Schlagwort-Archiv: Fruchtbier

De Bie – Peachy Bie

Die Brouwerij De Bie wurde 1992 in den Hopfengärten des belgischen Brauereidorfs Watou in der Nähe von Poperinge und der französischen Grenze gegründet. Früher war sie eine der kleinsten handwerklichen Brauereien in Flandern.

1998 wurde die Brauerei von Jos Tjoen übernommen, der sie modernisierte und erweiterte. Bald stellte sich heraus, dass die Räumlichkeiten für die geplante Erweiterung zu klein waren, und so zog er 2001 mit der Brouwerij De Bie an einen größeren Standort in Loker um.

So entstand eine völlig neue Brauerei mit einer angeschlossenen Kneipe, in der man sich mit guten Freunden bei einem guten Bier unterhalten kann. Gleichzeitig eröffneten sie eine Bierboutique.

Aufgrund des enormen Erfolgs der regionalen Craft-Biere war dieser Standort bald viel zu klein. Deshalb zog die Brouwerij De Bie 2011 auf einen deutlich größeren Bauernhof in Wakken (Dentergem) um. Was als Handwerksbrauerei mit 3 Bieren begann, ist heute zu einer renommierten Brauerei mit 10 Bieren herangewachsen. Aber sie hat ihre handwerklichen Qualitäten nicht verloren.

Der Hopfen, der Weizen und die Gerste stammen von den eigenen Feldern rund um den Bauernhof der Brauerei. Der Treber wird an die Limousin-Rinder verfüttert, die auf ebenso natürliche Weise gezüchtet werden. Es handelt sich also um einen geschlossenen Kreislauf, bei dem keine chemischen Produkte ins Spiel gebracht werden. Voller gesunder Aromen!

In dem vollständig renovierten Bauernhof können die Besucher den Prozess der Bierherstellung von Anfang bis Ende verfolgen. Sie können auch die 10 unglaublich leckeren regionalen Biere probieren, jedes mit seinem eigenen Geschmack und seiner eigenen Geschichte. Jetzt steht das Peachy Bie vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Golden und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die mittelporige Schaumkrone ist Anfangs sehr voluminös. Sie fällt zunächst schnell in sich zusammen. Lediglich ein kleiner Rest bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet intensiv nach Pfirsich. Nur aus dem Hintergrund kann ich die Malzsüße erahnen.

Der Antrunk ist süß und spritzig. Auf der Zunge steht der Pfirsich im Vordergrund. Dabei ist das Bier nicht ganz so süß wie ein Pfirsichnektar. Fruchtsäure oder Bitterstoffe kann ich nicht feststellen. Daher ist das Mundgefühl auch eher schlank. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und jetzt kann ich auch erstmals ein leichtes Bitter mit überraschend langem Nachklang feststellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Pfirsich, Hefe

Alkoholgehalt:

3,7 % Vol.

Brauerei:

Brewery De Bie
Vijvestraat 47
8720 Dentergem
www.brouwerijdebie.be

Chapeau Framboise

Belgische Fruchtbiere auf der Basis von Sauerbieren sind im Sommer die ideale Erfrischung. Die Brauerei De Troch aus dem flandrischen Wambeek bietet eine sehr große Auswahl an Fruchtbieren an. Die meisten dieser Biere habe ich in diesem Blog bereits beschrieben und jetzt steht das letzte Lambic vor mir, das Framboise, das also mit Himbeeren gebraut wurde.

Rotbraun, hefetrüb und wie üblich ohne Schaum präsentiert sich das Bier im Glas. Soweit ist alles stiltypisch und auch wenn mir Biere ohne Schaum eigentlich nicht gefallen – hier muss es so sein.

