Schlagwort-Archiv: NRW

Finne – Thanks & Giving

Das Etikett zeigt die Zeichnung eines Bauern mit mehreren Getreideähren und dem nicht mehr ganz frischen Spruch "Power to the Bauer".Schade. Das Thanks & Giving ist auf der Website der Münsteraner Brauerei Finne nicht mehr gelistet. Dabei fand ich die Aktion, die auf dem Rückenetikett der Flasche stand, sehr charmant und unterstützenswert. Von jeder verkauften Flasche dieses Biers gingen 5 Cent an Bauern, die aufgrund des Klimawandels ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden. Weshalb es diese Aktion nicht mehr gibt, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Aber kommen wir zum Bier.

Golden und mit leichter Hefetrübung strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone fällt leider schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Getreide und Zitrusfrüchten, abgerundet durch einige florale Noten. Leider verschwinden die Zitrusdüfte mit der Zeit.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlende Kohlensäure aus. Die Kohlensäure könnte für meinen Geschmack aber etwas großzügiger dosiert sein. Auf der Zunge gesellt sich eine angenehme Bittere dazu. Das Mundgefühl ist recht schlank. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger und sie klingt auch lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Perle, Mittelfrüh, Hersbrucker Pure), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de/

Krombacher – Naturtrübes Landbier

Die Krombacher-Brauerei gehört zu den bekanntesten Anbietern von Fernsehbieren. Seit September 2018 hat das Unternehmen auch die neue Sorte „Krombacher Brautradition Naturtrübes Landbier“ im Programm. Diese Sortimentserweiterung habe ich nicht mitbekommen und erst kürzlich habe ich das Bier erstmals im Handel entdeckt und kann es jetzt verkosten.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine feinporige Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Düfte nach Karamell und einem Hauch Hefe steigen mir in die Nase, abgerundet durch einige blumige Noten.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber auch spritzig. Auf der Zunge kommt eine passende Bittere dazu. Zusammen mit dem Geschmack nach Karamell ergibt sich ein volles Mundgefühl. In der Kehle meldet sich ein nur leichtes Bitter, das kurz nachklingt.

Alles in Allem ist das naturtrübe Landbier von Krombacher angenehm und süffig.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz, Caramünch), Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,3° Plato

Bittereinheiten:

24 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Krombacher Brauerei
Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG
Hagener Straße 261
57223 Kreuztal-Krombach
www.krombacher.de

Vodka – vom neutralen Wässerchen zum charakterstarken Genuss

Dieser Artikel wurde von Jürgen Deibel von der Messe Düsseldorf geschrieben. Ich übernehme ihn hier, da ich den Eindruck habe, dass er das Produkt Wodka und auch die Verbindung von Wodka und Craft gut beschreibt. Würde ich einen Artikel zu diesem Thema schreiben, wäre er sicherlich nicht besser. Also viel Spaß beim Lesen.

Vodka, auch Wodka geschrieben, gehört zu den meistverkauften Spirituosen der Welt. In Deutschland war Vodka im Jahr 2022 mit einem Absatz von über 76,4 Millionen Flaschen (0,7 Liter) die absatzstärkste Spirituose. Das kleine Wässerchen erlebt derzeit eine Wandlung vom ausschließlich neutralen, klaren Destillat zum charakterstarken Geschmack mit einem ausdrucksstarken Auftritt. Dabei stehen verschiedene Trends innerhalb der Vodka-Kategorie für die Wandlung dieser Spirituose. Zu erleben und probieren gibt es diese Trends auf der ProWein 2024 vom 10. bis 12. März in Düsseldorf.

Zurück zum Ursprung – die Craft-Vodka Bewegung

Vielleicht die deutlichste Veränderung erkennt man im Bereich der Craft-Vodka Bewegung. Nachdem jahrzehntelang die Neutralität glänzte, konzentrieren sich Craft-Produzenten heute immer stärker darauf, dem Vodka mehr Ursprünglichkeit zu verleihen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei das Konzept „vom Feld zur Flasche“. Alle Schritte der Herstellung werden selbst in der Hand gehalten, von der Ernte bis zur Abfüllung.

