Schlagwort-Archiv: Belgian Dark Strong Ale

Roman – Adriaen Brouwer Oaked Winter Edition

Draußen liegt der Schnee, ich sitze im Warmen und vor mir steht ein Belgian Strong Ale mit 10 Volumenprozent Alkohol, im Eichenfass gereift und als Winter Edition gekennzeichnet. Die Fässer waren vorher mit Sherry und Whisky belegt.

Hinter dem Adriaen Brouwer Oaked steht die Brouwerij Roman, eine der traditionsreichsten Brauereien Belgiens. Sie wurde bereits 1545 in Mater (in der Nähe von Oudenaarde, Belgien) gegründet und gilt als älteste durchgängig familiengeführte Brauerei des Landes. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich Brouwerij Roman vom regionalen Produzenten klassischer Braustile zu einer Brauerei mit einer vielfältigen Palette an Spezialbieren entwickelt. Heute umfasst das Sortiment unter anderem traditionelle belgische Stile wie Tripel, Dubbel und Abteibiere, aber auch moderne Interpretationen und saisonale Spezialitäten wie das Adriaen Brouwer Oaked.

Was will ich mehr? Beginne ich also mit der Verkostung.

Rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine beige feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Besser kann das Bier nicht aussehen.

In der Nase sind Aromen nach Holz, Rosinen und Schokolade präsent, unterstützt durch würzige Noten, die an frisch gemahlenen Pfeffer erinnern. Auch die Süße des Malzes kommt mit dem Duft nach Karamell zum Tragen. Die deutliche Alkoholnote stört nicht, sondern unterstützt die anderen Aromen angenehm.

Beim ersten Kontakt des Bieres mit der Zunge dominieren eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige und trotzdem kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge wird die Süße noch kräftiger und jetzt kann ich auch den Geschmack von Kandis feststellen, der gut mit den an Trockenfrüchte erinnernden Aromen und dem Holzton zusammenpasst. Säure kann ich nicht feststellen, auch die Bittere ist sehr zurückhaltend. Insgesamt entsteht ein samtiges Mundgefühl. Auch wenn die Bittere in der Kehle etwas kräftiger wird, bleibt sie doch zurückhaltend. Der Alkohol wärmt im Magen. Leider klingt der Geschmack nicht allzu lange nach.

Das Bier eignet sich gut als Genuss zum Dessert oder zu kräftigem Käse. Auch allein am Kamin kann ich es mit in der Winterzeit vorstellen.

Das Adriaen Brouwer Oaked Winter Edition ist mehr als nur ein Winterbier – es ist ein komplexer, kraftvoller Ausdruck belgischer Braukunst, der Tradition und kreatives Fass‑Aging vereint. Und hinter ihm steht mit Brouwerij Roman eine Brauerei mit fast fünf Jahrhunderten Geschichte, die bis heute klassische Werte und moderne Bierkultur gleichermaßen hochhält.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Gerste, Karamell Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

 10 % Vol.

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Brouwerij Roman
Hauwaart 105
9700 Oudenaarde
Belgien
www.romanshop.be

Brasserie de la Senne – Schieve X-MAS

Die Brasserie de la Senne ist eine belgische Kleinbrauerei aus Brüssel (Molenbeek-Saint-Jean), gegründet 2003 von Yvan De Baets und Bernard Leboucq. Sie ist nach dem Fluss Senne benannt und hat sich einen Namen gemacht mit charaktervollen, unfiltrierten Ales, die traditionell gebraut werden und sich durch eine ausgewogene Bitterkeit auszeichnen. Die Biere werden ohne Pasteurisierung und Zusätze hergestellt und zeigen ein klares Profil, oft mit malzigen und hopfigen Noten, statt übertrieben süßlicher oder stark gewürzter Weihnachtsstile. Jetzt steht das Schieve X-MAS vor mir. Dabei handelt es sich um ein saisonal angebotenes Winter Ale bzw. ein Belgian Strong Ale mit 8 Volumenprozent Alkohol. Es ist ein Weihnachts- bzw. Winterbier, das sich von klassischen stark gewürzten Festbieren abhebt, da es ohne zusätzliche Gewürze oder Früchte gebraut wird. Allein das macht mich neugierig. Daher öffne ich jetzt die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Dunkel bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine cremige beige Schaumkrone, die sehr lange stabil bleibt.

Das Aroma des Bieres ist angenehm und ausgewogen. Ich rieche Biskuit und Karamell, Banane und einen Hauch Zitrusfrüchte. Trotz seines Festbierstils ist das Bouquet eher dezent und ausgewogen, ohne dominierende Gewürz- oder Zuckeraromen.

