Schlagwort-Archiv: Baden-Württemberg

Engel – Keller Bock

Aus der Biermanufaktur Engel im baden-württembergischen Crailsheim stammt das naturtrübe Bockbier, das jetzt vor mir steht. Als ich das Etikett erstmals sah, fiel mir auf, dass die Brauerei nicht angegeben hat, ob es sich um einen dunklen oder einen hellen Bock handelt. Ein Blick auf das Rückenetikett brachte aber bereits die Lösung des Rätsels: Auf einer Farbskala, die von hellgelb über rot bis tiefschwarz reichte, wurde auf die rote Farbe verwiesen. Ein roter Bock? Das ist doch mal was Neues.

Rotgolden und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Die feinporige weiße Schaumkrone ist nur klein, bleibt aber lange erhalten. Optisch macht das Bier also schon mal was her.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont nach Karamell, dazu kommen ein Hauch Zitrusfrüchte sowie der Duft von Trockenfeigen und Honig.

Der Antrunk ist rezent mit einer kräftigen, aber nicht übertriebenen, Süße. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten und es gesellt sich ein leichtes Bitter dazu, begleitet von einer diskreten Fruchtigkeit. Das Mundgefühl ich weich und voll. Der Abgang ist überraschend schlank mit kurzem Nachklang.

Der Bock macht einen wirklich soliden Eindruck und er passt zu jedem kräftigen Essen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

Biermanufaktur Engel GmbH & Co. KG
Haller Straße 29
74564 Crailsheim
www.engelbier.de

Hopfenstopfer – It’s Doomsday

Das Hopfenstopfer It´s Doomsday ist ein West Coast India Pale Ale, an dem die drei befreundeten Brauereien Hopfenstopfer mit Thomas Wachno, Tom Majorosi von Eichbaum und Lutz Wirschingvon der Heidelberger Brauerei beteiligt sind. Gehopft wurde das Bier mit den vier amerikanischen Hopfensorten Cascade, Comet, Centennial und Chinook. Daneben weist es einen Alkoholgehalt von 6,8 Volumenprozent und 72 Bittereinheiten auf.

Goldgelb und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht voluminös und sie bleibt lange erhalten. Die Optik ist schon mal über jeden Zweifel erhaben.

Düfte nach Grapefruit und Ananas steigen mir in die Nase, abgerundet durch andere Südfrüchte, die aber so vielseitig sind, dass ich sie nicht im Einzelnen identifizieren kann.

Der Antrunk ist fruchtig-süß und frisch. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Dazu gesellt sich ein kräftiges Bitter. Das Mundgefühl ist weich und voll. Der Abgang ist dagegen überraschend mild, auch wenn das Bitter lange nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Cascade, Comet, Centennial, Chinook), Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Bittereinheiten:

72 IBU

Brauerei:

Häffner Bräu GmbH
Salinenstr. 24
74906 Bad Rappenau
www.haeffner-braeu.de

Gold Ochsen veröffentlicht Edition II des Single Malt Whiskys

Die Ulmer Traditionsbrauerei Gold Ochsen und die Whiskydestillerie finch aus Heroldstatt setzen ihre gemeinsame Erfolgsgeschichte fort: Nach dem Launch des ersten Gold Ochsen Single Malt Whiskys im Jahr 2017 bringen die beiden Unternehmen jetzt die Edition II ihres regionalen Whiskys in limitierter Auflage auf den Markt. „Wir freuen uns, Gold Ochsen-Fans und Whiskyliebhabern wieder zusammen mit der mehrfach ausgezeichneten schwäbischen Hochlanddestillerie finch eine exklusive Spirituose anbieten zu können. finch und Gold Ochsen teilen ihren hohen Anspruch an Qualität, Perfektion und Handwerkskunst – entsprechend ist die Edition II des Gold Ochsen Single Malt Whiskys eine Bereicherung für unser Bierspezialitäten- und Spirituosen-Sortiment“, bekräftigt Gold Ochsen-Geschäftsführerin Ulrike Freund. Erhältlich ist der edle, schwarz-gold etikettierte und in 1.770 nummerierte 0,5-Liter-Flaschen abgefüllte Whisky zum Preis von 49,90 Euro sowohl im Ochsen Shop im Ulmer Hafenbad, dem Brauerei Shop als auch online unter www.ochsenshop.de.

