Schlagwort-Archiv: Lagerbier

Schinner – Winterbier

Nun steht ein Winterbier aus Bayreuth vor mir. Oder genauer gesagt wurde das Bier für das Unternehmen Schinner in Bayreuth gebraut. Welche Brauerei das Bier gebraut hat verrät das Unternehmen nicht. Mich verwundert lediglich, dass einerseits mit handwerklichem Brauen geworben wird, andererseits dafür aber Hopfenextrakt eingesetzt wird. Na ja, wollen wir mal sehen, wie sich das Bier so macht.

Bernsteinfarben und gefiltert zeigt sich das Bier. Die leicht überdurchschnittlich große Schaumkrone ist elfenbeinfarben und bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont nach Brotkrume, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk enthält einige Süße sowie eine feinperlige aber kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich die würzigen Noten, die ich bereits in der Nase festgestellt habe, zur Süße. Außerdem kommt ein kräftiges Bitter dazu. Das Mundgefühl ist voll und weich. Im Abgang wird das Bier trockener und die bitteren Noten kommen in den Mittelpunk. Sie klingen sehr lange nach.

Solo kann mich das Bier nicht wirklich überzeugen, aber zu einem Essen mit kräftigem Geschmack passt es sicher.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Schinner Vertriebs GmbH & Co. KG
Richard-Wagner-Str. 38
95444 Bayreuth
http://www.schinner-bier.de

Hofbräu – Winterzwickl

Auch das Hofbräuhaus in München hat ein Winterbier gebraut, ein dunkles untergäriges Zwicklbier. Dieses Bier wird nur von Ende Oktober bis Mitte Januar gebraut und wenn es dann weg ist, müssen sich die Konsumenten bis zum nächsten Herbst gedulden. Selten war ich von den Bieren aus dem Hofbräuhaus enttäuscht, so dass ich jetzt auf das Winterzwickl gespannt bin.

Fast blickdicht schwarz strahlt mich das Bier an. Darüber prangt eine fest elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts zu meckern.

Das Aroma ist erwartungsgemäß malzbetont nach Schokolade und Karamell.

Auch der Antrunk entspricht meinen Erwartungen, denn er ist recht süß mit einer feinperligen sanften Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt die Süße präsent und es gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Obwohl das Aroma nach Schokolade in der Nase im Vordergrund stand, erscheint es auf der Zunge eher zurückhaltend. Mir gefällt das weiche Mundgefühl. Der Abgang ist etwas trockener mit einem mäßigen freundlichen Bitter, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Helles Gerstenmalz, Caramelmalz), Hopfen (Herkules, Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

23 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 8° Celsius

Brauerei:

Staatliches Hofbräuhaus in München
Hofbräuallee 1
81829 München
www.hofbraeu-muenchen.de

Gilde – Free

In Hannovers Südstadt, gar nicht weit von der Messe entfernt, hat die Gilde-Brauerei ihren Sitz, von der das alkoholfreie Bier stammt, das jetzt vor mir steht. Ich will mich auch garnicht lange mit der Vorrede aufhalten, denn irgendwie habe ich an anderer Stelle schon alles zu dieser Brauerei geschrieben und will mich auch gleich über das Bier hermachen.

Hell goldfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich voluminöse feiporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Die Optik haben die Hannoveraner schon mal gut hinbekommen.

Das Aroma gefällt mir schon weniger gut. Der Geruch der Maische steht im Vordergrund, nur leicht durch den Duft nach Karamell unterlegt.

Und so ist auch der Antrunk. Die Malzsüße und der Geschmack der Maische stehen im Vordergrund. Mich erinnert das Bier eher an einen Getreidetee (falls es so etwas geben sollte) als an ein Bier. Für mich können auch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure und das durchaus volle Mundgefühl das Bier nicht retten. Im Abgang kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein, das aber auch nur kurz nachklingt.

