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160 Jahre Brautradition gerettet – Rosenbrauerei Pößneck startet neu durch

Während viele Brauereien in Deutschland derzeit ums Überleben kämpfen, kommt aus Thüringen eine Nachricht, die fast schon ungewohnt optimistisch klingt: Die traditionsreiche Rosenbrauerei Pößneck ist gerettet. Und das nach einer Geschichte, die bis ins Jahr 1866 zurückreicht.

Die Lage der Branche bleibt dennoch angespannt. Allein im Jahr 2024 mussten bundesweit 52 Brauereien schließen, wie das Deutsche Handwerksblatt berichtet. Selbst Bayern, das Herzland der deutschen Braukultur, ist nicht mehr unantastbar: Erstmals fiel die Zahl der dortigen Braustätten unter die Marke von 600.

Die Gründe sind so vielfältig wie belastend. Sinkender Bierkonsum trifft auf steigende Kosten – sei es bei Rohstoffen, Energie oder Personal. Für viele Betriebe wird das Brauen damit zur wirtschaftlichen Gratwanderung. Wer heute Bier produziert, muss gleichzeitig an mehreren Fronten bestehen – und nicht jeder schafft das.

Umso bemerkenswerter ist der Fall der Rosenbrauerei Pößneck. Nachdem das Unternehmen im Februar 2025 Insolvenz anmelden musste, stand die Zukunft lange auf der Kippe. Steigende Produktionskosten und ein rückläufiger Absatz hatten die finanzielle Lage erheblich belastet. Für die Belegschaft und die Anhänger der Marke begann eine Phase der Unsicherheit.

Nun gibt es Klarheit: Der Erfurter Unternehmer André Panse hat die Brauerei übernommen und führt sie seit dem 16. März 2026 weiter. Damit ist die drohende Schließung abgewendet. Entsprechend erleichtert zeigt sich auch das Unternehmen selbst: „Wir haben es geschafft! Die Rosenbrauerei Pößneck startet mit frischer Kraft in eine neue Zukunft“.

Ganz ohne Einschnitte geht der Neustart allerdings nicht. Von ursprünglich 25 Beschäftigten müssen acht ihren Arbeitsplatz aufgeben, wie die Ostthüringer Zeitung berichtet. Die Rettung hat also auch hier ihren Preis – wenn auch einen deutlich geringeren als in vielen anderen Fällen der Branche.

Der Blick auf die Gesamtentwicklung zeigt, wie außergewöhnlich diese Rettung ist. Noch 2019 zählte der Deutsche Brauer-Bund mehr als 1550 Brauereien in Deutschland, 2024 waren es nur noch 1459. Besonders stark betroffen ist Bayern, wo innerhalb weniger Jahre rund 50 Betriebe aufgegeben haben. Thüringen hingegen bildet eine seltene Ausnahme: Hier ist die Zahl der Braustätten seit 2019 sogar leicht gestiegen.

Ein zentraler Kostentreiber liegt im Brauprozess selbst. Das Wechselspiel aus Erhitzen und schnellem Abkühlen – von über 100 Grad bis hinunter zur Gärtemperatur – macht Energie zu einem entscheidenden Faktor. Steigende Preise für Strom und Gas treffen die Betriebe daher besonders hart.

Für die Rosenbrauerei Pößneck bedeutet die Übernahme mehr als nur eine wirtschaftliche Lösung. Sie ist ein Signal dafür, dass Tradition auch in schwierigen Zeiten eine Zukunft haben kann – vorausgesetzt, es findet sich jemand, der bereit ist, daran zu glauben. In einer Branche, in der viele diesen Retter nicht finden, ist das alles andere als selbstverständlich.

Kneipenwirt gegen Brauereikonzern: Vom Biervertrag zum jahrelangen Rechtsstreit

Manchmal beginnt eine große Geschichte mit etwas sehr Kleinem. In diesem Fall mit einem Tresen, einer beleuchteten Außenwerbung und einem Darlehen über rund 3.000 Euro. Was zunächst wie eine übliche Vereinbarung zwischen einem Gastronomen und der Brauerei wirkte, entwickelte sich für den Thüringer Gastwirt Florian Mirhenn zu einem Rechtsstreit mit einem der größten Bierhersteller Deutschlands.