Der Antrunk ist recht süß, aber durch die reichliche Karbonisierung durchaus spritzig. Auf der Zunge verhält sich das Bier, wie ich es von einem belgischen Winter- bzw. Weihnachtsbier erwarte: das Mundgefühl ist samtig, dabei wirkt das Bier schwer und enthält nur wenige Bitterstoffe. Der Geschmack ist intensiv und malzbetont, aber auch die Fruchtnuancen nach Bitterorange und Mandarine kommen zum Tragen. Etwas Lakritzgeschmack sorgt für die nötige Komplexität. Auch wenn ich sonst den Geschmack mit verbrauter Gewürze mag, empfinde ich es in diesem Fall als angenehm, dass die Brauer in diesem Fall keine Gewürze verwendet haben. In der Kehle wird das Bier trockener und die Bittere legt etwas zu und sie klingt sehr lange nach.

Zu diesem Bier passen winterlich-kräftige Speisen wie Gänsebraten und Wildgerichte, aber auch Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und selbstverständlich Lübecker Marzipan.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, vergorener Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brasserie de la Senne
Drève Anna Boch 19-21
1000 Brüssel
Belgien
www.brasseriedelasenne.be

Brasserie Minne – Ardenne Wood Mon Loup 2023

Es gibt ein Problem mit den Beschreibungen der Brasserie Minne. Ständig gibt es neue Biere und wenn ich die Biere bekomme und verkosten kann, sind sie im Handel kurz danach nicht mehr zu bekommen. So ist es auch mit dem Ardenne Wood Mon Loup aus dem Jahr 2023, das in Bourbon-Fässern gereift wurde. Da mir die Biere bislang aber alle sehr gut gefallen haben, will ich auch dieses Bier hier vorstellen und hoffe, dass Sie meine Kritik verwenden, zu entscheiden, ob Sie die kommenden Biere aus dieser Brauerei kaufen wollen.

Dunkel bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die Schaumkrone fällt praktisch sofort in sich zusammen. Das ist aber stiltypisch und nicht zu kritisieren.

Das Bier duftet nach Eiche und Whiskey. Aufgrund der Auswahl der für dieses Bier verwendeten fünf Malze ist das Aroma so intensiv, dass es durchaus an Barley Wine erinnert. Daher kommt auch das Karamellaroma, während das Aroma nach Trockenpflaumen eher vom Hopfen stammt.

Der Antrunk zeichnet sich durch die stiltypische Süße sowie die sehr feinperlige Kohlensäure aus. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wo sich noch die Fruchtigkeit dazugesellt, die an Trockenfrüchte erinnert und die sich sehr gut mit den Holzaromen verbindet, von denen ich vermute, dass sie von einer Eiche stammen. Der Eindruck nach Wein ist nicht so kräftig wie in der Nase. Die Säure ist nur verhalten zu schmecken und eine Bittere kann ich jetzt fast nicht feststellen. Stattdessen bemerke ich jetzt den Geschmack roter Früchte. Überhaupt ist die Fruchtigkeit das herausstechende Merkmal dieses Bieres. Auch in der Kehle ist die Bittere her zu erahnen und die Früchte stehen weiterhin im Vordergrund und der Geschmack klingt sehr lange nach, während der Alkohol im Magen wärmt. Ganz zum Schluss kommen noch Kräuteraromen zum Tragen, die an Anis erinnern. Jetzt könnte ich fast den Eindruck haben, dass ich kein Bier trinke, sondern einen Likör.

Schade, dass es dieses Bier nicht mehr zu kaufen gibt. Ich hätte mir ansonsten sicher noch einige Flaschen auf Vorrat zugelegt. Kein Wunder, dass dieses Bier Sieger bei den Community Awards 2024 und 2025 geworden ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Nelson Sauvin, Citra, Mosaic), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brasserie Minne
ZA Nord Bailonville 9
5377 Somme Leuze
Belgien
www.brasserieminne.be

De Dochter van de Korenaar – Embrasse Peated

Ich habe mal spaßeshalber verschiedene Übersetzer im Internet abgefragt, was denn wohl die deutsche Übersetzung von Korenaar ist. Und ich muss sagen, dass die Ergebnisse verblüffend waren. Von Spatz über Weizenähre und Maisähre (ein besonders schöner Versuch, wo doch Mais gar keine Ähren ausbildet; da war offensichtlich künstliche Intelligenz im Spiel) bis hin zum nicht übersetzbaren Namenswort war alles dabei. Aber das nur mal so nebenbei. Kommen wir zum Thema.

