Archiv der Kategorie: Biobier

wildwuchs Brauwerk – Freihafen

Alkoholfreie Weizenbiere erfreuen sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Viele Brauereien versuchen dabei, den typischen Charakter eines klassischen Hefeweizens möglichst authentisch einzufangen. Das Wildwuchs Freihafen Alkoholfreies Weizen BIO aus Hamburg geht dabei seinen eigenen Weg. Die Bio-Brauerei setzt auf hochwertige Rohstoffe aus kontrolliert ökologischem Anbau und verspricht eine erfrischende Alternative für alle, die auf Alkohol verzichten möchten oder müssen.

Bereits beim Einschenken präsentiert sich das Bier in einem hellen Goldton mit deutlicher Hefetrübung. Der feinporige Schaum baut sich zunächst ordentlich auf, fällt aber recht schnell zusammen. Ein kleiner Rest bleibt jedoch lange erhalten und sorgt für eine ansprechende Optik.

In der Nase zeigt sich zunächst helles Malz. Dahinter schimmert eine leichte Bananennote hervor, die allerdings eher zurückhaltend bleibt. Wer den typisch intensiven Duft klassischer Weißbiere erwartet, wird hier eher dezente Aromen vorfinden.

Der Antrunk wirkt angenehm spritzig. Die Kohlensäure ist lebendig und sorgt gemeinsam mit einer recht ausgeprägten Süße für einen erfrischenden ersten Eindruck. Gerade an warmen Tagen dürfte das Bier dadurch viele Freunde finden. Auf der Zunge entwickelt sich das Freihafen jedoch anders, als man es von einem klassischen Weizenbier erwarten würde. Die für den Bierstil typischen Bananen- und Nelkennoten bleiben weitgehend aus. Stattdessen erinnert das Geschmacksbild eher an frische Bierwürze. Eine leichte Bittere ergänzt den schlanken Körper. Das Bier wirkt dadurch weniger wie ein traditionelles Hefeweizen und eher wie eine eigenständige alkoholfreie Spezialität. Das muss keineswegs ein Nachteil sein. Zwar fehlt der typische Weizenbiercharakter, unangenehm wird das Bier aber nie. Vielmehr bietet es einen eigenen Ansatz, der sich bewusst von vielen anderen alkoholfreien Weißbieren unterscheidet. Besonders interessant wird es im Abgang. Hier überrascht das Bier mit einer für Weizenbiere ungewöhnlich deutlichen Bittere. Diese bleibt angenehm und sorgt gemeinsam mit dem langen Nachhall für einen gelungenen Abschluss. Gerade dieser Nachklang verleiht dem Bier mehr Charakter, als man nach dem ersten Schluck vielleicht erwarten würde.

Das Wildwuchs Freihafen Alkoholfreies Weizen BIO ist kein klassisches Hefeweizen. Wer intensive Bananen- und Nelkenaromen sucht, wird sie hier kaum finden. Stattdessen präsentiert sich das Bier frisch, spritzig und mit einem eigenständigen Geschmacksprofil, das eher an Würze erinnert. Der lange, angenehm bittere Nachklang sorgt für Charakter und macht das Bier zu einer interessanten Alternative im wachsenden Markt alkoholfreier Biere.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

6,5° Plato

Farbe:

6 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6 – 9° Celsius

Brauerei:

Wildwuchs Brauwerk
Jaffestr. 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

Lambiek Fabriek – Organic&Wild Black-Belle

Die belgische Brauerei Lambiek Fabriek gehört zu den jüngeren Vertretern der traditionsreichen Lambic-Szene. Erst 2016 gegründet, widmet sich das Unternehmen ganz der spontanen Gärung und damit einer der faszinierendsten Biertraditionen Europas. Die Biere reifen in Eichenfässern und entstehen nach den Regeln eines Bierstils, der untrennbar mit dem Pajottenland südwestlich von Brüssel verbunden ist. Für diese Verkostung steht eine biologische Cassis-Variante auf dem Tisch. Die Kombination aus Lambic und schwarzen Johannisbeeren verspricht eine spannende Mischung aus Frucht, Säure und den typischen Eigenschaften spontan vergorener Biere.

