Archiv der Kategorie: Alkoholfrei

Neues Brauverfahren für alkoholfreies Weissbier: Innovation aus den Münchner Isarauen

Alkoholfreies Bier hat sich längst vom Notnagel zum ernstzunehmenden Genussmittel entwickelt. Doch was die Brauerei zum Kuchlbauer jetzt präsentiert, hebt das Thema auf ein neues Level: Mit einer in den Münchner Isarauen entdeckten Wildhefe entsteht ein alkoholfreies Weissbier, das geschmacklich überrascht – und technologisch neue Wege geht.

Geschichte & Hintergrund

Die Grundlage dieser Innovation liegt nicht im Sudhaus, sondern in der Natur. Forscher der Technischen Universität München entdeckten im Rahmen einer „Hefejagd“ einen besonderen Hefestamm auf der Rinde einer Esche in den Isarauen. Dabei handelt es sich um Saccharomyces jurei – eine Hefe mit außergewöhnlichen Eigenschaften.

Gemeinsam mit der Brauerei zum Kuchlbauer wurde diese Entdeckung weiterentwickelt und erstmals in die Praxis überführt. Das Ergebnis: „Alte Liebe Alkoholfrei“, ein dunkles Weissbier, das ohne klassische technische Tricks auskommt. Statt Alkohol nachträglich zu entziehen oder die Gärung frühzeitig abzubrechen, setzt man hier auf einen natürlichen, biologischen Prozess.

Das Brauverfahren – ein echter Gamechanger?

Bisher gibt es zwei typische Wege zu alkoholfreiem Bier: Entweder wird dem fertigen Bier Alkohol technisch entzogen – aufwendig und teuer – oder die Gärung wird früh gestoppt, was oft zu süßlichen Ergebnissen führt, die nur entfernt nach Bier schmecken.

Die neue Hefe verfolgt einen anderen Ansatz. Sie produziert zunächst intensive Aromen, während die Alkoholbildung stark verzögert einsetzt. Erst nach etwa zehn bis vierzehn Tagen würde nennenswert Alkohol entstehen. Brauer können also genau den richtigen Moment wählen, um die Gärung zu stoppen – und erhalten ein aromatisches Bier mit minimalem Alkoholgehalt.

Das Ergebnis im Glas

Das Resultat dieser Methode kann sich sehen – und vor allem schmecken – lassen. „Alte Liebe Alkoholfrei“ ist ein dunkles Weissbier mit charakteristischen Aromen von roten Früchten und Nelke. Also genau das, was Sie von einem klassischen dunklen Weizen erwarten – nur eben ohne den Alkohol.

Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt auch der Blick über den Tellerrand: Selbst die Tochterbrauerei Schlossbrauerei Sandersdorf nutzt die Hefe bereits für ein alkoholfreies Helles in Bio-Qualität.

Einordnung: Innovation mit Zukunft?

Für kleinere Brauereien könnte diese Entwicklung besonders spannend sein. Während große Industriebetriebe auf teure Entalkoholisierungsanlagen setzen, eröffnet diese Hefe eine handwerkliche, energieschonende Alternative. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach alkoholfreien Weissbieren stetig – ein Segment, das bislang eher stiefmütterlich behandelt wurde.

Mit der Kombination aus wissenschaftlicher Entdeckung und brauerischem Know-how gelingt der Brauerei zum Kuchlbauer ein bemerkenswerter Schritt nach vorn. Die neue Hefe könnte das Brauen alkoholfreier Biere nachhaltig verändern – und zeigt eindrucksvoll, dass Innovation manchmal direkt vor der eigenen Haustür wächst. In diesem Fall: an einer Esche in den Münchner Isarauen.

Rothaus – Tannenzäpfle alkoholfrei

Das alkoholfreie Pils der Badische Staatsbrauerei Rothaus AG soll mir jetzt Schwarzwälder Brautradition ins Glas bringen – ohne Alkohol, aber mit dem Anspruch, geschmacklich nah am klassischen Pils zu bleiben.

