Schlagwort-Archiv: Baden-Württemberg

Welde – Jahrgangsbier 6. Edition

Bei guten Weinen sind wir es ja gewöhnt, auf den Jahrgang zu achten. Beim Bier ist dies dagegen recht selten. Weshalb eigentlich? Bier enthält doch erheblich mehr Grundstoffe aus der Natur, die bei jeder Ernte anders sein können. Wenn nun ein Bier auf dem Etikett den Jahrgang angibt, schraubt das bei mir die Erwartungen kräftig in die Höhe. Mal sehen, ob das Bier diese Erwartungen auch erfüllen kann. Zusätzlich sagt das Rückenetikett aus, dass dieser Lagerbock acht Wochen lang gereift ist. Auffällig ist auch der Naturkorken, mit dem die Flasche verschlossen ist. Diese Art, Bierflaschen zu verschließen, kenne ich sonst nur aus Belgien.

Gelbrot und hefetrüb steht das Bier im Glas, dazu sehe ich eine lebhafte Kohlensäure. Darüber relativ wenig weißer Schaum mit einem leichten Stich ins Beige. Er ist zwar feinporig, löst sich aber trotzdem relativ schnell auf.

Das Aroma ist ein wahrer Reigen an Früchten: Neben Karamell kommt Banane zum Vorschein, der Duft getrockneter Feigen spielt mit, dazu ein leicht säuerlicher Ton… Doch, am Aroma gibt es nichts auszusetzen.

Nun ist es an der Zeit für den ersten Schluck. Zunächst fällt mir auf, dass der Antrunk für ein Bockbier überraschend wenig Süße mit sich bringt. Ein Großteil des Malzzuckers ist wohl zu den immerhin 6,7 % Alkohol vergoren worden. Das ist aber absolut kein Minuspunkt. Der Körper ist sehr kräftig. Eine ausgeglichene Menge Bitterstoffe paart sich mit dem Geschmack von Malz und einem Hauch Banane. Ein wirklich leckeres Bier. Der Abgang ist für dieses kräftige Bier überraschend mild, trotzdem aber lang anhaltend.

Nachdem mich der Jahrgang 2014 nun vollkommen überzeugt hat, bin ich mal gespannt, ob die Brauerei auch im aktuellen Jahr diese Qualität halten kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Brauerei:

Weldebräu
68723 Plankstedt-Schwetzingen
http://www.welde.de

Bauhöfer’s – Schwarzwaldmarie

Der Schwarzwald ist für seine hochwertigen Lebensmittel bekannt und so wundert es auch nicht, dass dort ebenfalls Biere gebraut werden, die nicht mit anderen Bieren verwechselt werden können. Die Schwarzwaldmarie, ein helles Lager, wird mit Brauwasser aus einem brauereieigenen Tiefbrunnen, mit regional erzeugtem Malz und mit Aromahopfen aus Tettnang, Spalt und der Hallertau gebraut. Außerdem reift dieses Bier acht Wochen lang. Das macht mir Hoffnung, dass mir dieses Bier gut gefällt.

Auffällig ist an der Flasche, dass sie nicht mit einem Kronkorken verschlossen ist, sondern über einen Drehverschluss verfügt. Dagegen ist zunächst einmal nichts zu sagen, allerdings handelt es sich bei dieser Pfandflasche um eine spezielle Anfertigung für die Brauerei, so dass ich sie hier im Ruhrgebiet nicht loswerde. Für mich ist es quasi eine Einwegflasche. Nachhaltigkeit sieht anders aus. Auf der anderen Seite habe ich das Bier aus dem Schwarzwald mitgebracht. Wird das Bier nur regional verkauft, ist gegen die spezielle Flasche nichts zu sagen.

Hell goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas. Ich sehe viel Kohlensäure und es bildet sich eine durchschnittlich große Krone aus feinporigem Schaum, die auch lange erhalten bleibt.

