Tatra Niepasteryzowane

Nun steht ein Bier vor mir, das ich mir von meinem letzten Besuch in Polen mitgebracht habe, das Tatra Niepasteryzowane. Niepasteryzowane bedeutet „nicht pasteurisiert“ und das Bier verspricht einen frischen Geschmack, was ich von einem Lager auch erwarte. Mal sehen, ob das Bier diesem Anspruch auch gerecht werden kann. Gebraut wurde das Bier von Carlsberg Polska. Daher habe ich vor dem Verkosten dieses Bieres so meine Zweifel. Aber geben wir dem Bier doch seine Chance.

Golden und klar präsentiert sich das Bier im Glas. Es bildet sich eine schöne weiße Schaumkrone, die etwas überdurchschnittlich lang erhalten bleibt. Dazu kommt eine durchschnittliche Menge feinperlige Kohlensäure. Optisch macht das Bier also schon mal einen recht guten Eindruck.

Beim Aroma lässt meine Begeisterung bereits etwas nach. Das Bier duftet nach hellem Malz, dazu leicht nach Bitterhopfen. Außerdem ist da noch ein leichter anderer Duft, den ich aber nicht identifizieren kann. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es sich um leichte Anklänge von Aromahopfen handelt oder um einen Fehler. Aber ich bin mutig und nehme den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und ich stelle fest, dass sich die Kohlensäure bereits teilweise verflüchtigt hat. Jetzt macht das Bier bereits einen enttäuschenden Eindruck. Im Mund ist das Bier dann überraschend rund und ausgeglichen, die Süße mischt sich mit einem leichten Bitter. Trotzdem wirkt das Bier recht flach. Ich wünsche mir noch eine Portion Aromahopfen, der das Bier deutlich aufwerten würde. Der Abgang ist dann extrem mild, keine Bitterstoffe vom Hopfen sind zu schmecken und der Nachklang fehlt auch vollständig.

Nein, auch wenn das Bier nicht pasteurisiert wurde, kommt es über die Qualität eines leicht unterdurchschnittlichen Fernsehbieres nicht hinaus. Insgesamt eine enttäuschende Erfahrung.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Gerste, Hopfenextrakt, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 %

Brauerei:

Browar Okocim
Brzesko
Powiat Brzeski
Polen
www.tatra.pl

Einbecker – Brauherren Alkoholfrei

In der nächsten Woche findet wie jedes Jahr die Industriemesse in Hannover statt, die ich aus beruflichen Gründen besuchen werde. Zeit also, sich mental darauf vorzubereiten. Damit beginne ich heute mit einem Bier aus dem südlichen Niedersachsen, dem Einbecker Brauherren Alkoholfrei. Mir fällt auf, dass das vordere Etikett nicht aussagt, dass es sich um ein Pils handelt; diese Information wird erst auf dem Rückenetikett verraten. Im Jahr 2012 wurde dieses alkoholfreie Bier durch die „Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V.“ als Kulinarischer Botschafter Niedersachsens ausgezeichnet. Von diesem Bier des Brauhauses in Einbeck, dessen Geschichte bis ins Jahr 1371 zurückreicht, kann ich also einiges erwarten.

Bevor ich mich dem Bier zuwende will ich noch einige Worte zur Flasche verlieren. Unterhalb des Halses zeigt die Flasche erhaben den typischen Schriftzug der Brauerei. Das sieht zwar sehr gut aus, ist aber aus ökologischer Sicht ziemlich unsinnig. Etwa die Hälfte des Gewichts einer Bierkiste kommt vom Leergut. Da die Flaschen aufgrund der Beschriftung von anderen Brauereien nicht wieder befüllt werden können, müssen die geleerten Flaschen über teilweise weite Entfernungen wieder nach Einbeck zurücktransportiert werden. Der Energieverbrauch für den Transport des Bieres könnte durch Flaschen, die am Ort des Konsums erneut gefüllt werden, also um ein Drittel verringern. Damit werden die Vorteile des Mehrwegsystems zumindest teilweise ausgehebelt. As empfinde ich als etwas unsinnig. Die Ausführungen beziehen sich nicht nur auf die Flaschen aus Einbeck, sondern auf alle Flaschen, die nur von einer Brauerei verwendet werden können. Aber kommen wir zum Bier.