Mirhenn betreibt den Landgasthof „Zur Krone“ im kleinen Ort Molschleben im Landkreis Gotha. Als er die Gaststätte im Jahr 2013 übernimmt, wagt er damit den Schritt in die Selbstständigkeit. In der Gaststube wird bereits Bier der Brauerei Krombacher ausgeschenkt, und kurz vor der Wiedereröffnung kommt es zu einem Treffen zwischen Mirhenn, seinem Vorgänger und einem Vertreter der Brauerei. Dabei geht es um den Tresen der Gaststätte, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig bezahlt ist. Der Restwert liegt bei etwa 1.300 Euro.

Die Lösung scheint unkompliziert: Die Brauerei bietet dem neuen Wirt ein Darlehen für den Tresen und zusätzlich eines für eine beleuchtete Außenwerbung an. Insgesamt geht es um rund 3.000 Euro. Die Rückzahlung soll über den Bierverkauf erfolgen.

„Ich war dumm und naiv. Heute würde ich so etwas nicht mehr unterschreiben.“

Viele Jahre später erkennt Mirhenn, dass diese Vereinbarung für ihn deutlich ungünstiger ist, als er zunächst angenommen hatte. Während andere Brauereien laut seiner Aussage bessere Konditionen anbieten würden, stellt sich für ihn vor allem ein praktisches Problem: Die im Vertrag vorausgesetzten Biermengen sind in seiner kleinen Dorfgaststätte kaum zu erreichen.

Er fragt sich: „Ist das fair? Das ist die Frage, die ich mir bis heute stelle.“

Schließlich kündigt der Wirt die Zusammenarbeit und lässt den Vertrag von seinem Anwalt Stefan Rienecker prüfen. Der Jurist aus Arnstadt kommt zu einem überraschenden Ergebnis. Nach seiner Berechnung hätte Mirhenn Bier im Gesamtwert von etwa 225.000 Euro verkaufen müssen, um das Darlehen für Tresen und Außenwerbung vollständig auszugleichen. Das hätte eine Bindung an die Brauerei von ungefähr 14 bis 17 Jahren bedeutet.

Der Anwalt hält diese Konstruktion für sittenwidrig. Juristisch bedeutet dieser Begriff, dass eine Vereinbarung so einseitig oder unfair ist, dass sie gegen grundlegende Vorstellungen von Gerechtigkeit und Anstand verstößt. In solchen Fällen können Gerichte Verträge für unwirksam erklären. Der Weg vor Gericht beginnt allerdings nicht durch den Wirt selbst. Stattdessen reicht die Brauerei Klage ein und verlangt rund 26.000 Euro Schadensersatz. Das Verfahren landet vor dem Landgericht Siegen.

Im Februar 2025 fällt dort eine Entscheidung zugunsten des Wirts. Die Richter sehen ein deutliches Missverhältnis zwischen dem relativ geringen Darlehensbetrag und den geforderten Absatzmengen beim Bier. Diese Vertragsgestaltung sei sittenwidrig.

In der Urteilsbegründung heißt es unter anderem, der Abschluss eines derart unausgewogenen Vertrags lasse sich auf Seiten des Gastwirts nur mit „völliger geschäftlicher Naivität“ erklären und sei aus wirtschaftlicher Sicht eines ordentlichen Kaufmanns unsinnig. Gleichzeitig hielten es die Richter für ausgeschlossen, dass die Brauerei als international tätiges Unternehmen dieses Missverhältnis nicht erkannt habe.

Für Mirhenn hat das Urteil eine vergleichsweise milde Konsequenz: Er muss lediglich den verbliebenen Restwert des Tresens begleichen, der zu diesem Zeitpunkt noch etwa 600 Euro beträgt.

Die Brauerei äußert sich zu dem Verfahren nicht öffentlich und verweist lediglich darauf, dass man sich grundsätzlich nicht zu laufenden Gerichtsverfahren oder vertraulichen Vertragsdetails äußere.