Die Brauerei De Dochter van de Korenaar ist ein wahres Juwel in der belgischen Bierszene und steht exemplarisch für handwerkliche Braukunst, Innovationsfreude und Leidenschaft. Gelegen im malerischen Ort Baarle-Hertog an der belgisch-niederländischen Grenze, umgeben von Feldern und grüner Natur, hat sich diese Familienbrauerei seit ihrer Gründung einen festen Platz unter Bierliebhabern in ganz Europa erarbeitet.

Aber auch die Bedeutung des Namens dieses Bieres erschließt sich nicht sofort. Der Begriff „peated“ bedeutet auf Deutsch „getorft“. Dies bezieht sich auf Whisky, dessen Gerste über Torfrauch getrocknet wurde, was dem Getränk einen charakteristischen Geschmack verleiht.

Und was hat das alles mit diesem Bier zu tun? Es wird etwa ein Jahr lang in einem Blend aus Islay Whiskyfässern fassgereift. Die Brauer verwenden die Fässer nur einmal, um die maximalen Noten des Holzes und des Whiskys herauszuholen. Daher können Sie davon ausgehen, dass Sie ein fantastisches dunkles, torfiges Bier bekommen. Ob das auch stimmt, will ich jetzt feststellen.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine haselnussbraune feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet nach Espresso und Torf, nach Whiskey und Holz, abgerundet durch einen Hauch Lakritz. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine passende Bittere zur Süße und auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Der Alkohol reizt die Zunge leicht, was aber gut zu den Aromen passt und daher nicht störend ist. Das Mundgefühl ist weich und voll. In der Kehle ist das Bier überraschend mild und vor allem die Rauchnoten des Torfes klingen lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Bittereinheiten:

46 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Foodpairing:

Kräftiger Käse, Wildgerichte

Brauerei:

De Dochter van de Korenaar
Oordeelstraat 3B
2387 Baarle-Hertog
Belgien

De Block – Satan Black

Im 14. Jahrhundert, als die ersten Brauereizünfte sehr populär wurden, hatte Henricus De Bloc bereits als Vasall des Herzogs von Brabant und Burgund das Braurecht erhalten. Es war jedoch Louis De Block, gleichzeitig Müller und Landwirt und verheiratet mit einer Brauerstochter aus dem ländlichen Baardegem, der 1887 den Grundstein für die Brauerei De Block legte. Mit Ehrgeiz, Ausdauer und Liebe zur Arbeit sollten sie sicherlich Erfolg haben. Unterstützt von ihren Kindern, die sich immer mehr in die Feinheiten und Details des Handwerks einarbeiteten, war es eine Freude, zu arbeiten. Alle mochten das Bier sehr und die ganze Familie wurde für ihre großartige Arbeit geehrt und anerkannt. Und mit der Zeit vergingen die Generationen, die wilden Zwanziger mit Vater Alfons De Block, seinen Brüdern und Schwestern, später der Wachwechsel und jeder Jahreszeitenwechsel. Heute leiten Mieke De Block und ihr Ehemann Paul Saerens die Brauerei.

Schwarz und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Als ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert noch ein leichtes Rubinrot durch das Bier. Die haselnussbraune Schaumkrone ist gemischtporig, bleibt aber sehr lange erhalten. Die Optik dieses Bieres gefällt mir schon mal.

Das Bier duftet nach Kaffee mit einigen rauchigen und würzigen Noten. Aus dem Hintergrund rundet der Duft von Kandis das Aroma ab. Nun ist es Zeit für den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist, dass das Bier süß und spritzig mit einer feinperligen Kohlensäure daherkommt. Auf der Zunge drängen sich die Röstaromen in den Vordergrund und bringen auch etwas Rauch mit. Die Säure ist gering, genau wie die Bittere, so dass sich ein weiches Mundgefühl ergibt. In der Kehle werden die Bittere und die Säure kräftiger und besonders die Bittere klingt recht lange nach.

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brewery „De Block“
Nieuwbaan 92
1785 Merchtem-Peizegem
Belgien
www.brewerydeblock.com

Sterkens – St. Sebastiaan

Seit 1651 braut die Brouwerij Sterkens in Meer, einem kleinen Dorf im Norden Belgiens, traditionelle, köstliche obergärige Abteibiere. Das Brauen nach Tradition und alten Rezepten, ergänzt durch das Wissen und die Erfahrung aus vergangenen Jahrzehnten, sind nach wie vor die größten Vorzüge im Brauprozess der Brouwerij Sterkens.