Bereits beim Öffnen der Flasche steigt mir der Duft des Hopfens in die Nase. Das gefällt mir schon mal. Daher zögere ich auch nicht und schenke mir das Bier ein. Leuchtend hellgelb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine weiße Krone aus feinporigem Schaum, der auch recht lange erhalten bleibt. Zusätzlich sehe ich eine ordentliche Menge Kohlensäure. Optisch macht das Bier also richtig was her.

Das Aroma ist malzig und grasig mit einem Hauch Vanille. So erwarte ich es auch von einem guten Pils. Nehme ich also den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig und frisch. Genau richtig an einem warmen Sommertag. Als sich das Bier im Mund verteilt zeigt sich ein kräftiges und angenehmes Bitter, während das Malz ganz weit in den Hintergrund tritt. Dadurch wirkt das Bier nicht so richtig ausgewogen. Das ist aber ein Schwachpunkt, den ich bei vielen alkoholfreien Bieren feststelle. Alkohol ist nun mal ein wichtiger Geschmacksträger. Das kann ich also dem alkoholfreien Einbecker Brauherrenpils nicht vorwerfen. Der Abgang ist dann ebenfalls angenehm bitter und der Geschmack klingt recht lange nach.

Insgesamt ist das Einbecker Brauherren Alkoholfrei ein wirklich gutes alkoholfreies Bier, auch wenn es teilweise das geschmackliche Defizit alkoholfreier Biere mitbringt. Aber mit diesem Defizit kann der Konsument sicher leben.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 %

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstr. 4-7
37574 Einbeck
www.einbecker.de

BierSelect

Brooklyn East IPA

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob es wirklich erforderlich ist, Bier aus den USA nach Deutschland zu importieren. Zumindest ökologisch ist es ein Wahnsinn. Eine Flasche Bier wiegt etwa 640 Gramm, davon sind etwa 310 Gramm das Gewicht der Flasche. Die Flasche muss dann noch bruchsicher verpackt werden, so dass mehr Verpackung als Inhalt über den Atlantik geschippert werden. Die Brooklyn Brewery gehört zur Carlsberg-Gruppe. Eigentlich könnte die Brauerei daher das Bier auch in Deutschland brauen. Schließlich gehören die Holsten- und Astra-Brauerei, beide in Hamburg, ebenfalls zu diesem Konzern. Aber da die USA die Heimat des Craft Beer sind, wollen wir jetzt mal darüber hinwegsehen und das Brooklyn East IPA als Referenzbier verkosten.

Auf seiner Website beschreibt Carlsberg auch die Geschichte dieses Biers. Die Wurzeln liegen, ich mag es kaum glauben, im Nahen Osten. Dort arbeitete Anfang der 1980er Jahre der Journalist Steve Hindy. Da es in den Ländern, in denen der Islam die vorherrschende Religion ist, nicht einfach ist, an Alkohol zu kommen, brauten die dort tätigen Diplomaten und Journalisten ihr Bier selbst. Zurück in New York setzte Steve Hindy diese Tätigkeit fort und heute ist das Brooklyn East IPA lt. Carlsberg die Nr. 1 der Craft-Biere. Kommen wir nun aber endlich zur Verkostung.

Bernsteinfarben und gefiltert zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Menge feinporiger Schaum mit einem Stich ins Beige, der aber leider vergleichsweise schnell in sich zusammenfällt.

Leichte Röstaromen steigen mir in die Nase, dazu Düfte von Zitrusfrüchten, Pinienkernen und Kräutern. Für ein IPA ist das Aroma dieses Biers vergleichsweise wenig fruchtig. Das ist aber kein Nachteil, dafür ist das Aroma ungewohnt komplex. Bis hierhin bin ich mit dem Bier schon mal wirklich zufrieden.

Bereits der erste Kontakt mit der Zunge zeigt bittere Noten. Die Malzsüße ist kaum zu schmecken. Die sehr feinperlige Kohlensäure sorgt aber für einige Süße und eine gute Trinkbarkeit. Der bittere Geschmack setzt sich auch weiter fort. Bittere Grapefruit ist der vorherrschende Geschmack, allerdings abgemildert durch Noten von Ananas und Litschi. Für ein IPA ist das Bier aber trotz der Bitterkeit erstaunlich mild. Der Abgang ist kräftig aber freundlich bitter und klingt dann lange und trocken aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (English Pale Ale), Weizenmalz, Hopfen (East Kent Golding, Cascade, Willamette)