Für den Geschmack des Vodka bedeutet das: Man hat verstanden, dass bereits die Auswahl des Getreides, das Schroten und auch das Ansetzen der Maische sowie die anschließende Fermentation Einfluss auf das finale Destillat nehmen. Ganz zu schweigen von dem Destillationsvorgang und der möglichen Abrundung des finalen Destillates. Die Hersteller kontrollieren und beeinflussen diese Vorgänge heute ganz genau. Beispiele für kleine und große Craft-Vodka Marken sind unter anderem Tito’s Handmade Vodka aus den USA (Halle 5, G10) oder die Marke Stalinskaya aus Rumänien (Prodal 94 SRL, Halle 5, B43). Xellent Vodka von der Schweizer Firma Diwisa (Halle 5, K42) verwendet dafür lokal angebauten Roggen, eine kontrollierte Destillation und reinstes Gletscherwasser.

Das Resultat sind aromatische Vodkas mit prägnanten Geschmacksprofilen. Für jeden Hersteller steht damit die Kunstfertigkeit und Liebe zum Handwerk im Vordergrund. Es versteht sich von selbst, dass natürlich auch zumeist nur in kleinen Chargen produziert wird und Experimente mit seltenen Rohstoffen auf diese Weise möglich sind. Eine neue Aromenvielfalt erreicht so die Vodkawelt.

Nachhaltigkeit ist Trumpf

Einhergehend mit dieser Entwicklung wird das Stichwort Nachhaltigkeit immer wichtiger und beeinflusst kleine wie große Hersteller gleichermaßen. Nachhaltige Produktion, regionale Anbieter und möglichst kurze Transportwege sind heute wichtige Stichworte. So tauchen vermehrt ökologische Vodkas wie der Koskenkorva Climate Action auf. Die finnische Destillerie arbeitet nicht nur mit Bioenergie und erreicht durch konsequent durchgeführte Kreislaufwirtschaft eine Recycling-Quote von 99,9 Prozent. Darüber hinaus erfolgt auch der Anbau der Gerstensorten für den Vodka in regenerativer Landwirtschaft. Das heißt, der Anbau bindet CO2! Selbst die Gerstenschalen, die während des Destillationsprozesses übrigbleiben, werden zur Stromerzeugung verwendet (Anora, Halle 5, D26).

Premiumisierung

Ein weiterer Trend innerhalb des Vodka-Segments ist die starke Premiumisierung der letzten Jahre. Premium-Spirituosen werden immer mit Luxus, Handwerkskunst und einer anspruchsvollen Trinkkultur assoziiert. Diese Punkte ermöglichen die Ansprache neuer, gehobener Zielgruppen. Die Hersteller versuchen, sich durch besondere Geschmacksprofile, aufwendige Destillations- und Filtermethoden sowie hochwertige Inhaltsstoffe voneinander abzuheben. Ein Beispiel dafür ist der von der estnischen Firma Liviko (Halle 5, D10) hergestellt Höbe Vodka mit einer besonderen Silberfiltration. Auch in der Flaschenoptik erkennt man diesen Trend: Die Flaschen werden edler, die Formen puristischer und die Designs kunstvoller.

Aromatisierte Vodka im Zentrum

Eine weitere Entwicklung in der Vodka-Kategorie ist ungebrochen: Die Nachfrage nach „Flavoured“-Vodkas. Endverbraucher mögen diese Kategorie, ermöglicht sie doch ein einfaches Mixen an der Hausbar. Zudem eröffnen sie durch eine breite Palette an Aromen wie Beeren, Zitrusfrüchten und Vanille bis zu würzigeren Noten wie Pfeffer, Ingwer oder Kräutern neue Geschmackshorizonte. Auch Barkeeper schätzen diese Gattung zur Erstellung kreativer Cocktails. Vorreiter war und ist hier die schwedische Marke Absolut Vodka, die das Segment früh für sich beanspruchte und mit ikonischen Flaschendesigns Maßstäbe setzte. Bekannte Flavoured Editions liefert beispielsweise Gorbatchow (Halle 4, E10, Henkell & C. Sektkellerei KG Henkell-Freixenet) oder der u.a. mit Timutpfeffer aus dem Himalaya aromatisierte UKO Vodka (Halle 7, C60).