Das Bier duftet intensiv fruchtig nach Himbeeren, dazu kommt das typische saure Aroma des Lambic. Auch das ist genau wie erwartet.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus. Ich würde mir wie so häufig etwas mehr der feinperligen Kohlensäure wünschen. Auf der Zunge zeigt sich as Bier süßsauer und fruchtig, der Geschmack der Himbeeren überdeckt die Aromen des Lambic weitgehend. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. Auch der Abgang ist mild-fruchtig und der Geschmack der Himbeeren klingt einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe, Zucker, Aroma, Himbeeren (20 %)

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Troch
Langestraat 20
1741 Ternat
Belgien
http://www.detroch.be

Chapeau Pêche

Draußen sind es mal wieder mehr als 30°, also das richtige Wetter für ein Fruchtbier, am besten ein Lambic, so wie es jetzt vor mir steht. Mit 3,5 Volumenprozent enthält das Phapeau Pêche nicht zu viel Alkohol und der Pfirsich verspricht dem Sauerbier eine angenehme süße Note zu geben. Also – nicht lange warten, öffne ich jetzt die Flasche.

Trüb rosarot läuft das Bier ins Glas und bildet dabei keine Schaumkrone. Typisch Lambic also.

Auch das Aroma ist absolut stiltypisch. Das Bier duftet süßsauer nach Zitrus und Kandis, unterstützt durch den Duft der Pfirsiche.

Süßsauer und fruchtig ist auch der Antrunk und wie so oft bei einem Lambic finde ich es schade, dass die sehr feinperlige Kohlensäure in so geringem Maße vorhanden ist. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt die Fruchtigkeit mehr in den Vordergrund, unterstützt durch eine leichte Süße. Trotzdem bleibt die Säure dominant. Das Mundgefühl ist weich. Auch im Abgang ist die fruchtige Säure präsent und sie klingt kurz nach.

Insgesamt ist das Chapeau Pêche ein angenehmes und einfach zu trinkendes Sauerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe, Zucker, Aroma, Pfirsiche (20 %)

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Troch
Langestraat 20
1741 Wambeek (Ternat)
Belgien
www.detroch.be

Chapeau Fraises

Mittlerweile habe ich die meisten Biere aus der Serie Chapeau der Brouwerij De Troch verkostet und beschrieben, so dass es über die Brauerei und die Biere als solches eigentlich nichts mehr zu sagen gibt. Als eines der letzten Biere steht jetzt das Chapeau Fraises vor mir, ein gesüßtes Lambic, das laut Etikett mit 20 % Erdbeeren gebraut wurde.

Braun wie Erdbeersaft, der zu lange dem Sauerstoff ausgesetzt war, fließt das Bier ins Glas. Eine Schaumkrone ist praktisch nicht vorhanden, was bei Lambic-Bieren aber stiltypisch ist.

Auch das Aroma ist stiltypisch mit der fruchtigen Säure und dem Duft nach Kandis. Erdbeeraroma stelle ich nur in geringem Maße fest.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie sehr wenig feinperlige Kohlensäure aus. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt eine kräftige Säure zum Tragen, die an einen guten Essig erinnert. Den Geschmack von Erdbeeren kann ich bestenfalls erahnen. Das Mundgefühl ist voll und samtig, das Bier macht fast einen dickflüssigen Eindruck. Auch der Abgang ist recht sauer, ansonsten mild mit sehr kurzem Nachklang.

Von allen Bieren aus der Reihe Chapeau, die ich bislang verkostet habe, gefällt mir das Fraises am wenigsten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe, Zucker, Aromen, Erdbeeren (20 %)

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Troch
Langestraat 20
1741 Wambeek
Belgien
www.detroch.be

Black Bean Stout

Jetzt steht ein neues Bier aus Österreich vor mir. Das Black Bean Stout hat Bierpapst Conrad Seidl in seinem BuchBier Guide 2022 unter der Überschrift Bier-Innovationen wie folgt beschrieben: „Schwarze Bohnen haben einen leicht bitteren Geschmack – und gemeinsam mit dem ‚Bohna Vista – local hub‘ entwickelte der Lebensmitteltechnologe Roland Pöttschacher die Idee, diese Bittere und das Eiweiß von Bohnen aus der Region Rosalia, vom Pöttschinger Bohnenbauern Harald Strassner, in einem Bio-Bier zu nutzen. Tiefschwarz und mit dunkelbraunem, sehr üppigen Schaum liegt dieses Bier im Glas. Es duftet nach Bohnen und Kaffee, zeigt starke, etwas brenzlige Röstaromen. Der Antrunk ist erfrischend spritzig, aber mald macht sich eine Süße bemerkbar, die an Trinkschokolade erinnert. Gegen den Nachtrunk hin gewinnt die Bittere die Oberhand, was für eine gute Balance von zwei sehr starken Geschmackseindrücken im Finish sorgt.“