Die goldfarbene Edition II des Gold Ochsen Single Malt Whiskys verführt mit einem feinen Duft nach Birne sowie Malz und entfaltet dabei dezente Röstaromen. Am Gaumen präsentiert sich das Destillat mit Tönen von fruchtig-vollreifen Birnen, intensivem Honig- und Karamellgeschmack sowie einer leichten Malznote. Im Abgang beeindruckt der exquisite Whisky mit Nuancen aus Kokos, Karamell und seiner langanhaltenden fruchtigen Süße. Nach siebenjähriger Reifung in Ex-Bourbon-Fässern aus amerikanischer Weißeiche wurde das edle Destillat von der finch Whiskydestillerie einzeln in 1.770 nummerierte Flaschen abgefüllt, sorgfältig versiegelt und verpackt. Die Edition II des Gold Ochsen Single Malt Whiskys weist einen Alkoholgehalt von 42 % Vol. auf.

Die Idee, einen Gold Ochsen Single Malt Whisky zu brennen, entstand im Jahr 2012. Damals war Whiskybrenner Hans-Gerhard Fink mit einem Verkaufsstand seiner Highland Whisky Destillerie finch beim großen Gold Ochsen Brauereifest mit dabei. Die erste Edition des Gold Ochsen Single Malt Whiskys wurde 2014 gemeinsam entwickelt und von finch gebrannt. Nach dreijähriger Lagerung in Eichenfässern kam die feine Spezialität dann 2017 auf den Markt, war limitiert auf 1.800 Flaschen und innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Ulrike Freund unterstreicht: „Edition II des Gold Ochsen Single Malt Whiskys vereint wie sein Vorgänger die Verwendung bester Zutaten mit höchster Destillierkunst und Liebe zum Detail. Entsprechend zuversichtlich sind wir, mit dem zweiten Gold Ochsen Single Malt Whisky an den Erfolg des ersten nahtlos anknüpfen zu können.“

Gold Ochsen – Kristallweizen Doppelbock

Inzwischen ist es das achte Jahr, dass die Brauerei Gold Ochsen in Ulm ein Jahrgangsbier auf den Markt bringt. Von diesen Bieren werden in jedem Jahr genau 1597 Flaschen per Hand abgefüllt. Weshalb so eine krumme Anzahl? Ganz einfach: 1597 ist das Gründungsjahr der Gold Ochsen-Brauerei. Einige dieser Biere habe ich kennenlernen dürfen und ich war von allen Jahrgangsbieren, die in jedem Jahr wechseln, wirklich begeistert. Nun steht das Jahrgangsbier 2020 vor mir, in diesem Jahr ist es ein Weizen-Doppelbock.

Leuchtend gelb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Intensität aus. Neben dem für ein Weizenbier typischen Bananenaroma steigen mir noch Düfte nach Maracuja, Litschi, Pfirsich und roten Beeren aus. Abgerundet wird das Aroma durch einige blumige Noten. Auch den Alkohol kann ich bereits in der Nase feststellen, da er dem Duft des Bieres einen likörartigen Eindruck verleiht. Dabei ist er aber so gut eingearbeitet, dass er das Aromenspiel perfektioniert.

Der Antrunk ist weniger süß als erwartet und die Kohlensäure ist angenehm dosiert. Auf der Zunge zeigt sich der Kristallweizen Doppelbock malzbetont und die blumigen Noten kommen stärker in den Vordergrund und buhlen mit dem Bananenaroma um die Gunst des Konsumenten. Das Mundgefühl ist sehr weich und voll. Der Abgang ist mild und fruchtig. Obwohl die Bitterstoffe nur dezent zu schmecken sind, klingen sie recht lange nach.

Dieses Bier ist ein perfekter Aperitif, dem gut Fischgerichte oder ein Hühnerfrikassee folgen können.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger, Citra)

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Brauerei:

Gold Ochsen
Hafenbad 8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Gold Ochsen in Ulm hat die Pause in der Pandemie genutzt