„Flavoured“ kann auch gereift bedeuten, wie der polnische Debowa Premium Vodka zeigt (Halle 5, E58). Die Marke ist seit vielen Jahren bekannt für cremigen, sehr weichen Geschmack mit einer dezenten Eichenholznote.

Low ABV – Die neue Leichtigkeit

Gesunder Lebensstil macht auch vor der Vodkakategorie nicht halt. Weniger Zucker, geringerer Alkoholgehalt und eine bewusste Ernährung finden ihre Äquivalente auch im Vodka. Der Trend geht hier besonders zu niedrigen Alkoholkonzentrationen (Low ABV – Low Alcohol by Volume).

Low Alkohol Vodka wird damit zum idealen Partner in Mixgetränken, da dieser, anders als seine Mixpartner Liköre oder Bitters, weniger Kalorien enthält. Die Reduzierung auf niedrige Alkoholgehalte um die 20%-vol. erfolgt zumeist durch Reduktion oder Aromenkonzentration, wie Absolut mit dem Absolut Vodka Sensations oder Trojka Vodka Blue (Diwisa, Halle 5, K42) zeigen. Im Mixgetränk wird dadurch die Menge des verwendeten Vodkas reduziert; im Vodka selbst durch Verdünnung ergibt sich ein ganz neuer, frischer Look für das Wässerchen.

In jedem Bereich der Vodkawelt erleben wir heute eine Wiederbelebung und neue Entwicklungen. Junge, innovative Unternehmen erfreuen ebenso wie alteingesessene, lang etablierte Marken mit kreativen Ideen und neuen Ansätzen.

Einen hervorragenden Überblick über diese schillernde Welt des Vodka & Wodka bietet die ProWein 2024 mit der Trendshow „same but different“ in Halle 7 und der neuen Markenwelt „ProSpirits“ in Halle 5. Damit ist die ProWein vom 10. bis 12. März 2024 in Düsseldorf die weltweit größte und bedeutendste Fachmesse für Weine und Spirituosen. Rund 500 der mehr als 5.700 Ausstellenden aus aller Welt präsentieren ihr Spirituosenangebot.

Finne – Beach Brew

Das Finne Bio Beach Brew ist ein alkoholfreies Bier, das mit Gerstenmalz und Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt wurde. Wie immer mehr Craftbrauer will auch die Münsteraner Brauerei Finne beweisen, dass Bier auch ohne Alkohol schmecken kann. Ob es mit dem Beach Brew gelungen ist, will ich jetzt feststellen.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die sahnige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Die Aromen des Malzes stehen im Mittelpunkt des Duftes. Dazu kommen einige frische und fruchtige Akzente.

Der Antrunk ist recht süß und dabei wirklich spritzig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dabei ist der Geschmack aber nicht wirklich biertypisch, sondern er erinnert eher an eine Limonade. Dabei ist das Mundgefühl angenehm weich. Der Abgang zeichnet sich durch eine leichte freundliche Bittere in der Kehle mit überraschend langem Nachklang aus.

Als Bier empfinde ich das Beach Brew als etwas enttäuschend, aber wenn ich es als Limonade trinke, kann es doch begeistern. Es ist halt eine Frage der Erwartungen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz), Hopfen (Hallertauer Perle, Spalter Select, Mittelfrüh, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 7° Celsius

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Die ProWein 2024 stellt die aktuellen Spirituosentrends vor

Von Jürgen Deibel

Wer über Weinbrand spricht, sollte seine Worte mit Bedacht wählen, denn wenn es um Spirituosen aus Wein geht, hat alles seine eigene, feine Bedeutung. Dies mag daran liegen, dass die Menschen der Weinbrandherstellung bereits gute tausend Jahre nachgehen. Wahrscheinlich gebührt dem Weinbrand sogar das Verdienst, die erste aller Spirituosen überhaupt zu sein. Er bildet sozusagen den Startpunkt der hochgeistigen Kulturgeschichte und verbindet auf diese Art Länder und Traditionen, Geschmäcker und Epochen.

