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Goldochsen – Ulmer Rauch-Doppelbock, Jahrgangsbier 2018

Es war im Jahr 1597, als der Wirt Gabriel Mayer in der Herdbruckerstraße in der Ulmer Altstadt nahe der Donau die Herberge, Brauerei und Wirtschaft „Zum Goldenen Ochsen“ gründete. Nach mehreren Eigentümerwechseln erwarb 1867 die Familie Leibinger die Brauerei, die sich seitdem im Familienbesitz befindet. Ich hatte erstmals auf der Grünen Woche 2017 Kontakt mit der Brauerei, als ich auf dem Messestand eines der angebotenen Bier verkostete. Da mir dieses Bier recht gut gefallen hatte freute ich mich, als die Brauerei in diesem Jahr auf mich zukam und mir anbot, das Jahrgangsbier 2018 zu verkosten. Dabei handelt es sich um ein Bockbier mit immerhin 9 Volumenprozent Alkohol, gebraut mit Rauchmalz. Mir war also von Anfang an klar, dass dies ein ganz spezielles Bier ist.

Das Jahrgangsbier kommt auch in einer eindrucksvollen Verpackung. Schwarz gilt bekanntlich als edel, so dass der stabile schwarze Karton, in dem dieses Bockbier zu mir kommt, absolut passend ist. Dann die mit einem Naturkorken verschlossene Sektflasche mit einem dreiviertel Liter Inhalt… Wenn das Bier die gleiche Qualität hat wie das Drumherum, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Golden und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich lediglich eine kleine Schaumkrone, die sehr schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch den Duft des Rauchmalzes dominiert. Das Raucharoma ist aber nicht so kräftig, dass es die anderen Aromen verdrängt. Im Gegenteil. Auch ein leichter Karamellduft kommt zu seinem Recht, genauso wie leichte blumige und pfeffrige Noten, die sich noch aus dem Hintergrund melden. Aufgrund des Aromas kann ich dieses Bier schon in mein Herz einschließen.

Der erste Kontakt des Bieres mit der Zunge ist intensiv, ich könnte auch sagen er ist wuchtig. Die stiltypische Malzsüße mischt sich mit dem Geschmack des Rauchs, der an Katenschinken erinnert. Dabei drängt sich der Rauchgeschmack nicht in den Vordergrund, sondern er nimmt die Funktion einer Würze ein. Auf der Zunge kommt die Süße noch stärker in den Vordergrund, der Rauchgeschmack zieht sich etwas zurück. Der Hopfen ist nur zu ahnen, aber er spendiert dem Bier eine ungeheure Eleganz. Die 9 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet und verstärken den Geschmack, ohne direkt schmeckbar zu sein. Die Kohlensäure ist passend dosiert. Der Abgang ist mild rauchig. Er klingt recht kurz nach.

Mit einem Preis von knapp 16 Euro für eine 0,75-Literflasche bewegt sich das Bier im Rahmen eines wirklich guten Sekts. Tatsächlich ist das schon der Einstiegspreis für einen günstigen Champagner. Das geht aber meiner Meinung nach durchaus in Ordnung, denn der Ulmer Rauch Doppelbock eignet sich durchaus als Aperitif bei einem Empfang, dazu passen Fingerfood und Löffelfood. Ein Bierliebhaber wird sich über ein solches Bier als Weihnachtsgeschenk sicher auch freuen. Das Bier erhalten Sie auf dem Stand von Gold Ochsen auf dem Weihnachtsmarkt in Ulm oder im Onlineshop der Brauerei.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Marktbier

Im Jahr 2006 gab das Brauhaus Kantine seine Geschäftstätigkeit auf. Damals erwarb Jörg Hieber, Inhaber von einem Dutzend Edeka-Märkten im südlichen Schwarzwald die Brauanlage und baute sie in seinem Markt in Lörrach wieder auf. Dort braut er nun sein Pils und Weizenbier sowie saisonale Biere. Als ich kürzlich in Weil am Rhein war, habe ich auch den örtlichen Edeka-Markt aufgesucht, um das Marktbier zu kaufen. Leider gab es dort nur das Pils in der 0,33 l-Flasche, weshalb ich auch nur dieses Bier gekauft habe.

