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Schloßbräu Rheder

Am 2. Juli 1686 verlieh der Fürstbischof von Paderborn dem Besitzer des Rittergutes Rheder, Christian Falcko Freiherr v. Mengersen das verbriefte Braurecht, das ihn fortan berechtigte, in Rheder Bier zu brauen und auszuschenken (www.probier-club.de).

Im Jahr 1716 erteilt sein Sohn Burchardus Bruno Freiherr v. Mengersen dem damals noch jungen Barockarchitekten den Auftrag für den Bau der hufeisenförmigen Vorburg, in der sich von Anfang an die einzelnen Abteilungen der Brauerei befinden. Später wurde die Brauerei erstmalig erweitert und in eine Dampfbrauerei nach bayerischem Vorbild umgestellt. Dadurch war es möglich, besser lagerfähige und zu transportierende untergärige Bier zu brauen. Jetzt steht der Maibock aus Rheder vor mir.

Orangefarben und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone bleibt lange erhalten. Auch wenn die meisten Maiböcke heller sind, macht der Husarentrunk Maibock optisch eine richtig gute Figur.

Das Bier duftet nach Brotkrume und Karamell, nach Honig und Kräutern. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch seine stiltypische Süße sowie die reichlich enthaltene sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge sind würzige und die Kräuternoten im Vordergrund. Die 6,7 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet, so dass sie nicht hervorschmecken. Das Mundgefühl ist samtig. Bittere kann ich jetzt kaum feststellen. Sie wird erst in der Kehle etwas kräftiger, bleibt dabei freundlich und klingt sehr lange nach.

Der Husarentrunk Maibock ist ungewöhnlich, aber gelungen. Ein süffiges Bier, das man gerne wieder trinkt und das niemanden überfordert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Gräflich von Mengersen’sche Dampfbrauerei GmbH & Co. KG
Nethetalstraße 10
33034 Brakel-Rheder
https://www.schlossbrauerei-rheder.de/

ProWein startet mit neuem Look in die Zukunft

Die ProWein befindet sich aktuell in einem umfangreichen Erneuerungsprozess. Passend dazu hat sich die Leitmesse einen frischen Look verpasst. Das neue Erscheinungsbild war bereits auf der ProWein 2024 zu sehen und hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt: Die Farbgebung ist intensiver, die Bewegung mit dem Splash steht für Dynamik und die Schriftart mit leichten Rundungen hebt die Leidenschaft hervor, mit der die Branche arbeitet. Der Slogan „Discover The Taste of Tomorrow“ verbreitet Optimismus und soll die Branche motivieren, in den doch sehr herausfordernden Zeiten positiv in die Zukunft zu blicken.

Vielfältige Maßnahmen

Die Frischekur der ProWein beschränkt sich aber nicht alleine auf einen neuen, modernen Look. Zahlreiche tiefergehende Maßnahmen begleiten den gesamten Erneuerungsprozess der Leitmesse. So ist beispielsweise ein neues Hallensetting vorgesehen, um das weitläufige Angebot wieder kompakter zusammenzubringen. Aber auch abseits des Messegeländes gibt es viele Planungen – zum Beispiel in Richtung Hotelangebote oder Logistik. Aktuell laufen zum Beispiel Einzelgespräche mit zahlreichen Hotels in Düsseldorf.

Bereits im vollen Gang ist die Besucherakquise für die kommende ProWein vom 16. bis 18. März 2025. Hier rücken vor allem die Märkte in den USA, in Asien, in Benelux und Skandinavien noch stärker in den Fokus. Nach umfangreichen Analysen wurden neue Potentiale identifiziert und Maßnahmen für eine zielgenaue Ansprache entwickelt.

Erneuerungsprozess bereits in vollem Gang

Bereits zur ProWein 2024 gab es erste Aktionen, die den Neuerungsprozess der ProWein eingeläutet haben. So wurde beispielsweise der große Spirituosenbereich neu strukturiert. Er bekam den passenden Namen ProSpirits und wurde konzeptionell um eine Bar und ein Forum erweitert. Das neue Format ProSpirits kam sehr gut an und war für viele Fachbesucher der ProWein ein echtes Highlight.

Auch das Rahmenprogramm der ProWein 2024 wurde thematisch erweitert und soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Neben reinen Masterclasses und Tastings gab es vermehrt Business Themen wie KI oder Nachhaltigkeit, die auf großes Interesse stießen. Neue Angebote wie der Concept Store oder das Podcast Studio feierten ebenfalls eine erfolgreiche Premiere zur ProWein 2024 und sollen auch in Zukunft einen festen Platz auf der ProWein haben.   