Brandy, ein traditionsreiches Getränk, erlebt aktuell eine bemerkenswerte Renaissance. Die Fokussierung auf die Ursprünge der Traube, die Verwendung von Most, Wein oder Trester erlaubt eine einzigartige Vielfältigkeit in allen Teilen der Welt. Die Familie des europäischen Weinbrands ist groß und umfasst die großen Weinnationen des Kontinents. In Griechenland und Spanien, in Italien und Frankreich sowie Portugal und Deutschland hat die Spirituose aus Wein ihr Zuhause. Die Namen der Familienmitglieder haben Klang und Ruf in der so genussreichen Spirituosenwelt. Cognac und Armagnac, Brandy, Grappa und Weinbrand.

Einen hervorragenden Überblick über diese schillernde Welt der Brandys bietet die ProWein 2024 mit der Trendshow „same but different“ in Halle 7 und der neuen Markenwelt „ProSpirits“ in Halle 5. Damit ist die ProWein vom 10. bis 12. März 2024 in Düsseldorf die weltweit größte und bedeutendste Fachmesse für Weine und Spirituosen. Rund 500 der mehr als 5.700 Ausstellenden aus aller Welt präsentieren ihr Spirituosenangebot – darunter knapp 100 Anbietende von Brandy. In jedem Bereich der Brandywelt erleben wir heute eine Wiederbelebung und neue Entwicklungen. Junge, innovative Unternehmen erfreuen ebenso wie alteingesessene, lang etablierte Marken mit kreativen Ideen und neuen Ansätzen.

Alles ist möglich: Neue Aromen im Cognac

Im Cognac überraschen Hersteller mit nachgereiften Destillaten in diversen Fasstypen und, gemäß den Vorschriften erlaubten, Vorbelegungen, wie zum Beispiel Mizunara Eiche (Cognac Park, Halle 5, B16), Tokaj Fässer (Cognac Ferrand, Halle 5, B17) oder American Oak Fässer (Cognac Bache-Gabrielsen, Halle 5, K18). Damit greifen sie einen Trend auf, der in anderen Spirituosenkategorien schon lange zu finden ist und der für die Kategorie des Cognacs neue Kundenkreise erschließen soll. Beschränkt sind diese Nachreifungen (noch) durch die gesetzlichen Regelungen, welche die Reifung bzw. die Veredelung von Cognac nur in Eichenfässern erlauben, die zuvor Wein oder weinhaltige Branntwein enthalten haben. Erlaubt sind zudem alle Cognacs, die in Sherry, Portwein oder einem anderen Weinfass gereift wurden. Dazu kommen immer öfters Cognac-Marken mit Abfüllungen auf Fassstärken. Geschmacklich sehr interessant stellen sie eine weitere Erweiterung dieser klassischen Kategorie dar.

Armagnac: von Blanches bis Jahrgang

Armagnac, eine lange vergessene Kategorie, erlebt derzeit eine noch zarte, neue Blütezeit. Nicht die bereits bekannten Millesimes (Jahrgänge) stehen dabei im Vordergrund, sondern die Hinwendung zur Verwendung des Armagnacs in Cocktails und Longdrinks. Interessante Vertreter sind SAS Holding Tariquet Domaine Tariquet in Halle 9, E66 und Armagnac Castarède SAS in Halle 5, M34. Mit Blanche Armagnac gibt es auch die ungereiften Destillate als Basis für Cocktails. Sie verkörpern darin den puren und frischen Geschmack der Traube. Auch die Armagnacs der Kategorien VS, VSOP und XO sind für die Anwendungen in der Mixologie und zum puren Genuss gleichermaßen prädestiniert. Armagnac erweitert damit das Spektrum von der stark emotional geprägten Welt der Jahrgänge hin zur reinen, vielfältigen Genussfreude.

Die Vielfalt Spaniens

Der spanische Brandy de Jerez lebt, wie viele andere Weinbrandkategorien auch, vom puren Genuss. Doch die Hersteller haben mittlerweile erkannt, dass auch das Mixen mit den Edelbränden aus dem Süden Spaniens ein Hochgenuss ist. Immer mehr von ihnen zeigen auf, welche Cocktails und Longdrinks heute die Welt der Brandy aus Andalusien ermöglichen. Parallel dazu präsentieren Aussteller wie z.B. die Gruppe Osborne (Halle 5, D02) mit in speziellen Sherry Soleras (Amontillado oder Pedro Ximénez) gereiften Destillaten weiterhin die Individualität der einzelnen Qualitäten.

