Schlagwort-Archiv: Baden-Württemberg

Kraftpaule – Pils

Laut dem Aufdruck auf dem Etikett ist das Pils von Kraftpaule sensationell.Stuttgart ist ja nun nicht gerade als Bier-Eldorado bekannt. Aber eines ist sicher: auch in der Hauptstadt der Schwaben gibt es durchaus einige Bierliebhaber, die sich gegen die Übermacht des Weins zur Wehr setzen.

Golden und mit geringer Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine gemischtporige volumige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Obwohl das Bier vergleichsweise wenig Hefe enthält, duftet es nach Biskuitteig, abgestimmt durch die Fruchtigkeit des Hopfens, die mich an Zitronen und Zitrusschalen denken lässt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes freundliches Bitter dazu. Das Mundgefühl ist angenehm samtig, wie man es bei einem Pils nur selten findet. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bittere klingt noch lange in der Kehle nach.

Von Kraftpaule kommt ein ungewöhnliches, aber wirklich gutes Pils

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Farbe:

10 EBC

​Brauerei:

Kraftpaule GmbH
Neckarstraße 132
70190 Stuttgart
www.kraftpaule.de

Baisinger – Kellerteufel

Die Baisinger BierManufaktur ist eine inhabergeführte Brauerei in Rottenburg am Necker und gehört der Familie Teufel. Das ist auch der Grund, weshalb die Namen der meisten Biere irgendetwas mit dem Satan im Namen haben. Dies gilt auch für den Kellerteufel, der jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Hell und opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige und schneeweiße Schaumkrone ist relativ klein, bleibt aber lange erhalten. Damit gibt es an der Optik nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, abgerundet durch einen Hauch Honig und florale Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie eine feinperlige aber kräftige Kohlensäure aus.

Zum Geruch: Ein Mix aus getreidigen und hefigen Aromen. Dazu hat man noch ein wenig Honig. Zitrusnoten runden den Geruch ab. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße noch eine leichte fruchtige Säure, die gut mit den Karamellnoten des Biers harmoniert. Bitterstoffe sind nur wenige zu schmecken. Das Mundgefühl ist schlank aber weich. Im Abgang wird das Bier etwas kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Wenn ich das Bier mit drei Worten beschreiben sollte, wären das „angenehm, edel, süffig“.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Baisinger BierManufaktur
Ergenzinger Str. 13
72108 Rottenburg a.N./Baisingen
www.baisinger.de

Kurpfalz Bräu – Eisbock

Ja, ich liebe den Eisbock. In der Regel ist das Bier malzsüß und kräftig aromatisch im Geschmack. Das ideale Bier für den Winter, aber auch, wenn ich wie jetzt im Sommer einen Eisbock bekomme, kann ich ihn genießen. Jetzt steht vor mir der Eisbock von Kurpfalz Bräu, einer Marke von Welde in Plankstadt. Bislang haben mir die Biere aus dieser Brauerei alle gefallen, so dass ich mich jetzt auf eine angenehme Verkostung freue.

Bernstein- bis Kupferfarben läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, elfenbeinfarben und fest. Sie bleibt sehr lange erhalten. Die Optik ist damit schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma ist wie erwartet malzbetont. Ich rieche Karamell und Nüsse, dazu etwas dunkle Schokolade. Abgerundet wird der Duft durch einige würzige Noten.

Der Antrunk überrascht mich etwas, denn er ist weniger süß als andere Eisböcke, die ich in der Vergangenheit verkostet habe. Von daher stört es auch absolut nicht, dass die sehr feinperlige Kohlensäure eher knapp dosiert ist. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt zu Süße der Geschmack nach Schokolade. Obwohl das Bier immerhin 8,5 Volumenprozent Alkohol enthält, wirkt es doch leicht. Das Bittere des Hopfens ist sehr dezent eingesetzt, so wie es für einen Eisbock typisch ist. Auch im Abgang dominiert der Geschmack nach dunkler Schokolade mit wenigen Bitterstoffen, dafür klingt der Geschmack aber sehr lange nach.