Da lässt sich ja kaum noch etwas hinzufügen. Aber ich habe das Bier vor mir stehen und werde es jetzt verksoten. Ich bin gespannt, ob ich die gleichen Sinneseindrücke habe wie Conrad. Blickdicht schwarz mit sehr viel festem haselnussbraunem Schaum präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt auch sehr lange erhalten. Selten hatte ich ein Stout, das mich so angesprochen hat.

Wie die Optik ist auch das Aroma hervorragend. Düfte nach dunkler Schokolade mischen sich mit süßen Noten, die an Kandis erinnern. Aus dem Hintergrund kann ich die Bohnen riechen, die auch ein angenehmes Kaffeearoma mitbringen. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Süß und durch die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure spritzig – das ist der erste Eindruck, den das Bier beim Kontakt mir der Zunge vermittelt. Schnell kommen die Röstaromen mit dem Geschmack nach Kaffee in den Vordergrund. Gleichzeitig kommen auch die Bohnen zum Zuge. Auch wenn ich mir diese Kombination vorher nur schwer vorstellen konnte – Röstaromen und Bohnen passen sehr gut zusammen, besonders wenn sie wie hier durch ein verhaltenes Bitter begleitet werden. Zusammen ergibt sich ein sehr volles Mundgefühl. Bitter und süß ist auch der Abgang, der in der Kehle durchschnittlich lange nachklingt.

Das Black Bean Stout ist ein komplexes und trotzdem leicht zu trinkendes Bier. Ich würde mir wünschen, dass es auch in Deutschland erhältlich wäre; ich würde es mir häufiger mal kaufen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Schwarze Bohnen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Kobersdorf
Hauptstr. 43
7322 Kobersdorf
Österreich
www.kobersdorfer.at

für

Bohna Vista Local Hub
Familie Pöttschacher
7020 Loipersbach im Burgenland
Österreich
honigwein@lupold.at

Ter Dolen – Rouge

Als die Schlossbrauerei De Dool ihr 25jähriges Bestehen feierte, wurde zu diesem Anlass ein neues Bier kreiert, das Ter Dolen Rouge, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um ein Fruchtbier mit Kirschen.

Bordeauxrot und gefiltert läuft das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine recht kleine hellbraune feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Düfte nach Kirsche, Karamell und Kandis steigen mir in die Nase und auch der Alkohol ist zu riechen.

Der Antrunk ist süß und mir fällt die sehr kräftige Kohlensäure auf. Auf der Zunge verringert sich die Süße und herbe Noten kommen zusammen mit einem leichten Marzipangeschmack zum Vorschein. Das Mundgefühl ist nicht wirklich rund und ausgewogen. Erst im Abgang zeigt sich ein leichtes Bitter mit überraschend langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kirschsaft, Brauner Zucker, Karamell, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Schlossbrauerei De Dool NV
Eikendreef 21
3530 Houthalen-Helchteren
Belgien
www.terdolen.be

Rodenbach – FruitAge

Die Geschichte der Brauerei Rodenbach, aus der das FruitAge stammt, das jetzt vor mir steht, geht lange zurück. Ursprünglich aus Andernach am Rhein stammend, ließen sich die Rodenbachs im westflämischen Roeselare nieder. Die Familie Rodenbach hatte viele Soldaten, Dichter, Schriftsteller, Bierbrauer, Unternehmer, aber auch pragmatische Revolutionäre und Politiker in ihren Reihen. Pedro Rodenbach zum Beispiel nahm am Russlandfeldzug Napoleons teil und führte 1830 die belgische Revolution an, die zur Unabhängigkeit Belgiens führte. Zwei Rodenbachs waren Mitglieder der verfassungsgebenden Versammlung bei der Gründung Belgiens. Constantijn Rodenbach ist der Verfasser der Brabançonne, der belgischen Nationalhymne.