Im Juni ist in der Brauerei Gold Ochsen eine neue Fass-Abfüllanlage in Betrieb gegangen, mit der das Ulmer Traditionsunternehmen die Weichen für die Zukunft stellt. Die Anlage, die als eine der modernsten ihrer Art in Süddeutschland gilt, ermöglicht nun auch die Abfüllung von Bier in sogenannte Schlank-Kegs. Statt der bisherigen 30- und 50-Liter-Fässer können ab sofort erstmals kleinere Gebinde mit 10, 15 und 20 Liter Fassungsvermögen befüllt werden. Gleichzeitig spielt die neue Anlage mit einer Leistung von 300 Einheiten pro Stunde ihre Stärken bei den alkoholfreien Erfrischungsgetränken aus, die unter dem Dach der Brauerei Gold Ochsen produziert werden. Wo bisher zwei Abfülllinien für Bier und Softgetränke zum Einsatz kamen, übernimmt jetzt ein System, das sich in kürzester Zeit für den jeweiligen Zweck umrüsten lässt. Auf diese Weise wird zum einen dem Aspekt der Nachhaltigkeit gezielt Rechnung getragen, aber auch die Prozessoptimierung in der Produktion weiter vorangetrieben. Gestartet wurde das Multitalent, das dem neuesten Stand der Technik entspricht, von Geschäftsführerin Ulrike Freund höchstpersönlich.

Dank dieses weiteren Meilensteins in der Geschichte der Brauerei Gold Ochsen eröffnen sich ganz neue Spielräume in der Kundenbelieferung. „Wir können unsere Gastronomie-Partner nun auch mit kleineren Einheiten an Fassbier beliefern und somit viel flexibler auf individuelle Bedürfnisse reagieren. Gerade in der aktuellen Situation ist dies von entscheidendem Vorteil. Schließlich ist uns allen aktuell nicht klar, wie sich die Nachfragesituation auf Seiten der Gastronomie künftig entwickelt. Aber auch darüber hinaus sehen wir das 50-Liter-Fass eher als Chance für große Eventveranstaltungen, die bald wieder in aller Normalität stattfinden werden.“ Ulrike Freund bleibt optimistisch.

Wie hoch das Potenzial der neuen Anlage im Rahmen der brauereiinternen Abläufe ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die Vorteile im Hinblick auf Raumeinsparung und kürzere Wege sowie weniger Aufwand bei Wartung und Service durch Konzentration auf nur noch eine Anlage sind bereits jetzt offensichtlich. Zudem wird sich der Umbau nicht zuletzt positiv auf die Betriebskosten niederschlagen. „Die Modernisierung unserer Abfüllung kommt somit in unseren Augen nicht nur trotz, sondern gerade wegen Corona zum richtigen Zeitpunkt“, so Ulrike Freund. „Natürlich hätten wir uns eine andere Ausgangssituation gewünscht, aber so können wir auch einmal mehr demonstrieren, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken und fest an die Zukunft nach der Pandemie glauben“, zeigt sich die Geschäftsführerin kämpferisch.

Vom Plan zur Realität inmitten der Pandemie

Geplant wurde das Projekt, das mit einer Investition von 3,9 Millionen Euro einhergeht, bereits im Jahr 2019. Im Februar 2020 erfolgte noch kurz vor Ausbruch der Pandemie die Ausschreibung, die durch den ersten Lockdown zunächst ins Stocken geriet. Im Juni wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht und der Umbau begann.

Den Zuschlag für die Umsetzung erhielten zwei Unternehmen aus der Region. Die Technologie für die Reinigungs- und Füllstationen kommt von der Albert Frey AG aus Wald im Allgäu, ihres Zeichens Spezialist für Anlagenbau und eine bekannte Größe im Brauereiumfeld. „Die Leistungskennwerte und einschlägigen Referenzen waren einfach überzeugend“, so Stephan Verdi, 1. Braumeister und technischer Betriebsleiter bei Gold Ochsen. Mit den hochmodernen Funktionen im Rahmen der Qualitätssicherung, auf die auch viele namhafte deutsche Großbrauereien setzen, kann die Ulmer Traditionsbrauerei ihrem hohen Anspruch bei der Bierherstellung auf ganzer Linie Tribut zollen, wie Verdi an einem Beispiel erläutert: „Durch ausgefeilte Restdruckerkennung und mehrfache Prüfläufe werden defekte Fässer umgehend aussortiert. Auch in Sachen Reinigung, Ladungssicherung und Energieeffizienz erfüllt das System höchste Standards.“ Für den Aufbau der Palettierung und die weitere Optimierung der Ablaufkette zeichnete die Augenstein Maschinenbau GmbH aus Günzburg als zweiter Projektpartner verantwortlich. Das Unternehmen war der einzige Anbieter, der den Senkrechtförderer zum Transport der Fässer zwischen den verschiedenen Stockwerken im vorhandenen Aufzugschacht realisieren konnte.