Der Kurpfalz Bräu Eisbock von Welde ist ein wunderbar süffiges Bier. Es ist in jedem Jahr ab dem 1. November im Handel erhältlich und selbstverständlich nur so lange, bis es ausverkauft ist. Mir fällt aber auf, dass ich weder auf den Etiketten der Flasche noch im Internet eine Zutatenliste finde. Andererseits ist sie bei Bieren, die entsprechend dem Reinheitsgebot gebraut wurden, eigentlich auch überflüssig.

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Farbe:

18 EBC

Brauerei:

Weldebräu GmbH & CO. KG
Brauereistraße 1
D–68723 Plankstadt/Schwetzingen
www.kurpfalzbraeu.de

Distelhäuser – Winter Festbier

Die Distelhäuser Brauerei ist eine mittelständische inhabergeführte Brauerei im nordbadischen Tauberbischofsheim. Ich glaube, ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass das Unternehmen in der Region verwurzelt ist. Gerste und Weizen stammen aus der Region von Bauern, mit denen die Brauerei langjährige Verträge hat. Bei 18 unterschiedlichen Bieren ist für jeden Geschmack etwas dabei und der gesamte Vertrieb findet in der Region statt – das Verbreitungsgebiet der Biere sind 100 km rund um die Brauerei.

Das alleine macht ja noch keine Qualitätsbiere aus. Wenn ich aber die Siegel der Freien Brauer und von Slow Brewing sehe, bin ich bereits überzeugt, dass ich ein Bier vor mir stehen habe, das eine Verkostung lohnt. Slow Brewing steht schon alleine für charaktervolle Biere und auch die Biere der Freien Brauer gefallen mir fast alle überdurchschnittlich gut. Zeit also, die Flasche zu öffnen und mit der Verkostung zu beginnen.

Golden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse und feinporige weiße Schaumkrone. Anfangs fällt sie recht flott in sich zusammen, der Rest bleibt aber lange erhalten. An der Optik dieses Märzen ist also nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach malzbetont nach Karamell, abgerundet mit leichten würzigen Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge lässt das Bier dann seine Qualitäten spielen. Mit seiner Vollmundigkeit und dem weichen Mundgefühl erinnert es schon fast an ein Bockbier. Die würzigen Noten werden etwas dominanter und die Bittere hält sich stilgerecht im Hintergrund. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, bleibt aber zurückhaltend und klingt trotzdem lange nach

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, dunkles Karamellmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Distelhäuser Brauerei Ernst Bauer GmbH & Co. KG
Grünsfelder Straße 3
97941 Tauberbischofsheim
www.distelhaeuser.de

Goldochsen – Zirbenbock

Die Brauerei Gold Ochsen aus Ulm hat im letzten Jahr ihr 425-jähriges Bestehen gefeiert. Außerdem braut sie in jedem Jahr ein Jahrgangsbier, inzwischen ist es das zehnte. In diesem Jahr ist es der Gold Ochsen Zirbenbock. Seinen Namen hat das Bier von der Zirbelkiefer, auch Zirbenkiefer genannt. Dieser Baum wächst in den Alpen und in den Karparten. Der Baum, dessen Holz für die Reifung dieses Biers verwendet wurde, ist in den Bergen des Ahrntals in Tirol gewachsen und wurde von Braumeister Alexander Maier persönlich gefällt. Selbstverständlich ist dieses Bier wie in jedem Jahr auf 1.597 Flaschen limitiert, was auf das Gründungsdatum der Brauerei im Jahr 1597 hinweist.

So edel die Herkunft dieses Bieres, so vornehm ist auch das Erscheinungsbild. Eine dunkelbraune Flasche, mit Naturkorken verschlossen und mit Aufdruck in Rot und Gold. Das ganze in einem schwarzen Karton, der in den gleichen Farben bedruckt ist. Bereits vor dem Einschenken ist dieses Bier ein Genuss.

Orangefarben mit einem Farbton, der an dunklen Honig erinnert und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und fällt schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet frisch und fruchtig, das Harz der Zirbenkiefer ist deutlich wahrzunehmen. Die harzigen Noten passen sehr gut zum Aroma der Hefe.