Sehr hell goldgelb ist das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel gemischtporiger Schaum, der sich recht schnell auflöst. Wenig Hefe macht das Bier leicht trüb und die Kohlensäure ist eher zu erahnen als zu sehen.

Das Bier duftet leicht süß mit grasigen und floralen Noten. Das Aroma gefällt mir deutlich besser als die Optik.

Der Antrunk ist leicht süß und ich stelle fest, dass das Bier mehr Kohlensäure enthält als zu sehen war. Die Rezenz ist gut, Säure, Süße und Bitterstoffe sind gut aufeinander abgestimmt und das Bier ist ausgewogen und süffig. Der Abgang ist freundlich bitter und mit langem Nachklang.

Insgesamt weiß dieses Bier zu gefallen, auch wenn noch einige Luft nach oben ist. Ich würde mir etwas mehr Hefe und vor allem eine stabilere Schaumkrone wünschen. Abschließend noch ein Wort zur Bierauswahl im Edeka-Markt in Weil am Rhein: die Bierauswahl hat mir richtig gut gefallen. Neben den üblichen Industriebieren wurden auch viele regionale Biere sowie einige Craft-Biere angeboten, so dass dort jeder Bierliebhaber sein bevorzugtes Bier finden dürfte.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 %

Brauerei:

Hieber’s Frische Center KG
Meeraner Platz 1
79539 Lörrach
www.hieber.de

Rothaus – Weizenzäpfle Alkoholfrei

Rothaus ist im Hochschwarzwald beheimatet und ist die am höchsten gelegene Brauerei Deutschlands. Viel schöner kann der Standort einer Brauerei wohl kaum sein. Bereits seit 1791 wird in dieser Idylle Bier gebraut. Auf dem Etikett, das für einen hohen Wiedererkennungswert sorgt, ist wie auf allen Bieren Birgit Kraft abgebildet, die Schutzheilige der Brauerei Rothaus. Scherz beiseite: keine Brauerei hat einen eigenen Schutzheiligen. Der Name Birgit Kraft ist eine Verballhornung des alten Werbespruchs „Bier gibt Kraft“.

Das Wasser für das Brauen des Bieres kommt aus brauereieigenen Quellen in der Nähe der Brauerei. Auch die anderen Rohstoffe kommen aus der Region. So stammt die Gerste für das Malz aus der Region sie wird in Baden-Württemberg gemälzt. Auch der verwendete Aromahopfen stammt aus Deutschland, genauer gesagt aus Tettnang und der Hallertau. Dann wollen wir mal sehen, was die Rothaus Brauerei daraus gemacht hat.

Bernsteinfarben und mit sehr viel Hefe zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel sahniger Schaum, der extrem lange erhalten bleibt. Das Bier sollte also möglichst langsam eingeschenkt werden.

Das Aroma nach Banane und Hefe mit einem Hauch Honig und Muskat ist recht intensiv. Auf jeden Fall macht es Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß, dabei vor Allem frisch. Wie bei den meisten alkoholfreien Bieren ist er sehr schlank. Auch der Körper wirkt fast etwas wässrig, ich schmecke eine Spur Banane und Säure. Im Abgang schmecke ich etwas Banane und auch hier die Säure. Bitterstoffe fehlen fast vollständig und das Bier klingt nicht nach.

Das Rothaus Weizenzäpfle Alkoholfrei enttäuscht mich etwas. Zum Teil liegt das sicher am fehlenden Alkohol.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen

Stammwürze:

14,5 %

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Badische Staatsbrauerei Rothaus AG
Rothaus 1
79865 Grafenhausen-Rothaus
www.rothaus.de

Schwaben Bräu – Das echte Märzen

1878 legte Robert Leicht den Grundstein zu Schwaben Bräu. In Vaihingen auf den Fildern kaufte er zusammen mit seinem Schwiegervater dem Brauereibesitzer Widmaier die Gaststätte „Zum Ochsen“ ab und begann dort mit dem Bau einer Brauerei.

1879 begann die Produktion mit einem 15-Zentner-Sudwerk, betrieben mit einer gebraucht gekauften 6 PS-Dampfmaschine. Ein einspänniger Leiterwagen bildete den ganzen Fuhrparks des kleinen Familienunternehmens. Heute gehört die Brauerei zu den großen regionalen Brauereien in Schwaben. Von dort kommt das Märzen, das jetzt vor mir steht.