Im Jahr 1821 gründen Alexander, Gregoor, Pedro und Amalia die Brauerei. Seine einzigartige Qualität und seinen meisterhaften Charakter verdankt Rodenbach jedoch Eugène Rodenbach. Er beschäftigte sich nicht nur mit der Vinifizierung des Bieres, sondern optimierte auch den Reifungsprozess in Eichenfässern. Die weltberühmten Fässerhallen mit ihren 294 Eichenfässern, von denen einige 150 Jahre alt sind, sind als industrielles Erbe der Flämischen Gemeinschaft geschützt.

Ein eindeutiger Hinweis, dass das FruitAge ein sehr gutes Bier sein muss, sind die Auszeichnungen, die Rodenbach mit diesem Bier errungen hat:

  • 2018 – World Beer Awards – Silbermedaille – Sauerbier / Fruchtlambic
  • 2018 – Brussels Beer Challenge – Zertifikat für Exzellenz – Fruchtbier
  • 2019 – World Beer Awards – Goldmedaille – Sauer- und Wildbier / Fruchtlambic
  • 2020 – Asia Beer Challenge – Silbermedaille – Fruchtbier
  • 2021 – Australian International Beer Awards – Bronzemedaille – Fruchtbier im belgischen Stil

Bordeauxrot und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine recht kleine hellrosa Schaumkrone. Der feinporige Schaum bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet feinsäuerlich nach Kirschen, abgerundet durch den Malzduft nach Karamell.

Der Antrunk ist überraschend süß. Die reichlich vorhandene Kohlensäure ist feinperlig, dabei aber kräftig. Auf der Zunge hält sich der Geschmack der Kirschen im Vordergrund. Dazu kommen ein Geschmack nach Marzipan sowie eine eine angenehme Fruchtsäure. Das Mundgefühl ist samtig. Im Abgang erfreuen Kirschen und Marzipan meine Kehle und diese Geschmäcker klingen einige Zeit nach.

Der Geschmack des FruitAge ist intensiv und das Bier passt perfekt zu einem frischen Käsekuchen. Auch dunkle Chilischokolade kann ich mir gut zu diesem Bier vorstellen. Und wenn der Braumeister von Rodenbach, Rudi Ghequire, sagt, dass das FruitAge mit Eiswürfeln, einer Limettenscheibe und Minze aromatisiert den perfekten Cocktail ergibt, werde ich ihm sicher nicht widersprechen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kirschsaft

Alkoholgehalt:

3,9 % Vol.

Bittereinheiten:

10 IBU

Brauerei:

Brouwerij Rodenbach
Spanjestraat 133
8800 Roeselare
Belgien
www.rodenbach.be

Hoegaarden – Rosée

Hoegaarden Rosée basiert auf dem originalen Hoegaarden Witbier, wurde aber zusätzlich mit konzentriertem Fruchtsaft gebraut, der etwa zur Hälfte aus Himbeersaft besteht und dem Bier seine Fruchtigkeit und Farbe verleihen soll.

Fruchtig rot und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feinporige hellrosa Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Himbeeren und roten Johannisbeeren. Malzsüße und Säure halten sich im Hintergrund, runden den fruchtigen Duft aber gut ab.

Auch der Antrunk besticht durch seine fruchtige Süße, auch wenn ich mir etwas mehr der feinperligen Kohlensäure gewünscht hätte. Auf der Zunge kommt erstaunlich wenig Säure zur Süße und zur angenehmen Fruchtigkeit gesellt sich ein künstlicher Eindruck, vermutlich von den ebenfalls verwendeten Aromen. Da kaum herbe oder bittere Eindrücke nach Bier vorhanden sind, ist das Mundgefühl recht weich. Der Abgang weist eine leichte Fruchtigkeit und einen kurzen Nachklang auf.

Das Hoegaarden Rosée fängt stark an, lässt dann aber immer mehr nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, mind. 1,2 % konzentrierter Fruchtsaft (davon 48 % Himbeeren), Zucker, Säuerungsmittel Zitronensäure, Himbeeraroma, Hopfen, Kräuter (Koriander, Orangenschale), Süßstoff

Alkoholgehalt:

3 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

2° – 4° Celsius

Brauerei:

InBev Belgium bvba/sprl
Stoopkenstraat 46
3320 Hoebaarden
Belgien
www.hoegaarden.com

Chapeau Banana

Chapeau Banana ist ein Lambic-Bier mit Bananengeschmack von der Brauerei De Troch. Die Brauerei De Troch ist auf lambische Biere spezialisiert und braut seit dem 19. Jahrhundert in Wambeek, in der Nähe von Brüssel.

Orangefarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine feinporige Schaumkrone, die sich aber schnell auflöst.

Das Bier duftet intensiv nach überreifen Bananen und Biskuitteig, aber auch die Säure des Lambic kommt gut zum Tragen.

Der Antrunk ist wie erwartet süß und mir fällt auf, dass das Bier nur wenig Kohlensäure enthält, die dafür aber sehr feinperlig ist. Auf der Zunge mischt sich der Geschmack sehr reifer Bananen mit der Säure des Lambic. Diese Mischung passt überraschend gut zusammen, insbesondere weil sich die leichten Bitternoten diskret im Hintergrund halten. Das Mundgefühl ist sehr vollmundig. Im Abgang dominiert die Fruchtigkeit und sie klingt überraschend lange nach.

Anfangs war ich skeptisch, ob die Banane und das Lambic überhaupt zusammenpassen können, aber dieses Bier hat mich mit seinem vielschichtigen Geschmack überzeugt. Gut gekühlt ist es ein ideales Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe, Zucker, Aromen, Bananen (20 %)

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Troch
Langestraat 20
1741 Ternat
Belgien
www.detroch.be

Passion Bie

Die Brauerei De Bie entstand 1992 in den Hopfengärten des Brauereidorfs Watou in der Nähe von Poperinge und der französischen Grenze. Sie war eine der kleinsten handwerklichen Brauereien in Flandern. Zatte Bie, Hellekapelle und Helleketelbier waren die ersten Biere, die in diesem Haus gebraut wurden. Sie wurden in einfachen Plastiktüten verkauft und konnten auch im Café d’Hellekapelle neben der Brauerei verkostet werden.

Im Jahr 1998 wurde die Brauerei von Jos Tjoen übernommen, der sie modernisierte, um ihr Wachstum zu ermöglichen. Der Standort erwies sich bald als zu klein für eine Expansion, und 2001 verlegte er die Brauerei De Bie in ein großes Gasthaus in Loker mit dem gleichen Namen: d’Hellekapelle. Dort wurde eine völlig neue Brauerei mit einer Verkaufsstelle, einer Bierbar und einem Pub errichtet. Außerdem wurde ein Bierladen eingerichtet.

Durch den großen Erfolg der traditionellen regionalen Biere wurde auch dieser Standort zu klein. Deshalb ist die Brauerei De Bie im Jahr 2011 auf einen viel größeren Bauernhof in Wakken (Dentergem) umgezogen.

Was einst als Hausbrauerei mit 3 Bieren begann, hat sich inzwischen zu einer renommierten Brauerei mit 10 Bieren entwickelt. Dazu gehören drei Fruchtbiere, von denen ich jetzt zwei kaufen konnte. Das erste der Fruchtbiere, das mit Passionsfrucht gebraut wurde, steht jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Rot und hefetrüb präsentiert sich das Passion Bie im Glas. Die grobporige rosa Schaumkrone ist recht klein und fällt flott in sich zusammen.

Das Aroma ist fruchtig mit süßen und sauen Noten. Irgendwie erinnert es mich mehr an Limonade als an Bier.

Der Antrunk ist wie erwartet süß und er wartet mit einer kräftigen Kohlensäure auf. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig, aber eine gewisse Künstlichkeit lässt mich vermuten, dass beim Brauen auch Fruchtaromen verwendet wurden, auch wenn diese in der Zutatenliste nicht erwähnt werden. Aber eventuell täusche ich mich auch. Das Mundgefühl ist eher schlank. Der Abgang zeichnet sich durch eine leichte Säure mit kurzem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Passionsfrucht, Hefe

Alkoholgehalt:

3,7 % Vol.

Brauerei:

Brewery De Bie
Vijvestraat 47
8720 Dentergem
www.brouwerijdebie.be