Ja, das Gilde Free kann mich nicht begeistern. Ganz anders sieht das meine Frau, die dieses Bier bereits mehrfach gekauft hat und es auch recht gerne mag. Das heißt, dass das Bier nicht schlecht ist, aber jeder muss für sich entscheiden, ob er oder sie dieses Bier mag. In diesem Fall kann ich nicht helfen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürzegehalt:

7,8° Plato

Brauerei:

Gilde Brauerei GmbH
Hildesheimer Straße 132
30173 Hannover
www.gilde-brauerei.com

Rebel Original Premium

Lange hatte ich kein tschechische Bier mehr verkostet. Jetzt ist es mal wieder so weit und dafür habe ich mir ein Lager mitgebracht, das in der Vergangenheit einige Preise abräumen konnte: 2013 hat es den dritten Platz bei Pivo České republiky belegt, 2014 dort sogar den zweiten Platz und bei Žatecká Dočesná im gleichen Jahr sogar den ersten Platz. Dann kamen einige Jahre Pause, bis das Bier 2019 beim European Beer Star die Bronzemedaille holte. Mit diesen Platzierungen kann ich vermutlich auf ein recht gutes Bier hoffen.

Golden mit leichtem Rotstich fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große feinoporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Bereits beim Einschenken steigt mir ein ordentlicher Hopfenduft in die Nase.

Insgesamt ist das Aroma typisch tschechisch: das Bier duftet nach Karamell, unterlegt durch herbe und blumige Hopfennoten. Na, dann will ich mal den ersten Schluck nehmen.

Der Antrunk ist recht süß und die Kohlensäure ist kräftig. Auf der Zunge bleibt die Süße und ein ordentliches und auf die Süße abgestimmtes Bitter dazu. Eine leichte Buttrigkeit rundet den Geschmack ab. Das Mundgefühl ist recht voll. Im Abgang lässt die Süße etwas nach, das Bitter tritt mehr in den Vordergrund und klingt lange nach.

Das Rebel Original Premium ist ein typisches tschechisches Bier. Mir gefällt, dass es für den relativ geringen Alkoholgehalt von 4,9 Volumenprozent einen sehr kräftigen Geschmack hat.

Helles Lagerbier mit ausgeprägt bitterem Geschmack und starkem Hopfenaroma. Dieses Bier wird nach der traditionellen, für tschechische Biere typischen Technologie hergestellt. Es wird in offenen Gärkellern vergoren und reift bei niedrigen Temperaturen in Lagerkellern.

Alkoholgehalt:

4,8% Vol.

Bittereinheiten:

27 IBU

Brauerei:

Měšťanský pivovar Havlíčkův Brod a.s.
Dobrovského 2027
580 01 Havlíčkův Brod
www.hbrebel.cz

Ichnusa Anima Sarda

„Anima sarda“, sardische Seele, so lautet der Slogan der Brauerei Birra Ichnusa auf der italienischen Insel Sardinen. 1912 wurde in Cagliari die Brauerei gegründet, die im Jahr 1967 in die Gemeinde Assemini verlegt wurde. 1986 wurde die Brauerei von Heineken übernommen. Der Name der Brauerei stammt vom griechischen Wort für Sardinien, Ichnôussa. Das Wappen Sardiniens ziert das Brauereilogo.

In einem kristallklarem Goldton fließt das Bier ins Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist nicht allzu groß und fällt auch schnell in sich zusammen. Da könnte die Brauerei sicherlich noch einmal nachbessern.

Das Bier duftet frisch nach Karamell mit einigen würzigen Noten.