Schon im Glas macht das Bier einen hervorragenden Eindruck. Leuchtend rot schimmert es im Licht, leicht hefetrüb und gekrönt von einem hellrosa Schaum. Dieser zieht sich zwar recht schnell zurück, unterstreicht aber den fruchtigen Charakter des Bieres.

Das Aroma wird von einer frischen, fruchtigen Säure geprägt. Die schwarzen Johannisbeeren sind klar erkennbar und erinnern an Cassislikör, ohne künstlich zu wirken. Dazu gesellt sich eine leichte Kandisnote, die für zusätzliche Tiefe sorgt.

Der Antrunk überrascht zunächst mit einer angenehmen Malzsüße. Die sehr feinperlige Kohlensäure verleiht dem Bier eine elegante Textur und sorgt für einen sanften Einstieg. Im Körper übernimmt dann die Frucht die Hauptrolle. Die Johannisbeeren stehen klar im Mittelpunkt und werden von einer frischen, aber gut eingebundenen Säure begleitet. Die anfängliche Süße zieht sich zunehmend zurück und macht Platz für ein ausgewogenes Wechselspiel aus Frucht und Säure. Das Mundgefühl bleibt dabei erstaunlich weich und zugänglich. Im Abgang zeigt sich der Lambic-Charakter am deutlichsten. Das Bier wird trockener, die Frucht bleibt präsent und verabschiedet sich mit einem kurzen, sauberen Nachklang. Gerade diese Trockenheit verhindert, dass die Frucht ins Süßliche abrutscht.

Besonders gelungen finde ich die Balance. Die schwarzen Johannisbeeren ergänzen den Lambic-Charakter, statt ihn zu überdecken. Dadurch entsteht ein Fruchtbier, das nicht wie ein Fruchtsaft wirkt, sondern seine Herkunft jederzeit erkennen lässt. Das Lambiek Fabriek Cassis verbindet die typische Frische eines Lambics mit den intensiven Aromen schwarzer Johannisbeeren. Fruchtig, angenehm sauer und bemerkenswert ausgewogen zeigt es, wie harmonisch Frucht und Spontangärung zusammenarbeiten können. Ein sehr zugänglicher Vertreter der Lambic-Welt, der sowohl Einsteiger als auch erfahrene Liebhaber spontangäriger Biere ansprechen dürfte.

Hervorragend passt das Bier zu Ziegenkäse, Entenbrust mit Beerensauce oder fruchtigen Desserts. Auch eine dunkle Schokoladentarte kann mit den Cassis-Aromen spannende Kombinationen ergeben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Schwarze Johannisbeeren

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Lambiek Fabriek
Eugène Ghijsstraat 71
1600 Leeuw-Saint-Pierre
Belgien
www.lambiekfabriek.be

Hugel – Invidia

Das Invidia, das jetzt vor mir steht, hat die Brauerei Hugel bei der belgischen Brauerei The Brew Society gebraut. Es handelt sich um ein Stout mit 10,5 Alkohol, gebraut mit Rohstoffen aus biologischen Anbau. Stilistisch bewegt sich das Bier an der Grenze zwischen Stout und Quadrupel. Die Bitterkeit stammt weniger vom Hopfen als von den intensiv gerösteten Malzen, bleibt dabei jedoch stets im Hintergrund und unterstützt das Gesamtbild eher, als dass sie dominiert. Zahlreiche Auszeichnungen – darunter Gold bei der Brussels Beer Challenge 2015 und beim Concours International de Lyon 2017 sowie weitere Medaillen bei internationalen Wettbewerben – bestätigen den hohen Anspruch und die Qualität dieses Bieres. Damit ist aber auch genug der Vorrede. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Das Stout präsentiert sich im Glas tiefschwarz und blickdicht, gekrönt von einem feinporigen, hellbraunen Schaum mit beeindruckender Standfestigkeit. Schon optisch wird klar: Hier wartet kein Leichtgewicht.

