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Hoppen un Molt – Dunkles Lager

Nun steht das Dunkle Lager von Hoppen un Molt vor mir und wartet auf seine Verkostung. Da ich die Brauerei bereits an anderer Stelle kurz vorgestellt habe, beginne ich gleich, öffne die Flasche und schenke mir das Glas ein.

Bereits im Glas präsentiert sich das Bier mit einer äußerst einladenden Erscheinung. Die Farbe ist blickdicht kastanienbraun, praktisch schwarz. Gegen das Licht gehalten schimmern aber rubinrote Reflexe durch. Nicht so begeistert bin ich von der hellbraunen Schaumkrone, die sich leider sehr schnell auflöst.

In der Nase zeigt sich das Bier angenehm malzbetont, auch wenn das Aroma nicht allzu kräftig ist. Düfte nach Brotkruste und dunkler Schokolade steigen mir in die Nase, begleitet von Noten nach Karamell und Lakritz.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Am Gaumen wirkt das Dunkle Lager weich und rund, während sich eine leichte Bittere zur Malzsüße gesellt. Dazu kommt das Schokoladenaroma, das den Geschmack abrundet. Die Balance zwischen Malzkörper und Bittere ist recht gut abgestimmt, wodurch das Bier sehr zugänglich und gleichzeitig geschmacklich interessant bleibt. In der Kehle kommt lediglich eine geringe Bittere zum Tragen, die aber trotzdem sehr lange nachklingt und mit der Zeit mehr an Schokolade erinnert.

Insgesamt zeigt das Dunkle Lager von Hoppen un Molt, wie elegant dieser Bierstil sein kann. Malzig, rund und aromatisch, dabei aber stets angenehm trinkbar. Ein Bier für gemütliche Abende, lange Gespräche und für alle, die dunkle Lagerbiere mit Charakter zu schätzen wissen. Prost.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,9° Plato

Bittereinheiten:

19 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

11° Celsius

Brauerei:

Hoppen un Molt
Alexandrinenstraße 49
18119 Rostock-Warnemünde
https://hoppen-molt.de/

Das Siegerbier beim Hobbybrauerwettbewerb von Störtebeker ist ein Alt

Manchmal braucht es keine Revolution. Manchmal reicht ein Altbier.

Und genau hier wird die Geschichte interessant: Die Störtebeker Braumanufaktur – sonst eher für norddeutsche Interpretation klassischer Stile bekannt – bringt plötzlich ein Alt auf den Markt. Also ein Bierstil, der im Rheinland ungefähr so heilig ist wie Karneval, Kölschstangen und Diskussionen darüber, welches Alt das einzig wahre ist. Kurz: Mutig.

Noch mutiger wird es, wenn das Rezept nicht aus Düsseldorf stammt, sondern von einem Hobbybrauer aus Seevetal.

Hinter dem Bier steckt Jan Mordhorst, amtierender Deutscher Meister der Hobbybrauer 2025. Sein Rezept setzte sich gegen rund 200 andere Einsendungen durch. Wer schon einmal versucht hat, ein Altbier zu brauen, weiß: Das ist kein Stil, bei dem man einfach Hopfen reinwirft und hofft, dass Instagram es schon feiern wird. Alt verzeiht nichts. Es verlangt Balance. Malzkörper, Bittere, Drinkability – alles muss sitzen.

Und offenbar saß es. Das Siegerrezept wurde anschließend nicht nur beklatscht, sondern tatsächlich im großen Maßstab eingebraut. Ein Traum für jeden Hobbybrauer: Vom Einkocher im Keller direkt in die Produktionsanlage. Als Sahnehäubchen bekam Mordhorst auch noch 40 Kisten seines eigenen Bieres geliefert – genug, um entweder sehr viele Freunde zu gewinnen oder endlich ehrlich herauszufinden, wer wirklich einer ist.

Was steckt im Glas? Ein klassisches Altbier lebt vom Zusammenspiel aus Röst- und Nussnoten, dezenter Fruchtigkeit und einer trockenen Bittere. Genau dort setzt dieses Siegerbier an: nussiger Malzkörper, fein abgestimmte Bittere, hohe Trinkfreude. Also ein Bier, das nicht schreit, sondern überzeugt.

Spannend wird es beim Malz: Neben den klassischen Rohstoffen kommt Tritordeum-Malz von Boortmalt zum Einsatz. Klingt wie ein Pokémon, ist aber eine relativ neue Getreidezüchtung. Sie bringt eine leichte Süße und intensivere Aromen ins Bier – gewissermaßen die feine Nuance, die den Unterschied macht zwischen „gut“ und „noch ein Glas“.

