Schlagwort-Archiv: Baden-Württemberg

Goldochsen – Weihnachtsbier

Jetzt werden die Tage kürzer, die Weihnachtsmärkte öffnen und die Temperaturen sinken. Damit ist auch die Zeit für die Weihnachtsbiere gekommen. Die Brauerei Gold Ochsen bietet seit Jahrzehnten jeden Winter ein eigens für diese Saison gebrautes Bier an, dessen Rezept über Generationen weitergereicht wurde. In diesem Jahr hat mir die Brauerei einige Flaschen dieser Bierspezialität zur Verkostung geschickt.

Golden glänzend präsentiert sich das Bier im Glas. Beim Einschenken bildet sich eine durchschnittlich große Krone aus größtenteils feinporigem Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

In der Nase mischt sich der volle Duft des Malzes mit würzigen und floralen Noten des Hopfens. Wenn der Geschmack dieses Festbieres dem Aroma entspricht, kann mich dieses Bier wirklich begeistern.

Frisch, vollmundig und mit leichter Süße meldet sich das Weihnachtsbier auf der Zunge. Das angenehm weiche Mundgefühl gefällt mir. Schnell kommt noch ein auf die Süße abgestimmtes Bitter dazu. Dabei bleiben die würzigen Noten des Hopfens erhalten, auch im Abgang, der mittellang nachklingt.

Das Weihnachtsbier der Ulmer Brauerei ist unkompliziert und gut ausbalanciert. Damit kann es wirklich punkten. Es passt gut zu einem vorweihnachtlichen Festessen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,4° Plato

Brauerei:

Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

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Welde – Bourbon Barrel Bock

In Holzfässern gereiftes Bier ist immer etwas Besonderes, da das Bier die Aromen des Holzes sowie der Flüssigkeiten aufnimmt, die vorher in dem Fass gelagert wurden. Das fassgereifte Bier der Brauerei Welde, der Bourbon Barrel Bock, wurde in Bourbon-, Rum- und Tequila-Fässern gelagert. Es ist eines von sechs Craft-Bieren, die von der Biermanufaktur in Plankstadt angeboten wird. Aber Stephan Dück, Braumeister und Biersommelier bei Welde, hat sich noch etwas anderes einfallen lassen und das Bier einer Kalthopfung mit Green Bullet-Hopfen unterzogen.

Intensiv goldfarben mit einem orangenen Stich zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine voluminöse beige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Bei der Optik hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Auch das malzbetonte und dabei vielschichtige Aroma begeistert mich. Im Vordergrund sind die für ein Bockbier typischen süßen und süffigen Aromen. Düfte nach Karamell, Kandis und Brotrinde steigen mir in die Nase, unterstützt durch die Düfte des Hopfens nach Zitrusfrüchten und Trockenfrüchten. Auch einige würzige Aromen sind festzustellen.

Süß und fruchtig halten sich beim ersten Kontakt des Bieres mit der Zunge die Waage. Weich und mit wenig Kohlensäure schmeichelt das Bier der Zunge. Der Geschmack nach Karamell breitet sich im Mundraum aus und sorgt für einen vollen intensiven und ausgewogenen Geschmack. Im Abgang wird das Bier trockener. Der Geschmack klingt noch einige Zeit nach.

Der Bourbon Barrel Bock ist stiltypisch und trotzdem mit seiner Komplexität etwas ganz Besonderes. Er passt gut zu Wildgerichten und Kaninchenbraten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Green Bullet), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Stammwürze:

16,0° Plato

Brauerei:

Weldebräu GmbH & CO. KG
Brauereistraße 1
68723 Plankstadt/Schwetzingen
www.welde.de