Der große Startschuss für die ProWein 2025 fällt offiziell im April 2024. Dann ist die Online-Anmeldung unter dem Motto „Discover The Taste of Tomorrow“ für alle Aussteller geöffnet.

Veltins bringt Helles auf den Markt

Bislang war Veltins mit nur drei Bieren auf dem Markt vertreten – mit seinem Pilsener, mit dem Pülleken und mit Grevensteiner. Jetzt soll noch ein weiteres Bier dazukommen, ein helles Lagerbier. Mit dem neuen Bier will Veltins eine jüngere Käuferschicht ansprechen.

Abgefüllt wird das Bier mit einem Alkoholgehalt von 5,0 Volumenprozent in einer Mehrwegflasche mit 0,275 Liter Inhalt. Es wird im Sixpack sowie in der Kasten mit 24 Flaschen verkauft. In den Handel soll das Bier im Mai kommen.

Kehrwieder – Die Zeit, Das Rote

Ich glaube, die taz war im Jahr 2015 die erste Zeitung, die sich von einem Craft Beer-Brauer ihr eigenes Bier brauen ließ, Rotes Lager genannt. Da wollte Die Zeit aus dem Springer-Verlag wohl nicht nachstehen und tat sich mit der Kehrwieder Brauerei zusammen, um ebenfalls ein eigenes Bier zu kreieren, Das Rote genannt. Im Gegensatz zur taz bietet Die Zeit das Bier aber nicht dauerhaft an, sondern es ist auf 5400 Flaschen limitiert. Auf jeden Fall steht das Bier jetzt vor mir und will verkostet werden.

Rotbraun und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine relativ kleine Schaumkrone, die sich anfangs schnell auflöst. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell, nach kandierten Früchten, Brotkrume und Kandis. Der Duft ist also für ein Red Ale typisch.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge präsentiert sich das Bier stiltypisch malzbetont mit leichter Bittere. Der Geschmack ist intensiv, was ich gerne mag, auch wenn das Bier nicht ganz rund ist. Das Mundgefühl ist weich. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und sie klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Kehrwieder Kreativbrauerei GmbH
Sinstorfer Kirchweg 74-92
21077 Hamburg
www.kehrwieder.beer

Rut Wieß Kölsch

Das Etikett ist diagonal geteilt; die obere linke Hälfte hat einen weißen, die andere Hälfte einen roten Hintergrund, wie die Farben des 1. FC Köln.Rut Wieß-Kölsch ist eine relativ neue Kölsch-Marke, die im März 2023 gebraut wurde und seit Ende April 2023 im Handel erhältlich ist. Wo das Bier gebraut wird und wo sich die verantwortliche Firma befindet verrät die Flasche nicht. Tatsächlich ist auf dem Rückenetikett des Rut Wieß nur eine Postfachadresse abgedruckt und auch eine Website des Unternehmens konnte ich nicht finden. Bislang habe ich das Bier auch nur bei Trinkgut gesehen, so dass ich vermute, dass es sich um eine Eigenmarke von Edeka handelt.

Der Name „Rut Wieß“ bedeutet auf Kölsch „Rot Weiß“, was sich auf die Farben des 1. FC Köln bezieht und auf diese Weise wohl Heimatverbundenheit demonstrieren soll. Schließlich darf Kölsch ja auch nur innerhalb der Ortsgrenzen von Köln gebraut werden, was bei mindestens einer Brauerei zu einer recht absurden Situation geführt hat. Die Brauerei hat gut verkauft und kam mit ihrem Platz innerhalb der kölschen Stadtmauern nicht mehr aus. So wurde das Bier in Köln gebraut, in Tankwagen gefüllt, aus Köln herausgefahren und anderswo in Flaschen und Fässer abgefüllt. Da kann ich wirklich nur noch mit dem Kopf schütteln. Aber jetzt will ich mich mit dem Rut Wieß Kölsch beschäftigen.