Auch das Aroma gefällt mir. Ich rieche Karamell, Ananas, Zitrone und Melone. Die Brauerei war offensichtlich bei der Dosierung des Aromahopfens nicht geizig. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der relativ süße und spritzige Antrunk begrüßt mich auch gleich mit dem Geschmack von Honigmelone und Zitrone. Diese Fruchtigkeit bleibt auch bestehen und es kommt ein hintergründiges zartes Bitter dazu, das an Zitronenschale erinnert. Der Abgang ist mild und wenig bitter. Trotzdem überrascht er mit einem sehr langen Nachklang.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (kaltgehopft mir Amarillo und Mosaic)

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürzegehalt:

12,7° Plato

Brauerei:

Familienbrauerei Bauhöfer GmbH & Co. KG
Ullenburgstraße 12-14
77871 Renchen – Ulm
www.schwarzwaldmarie.beer

Alpirsbacher – Weizen Alkoholfrei

Die Brauerei aus Alpirsbach (Landkreis Freudenstadt) bewirbt ihr alkoholfreies Weizenbier so: „Der sportliche Kamerad unserer Weizenbier-Spezialitäten sorgt für unbeschwerten Biergenuss der leichten Art. Dass ihm der Alkohol mit großer Sorgfalt schonend entzogen wurde, tut seinem fruchtig-spritzigen Aroma keinerlei Abbruch: Prickelnde Frische ist das Merkmal dieser isotonischen Besonderheit. Unser Weizen Hefe Hell alkoholfrei wurde beim härtesten und renommiertesten Bier-Wettbewerb der Welt, dem World Beer Award 2012 in London, als weltbestes „Alcohol Free Wheat Beer“ prämiert.“ Ich sollte hier also durchaus ein besonderes Bier erwarten können.

Goldgelb und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Dazu kommen eine lebhafte Kohlensäure und eine recht voluminöse Schaumkrone nur langsam in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist weizenbiertypisch. Ich rieche Teig und Banane.

Der Antrunk ist ungewohnt trocken und spritzig. Der Geschmack entfaltet sich aber erst, wenn sich das Bier im Mund verteilt. Das Bier ist leicht säuerlich und mild, nicht wirklich typisch für ein Weizenbier, aber es ist ein guter Durstlöscher.

Zutaten:

Brauwasser. Weizenmalz, Isomaltulose, Hopfen, Bierhefe

Alkoholgehalt:

0,0 %

Brauerei:

Alpirsbacher Klosterbräu
72275 Alpirsbach
www.alpirsbacher.de

Dinkelacker – Frühlingsfestbier

Ja, ich weiß – wir haben Ende Juli und der Frühling ist lange vorbei, aber ich habe das Dinkelacker Frühlingsfestbier erst kürzlich erstmals gesehen. Und vermutlich ist im nächsten Jahr erneut Frühling und es wird wieder ein Festbier aus Stuttgart geben. Daher bin ich mit dieser Rezension eigentlich ganz schön früh dran, oder? Das Etikett verspricht schon mal sehr viel: „Diese süffige Festbierspezialität von malzgoldener Farbe passt wunderbar zu den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings. 1ßß % regionale Zutaten, ein einzigartiges Brauverfahren und die Leidenschaft unserer Braumeister lassen die Geschmacksknospen aufblühen.“

Intensiv golden mit einem leichten Rotstich zeigt sich das Bier im Glas. Dazu kommt reichlich Kohlensäure. Es bildet sich eine durchschnittliche Menge cremiger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei also nichts falsch gemacht.

Das Aroma ist malzig, was ich eigentlich ganz gerne mag. In diesem Fall vermisse ich aber irgendwie die Aromen des Hopfens. Entsprechend des Duftes darf ich mich also auf ein mildes Bier freuen. Mal sehen, ob diese Erwartung auf der Zunge erfüllt wird. Der Antrunk ist recht süß und intensiv. Ohne die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure wäre er vermutlich nicht angenehm, aber so wirkt der Antrunk schon mal ausgeglichen. Wie erwartet ist der Körper malzbetont und ebenfalls intensiv und vollmundig. Jetzt kommen auch die ersten bitteren Noten durch, die mit der reichlich vorhandenen Süße perfekt abgestimmt sind. Der Abgang ist dann überraschend mild, klingt aber lange nach.

