Benediktiner Weissbier naturtrüb

Das Benediktiner Weißbier wird von der Licher Privatbrauerei für die Ettaler Klosterbrauerei hergestellt. Die Licher Privatbrauerei gehört ihrerseits zur Bitburger-Gruppe. Dort wird das Benediktiner Weißbier unter Aufsicht der Mönche nach dem Originalrezept und mit der klostereigenen Hefe gebraut. Dieses Vorgehen kenne ich von Klosterbieren aus Belgien und dort wird mit diesem Vorgehen wirklich gutes Bier gebraut. Meine Erwartungen an dieses Bier sind also hoch und über diese Messlatte muss dieses Bier kommen.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb ist dieses Bier. Dazu kommt eine sehr aktive Kohlensäure. Wie bei Weizenbieren üblich bildet sich eine schöne große Schaumkrone, cremig und weiß. Sie bleibt auch lange erhalten.

Das Aroma ist betörend. Ich rieche Banane, Ananas, Zitrone sowie einige blumige Noten. So stelle ich mir ein ordentliches Weizenbier vor.

Der Antrunk ist recht süß und die Bananennoten bringen gleich eine angenehme Fruchtigkeit mit. Durch die viele Kohlensäure ist der Antrunk aber frisch und spritzig. Er Körper ist ausgewogen, voll, rund und würzig. Leider hält sich die Kohlensäure nicht sehr lange, so dass das Bier recht schnell absteht. Da sollten sich die Brauereien noch einmal etwas einfallen lassen. Der Abgang ist leicht Bitter und klingt mittellang nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Licher Privatbrauerei Ihring-Melchior GmbH
In den Hardtberggärten
35423 Lich
www.licher.de

für

Benediktiner Weissbräu GmbH
82488 Ettal
www.benediktiner-weissbier.de

Maisel & Friends – Black IPA

Wieder einmal hat die Brauerei Maisel and Friends einen neuen Sondersud herausgebracht und hat mir eine Flasche zum Verkosten zugeschickt. Ich lasse mich normalerweise ja nicht über die Gestaltung der Etiketten aus, aber diesmal muss ich da eine Ausnahme machen. Das Rot-Schwarz und der Totenkopf des Piraten erinnern mich sofort an die Pirates of the Caribbean. Ob das Bier auch so märchenhaft ist? Das Rückenetikett verspricht zumindest schon mal eine Geschmacks-Achterbahn. Na, dann will ich mich mal überraschen lassen.

Die Brauerei beschreibt das Black IPA als dunkelbraun, fast schwarz. Ich würde es als schwarz beschreiben. Nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert etwas Rotbraun durch. Egal, zusammen mit einer guten Menge cremigen hellbraunen Schaums, der lange erhalten bleibt, sieht das Bier wirklich gut aus.

Die Nase nimmt intensive Noten von Grapefruit wahr, wenn auch nicht so hervorstechend wie bei den meisten IPAs. Auch Aromen von Ananas, anderen Südfrüchten und roten Beeren steigen mir in die Nase, unterstützt von einem Hauch dunkler Schokolade und Vanille. Auch wenn dieses Bier kräftig gehopft ist, schafft es das Malz, im Duft durchzudringen und das Aroma abzurunden.

Auf der Zungenspitze schmecke ich zunächst die intensive Malzsüße sowie einige Röststoffe und bemerke die sehr feinperlige Kohlensäure. Und dann wird es fruchtig. Ich schmecke Grapefruit und Limonen, was zusammen mit dem kräftigen Malz ein cremiges und dabei frisches Mundgefühl ergibt. Der Abgang ist durch ein kräftiges freundliches Bitter geprägt, das aber schnell nachlässt. Ein leiser Rest klingt aber lange nach.