Reichlich Kohlensäure ist der Eindruck, den das Bier beim ersten Kontakt mit der Zunge hervorruft. Dazu kommt eine mäßige Süße. Auf der Zunge entwickelt sich ein dazu passendes Bitter. Die würzigen Noten, die ich in der Nase festgestellt habe, halten sich diskret im Hintergrund. Das Mundgefühl ist recht schlank. Im Abgang klingt das Bitter einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol

Stammwürze:

11° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

3° Celsius

Brauerei:

Heineken Italia
Viale Monza 347
20126 Milano
Italien
www.heinekenitalia.it

Braumanufaktur Sonnenberger – Sommer Dark

Eime ist ein Dorf im Westen des Landkreises Hildesheim und gehört zur Gemeinde Leinebergland. Im Jahr 1854 machte dort die letzte Brauerei dicht. Jetzt hat der Landgasthof Knoche wieder begonnen, Bier zu brauen. Und dort bedeutet handwerklich auch wirklich Handarbeit – bis zum Füllen der Flaschen per Hand. Auf jeden Fall muss in diesem Bier viel Herzblut stecken. Jetzt steht vor mir das Sommer Dark, das mit 4,8 Volumenprozent Alkohol seinem Namen alle Ehre macht, denn was gibt es an einem warmen Sommerabend besseres als ein kühles Bier mit nicht zu viel Alkohol?

Indunklem Rubinrot fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade und getrockneten Feigen. Dazu kommen einige würzige Noten.

Der Antrunk wird durch die Röststoffe dominiert und weist eine sanfte Kohlensäure auf. Auf der Zunge zeigen sich eine leicht eSüße und ein dazu passendes Bitter. Die Fruchtigkeit hält sich im Hintergrund, so dass sie zum ebenfalls vorhandenen Schokoladengeschmack passt. Das Mundgefühl ist schlank und weich. Der Abgang ist mild mit durchschnittlichen Nachklang.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Sonnenberger Biermanufaktur
Elzer Weg 5
31036 Eime
www.knoche-landgasthof.de

The Crafty Brewing Co. – Lager

Wieder einmal steht ein Bier von Lidl vor mir, diesmal ein Lager. Und auch wenn ich nicht abstreiten kann, dass ich gegenüber Bieren von Discountern so manches Vorurteil hege, muss ich mich in diesem Fall wohl doch korrigieren. Immerhin hat das Irish Lager, das ich gleich verkosten werde, acht internationale Auszeichnungen gewonnen, unter anderem in diesem Jahr die Silbermedaille bei den World Beer Awards. Dann will ich auch nicht lange lamentieren, sondern beginne damit, die Flasche zu öffnen und mir das Bier einzuscheinken.

Weizengelb und leicht hefetrüb läuft das Bier Ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzig mit deutlichen würzigen Noten.

Der Antrunk ist süß mit einer feinperligen Kohlensäure. Die Süße bleibt auch auf der Zunge bestehen und ein passendes Bitter kommt dazu. Ansonsten hätte ich mir von diesem Bier eigentlich mehr erwartet. Ich vermisse jegliche Fruchtigkeit, weshalb es auf mich einen eher langweiligen Eindruck macht. Trotzdem ist das Bier recht vollmundig. Der Abgang ist vergleichsweise mild mit einem freundlichen Bitter, das lange nachklingt.

Obbwohl der Geschmack wirklich sauber und rein ist, vermag dieses Bier mich nicht zu begeistern. Ich möchte aber positiv anmerken, dass die Brauerei die Zutatenliste sehr transparent handhabt, eine Eigenschaft, die bei Discounter-Bieren eher selten zu beobachten ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Carapils, Pilsner Malz), Hopfen (Herkules, Hersbrucker, Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Rye River Brewing Company
Donaghcumper
Bublin Road
Celbridge, Co.
Kildare
Irland
www.ryeriverbrewingco.com

Argus – 11 Granat

Argus ist ein tschechisches Lagerbier, das exklusiv für Lidl in Tschechien gebraut wird. Der Name der Brauerei ist wird von Lidl nicht genannt. Das könnte darauf hindeuten, dass diese Brauerei im Normalfall Markenbier braut und ihren Namen nicht im Zusammenhang mit Lidl genannt sehen möchte. Ab und an kommt auch mal ein Teil des Bieres nach Deutschland und wird in den hiesigen Lidl-Filialen verkauft. Insgesamt gibt es derzeit elf unterschiedliche Biere dieser Marke, jetzt steht vor mir das Granat, benannt nach seiner Farbe.