Mein Fazit? Ein überraschend gutes Märzen, bei dem die Etiketten nicht zu viel versprechen. Da können wir uns schon mal auf das nächste Frühjahr freuen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,3 %

Brauerei:

Familienbrauerei Dinkelacker
70178 Stuttgart
www.familienbrauerei-dinkelacker.de

Welde – Pale Ale

Im Jahr 1888 übernahm Braumeister Johann Welde die 1752 gegründete Brauerei und gab ihr seinen Namen. Die Brauerei entwickelte sich von Generation zu Generation und erweiterte sich stetig. Heute wird Weldebräu von Dr. Hans Spielmann geleitet, der aus dem einstigen Familienbetrieb eine moderne Privatbrauerei entwickelte. Gebraut werden sowohl erstklassige traditionelle Biere als auch moderne Craft Biere. Das Sortiment wird von Zeit zu Zeit erweitert. Aktuell sind drei zusätzliche Craft-Biere neu im Sortiment, von denen jetzt das Pale Ale vor mir steht. Vielen Dank an die Brauerei für das Zusenden des Bieres.

Goldgelb mit einem leichten Stich ins Rote und auch leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist feinporig aber nicht üppig, bleibt aber lange erhalten.

Die Aromen tropischer Früchte steigen mir in die Nase. Ich rieche Banane, Grapefruit, Ananas, Maracuja und Zitronenschale. Bereits jetzt bin ich mir ziemlich sicher, ein Bier vor mir zu haben, das mir gefällt.

Der Antrunk ist in erster Linie fruchtig. Die Malzsüße ist zurückhaltend, passend zur Fruchtigkeit dosiert. Die Kohlensäure ist sanft und sehr feinperlig. Schnell kommt ein angenehmes Bitter dazu und die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, der Geschmack auf der Zunge ist dabei nicht so kräftig wie die Aromen in der Nase. Dabei bleibt das Bier aber immer frisch. Der Abgang ist freundlich bitter und er klingt lange nach.

Nun habe ich die drei neuen Craft-Biere verkostet, die mir die Brauerei Welde zugeschickt hat. Sie haben mir alle drei gut gefallen und ich muss mal sehen, wo ich die anderen Biere aus Plankstadt-Schwetzingen herbekomme. Leider werden diese Bier nicht im Ruhrgebiet vertrieben, aber der Aufwand, die Welde-Biere ins Ruhrgebiet zu bringen, lohnt sich sicher.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Simcoe, Pekko, Cascade), Hefe (American Ale)

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Weldebräu GmbH & CO. KG
Brauereistraße 1
68723 Plankstadt/Schwetzingen
www.welde.de

BierSelect

Wier

Rund eineinhalb Jahre dauerte die Produktentwicklung des neuen Aperitifs. Der Anspruch war es, ein völlig neuartiges Getränk herzustellen, in dem sich die herbe Note von Bier und die fruchtige Frische von Wein geschmacklich ergänzen und miteinander eine sensorisch ausgewogene Beziehung eingehen. Die erste Idee galt der Suche nach einem geeigneten Bier und einem korrespondierenden Wein, was selbst für die beiden versierten Sensorikerinnen Alixe Winter und Katharina Ganter-Fraschetti eine längere Probephase mit zahlreichen Versuchen bedeutete. Denn es gestaltete sich nicht so einfach, eine Bier-Wein Kombination zu finden, bei der nicht ein Getränk geschmacklich dominierte. Im Anschluss daran folgte eine intensive und herausfordernde Arbeit im Keller. In dieser Zeit kreierten die Kellermeister unter der Leitung von Jörg Wiedemann aus den beiden Basiszutaten, badischer Traubenmost und Freiburger Bierwürze, den wohlschmeckenden, in der Geschmacksrichtung von den beiden Sensorikerinnen definierten Aperitif WIER. Die gemeinsame Vergärung der beiden Zutaten brachte schließlich das überzeugende Ergebnis.