BierSelect

Distelhäuser – Loch Ness

Jetzt will ich mal wieder ein Bier aus Baden-Württemberg verkosten, das Distelhäuser Loch Ness. Das Classic Stout ist zweimal beim renommierten Meiningers Award ausgezeichnet worden, 2014 mit Silber und 2015 mit Gold. Also muss dieses Bier wohl etwas Besonderes sein. Auf dem vorderen Etikett beschreibt die Brauerei das Bier auch vollmundig: „Tiefschwarz und geheimnisvoll wie die Heimat des sagenhaften Ungeheuers. Schlankes Dry Stout mit kräftigen Aromen nach Röstmalz und gebrannter Gerste. Eine leichte Süße umschmeichelt dezent die Hopfenbittere. Eine Hommage an das schottische Hochland.“ Na, dann will ich mal.

Tiefschwarz ist das Bier, fast blickdicht. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge haselnussbrauner Schaum, der lange erhalten bleibt. Die Optik hat die Brauerei also schon mal sehr gut hinbekommen.

Das Aroma ist betörend. Es ist durch Röstnoten bestimmt, dazu stelle ich Düfte von Kaffee und dunkler Schokolade fest. Dazu kommt noch ein Hauch Cognac, so dass ich fast den Eindruck habe, dass das Bier im Cognacfass gereift sein könnte. Aber da die Brauerei das sicher erwähnen würde, irre ich mich da vermutlich.

Der Antrunk ist süß und ich stelle fest, dass das Bier kaum Kohlensäure enthält. Das finde ich etwas schade, etwas mehr Kohlensäure hätte dem Antrunk sicher noch etwas Frische verliehen. Der Körper ist so kräftig wie ich es erwartet habe. Geschmack von Espresso und Schokolade kommt hervor, die Bitterstoffe runden das Bild perfekt ab. Im Abgang kommen erstaunlich wenige Bitterstoffe zum Vorschein und schnell übernimmt der Geschmack dunkler Schokolade mit Espresso die Oberhand. Dieser Geschmack bleibt lange erhalten.

Wer kräftige schwarze Biere mag, wird das Loch Ness aus Distelhausen, einem Ortsteil von Tauberbischofsheim, sicher lieben. Die Brauerei empfiehlt das Bier als Begleitung zu Rinderbraten, geräucherten Speichen und süßen Schokoladendesserts.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Münchner Malz, Caramelmalz, Röstgerste), Hafermalz, Röstgerste, Hopfen (Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

15° Plato

Bittereinheiten:

26 IBU

Brauerei:

Distelhäuser Brauerei
97941 TBB-Distelhausen
www.distelhaeuser.de

Welde – Badisch Gose

Als ich kürzlich Freiburg besuchte habe ich die Badisch Gose der Brauerei Welde gefunden. Da mir die Biere von Welde, die ich bislang verkostet habe, sehr gut gefallen haben, musst ich selbstverständlich auch dieses Bier mitnehmen. Wieder zuhause habe ich aber gezögert, die Flasche zu öffnen. Ich habe bereits einige Biere dieses Stils getrunken und die Geschmäcker dieser Biere variierten sehr stark. Sie reichten von wunderbar fruchtig bis hin zu furchtbar sauer, einfach nur sauer.

Bevor ich dieses Bier verkoste, werfe ich noch einen Blick auf die Zutatenliste auf dem Rückenetikett. Gerstenmalz steht vor dem Weizenmalz, ist also in größerer Menge enthalten. Zusätzlich stehen noch Salz und Koriander am Ende der Liste. Wäre noch Orangenschale enthalten, könnte es sich um eine Zutatenliste für ein belgisches Witbier handeln. Das beruhigt mich jetzt etwas, da ich Witbiere sehr mag. Jetzt habe ich mich endlich durchgerungen, mich an die Badisch Gose zu wagen.

Strohgelb und mit viel Hefe strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Doch, das ist schon sehr ansprechend.

