, normalerweise kosten sie 6,20 Euro. Aber wenn du dir keines leisten kannst, geben wir dir eins aus. Wir kümmern uns um dich.“

Was bedeutet das für Biertrinker?

Der „Guinndex“ ist mehr als ein Spielerei-Projekt. Er zeigt, wie digitale Werkzeuge die Bierkultur verändern können – nicht im Glas, aber rundherum. Transparenz, Vergleichbarkeit und informierte Entscheidungen könnten künftig eine größere Rolle spielen, auch in anderen Bereichen.

Cortland denkt bereits weiter: Warum nicht ähnliche Modelle für andere Produkte entwickeln – etwa für Pizza in New York oder sogar für Medikamente?

Für Biertrinker bleibt vor allem eine Erkenntnis: Der Preis für ein Pint ist längst nicht so eindeutig, wie man vielleicht denkt. Und manchmal lohnt sich ein zweiter Blick – oder eben ein Blick in den „Guinndex“.