Ja, das ist eine geschmackliche Achterbahnfahrt. Wir fahren von süß über fruchtig zu bitter und jeder Geschmack ist wirklich intensiv, ohne dabei zu dominant zu werden. Jetzt frage ich mich nur noch, zu welchem Essen das Black IPA passt. Mir fällt da eigentlich nur ein kräftig gewürztes, aber nicht scharfes, indisches Curry ein. Damit wäre der Genuss perfekt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Herkules, Topaz, Callista, Vic Secret), Hefe

Alkoholgehalt:

7,9 % Vol.

Stammwürze:

17,3° Plato

Bittereinheiten:

58 IBU

Brauerei:

Gebr. Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Dobber IPA

Großbritannien ist bekanntlich die Heimat der IPAs und daher musste ich ein britisches IPA selbstverständlich gleich mitnehmen. Falls Sie sich wundern, dass ich bei diesem Bier keine Zutatenliste veröffentliche: ich habe sie nicht vergessen. Das Bier habe ich in Amsterdam gekauft und offensichtlich ist es weder in den Niederlanden noch auf der Insel erforderlich, die Zutaten eines Biers auf der Liste aufzulisten. Da auch auf der Website der Brauerei keine Angaben zu den Zutaten gemacht werden, kann ich lediglich schreiben, dass in dem Bier sowohl Weizen als auch Gerste enthalten sind. Aber kommen wir zum Bier.

Rotgolden und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber eine durchschnittliche Menge cremiger Schaum der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Dazu sehe ich eine lebhafte Kohlensäure.

Das Aroma ist bestechend. Bereits während ich das Bier einschenke nehme ich intensive Zitrusnoten wahr. Beim näheren Riechen kommen noch Noten nach Orange, Zitronenschale, Karamell und Marzipan dazu. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und enthält nur wenig Süße. Der Körper ist zunächst fruchtig. Diese Fruchtigkeit wird schnell durch einen intensiven Bittergeschmack abgelöst. Der Abgang dagegen ist überraschend mild. Dadurch wirkt das Bier etwas unausgeglichen, es ist aber trotzdem ausnehmend gut.

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Brauerei:

Marble Brewery
41 Williamson Street
Manchester, M4 4JS
Großbritannien
www.marblebeers.com

Gänstaller Bräu XL4

Um es gleich vorweg zu sagen: dies ist der ungewöhnlichste Artikel, den ich bislang für diesen Blog geschrieben habe. Das Bier ist ungewöhnlich. Es handelt sich um ein geräuchertes IPA. IPAs gibt es in rauen Mengen und auch Rauchbiere sind mir nicht unbekannt. Die Kombination dieser beiden Spezialitäten ist mir aber bislang noch nicht untergekommen. Ungewöhnlich ist auch der Ort, aus dem das Bier stammt. Hallerndorf liegt in Oberfranken zwischen Erlangen und Bamberg. Das ist noch normal. Auch dass das Örtchen Ende 2014 lt. Wikipedia nur gut 4.000 Einwohner hatte ist eigentlich keiner Erwähnung wert. Dass es in diesem kleinen Ort sechs Brauereien gibt, ist schon erstaunlich. Jeweils 666 Einwohner sollen also eine Brauerei ernähren. Offensichtlich funktioniert es aber, zumindest indem die Brauereien über die Grenzen ihrer Stadt hinaus verkaufen. So kam es auch zu dem ungewöhnlichen Umweg, den dieses Bier auf dem Weg zu mir machte. Ich habe sie in Amsterdam beim Bierkoning gefunden. Diese Bierhandlung ist genauso ungewöhnlich wie dieses Bier. Zentral gelegen ist der Laden nur fünf Fußwegminuten vom Dam entfernt, ein kleiner Laden, der schnell übersehen werden kann. Aber in dem Laden befindet sich das Paradies für jeden Biergenießer: ständig sind mehr als 1.500 Biere im Angebot. Wenn Sie also einmal in Amsterdam sind, vergessen Sie nicht, diesen Laden in der Paleisstraat aufzusuchen. So, nun ist es aber an der Zeit, dass wir uns dem Bier zuwenden.