Ganz ungewöhnlich sind solche Finanzierungsmodelle in der Gastronomie allerdings nicht. Der Thüringer Hotel- und Gaststättenverband erklärt, dass entsprechende Vereinbarungen bereits seit den 1990er-Jahren verbreitet sind. Sie sollen sowohl Brauereien als auch Wirten Planungssicherheit geben. Verbandsvertreter Dirk Ellinger betont, dass viele dieser Verträge problemlos funktionieren. Entscheidend sei jedoch, dass Darlehenshöhe und vereinbarte Absatzmengen in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis stehen. Genau daran habe es in diesem Fall offenbar gefehlt.

Der Rechtsstreit ist jedoch noch nicht beendet. Die Brauerei hat gegen das Urteil Berufung beim Oberlandesgericht Hamm eingelegt. Laut Mirhenns Anwalt wird dabei sogar eine deutlich höhere Schadensersatzforderung in Aussicht gestellt. Ein zuvor angestrebter Vergleich zwischen den Parteien kam nicht zustande.

Für den Wirt steht damit viel auf dem Spiel. „Sollte ich am Ende verlieren und die Schadenshöhe wird sechsstellig, muss ich wohl den Gasthof aufgeben.“

Selbst wenn Mirhenn auch in der nächsten Instanz Recht bekommt, könnte das Verfahren noch weitergehen. In letzter Konsequenz wäre auch eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs möglich.

Schon jetzt übersteigen die angefallenen Gerichtskosten den ursprünglichen Streitwert deutlich. Für den kleinen Landgasthof im thüringischen Molschleben bleibt der Konflikt damit eine existenzielle Belastung – und ein Beispiel dafür, wie ein scheinbar kleiner Vertrag große Folgen haben kann.

Manchmal beginnt eine große Geschichte mit etwas sehr Kleinem. In diesem Fall mit einem Tresen, einer beleuchteten Außenwerbung und einem Darlehen über rund 3.000 Euro. Was zunächst wie eine übliche Vereinbarung zwischen einem Gastronomen und der Brauerei wirkte, entwickelte sich für den Thüringer Gastwirt Florian Mirhenn zu einem Rechtsstreit mit einem der größten Bierhersteller Deutschlands.

Mirhenn betreibt den Landgasthof „Zur Krone“ im kleinen Ort Molschleben im Landkreis Gotha. Als er die Gaststätte im Jahr 2013 übernimmt, wagt er damit den Schritt in die Selbstständigkeit. In der Gaststube wird bereits Bier der Brauerei Krombacher ausgeschenkt, und kurz vor der Wiedereröffnung kommt es zu einem Treffen zwischen Mirhenn, seinem Vorgänger und einem Vertreter der Brauerei. Dabei geht es um den Tresen der Gaststätte, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig bezahlt ist. Der Restwert liegt bei etwa 1.300 Euro.

Die Lösung scheint unkompliziert: Die Brauerei bietet dem neuen Wirt ein Darlehen für den Tresen und zusätzlich eines für eine beleuchtete Außenwerbung an. Insgesamt geht es um rund 3.000 Euro. Die Rückzahlung soll über den Bierverkauf erfolgen.

„Ich war dumm und naiv. Heute würde ich so etwas nicht mehr unterschreiben.“

Viele Jahre später erkennt Mirhenn, dass diese Vereinbarung für ihn deutlich ungünstiger ist, als er zunächst angenommen hatte. Während andere Brauereien laut seiner Aussage bessere Konditionen anbieten würden, stellt sich für ihn vor allem ein praktisches Problem: Die im Vertrag vorausgesetzten Biermengen sind in seiner kleinen Dorfgaststätte kaum zu erreichen.

Er fragt sich: „Ist das fair? Das ist die Frage, die ich mir bis heute stelle.“

Schließlich kündigt der Wirt die Zusammenarbeit und lässt den Vertrag von seinem Anwalt Stefan Rienecker prüfen. Der Jurist aus Arnstadt kommt zu einem überraschenden Ergebnis. Nach seiner Berechnung hätte Mirhenn Bier im Gesamtwert von etwa 225.000 Euro verkaufen müssen, um das Darlehen für Tresen und Außenwerbung vollständig auszugleichen. Das hätte eine Bindung an die Brauerei von ungefähr 14 bis 17 Jahren bedeutet.