Optisch zeigt sich das Bier in einem klaren, strahlenden Goldton, brillant filtriert und mit lebendiger Kohlensäure. Der schneeweiße, feinporige Schaum baut sich stabil auf und bleibt lange erhalten – ein sehr ansprechender erster Eindruck.

In der Nase entfaltet sich ein harmonisches Aromenspiel: Leichte Honignoten treffen auf frisches Brot und eine dezente Kräuterigkeit. Der verwendete Tettnanger Hopfen bringt florale und würzige Nuancen ein, die dem Bier eine angenehme Frische verleihen.

Der Antrunk ist spritzig und leicht, mit einer feinen malzigen Süße im Hintergrund. Am Gaumen zeigt sich das Bier ausgewogen: Getreidige Noten verbinden sich mit einer moderaten, angenehm herben Bittere. Trotz des fehlenden Alkohols wirkt das Pils keineswegs dünn, sondern erfreulich rund und trinkfreudig. Im Abgang bleibt die Bittere präsent, ohne aufdringlich zu wirken, und sorgt für einen sauberen, erfrischenden Nachklang.

Insgesamt ist das Rothaus Tannenzäpfle Pils Alkoholfrei ein gelungenes Beispiel dafür, wie nah alkoholfreies Bier an den klassischen Stil herankommen kann – frisch, ausgewogen und mit hoher Alltagstauglichkeit.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Stammwürze:

13,5° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Badische Staatsbrauerei Rothaus AG
Rothaus 1
79865 Grafenhausen-Rothaus
www.rothaus.de

Weltenburger – Helles Alkoholfrei

Das Weltenburger Helle Alkoholfrei präsentiert sich im Glas in einem goldenen Farbton mit leicht orangem Einschlag und glanzfeiner Klarheit. Der feinporige Schaum ist eher zurückhaltend, zeigt jedoch eine sehr gute Standfestigkeit.

In der Nase dominieren getreidige und süßliche Noten, begleitet von einer dezenten Blumigkeit des Hopfens. Der Antrunk wirkt deutlich süß, getragen von einer sehr feinperligen, eher zurückhaltend dosierten Kohlensäure.

Im weiteren Verlauf steht das Getreide klar im Mittelpunkt, harmonisch ergänzt durch die blumigen Hopfenaromen. Die Bittere bleibt dezent, das Mundgefühl weich und rund. Insgesamt erinnert der Eindruck stellenweise an eine milde, leicht malzige Limonade.

Im Abgang zeigt sich der Hopfen nochmals mit einer angenehmen, freundlichen Bittere und einer anhaltenden Blumigkeit, die vergleichsweise lange nachklingt.

Persönlich trifft das Bier nicht meinen Geschmack, dennoch lässt sich nachvollziehen, warum es insbesondere für Liebhaber milder, süffiger alkoholfreier Biere attraktiv sein kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz. Hopfen (Herkules, Tradition, Blanc), Kohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

5,6° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brauerei Bischofshof GmbH & Co. KG
Heitzerstraße 2
93049 Regensburg
www.weltenburger.de

Hertl – Schwiegermutter`s Rache

Die Braumanufaktur Hertl ist bekannt für kreative Biere mit Augenzwinkern – und bei „Schwiegermutters Rache“ macht Detlef Hertl keine Ausnahme. Aber nicht nur beim Benennen seiner Biere gibt Detlef sich redliche Mühe, sondern auch beim Brauen. Daher haben mir bislang alle Biere gefallen, die ich in der Vergangenheit bereits verkostet habe. Ich hoffe, dass dies auch auf das alkoholfreie Weißbier zutrifft, das jetzt vor mir steht.

Im Glas präsentiert sich das Bier in einem klassischen, naturtrüben Goldton mit leicht orangenen Reflexen. Die Schaumkrone ist üppig, fest und strahlend weiß – so, wie man es sich von einem fränkischen Weizenbier wünscht.