Grappa – Tresterbrände und Nachreifungen

Die Tresterbrände, allen voran die Grappe aus Italien, finden den Weg zurück in das Bewusstsein der Konsumenten und Genießer. Auch hier gilt, dass Geschmackserweiterungen in Form von Nachreifungen (Finishes) den Charakter und die Genussmöglichkeiten der klassischen Tresterdestillate erweitern. Marzadro (Halle 15, E57) mit beispielsweise im Portweinfass nachgereiften Grappe zeigen ebenso die Chancen auf, wie die im Sauternes-Fass nachgereiften Grappe von Distilleria Bocchino (Halle 5, B35). Weitere Grappa-Häuser aus der Schweiz und Italien findet man, außer in den Hallen 5 und 7, in den Hallen 15 und 16.

Alkoholfreier Wein liefert Grundprodukt für Weinbrand

Der Prozess der Entalkoholisierung von Wein liefert ein weiteres, interessantes Grundprodukt zur Weinbrandherstellung: das verbleibende Destillat der alkoholfreien Weine. Die unter Vakuum erzeugten Destillate sind ausdrucksstark und sehr aromatisch – ein perfekter Rohstoff zur Weinbrandherstellung. Lagerung im Fass lässt daraus köstlichen Weinbrand entstehen, wie u.a. das neue Produkt von Kammer-Kirsch (Halle 5, M45) eindrucksvoll beweist.

All dies beweist, dass Weinbrand wieder im Trend ist und junge und alte Genießer begeistern kann. Auf der ProWein 2024 mit der Trendshow „Same but different“ (Halle 7) und der neuen Markenwelt „ProSpirits“ in Halle 5 lassen sich diese Entwicklungen prächtig nachvollziehen. Klassisch-traditionelle und neue, innovative Marken zeigen die aktuelle Vielfalt des Weinbrandes. Von Klassikern wie Cognac und Armagnac aus Frankreich, Brandy de Jerez aus Spanien, Grappa aus Italien oder den neuen Brandys aus Deutschland zeigen viele weitere Exoten, was die traditionelle und zeitgenössische Welt der Weinbrände ausmacht. Eine gewaltige Vielfalt, neu zu entdecken in Halle 5 und 7!

Weitere Spirituosentrends auf der ProWein 2024:

  • Vodka – Die Auferstehung des Vodka – diesmal mit Charakter!
  • Liköre – Es wird wieder Süß(er)
  • Agavenbrände – Die Welt der Agave – von Mezcal und Tequila
  • RTD – Ready to drink

Ale Mania – Sistamania

Eines habe ich in keiner anderen Branche erlebt, sondern nur bei den Brauereien: Dass Unternehmen, die eigentlich in Konkurrenz zueinander stehen, sich zusammenfinden und gemeinsam ein Projekt verwirklichen. Bei den Brauereien ist das häufig anders, wie die vielen Collaborationsude zeigen. Ein solcher steht wieder einmal vor mir. In diesem Fall haben sich Biersmarck aus Bonn und die Brewsisters aus Köln. Herausgekommen ist ein Pale Ale.

Golden und opalisierend fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine sehr voluminöse feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Es ist also empfehlenswert, das Bier vorsichtig einzuschenken, aber dann sieht es dafür auch aus wie gemalt.

Das Bier duftet fruchtig nach Zitrusfrüchten und Kräutern. Mit diesem Aroma macht es richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig und er zeichnet sich durch eine verhaltene Süße aus. Auf der Zunge gesellt sich eine angenehme Bittere dazu. Mich überrascht, dass die Fruchtigkeit im Mund nicht so zum Tragen kommt wie in der Nase. Aber das Mundgefühl ist wunderbar samtig. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und dort klingt sie relativ lange nach.