Der Anwalt hält diese Konstruktion für sittenwidrig. Juristisch bedeutet dieser Begriff, dass eine Vereinbarung so einseitig oder unfair ist, dass sie gegen grundlegende Vorstellungen von Gerechtigkeit und Anstand verstößt. In solchen Fällen können Gerichte Verträge für unwirksam erklären. Der Weg vor Gericht beginnt allerdings nicht durch den Wirt selbst. Stattdessen reicht die Brauerei Klage ein und verlangt rund 26.000 Euro Schadensersatz. Das Verfahren landet vor dem Landgericht Siegen.

Im Februar 2025 fällt dort eine Entscheidung zugunsten des Wirts. Die Richter sehen ein deutliches Missverhältnis zwischen dem relativ geringen Darlehensbetrag und den geforderten Absatzmengen beim Bier. Diese Vertragsgestaltung sei sittenwidrig.

In der Urteilsbegründung heißt es unter anderem, der Abschluss eines derart unausgewogenen Vertrags lasse sich auf Seiten des Gastwirts nur mit „völliger geschäftlicher Naivität“ erklären und sei aus wirtschaftlicher Sicht eines ordentlichen Kaufmanns unsinnig. Gleichzeitig hielten es die Richter für ausgeschlossen, dass die Brauerei als international tätiges Unternehmen dieses Missverhältnis nicht erkannt habe.

Für Mirhenn hat das Urteil eine vergleichsweise milde Konsequenz: Er muss lediglich den verbliebenen Restwert des Tresens begleichen, der zu diesem Zeitpunkt noch etwa 600 Euro beträgt.

Die Brauerei äußert sich zu dem Verfahren nicht öffentlich und verweist lediglich darauf, dass man sich grundsätzlich nicht zu laufenden Gerichtsverfahren oder vertraulichen Vertragsdetails äußere.

Ganz ungewöhnlich sind solche Finanzierungsmodelle in der Gastronomie allerdings nicht. Der Thüringer Hotel- und Gaststättenverband erklärt, dass entsprechende Vereinbarungen bereits seit den 1990er-Jahren verbreitet sind. Sie sollen sowohl Brauereien als auch Wirten Planungssicherheit geben. Verbandsvertreter Dirk Ellinger betont, dass viele dieser Verträge problemlos funktionieren. Entscheidend sei jedoch, dass Darlehenshöhe und vereinbarte Absatzmengen in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis stehen. Genau daran habe es in diesem Fall offenbar gefehlt.

Der Rechtsstreit ist jedoch noch nicht beendet. Die Brauerei hat gegen das Urteil Berufung beim Oberlandesgericht Hamm eingelegt. Laut Mirhenns Anwalt wird dabei sogar eine deutlich höhere Schadensersatzforderung in Aussicht gestellt. Ein zuvor angestrebter Vergleich zwischen den Parteien kam nicht zustande.

Für den Wirt steht damit viel auf dem Spiel. „Sollte ich am Ende verlieren und die Schadenshöhe wird sechsstellig, muss ich wohl den Gasthof aufgeben.“

Selbst wenn Mirhenn auch in der nächsten Instanz Recht bekommt, könnte das Verfahren noch weitergehen. In letzter Konsequenz wäre auch eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs möglich.

Schon jetzt übersteigen die angefallenen Gerichtskosten den ursprünglichen Streitwert deutlich. Für den kleinen Landgasthof im thüringischen Molschleben bleibt der Konflikt damit eine existenzielle Belastung – und ein Beispiel dafür, wie ein scheinbar kleiner Vertrag große Folgen haben kann.

Quelle: Tagesschau

Heimathafen – Jack

Jetzt steht erstmals ein Bier aus der Erfurter Braumanufaktur vor mir, Heimathafen genannt. Ich habe keine Informationen über die Brauerei, weshalb ich die Brauer selbst zu Wort kommen lasse. Auf ihrer Website schreiben sie: „Da kommt ein leidenschaftlicher Bierbrauer, der das Brauhandwerk von der Pike auf gelernt hat, nach über 10 Jahren in die Thüringer Heimat zurück und muss feststellen, dass die Bierlandschaft in der Landeshauptstadt rar gesät ist und schafft Abhilfe.