In der Nase entfaltet sich ein typisch hefig-fruchtiges Aromenspiel: Banane, ein Hauch Nelke und eine dezente Zitrusnote steigen auf. Dazu gesellen sich leichte Getreidenoten und eine angenehme Frische, die direkt Lust auf den ersten Schluck macht.

Der Antrunk ist weich und erstaunlich vollmundig für ein alkoholfreies Bier. Eine feine Malzsüße trifft auf die klassische Weizenaromatik mit Banane und leichter Würze. Die Kohlensäure ist etwas knapp dosiert, sorgt aber trotzdem für ein angenehm spritziges Mundgefühl. Im weiteren Verlauf bleibt das Bier mild, frisch und sehr ausgewogen – die Bittere ist stiltypisch kaum wahrnehmbar, was den süffigen Charakter zusätzlich unterstreicht. Der Körper ist schlank bis mittel, ohne wässrig zu wirken. Auch in der Kehle zeigt sich das Bier sauber, erfrischend und mit einem dezenten Hefeton, der langsam ausklingt.

„Schwiegermutters Rache“ ist ein alkoholfreies Weißbier, das seinem großen Vorbild erstaunlich nahekommt. Fruchtig, weich und unkompliziert – und genau das Richtige für alle, die vollen Geschmack bei klarem Kopf genießen möchten.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de

Das Geheimnis spannender alkoholfreier Cocktails? Bier – ganz ohne Alkohol

Alkoholfreies Bier hat in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Entwicklung hingelegt. Wo früher dünne, süßliche Kompromisse dominierten, stehen heute aromatische Lager, Pale Ales oder sogar Stouts im Regal, die ihrem alkoholhaltigen Vorbild erstaunlich nahekommen. Doch das neue alkoholfreie Bier kann mehr, als nur pur getrunken zu werden: In Bars und Restaurants entdeckt man es zunehmend als kreative Zutat für alkoholfreie Cocktails.

Denn alkoholfreies Bier bringt etwas mit, das vielen „klassischen“ alkoholfreien Drinks fehlt: Tiefe, Struktur und Charakter. Statt Saft, Sirup und Limonade liefert es Bitterkeit, Hefearomen, Malzsüße, Säure oder Hopfenfrische – je nach Stil. Genau diese Vielfalt macht es für Bartender so interessant.

Während alkoholfreie Cocktails lange Zeit eher wie eine Pflichtübung wirkten, wächst heute der Anspruch, auch Gästen ohne Alkohol komplexe, erwachsene Geschmackserlebnisse zu bieten. Alkoholfreies Bier hilft dabei, diese Lücke zu schließen. Es sorgt nicht nur für Aroma, sondern auch für ein Mundgefühl, das näher an klassischen Cocktails liegt – weniger Limo, mehr Drink.

Ein weiterer Vorteil: Bier ist geschmacklich leichter zu „ersetzen“ als hochprozentige Spirituosen. Während alkoholfreie Alternativen zu Whisky oder Gin oft ein deutlich anderes Profil haben, bleibt alkoholfreies Bier seinem Ursprung erstaunlich treu. In gemixten Drinks wirkt es deshalb harmonischer und weniger künstlich.

Dabei muss alkoholfreies Bier nicht einmal zwingend flüssig ins Glas kommen. Einige Bars arbeiten mit Sirupen aus alkoholfreiem Bier, die durch langsames Entgasen und Einkochen entstehen. Besonders malzbetonte Stile wie Porter oder Stout liefern so intensive Noten von Kaffee, Schokolade oder Karamell – ideal für alkoholfreie Varianten klassischer Drinks wie Old Fashioned oder Manhattan. Hopfenbetonte Biere wiederum bringen Bitterkeit und Frische ins Spiel, ersetzen Alkoholbiss und verlängern den Drink, ohne ihn wässrig wirken zu lassen.

Wichtig ist dabei Fingerspitzengefühl. Alkoholfreies Bier sollte nicht überdeckt werden, sondern mit anderen Zutaten zusammenspielen. Ein vorsichtiger Kontrast funktioniert meist besser als ein aromatisches Feuerwerk. Wird der Biercharakter respektiert, bleibt er präsent und verleiht dem Cocktail seine Identität.