Ulrike Freund ist seit 30 Jahren Geschäftsführerin bei Gold Ochsen

Am 13. Mai 2021 feierte Ulrike Freund ihr 30-jähriges Jubiläum als Geschäftsführerin der Brauerei Gold Ochsen. Seitdem ihr die Verantwortung von ihrem Vater, August Leibinger III., 1991 übertragen wurde, hat sie alles darangesetzt, das Ulmer Traditionsunternehmen auf Kurs zu halten und als feste Größe in der Region zu verankern. Angesichts des seit Jahren durchschnittlich immer weiter sinkenden Bierkonsums und zunehmenden Wettbewerbs der Brauereien inklusive entsprechender Preiskämpfe gestaltete sich diese Aufgabe nicht immer leicht. Dennoch ist es ihr gelungen, die Umsätze der Brauerei sowie der Tochtergesellschaft Ulmer Getränke Vertrieb GmbH, die den Vertrieb der Biere und alkoholfreien Getränke aus dem Hause Gold Ochsen verantwortet, nicht nur auf hohem Niveau zu halten, sondern zeitweilig sogar auszubauen. Zudem hat sie sich in ihrer Position nicht zuletzt durch weitreichende Sponsoring-Aktivitäten und die Unterstützung zahlreicher sozialer, sportlicher und kultureller Organisationen einen Namen gemacht.

Ihr starkes unternehmerisches wie gesellschaftliches Engagement findet seit jeher weit über die Grenzen Ulms hinaus Anerkennung. So erhielt Ulrike Freund 2007 die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württembergs. Seit 2018 ist sie Trägerin des baden-württembergischen Landesverdienstordens, den ihr Ministerpräsident Winfried Kretschmann für nachhaltige Unternehmensführung bei der feierlichen Zeremonie persönlich überreichte. 2019 wurde Ulrike Freund vom Marketing-Club Ulm/Neu-Ulm e.V. zudem als Ulmer Marketingpersönlichkeit des Jahres ausgezeichnet.

Aber nicht nur sie persönlich, auch die Brauerei und die hergestellten Produkte konnten unter ihrer Führung in den letzten Jahren Erfolge verbuchen und zahlreiche Preise einheimsen. So setzte sich „Ulms flüssiges Gold“ bereits mehrfach beim international renommierten World Beer Cup durch: Das Gold Ochsen Special sicherte sich 2014 den Silber-Award, das Kristallweizen punktete bei der Jury aufgrund seines hervorragenden Geschmacks und exzellenter Qualität sowohl 2012 (Silber) als auch 2014 (Gold) und zuletzt 2018 (Silber). Dass bei der Herstellung der Biere und alkoholfreien Getränke im Hause Gold Ochsen sehr hohe Maßstäbe gelten, untermauern vielfache Qualitätsauszeichnen wie der „Libella Quality Award“ oder das Siegel „IFS Food-Standard Version 6 (Higher Level)“.

Ehre statt Verpflichtung

Obwohl Ulrike Freund laut eigener Aussage – die viele Außenstehende bestätigen können – für die Brauerei lebt, investiert sie gleichzeitig viel Zeit ins Ehrenamt. So engagiert sie sich beispielsweise als Mitglied der IHK-Vollversammlung, im Verwaltungsbeirat der Universität Hohenheim, im Beirat Süd der SV SparkassenVersicherung, im AOK Bezirksrat sowie im Wahlausschuss, Beirat und der Vertreterversammlung der Volksbank Ulm-Biberach. Zudem ist sie seit 1994 als Handelsrichterin am Landgericht Ulm aktiv und gehört zu den Gründungsmitgliedern des Lions Club Ulm/Neu-Ulm/Alb-Donau.

Mit Initiative, Hartnäckigkeit und Überzeugung zum Ziel

Fragt man Ulrike Freund nach ihrem Erfolgsrezept, kommt die Antwort sofort: Ausdauer, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit – und ganz viel Freude an der Arbeit. Insofern ist Aufhören für sie derzeit kein Thema. Die nächsten Jahre will sie als Unternehmenslenkerin „dranbleiben“, auch wenn es ihrerseits bereits Ideen gibt, wie sich die Leitung des Unternehmens nach dem Ende ihrer Ära gestalten könnte. Bis dahin wird aber sicher noch einige Zeit ins Land gehen. Wie ihrem Vater, der bis zu seinem Tod 1998 mit 90 Jahren noch als Hauptgeschäftsführer in der Brauerei tätig war, wird es auch ihr schwerfallen, sich ganz aus dem Arbeitsalltag zurückzuziehen, wie sie offen zugibt.