Der gebürtige Erfurter Jan Schlennstedt eröffnet am 22. April 2017 die Heimathafen – Erfurter Braumanufaktur im altehrwürdigen Zughafen. Seitdem glüht regelmäßig der Braukessel in einer ehemaligen Lagerhalle am alten Güterbahnhof.“ Die meisten ihrer Biere benennen die Erfurter mit Namen. So auch das Heimathafen Jack, ein Pale Ale, das jetzt vor mir steht.

Bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige weiße Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. An der Optik dieses Bieres gibt es wirklich nichts zu mäkeln.

Das Bier duftet angenehm nach Grapefruit und anderen tropischen Früchten, abgerundet durch die Süße des Karamelldufts sowie einige würzige Noten, die an weißen Pfeffer erinnern.

Der Antrunk ist recht süß und verwöhnt meinen Gaumen durch die feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich die Fruchtigkeit und eine passende Bittere zur Süße und sorgen für ein weiches Mundgefühl. Die freundliche Bittere wird in der Kehle kräftiger und klingt dort sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmal, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:       

5,1 % Vol.

Stammwürze:        

12° Plato

Bittereinheiten:     

40 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:         

6-8° Celsius

Brauerei:

Heimathafen
Erfurter Braumanufaktur
Zum Güterbahnhof 20
99085 Erfurt
www.heimathafen-bier.de

9. 5. – 10. 5. 2025: Flanieren mit Bieren, Erfurt

Fast 40 Aussteller aus der Region finden sich am 9. Und 10. Mai 2025 im Zughafen Erfurt ein, um die Besucher mit der Veranstaltung „Flanieren mit Bieren“ zu verwöhnen. Neben den Bieren wird es auch Cocktails, Spirituosen und selbstverständlich auch Speisen zur Verkostung geben. Das Festival findet in der Halle 6, in direkter Nachbarschaft zur Braumanufaktur Heimathafen, statt. Der Eintritt beträgt 10,00 Euro. Darin ist auch ein Bierglas enthalten, das an den einzelnen Ständen aufgefüllt werden kann und das die Besucher mit nach Hause nehmen können. Die Veranstaltung beginnt am 9. Mai um 16:00 Uhr und am 10. Mai um 12:00 Uhr.

3. 5. – 4. 5. 2024: Flanieren mit Bieren

Es ist zwar erst die zweite Veranstaltung der Erfurter, aber bereits die erste Auflage von „Flanieren mit Bieren“ war wohl ein voller Erfolg. Die Veranstaltung wird in diesem Jahr um einen Tag verlängert und es kommen sage und schreibe 39 Aussteller in den Zughafen in Erfurt. Neben vielen unterschiedlichen Brauereien sind auch Anbieter von Wein, Spirituosen und Food am Start. Dass die Musik nicht vom Band kommt sondern live gespielt wird, versteht sich wohl von selbst.

Die Veranstaltung findet im Zughafen in Erfurt statt und der Eintritt beträgt 10 Euro pro Tag, für beide Tage beträgt er 15 Euro. Freitag beginnt das Event um 16:00 Uhr, Samstag um 12:00 Uhr. Schluss ist an beiden Tagen um 22:00 Uhr.

Altenburger – Winterbier

Altenburg ist vor Allem für seine Spielkarten bekannt, aber auch das Bier, das von dort kommt, kann durchaus gefallen. Das Winterbier, das jetzt vor mir steht, wird im Spätsommer gebraut und wird von Oktober bis April verkauft. Auch wenn die Biere aus dem östlichen Thüringen hier im Westen eher selten zu finden sind, ist es mir doch gelungen, eine Flasche zu ergattern, die ich jetzt und hier vorstellen möchte.

Rotbraun und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist sahnig und bleibt sehr lange erhalten. Ein winterliches Bier wie gemalt.

Wie ich es von einem Winterbier erwarte wird das Aroma durch die verwendeten Malze dominiert. Ich rieche Noten nach Karamell und Toffee, nach Kaffee und Trockenpflaumen. Ich muss sagen, das passt alles zusammen.