Der vollmundige Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine gut darauf abgestimmte Karbonisierung aus. Während sich das Bier im Mund ausbreitet bilden sich auch die harzigen Aromen heraus und kommen zum Vorschein. Sie sind gut auf die Süße des Bockbiers abgestimmt. Das Bitter unterstützt den Geschmack und jetzt kommen noch fruchtige Aromen zum Vorschein, die an helle Früchte erinnern und den Geschmack abrunden. Jetzt kann mich das Bier noch überraschen. Zeigte es anfangs noch die für ein Bockbier stiltypische Süße, wird es jetzt von Schluck zu Schluck trockener. Auch im Abgang ist das Bier trocken und das Harz steht im Mitelpunkt. Zusammen mit dem itter klingt der Geschmack sehr lange nach.

Der Zirbenbock aus Ulm ist kein Bier, das man den ganzen Abend trinken kann. Ich stelle es mir eher statt eines Champagner als Aperitif vor.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Schafft Karlsruhe das größte Bier-Tasting der Welt?

Bislang fand das größte Bier-Tasting der Welt bei der Brauerei Moritz in Barcelona statt. Dort fanden sich 1243 Teilnehmer ein, um das dortige Bier zu verkosten. Jetzt hat sich die Brauerei Moninger in Karlsruhe vorgenommen, diesen Rekord zu brechen.

Der Rekordversuch soll am 23. April 2023 in Karlsruhe stattfinden? Angepeilt sind immerhin 1.400 Besucher, die dann im „Stadtmitte“ drei Biere verkosten sollen. Der Termin ist durchaus mit Bedacht gewählt worden, denn an diesem Tag wurde im Jahr 1516 erstmals in Ingolstadt eine Verordnung bekanntgegeben, die später unter dem Namen Reinheitsgebot bekannt wurde. Und weshalb ausgerechnet 1.400 Besucher? So viele Personen Passen in den Innenhof und die Innenräume der in der Stadtmitte gelegenen denkmalgeschützten ehemaligen Postgebäude am Ettlinger Tor.

An dem moderierten Tasting wird auch die amtierende Bierkönigin Irina Hansmann teilnehmen. Auch das Deutsche Rekordinstitut wird eine Jurorin entsenden, die den Weltrekord direkt vor Ort offiziell zertifiziert.

Engel – Bock dunkel

Auch wenn das Bockbier ursprünglich aus Niedersachsen stammt, wird es heute in ganz Deutschland und auch im benachbarten Ausland gebraut. Mittlerweile handelt es sich beim Bockbier auch um keine ausschließlich saisonale Spezialität mehr, sondern Bockbier wird während des gesamten Jahres gebraut. So auch der dunkle Bock aus der Brauerei Engel in Crailsheim.

Rotbraun und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine hellbeige gemischtporige Schaumkrone, die bis auf einen kleinen Rest aber recht schnell in sich zusammenfällt. Der Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist malzig-süß nach Karamell, abgerundet durch den Duft nach Vanille, Kandis und Dörrobst.

Der Antrunk ist malzbetont und süß, bevor die Röststoffe des Malzes zum Vorschein kommen. Dazu eine leichte Säure, der Geschmack frischer Brotkruste sowie ein harmonisches Bitter, das auch in der Kehle lange nachklingt.

Dazu kommt die angenehme Kohlensäure, die das Bier ungeheuer süffig macht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Farbe:

60 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

9° Celsius

Brauerei:

Biermanufaktur Engel GmbH & Co. KG
Haller Straße 29
74564 Crailsheim
www.engelbier.de

 