Intensiv goldfarben und glanzfein fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große schneeweiße und feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Brotkrume und Honig, abgerundet durch einige blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine zur Süße passende Bittere dazu. Das Mundgefühl ist für ein Kölsch überraschend vollmundig. Der Agbang ist mild und die leichte Bittere klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Rut Wieß Brau- und Vertriebsgesellschaft mbH
Postfach 103219
50472 Köln

Schnitzlbaumer – Bernardus Bock

Das Etikett enthält neben dem Logo der Brauerei nur den Namen des Bieres und der Brauerei sowie eine Werbung für den Herkunftsort Traunstein.Der Schnitzelbaumer Bernardus Bock ist ein dunkles Bockbier, das die Privatbrauerei Schnitzlbaumer GmbH einmal im Jahr braut. Eigentlich hätte ich jetzt erwartet, dass das Bier nach dem Heiligen Bernhard von Clairvaux, einem im elften Jahrhundert geborenen Kirchenlehrer benannt wurde. Aber nein, die Antwort ist viel profaner: von 1889 bis 1994 gab es drei Besitzer der Brauerei Schnitzlbaumer, die alle Bernhard hießen. Und an diese drei Besitzer wird beim Brauen und Trinken dieses Bockbiers gedacht.

Dunkel kupferfarben, beinahe schwarz, fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feinporige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Röstaromen dominieren den Duft dieses Bieres und erinnern an Kaffee mit einer leichten Säure im Hintergrund.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße aus, die an Kaffee erinnert. Dazu kommt eine sehr feinperlige Karbonisierung. Auf der Zunge schmecke ich weniger Röststoffe als erwartet. Dazu kommt eine leichte Fruchtigkeit mit angenehmen Rosinengeschmack. Bittere kann ich jetzt nicht feststellen; daher ist das Mundgefühl für ein Bockbier überraschend schlank. In der Kehle zeigt sich das Bier zunächst süß-fruchtig und langsam bildet sich auch die Bittere, die zwar nicht allzu kräftig wird, aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt‍:

6,2 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Schnitzlbaumer
Mühlenstraße 8
83278 Traunstein
www.schnitzlbaumer.de

Schlösser Alt

Das Etikett ist blau mit weißer Schrift.Als Gründungsjahr der Brauerei Schlösser aus Düsseldorf wird das Jahr 1873 angenommen. Seit 2002 ist sie eine Tochterfirma der Radeberger Gruppe und gehört damit zum Oetker-Konzern. Im Jahr 2002 wurde auch die Braustätte in Düsseldorf geschlossen und das Schlösser Alt wird in Dortmund gebraut. Lediglich die Verwaltung von Schlösser hat weiterhin ihren Sitz in Düsseldorf. Aber kommen wir zum Bier.

Kastanienbraun und glanzklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone ist elfenbeinfarben und bleibt sehr lange erhalten. Optisch macht das Bier also eine gute Figur.

Das Bier duftet angenehm nach frischer Brotkruste und Karamell, abgerundet durch einige fruchtige Noten.

Der Antrunk ist frisch mit einer mäßigen Süße und einer feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge dominieren die Aromen nach Kaffee und dunkler Schokolade und erstmals kann ich auch eine leichte Bittere schmecken. Dabei ist das Mundgefühl schlank. Das Bier geht gut weiter in den Magen. In der Kehle werden der Geschmack nach Schokolade und die Bittere etwas kräftiger und sie klingen recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,3° Plato

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Brauerei Schlösser GmbH
Ratinger Str. 25
40213 Düsseldorf
www.schloesser.de

Finne – Thanks & Giving

Das Etikett zeigt die Zeichnung eines Bauern mit mehreren Getreideähren und dem nicht mehr ganz frischen Spruch "Power to the Bauer".Schade. Das Thanks & Giving ist auf der Website der Münsteraner Brauerei Finne nicht mehr gelistet. Dabei fand ich die Aktion, die auf dem Rückenetikett der Flasche stand, sehr charmant und unterstützenswert. Von jeder verkauften Flasche dieses Biers gingen 5 Cent an Bauern, die aufgrund des Klimawandels ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden. Weshalb es diese Aktion nicht mehr gibt, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Aber kommen wir zum Bier.

Golden und mit leichter Hefetrübung strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone fällt leider schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Getreide und Zitrusfrüchten, abgerundet durch einige florale Noten. Leider verschwinden die Zitrusdüfte mit der Zeit.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlende Kohlensäure aus. Die Kohlensäure könnte für meinen Geschmack aber etwas großzügiger dosiert sein. Auf der Zunge gesellt sich eine angenehme Bittere dazu. Das Mundgefühl ist recht schlank. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger und sie klingt auch lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Perle, Mittelfrüh, Hersbrucker Pure), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de/

Krombacher – Naturtrübes Landbier

Die Krombacher-Brauerei gehört zu den bekanntesten Anbietern von Fernsehbieren. Seit September 2018 hat das Unternehmen auch die neue Sorte „Krombacher Brautradition Naturtrübes Landbier“ im Programm. Diese Sortimentserweiterung habe ich nicht mitbekommen und erst kürzlich habe ich das Bier erstmals im Handel entdeckt und kann es jetzt verkosten.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine feinporige Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Düfte nach Karamell und einem Hauch Hefe steigen mir in die Nase, abgerundet durch einige blumige Noten.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber auch spritzig. Auf der Zunge kommt eine passende Bittere dazu. Zusammen mit dem Geschmack nach Karamell ergibt sich ein volles Mundgefühl. In der Kehle meldet sich ein nur leichtes Bitter, das kurz nachklingt.