Der Antrunk ist frisch und er besticht durch seine leichte Malzsüße. Auf der Zunge schmecke ich Aromen nach dunkler Schokolade, Karamell und Dörrobst. Bitter ist nur wenig vorhanden, so dass das Mundgefühl weich und rund ist. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger. Es bleibt aber immer zurückhaltend und klingt trotzdem sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Melatoninmalz, Karamellmalz), Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5 Vol.-%

Stammwürze:

13,3° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

28 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 11° Celsius

Brauerei:

Altenburger Brauerei GmbH
Brauereistraße 20
04600 Altenburg
www.brauerei-altenburg.de

BierSelect

Altenburger Festbier

Altenburg ist landläufig vor Allem als Stadt der Spielkarten bekannt. Aber die Thüringer können noch mehr. Dazu gehört auch das Brauen von Bier. Obwohl das Brauen dort eine lange Tradition hat, gibt es heute nur noch eine Brauerei in der Stadt, die ich aber trotzdem als Hersteller guter Biere kennengelernt habe. Heute steht das Festbier vor mir, ein Märzen, das jetzt auf seine Verkostung wartet.

Kupferfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse sahnige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch ist am Altenburger Festbier schon mal nichts auszusetzen.

Das Bier duftet angenehm nach Karamell und Brotkruste. Abgerundet wird das Aroma durch den würzigen Duft des Hopfens.

Der Antrunk überzeugt durch eine angenehme Süße und die reichlich enthaltene Kohlensäure. Auf der Zunge spiegeln sich die brotigen und karamellartigen Aromen. Bitterstoffe enthält das Bier nur wenige, so dass einem weichen Mundgefühl nichts im Wege steht. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, obwohl es trotzdem zurückhaltend bleibt. Trotzdem ist der Nachklang überraschend lang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Magnum, Perle)

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Farbe:

20 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Altenburger Brauerei GmbH
Brauereistraße 20
04600 Altenburg
www.brauerei-altenburg.de

BierSelect

Altenburger – Premium-Pils

Das Premium Pils der Altenburger Brauerei geht auf ein Rezept aus dem Jahr 1871 zurück und wird traditionell mit Hopfensorten aus der Elbe-Saale-Region gebraut. Der regionale Hopfen lässt mich hoffen, dass das Altenburger Pils eine andere Hopfennote mitbringt als viele andere Pilsbiere, die sich doch häufig sehr ähneln. Dafür spricht auch, dass das Altenburger Premium Pils seit dem Jahr 2018 an etlichen Bierwettbewerben im In- und Ausland erfolgreich teilgenommen hat.

Golden und glanzfein fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große feste und schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres ist nichts auszusetzen.

Ein herbes Hopfenaroma steigt mit in die Nase, dazu der Duft nach Kräutern und floralen Noten. Aus dem Hintergrund unterstützt der Duft nach Brotkrume das Aroma.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge bildet sich ein freundliches Bitter in zur Süße passender Stärke. Somit entsteht ein klarer herber Pilsgeschmack, so wie er sein soll. Das Mundgefühl dieses süffigen Bieres ist schlank. Im Abgang erfreut ein leichtes Bitter mit überraschend langem Nachklang meine Kehle.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol

Stammwürze:

11 ° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Altenburger Brauerei GmbH
Brauereistraße 20
04600 Altenburg
www.brauerei-altenburg.de

BierSelect

Bräu Wirts Urtyp

Aus Thüringen stammt das Bräu Wirts Urtyp, das jetzt vor mir steht. Das heißt – eigentlich weiß ich nicht wirklich, ob das Bier aus Thüringen stammt. Das Etikett verrät die Brauerei nicht, sondern lediglich, dass das Bier für eine Meininger Getränkevertriebs-GmbH gebraut wurde. Und dieses Unternehmen ist in Thüringen beheimatet. Mehr kann ich im Internet nicht über das Bier erfahren und auch die Meininger Getränkevertriebs-GmbH hält sich mit Informationen sehr zurück. Ich kann lediglich erfahren, dass das Unternehmen zehn Getränkemarkte unterhält. Hoffentlich ist das Bier besser als die Informationen im Internet.

Intensiv goldfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist sahnig und bleibt lange erhalten. Die Optik ist also schon mal ansprechend.

Beim Duft lässt meine Begeisterung schon nach. Ich kann nur eine Ahnung von Karamell riechen, und auch dieser Duft verfliegt schnell.