In der Nase entfaltet sich ein komplexes Aromenspiel. Dunkles Karamell, Kakao und Kaffee bilden die Grundlage, ergänzt durch Noten von reifen und getrockneten Früchten sowie eine leicht waldige, fast schon tertiäre Aromatik. Das wirkt vielschichtig und lädt zum längeren Verweilen ein.

Der Antrunk startet süß, getragen von einer feinperligen, angenehm zurückhaltenden Kohlensäure. Im weiteren Verlauf zeigt sich ein weicher, voller Körper, der die Aromen harmonisch trägt. Eine dezente fruchtige Säure sorgt für zusätzliche Tiefe, während der Alkohol bemerkenswert gut eingebunden ist. Geschmack und Nachhall wirken rund und nahezu nahtlos miteinander verschmolzen. Der Abgang ist mild und weich, ohne Ecken und Kanten, was den Gesamteindruck eines sehr zugänglichen, gleichzeitig aber komplexen Bieres unterstreicht.

Somit ist das Invidia ein vielschichtiges, hervorragend ausbalanciertes Stout mit Anklängen an ein Quadrupel. Komplex, rund und mit großer aromatischer Tiefe – ein Bier für ruhige Genussmomente.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rohrzucker, Hopfen, Kakao, Hefe

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Hugel
Pervijzestraat 29
8500 Kortrijk
Belgien
www.hugel.be

bei

The Brew Society
Kortrijksestraat 103A
8501 Heule
www.thebrewsociety.be

LLC B-U – Petrolette Blanche

Die Brauerei LLC B-U steht für handwerklich gebraute, biologische Biere aus Südfrankreich. Mit viel Liebe zum Detail und einem klaren Fokus auf Qualität entstehen hier charaktervolle Biere, die traditionelle Stile mit einer eigenen Handschrift interpretieren.

Die Blanche Bio der Marke Bière Pétrolette präsentiert sich im Glas orangefarben. naturtrüb und typisch für ein Weizenbier. Eine Ausnahme macht die weiße Schaumkrone, die recht klein ist und schnell in sich zusammenfällt.

In der Nase zeigt sich das Bier angenehm fruchtig: Reife Bananennoten und Vanille dominieren, begleitet von floralen Anklängen und dem Duft von Biskuitteig.

Der Antrunk ist weich und erfrischend zugleich. Eine ordentliche Malzsüße trifft auf eine kräftige Karbonisierung, die für eine angenehme Spritzigkeit sorgt. Am Gaumen wirkt das Bier rund und geschmeidig. Getreidige Noten von Weizen und Malz stehen im Vordergrund, ergänzt durch florale und leicht erdige Nuancen. Die Textur bleibt dabei leicht und fließend, was den süffigen Charakter zusätzlich unterstreicht. Die Bittere ist stiltypisch gering und das Mundgefühl ist für die 5 Volumenprozent Alkohol überraschend schwer. In der Kehle zeigt sich das Bier frisch und ausgewogen, mit einem sanften Ausklang von Frucht, einer leichten freundlichen Bitteren und floralen Noten.

Insgesamt ist die Blanche Bio ein unkompliziertes, sehr zugängliches Weißbier mit französischem Charme – leicht, frisch und ideal für warme Tage oder als vielseitiger Begleiter zu leichten Speisen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

LLC B-U
Ada-Byron-Straße 9
64000 Pau
Frankreich
www.b-u.fr

Wildwuchs – Fastmoker

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus dem Wildwuchs Brauwerk in Hamburg vor mir. Die Brauerei bewirbt das Bier als fruchtig-herbes Pils. Da bin mal gespannt, was die Brauer da zustande gebracht haben. Der Name Fastmoker stammt im Übrigen aus dem Hamburger Hafen und benennt die Männer und ihre offenen kleinen Arbeitsschiffe, die die großen Schiffe vertäuten, eine der gefährlichsten Arbeiten im Hafen-

Golden und opalisierend fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feste schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik des Fastmoker ist also schon mal sehr ansprechend.