Jahrgangsbier 2022: Gold Ochsen Zirbenbock

In diesem Jahr jagt bei Gold Ochsen in Ulm ein Jubiläum das nächste. Neben dem 425-jährigen Bestehen der Brauerei selbst gibt es im Herbst einen weiteren Grund zum Feiern: Das Gold Ochsen Jahrgangsbier geht in die mittlerweile zehnte Runde. Zu diesem Anlass haben die Braumeister wieder eine echte Rarität kreiert: den Gold Ochsen Zirbenbock. Beim Einschenken präsentiert sich die Starkbierspezialität in einem samtigen Waldhonigton und versprüht sogleich den zarten Duft des Holzes, das von Braumeister und Laborleiter Alexander Maier höchstpersönlich in Südtirol, auf 2.000 Metern Meereshöhe inmitten der herrlichen Berge des Ahrntals frisch geschlagen wurde. Im Antrunk zeigt sich nach der cremigen Schaumkrone ein vollmundiger Körper mit Anklängen von Karamell und Honig, während das unverkennbare Aroma der Zirbelkiefer im Duett mit dem Hopfen im Abgang sanft nachklingt. „Unsere zehnte Sonderedition ist ein wahres Meisterstück der Braukunst. Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt und stolz, mit wie viel Kreativität und Herzblut unsere Braumeister am Werk sind. Sie machen mit ihren Kreationen dem Namen ‚Ulms flüssiges Gold‘ alle Ehre“, so Gold Ochsen Geschäftsführerin Ulrike Freund. Die eleganten, schwarzen 0,75-Liter-Flaschen mit Korkverschluss sind ab dem 17. Oktober 2022 im Brauerei Shop, im Ochsen Shop in der Ulmer Innenstadt sowie bundesweit über den Gold Ochsen Online Shop erhältlich – und wie immer in Anlehnung an das Gründungsjahr der Brauerei auf 1.597 Stück limitiert.

Für Alexander Maier ist Südtirol wie ein zweites Zuhause – und seiner handwerklichen Begabung ist die Idee für den Gold Ochsen Zirbenbock geschuldet. Was mit Zirbenspänen, die mit Bier versetzt wurden, begann, entwickelte sich Stück für Stück zu einer ausgereiften Rezeptur. „Um die Zirbe zur Geltung zu bringen, mussten wir die Balance zwischen einem nicht zu hellen oder zu dunklen Bier finden. Denn je nachdem tritt der Geschmack des Holzes zu wenig oder zu stark in den Vordergrund. Letztendlich war ein heller Bock die richtige Wahl“, erklärt Maier. Für die einzigartige Kreation wurde dem Pilsner Malz zur Abrundung noch etwas Münchner Malz an die Seite gestellt. Diese vereinen sich mit den drei verschiedenen Tettnanger Aromahopfen und dem Zirbenholz, das die lange Reifung des Bieres begleitet, zu einer harmonischen Gesamtkomposition. Dabei trifft der aromatische Zirbenduft auf einen leicht harzigen Geschmack sowie eine markante, aber zugleich angenehme Bitternote. Mit einem Alkoholgehalt von 7,7 Volumenprozent ist das limitierte Jahrgangsbier der ideale Begleiter zu Speck und Schüttelbrot oder kräftigen Wurst- und Käsesorten.

So weit die Pressemitteilung der Brauerei Gold Ochsen. In den letzten Jahren habe ich die Jahrgangsbiere immer verkosten können und ich war in jedem Jahr auf Neue begeistert vom Geschmack und der Kreativität der Brauer in Ulm. Ich hoffe auch in diesem Jahr, das Bier verkosten und hier im Blog vorstellen zu können.

Gold Ochsen holt Silber beim European Beer Star

Insgesamt 2.168 Biere aus 40 Ländern wetteiferten bei der diesjährigen Ausgabe des renommierten Bierwettbewerbs European Beer Star um einen der begehrten Awards. Einer davon steht künftig in Ulm: Für ihr Kristallweizen wurde die Brauerei Gold Ochsen bei der Preisverleihung des European Beer Star 2022 am 14. September in München mit Silber ausgezeichnet.

„Ein Medaillengewinn beim European Beer Star sorgt nicht nur für Ansehen in der internationalen Braubranche. Der Award ist darüber hinaus eine schöne Bestätigung für die außerordentliche Arbeit, die unser Brauerei-Team tagtäglich leistet“, so Frank U. Schlagenhauf, Vertriebs- u. Marketingleiter zum Gewinn der Silber-Medaille beim European Beer Star 2022.