Düfte nach Banane, Ananas und Zitrone steigen mir in die Nase, rund gemacht durch das Aroma des Korianders. Jetzt habe ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Die Fruchtigkeit ist genau wie im Aroma dominant und alle Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Dazu kommt eine leichte mineralische Note, die vom Salz stammt, ohne dass das Bier salzig wirkt. Zusätzlich steuert der Koriander eine leichte Würzigkeit bei. Die Fruchtigkeit bleibt auch im Abgang im Vordergrund und es kommt ein leichtes Bitter dazu, so dass in der Kehle der Geschmack nach Grapefruit entsteht, der auch lange nachklingt.

Jetzt ärgere ich mich etwas, dass ich nur eine Flasche der Badisch Gose mitgenommen habe. Hier im Ruhrpott habe ich die Biere von Welde noch nirgendwo gefunden. Die Badisch Gose kann wirklich begeistern, auch wenn sie mich eher an ein Witbier aus Belgien erinnert als an die anderen Gosen (ist das der Plural von Gose?), die ich bislang verkostet habe. Auf jeden Fall ist dieses Bier gut geeignet für Menschen, die sich an die Welt der Gose herantasten wollen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe, Salz, Koriander

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Brauerei:

Weldebräu GmbH & CO. KG
Brauereistraße 1
D–68723 Plankstadt/Schwetzingen
www.welde.de

Goldochsen – Ulmer Rauch-Doppelbock, Jahrgangsbier 2018

Es war im Jahr 1597, als der Wirt Gabriel Mayer in der Herdbruckerstraße in der Ulmer Altstadt nahe der Donau die Herberge, Brauerei und Wirtschaft „Zum Goldenen Ochsen“ gründete. Nach mehreren Eigentümerwechseln erwarb 1867 die Familie Leibinger die Brauerei, die sich seitdem im Familienbesitz befindet. Ich hatte erstmals auf der Grünen Woche 2017 Kontakt mit der Brauerei, als ich auf dem Messestand eines der angebotenen Bier verkostete. Da mir dieses Bier recht gut gefallen hatte freute ich mich, als die Brauerei in diesem Jahr auf mich zukam und mir anbot, das Jahrgangsbier 2018 zu verkosten. Dabei handelt es sich um ein Bockbier mit immerhin 9 Volumenprozent Alkohol, gebraut mit Rauchmalz. Mir war also von Anfang an klar, dass dies ein ganz spezielles Bier ist.

Das Jahrgangsbier kommt auch in einer eindrucksvollen Verpackung. Schwarz gilt bekanntlich als edel, so dass der stabile schwarze Karton, in dem dieses Bockbier zu mir kommt, absolut passend ist. Dann die mit einem Naturkorken verschlossene Sektflasche mit einem dreiviertel Liter Inhalt… Wenn das Bier die gleiche Qualität hat wie das Drumherum, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Golden und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich lediglich eine kleine Schaumkrone, die sehr schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch den Duft des Rauchmalzes dominiert. Das Raucharoma ist aber nicht so kräftig, dass es die anderen Aromen verdrängt. Im Gegenteil. Auch ein leichter Karamellduft kommt zu seinem Recht, genauso wie leichte blumige und pfeffrige Noten, die sich noch aus dem Hintergrund melden. Aufgrund des Aromas kann ich dieses Bier schon in mein Herz einschließen.

Der erste Kontakt des Bieres mit der Zunge ist intensiv, ich könnte auch sagen er ist wuchtig. Die stiltypische Malzsüße mischt sich mit dem Geschmack des Rauchs, der an Katenschinken erinnert. Dabei drängt sich der Rauchgeschmack nicht in den Vordergrund, sondern er nimmt die Funktion einer Würze ein. Auf der Zunge kommt die Süße noch stärker in den Vordergrund, der Rauchgeschmack zieht sich etwas zurück. Der Hopfen ist nur zu ahnen, aber er spendiert dem Bier eine ungeheure Eleganz. Die 9 Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet und verstärken den Geschmack, ohne direkt schmeckbar zu sein. Die Kohlensäure ist passend dosiert. Der Abgang ist mild rauchig. Er klingt recht kurz nach.