Und das Bier trägt seinen Namen zu Recht, satt kupferfarben und gefiltert strahlt es mir aus dem Glas entgegen. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist feinporig und bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell, abgerundet durch einige würzige Noten. Leider steigt mir auch der Geruch nach Alkohol in die Nase, was bei einem Bier mit lediglich 4,3 Volumenprozent Alkohol ungewöhnlich ist.

Der Antrunk ist recht süß, wobei die reichlich vorhandene Kohlensäure für eine angenehme Frische sorgt. Auf der Zunge schiebt sich ein nicht allzu angenehmes Bitter in den Vordergrund. Das Mundgefühl ist aber recht voll. Der Abgang ist überraschend mild mit sehr kurzem Nachklang.

Zutaten:

Trinkwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenerzeugnisse

Alkoholgehalt:

4,3 % Vol.

Brauerei:

Unbekannt, das Bier wird aber exklusiv gebraut für:

Lidl Stiftung & Co. KG
Stiftsbergstr. 1
74167 Neckarsulm
www.lidl.de

Kozel Černý – Dark

Das Bierbrauen lässt sich im böhmischen Ort Velke Popovice, der sich ca. 30 km südöstlich von Prag in einer malerischen Schlucht in der Nähe des Flusses Sávaza befindet, bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Bereits damals wurde in einer Chronik erwähnt, dass man hier ein ausgezeichnetes Bier braute. Die Brauerei in Popovice überstand die Wirren vieler Jahrhunderte und sorgte für eine kontinuierliche Brautradition.

Das Kozel Černý Dark ist ein dunkles Lager. Im Gegensatz zu vielen dunklen Bieren ist dieses aber kein Schwergewicht beim Alkohol, sondern kommt mit nur 3,8 Volumenprozent aus. Ich bin mal gespannt, ob sich der geringe Alkoholgehalt mit der Malzigkeit eines dunklen Lagerbiers verträgt.

Dunkel rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone ist größtenteils feinporig und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma wird durch das dunkle Malz dominiert; der Duft erinnert an dunkle Schokolade und getrocknete Birnen.

Der Antrunk ist recht süß mit sanfter feinperliger Kohlensäure. Wie ich es bei einem Bier mit nur 3,8 Volumenprozent erwarte, ist das Mundgefühl schlank, aber es ist auch weich. Sicherlich wäre das Bier bei mir besser angekommen, wenn die Brauerei nicht so geizig mit dem Hopfen gewesen wäre. Mir fehlen einfach die Bitterstoffe. So ist auch der Abgang enttäuschend dünn mit einem leichten Schokoladengeschmack, der kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszüge, Zucker

Alkoholgehalt:

3,8 % Vol.

Stammwürze:

9,55 %

Brauerei:

Kompania Piwowarska SA
ul. Szwajcarska 11
61-285 Poznan
Polen

And Union – Saturday

So, jetzt steht das Bier vor mir, das And Union für den Samstag vorgesehen hat, ein helles und naturtrübes Lagerbier mit ganz durchschnittlichen 5 Volumenprozent Alkohol. Dann will ich mich mal überhaupt nicht mit der Vorrede aufhalten und die Flasche öffnen.

Strohblond und opalisierend mit deiner durchschnittlich voluminösen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas.

Düfte nach Biskuit, Heu und Zitronenschale steigen mir in die Nase. Da hoffe ich auf ein richtig leckeres Bier.

Der Antrunk ist leicht süß, was zur geringen Carbonisierung des Saturday passt. Auf der Zunge übernimmt schnell das Bitter das Zepter, unterstützt durch die Fruchtigkeit des Hopfens. Das Mundgefühl ist weich. Der Abgang ist überraschend mild mit einem durchschnittlichen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Select, Tradition, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten‍:

25 IBU

Brauerei:

And Union GmbH
Lindwurmstr. 114
80337 München
www.andunion.com