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

15,6° Plato

Bittereinheiten:

47 IBU

Brauerei:

Brooklyn Brewery
79 N 11th Street
Brooklyn
New York
USA
www.brooklynbrewery.com

Leikeim Kellerbier

Wenn ein Bier aus Franken stammt, ist das ja eigentlich schon ein Qualitätsbeweis. Ein solches Bier steht jetzt wieder vor mir, das Leikeim Kellerbier aus Altenkunstadt in Oberfranken. Die Brauerei bezeichnet dieses Bier als „Naturtrübe Bierspezialität wie einst von unseren Vätern gebraut“. An Selbstbewusstsein fehlt es in Altenkunstadt jedenfalls nicht. Mal sehen, ob es auch gerechtfertigt ist.

Dunkel-bernsteinfarben mit kräftigem Rotstich präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine Krone aus cremigem weißem Schaum, der sehr langsam in sich zusammenfällt. Zusätzlich ist das Bier leicht hefetrüb. Optisch hat die Brauerei schon mal keinen Fehler gemacht.

Das Bier duftet nach Hefe, Toffee und Waldhonig, dazu kommen noch blumige Noten.

Der Antrunk ist recht malzig-süß, dazu kommt noch eine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge zeigen sich erste leichte Bitterstoffe, was ich als recht angenehm empfinde. Allerdings wirkt das Bier jetzt überraschend dünn. Erst im Abgang verstärken sich die Bitterstoffe, ein Geschmack, der angenehm ist und lange nachklingt.

Wäre nicht das Loch im Körper, während dem das Bier fast wässrig wirkt, wäre ich von diesem Bier sicher begeistert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,3 %

Brauerei:

Brauhaus Leikeim
Gewerbegebiet 4
96264 Altenkunstadt
www.leikeim.de

Zombräu – Macumba

Bei diesem Bier fällt zunächst der ungewöhnlich Name auf. Eine kurze Internetrecherche lüftet das Geheimnis aber. Macumba ist eine Voodoo-Technik für die Partnerrückführung. Verschiedene Esoterikanbieter versprechen schnelle und zuverlässige Erfolge. Na ja, wer es glaubt… Hoffen wir mal, dass das Bier einen besseren Erfolg nachweisen kann.

Bernsteinfarben, hefetrüb und mit viel festem Schaum zeigt sich das Macumba im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten, so dass das Bier eine gute Figur abgibt.

Ordentliche Fruchtnoten steigen mir in die Nase. Ich rieche Aromen nach Grapefruit, Mango und Ananas. Aber auch der Malzkörper ist deutlich zu riechen, was mir sehr gut gefällt.

Der Antrunk ist mäßig süß und mir fällt auf, dass die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert ist. Trotzdem sorgt die Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt, für eine ordentliche Frische. Diese wird schnell durch ein kräftiges Bitter ergänzt, später sogar fast überdeckt. Trotzdem bleibt eine angemessene Süffigkeit erhalten. Der Abgang ist durch ein kräftiges Bitter mit relativ langem Nachklang geprägt.

Ich weiß nicht, ob ich das Macumba wirklich als das India Pale Ale bezeichnen soll, das mir am Besten gefällt, aber es befindet sich auf jeden Fall in der Spitzengruppe. Ob es sich für die Partnerrückführung eignet? Eventuell ja, aber auf einen Selbstversuch will ich dann doch lieber verzichten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Caraamber), Hopfen (Nugget, Galaxy, Chinook, Summit), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
84051 Mirskofen
www.zombräu.de

Haacht Super 8 Blanche

Wieder einmal steht ein Bier aus der Brouwerij Haacht in Boortmeerbeek vor mir, das Super 8 Blanche. Auch dieses Bier haben mir die Brauer auf der Internorga mitgegeben. Auch wenn ich für diese Flasche nicht gezahlt habe, werde ich mich bemühen, sie objektiv zu beurteilen.

Super 8 ist eines von fünf Bieren unterschiedlicher Bierstile, für die die Brauerei sogar eine eigene Website eingerichtet hat. Wie der Name bereits aussagt ist das Super 8 Blanche ein Witbier, eines der typischen frischen belgischen Biere, die eine gewisse Ähnlichkeit mit dem deutschen Weizenbier haben, aber meist doch deutlich erfrischender sind. Ob das auch auf dieses Bier zutrifft will ich jetzt feststellen.