Distelhäuser – Black Pearl

Jetzt habe ich ein Craft-Bier vor mir stehen, ein Porter aus Distelhausen, einem Ortsteil von Tauberbischofsheim. Die Erwartungen an dieses Bier kann ich von vornherein nach oben schrauben, da dieses Bier im Jahr 2014 mit dem Silber Meiningers international CraftBeer Award ausgezeichnet wurde. Da kann doch eigentlich nichts schiefgehen.

Schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Erst als ich das Glas gegen das Licht halte, sehe ich ein sehr dunkles Mahagoni durchscheinen. Darüber eine durchschnittliche Menge größtenteils feinporiger haselnussbrauner Schaum, der sich nur langsam auflöst. Optisch gibt es also nichts zu meckern.

Das komplexe Aroma wird durch kräftige Kaffee- und Schokoladennoten geprägt, unterstützt durch einen Hauch von Gewürznelken und Kräutern.

Der Antrunk zeigt eine leichte angenehme Süße. Außerdem stelle ich fest, dass die sehr feinperlige Kohlensäure reichlich vorhanden ist. Der ausgeglichene Körper wird durch Schokoladennoten und Waldhonig geprägt. Süße und Bitterstoffe ergänzen sich hervorragend. Lediglich die Kaffeenoten, die ich im Aroma festgestellt habe, fehlen mir an dieser Stelle. Sie kommen aber im leicht bitteren Abgang wieder zu Geltung. Dann bleiben sie auch recht lange erhalten.

Dieses Bier macht deutlich, dass es sich wirklich lohnt, auf handwerklich gebrautes Bier zu setzen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Malzsorten: Pilsner Malz, Münchner Malz, Caramel Malz), Hafermalz, Hopfen (Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

15° Plato

Bittereinheiten:

28 IBU

Brennwert:

57 kcal/239 kJ pro 100 ml

Brauerei:

Distelhäuser Brauerei
97941 TBB-Distelhausen
http://www.distelhaeuser.de

Klosterhof – Hopfenfuchs

Zunächst einmal das Versprechen der Brauerei zum Klosterhof in Heidelberg: „Eine ganz besondere Bierspezialität, mit dem besonderen Hopfenaroma ohne bitter zu sein. Frisch gepflückter Bio-Cascade Hopfen aus der Hallertau und verschiedenste Biomalze machen unseren Hopfenfuchs zu einem besonderen Genuss für alle Sinne.“ Na, dann wollen wir doch mal sehen, was der Braumeister für uns gezaubert hat.

Die Farbe bewegt sich irgendwo zwischen fuchsrot und bernsteinfarben. Damit wäre schon mal die Namensgebung dieses Bieres geklärt. Das hefetrübe Bier bildet eine durchschnittliche Schaumkrone, die leicht beige ist und durchschnittlich lange erhalten bleibt.

In der Nase halten sich Karamell- und Zitrusaromen die Waage. Sie werden durch den Duft von Gras unterstützt. Damit macht der Hopfenfuchs schon mal einen guten Eindruck.

Der Antrunk zeigt, dass dieses Bier viel sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Die Süße ist nicht sonderlich ausgeprägt, aber eindeutig vorhanden. Auf der Zunge zeigt sich eine gute Balance zwischen Süße, Säure und Bitterstoffen. Die Fruchtnoten des Hopfens halten sich diskret im Hintergrund und dienen lediglich der Abrundung des Geschmacks. Der Abgang ist angenehm kräftig bitter und die Grasnoten kommen wieder zum Tragen. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Der Hopfenfuchs ist das Bier, das mir von den Erzeugnissen der Brauerei zum Klosterhof am Besten gefällt. Die Brauerei schreibt weder auf der Website noch auf dem Etikett der Flasche, um welchen Bierstil es sich handelt; ich halte es aber für ein Bockbier.