Das Bier duftet nach hellem Malz, abgerundet durch fruchtige und kräuterartige Aromen. Schon in der Nase merke ich, dass es sich bezahlt macht, dass der Hopfen aus Tettnang erst nach der Hauptgärung verwendet wurde.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie durch eine feinperlige und doch kräftige Kohlensäure aus. Schnell gesellt sich eine angenehme Fruchtigkeit, die mich an Äpfel erinnert, zur Süße und auch die kräuterartigen Aromen kommen zum Tragen. Das Mundgefühl ist weich, während die Bittere im Mund nur zurückhaltend zum Tragen kommt. Erst in der Kehle kommt die Bittere in den Vordergrund, wo sie zusammen mit einer fruchtigen Säure sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

38 IBU

Farbe:

 8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° Celsius

Brauerei:

Wildwuchs Brauwerk Hamburg KG
Jaffestraße 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

Roman – Adriaen Brouwer Oaked Winter Edition

Draußen liegt der Schnee, ich sitze im Warmen und vor mir steht ein Belgian Strong Ale mit 10 Volumenprozent Alkohol, im Eichenfass gereift und als Winter Edition gekennzeichnet. Die Fässer waren vorher mit Sherry und Whisky belegt.

Hinter dem Adriaen Brouwer Oaked steht die Brouwerij Roman, eine der traditionsreichsten Brauereien Belgiens. Sie wurde bereits 1545 in Mater (in der Nähe von Oudenaarde, Belgien) gegründet und gilt als älteste durchgängig familiengeführte Brauerei des Landes. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich Brouwerij Roman vom regionalen Produzenten klassischer Braustile zu einer Brauerei mit einer vielfältigen Palette an Spezialbieren entwickelt. Heute umfasst das Sortiment unter anderem traditionelle belgische Stile wie Tripel, Dubbel und Abteibiere, aber auch moderne Interpretationen und saisonale Spezialitäten wie das Adriaen Brouwer Oaked.

Was will ich mehr? Beginne ich also mit der Verkostung.

Rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine beige feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Besser kann das Bier nicht aussehen.

In der Nase sind Aromen nach Holz, Rosinen und Schokolade präsent, unterstützt durch würzige Noten, die an frisch gemahlenen Pfeffer erinnern. Auch die Süße des Malzes kommt mit dem Duft nach Karamell zum Tragen. Die deutliche Alkoholnote stört nicht, sondern unterstützt die anderen Aromen angenehm.

Beim ersten Kontakt des Bieres mit der Zunge dominieren eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige und trotzdem kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge wird die Süße noch kräftiger und jetzt kann ich auch den Geschmack von Kandis feststellen, der gut mit den an Trockenfrüchte erinnernden Aromen und dem Holzton zusammenpasst. Säure kann ich nicht feststellen, auch die Bittere ist sehr zurückhaltend. Insgesamt entsteht ein samtiges Mundgefühl. Auch wenn die Bittere in der Kehle etwas kräftiger wird, bleibt sie doch zurückhaltend. Der Alkohol wärmt im Magen. Leider klingt der Geschmack nicht allzu lange nach.

Das Bier eignet sich gut als Genuss zum Dessert oder zu kräftigem Käse. Auch allein am Kamin kann ich es mit in der Winterzeit vorstellen.