Intensiv goldgelb mit einer leicht überdurchschnittlichen sahnigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. An der Optik hat die Brauerei nichts verkehrt gemacht.

Malz steigt mir in die Nase, Düfte von Toffee und Waldhonig, unterstützt durch einige würzige Noten. Auch das Aroma gefällt mir.

Der Antrunk ist recht süß, was aber durch die sehr feinperlige Kohlensäure gut ausgeglichen wird. Dann dreht sich der Geschmack und auf der Zunge ist es angenehm hopfig. Jetzt ist das Bier ausgewogen, vollmundig und süffig. Der Abgang ist mild bitter und klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,3° Plato

Brauerei:

Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG
Tübinger Strasse 46
70178 Stuttgart
www.schwabenbraeu.de

Schwaben Bräu – Original

Im Stadtteil Vaihingen der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart befindet sich die Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG. Sie wurde 1878 von Robert Leicht gegründet, damals unter dem Namen Bier-Brauerei Robert Leicht. 1897 war Schwaben Bräu die erste Brauerei in Deutschland. Die ihr Bier mit einem LKW auslieferte. Noch in einem anderen Bereich war die Brauerei Vorreiter: bereits 1903 gab es dort eine automatische Flaschenabfüllanlage.

Die folgenden Informationen zur Geschichte der Brauerei in den letzten etwa 40 Jahren stammen aus Wikipedia: „Anfang der 1980er Jahre übernahm Schwaben Bräu die Pfullinger Brauerei Sigel-Klosterbräu. 1994 eröffneten die eigentlich konkurrierenden Brauereien Schwaben Bräu und Dinkelacker unter dem Namen Dinkelacker-Schwaben Bräu Logistik (DSL) ein gemeinsames Logistikzentrum. 1996 schloss sich Schwaben Bräu mit Dinkelacker zur Dinkelacker-Schwaben Bräu AG zusammen.

2003 übernahm InBev die Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH, welche die Mehrheit der damaligen Dinkelacker-Schwaben Bräu AG hielt. Schwaben Bräu gehörte bis zum 31. Dezember 2006 zu InBev, ist aber seit dem 2. Januar 2007 zusammen mit Dinkelacker unter dem Namen Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG wieder eigenständig.“

Golden und klar mit einer leicht unterdurchschnittlichen Krone aus feinporigem Schaum, der sich durchschnittlich lange hält, präsentiert sich das Bier im Glas.

Das Malz steuert dem Aroma den Duft nach Brotkrume bei, der das Aroma dominiert. Vom Hopfen stammen einige würzige Noten. Damit ist das Aroma sauber und geradlinig, aber auch im Mainstream, so dass ich mir jetzt annehme, dass es sich um eines der vielen auswechselbaren Biere handelt, die zwar nicht schlecht sind, aber denen jedes Alleinstellungsmerkmal fehlt.

Der Antrunk ist verhalten süß, dabei aber durchaus spritzig und frisch. Auf der Zunge zeigt sich das Bier dann eher schlank, ein leichtes Bitter zeigt sich. Richtig rund ist das Bier nicht, aber es bleibt frisch und ist süffig. Der Abgang ist wenig bitter und er klingt nur kurz nach.

Das Schwabenbräu Original ist ein gutes Bier, um es auf einer Feier mit Freunden zu trinken. Es geht wirklich gut die Kehle runter und mit einer anderen Malzauswahl kann ich mir durchaus vorstellen, dass es in der Lage wäre, mich zu begeistern. Aber so ist es zwar gut, aber auch auswechselbar.

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze :

12,3° Plato

Brauerei:

Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG
Tübinger Straße 46
70178 Stuttgart
www.schwabenbraeu.de

Ganter – Urtrunk

Im Jahr 1865 gründete Ludwig Ganter in Freiburg seine Brauerei. Bis heute ist die Brauerei im Familienbesitz und auch Mitglied bei den Freien Brauern. Beim Bau einer neuen Produktionsstätte hat die Brauerei stark auf Nachhaltigkeit geachtet und dabei erstaunliche Ergebnisse erzielt. Die Gär- und Lagertanks wurden mit einer Einzelkühlung ausgerüstet, was zu einer Energieeinsparung von 50 % geführt hat. Der Einsatz von Ammoniak konnte gegenüber der alten Raumkühlung sogar um 99 % verringert werden. Der Stromverbrauch wurde nahezu halbiert und der Gasverbrauch verringerte sich um 30 % (alle Angaben stammen von der Brauerei). Das entscheidende ist aber das Bier. Deshalb werde ich die Flasche Urtrunk jetzt öffnen.