In hellem Gold und minimal hefetrüb strahlt mir das Bier im Glas entgegen. Dazu baut sich beim Einschenken sehr viel fester Schaum auf, der auch lange erhalten bleibt. Es empfiehlt sich also, beim Einschenken vorsichtig zu sein, um nicht zu lange mit dem ersten Schluck warten zu müssen.

Das Bier duftet nach Biskuitteig mit deutlichen Zitrusnoten sowie dem Aroma von Orangenschale und Koriander. Genauso erwarte ich ein belgisches Witbier.

Der Antrunk ist leicht süß und vom ersten Moment an fruchtig und frisch. Auf der Zunge entwickelt sich eine volle und runde Fruchtigkeit, wobei sich die Zitrusnoten mit dem Koriander wunderbar vereinen. Zusätzlich wird das Bier leicht trocken, was es zu einem guten Durstlöscher im Sommer macht. Der Abgang ist kaum bitter und leicht fruchtig. Der Nachklang ist kurz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Weizenmalz, Koriander, Orangenschale, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Haacht
Provinciesteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.haacht.com

Fiege – Leichter Moritz

Gerade wenn es im Sommer so richtig schön heiß ist, wollen wir nicht so viel Alkohol zu uns nehmen. Dann ist Lightbier angesagt. Auch wenn es darum geht, Kalorien einzusparen, ist ein Lightbier eine gute Wahl, da diese Biere im Vergleich zu einem Vollbier nur etwas mehr als die Hälfte der Kalorien enthalten. Ein solches steht jetzt vor mir, der Leichte Moritz aus der Familienbrauerei Moritz Fiege in Bochum. Die Leichtbiere haben ein ähnliches Problem wie die alkoholfreien Biere. Da der Geschmacksträger Alkohol fehlt bzw. nur in geringer Menge vorhanden ist, fehlt es häufig an Geschmack. Ob dies auch für dieses Bier zutrifft, werde ich jetzt feststellen.

Helles Gold strahlt mir aus dem Glas entgegen, darüber eine durchschnittliche feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Die Optik kann also schon mal überzeugen.

Das Aroma wird durch den Hopfen dominiert, aber auch der Malzkörper setzt sich im Duft durch. Vom Hopfen steigen mir holzige und leichte Zitrusnoten in die Nase.

Der Antrunk ist schlank, frisch und spritzig. Schnell kommt ein ordentliches Bitter dazu, das auch im Nachklang erhalten bleibt, der lange nachklingt.

Leichter Moritz weiß durchaus zu überzeugen. Ich würde mir nur noch einen kräftigeren Malzkörper wünschen, der das Bier sicher abrunden würde.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Helles Karamellmalz), Hopfen (Perle, Tettnanger)

Alkoholgehalt:

2,6 % Vol.

Stammwürze:

7,4° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei MORITZ FIEGE GmbH & Co. KG
Moritz-Fiege-Straße 1
44787 Bochum
www.moritz-fiege.de

Spargel Bier

Nun steht mal wieder ein Bier aus Neuzelle in der Lausitz vor mir, das Spargel Bier. Ich habe ja bereits mehrfach berichtet, wie der Geschäftsführer der Neuzeller Klosterbrauerei, Herr Fritsche, mit den Behörden ringen musste, um die Erlaubnis zu bekommen, seine Biere mit anderen Zutaten zu veredeln und sie anschließend trotzdem unter der Bezeichnung Bier verkaufen zu dürfen. Das will ich an dieser Stelle nicht wiederholen. Aber ein solches Bier steht jetzt vor mir. Nun ist Bier nicht der klassische Begleiter für Spargel, auch wenn es einige Biere gibt, die gut zu diesem Gemüse passen. Ob das Spargelbier wirklich zu den Bieren gehört, die sich geschmacklich gut mit dem Spargel vertragen und wie sich die Kombination von Bier und Spargelsaft kulinarisch verhält, will ich jetzt testen.

Leuchtend Hell präsentiert sich das Spargel Bier im Glas, dazu viel feinperlige Kohlensäure. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger weißer Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt.

Das Aroma besteht aus zwei Komponenten: aus Malz und Spargel. Noch immer weiß ich nicht so richtig, was ich davon halten soll.