Zutaten:

Wasser, Bio-Gerstenmalz, Bio-Aromahopfen (Cascade, Perle, Tradition, Tettnanger), Hefe

Stammwürze:

13° Plato

Brauerei:

Brauerei zum Klosterhof GmbH
Stiftweg 4
69118 Heidelberg
www.brauerei-zum-klosterhof.de

Rothaus – Märzen Export

Die Brauerei Rothaus verkauft zwei Märzen, das Rothaus Märzen Export und das Rothaus Märzen Eiszäpfle. Das hat mich etwas verwundert, denn weshalb sollte eine Brauerei zwei Märzen brauen? Ich habe zunächst im Internet recherchiert und an mehreren Stellen die Vermutung gelesen, dass es sich um das gleiche Bier handeln könnte. Genau wusste es aber niemand. In dieser Situation war es naheliegend, einfach mal bei der Brauerei nachzufragen. Es handelt sich tatsächlich um das gleiche Bier, lediglich in anderen Flaschen und mit anderen Etiketten.

In leuchtendem Gold präsentiert sich das Bier im Glas. Es enthält eine durchschnittliche Menge feinperlige Kohlensäure. Darüber bildet sich eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. An der Optik hat die Brauerei nichts falsch gemacht.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche frisches Brot, unterstützt durch fruchtige Noten nach grünen Äpfeln und Birnen. Das Rothaus Märzen Export gefällt mir immer besser.

Der Antrunk ist spritzig und frisch. Schnell kommen noch einige Bitterstoffe dazu. Das Mundgefühl ist angenehm. Im Abgang treten die Bitterstoffe wieder in den Hintergrund, das Malz kommt mit dem Brotgeschmack zurück und bringt einige Kräuternoten mit sich. Das Bier klingt durchschnittlich lange nach.

Das Märzen Export aus dem Hause Rothaus ist ein sehr gut trinkbares Bier, das Konsumenten, die Fernsehbiere gewöhnt sind, sicherlich positiv überraschen wird, aber auch Trinker von Craftbieren nicht enttäuscht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,4° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Badische Staatsbrauerei Rothaus AG
Rothaus 1
79865 Grafenhausen-Rothaus
www.rothaus.de

Lasser – Urbock

Lörrach ist eine Kreisstadt am Rande des Schwarzwalds, nicht weit vom Dreiländereck Deutschland – Schweiz – Frankreich gelegen. Dort hat die Brauerei Lasser ihren Sitz, von der jetzt der Urbock vor mir steht. Auf ihrer Website verrät die Brauerei nicht viel über sich, aber dort finden sich etliche Rezepte, bei denen Bier als Zutat verwendet wird. Die Rezepte lesen sich vielversprechend, weshalb sich der Besuch der Website sicher lohnt. Aber kommen wir zum Bier.

Kastanienbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine kleine Krone aus hellbraunem Schaum, die sich schnell auflöst. Mit einem stabileren Schaum hätte ich sicher von einer perfekten Optik berichten können.

Das Aroma wird durch das dunkle Malz dominiert, das einen reizvollen Kontrast zum Duft von Waldhonig bildet. Komplettiert wird der Duft durch die Aromen von Trockenobst, besonders von Pflaumen.

Der Antrunk ist recht süß und durch die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure moussierend. Im kräftigen Körper spiegelt sich das Aroma wider, ich schmecke die Obstnoten. Dazu kommt noch eine leichte Cognacnote, die sich im Abgang noch verstärkt. Dabei ist der Abgang kaum bitter und der Cognacgeschmack klingt noch lange nach.

Wer den Einbecker Urbock, und das ist das Original, kennt, wird im Lasser Urbock kein Bockbier erkennen. Auch wenn das Lasser Urbock der Definition von Bockbier entspricht, handelt es sich im Geschmack um einen anderen Bierstil. Der Lasser Urock erinnert eher an ein belgisches Weihnachtsbier; als solches kann es mich durchaus begeistern, besonders als Begleitung zu einem passenden Essen. Als Speiseempfehlung übernehme ich an dieser Stelle die Empfehlungen der Brauerei: Deftige Speisen wie z.B. Schweinshaxe, Schweinesteak mit Pfeffersoße, aber auch Meerrettich könnte dieses Bier gut mindern und ergänzen. Genauso passend zu Gans mit Birne und Preiselbeeren-Konfitüre mit Rotkohl in der Weihnachtszeit. Unbedingt probieren: Vanille- oder Walnusseis mit Himbeeren oder getrocknete Aprikosen und diese Köstlichkeit dazu.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Stammwürze:

17,7° Plato

Brauerei:

Brauerei Lasser GmbH & Co. KG
Belchenstraße 5
79539 Lörrach
www.lasser.de