Knapp 140 internationale Verkosterinnen und Verkoster, bestehend aus Braumeistern, Fachjournalisten, Biersommeliers und weiteren Bierexperten, haben am 4. und 5. August die Qualität der eingesandten Biere beurteilt. Die Bewertung erfolgte dabei rein nach sensorischen Kriterien: Optik, Geruch und Geschmack sowie sortentypische Merkmale wurden in insgesamt 73 Kategorien von der Fachjury objektiv bewertet. Dazu gehörten sowohl international bekannte Bierstile wie Pilsner, Weißbier oder India Pale Ale, als auch Spezialitäten wie holzfassgelagerte Starkbiere, Belgisches Dubbel oder Sauerbiere. Pro Kategorie werden beim European Beer Star nur die jeweils drei besten Biere mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet.

Bei der stimmungsvollen und emotionsreichen Preisverleihung des European Beer Star 2022 am 14. September während der drinktec in München, konnten die erfolgreichen Brauereien nun ihre Awards in Gold, Silber und Bronze in Empfang nehmen.

„Aufgrund der aktuell so schwierigen wirtschaftlichen Lage für Brauereien sowie den weltweit gestörten Logistikketten, sind wir außerordentlich stolz, dass wir in diesem Jahr wiederum die 2000er-Marke bei den Anmeldungen knacken konnten. Der European Beer Star setzt auch in Krisenzeiten hohe Maßstäbe“, so Stefan Stang, Hauptgeschäftsführer der Privaten Brauereien Bayern, zur diesjährigen Ausgabe des Bierwettbewerbs.

Ebenfalls hohe Maßstäbe setzte die Brauerei Gold Ochsen: „Unser Kristallweizen konnte vor einer international besetzten Expertenjury bestehen und sich gegen zahlreiche weitere Biere durchsetzen. Der Silber-Award zeigt, dass unser Kristallweizen zu den besten Bieren der Welt gehört!“, freut sich Ulrike Freund, Geschäftsführerin der Brauerei Gold Ochsen, über die Auszeichnung beim European Beer Star 2022.

Gold Ochsen feiert 425jähriges Jubiläum

Es gibt nur wenige Unternehmen, die auf eine 425jährige Tradition zurückblicken können. Die Brauerei Gold Ochsen in Ulm hat es geschafft. Im Jahr 1597 gründete der Wirt Gabriel Mayer in der Ulmer Herdbruckerstraße die Brauerei Gold Ochsen. Seitdem ist der Werdegang des Unternehmens, das sich seit 1867 im Besitz der Familie Leibinger befindet, fest mit der Ulmer und Neu-Ulmer Stadtgeschichte verbunden. Anlässlich des 425. Jubiläums gratulierte IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Engstler-Karrasch am 9. Juni 2022 im Namen der Industrie- und Handelskammer Ulm. Sie überreichte Ulrike Freund (geborene Leibinger), die seit 1991 die Traditionsbrauerei leitet, die Jubiläumsurkunde. Zu den Ehrengästen des in der Brauerei ausgerichteten Festakts gehörten u.a. Katrin Albsteiger, Oberbürgermeisterin der Stadt Neu-Ulm, Gunter Czisch, Oberbürgermeister der Stadt Ulm, sowie Ivo Gönner, Ulmer Oberbürgermeister von 1992 bis 2016.

Dass dieses 425. Jubiläum etwas ganz Besonderes ist, stellte Petra Engstler-Karrasch bei der Urkundenübergabe klar heraus. Damit gehöre die Brauerei Gold Ochsen laut der IHK-Hauptgeschäftsführerin in jedem Fall zu den ältesten Unternehmen der Region – eine Leistung, die große Anerkennung verdiene. Die erfolgreiche Unternehmensgeschichte führte Ulrike Freund in ihrer eigenen Rede auf den Dreiklang von Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und Durchsetzungsvermögen zurück. „In diesen 425 Jahren musste die Brauerei viele Talsohlen durchschreiten und etliche wirklich große Herausforderungen meistern. Um den sich immer wieder in den Weg stellenden Widrigkeiten zu trotzen, war stets ein enorm hohes Maß an Beharrlichkeit und Mut erforderlich.“ In dem Zusammenhang dankte Ulrike Freund nicht nur den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Brauerei, sondern auch den vielen Unterstützern außerhalb des Unternehmens. „Wir können heute auf ein Gemeinschaftswerk zurückblicken, das zu Recht stolz macht“, betont Freund. Die Verbundenheit der Brauerei mit der Region wurde in der Vergangenheit nicht zuletzt durch das große kulturelle und soziale Engagement immer wieder deutlich. Und so nutzte Ulrike Freund auch diesen Anlass und überreichte Katrin Albsteiger und Gunter Czisch jeweils einen Spendenscheck für eine in der Ulmer bzw. Neu-Ulmer Bürgerschaft verankerte Organisation. 4.250 Euro gehen an die Ulmer Bürger Stiftung. Über die gleiche Summe kann sich die Stiftung Neu-Ulm – Helfen mit Herz freuen.