Auch Kohlensäure spielt eine größere Rolle, als man denkt. Feinperlige, gut karbonisierte alkoholfreie Biere bringen Lebendigkeit, Textur und optische Effekte ins Glas – von üppigen Schaumkronen bis hin zu prickelnder Frische. Gerade bei modernen, leichteren Drinkkonzepten ist das ein echter Pluspunkt.

Ganz neu ist die Idee übrigens nicht. Biermischgetränke wie Shandy, Radler oder Michelada zeigen seit Jahrzehnten, wie gut Bier mit anderen Zutaten harmonieren kann. Neu ist eher der Anspruch: weg vom einfachen Durstlöscher, hin zum bewusst gestalteten alkoholfreien Cocktail mit Charakter.

Während alkoholfreie Biercocktails gerade erst breiter wahrgenommen werden, zeichnet sich bereits der nächste Schritt ab: Drinks mit reduziertem Alkoholgehalt. Mischungen aus alkoholfreiem Bier und klassischen Aperitif-Komponenten ergeben überraschend vielschichtige Getränke mit deutlich weniger Alkohol – ideal für lange Abende, bei denen Genuss und Maßhalten zusammenfinden sollen.

Am Ende geht es um Vielfalt und Gleichberechtigung im Glas. Alkoholfreie Gäste wollen keine Notlösung sein, sondern echte Alternativen. Alkoholfreies Bier kann genau das liefern: erwachsene Aromen, Tiefe und Trinkfreude – ganz ohne Promille. Und vielleicht ist es genau diese Selbstverständlichkeit, die alkoholfreien Cocktails in Zukunft ihren festen Platz auf jeder guten Getränkekarte sichern wird.

Riedenburger – Emmerbier Alkoholfrei

Emmer ist kein Modegetreide – es gehört zu den ältesten Getreiden der Menschheit. Schon vor über 10.000 Jahren wurde es in Vorderasien und Europa angebaut und diente als Grundlage für Brot und Bier. Dass dieses Getreide heute wieder in einer alkoholfreien Spezialität auftaucht, ist hoffentlich mehr als nur ein Retro-Trend, sondern ich hoffe, dass es uns ein angenehmes neues Geschmacks- und Geschichtserlebnis ins Glas bringt.

Bernsteinfarben und naturtrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch habe die Brauer aus dem Altmühltal jedenfalls alles richtig gemacht.

Das Bier duftet nach nicht vollständig vergorener Würze, dazu kommen Karamell- und Kräuteraromen. Nicht wirklich perfekt, aber auch nicht unangenehm.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte Bittere zur karamelligen Süße und ich meine sogar ein leichtes Schokoaroma zu schmecken. Das Mundgefühl ist leicht, so dass das Bier sehr erfrischend wirkt. In der Kehle ist es mild mit nur wenig Bittere. Dieses Aroma klingt aber zusammen mit dem Schokoladengeschmack überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Emmermalz, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

<0,5 % Vol.

Farbe:

13 EBC

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
Michael Krieger GmbH & Co. KG
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

Ratsherrn bringt Helles Alkoholfrei auf den Markt

Zum Jahresende überrascht die Ratsherrn Brauerei aus dem Hamburger Schanzenviertel mit einer Neuheit, die perfekt in die heutige Zeit passt. Das beliebte Ratsherrn Helles gibt es ab sofort auch als alkoholfreie Variante. Damit reagiert die Brauerei auf den anhaltenden Trend zu alkoholfreien Bieren und den Wunsch vieler Konsumenten nach leichteren, bewussteren Genussmomenten. Das neue Ratsherrn Helles Alkoholfrei ergänzt das bestehende Angebot, zu dem bisher schon das Ratsherrn Pilsener 0,0 Prozent, der Milde Lime 0,0 Prozent sowie der Malztrunk gehören.