Der Antrunk ist frisch und leicht süß. In die Süße des Malzes mischt sich der feine Geschmack von Spargel. Ich habe den Eindruck, als würden die Bitterstoffe in diesem Bier eher vom Spargel kommen, weniger vom Hopfen. Das Bier scheint mir nur minimal gehopft zu sein, es könnte sich um ein Helles oder ein Export handeln. Insgesamt verträgt sich der Geschmack des Bieres aber recht gut mit dem Geschmack des Spargels, der auch im kurzen Abgang die Bitterstoffe liefert.

Als Begleitung zu einem Spargelgericht würde ich dieses Bier nicht unbedingt empfehlen, da bei dieser Kombination der Kontrast fehlt. Aber zu einem gebratenen Fischfilet passt das Spargelbier aus Neuzelle recht gut.

Zutaten:

Bier (Wasser, Gerstenmalz, Hopfen), Spargelsaft

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

Craftwerk – Holy Cowl

Der Absatz an Craft Beer steigt immer weiter, so dass es kein Wunder ist, dass auch die Brauereikonzerne ihren Anteil am Kuchen sichern wollen. So auch die Bitburger Brauereigruppe, die zu diesem Zweck das Craftwerk gegründet hat. Von dort steht jetzt das Holy Cowl vor mir, ein Tripel, das dem traditionellen belgischen Bierstil nachempfunden ist, bei dem die Brauerei sich aber an das deutsche Reinheitsgebot gehalten hat.

Golden mit einem deutlichen Stich ins Orange präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone, die sich relativ schnell auflöst.

Das Aroma ist wunderbar komplex. Ich rieche neben leichten Röstaromen Düfte nach getrockneten Feigen und Honig, nach Limette und Pumpernickel, unterstützt durch einen Hauch Gewürznelken. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Im Antrunk fällt mir die reichlich vorhandene Süße auf, die gut mit der sanften und sehr feinperligen Kohlensäure harmonisiert. Dann entwickelt sich auf der Zunge ein ganzes Feuerwerk der Geschmäcker. Fruchtige Noten nach Limette und Banane vereinen sich mit dem leichten Bitter des Hopfens. Obwohl die Süße nicht nachlässt, macht sich trotzdem ein trockenes Gefühl im Mund breit. Im Abgang zeigen sich noch einmal die fruchtig-süßen Aromen, und obwohl ich nur wenige Bitterstoffe feststelle, klingt der Geschmack lange nach.

Den Brauern der Bitburger Braugruppe ist es gelungen, innerhalb der Grenzen des Reinheitsgebots ein typisch belgisches Bier nachzubilden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Perle, Hallertauer Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

19,5° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Bitburger Braugruppe GmbH
Römermauer 3
54634 Bitburg
www.craftwerk.de

Diebels Alkoholfrei

Nun steht ein Altbier aus dem Angebot des größten Brauereikonzerns der Welt vor mir, das Diebels Alkoholfrei. Die Brauerei beschreibt dieses Bier auf ihrer Website so: „Gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot und unter höchsten Diebels Qualitätsstandards. Diebels Alkoholfrei bietet ein erfrischendes Geschmackserlebnis und ist ein idealer Durstlöscher nach dem Sport. Höchste Qualität bewahrt den echten Diebels Geschmack. Auch wenn Sie der Fahrer sind: Mit unserem Diebels Alkoholfrei können Sie getrost anstoßen. Und Sie können sich sicher sein: Bei diesem erfrischenden, geschmackvollen Bier werden Sie bestimmt nicht merken, dass es auch noch kalorienarm und alkoholfrei ist!“ Dann wollen wir doch mal sehen, ob das Bier dieser Beschreibung entspricht.

Dunkel bernsteinfarben zeigt sich das Bier im Glas. Es bildet sich eine sehr voluminöse Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont. Röststoffe sowie ein leichter Duft nach Pumpernickel steigen mir in die Nase.

Der Antrunk trumpft mit einer leichten Süße sowie einer ordentlichen Dosierung feinperliger Kohlensäure auf. Insgesamt macht das Bier im ersten Moment einen recht frischen Eindruck. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu. Der Geschmack erinnert entfernt an Schokolade. Aber irgendetwas fehlt im Geschmack, so dass das Bier keinen wirklich runden Eindruck macht. Der Abgang ist schlank und wenig bitter. Er klingt nur sehr kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Diebels GmbH & Co. KG
Brauerei-Diebels-Straße 1
D-47661 Issum
www.diebels.de