„Es freut mich besonders, dass es gelungen ist, einen Aperitif zu kreieren, den es so noch nicht gibt und der aus natürlichen Zutaten aus hiesiger Erzeugung besteht,“ so Katharina Ganter-Fraschetti, Geschäftsführerin der Brauerei GANTER. „Nachdem der Name gefunden war, wurde ‚WIER von hier‘ auch sehr rasch zu unserem Leitmotiv.“ Alixe Winter, Geschäftsführerin der Alten Wache – Haus der badischen Weine, überzeugt die sensorisch gelungene Komposition: „Für mich ist der Aperitif eine Liebesheirat von prickelnd, cremig-frischer Traubenfrucht und vollmundiger, würzig-maskuliner Hopfennote. Das Getränk erfüllt erneut unsere hohen Ansprüche an die Entwicklung neuer Getränke rund um den badischen Wein. Nur so gelingt es uns, Kunden aller Altersgruppen aus der Region und darüber hinaus zu interessieren und von unseren regionalen Qualitäten zu überzeugen.“

Für den Badischen Winzerkeller war die Entwicklung von WIER alles andere als Tagesgeschäft. „Für unser Haus ist es ein außergewöhnliches Produkt, aber `Bier-Wein-Getränke` aus Deutschland und Übersee sind uns in letzter Zeit immer wieder begegnet. Deshalb haben wir gerne zugestimmt, das Experiment und die Initiative von Brauerei GANTER und der Alten Wache mit unserem kellertechnischen Know-how zu unterstützen“, so Peter Schuster, der Vorstandsvorsitzende des Badischen Winzerkellers. „Der hohe Einsatz im Keller hat sich gelohnt. Unseren Kellermeistern ist ein neuer, überzeugender Aperitif gelungen, ein vergleichbares Getränk haben wir bisher noch nicht verkostet.“

WIER – kein Wein, kein Bier, den Aperitif für Entdecker, gibt es ab sofort in der 0,75l Flasche in der Brauerei GANTER und der Alten Wache – Haus der badischen Weine. Empfohlen wird eine Serviertemperatur von 5-7 Grad und als Glas ein Weißweinglas. Den Aperitif gibt es zu Beginn in einer limitierten Erstauflage von 500 Litern in 666 Flaschen. Abfüller ist der Badische Winzerkeller.

Eine der 666 eleganten Flaschen steht jetzt vor mir und wartet darauf, von mir verkostet zu werden (die Flasche ist wirklich so schlank wie auf dem Foto zu sehen, es handelt sich dabei nicht um eine Verzerrung). Das künstlerisch gestaltete vordere Etikett enthält genau drei Worte: In der Mitte steht groß Wier, darüber kleiner in Gold und durchgestrichen Wein und darunter ebenfalls in goldener Schrift und durchgestrichen Bier. Jetzt bin ich gespannt, ob mir der Inhalt der Flasche ebenso gefällt wie das Etikett.

Für den Genuss empfehlen die Hersteller ein Weißweinglas. Das sollte das kleinste meiner Probleme sein. Und bereits beim Öffnen der Flasche kommt die erste Überraschung: die Flasche sieht wie eine Sektflasche aus und auch als ich die Aluhülle über dem Verschluss entfernt habe, sieht der Verschluss wie ein Sektkorken aus. Und weshalb bekomme ich den Korken nicht aus der Flasche? Ganz einfach. Es ist kein Korken und deshalb steckt er auch nicht im Flaschenhals. Tatsächlich handelt es sich um einen Drehverschluss. Das ist sicher eine gute Entscheidung für alle Konsumenten, die die Flasche nicht an einem Abend leeren, denn der Verschluss lässt sich auch gut, fest und dicht wieder aufschrauben. Aber jetzt will ich den Aperitif erst einmal einschenken.

Im Glas sieht das Wier wie ein Rieslingsekt aus. Eine schöne goldgelbe Farbe paart sich mit einer leichten Kohlensäure. Aber bereits in der Nase zeigt sich, dass es sich nicht um einen Sekt handelt. Die Fruchtigkeit des Weins steht klar im Vordergrund des Aromas. Dazu kommen blumige Düfte und – was mich überrascht und erstaunt – der Duft von Pfeifentabak. Jetzt heißt es neugierig und mutig zu sein, um festzustellen, wie sich das Wier im Mund macht.

Zunächst schmeckt das Wier wie ein Sekt, der noch einige Restsüße enthält. Der allererste Eindruck ist also nicht allzu spektakulär, aber schnell beginnt das Wier, seine Muskeln spielen zu lassen. Auf der Zunge wird der Aperitif intensiv und vollmundig, und je weiter er sich Richtung Kehle bewegt, desto stärker kommt auch der Hopfen zum Vorschein, der sich erstaunlich gut mit dem Geschmack des Weins vereint.