Das Adriaen Brouwer Oaked Winter Edition ist mehr als nur ein Winterbier – es ist ein komplexer, kraftvoller Ausdruck belgischer Braukunst, der Tradition und kreatives Fass‑Aging vereint. Und hinter ihm steht mit Brouwerij Roman eine Brauerei mit fast fünf Jahrhunderten Geschichte, die bis heute klassische Werte und moderne Bierkultur gleichermaßen hochhält.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Gerste, Karamell Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

 10 % Vol.

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Brouwerij Roman
Hauwaart 105
9700 Oudenaarde
Belgien
www.romanshop.be

Orca Brau – Kellerbier

Ein Kellerbier ist ursprünglich ein unfiltriertes, naturtrübes Hellbier, das noch im Holz- oder Edelstahltank „kellernd“ reift. Klassisch ist der Stil vor allem in Franken und Bayern verbreitet. Charakteristisch sind eine natürliche Trübung, ein weiches und rundes Mundgefühl, eine leicht malzige Süße im Zusammenspiel mit mild-herbe. Hopfennoten sowie ein eher moderater Alkoholgehalt. An diesen Eigenschaften muss sich auch das Kellerbier von orca brau in Nürnberg messen lassen.

Orangefarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße feinporige Schaumkrone ist eher klein, bleibt aber lange erhalten. Optisch geht das Bier in Ordnung.

Das Bier duftet angenehm nach Karamell und frischem Brot, abgerundet durch rote Früchte wie Erdbeeren und einige florale Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine fruchtige Süße sowie eine kräftige Karbonisierung aus. Auf der Zunge bleibt die Fruchtigkeit im Mittelpunkt und jetzt ist das Bier weniger süß als erwartet. Dazu kommt eine zurückhaltende Bittere, die gemeinsam mit den anderen Aromen für ein weiches Mundgefühl sorgt. In der Kehle legt die Bittere zu, bleibt aber moderat. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Das Orca Kellerbier lässt sich mit verschiedenen Gerichten kombinieren, beispielsweise mit gegrilltem Fleisch oder Würstchen, mit Würstchen oder Grillgemüse.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Orca Brau
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
www.orcabrau.de

Dulion – IPA

Die Brasserie Dulion hat ihren Sitz in Rillieux-la-Pape (Rhône, Region Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich). Die Brauerei verfolgt ein ungewöhnliches, ökologisches Braukonzept: Statt klassisch gemälzter Gerste nutzen sie sogenanntes „Raw Grain Brewing“. Das heißt: Die Brauerei verarbeitet Rohgetreide (z. B. Gerste, Weizen, auch alternative Getreidesorten), das sie gemeinsam mit lokalen Bio-Landwirten liefert — von der Ernte bis zum Endprodukt. Damit sparen sie Energie und Wasser und setzen auf Rückverfolgbarkeit. Dulion versteht sich als „Future Tradition“: Die Brauerei will zeigen, dass handwerkliches Bierbrauen und nachhaltige, regionale Landwirtschaft zusammenpassen können.

Golden und opalisierend mit einer feinporigen schneeweißen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet nach Limetten und Grapefruit, dazu kommen florale Noten und ein ganzer Korb voll Südfrüchte. Bei der Auswahl der Hopfen haben die Brauer ein sehr glückliches Händchen gehabt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine kräftige Karbonisierung aus, die dem Bier eine ordentliche Frische verleiht. Das Mundgefühl ist schlank, wobei auf der Zunge eine kräftige und trotzdem freundliche Bittere auftaucht, hinter der die Fruchtigkeit zurücktritt. In der Kehle wird das Bier trockener und die Bittere legt noch einen Zahn zu. Zusammen mit der Fruchtigkeit klingt die Bittere sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Weizen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Dazu passt:

würziger Käse, Indische Curries, gegrilltes Gemüse

Brauerei:

Brasserie Dulion-Lyon
130, Avenue de l’Industrie
69140 Rilleux-La-Pape
Frankreich
www.brasseriedulion.com