Goldgelb und hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine relativ kleine Krone aus größtenteils feinporigem Schaum. Der Schaum löst sich relativ schnell auf; lediglich in kleiner Rest bleibt lange bestehen.

Das Aroma wird durch die Hefe dominiert, unterstützt durch würzige grasige Noten und eine leichte Fruchtigkeit. Ich meine, dass ich Stachelbeeren wahrnehme.

Der Antrunk ist mäßig süß, so dass es auch nicht stört, dass die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert ist. Schnell machen sich auch die Bitterstoffe bemerkbar, so dass das Bier vollmundig und mit einem intensiven Geschmack besticht. Der Abgang ist angenehm bitter und er klingt ellenlang nach.

Pils wird ja hauptsächlich in Norddeutschland gebraut und ist das typische Bier des Nordens. Am Urtrunk von Ganter können sich die Nordlichter aber durchaus eine Scheibe abschneiden.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 %

Stammwürze:

11,7° Plato

Bittereinheiten:

34 IBU

Brauerei:

Brauerei Ganter GmbH & Co. KG
Schwarzwaldstr. 43
79117 Freiburg
www.ganter.com

Welde – Pepper Pils

Welde und Himbergs Braukunst-Keller haben sich zusammengetan, um das Pepper Pils zu kreieren. Beide Brauereien stehen für gute Biere, so dass ich von diesem Bier etwas Besonderes erwarte. Besonders gespannt bin ich, welche Aromen des rosa Pfeffers dem Bier hinzufügen. Ist es scharf oder fruchtig? Gleich werde ich es wissen.

Bereits beim Einschenken des Bieres steigen mir würzige Noten in die Nase. Das macht das Pepper Pils schon mal sympathisch. Golden bis bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Krone aus feinporigem Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Bis hierhin haben die Brauer nichts verkehrt gemacht.

Das Aroma ist wahnsinnig komplex. Das hätte ich bei einem Pils in dieser Ausprägung nicht erwartet. Florale Aromen mischen sich mit dem Duft von Zitrusfrüchten und süßen Südfrüchten wie Mangos. Dazu kommt das würzige Aroma des Pfeffers. Der Duft des Malzkörpers wird dabei in den Hintergrund gedrängt. Bei mir steigt die Neugierde, wie sich der Pfeffer in den Geschmack einpasst.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist süß und kräftig, die reichlich vorhandene Kohlensäure passt sehr gut dazu. Der Pfeffer liefert vom ersten Moment an eine angenehme Würzigkeit, wobei die Schärfe zwar zu schmecken ist, sich aber nicht in den Vordergrund drängt. Auf der Zunge entwickeln sich die Fruchtaromen. Ich schmecke Zitrusfrüchte, Maracuja und Pfirsich. Insgesamt macht das Pepper Pils einen ausgewogenen und frischen Eindruck. Auch der Abgang ist durch die Fruchtigkeit im Wechselspiel mit den Aromen und der Schärfe des Pfeffers geprägt. Diese Balance bleibt auch im langen Nachklang bis zum Ende erhalten. Auffällig ist die für ein Pils geringe Bitterkeit.

Das Pepper Pils von Welde und Himbergs Braukunstkeller ist kein Bier für jeden Tag. In meinen Augen eignet es sich aber hervorragend als Aperitif. Leider scheint es sich aber um einen Sondersud zu handeln, der nicht nachgebraut wird. Auf der Website von Welde wird dieses Bier jedenfalls nicht (mehr) erwähnt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Rosa Pfeffer

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Weldebräu GmbH & Co. KG
Brauereistr. 1
68723 Plankstadt
www.welde.de

gemeinsam mit

Himburgs Braukunstkeller GmbH
Alexander Himburg
Ehrengutstraße 27
80469 München
www.himburgs.com

BierSelect

Alpirsbacher – Kloster Stoff

Nun will ich mal wieder ein Bier aus Alpirsbach testen, das Alpirsbacher Klosterstoff. Das Märzen aus dem Schwarzwald wird seit 1924 gebraut. Ich vermute, dass ein Bier, das seit fast 90 Jahren gebraut wird, sicherlich recht gut sein muss.