Das Wier hebt sich wohltuend von den meisten Cocktails ab, die häufig zum Beginn einer Feier oder anderen Veranstaltung angeboten werden und wo ich mich häufig frage, was ich da eigentlich im Glas habe. Ich würde mich freuen, wenn es nicht bei einem einmaligen Versuch bleiben würde und das Wier auch deutschlandweit in den Verkauf gelangen würde. Der Brauerei ist es gelungen, eine sehr angenehme neue Art des Aperitifs zu kreieren.

Welde – IPA

Die Braumanufaktur Welde ist seit über 260 Jahren für authentisches Brauhandwerk und exklusiven Biergenuss bekannt. Dabei hat sich die Braumanufaktur Welde stets weiterentwickelt. Braumeister Johann Welde übernahm die Brauerei 1888. Seitdem kamen eine eigene Flaschenabfüllung sowie ein vollautomatisiertes Sudhaus im Nachbarort Plankstadt hinzu. Heute unter der Leitung von Dr. Hans Spielmann hat sich aus dem traditionellen Familienbetrieb ein modernes Brauhaus entwickelt. Das Erfolgsrezept hat sich allerdings nie verändert: Tradition, Qualitätsbewusstsein, Leidenschaft, Mut und Kraft werden hochgehalten. So auch beim IPA, einem der drei neuen Craft-Biere von Welde, das jetzt vor mir steht. Dieses Bier wurde fast zwölf Wochen lang kältegereift und hopfengestopft. Durch diese lange Reifung soll es einen besonders frischen Duft haben.

Kupferfarben und leicht hefetrüb macht das Bier mit seiner durchschnittlich großen elfenbeinfarbenen Schaumkrone im Glas eine richtig gute Figur, auch weil der Schaum lange erhalten bleibt.

Das komplexe und fruchtige Aroma entspricht meinen Erwartungen an ein IPA. Düfte nach Grapefruit, Ananas, Mango und etwas Kokos steigen mir in die Nase. Das gefällt mir und macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mit seiner leichten Süße und viel feinperliger Kohlensäure frisch und spritzig. Dazu kommt schnell ein recht kräftiges und dabei angenehmes Bitter, das auch den Geschmack nach Zitrusfrüchten mit sich bringt. Das Bitter dominiert auch den ellenlangen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Azzaca, Cascade, Sorachi Ace), Hefe (American Ale)

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

15,2° Plato

Bittereinheiten:

55 IBU

Brauerei:

Weldebräu GmbH & Co. KG
Brauereistr. 1
68723 Plankstadt-Schwetzingen
www.welde.de

BierSelect

Schwaben Bräu – Weihnachtsbier

In jedem Jahr im Oktober bringt die Brauerei Dinkelacker ihr Weihnachtsbier auf den Markt, das dann bis Dezember oder Januar verkauft wird, je nachdem, wann das Bier verkauft ist. Jetzt steht eine Flasche vor mir und möchte verkostet werden. Mir ist allerdings nicht klar, was dieses Bier außer seinem Erscheinungsdatum mit Weihnachten zu tun hat. In der Regel erwarte ich gerade zu diesem Anlass eher ein Bockbier oder ein anderes Starkbier, das die Kälte des Winters vertreibt.

Intensiv goldfarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt recht lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Das Aroma ist so wie ich es von einem Märzen erwarte – malzbetont nach Karamell mit leichten blumigen Noten des Hopfens.