Dulion – Ambrée

Jetzt steht vor mir mal wieder ein Bier aus der französischen Brasserie Dulion. Wie alle Biere dieser Brauerei macht auch das Ambrée mich etwas ratlos. Schließlich schreibt die Brauerei, dass sie nicht mit Malz braut, sondern mit dem ungemälzten Getreide. Das widerspricht allem, was ich über das Brauen gelernt habe. Die Hefe kann die Stärke des Getreides nicht verstoffwechseln, sondern es ist erforderlich, dass während des Mälzens die Stärke durch Enzyme in Zucker umgewandelt wird, die anschließend durch die Hefe in Alkohol und Kohlensäure aufgespalten wird. Nun bietet der Pharmagroßhandel Enzyme an, mit denen das Mälzen imitiert werden kann. Aber ist das in einer Brauerei zulässig, die biologisch arbeitet?  Da muss ich erst noch weiter recherchieren.

Einen Vorteil hat die Verwendung von Rohfrucht allerdings. Die Brauerei kann regional einkaufen und dadurch den ökologischen Fußabdruck des Bieres verringern und gleichzeitig die Wertschöpfung in ihrer Region halten. Aber genug der Vorrede; bislang haben mir alle Biere von Dulion gut gefallen und daher will ich nicht länger mit der Verkostung warten.

Orangefarben und klar fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet nach Karamell, dabei leicht rauchig, aus dem Hintergrund kommt noch etwas Lakritze. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft nach Kaffee.

Der Antrunk ist durch die reichliche Karbonisierung angenehm frisch. Dazu kommt die Malzsüße mit dem Karamellgeschmack, so dass ich vom ersten Eindruck an von diesem Bier wirklich begeistert bin. Zur Süße gesellt sich auf der Zunge eine leichte Fruchtigkeit, die aber durch die überraschend kräftige Hopfennote fast überdeckt wird. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. In der Kehle wird die Bittere etwas milder und sie klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Weizen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brasserie Dulion-Lyon
130, Avenue de l’Industrie
69140 Rilleux-La-Pape
Frankreich
www.brasseriedulion.com

Urstrom – Das natürliche Ale

Werner Sauer und Dr. Axel Hartwig sind die zwei Köpfe hinter Urstrom, dem ersten Bioland-Bier aus Schleswig-Holstein. Der gebürtige Rheinland-Pfälzer Werner Sauer und der in Handewitt bei Flensburg aufgewachsene Axel Hartwig kennen sich schon lange und sie verbindet die Leidenschaft für das Bierbrauen. Bereits während der Schulzeit ging der jüngere Kompagnon Axel Hartwig bei Werner Sauer in die Lehre, der zu dem Zeitpunkt schon lange als Brauer arbeitete.

Beide sind nicht nur gelernte Braumeister, sondern absolvierten auch – zu unterschiedlichen Zeitpunkten – den Diplomstudienganges Brauwesen und Getränketechnologie in Weihenstephan, ein Mekka für alle Brauer. Aber kommen wir zum Bier.

Orangefarben und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist recht klein und fällt schnell in sich zusammen. An der Optik ist also noch einiges zu optimieren.

Das Aroma ist nicht übertrieben intensiv, aber angenehm malzbetont mit einem deutlichen Karamellaroma, das gut zur Fruchtigkeit des Hopfens passt, der Aromen nach Zitrusfrüchten und Gras beisteuert.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge wird das Bier deutlich fruchtiger als ich aufgrund des Aromas erwartet habe. Die Zitrusnoten im Vordergrund werden sehr gut durch den Karamellgeschmack des Malzes ergänzt. Obwohl das Mundgefühl schlank ist, wirkt das Bier trotzdem weich und voll. In der Kehle wird das Bier trockener. Die Bittere baut sich langsam auf und klingt lange nach.

Das Ale von Urstrom ist angenehm süffig.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5% Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Flensburger Spirituosen Manufaktur GmbH
Neukirchener Weg 8a
24989 Dollerup
www.urstrom-bier.de