Goldgelb und hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine unterdurchschnittliche Menge größtenteils feinporiger Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Dazu enthält das Bier richtig viel Kohlensäure.

Das Aroma wird durch den Rauch dominiert, der die Aromen nach Zitrusfrüchten und Karamell in den Hintergrund verweist. Soweit in diesem Bier noch andere Aromen enthalten sein sollten, werden sie durch den Rauch überdeckt und meine Nase konnte sie nicht feststellen.

Der Antrunk wird durch den Rauchgeschmack dominiert und es zeigt sich, dass die Kohlensäure sehr feinperlig ist. Dadurch erhält das Bier doch noch eine gewisse Frische. Auch der Körper präsentiert sich hauptsächlich mit dem Geschmack des Rauches, so dass die sauren Noten des Hopfens kaum durchkommen. Hier wundere ich mich, dass ich die 76 Bittereinheiten kaum schmecke. Diese kommen eigentlich erst im Abgang so richtig zur Geltung, in dem sie sogar den starken Rauchgeschmack verdrängen. Der Geschmack bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Dies ist ein Bier, das man mögen muss. Mein Geschmack ist es ehrlich gesagt nicht. Für mich passt der starke Rauchgeschmack nicht zu den eher zarten Zitrus- und Fruchtaromen des Hopfens. Aber das ist Geschmackssache. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, mit diesem Bier eine Zwiebelsoße oder etwas Ähnliches zu kochen. Dort passen die starken Raucharomen und die durchaus vorhandenen Fruchtaromen geben der Soße noch einige Frische.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

76 IBU

Brauerei:

Gänstaller Bräu
Schnaid 10
91352 Hallerndorf
www.gaenstaller.de

Rügener Insel-Brauerei – Baltic Tripel

Seit 2015 braut die Insel-Brauerei in Rambin auf Rügen unter dem Motto „Expeditionen ins Bierreich“ besondere Biere. Dabei werden alte Bierstile neu interpretiert, ohne sich dabei durch das deutsche Reinheitsgebot einschränken zu lassen. Für mich steht aber eine andere Besonderheit der Insel-Brauerei im Mittelpunkt: Während etliche andere Brauer immer nur von „ihrem Hefestamm“ sprechen, also in Einzahl, verwendet die Insel-Brauerei 24 unterschiedliche Hefen, jeweils zwei für jedes der zwölf Biere, die in Rambin gebraut werden. Ich kann nicht beurteilen, wie groß die Unterschiede im Ergebnis sind, aber zumindest zeigt die Vielzahl der Hefen an, wie sorgfältig auf Rügen die Zutaten für die Biere ausgewählt werden. Jetzt steht vor mir das Baltic Triple. Das Tripel ist ein belgischer Bierstil, stark eingebraut mit einem Alkoholgehalt bis zu etwa 10 Volumenprozenten. Mal sehen, ob sich ein solches Bier auch in Mecklenburg-Vorpommern brauen lässt.

Dass die Flaschen in Papier gepackt sind, auf dem die Informationen zum Bier stehen, ist im Regal ein guter Blickfang. Außerdem ist auf diese Weise auch mehr Platz für die Informationen. So stehen auf der Flaschenverpackung auch alle Infos, die auf der Website stehen. Eine Information sticht besonders hervor: für das Bier wird eine Trinktemperatur von 16° C empfohlen. Meist wird eine deutlich niedrigere Temperatur empfohlen, für meinen Geschmack häufig eine zu niedrige Temperatur. Ich meine, je besser ein Bier schmeckt und je dunkler und stärker das Bier ist, desto wärmer kann es auch getrunken werden. Dann ist es nicht erforderlich, es fast bis auf Kühlschranktemperatur herunter zu kühlen. Offensichtlich sind die Brauer auf der Insel der gleichen Meinung.