Intensiv rotgoldleuchtend präsentiert sich das Bier im Glas. Der gemischtporige Schaum bildet sich nur in geringer Menge und er löst sich auch recht schnell auf. Auch Kohlensäure ist vergleichsweise wenig vorhanden. Aber die Farbe ist wirklich bestechend und macht Lust auf den ersten Schluck.

Vorher kommt aber die Nase zu ihrem Recht. Ich stelle einen intensiven Karamellduft fest, unterstützt durch das Aroma grüner Äpfel. Der Duft macht den Eindruck, als wäre beim Brauen dieses Biers mit dem Hopfen nicht gespart worden.

Der Antrunk ist leicht süß und obwohl ich optisch nur wenig Kohlensäure feststellen konnte, sorgt die Feinperligkeit der Kohlensäure doch für eine angenehme Frische des Geschmacks. Der Körper ist vollmundig, fast wuchtig, für meinen Geschmack vielleicht etwas zu bitter, was aber durch das Malz ausgeglichen wird, so dass der Geschmack noch ausgewogen ist. Der Abgang ist nach dem intensiven Körper überraschend mild und nur leicht bitter. Dafür klingt der Geschmack noch lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Helles Sommergerstenmalz, Wiener Malz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh)

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Alpirsbacher Klosterbräu
72275 Alpirsbach
http://www.alpirsbacher.de

Alpirsbacher – Kloster Starkbier

Auf dieses Bier bin ich besonders gespannt. Aus der Alpirsbacher Brauerei kommen eher milde Biere, bei denen die Brauer eher mit dem Malz experimentieren (und das mit wirklich gutem Ergebnis) und bei denen der Hopfen eher dezent eingesetzt wird. Wie passt das mit einem Starkbier zusammen? Das werde ich bei dieser Verkostung versuchen zu ergründen. Das Etikett verrät mir, dass das Bier ausschließlich mit Naturhopfen gebraut wurde, ansonsten enthält es keine erwähnenswerten Fakten. Dann kann ich ja mit der Verkostung beginnen.

In einem intensiven leuchtenden Goldgelb präsentiert sich das Bier. Abgerundet wird das Bild durch den weißen feinporigen Schaum, der auch einige Zeit erhalten bleibt. Mir fällt auch die große Menge Kohlensäure auf.

Das Aroma ist bestechend vielfältig. Karamelldüfte mischen sich mit Trockenfrüchten und Honig. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist bereits geschmacksintensiv und spritzig. Der Körper fällt durch einen intensiven süßen Malzgeschmack auf, dabei ist er rund, obwohl er kaum Bitternoten und auch keine Säure erkennen lässt. Das Bittere kommt erst im Abgang intensiv zum Vorschein, die Bittertöne bleiben aber sehr angenehm und der Geschmack bleibt auch lange erhalten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Alpirsbacher Klosterbräu
72275 Alpirsbach
http://www.alpirsbacher.de

Alpirsbacher – Spezial

Jetzt habe ich wieder ein Bier aus dem Schwarzwald vor mir stehen, das untergärige Alpirsbacher Spezial. Das Etikett weist eine Besonderheit auf: es informiert darüber, dass dieses Bier ausschließlich mit Naturhopfen gebraut wurde. Vermutlich lässt sich daraus auch der Umkehrschluss ziehen, dass die anderen Biere aus der Brauerei in Alpirsbach ganz oder teilweise mit Pellets gebraut werden. Aber das ist Spekulation; wenden wir uns dem vor mit stehenden Bier zu.

In hellem Goldgelb präsentiert sich das kristallklare Bier im Glas, darüber eine durchschnittliche Menge gemischtporiger Schaum, der sich relativ schnell auflöst. Dafür sehe ich aber viel Kohlensäure.

Das Aroma ist bestechend: viel Malz, dazu der Duft von Blumen und Kräutern. Das macht Lust auf den ersten Schluck. Der Antrunk ist dann auch schon frisch und spritzig und wird von einem intensiven Körper gefolgt, malzig, rund, wenig bitter. Der Abgang ist mäßig bitter und klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Brauerei:

Alpirsbacher Klosterbräu
72275 Alpirsbach
http://www.alpirsbacher.de