Brauereifest im Herbst

Die am 9. Juni erfolgte Urkundenübergabe markiert den Startpunkt weiterer Jubiläumsfeierlichkeiten seitens der Brauerei Gold Ochsen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für ein großes, zweitägiges Fest am Unternehmensstandort im Veitsbrunnenweg auf Hochtouren. Dieses soll Anfang Oktober stattfinden, wie Ulrike Freund bereits verrät. „Dass wir seit 425 Jahren für Ulmer Brautradition einstehen können, verdanken wir nicht zuletzt den Menschen der Region, die unser Bier seit jeher zu schätzen wissen. Somit ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, das 425. Jubiläum auch gemeinsam mit ihnen zu feiern“, so die Geschäftsführerin. Details zu den Planungen folgen in Kürze.

Über die Brauerei Gol Ochsen:

1597 wird die „Wirtschaft und Rechte Herberge“ erstmals als „Brauerei zum Goldenen Ochsen“ in der Ulmer Chronik erwähnt. Seit diesem offiziellen Gründungsjahr hat sich viel getan. Was vielen anderen Brauereien der Münsterstadt nicht vergönnt war, ist dem Unternehmen gelungen: Es steht nach wie vor als Inbegriff für Ulmer Tradition und die Biere genießen mit Fug und Recht weit über regionale Grenzen hinaus Bekanntheit. Dass sie dabei auch dem nationalen und internationalen Vergleich Stand halten, beweisen zahlreiche Auszeichnungen wie beispielsweise die wiederholten Prämierungen beim World Beer Cup. Daran zeigt sich nicht zuletzt, dass der goldene Ochse, der seit jeher Kraft und Ausdauer symbolisiert, als Wappentier von Anfang an seine Berechtigung hatte.

Vor allem das Engagement der Leibingers ist eng mit der Entwicklung der Brauerei verknüpft: Am 5. Oktober 1867 erwirbt Johann Michael Leibinger für seine Söhne Paul und August Leibinger alle Baulichkeiten und sämtliches Inventar für die Summe von 130.000 Gulden. Schon ein Jahrzehnt später nimmt deren Vision einer Großbrauerei konkrete Züge an. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Um der hohen Nachfrage nachkommen zu können, zieht die Brauerei 1897 in den Veitsbrunnenweg.

Am neuen Stammsitz, der bis heute Bestand hat, wird das Fundament für einen Brauereialltag auf Höhe der Zeit gelegt. Nicht nur das Sudhaus setzt mit einer Braukapazität von 66.000 Hektolitern in der damaligen Zeit ganz neue Maßstäbe. Viele der Technologien – wie beispielsweise die brauereieigene Kühlmaschine – sind so modern, dass sie bis ins neue Jahrtausend hinein genutzt werden können.

Auch August Leibinger III., der 1930 ins Unternehmen einsteigt und 1940 die Geschäftsführung übernimmt, setzt voll und ganz auf Modernisierung und führt die Brauerei souverän durch die harten Kriegsjahre. 1960 werden mit der Gründung der Ulmer Getränke Vertrieb GmbH als Tochtergesellschaft der Brauerei entscheidende Weichen für die Zukunft des Unternehmens gestellt.

Die Fortführung des Lebenswerks von Vater August III. stellt für Ulrike Freund, die 1991 die Geschäftsführung übernimmt, bis heute eine Selbstverständlichkeit dar. In den letzten 30 Jahren hat sie das Unternehmen entscheidend geprägt.