In der Zutatenliste steht an letzter Stelle „Gewürz“. Als ich das bei der Insel Kreide erstmals gesehen habe, habe ich einmal bei der Brauerei nachgefragt, was es damit auf sich hat. Markus Berberich, der Geschäftsführer der Rügener Insel-Brauerei, hat mir damals geantwortet, dass das Bier Kreide enthält und es nicht klar war, ob die Kreide extra ausgewiesen werden muss. Da sie natürlich im Wasser gelöst vorkommt, ist es eigentlich nicht erforderlich, sie in der Zutatenliste aufzuführen. Aber verboten ist es nicht, so dass sie noch als Gewürz auf der Flasche ausgewiesen wird. Jetzt wollen wir aber endlich zum Bier kommen.

Goldgelb und leicht hefetrüb ist das Bier. Es enthält viel Kohlensäure, die vermutlich aus der Flaschengärung entsteht, während der die Hefe den zugesetzten Traubenzucker in Alkohol und Kohlensäure aufspaltet. Darüber bildet sich sehr viel sahniger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch kann ich schon mal nichts an dem Bier aussetzen.

Das Aroma lässt sich einfach als fruchtig beschreiben. Ich rieche Zitronenschale, Vanille und – für ein helles Bier eher untypisch – rote Beeren. So macht das Bier Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß und spritzig. Obwohl die Süße nicht intensiv ist, zeigt sich von Anfang an ein kräftiger Geschmack auf der Zunge, der durch eine leichte Würzigkeit unterstützt wird. Schnell breitet sich der Geschmack im Mund aus und bringt dann eine ordentliche Fruchtigkeit mit. Ich schmecke Zitronen, Bananen und Ananas, dazu etwas Apfel. Süße und Säure sind ausgewogen, Bitter ist eher zu ahnen. Der Abgang ist überraschend fruchtig und langanhaltend.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Traubenzucker, Naturhopfen, Hefe, Gewürz

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei GmbH
Hauptstr. 2c
18573 Rambin
www.insel-brauerei.de

Klüvers – Alkoholfreies Weizen

Bis in die 1980er Jahre war Weizenbier eigentlich nur in Bayern bekannt. Dann machte es sich aber auf, ganz Deutschland zu erobern und besonders in den Sommermonaten erreichen die Weizenbiere in den Biergärten einen erheblichen Marktanteil. Jetzt steht ein Weizenbier aus Schleswig-Holstein vor mir, das aus der Braumanufaktur Klüvers in Neustadt/Holstein stammt. Dort betreibt die Familie Klüver seit dem Jahr 1993 in der alten Fischhalle das Neustädter Brauhaus, in dem es neben einer regional geprägten Brauhausküche auch neun ständige Biersorten sowie einige saisonale Sondersude zu verkosten gibt. Ein Besuch lohnt sich sicher. Jetzt steht das erste Bier aus der Braumanufaktur vor mir, das alkoholfreie Weizen.

Strohgelb und kräftig hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Beim Einschenken bildet sich sehr viel weißer cremiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch hat Braumeister Steve Michalak schon mal alles richtiggemacht.

Das Aroma überrascht mich, ja, es irritiert mich sogar etwas. Eigentlich hatte ich einen fruchtigen Duft nach Malz, Banane und eventuell noch anderen Südfrüchten erwartet. Aber wonach duftet dieses Weizenbier? Die zweite Nase bringt es an den Tag: dieses Bier duftet intensiv nach Weizen, genauer gesagt nach frisch gemahlenem Weizenmehl. Ungewohnt, überraschend, aber wirklich gut. Hoffentlich kann das Bier diesen Eindruck auch weiter durchhalten.

Der Antrunk ist kaum süß und auch die Fruchtigkeit hält sich vornehm im Hintergrund. Wie beim Aroma steht auch hier eine kräftige Getreidigkeit im Vordergrund. Dazu kommen der sanfte Geschmack der Hefe und schnell auch eine leichte Bitternote. Insgesamt ist das Bier vollmundig, süffig und ausgewogen, aber mit einem eigenen Charakter. Der Abgang ist fruchtig und nur leicht bitter, klingt aber überraschend lange nach.

