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Kraftpaule – Dry Coffee Stout

Das passend zum Bierstil in schwarz gehaltene Etikett zeigt einen Vogel, vermutlich einen Raben, der eine Kaffeebohne im Schnabel hat.Nun steht mal wieder ein Bier der Stuttgarter Brauerei Kraftpaule vor mir. Dieses Mal handelt es sich um ein Dry Coffee Stout, das Kraftpaule zusammen mit der Kaffeerösterei Schwarzmahler aus dem Osten von Stuttgart entwickelt hat.

Nun gefällt mir der Bierstil Coffee Stout schon im Allgemeinen recht gut. Besonders wenn bei der Entwicklung der Biere eine gute Rösterei beteiligt war, die außerdem noch ein gutes Händchen hatte und die richtige Kaffeesorte ausgewählt hat. Kraftpaule und Schwarzmahler sind aber noch einen Schritt weitergegangen. Sie haben nicht einfach beim Kochen der Würze noch etwas gemahlenen Kaffee zugegeben, sondern sie haben einen Cold Brew hergestellt, also quasi eine Mazeration, die sie anschließend mit verbraut haben. Ich glaube, das ist das erste Mal, dass ich ein Bier trinke, das auf diese Weise hergestellt wurde. Also ist es jetzt höchste Zeit, dass ich die Flasche öffne.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine haselnussbraune sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. So muss ein Stout aussehen.

Das Aroma wird durch die Röststoffe des Malzes dominiert, unterstützt durch den intensiven Duft des Kaffees. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft nach Vanille und Kandis.

Der Antrunk macht sofort klar, dass das Bier seinem Stil Dry Coffee Stout alle Ehre macht. Die Süße ist zurückhaltend und die Kohlensäure ist angenehm feinperlig. Die leichte Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, dazu kommt der Geschmack des kaltgebrühten Kaffees aus Kolumbien. Säure kann ich nur in minimaler Dosierung feststellen, auch die Bittere ist zurückhaltend. Hier würde ich mir etwas mehr Bittere wünschen. Dieser Wunsch wird mir in der Kehle sofort erfüllt, wo die Bittere etwas kräftiger wird. Sie bleibt aber dezent und klingt trotzdem überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kaffee (0,5 %)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

K.K.R. GmbH
Weisenauer Str. 15
55131 Mainz
www.kuehnkunzrosen.de/

für

Kraftpaule
Neckarstr. 132
70190 Stuttgart
www.kraftpaule.de

Kraftpaule GmbH

Neckarstraße 132, 70190 Stuttgart

Kraftpaule – Casitra Pale Ale

Das Etikett zeigt die Hellseherin Casitra.Das Etikett des Bieres, das jetzt vor mir steht, zeigt eine Wahrsagerin namens Casitra. Was eine solche Dame mit Craft Beer zu tun hat, erklärt Kraftpaule, das Unternehmen aus Stuttgart, das für dieses Bier verantwortlich ist: „Casitra ist die mystische Hellseherin in unserem Craft Beer Zirkus und liest eure Zukunft aus der magischen Hopfendolde. Sie prophezeit euch eine fruchtig süffige Erfrischung!“ Das klingt doch schon mal gut und so kann ich die Flasche sofort öffnen. Aber vorher will ich noch aufdecken, was es mit dem etwas ungewöhnlichen Namen Casitra auf sich hat. Eigentlich ist es ganz einfach. Er setzt sich aus den verwendeten Hopfen Calypso, Simcoe und Citra zusammen.

Hellgolden und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die schneeweiße feste Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Die Optik dieses Biers ist einwandfrei.

Aber auch das Aroma dieses Pale Ale gefällt mir. Ich rieche Zitrusfrüchte, Ananas, Mango, Pinienkerne und Karamell. Eigentlich steigt mir ein ganzer Obstsalat in die Nase.