Das Sistamania ist für ein Pale Ale ungewöhnlich bitter, aber wirklich gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Amarillo, Columbus, El Dorado, Ekuanot), Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

Biersmarck GmbH
Gerichtsweg 30
53227 Bonn
www.alemaniabonn.de

gemeinsam mit

Herber, von Klitzing, Moar GbR
(brewsistas GbR)
Antoniastr. 3
51105 Köln
www.brewsistas.de

ProWein – Spiegelbild der internationalen Spirituosenbranche

Mit einem voraussichtlichen Umsatz von 493,40 Milliarden Euro im laufenden Jahr werden Spirituosen weltweit ihren Wachstumskurs fortsetzen. Mehr noch: Laut Statista (www.statista.com) wird der Umsatz im Jahr 2027 bei 601,70 Milliarden Euro liegen, der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum bei 4,76 Liter. Diesen Trend spiegelt die ProWein, die weltweit größte und bedeutendste Fachmesse für Weine und Spirituosen, eindrucksvoll wider. Seit Jahren greift die Trendshow „same but different“ mit ihrem Spektrum an Craft Spirits, Craft Beer und Cider aktuelle Themen der hippen, urbanen Barszene auf und ist damit schon längst ein wichtiger Erfolgsgarant der ProWein. „Hier setzen wir an und schaffen mit ProSpirits eine neue Markenwelt, in der sich alles um Spirituosen dreht. Halle 5 – direkt neben der same but different Halle 7.0 – wird zum Zentrum der Spirituosen aus aller Welt“, erläutert Nicole Funke, Senior Project Manager der ProSpirits und der Trendshow „same but different“. „Über 300 Aussteller aus mehr als 40 Ländern werden auf einer Fläche von rund 4.800 Quadratmetern – 1.000 Quadratmeter mehr als zur letzten ProWein – ihre Produkte präsentieren. Eigene Bereiche für Produktgruppen wie Whisky, Cognac, Brände oder Länderbeteiligungen wie aus Dänemark, Griechenland, Irland, Korea, Mexico oder UK bestätigen unsere Strategie – oder, um es auf den Punkt zu bringen: Das Konzept geht auf“, unterstreicht Funke nachdrücklich. Global Player, wie Osborne (Halle 5, Stand D02), Molinari (Halle 5, Stand B26), die traditionsreichen Cognac-Häuser Hine (Halle 5, Stand L33) und Prince Hubert de Polignac (Halle 5, Stand M54) oder Markenimporteur Borco (Halle 5, Stand E05) unterstreichen die Internationalität und Vielfältigkeit von ProSpirits.

Was konkret können wir im ProSpirits-Kosmos erwarten? Hier ein Überblick der einzelnen Bausteine:

Das ProSpirits-Forum ist die Bühne für Aussteller-Highlights und Tastings. Besucher können kostenlos daran teilnehmen. Ein weiteres Highlight dort sind die Trend Hour-Tastings am ersten und dritten Messetag, in denen ProSpirits Trendscout Jürgen Deibel aktuelle Branchentrends präsentiert. Das sind im Einzelnen:

  • Vodka – Die Auferstehung des Vodka mit Charakter
  • Liköre – Es wird wieder süßer
  • Agavenbrände – Die Welt der Agave
  • Brandy – die Rückkehr der Traube
  • RTD – Ready to drink

In einer Tasting Area mit spezifischen Themenschwerpunkten können sich die Besucher informieren, testen und vergleichen – um dann im nächsten Schritt den Kontakt mit den Ausstellern aufzunehmen.

Die Whisky-Nation Irland präsentiert sich auf rund 350 Quadratmetern mit einer eigenen Masterclass-Area. Korea legt den Schwerpunkt auf Soju, das koreanische Nationalgetränk. Was für Deutschland das Bier ist, ist für Südkorea der Soju, eine gekühlte Spirituose auf Basis von Reis bzw. Süßkartoffel. Mauritius bietet einen Überblick quer durch die Welt erlesener Rumsorten, Mexiko ist vertreten mit einer Reihe ausgewählter Produzenten von Tequila und Mezcals.