Altbier, aber norddeutsch gedacht. Dass ein Alt nicht zwingend aus Düsseldorf kommen muss, ist für Rheinländer vermutlich eine steile These. Aber genau das macht den Reiz aus. Hier wird kein Stil parodiert oder modernisiert bis er Mango enthält, sondern respektvoll interpretiert. Ein bisschen wie ein guter Cover-Song: Man erkennt das Original sofort – aber es hat eine eigene Handschrift.

Erhältlich ist das Bier aktuell in ausgewählten Märkten in Nordrhein-Westfalen sowie im Online-Shop der Brauerei. Die offizielle Vorstellung findet am 13. März in der Online-Verkostung „Störtebeker LIVE Abenteuerreise“ statt, bei der der Meister persönlich mitprobiert. Was eine angenehme Abwechslung zu sonstigen Preisverleihungen sein dürfte: Hier darf der Gewinner sein Werk trinken.

Die Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer fand 2025 bereits zum neunten Mal statt – ebenfalls im Brauquartier in Stralsund. Auch 2026 wird dort wieder gebraut, bewertet und gezittert: Am 5. September dürfen Hobbybrauer erneut um den Titel kämpfen. Anmeldung ab 13. März – also genug Zeit, um den eigenen Sud noch einmal kritisch anzuschauen und festzustellen, dass man vielleicht doch noch ein zweites Rezept braucht.

Dieses Altbier ist weniger eine Sensation als eine schöne Erinnerung: Gute Bierideen kommen nicht nur aus Marketingabteilungen, sondern oft aus Garagen, Kellern und Küchen. Und manchmal schafft es ein Rezept genau von dort bis ins Regal.

Und falls Sie sich fragen, ob man als Hobbybrauer wirklich Profi-Bier brauen kann: Ja.
Man braucht nur Talent, Geduld, 200 Konkurrenten – und anschließend Stauraum für 40 Kisten.

Störtebeker Brauspezialitäten zum Jahresbeginn mit überarbeitetem Design

Die Brauspezialitäten aus Stralsund starten ins neue Jahr mit einem überarbeiteten Markenauftritt. Bewährte Elemente wie die rote Fahne und die Kraweele bleiben erhalten, gleichzeitig wirkt das Design klarer, moderner und prägnanter. Ziel ist es, die Marke zeitgemäß zu präsentieren und zugleich die Verbindung zu bestehenden Fans zu erhalten.

Nach fast zehn Jahren hat Störtebeker sein Erscheinungsbild angepasst. Der nordische Charakter und die bekannten Markenzeichen wurden nicht ersetzt, sondern in ihrer Wirkung neu kombiniert. So ist das Logo nun als Wort-Bild-Marke vertikal angeordnet, die rote Fahne nimmt eine zentrale Position ein, und die Kraweele auf den Bauchetiketten rückt stärker ins Zentrum. Auch die Sortenlabels auf den Flaschen sind größer gestaltet, während die typischen farbigen Kronkorken die Sortenlogik beibehalten. Insgesamt ergibt sich ein klar strukturiertes und aufgeräumtes Erscheinungsbild.

Die Veränderungen wirken sich auch auf die Sortenkategorien aus: Die fruchtig-herben Ale-Biere wie Atlantik-Ale, New England IPA und Pazifik-Ale präsentieren sich künftig als eigenständige Familie mit roter Fahne am Flaschenhals. Die alkoholfreien Brauspezialitäten sind nun klarer als eigene Kategorie erkennbar, unter anderem durch weiße Kronkorken und Halsetiketten. Die farblich geteilten Labels verbinden dabei die alkoholfreien Sorten mit den entsprechenden alkoholhaltigen Varianten.

Der Relaunch entstand in einem rund einjährigen Prozess, an dem interne und externe Teams beteiligt waren. Jedes Detail wurde überprüft, diskutiert und angepasst. Laut Marketingsprecher Aljoscha Taukel ging es dabei darum, die Stärken der Marke sichtbar zu machen, ohne das Bekannte zu verlieren: klare Haltung, nordische Herkunft und ein charakterstarker Auftritt.

Die ersten Flaschen im neuen Design werden Ende Januar im Handel erhältlich sein. Parallel wird das überarbeitete Markenbild auch in anderen Bereichen umgesetzt, etwa in Anzeigen und auf der Website. Mit dem Relaunch zeigt Störtebeker, dass sich eine etablierte Marke modernisieren kann, ohne ihre Wurzeln aufzugeben.