Der Antrunk ist spritzig und er weist die stiltypische Süße auf. Auf der Zunge gesellt sich eine passend dosierte Bittere dazu. Süße und Bittere unterstützen die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe, und runden sie ab. Zusammen ergibt sich ein angenehm weiches Mundgefühl. Im Abgang legt die Bittere noch etwas zu und sie klingt sehr lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Calypso, Simcoe, Citra, Hüll Melon), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Kraftpaule GmbH
Neckarstr. 132
70190 Stuttgart
www.kraftpaule.de

Hirsch – Hefe Weiße

Wenig überraschend nimmt ein gezeichneter Hirsch den Großteil des Etiketts ein.Die Hirsch Brauerei Honer, aus der das vor mir stehende Weißbier stammt, ist Mitglied bei „Die Brauer mit Leib und Seele„. Die Brauer mit Leib und Seele sind eine kleine Vereinigung von aktuell neun Brauereien in Baden-Württemberg, die ihre Biere mit regionalen Zutaten brauen und – aus Konsumentensicht noch wichtiger – mit natürlichen Rohstoffen arbeiten, nicht mit Extrakten, die industriell gefertigte standardisierte Rohstoffe sind. Im Grunde arbeiten diese Brauereien entsprechend dem Geist des Reinheitsgebots, wie es in der Werbung immer dargestellt wird. Ich vermute daher, dass mir auch dieses Bier gefallen wird.

Hell und hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine feste weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier perfekt.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Banane, abgerundet durch einen Hauch Zitrone. Dazu kommt noch eine angenehme Frische.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach Banane, dazu kommt ein Hauch Gewürznelke. Außerdem kommt noch eine leichte fruchtige Säure zum Vorschein. Das Mundgefühl ist weich und rund, so dass das Bier wirklich süffig ist und runtergeht wie Öl. Im Abgang gesellt sich noch kurz ein minimales Bitter zu den Aromen, das aber schnell wieder verschwindet. Dafür klingt der Geschmack nach Banane lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12,6° Plato

Farbe:

5 EBC

Brauerei:

Hirsch-Brauerei Honer
Friedrichstraße 34
78573 Wurmlingen
www.hirschbrauerei.de

Ganter – Freiburger Pilsner

Das Etikett des Freiburger Pilsner zeigt das Freiburger Münster. Ansonsten ist das Design bewusst schlicht gehalten.Als ich in Freiburg war, hatte ich leider keine Zeit, die Brauerei Ganter zu besuchen. Ich weiß lediglich, dass sie zu den Freien Brauern gehört, was bedeutet, dass die inhabergeführte Brauerei in der Gegend eine führende Stellung einnimmt. Komme ich also gleich zur Verkostung des Freiburger Pilsners.

Hell und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die Schaumkrone ist eher dürftig und sie löst sich auch schnell auf.

Das Aroma ist stiltypisch hopfenwürzig, aber auch das Karamellaroma des Malzes kommt gut zum Tragen. Abgerundet wird das Aroma durch einen Hauch Vanille.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie reichlich sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge entwickelt sich ein überraschendes Bitter, das ich in dieser Stärke nicht erwartet habe. Damit erinnert das Freiburger Pilsner durchaus an ein Pilsener aus Norddeutschland. Trotzdem ist das Mundgefühl eher schlank. Im Abgang wird das Bier trockener. Im Vordergrund steht die Bittere, die auch lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,6° Plato

Bittereinheiten:

28 IBU

Brauerei:

Ganter Brauerei
Schwarzwaldstr. 43
79117 Freiburg
www.ganter.com

Kraftpaule – Pils

Laut dem Aufdruck auf dem Etikett ist das Pils von Kraftpaule sensationell.Stuttgart ist ja nun nicht gerade als Bier-Eldorado bekannt. Aber eines ist sicher: auch in der Hauptstadt der Schwaben gibt es durchaus einige Bierliebhaber, die sich gegen die Übermacht des Weins zur Wehr setzen.

Golden und mit geringer Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine gemischtporige volumige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Obwohl das Bier vergleichsweise wenig Hefe enthält, duftet es nach Biskuitteig, abgestimmt durch die Fruchtigkeit des Hopfens, die mich an Zitronen und Zitrusschalen denken lässt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes freundliches Bitter dazu. Das Mundgefühl ist angenehm samtig, wie man es bei einem Pils nur selten findet. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bittere klingt noch lange in der Kehle nach.

Von Kraftpaule kommt ein ungewöhnliches, aber wirklich gutes Pils

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Farbe:

10 EBC

​Brauerei:

Kraftpaule GmbH
Neckarstraße 132
70190 Stuttgart
www.kraftpaule.de

Baisinger – Kellerteufel

Die Baisinger BierManufaktur ist eine inhabergeführte Brauerei in Rottenburg am Necker und gehört der Familie Teufel. Das ist auch der Grund, weshalb die Namen der meisten Biere irgendetwas mit dem Satan im Namen haben. Dies gilt auch für den Kellerteufel, der jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Hell und opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige und schneeweiße Schaumkrone ist relativ klein, bleibt aber lange erhalten. Damit gibt es an der Optik nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, abgerundet durch einen Hauch Honig und florale Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie eine feinperlige aber kräftige Kohlensäure aus.

