350 Jahre Brautradition – mit solchen Zahlen beginnt bei vielen Brauereien die Geschichte, bevor das eigentliche Bier überhaupt ins Glas kommt. Auch bei der Privatbrauerei M. C. Wieninger spielt Herkunft eine wichtige Rolle. Regionalität, heimische Rohstoffe und Verantwortung für die eigene Region stehen im Mittelpunkt der HOAMAT-Linie. Doch Tradition allein macht kein gutes Bier. Entscheidend bleibt die Frage: Wie schmeckt das Wieninger Zwickel?
Im Glas präsentiert sich das Bier in einem satten Goldton mit deutlicher Hefetrübung. Darüber liegt ein feinporiger, weißer Schaum, der solide wirkt, ohne außergewöhnlich lange durchzuhalten. Optisch erfüllt das Zwickel ziemlich genau die Erwartungen, die man an diesen Bierstil hat.
In der Nase zeigt sich das Bier überraschend einladend. Biskuitteig prägt den ersten Eindruck, begleitet von fruchtigen Noten, die an reife Birnen erinnern. Das wirkt angenehm weich und lässt bereits einen eher zugänglichen Charakter vermuten.
Der Antrunk bringt eine kräftige Kohlensäure mit, die das Bier lebendig erscheinen lässt. Dazu kommt eine angenehme Malzsüße, die sofort für einen harmonischen Einstieg sorgt. Der Körper des Wieninger Zwickel entwickelt eine schöne Balance: Fruchtige Eindrücke bleiben erhalten, eine leichte Säure sorgt für Frische und die Bittere bleibt freundlich dosiert. Nichts wirkt überzogen oder laut. Stattdessen entsteht ein schlankes, unkompliziertes Mundgefühl mit hoher Trinkbarkeit. Gerade diese Süffigkeit scheint die eigentliche Stärke des Bieres zu sein. Es versucht nicht, mit spektakulären Aromen Aufmerksamkeit zu erzwingen, sondern konzentriert sich auf Ausgewogenheit und Alltagstauglichkeit. Im Abgang bleibt das Zwickel mild, die Bittere verabschiedet sich zügig und hinterlässt nur einen kurzen Nachklang. Wer intensive oder lang anhaltende Aromen sucht, wird vielleicht mehr Tiefe vermissen. Wer dagegen ein unkompliziertes, ehrliches Bier bevorzugt, dürfte genau das schätzen.
Das Wieninger Zwickel ist kein Bier für große Experimente, sondern eines für viele Gelegenheiten. Angenehme Malzsüße, fruchtige Noten und eine gut eingebundene Bittere machen es zu einem rundum zugänglichen Begleiter. Vielleicht nicht spektakulär – aber genau deshalb ein Bier, das man gerne öfter trinkt.
Das Bier passt hervorragend zu Brotzeiten, mildem Bergkäse, Brathendl oder klassischen bayerischen Gerichten. Auch zu Flammkuchen oder einer herzhaften Quiche dürfte die ausgewogene Fruchtigkeit gut funktionieren.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen
Alkoholgehalt:
5,2 % Vol.
Stammwürze:
12,5° Plato
Bittereinheiten:
18 IBU
Farbe:
8EBC
Brauerei:
Privatbrauerei M.C. Wieninger
Poststraße 1
83317 Teisendorf
www.wieninger.de







Die Stiegl Privatbrauerei ist eine traditionsreiche Brauerei in Salzburg, Österreich. Bereits seit 1492 werden dort Biere gebraut. Neben den Standardbieren bringt die Brauerei auch regelmäßig Sondersude auf den Markt. Eigentlich schade, dass die Brauerei ihre Biere nur an den Handel in Österreich ausliefert. Die Brauerei ist bis heute ein österreichisches Familienunternehmen. Die Stiegl-Brauerei ist eine von nur vier Brauereien in Österreich, die mit dem Slow Brewing-Siegel ausgezeichnet wurde. Obwohl die Salzburger Biere in Deutschland nur schwer erhältlich sind, steht jetzt das Bio-Zwickl vor mir zur Verköstigung.
Selten gibt eine Brauerei im Internet so wenige Informationen über sich preis wie Lang-Bräu aus Wunsidel-Schönbrunn im Fichtelgebirge. Aber das Bier, das jetzt vor mir steht, wird im Rahmen der Zutatenliste vollständig beschrieben. Sogar die Hefe gibt die Brauerei an, was eine Seltenheit ist.
Über die im Jahr 1597 in Ulm gegründete Brauerei Gold Ochsen habe ich schon mehrfach etwas geschrieben, so dass ich jetzt direkt zum Bier kommen kann.