Die Entwicklung des neuen Bieres war für das Brauteam eine besondere Herausforderung. Braumeister Ian Pyle betont, wie wichtig es war, den typischen Charakter des Ratsherrn Hellen zu bewahren. Viele Testreihen und Brauversuche später ist es gelungen, eine alkoholfreie Variante zu schaffen, die geschmacklich kein Kompromiss ist. Das Helle Alkoholfrei überzeugt mit feinen Malznoten, zurückhaltenden Hopfenaromen und einem ausgewogenen, erfrischenden Körper. Es bietet damit den vollen Geschmack des Originals, nur ohne Alkohol.

Dass alkoholfreie Biere längst ihren Platz im modernen Alltag gefunden haben, zeigt sich auch in der Positionierung der Brauerei. Ratsherrn möchte weiterhin Biervielfalt für jede Lebenssituation bieten, ob nach dem Sport, beim Treffen mit Freunden oder beim entspannten Nachmittag im Park. Geschäftsführer Niklas Nordmann sieht das neue Helle Alkoholfrei als ideale Ergänzung, die genau zu diesen Momenten passt.

Optisch reiht sich das neue Bier nahtlos in das Markenbild der Brauerei ein. Gleichzeitig bleibt Ratsherrn seiner Philosophie treu: Regionalität und nachhaltige Produktion stehen im Mittelpunkt. Das neue Helle wird mit besten regionalen Zutaten gebraut und mit handwerklicher Sorgfalt umgesetzt.

Erhältlich sein wird das Ratsherrn Helles Alkoholfrei ab Mitte Dezember. Zu kaufen gibt es das Bier im klassischen Lebensmitteleinzelhandel, im Ratsherrn Store in der Schanze sowie im Onlineshop der Brauerei. Damit macht Ratsherrn den nächsten Schritt, modernen Biergenuss zeitgemäß weiterzuentwickeln und noch mehr Menschen anzusprechen, die vollen Geschmack ohne Alkohol suchen.

Bruch – Pilsener Alkoholfrei

Die Bruch Brauerei gehört zu den ältesten Brauereien des Saarlandes. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1702 zurück, als in Saarbrücken der Grundstein für das Unternehmen gelegt wurde. Nach über 300 Jahren am selben Standort musste die Brauerei einen neuen Weg einschlagen: Heute wird unter dem Namen „Privatbrauerei Saar GmbH“ in Neunkirchen gebraut. Trotz dieser Umbrüche bleibt Bruch der handwerklichen Biertradition der Region eng verbunden und präsentiert sich als Bestandteil der Regionalmarke „Wertvolles aus der Willkommensregion Neunkirchen“.

Das Sortiment der Brauerei ist breit gefächert – vom klassischen Pilsener über Land- und Festbiere bis hin zu modernen Interpretationen und alkoholfreien Varianten. Gerade letztere gewinnen zunehmend an Bedeutung, denn immer mehr Konsumenten suchen alkoholfreie Biere, die geschmacklich nicht hinter den alkoholischen Vertretern zurückstehen.

Ein solches Produkt ist das Bruch Pilsener Alkoholfrei. Die Brauerei verspricht „vollen Pils-Geschmack ohne Alkohol“. Ob die Brauerei dieses Versprechen einhalten kann, will ich jetzt feststellen.

Golden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine feste schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet nach hellem Malz, abgerundet durch einige blumige Noten. Es ist eindeutig der Duft eines Pilseners, das mit einem guten Aromahopfen gebraut wurde.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine frische Spritzigkeit aus. Auf der Zunge gesellt sich eine gut auf die Süße abgestimmte Bittere dazu. Dazu kommen die angenehmen Hopfennoten. Mir fällt auf, dass das Bruch Pilsener für ein alkoholfreies Pils überraschend vollmundig und süffig ist. In der Kehle wird das Bier etwas trockener, während die Bittere noch zulegt und sehr lange nachklingt.