Hoppen un Molt – Pale Ale

Hoppen un Molt ist eine kleine, unabhängige Brauerei, die im Rostocker Ortsteil Warnemünde beheimatet ist, und die sich klar der handwerklichen Braukultur verschrieben hat. Der Name ist plattdeutsch und steht ganz bewusst für das, worum es der Brauerei geht: Hopfen und Malz, ohne Schnickschnack, dafür mit viel Charakter. Die Biere sind meist unfiltriert, nicht pasteurisiert und klar am Stil orientiert, ohne dabei beliebig zu wirken. Jetzt will ich das Pale Ale der Warnemünder Brauer verkosten.

Hell Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse feinporige Schaumkrone aus, die sich lange hält. Optisch ist das Bier 1A.

In der Nase stehen stiltypisch die frischen Hopfenaromen im Vordergrund. Zitrusnoten wie Grapefruit und Limette steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft der Hefe, so dass beinahe der Duft nach Biskuitteig entsteht. Aber auch der Malzkörper kommt aus dem Hintergrund zur Geltung.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine reichliche und kräftige Karbonisierung aus. Auf der Zunge zeigt sich eine überraschend kräftige und dabei freundliche Bittere, die aber der Fruchtigkeit die Pole Position überlässt. Bei aller Intensität bleibt das Mundgefühl schlank. In der Kehle wird das Bier trockener und sowohl Bittere als auch Fruchtigkeit klingen lange nach.

Das Pale Ale von Hoppen un Molt ist ein stilsicheres, ehrliches Pale Ale mit norddeutschem Charakter. Es eignet sich sowohl als Einstieg in hopfenbetonte Biere als auch als verlässlicher Begleiter für alle, die ausgewogene Craftbiere schätzen – pur, zum Grillen oder zu unkomplizierten Speisen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,5° P

Bittereinheiten: 

27 IBU

Farbe:

6 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 10° Celsius

Brauerei:

Hoppen un Molt
Alexandrinenstraße 49
18119 Rostock-Warnemünde
https://hoppen-molt.de/

Hoppen un Molt – Summer Ale

Über die Brauerei Hoppen un Molt aus Warnemünde habe ich bereits bei der Beschreibung anderer Biere geschrieben. So kann ich jetzt direkt zur Verkostung des Summer Ale kommen.

Golden und mit leichter Hefetrübung strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige weiße Schaumkrone ist nur klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Das Bier duftet fruchtig nach Zitrus und Honig, abgerundet durch einen angenehmen Karamellduft sowie den Duft hellen Malzes aus dem Hintergrund. Da freue ich mich doch auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist durch die kräftige Karbonisierung spritzig und überraschend trocken. Auf der Zunge stechen besonders die Aromen nach Zitrusfrüchten und Grapefruitkernen hervor. Zusammen mit dem schlanken Körper ist das Bier frisch und sehr süffig. In der Kehle übernimmt eine freundliche fruchtige Bittere das Kommando, ohne dabei zu kräftig zu werden. Trotzdem klingt der Geschmack sehr lange nach.

Zu diesem Bier passen gut indische Curries, überbackenes Baguette oder gebratenes Fischfilet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Hoppen und Molt
Friedrich-Barnewitz-Str. 3
18119 Warnemünde
www.hoppen-molt.de

Hoppen un Molt – Weizen

Mitten in Warnemünde, nur einen Steinwurf vom Hafen entfernt, braut Hoppen un Molt seit 2015 charakterstarke Biere, die weit mehr sind als regionale Durstlöscher, sondern ein bewusst gewählter Gegenpol zur industriellen Bierproduktion. Seit 2020 betreibt das Paar ein eigenes Ladengeschäft in der Alexandrinenstraße, das sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt für Einheimische und Urlauber entwickelt hat. Hier gibt es frisches Bier, Zubehör und in einer angenehmen entspannten Atmosphäre einen direkten Draht zu den Machern.

Hoppen un Molt achtet dabei sehr auf den Umweltschutz. Die Brauerei arbeitet mit Ökostrom, verwendet das Kühlwasser nach der Nutzung noch zum Wässern des Gartens und setzt auf Mehrweg. Da die Brauerei nicht weit vom Strand und vom Hafen entfernt ist und wohl auch viele Gäste sich ein frisch gezapftes Craft-Bier mit an den Strand nehmen wollen, verwendet die Brauerei Pfandbecher, so dass der Plastikmüll in dem Ostseebad minimiert wird. Aber kommen wir zum Weizenbier.