„same but different“ mit Premiere

Die Trendshow knüpft mit rund 120 Ausstellern aus 27 Ländern und einer Fläche von 1.100 Quadratmetern nahtlos an ihre Erfolgsgeschichte an. Neben den rund 100 Spirituosen-Anbietern sind auch wieder Craft Beer-Spezialisten (darunter Maisel & Friends und BRLO aus Berlin) sowie Cider-Produzenten wie Ramborn oder Apfelwein International vertreten. Premiere hat auf der ProWein 2024 das offene Forum für Craft-Spirituosen, in dem sich Gastronomen und Produzenten austauschen und voneinander lernen können.

„Diese Kombination von ProWein, ProSpirits und same but different ist in der globalen Wein- und Spirituosenbranche absolut einmalig. Keine andere Fachmesse weltweit bietet den internationalen Fachbesuchern aus aller Welt ein solch umfassendes, aktuelles und hoch interessantes Angebot“, bringt es Peter Schmitz, Director der ProWein, auf den Punkt.

Die ProWein 2024 findet vom 10. 3. – 12. 3. 2024 in der Messe Düsseldorf statt.

Herforder Pils

Das Etikett ist bodenständig gestaltet, zeigt das Wappen von Herford, gibt den Inhalt der Flasche an und enthält ansonsten noch einige Werbesprüche.Aus Ostwestfalen stammt das Bier, das ich jetzt verkosten möchte. Genauer gesagt aus Hiddenhausen-Sundern, in der Nähe von Herford, das dem Bier auch seinen Namen gab. Gegründet wurde die Brauerei im Jahr 1878. In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gehörte das Unternehmen zu den großen Privatbrauereien in Deutschland. Im Jahr 2007 erwarb die Warsteiner-Gruppe eine Mehrheitsbeteiligung an der Brauerei.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feste schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei alles richtig gemacht.

Das Bier duftet nach hellem Malz, abgerundet durch herbe Hopfennoten.

Der Antrunk ist süß und spritzig. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße eine passende Bittere. Damit ist das Bier zwar ausgewogen, aber nicht komplex. Der Abgang ist mild mit kurzem Nachklang.

Das Bier ist trinkbar, aber insgesamt ziemlich langweilig und auswechselbar. Kein Meisterwerk deutscher Braukunst.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,1° Plato

Brauerei:

Herforder Brauerei GmbH
Gebr.-Uekermann-Str. 1
32120 Hiddenhausen
www.herforder.de

Ale Mania – Honey Ale

Honigwaben sind das hervorstechende Designelement des Etiketts.Seit dem Jahr 2014 wird bei Ale Mania in Bonn bereits Bier gebraut. Das Unternehmen ist für gute Craft Biere bekannt. Da der Verkauf aber hauptsächlich regional stattfindet, kann ich die Biere erst jetzt verkosten. Heute steht das Honey Ale vor mir. Der Honig für diese Kreation liefert Wolfgang Scherer, ein selbsternannter Brauimker, der ebenfalls aus Bonn stammt.

Hell und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist eher klein und fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach hellem Malz und Honig. Zusätzlich kommt aus dem Hintergrund noch eine leichte Fruchtigkeit, die an reife Birnen erinnert.

Für ein Honigbier ist die Süße beim Antrunk angenehm zurückhaltend, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass der Honig mit vergoren und nicht einfach in das fertige Bier gemischt wurde. Dazu kommt noch die feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich eine überraschende fruchtige Säure, die sich zur Süße gesellt und für ein weiches Mundgefühl sorgt. Im Abgang wird die Säure kräftiger, während eine Bittere nur minimal festzustellen ist. Dafür klingt die fruchtige Säure recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz), Honig, Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Biersmarck GmbH
Alaunbachweg 10
53229 Bonn
www.alemaniabonn.de

7. 11. 2023: Oliver Stöcker von der Brauerei Fleuther in der Trinkhalle

Seit 2016 weiß fleuther vom Niederrhein eine stetig wachsende Gemeinde mit geschmacklicher Vielfalt und solidestem Handwerk zu überzeugen. Fokus und Vorfreude an diesem Abend gelten Stouts aus Fasslagerung, denn wer braucht schon Firlefanz mit Felsquellwasser…

Wie immer findet die Veranstaltung ab 19:00 statt in der

Trinkhalle
Herner Str. 8
44787 Bochum