In sehr dunklem Rot, beinahe schwarz, fließt das Bier is Glas. Der haselnussbraune Schaum löst sich sofort auf, so dass das Bier optisch fast wie Cola wirkt.

Das Aroma ist eher flach mit leichten Röstaromen und etwas Kandis.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine sehr agile Kohlensäure sowie eine recht kräftige Süße aus. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wobei eine leichte Bittere dazukommt. Trotzdem macht das Bier einen wässrigen und dünnen Eindruck. Erst in der Kehle wird die Bittere überraschend kräftiger und klingt einige Zeit nach.

Das Bier kann mich nicht begeistern und lässt mich einigermaßen enttäuscht zurück. Im Mund wirkt es eher wie Limonade. Insbesondere von der Brouwerij Sterkens habe ich mir mehr erwartet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Sterkens
Wenenstraat 9
2321 Meer (Hoogstraten)
Belgien
www.brouwerijsterkens.be

Stubbe – Ichtegem’s Oud Bruin

Ichtegem ist eine Gemeinde im flämischen Teil Belgiens. Dort ist die Brouwerij Stubbe beheimatet, von der das Oud Bruin stammt, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Vorher aber noch einige Worte zum Herstellungsverfahren dieses Bieres, das nach Angaben der Brauerei nach alter Tradition hergestellt wird.

Zunächst wird ein rötlich-braunes obergäriges Bier gebraut, das nach einer 2monatigen Lagerung bei 0° Celsius einer 18 Monate langen erneuten spontanen Gärung in einem Eichenfass unterzogen wird. Dadurch entsteht ein leicht säuerliches Bier, das dann mit einem süßeren frischen Bier verschnitten wird. Dabei wird auf ein Verhältnis von 80 % gereiftem und 20 % frischem Bier geachtet. Das klingt doch nach einem richtig guten Sommerbier. Jetzt aber genug der Theorie, es ist an der Zeit, die Flasche zu öffnen und das Bier einzuschenken.

Dunkel kupferfarben und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist stiltypisch klein und sie fällt schnell in sich zusammen.

Düfte nach Karamell und Kandis, nach Rübensirup, Banane und Holz steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist wie erwartet recht süß und das Bier zeichnet sich von Anfang an durch eine feinperlige und trotzdem kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße eine leichte fruchtige Säure und auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist samtig und weich. In der Kehle wird die Säure kurz kräftiger; sie klingt aber nur kurz nach.

Das Oud Bruin von der Brouwerij Stubbe trumpft mit für den vergleichsweise geringen Alkoholgehalt von 6,0 Volumenprozent mit sehr komplexen Aromen auf.

Zutaten:

Wasser, 75% Pilsner Malz, 20% Ambremout, 5% dunkles Karamellmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

18 IBU

Brauerei:

Brouwerij Strubbe
Markt 1
8480 Ichtegem
Belgien
www.brouwerij-strubbe.be

De Struise Brouwers – Pannepot Vintage 2021

Das Etikett zeigt ein historisches Segelboot der belgischen Fischer.Die Brauerei Struise ist für ihre guten Biere bekannt. Das Flaggschiff der Flamen ist Pannepot. Jetzt steht der Jahrgang 2021 dieses Strong Dark Ale mit immerhin 10 Volumenprozent Alkohol vor mir.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine haselnussbraune Schaumkrone, die sich leider sehr schnell auflöst.

Aromen nach Kaffee und Toffee steigen mir in die Nase, dazu der Duft gerösteter Haselnüsse und Karamell.

Wie erwartet ist der Antrunk ziemlich süß, aber die sehr feinperlende und dabei kräftige Kohlensäure mildert die Süße etwas ab. Sie bleibt aber auch auf der Zunge erhalten, wo sie jetzt an Zuckerrübensirup erinnert. Die Röstaromen des Malzes stehen im Mittelpunkt, sind aber nicht so dominant wie erwartet. Bitterstoffe kann ich nicht schmecken, so dass das Mundgefühl angenehm cremig ist. In der Kehle kann ich kurz etwas Fruchtigkeit schmecken; ansonsten ist der Abgang mild. Jetzt kommt aber auch der Alkohol zum Vorschein, der im Magen wärmt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Stammwürze:

24,0° Plato

Bittereinheiten:

27 IBU

Farbe:

84 EBC

Brauerei:

De Struise Brouwers
c./o. VDACO bvba
H. Deberghstraat 7A
8640 Oostvleteren
Belgien

Mount Saint Bernard – Tynt Meadow

Ursprünglich lebten die Benediktinermönche am Mount Saint Bernard von der Landwirtschaft. Als diese Einkommensquelle immer spärlicher floss, begannen sie, nach einer alternativen Einkommensquelle und gemeinsamer Arbeit zu suchen. Das Brauereiwesen erfüllte die Anforderungen. Nach vielen sorgfältigen Untersuchungen und Diskussionen in der Gemeinschaft wurde beschlossen, die Tradition des Bierbrauens in der Abtei wiederzubeleben. Sicher ist, dass im neunzehnten Jahrhundert in dem Kloster Bier gebraut wurde, und entgegen der weit verbreiteten Meinung war das klösterliche Bierbrauen nicht nur auf die Niederlande beschränkt.