Zum Geruch: Ein Mix aus getreidigen und hefigen Aromen. Dazu hat man noch ein wenig Honig. Zitrusnoten runden den Geruch ab. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße noch eine leichte fruchtige Säure, die gut mit den Karamellnoten des Biers harmoniert. Bitterstoffe sind nur wenige zu schmecken. Das Mundgefühl ist schlank aber weich. Im Abgang wird das Bier etwas kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Wenn ich das Bier mit drei Worten beschreiben sollte, wären das „angenehm, edel, süffig“.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Baisinger BierManufaktur
Ergenzinger Str. 13
72108 Rottenburg a.N./Baisingen
www.baisinger.de

Kurpfalz Bräu – Eisbock

Ja, ich liebe den Eisbock. In der Regel ist das Bier malzsüß und kräftig aromatisch im Geschmack. Das ideale Bier für den Winter, aber auch, wenn ich wie jetzt im Sommer einen Eisbock bekomme, kann ich ihn genießen. Jetzt steht vor mir der Eisbock von Kurpfalz Bräu, einer Marke von Welde in Plankstadt. Bislang haben mir die Biere aus dieser Brauerei alle gefallen, so dass ich mich jetzt auf eine angenehme Verkostung freue.

Bernstein- bis Kupferfarben läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, elfenbeinfarben und fest. Sie bleibt sehr lange erhalten. Die Optik ist damit schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma ist wie erwartet malzbetont. Ich rieche Karamell und Nüsse, dazu etwas dunkle Schokolade. Abgerundet wird der Duft durch einige würzige Noten.

Der Antrunk überrascht mich etwas, denn er ist weniger süß als andere Eisböcke, die ich in der Vergangenheit verkostet habe. Von daher stört es auch absolut nicht, dass die sehr feinperlige Kohlensäure eher knapp dosiert ist. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt zu Süße der Geschmack nach Schokolade. Obwohl das Bier immerhin 8,5 Volumenprozent Alkohol enthält, wirkt es doch leicht. Das Bittere des Hopfens ist sehr dezent eingesetzt, so wie es für einen Eisbock typisch ist. Auch im Abgang dominiert der Geschmack nach dunkler Schokolade mit wenigen Bitterstoffen, dafür klingt der Geschmack aber sehr lange nach.

Der Kurpfalz Bräu Eisbock von Welde ist ein wunderbar süffiges Bier. Es ist in jedem Jahr ab dem 1. November im Handel erhältlich und selbstverständlich nur so lange, bis es ausverkauft ist. Mir fällt aber auf, dass ich weder auf den Etiketten der Flasche noch im Internet eine Zutatenliste finde. Andererseits ist sie bei Bieren, die entsprechend dem Reinheitsgebot gebraut wurden, eigentlich auch überflüssig.

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Farbe:

18 EBC

Brauerei:

Weldebräu GmbH & CO. KG
Brauereistraße 1
D–68723 Plankstadt/Schwetzingen
www.kurpfalzbraeu.de

Distelhäuser – Winter Festbier

Die Distelhäuser Brauerei ist eine mittelständische inhabergeführte Brauerei im nordbadischen Tauberbischofsheim. Ich glaube, ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass das Unternehmen in der Region verwurzelt ist. Gerste und Weizen stammen aus der Region von Bauern, mit denen die Brauerei langjährige Verträge hat. Bei 18 unterschiedlichen Bieren ist für jeden Geschmack etwas dabei und der gesamte Vertrieb findet in der Region statt – das Verbreitungsgebiet der Biere sind 100 km rund um die Brauerei.

Das alleine macht ja noch keine Qualitätsbiere aus. Wenn ich aber die Siegel der Freien Brauer und von Slow Brewing sehe, bin ich bereits überzeugt, dass ich ein Bier vor mir stehen habe, das eine Verkostung lohnt. Slow Brewing steht schon alleine für charaktervolle Biere und auch die Biere der Freien Brauer gefallen mir fast alle überdurchschnittlich gut. Zeit also, die Flasche zu öffnen und mit der Verkostung zu beginnen.