Dieses Weizenbier ist absolut anders als ich es erwartet hatte, aber es ist in seiner Unverwechselbarkeit wirklich gut.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt,  Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5°Plato

Brauerei:

Klüvers Delikatessen
Manufaktur GmbH & Co. KG
Schiffbrücke 2-4
23730 Neustadt in Holstein
www.kluevers.com

BierSelect

Sierra Nevada – Torpedo Extra IPA

In der Regel bevorzuge ich ja Biere aus kleinen Brauereien, die ihr Bier in der jeweiligen Region vertreiben. Jetzt gehe ich aber mal wieder fremd und teste ein Bier aus den USA, das Sierra Nevada Torpedo Extra IPA. Mal sehen, wie sich das Bier so schlägt und ob es auch einem europäischen Gaumen gefällt.

Bernsteinfarben steht das Bier im Glas. Es enthält etwas Hefe, nicht so viel wie ein europäisches naturtrübes Bier, aber immerhin. Darüber steht eine durchschnittliche Menge feinporiger elfenbeinfarbener Schaum, der lange erhalten bleibt. Ich stelle fest, dass das Bier recht wenig Kohlensäure enthält.

Das Aroma ist nicht so intensiv wie bei deutschen IPAs, dafür aber recht komplex. Ich stelle Zitrusfrüchte, Toffee, geröstete Nüsse und Gewürze fest. Mir hat ein Biersommelier erklärt, dass die USA im Züchten von Hopfensorten deutlich weiter sind als die deutschen Hopfenbauern. Dieses Bier könnte durchaus der lebende Beweis für diese Aussage sein.

Der Antrunk präsentiert sich angenehm mit geringer Süße. Dafür bemerke ich, dass das Torpedo mehr Kohlensäure enthält als zu sehen war. Die Kohlensäure ist extrem feinperlig und verleiht dem Bier eine ungeahnte Frische. Ich denke spontan, dass die deutschen Brauer noch etwas üben müssen, um zu einer so feinen Kohlensäure zu kommen. Der Körper enthält weniger Säure als deutsche IPAs, dafür dominieren die bitteren Noten. Das Bittere dominiert auch den Abgang, aber der Geschmack lässt recht schnell nach.

Ich mag dieses Bier, aber eventuell habe ich den Fehler gemacht, dieses IPA zu sehr mit dem deutschen Pendent zu vergleichen. Vermutlich muss ich in Zukunft das amerikanische IPA als eigenen Bierstil betrachten, dieses Bier unterscheidet sich jedenfalls recht deutlich von den PIAs, die ich aus Deutschland kenne.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

17,0° Plato

Brauerei:

Sierra Nevada Brewing Co.
Chico,CA & Mills River NC.
USA
www.sierranevada.com

Einbecker – Ainpöckisch Bier 1378

Das Ainpöckisch Bier 1378 ist ein weiteres Bockbier aus Einbeck. Im Gegensatz zu den anderen Bockbieren dieser Brauerei enthält dieses Bier Hefe. Da auch die klaren Böcke aus Einbeck mir gut gefallen haben und da mit der Hefe auch Geschmacksstoffe aus dem Bier entfernt werden, erwarte ich hier ein wirklich geschmackvolles Bier. Das Ainpöckisch Bier, das im Jahr 1378 erstmals urkundlich erwähnt wurde, wird nach Angaben der Brauerei nach traditioneller Rezeptur gebraut, ist unfiltriert und hopfenbetont. Zu Zeiten der Hanse war Ainpöckisch Bier im gesamten Hanseraum begehrt und selbst Martin Luther lobte 1521: „Der beste Trank, den einer kennt, wird Ainpöckisch Bier genennt.“ Na, dann wollen wir mal. Vor dem Öffnen der Flasche müssen wir diese aber erst einmal etwas schütteln, da sich die Hefe am Boden abgesetzt hat und sich erst einmal wieder mit dem Bier vermischen muss, damit wir in den vollen Genuss dieses Bieres kommen.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist das Ainpöckisch, die Krone ist leicht überdurchschnittlich hoch und sehr feinporig. Sie bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet würzig, leicht süß und nach Hefe. Halt so, wie ein gutes Bockbier riechen soll, die einzige Besonderheit ist der Duft der Hefe.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß und das Bier enthält eine gute Menge feinperliger Kohlensäure. Der Körper ist sehr vollmundig. Zur Süße kommt jetzt etwas der Geschmack der Hefe sowie ein leichtes Bitter. Das Bier macht einen wirklich ausgewogenen Eindruck. Im Abgang nimmt das angenehme Bitter zu und der Geschmack klingt lange nach.