Mit einem Preis von knapp 16 Euro für eine 0,75-Literflasche bewegt sich das Bier im Rahmen eines wirklich guten Sekts. Tatsächlich ist das schon der Einstiegspreis für einen günstigen Champagner. Das geht aber meiner Meinung nach durchaus in Ordnung, denn der Ulmer Rauch Doppelbock eignet sich durchaus als Aperitif bei einem Empfang, dazu passen Fingerfood und Löffelfood. Ein Bierliebhaber wird sich über ein solches Bier als Weihnachtsgeschenk sicher auch freuen. Das Bier erhalten Sie auf dem Stand von Gold Ochsen auf dem Weihnachtsmarkt in Ulm oder im Onlineshop der Brauerei.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Marktbier

Im Jahr 2006 gab das Brauhaus Kantine seine Geschäftstätigkeit auf. Damals erwarb Jörg Hieber, Inhaber von einem Dutzend Edeka-Märkten im südlichen Schwarzwald die Brauanlage und baute sie in seinem Markt in Lörrach wieder auf. Dort braut er nun sein Pils und Weizenbier sowie saisonale Biere. Als ich kürzlich in Weil am Rhein war, habe ich auch den örtlichen Edeka-Markt aufgesucht, um das Marktbier zu kaufen. Leider gab es dort nur das Pils in der 0,33 l-Flasche, weshalb ich auch nur dieses Bier gekauft habe.

Sehr hell goldgelb ist das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel gemischtporiger Schaum, der sich recht schnell auflöst. Wenig Hefe macht das Bier leicht trüb und die Kohlensäure ist eher zu erahnen als zu sehen.

Das Bier duftet leicht süß mit grasigen und floralen Noten. Das Aroma gefällt mir deutlich besser als die Optik.

Der Antrunk ist leicht süß und ich stelle fest, dass das Bier mehr Kohlensäure enthält als zu sehen war. Die Rezenz ist gut, Säure, Süße und Bitterstoffe sind gut aufeinander abgestimmt und das Bier ist ausgewogen und süffig. Der Abgang ist freundlich bitter und mit langem Nachklang.

Insgesamt weiß dieses Bier zu gefallen, auch wenn noch einige Luft nach oben ist. Ich würde mir etwas mehr Hefe und vor allem eine stabilere Schaumkrone wünschen. Abschließend noch ein Wort zur Bierauswahl im Edeka-Markt in Weil am Rhein: die Bierauswahl hat mir richtig gut gefallen. Neben den üblichen Industriebieren wurden auch viele regionale Biere sowie einige Craft-Biere angeboten, so dass dort jeder Bierliebhaber sein bevorzugtes Bier finden dürfte.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 %

Brauerei:

Hieber’s Frische Center KG
Meeraner Platz 1
79539 Lörrach
www.hieber.de

Rothaus – Weizenzäpfle Alkoholfrei

Rothaus ist im Hochschwarzwald beheimatet und ist die am höchsten gelegene Brauerei Deutschlands. Viel schöner kann der Standort einer Brauerei wohl kaum sein. Bereits seit 1791 wird in dieser Idylle Bier gebraut. Auf dem Etikett, das für einen hohen Wiedererkennungswert sorgt, ist wie auf allen Bieren Birgit Kraft abgebildet, die Schutzheilige der Brauerei Rothaus. Scherz beiseite: keine Brauerei hat einen eigenen Schutzheiligen. Der Name Birgit Kraft ist eine Verballhornung des alten Werbespruchs „Bier gibt Kraft“.

Das Wasser für das Brauen des Bieres kommt aus brauereieigenen Quellen in der Nähe der Brauerei. Auch die anderen Rohstoffe kommen aus der Region. So stammt die Gerste für das Malz aus der Region sie wird in Baden-Württemberg gemälzt. Auch der verwendete Aromahopfen stammt aus Deutschland, genauer gesagt aus Tettnang und der Hallertau. Dann wollen wir mal sehen, was die Rothaus Brauerei daraus gemacht hat.