Wer regionale Biere schätzt, findet im Bruch Pilsener Alkoholfrei einen authentischen Vertreter seiner Art. Dieses Bier gehört auf jeden Fall zu den besten seiner Art.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Privatbrauerei Saar GmbH
Saarbrücker Str. 1
66538 Neunkirchen
www.bruchbier.de

Żywiec – Białe 0.0%

Die Brauerei Żywiec gehört zur Grupa Żywiec, einem der führenden Brauereikonzerne Polens mit Wurzeln zurück bis ins Jahr 1856. Unter dem Dach von Heineken setzt die Gruppe seit einigen Jahren verstärkt zusätzlich auf alkoholfreie Biere und betreibt dafür auch eine eigene Produktionslinie in Żywiec. Das Żywiec Białe 0.0%, das jetzt vor mir steht, habe ich von meiner letzten Reise nach Warschau mitgebracht.

Blassgolden und mit einer leichten Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone ist fest und bleibt sehr lange erhalten. Optisch ist mit dem Bier alles in Ordnung.

Das Bier duftet nach nicht vollständig vergorener Würze und Biskuitteig, nach gelben Früchten und Banane. Einige würzige Noten runden das Aroma ab.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße und eine angenehme Spritzigkeit aus. Auf der Zunge tritt der Geschmack der Würze in den Vordergrund, weshalb ich vermute, dass das Bier mit Hilfe einer abgebrochenen Gärung gebraut wurde. Die Fruchtigkeit hält sich sehr im Hintergrund, während die Bittere gut auf die Süße abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist weich und schlank. In der Kehle wird die Bittere kräftiger, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Mich überrascht, dass die Fruchtigkeit des Bieres jetzt kräftiger ist.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, natürliches Aroma, Hopfen, Hopfenextrakt, Koriander

Alkoholgehalt:

< 0,05 % Vol.

Brauerei:

Grupa Zywiec S.A.
ul. Browama 88
34-300 Zywiec
Polen
www.grupazywiec.pl

Leffe – 0.0 Bruin

Leffe ist schon lange keine kleine Brauerei mehr, sondern eine international bekannte Marke mit Wurzeln im mittelalterlichen Klosterbrauen. Wer ein ausgewogenes belgisches Abteibier sucht – mit soliden Malz- und Hefenoten, ohne extremen Hopfenfokus – ist hier gut aufgehoben. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf kleinere Abteibrauereien, wenn man eine weniger industrialisierte Alternative sucht. Leffe verbindet das Narrativ einer jahrhundertealten klösterlichen Tradition mit moderner Großproduktion. Für viele Genießer ist der Name Synonym für belgisches Abteibier mit einem gewissen Massentalent und Eingängigkeit. Es überrascht mich nicht wirklich, dass Leffe jetzt auch begonnen hat, alkoholfreie Biere zu brauen. Ob das in der gleichen Qualität gelingt wie bei den „richtigen“ Biere, will ich jetzt herausfinden.

Tiefbraun und mit einer festen leicht farbstichigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt sehr lange stehen. Damit ist an der Optik des Bieres schon mal nichts auszusetzen.

Die Aromen gerösteten Malzes stehen im Mittelpunkt des Duftes des Leffe 0.0. Ich rieche dunkle Schokolade und etwas Rauch, abgerundet durch einen Hauch Lakritz.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommen die Geschmacksnoten nach dunkler Schokolade und Karamell in den Vordergrund, begleitet durch einen Hauch Rauch. Die Bittere des Hopfens ist nicht zu schmecken. Trotz dieses Aromenspektrums ist das Mundgefühl weich und angenehm. Für ein alkoholfreies Bier hat das Leffe 0.0 einen überraschend kräftigen Geschmack. In der Kehle kann ich erstmals die Bittere des Hopfens schmecken. Auch wenn die Bittere zurückhaltend bleibt und nicht kräftig wird, klingt sie doch erstaunlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Gerste, Zucker, Hopfen, Hopfenextrakt, natürliches

Alkoholgehalt:

< 0,05 % Vol.

Farbe:

30 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6 – 8° Celsius

Brauerei:

Abbaye Notre-Dame de Leffe
Place de l’Abbaye 1
5500 Dinant
Belgien
www.leffe.com