Alles in Allem ist das naturtrübe Landbier von Krombacher angenehm und süffig.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz, Caramünch), Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,3° Plato

Bittereinheiten:

24 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Krombacher Brauerei
Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG
Hagener Straße 261
57223 Kreuztal-Krombach
www.krombacher.de

Vodka – vom neutralen Wässerchen zum charakterstarken Genuss

Dieser Artikel wurde von Jürgen Deibel von der Messe Düsseldorf geschrieben. Ich übernehme ihn hier, da ich den Eindruck habe, dass er das Produkt Wodka und auch die Verbindung von Wodka und Craft gut beschreibt. Würde ich einen Artikel zu diesem Thema schreiben, wäre er sicherlich nicht besser. Also viel Spaß beim Lesen.

Vodka, auch Wodka geschrieben, gehört zu den meistverkauften Spirituosen der Welt. In Deutschland war Vodka im Jahr 2022 mit einem Absatz von über 76,4 Millionen Flaschen (0,7 Liter) die absatzstärkste Spirituose. Das kleine Wässerchen erlebt derzeit eine Wandlung vom ausschließlich neutralen, klaren Destillat zum charakterstarken Geschmack mit einem ausdrucksstarken Auftritt. Dabei stehen verschiedene Trends innerhalb der Vodka-Kategorie für die Wandlung dieser Spirituose. Zu erleben und probieren gibt es diese Trends auf der ProWein 2024 vom 10. bis 12. März in Düsseldorf.

Zurück zum Ursprung – die Craft-Vodka Bewegung

Vielleicht die deutlichste Veränderung erkennt man im Bereich der Craft-Vodka Bewegung. Nachdem jahrzehntelang die Neutralität glänzte, konzentrieren sich Craft-Produzenten heute immer stärker darauf, dem Vodka mehr Ursprünglichkeit zu verleihen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei das Konzept „vom Feld zur Flasche“. Alle Schritte der Herstellung werden selbst in der Hand gehalten, von der Ernte bis zur Abfüllung.

Für den Geschmack des Vodka bedeutet das: Man hat verstanden, dass bereits die Auswahl des Getreides, das Schroten und auch das Ansetzen der Maische sowie die anschließende Fermentation Einfluss auf das finale Destillat nehmen. Ganz zu schweigen von dem Destillationsvorgang und der möglichen Abrundung des finalen Destillates. Die Hersteller kontrollieren und beeinflussen diese Vorgänge heute ganz genau. Beispiele für kleine und große Craft-Vodka Marken sind unter anderem Tito’s Handmade Vodka aus den USA (Halle 5, G10) oder die Marke Stalinskaya aus Rumänien (Prodal 94 SRL, Halle 5, B43). Xellent Vodka von der Schweizer Firma Diwisa (Halle 5, K42) verwendet dafür lokal angebauten Roggen, eine kontrollierte Destillation und reinstes Gletscherwasser.

Das Resultat sind aromatische Vodkas mit prägnanten Geschmacksprofilen. Für jeden Hersteller steht damit die Kunstfertigkeit und Liebe zum Handwerk im Vordergrund. Es versteht sich von selbst, dass natürlich auch zumeist nur in kleinen Chargen produziert wird und Experimente mit seltenen Rohstoffen auf diese Weise möglich sind. Eine neue Aromenvielfalt erreicht so die Vodkawelt.

Nachhaltigkeit ist Trumpf

Einhergehend mit dieser Entwicklung wird das Stichwort Nachhaltigkeit immer wichtiger und beeinflusst kleine wie große Hersteller gleichermaßen. Nachhaltige Produktion, regionale Anbieter und möglichst kurze Transportwege sind heute wichtige Stichworte. So tauchen vermehrt ökologische Vodkas wie der Koskenkorva Climate Action auf. Die finnische Destillerie arbeitet nicht nur mit Bioenergie und erreicht durch konsequent durchgeführte Kreislaufwirtschaft eine Recycling-Quote von 99,9 Prozent. Darüber hinaus erfolgt auch der Anbau der Gerstensorten für den Vodka in regenerativer Landwirtschaft. Das heißt, der Anbau bindet CO2! Selbst die Gerstenschalen, die während des Destillationsprozesses übrigbleiben, werden zur Stromerzeugung verwendet (Anora, Halle 5, D26).