In den Jahren 2017 und 2018 haben die Mönche das Refektorium, die Küche und die Wäscherei verlegt, um Platz für die Installation einer neuen handwerklichen Brauerei zu schaffen. Das Produktionsvolumen haben sie bewusst relativ klein gehalten, gerade groß genug, um ihre Ausgaben zu decken und die karitativen Verpflichtungen zu unterstützen. 2018 wurde die Brauerei das Hauptarbeitsfeld. Alle Arbeiten, vom Brauen bis zum Abfüllen und Verpacken, werden von den Mönchen ausgeführt. Damit entstand eine der wenigen Trappisten-Brauereien außerhalb von Belgien.

All dies war das Ergebnis einer langen Vorbereitung und Forschung. Nachdem die Mönche sich entschlossen hatten, eine Brauerei zu gründen, begannen sie mit einer kleinen Heimbrauanlage zu üben. Dabei haben sie mit einer Reihe verschiedener Biere experimentiert, um Erfahrungen zu sammeln und auf ein endgültiges Rezept hinzuarbeiten. Die Mönche von Norcia, Saint-Wandrille und Zundert haben ihnen dabei geholfen und ihnen viel Wissen vermittelt, indem sie die Mönche am Mount Saint Bernard großzügig an ihrer eigenen Brauerfahrung teilhaben ließen. Auch mehrere lokale Brauer haben den Mönchen mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Dunkelbraun, fast schwarz, fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine kleine hellbraune Schaumkrone, die sich leider recht flott auflöst. Schade. An der Optik könnten die Mönche noch arbeiten.

Düfte nach dunkler Schokolade und Lakritz steigen mir in die Nase, abgerundet durch das Aroma nach getrockneten Feigen. Da bekomme ich wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Abgerundet wird der erste Geschmackseindruck durch die Fruchtigkeit des Bieres. Auf der Zunge bleibt die Süße vorhanden, auch wenn der Schokoladengeschmack in den Vordergrund tritt. Jetzt kommt auch der Lakritzgeschmack zum Vorschein. Dabei sind die bitteren Geschmacksnoten nur sehr dezent zu schmecken. Damit ist das Mundgefühl angenehm weich. In der Kehle legen der Schokoladengeschmack und die Bittere noch einmal nach und sie klingen sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,4%

Bittereinheiten:

38 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

9° Celsius

Brauerei:

Mount Saint Bernard Abbey
LE67
5UL
Großbritannien
www.mountsaintbernard.org

Brasserie Abbaye des Rocs – Grand Cru

Das Etikett ist im typischen Design der Brauerei gestaltet, hier mit blauem Aufdruck.Dieses Bier wird seit 1984 in der Brasserie de l’Abbaye des Rocs in Montignies-sur-Roc gebraut. Es war das erste Bier dieser Brauerei. Sowohl der Name als auch das Logo stammen von dem ehemaligen Klosterhof, der sich in Montignies-sur-Roc befand.

Bernstein- bis mahagonifarben und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist recht klein und sie fällt auch ziemlich schnell in sich zusammen.

Röstaromen stehen im Vordergrund. Dazu kommen Düfte nach Karamell, Rübensirup, Kirschen und Trockenfrüchten.

Der Antrunk ist wie erwartet süß, was aber zur sehr reichhaltigen Karbonisierung passt. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten. Sie wird begleitet vom Geschmack nach dunkler Schokolade und nach Kirschen, abgerundet durch einen Hauch Pfeffer. Bittere ist nur in Spuren zu schmecken, aber das Mundgefühl ist angenehm weich und samtig. Die 9,5 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet, so dass sie nicht durchschmecken, aber die anderen Aromen angenehm unterstützen. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt zusammen mit dem Kirscharoma lange nach.

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brasserie de l’Abbaye des Rocs S.A.
Chaussee Brunehault 31
Montignies-sur-Roc
Belgien
www.abbayedesrocs.com