Golden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse und feinporige weiße Schaumkrone. Anfangs fällt sie recht flott in sich zusammen, der Rest bleibt aber lange erhalten. An der Optik dieses Märzen ist also nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach malzbetont nach Karamell, abgerundet mit leichten würzigen Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge lässt das Bier dann seine Qualitäten spielen. Mit seiner Vollmundigkeit und dem weichen Mundgefühl erinnert es schon fast an ein Bockbier. Die würzigen Noten werden etwas dominanter und die Bittere hält sich stilgerecht im Hintergrund. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, bleibt aber zurückhaltend und klingt trotzdem lange nach

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, dunkles Karamellmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Distelhäuser Brauerei Ernst Bauer GmbH & Co. KG
Grünsfelder Straße 3
97941 Tauberbischofsheim
www.distelhaeuser.de

Goldochsen – Zirbenbock

Die Brauerei Gold Ochsen aus Ulm hat im letzten Jahr ihr 425-jähriges Bestehen gefeiert. Außerdem braut sie in jedem Jahr ein Jahrgangsbier, inzwischen ist es das zehnte. In diesem Jahr ist es der Gold Ochsen Zirbenbock. Seinen Namen hat das Bier von der Zirbelkiefer, auch Zirbenkiefer genannt. Dieser Baum wächst in den Alpen und in den Karparten. Der Baum, dessen Holz für die Reifung dieses Biers verwendet wurde, ist in den Bergen des Ahrntals in Tirol gewachsen und wurde von Braumeister Alexander Maier persönlich gefällt. Selbstverständlich ist dieses Bier wie in jedem Jahr auf 1.597 Flaschen limitiert, was auf das Gründungsdatum der Brauerei im Jahr 1597 hinweist.

So edel die Herkunft dieses Bieres, so vornehm ist auch das Erscheinungsbild. Eine dunkelbraune Flasche, mit Naturkorken verschlossen und mit Aufdruck in Rot und Gold. Das ganze in einem schwarzen Karton, der in den gleichen Farben bedruckt ist. Bereits vor dem Einschenken ist dieses Bier ein Genuss.

Orangefarben mit einem Farbton, der an dunklen Honig erinnert und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und fällt schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet frisch und fruchtig, das Harz der Zirbenkiefer ist deutlich wahrzunehmen. Die harzigen Noten passen sehr gut zum Aroma der Hefe.

Der vollmundige Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine gut darauf abgestimmte Karbonisierung aus. Während sich das Bier im Mund ausbreitet bilden sich auch die harzigen Aromen heraus und kommen zum Vorschein. Sie sind gut auf die Süße des Bockbiers abgestimmt. Das Bitter unterstützt den Geschmack und jetzt kommen noch fruchtige Aromen zum Vorschein, die an helle Früchte erinnern und den Geschmack abrunden. Jetzt kann mich das Bier noch überraschen. Zeigte es anfangs noch die für ein Bockbier stiltypische Süße, wird es jetzt von Schluck zu Schluck trockener. Auch im Abgang ist das Bier trocken und das Harz steht im Mitelpunkt. Zusammen mit dem itter klingt der Geschmack sehr lange nach.

Der Zirbenbock aus Ulm ist kein Bier, das man den ganzen Abend trinken kann. Ich stelle es mir eher statt eines Champagner als Aperitif vor.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Schafft Karlsruhe das größte Bier-Tasting der Welt?

Bislang fand das größte Bier-Tasting der Welt bei der Brauerei Moritz in Barcelona statt. Dort fanden sich 1243 Teilnehmer ein, um das dortige Bier zu verkosten. Jetzt hat sich die Brauerei Moninger in Karlsruhe vorgenommen, diesen Rekord zu brechen.

Der Rekordversuch soll am 23. April 2023 in Karlsruhe stattfinden? Angepeilt sind immerhin 1.400 Besucher, die dann im „Stadtmitte“ drei Biere verkosten sollen. Der Termin ist durchaus mit Bedacht gewählt worden, denn an diesem Tag wurde im Jahr 1516 erstmals in Ingolstadt eine Verordnung bekanntgegeben, die später unter dem Namen Reinheitsgebot bekannt wurde. Und weshalb ausgerechnet 1.400 Besucher? So viele Personen Passen in den Innenhof und die Innenräume der in der Stadtmitte gelegenen denkmalgeschützten ehemaligen Postgebäude am Ettlinger Tor.

An dem moderierten Tasting wird auch die amtierende Bierkönigin Irina Hansmann teilnehmen. Auch das Deutsche Rekordinstitut wird eine Jurorin entsenden, die den Weltrekord direkt vor Ort offiziell zertifiziert.