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Quackeltheiss

Wie schmeckt ein Bier aus einer Zeit vor dem Hopfen? Manche Biere erzählen Geschichte. Andere wirken, als wären sie direkt aus ihr herausgefallen. Das Quackeltheiss Gagelbier gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Gagel statt Hopfen – ein Konzept, das heute exotisch klingt, früher aber zum Braualltag gehörte. Nun kehrt diese Spezialität zurück und wird aus den seltenen Blüten des geschützten Gagelstrauchs hergestellt. Das Ergebnis ist kein nostalgisches Experiment, sondern ein Bier mit überraschend eigenständigem Charakter.

Im Glas zeigt sich das Gagelbier hell und leicht hefetrüb. Der weiße, gemischtporige Schaum wirkt zunächst nicht besonders ausdauernd und fällt rasch zusammen. Ein Rest hält sich jedoch erstaunlich lange und begleitet das Bier bis weit in die Verkostung hinein.

Schon beim ersten Eindruck in der Nase wird klar: Hier wartet kein gewöhnliches Bier. Würzige Kräuternoten dominieren, begleitet von Anklängen dunkler Früchte. Auffällig ist ein Aroma, das eher an Likör erinnert als an klassische Bierstile. Spätestens jetzt wird deutlich, warum Gagel über Jahrhunderte eine wichtige Rolle im Brauwesen spielte.

Der Antrunk beginnt überraschend süß und wird von reichlich sehr feinperliger Kohlensäure getragen. Das sorgt trotz der Intensität zunächst für Leichtigkeit. Im Körper entwickelt das Bier seine eigentliche Stärke. Die Süße bleibt präsent, gleichzeitig treten würzige Kräuternoten stärker hervor. Das Mundgefühl überrascht: weich, fast schwer und deutlich intensiver, als man es bei 4,9 Volumenprozent Alkohol erwarten würde. Wieder drängt sich die Assoziation zu einem guten Kräuterlikör auf – allerdings eingebettet in ein Bier mit eigener Identität. Eine freundliche Bittere hält die Süße im Zaum und unterstützt die Kräuteraromen, ohne sie zu überdecken. Der Abgang wird trockener. Die Bittere gewinnt an Kraft, bleibt aber angenehm und entwickelt einen bemerkenswert langen Nachhall. Dieses Bier verschwindet nicht einfach – es bleibt.

Was besonders beeindruckt: Das Quackeltheiss Gagelbier schmeckt nicht wie ein historisches Kuriosum, sondern wie ein bewusst anders gedachtes Bier. Wer ausschließlich klassische Hopfenaromen sucht, könnte überrascht werden. Wer offen für ungewöhnliche Geschmackserlebnisse ist, entdeckt hier ein Bier mit Tiefe und Geschichte.

Das Quackeltheiss Gagelbier ist kein Bier für nebenbei. Kräuter, Süße, intensive Aromen und ein fast likörartiger Eindruck machen es zu einer seltenen Spezialität, die deutlich zeigt, wie vielfältig Bier vor dem Siegeszug des Hopfens gewesen sein könnte. Ein ungewöhnliches, erinnerungswürdiges Bier – und vermutlich nicht ohne Grund Deutschlands einzig zugelassenes Gagelbier.

Besonders gut passt das Gagelbier zu Räucherfisch, kräftigen Fischgerichten oder würzigen Speisen. Auch Wildpasteten oder gereifter Käse könnten interessante Kombinationen ergeben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gagelextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

 5 EBC

Brauerei:

Buddel GmbH
Hauptstr. 4
24637 Schilsdorf

für

Kakabelle Vertrieb
Postfach 1149
24331 Eckernförde
www.kakabelle.de

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