Der Antrunk ist recht süß und die sehr feinperlige Kohlensäure ist passend zur Süße dosiert. Die Malznote bleibt auch auf der Zunge im Vordergrund und sie sorgt gemeinsam mit dem minimalen Bitter für ein weiches und volles Mundgefühl. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, aber leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Immer noch frage ich mich, was dieses Bier mit Weihnachten oder auch allgemeiner betrachtet mit dem Winter zu tun hat. Es macht einen durchaus edlen Eindruck und hat keine Ecken und Kanten, ist aber recht unspektakulär und würde genauso gut auf ein Straßenfest im Sommer passen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,4 %

Bittereinheiten:

20,8 IBU

Brauerei:

Dinkelacker – Schwaben Bräu
70178 Stuttgart
www.schwabenbraeu.de

Welde Citra Helles

Die Braumanufaktur Welde wurde 1752 gegründet und braut seitdem handwerklich die traditionellen Bierstile. 2015 braute Welde erstmals zwei Craft-Biere, die Badische Gose und den Bourbon Barrel Bock. Jetzt hat die Brauerei drei weitere Craft-Biere herausgebracht, das Citra Helles, ein Pale Ale und ein IPA. Diese drei Biere hat mir Welde zugeschickt. Vielen Dank dafür. Jetzt steht das Citra Helles vor mir und wartet darauf, von mir verkostet zu werden.

Das Helle ist ein traditioneller Bierstil, meist aus dem Süden Deutschlands oder aus Österreich. Es handelt sich um ein untergäriges und malzig-süßes Bier mit strohgelber bis goldener Farbe. In der Regel ist es sehr gut trinkbar, aber nur mäßig spannend. Das neue Bier trägt aber die hauptsächlich verwendete Hopfensorte im Namen, die der Hopfenhändler „Hopfen der Welt“ wie folgt beschreibt: „Der Obstsalat unter den Hopfen! Neben Limette und Grapefruit ist noch ein ganzer Obstkorb tropischer Früchte im Aroma dabei.“ Die Kreation aus Plankstadt verspricht also, durchaus interessant zu werden.

Hell goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist etwas größer als der Durchschnitt und sie bleibt auch lange erhalten. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Düfte nach Grapefruit und Ananas, unterstützt durch das Aroma von Waldhonig, steigen mir in die Nase. Aus dem Hintergrund kommen noch weitere Fruchtaromen zum Vorschein. Es könnte Maracuja dabei sein, aber diese Aromen sind so diskret, dass ich mir nicht sicher bin.

Der Antrunk ist mit seiner fruchtigen Süße und viel feinperliger Kohlensäure frisch und spritzig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Dazu kommt ein ordentliches Bitter, wobei die Drinkability gut erhalten bleibt. Ein freundliches Bitter dominiert auch den langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Select, Yellow Sub), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,4° Plato

Bittereinheiten:

16 IBU

Brauerei:

Weldebräu GmbH & Co. KG
Brauereistr. 1
68723 Plankstadt-Schwetzingen
www.welde.de

BierSelect

Alpirsbacher – Weihnachtsbier 2015

Nachdem nun der erste Advent naht ist es an der Zeit, einmal eines der vielen Weihnachts- und Winterbiere zu verkosten. Ich habe mir das Alpirsbacher Weihnachtsbier aus Baden-Württemberg vorgenommen. Da die Etiketten nicht viel über das Bier verraten beginne ich direkt mit der Verkostung.

Leuchtend goldgelb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber recht wenig weißer und feinporiger Schaum, der sich leider recht schnell auflöst. Dafür entschädigt aber die reichlich vorhandene Kohlensäure.

Das Aroma wird vom Malzduft bestimmt, unterstützt von Vanille und Trockenfrüchten. Die Rohstoffe hat die Brauerei auf jeden Fall sorgfältig ausgewählt.

Der Antrunk ist recht neutral, aber bevor ich Zeit habe, mich darüber zu wundern, entwickelt sich zunächst ein leicht saurer Geschmack, der dann in ein angenehmes Bitter übergeht. Dass sich der Geschmack ändert, je nachdem an welcher Stelle der Zunge gerade verkostet wird, ist ja normal. Aber bei diesem Bier habe ich wirklich den Eindruck, dass sich der Geschmack im Mund verändert. Außerdem ist der Geschmack wirklich intensiv, so dass ich eigentlich mehr als die 5,6 % Alkohol erwartet hätte. Der Abgang war dann überraschend neutral, keine Bitterstoffe in der Kehle zu schmecken. Das könnte aber auch an meiner derzeitigen Erkältung liegen.

Alles in Allem ein sehr gutes Bockbier, das aber durchaus noch etwas Potential nach oben hat.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Alpirsbacher Klosterbräu
72275 Alpirsbach
http://www.alpirsbacher.de