Bernsteinfarben und mit sehr viel Hefe zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel sahniger Schaum, der extrem lange erhalten bleibt. Das Bier sollte also möglichst langsam eingeschenkt werden.

Das Aroma nach Banane und Hefe mit einem Hauch Honig und Muskat ist recht intensiv. Auf jeden Fall macht es Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß, dabei vor Allem frisch. Wie bei den meisten alkoholfreien Bieren ist er sehr schlank. Auch der Körper wirkt fast etwas wässrig, ich schmecke eine Spur Banane und Säure. Im Abgang schmecke ich etwas Banane und auch hier die Säure. Bitterstoffe fehlen fast vollständig und das Bier klingt nicht nach.

Das Rothaus Weizenzäpfle Alkoholfrei enttäuscht mich etwas. Zum Teil liegt das sicher am fehlenden Alkohol.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen

Stammwürze:

14,5 %

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Badische Staatsbrauerei Rothaus AG
Rothaus 1
79865 Grafenhausen-Rothaus
www.rothaus.de

Schwaben Bräu – Das echte Märzen

1878 legte Robert Leicht den Grundstein zu Schwaben Bräu. In Vaihingen auf den Fildern kaufte er zusammen mit seinem Schwiegervater dem Brauereibesitzer Widmaier die Gaststätte „Zum Ochsen“ ab und begann dort mit dem Bau einer Brauerei.

1879 begann die Produktion mit einem 15-Zentner-Sudwerk, betrieben mit einer gebraucht gekauften 6 PS-Dampfmaschine. Ein einspänniger Leiterwagen bildete den ganzen Fuhrparks des kleinen Familienunternehmens. Heute gehört die Brauerei zu den großen regionalen Brauereien in Schwaben. Von dort kommt das Märzen, das jetzt vor mir steht.

Intensiv goldgelb mit einer leicht überdurchschnittlichen sahnigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas. An der Optik hat die Brauerei nichts verkehrt gemacht.

Malz steigt mir in die Nase, Düfte von Toffee und Waldhonig, unterstützt durch einige würzige Noten. Auch das Aroma gefällt mir.

Der Antrunk ist recht süß, was aber durch die sehr feinperlige Kohlensäure gut ausgeglichen wird. Dann dreht sich der Geschmack und auf der Zunge ist es angenehm hopfig. Jetzt ist das Bier ausgewogen, vollmundig und süffig. Der Abgang ist mild bitter und klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,3° Plato

Brauerei:

Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG
Tübinger Strasse 46
70178 Stuttgart
www.schwabenbraeu.de

Schwaben Bräu – Original

Im Stadtteil Vaihingen der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart befindet sich die Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG. Sie wurde 1878 von Robert Leicht gegründet, damals unter dem Namen Bier-Brauerei Robert Leicht. 1897 war Schwaben Bräu die erste Brauerei in Deutschland. Die ihr Bier mit einem LKW auslieferte. Noch in einem anderen Bereich war die Brauerei Vorreiter: bereits 1903 gab es dort eine automatische Flaschenabfüllanlage.

Die folgenden Informationen zur Geschichte der Brauerei in den letzten etwa 40 Jahren stammen aus Wikipedia: „Anfang der 1980er Jahre übernahm Schwaben Bräu die Pfullinger Brauerei Sigel-Klosterbräu. 1994 eröffneten die eigentlich konkurrierenden Brauereien Schwaben Bräu und Dinkelacker unter dem Namen Dinkelacker-Schwaben Bräu Logistik (DSL) ein gemeinsames Logistikzentrum. 1996 schloss sich Schwaben Bräu mit Dinkelacker zur Dinkelacker-Schwaben Bräu AG zusammen.