Der Antrunk ist recht süß und mich stört die kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich ein auf die Süße abgestimmtes Bitter zur Süße. Blumige oder fruchtige Aromen suche ich auch jetzt vergebens, so dass das Mundgefühl sehr schlank ist. Der Abgang ist ebenfalls schlank und der schwache Bittergeschmack verfliegt schnell.

Insgesamt bin ich von diesem Bier wirklich enttäuscht. Die Optik des Bieres und das Design des Etiketts sind für mich die besten Eigenschaften dieses Biers.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

12,7° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Meininger Getränkevertriebs-GmbH
Sandfeld 14
98639 Rippershausen

Greizer Schwarze Perle

Greiz ist eine Kleinstadt in Thüringen, nahe der Grenze zu Sachsen. Zum 1. September 1872 kamen drei Greizer Bürger überein, unter der Firmenbezeichnung VEREINSBRAUEREI GREIZ ein neues, leistungsfähiges Brauunternehmen im damaligen Handelsregister eintragen zu lassen. Fabrikant Karl Gottlieb Weber, Kaufmann Karl Anton Merz und der Privatier Anton Zeuner waren es, die die Gründungsurkunde unterzeichneten.

Zwei Jahre sollten vergehen bis das erste Vereinsbier eingebraut werden konnte. Im gleichen Jahr lösten die Greizer das unrentabel gewordene städtische Brauhaus auf. Im Juli 1886 erfolgte die Umwandlung des jungen Unternehmens in eine Aktiengesellschaft.

Hatte sich die VEREINSBRAUEREI GREIZ zunächst darauf spezialisiert, ein halbdunkles Bier Münchner Brauart zu produzieren, verlagerten sich die GREIZER BRAUER ab 1922 zielstrebig auf Pilsner Biere, die auch heute noch dominieren. Erster großer „Renner“: das sich schnell großer Beliebtheit erfreuende „Fürstenbräu“.

Doch die Entwicklung verlief nicht nur kontinuierlich. Zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise und nationalsozialistischer Größenwahn forderten ihren Preis. Die Brauereiakten berichten, es sei in den Gärbottichen ersatzweise Sauerkraut hergestellt worden. Und das wenige Bier, das sich die Leute leisten konnten, geriet zunehmend dünner. So auch infolge des zweiten Weltkrieges. Erst nach und nach erreichten die Biere wieder alte Standards. Dafür machte die Mangelwirtschaft der DDR es erforderlich, das Malz mit Gerstenrohfrucht, streckenweise auch durch Reis zu ersetzen.

Nach der Wende übernahm 1991 die Tucher Bräu AG Nürnberg die Brauerei, sanierte den vorhandenen Tiefbrunnen und installierte eine umweltschonende Aufbereitungsanlage für Brauwasser. Es folgten eine neue Flaschenabfüllung mit einer Kapazität von 24 000 Flaschen/h und eine neue Stapelhalle sowie im Laufe der Zeit weitere Modernisierungen. Es folgten einige Besitzerwechsel bis im Dezember 2010 die Brauerei an Familie Schäfer verkauft wurde, die die GREIZER Brauerei als Familienunternehmen weiterführt.

Soweit zur Brauerei, aus der die Schwarze Perle kommt. Da aus dem Osten viele gute Schwarzbiere stammen, erwarte ich auch jetzt einen angenehmen Genuss.

Fast blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große beiger und feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. So stelle ich mir ein Schwarzbier vor, nicht so dünn und halbdurchsichtig wie viele andere.

Wie erwartet wird das Aroma durch die Röststoffe des Malzes dominiert. Mokka ist der hervorragende Duft. Etwas mehr Komplexität würde dem Aroma sicherlich gut zu Gesicht stehen.

Der Antrunk ist überraschend schlank mit einer leichten Süße. Die sehr feinperlige Kohlensäure ist leider recht knapp dosiert. Auf der Zunge kommen die Röststoffe in den Vordergrund, aber die Süße wird ebenfalls kräftiger und kann den Geschmack nach Espresso unterstützen. Bitterstoffe sind nur wenige zu schmecken, so dass das Gefühl eines schlanken Bieres erhalten bleibt. Erst im Abgang wird das Bitter kurz etwas dominanter, aber es klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Vereinsbrauerei Greiz GmbH
Lindenstraße 60
07973 Greiz
www.greizer.de