Golden und mit kräftiger Hefetrübung strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine gemischtporige Schaumkrone, die langsam in sich zusammenfällt.

Das Bier duftet stiltypisch nach Banane und Nelke, abgerundet durch etwas Vanillearoma.

Der Antrunk ist recht trocken und er überzeugt durch eine sehr feinperlige Kohlensäure. Die angenehme Trockenheit des Bieres bleibt auch auf der Zunge erhalten. Allerdings gesellt sich jetzt eine gewisse Säure dazu und ich frage mich, ob die wirklich gewollt ist oder ob es sich hier um einen Bierfehler handelt. In einem Wettbewerb würde ich das Bier für die Säure abwerten. Trotzdem ist das Mundgefühl weich und voll und das Bananenaroma kommt gut zum Tragen. Auch in der Kehle ist die Banane noch zu schmecken, begleitet durch eine für ein Weizenbier kräftige Bittere.

Noch kurz ein Wort zur Säure: ich habe das Bier bereits vor längerer Zeit gekauft und als ich es verkostet habe, war es etwa zwei Wochen vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Es ist also durchaus möglich, dass dieser (vermutliche) Bierfehler bei der Abfüllung noch nicht feststellbar war.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

12 IBU

Farbe:

7 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 10° Celsius

Brauerei:

Brauerei Hoppen un Molt
Inhaber: Henry Gidom
Fritz-Reuter-Str. 24
18119 Warnemünde
www.hoppen-molt.de

Störtebeker – Hanse-Porter alkoholfrei

Ich erinnere mich gerne an meinen Besuch in der Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund zurück. Es war eine tolle Führung, die Biere bei der Verkostung haben mir gefallen und beim anschließenden Besuch der Brauereigaststätte haben wir noch richtig gut gegessen.

Die Brauerei bietet nicht nur eine breite Auswahl an alkoholhaltigen Bieren, sondern sie gibt sich auch bei den alkoholfreien Bieren Mühe, die Bierkultur hochzuhalten. So gibt es nicht irgendein Bier, das als alkoholfrei bezeichnet wird, so wie es bei anderen Brauereien leider üblich ist, sondern auch bei den alkoholfreien Bieren wird der Bierstil angegeben und trotz des fehlenden Alkohols auch gut getroffen. Ob das auch für das alkoholfreie Hanse-Porter gilt, will ich jetzt feststellen.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei einen haselnussbraunen Schaum. Anfangs fällt er recht flott in sich zusammen, aber ein Rest bleibt sehr lange erhalten. An der Optik gibt es schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont nach Kandis und Kaffee. Allerdings kommt aus dem Hintergrund noch eine leichte Säure, die irgendwie nicht so richtig dazu passen will.

Der Antrunk ist süß, was durch die zur Süße passende Karbonisierung abgerundet wird. Aber als sich das Bier auf der Zunge verteilt, ist sie wieder da, die Säure. Die Aromen nach dunkler Schokolade und Kaffee treten in den Hintergrund. Außerdem ist das Mundgefühl für ein Porter ungewöhnlich schlank. In der Kehle ist das Bier mild, die Säure tritt etwas in den Hintergrund und der Geschmack klingt nur kurz nach.

Als Porter kann das Bier mich nicht begeistern; lediglich als Malzbrause geht es in Ordnung. Von der Störtebeker Braumanufaktur hätte ich mir wirklich mehr erwartet. Das alkoholfreie Hanse-Porter ist das erste Bier aus Stralsund, das meine Erwartungen nicht erfüllt. Das können die Hanseaten wirklich besser.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Glukose-Fruktosesirup, Gärungskohlensäure, Hopfen (Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

12° Celsius

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
Greifswalder Chaussee 84-85
18439 Stralsund
www.stoertebeker.com

Störtebeker – Herbst-Festbier

Jetzt steht vor mir ein Festbier für den Herbst. Diese Kreation haben sich die Brauer der Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund einfallen lassen. Da ich bereits ausführlich über die Braumanufaktur und auch über den Bierstil des Märzen geschrieben habe, kann ich direkt mit der Verkostung beginnen.