2003 übernahm InBev die Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH, welche die Mehrheit der damaligen Dinkelacker-Schwaben Bräu AG hielt. Schwaben Bräu gehörte bis zum 31. Dezember 2006 zu InBev, ist aber seit dem 2. Januar 2007 zusammen mit Dinkelacker unter dem Namen Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG wieder eigenständig.“

Golden und klar mit einer leicht unterdurchschnittlichen Krone aus feinporigem Schaum, der sich durchschnittlich lange hält, präsentiert sich das Bier im Glas.

Das Malz steuert dem Aroma den Duft nach Brotkrume bei, der das Aroma dominiert. Vom Hopfen stammen einige würzige Noten. Damit ist das Aroma sauber und geradlinig, aber auch im Mainstream, so dass ich mir jetzt annehme, dass es sich um eines der vielen auswechselbaren Biere handelt, die zwar nicht schlecht sind, aber denen jedes Alleinstellungsmerkmal fehlt.

Der Antrunk ist verhalten süß, dabei aber durchaus spritzig und frisch. Auf der Zunge zeigt sich das Bier dann eher schlank, ein leichtes Bitter zeigt sich. Richtig rund ist das Bier nicht, aber es bleibt frisch und ist süffig. Der Abgang ist wenig bitter und er klingt nur kurz nach.

Das Schwabenbräu Original ist ein gutes Bier, um es auf einer Feier mit Freunden zu trinken. Es geht wirklich gut die Kehle runter und mit einer anderen Malzauswahl kann ich mir durchaus vorstellen, dass es in der Lage wäre, mich zu begeistern. Aber so ist es zwar gut, aber auch auswechselbar.

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze :

12,3° Plato

Brauerei:

Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG
Tübinger Straße 46
70178 Stuttgart
www.schwabenbraeu.de

Ganter – Urtrunk

Im Jahr 1865 gründete Ludwig Ganter in Freiburg seine Brauerei. Bis heute ist die Brauerei im Familienbesitz und auch Mitglied bei den Freien Brauern. Beim Bau einer neuen Produktionsstätte hat die Brauerei stark auf Nachhaltigkeit geachtet und dabei erstaunliche Ergebnisse erzielt. Die Gär- und Lagertanks wurden mit einer Einzelkühlung ausgerüstet, was zu einer Energieeinsparung von 50 % geführt hat. Der Einsatz von Ammoniak konnte gegenüber der alten Raumkühlung sogar um 99 % verringert werden. Der Stromverbrauch wurde nahezu halbiert und der Gasverbrauch verringerte sich um 30 % (alle Angaben stammen von der Brauerei). Das entscheidende ist aber das Bier. Deshalb werde ich die Flasche Urtrunk jetzt öffnen.

Goldgelb und hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine relativ kleine Krone aus größtenteils feinporigem Schaum. Der Schaum löst sich relativ schnell auf; lediglich in kleiner Rest bleibt lange bestehen.

Das Aroma wird durch die Hefe dominiert, unterstützt durch würzige grasige Noten und eine leichte Fruchtigkeit. Ich meine, dass ich Stachelbeeren wahrnehme.

Der Antrunk ist mäßig süß, so dass es auch nicht stört, dass die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert ist. Schnell machen sich auch die Bitterstoffe bemerkbar, so dass das Bier vollmundig und mit einem intensiven Geschmack besticht. Der Abgang ist angenehm bitter und er klingt ellenlang nach.

Pils wird ja hauptsächlich in Norddeutschland gebraut und ist das typische Bier des Nordens. Am Urtrunk von Ganter können sich die Nordlichter aber durchaus eine Scheibe abschneiden.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 %

Stammwürze:

11,7° Plato

Bittereinheiten:

34 IBU

Brauerei:

Brauerei Ganter GmbH & Co. KG
Schwarzwaldstr. 43
79117 Freiburg
www.ganter.com