Premiumisierung

Ein weiterer Trend innerhalb des Vodka-Segments ist die starke Premiumisierung der letzten Jahre. Premium-Spirituosen werden immer mit Luxus, Handwerkskunst und einer anspruchsvollen Trinkkultur assoziiert. Diese Punkte ermöglichen die Ansprache neuer, gehobener Zielgruppen. Die Hersteller versuchen, sich durch besondere Geschmacksprofile, aufwendige Destillations- und Filtermethoden sowie hochwertige Inhaltsstoffe voneinander abzuheben. Ein Beispiel dafür ist der von der estnischen Firma Liviko (Halle 5, D10) hergestellt Höbe Vodka mit einer besonderen Silberfiltration. Auch in der Flaschenoptik erkennt man diesen Trend: Die Flaschen werden edler, die Formen puristischer und die Designs kunstvoller.

Aromatisierte Vodka im Zentrum

Eine weitere Entwicklung in der Vodka-Kategorie ist ungebrochen: Die Nachfrage nach „Flavoured“-Vodkas. Endverbraucher mögen diese Kategorie, ermöglicht sie doch ein einfaches Mixen an der Hausbar. Zudem eröffnen sie durch eine breite Palette an Aromen wie Beeren, Zitrusfrüchten und Vanille bis zu würzigeren Noten wie Pfeffer, Ingwer oder Kräutern neue Geschmackshorizonte. Auch Barkeeper schätzen diese Gattung zur Erstellung kreativer Cocktails. Vorreiter war und ist hier die schwedische Marke Absolut Vodka, die das Segment früh für sich beanspruchte und mit ikonischen Flaschendesigns Maßstäbe setzte. Bekannte Flavoured Editions liefert beispielsweise Gorbatchow (Halle 4, E10, Henkell & C. Sektkellerei KG Henkell-Freixenet) oder der u.a. mit Timutpfeffer aus dem Himalaya aromatisierte UKO Vodka (Halle 7, C60).

„Flavoured“ kann auch gereift bedeuten, wie der polnische Debowa Premium Vodka zeigt (Halle 5, E58). Die Marke ist seit vielen Jahren bekannt für cremigen, sehr weichen Geschmack mit einer dezenten Eichenholznote.

Low ABV – Die neue Leichtigkeit

Gesunder Lebensstil macht auch vor der Vodkakategorie nicht halt. Weniger Zucker, geringerer Alkoholgehalt und eine bewusste Ernährung finden ihre Äquivalente auch im Vodka. Der Trend geht hier besonders zu niedrigen Alkoholkonzentrationen (Low ABV – Low Alcohol by Volume).

Low Alkohol Vodka wird damit zum idealen Partner in Mixgetränken, da dieser, anders als seine Mixpartner Liköre oder Bitters, weniger Kalorien enthält. Die Reduzierung auf niedrige Alkoholgehalte um die 20%-vol. erfolgt zumeist durch Reduktion oder Aromenkonzentration, wie Absolut mit dem Absolut Vodka Sensations oder Trojka Vodka Blue (Diwisa, Halle 5, K42) zeigen. Im Mixgetränk wird dadurch die Menge des verwendeten Vodkas reduziert; im Vodka selbst durch Verdünnung ergibt sich ein ganz neuer, frischer Look für das Wässerchen.

In jedem Bereich der Vodkawelt erleben wir heute eine Wiederbelebung und neue Entwicklungen. Junge, innovative Unternehmen erfreuen ebenso wie alteingesessene, lang etablierte Marken mit kreativen Ideen und neuen Ansätzen.

Einen hervorragenden Überblick über diese schillernde Welt des Vodka & Wodka bietet die ProWein 2024 mit der Trendshow „same but different“ in Halle 7 und der neuen Markenwelt „ProSpirits“ in Halle 5. Damit ist die ProWein vom 10. bis 12. März 2024 in Düsseldorf die weltweit größte und bedeutendste Fachmesse für Weine und Spirituosen. Rund 500 der mehr als 5.700 Ausstellenden aus aller Welt präsentieren ihr Spirituosenangebot.