Das Orange des Bieres erinnert an einen Herbstwald, neudeutsch Indian Summer genannt. Nebenbei bemerkt ist es glanzfein und mit einer sahnigen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Karamell steht im Mittelpunkt des Aromas, abgerundet durch fruchtige Noten sehr reifer Äpfel.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine passende Bittere zur Karamellsüße, begleitet durch einen Hauch Röstaromen. Das Mundgefühl ist weich, beinahe cremig. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger und sie klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Münchner-, Karamellmalze), Hopfen (Tradition, Mittelfrüh), Hefe

Alkoholgehalt‍:       

5,8 % Vol.

Stammwürze:        

13,3° Plato

Bittereinheiten:     

22 IBU

Empfohlene Genusstemperatur‍:         

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
Greifswalder Chaussee 84-85
18439 Stralsund
www.stoertebeker.com

Rügener Inselbrauerei – Hiddenseer Pils

Die Insel-Brauerei in Rambin auf Rügen ist eher für seine besonderen Biere bekannt, besonders für seine IPAs. Dass dort auch Standard-Bierstile gebraut werden können, hat mich dann doch erstaunt. Aber nun steht es vor mir, das Hiddenseer Pils. Aber die Insel-Brauerei kommt nicht auf die Idee, ein 08/15-Pils auf den Markt zu bringen. Da müssen schon besondere Zutaten verwendet werden. Dass Naturhopfen verwendet wird, hatte ich schon erwartet. Aber auch beim Malz greifen die Insulaner in die Vollen und verwenden Tennenmalz. Die spezielle Art des Mälzens soll für ein harmonisches Bier mit Honig- und Biskuitnoten sorgen. Da ich keine eigenen Erfahrungen mit Tennenmalz habe, muss ich einfach glauben, was die Firma Weyermann, einer der ganz großen Malzhändler, darüber sagt. Aber kommen wir nun endlich zum Bier.

Hell und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei entsteht eine kleine feinporige Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt. Optisch geht das Bier in Ordnung.

Das Bier duftet nach hellem Malz, zusammen mit einigen blumigen Noten. Eigentlich wirkt das Bier auf mich eher wie ein Helles.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine kräftige Karbonisierung aus. Auch auf der Zunge bleibt die Süße erhalten, während sich eine überraschende Bittere dazu gesellt. Trotzdem ist der Körper schlank. In der Kehle ist das Hiddenseer Pils mild mit einer nur leichten Bitteren und kurzem Nachklang.

Alles in Allem ist das Hiddenseer Pils ein schönes und süffiges Bier, das sich gut trinken lässt. Es entspricht aber nicht meinen Vorstellungen an ein norddeutsches Pilsener.

Zutaten:

Wasser, Gersten-Tennenmalz, Gerstenmalz, Naturhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei
Hauptstraße 2c
18573 Rambin/Rügen
www.insel-brauerei.de

Stralsunder – Biopils alkoholfrei

Die Stralsunder Brauerei gehört zur Brauerei Störtebeker. Nach Angaben von Störtebeker war Stralsunder bereits zu DDR-Zeiten bekannt, allerdings für Biere, die aufgrund ihrer mangelnden Qualität nicht gerade beliebt waren. Das erste Stralsunder Pils habe ich vor vielen Jahren getrunken, als ich mit meiner Frau in Stralsund Urlaub machte und auch zu dieser Zeit machte das Bier den Eindruck, dass es sich um die Billigmarke von Störtebeker handelte. Da die Brauerei jetzt ein Pils und ein alkoholfreies Pils herausgebracht hat, die auch hier in Niedersachsen im Bioladen erhältlich sind, muss ich den Eindruck wohl korrigieren. Jetzt steht das alkoholfreie Pils vor mir und ich werde es gleich verkosten.

Golden und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige und schneeweiße Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch gibt das Bier damit eine sehr gute Figur ab.

Das Aroma ist malzbetont. Der Duft nach Brotkrume steht im Mittelpunkt, abgerundet durch einige würzige Noten sowie einen Hauch Zitrusaroma.

Überraschend kommt im Antrunk die Bittere des Hopfens in den Vordergrund. Auch wenn das Bier jetzt keinen ausgewogenen Eindruck macht, ist das Mundgefühl angenehm weich. Der als Geschmacksträger fehlende Alkohol wurde durch eine stärkere Hopfengabe ersetzt. Da der Geschmack durch den Hopfen geprägt ist, gehört das alkoholfreie Bio Pils für mich zu den schmackhafteren alkoholfreien Bieren. In der Kehle ist das Bier zunächst mild mit geringer Bittere, die aber trotzdem lange nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,05 % Vol.

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
Greifswalder Chaussee 84-85
18439 Stralsund
www.stoertebeker-brauquartier.com