Zu dem Bier passen Schmorbraten, Wild und Frikadellen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

16,4 %

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
Papenstr. 4-7
37574 Einbeck
www.einbecker.de

BierSelect

Zombräu – Motor Oil

Craftbeer-Revolution beschreibt Zombräu so: „Zombräus Mission ist es, der Welt zu zeigen, was Bier alles kann. Niemals aufhören zu experimentieren und niemals aufhören sich zu verbessern. Bier ist für die beiden Brauer Tobi und Basti keine Massenware. Für sie ist Bier so kompliziert und einzigartig, wie das Leben selbst. Und sie wollen dafür sorgen, dass das auch so bleibt.“ Ich habe die beiden Brauer vor einiger Zeit in Bayreuth kennengelernt und kann diese Aussagen nur bestätigen. Jetzt steht das Motor Oil vor mir, ein Imperial Stout, das auf dem Etikett ein Versprechen gibt: „Guaranteed Satisfaction“. Ein hoher Anspruch, von dem ich hoffe, dass dieses Bier ihn erfüllt.

Blickdicht schwarz ist das Bier, mit einer durchschnittlichen Menge mittelbraunen feinporigen Schaums, der lange erhalten bleibt. Optisch ist an dem Motor Oil nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Espresso, Schokolade und Karamell, unterstützt durch einen Hauch Vanille. Das macht schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist nicht allzu süß und durch die sehr feinperlige Kohlensäure wunderbar frisch. Damit entspricht das Bier nicht meinen Erwartungen, sondern es überrascht mich. Die Überraschung ist aber durchaus positiv. Langsam entwickelt sich aber eine samtige Süße zusammen mit dem Geschmack nach Espresso und Karamell, unterstützt durch ein ordentliches Bitter. Jetzt ist das Bier vollmundig und wärmend, auch der Alkoholgehalt von 7,5 Volumenprozent passt sich gut in das Geschmacksbild ein. Das Bier geht runter wie Öl. Im Abgang kommt die Schokolade mit einem langen Nachklang in den Vordergrund.

Das Motor Öl ist einfach ein tolles Bier, das zu vielen Desserts und anderen Süßspeisen passt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmal (Pilsener Malz, Caraamber, Caraaroma, Röstmalz, Chocolate Malt), Hopfen (Nugget), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

19° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
84051 Mirskofen
www.zombraeu.com

Alpirsbacher – Kloster Starkbier

Auf dieses Bier bin ich besonders gespannt. Aus der Alpirsbacher Brauerei kommen eher milde Biere, bei denen die Brauer eher mit dem Malz experimentieren (und das mit wirklich gutem Ergebnis) und bei denen der Hopfen eher dezent eingesetzt wird. Wie passt das mit einem Starkbier zusammen? Das werde ich bei dieser Verkostung versuchen zu ergründen. Das Etikett verrät mir, dass das Bier ausschließlich mit Naturhopfen gebraut wurde, ansonsten enthält es keine erwähnenswerten Fakten. Dann kann ich ja mit der Verkostung beginnen.

In einem intensiven leuchtenden Goldgelb präsentiert sich das Bier. Abgerundet wird das Bild durch den weißen feinporigen Schaum, der auch einige Zeit erhalten bleibt. Mir fällt auch die große Menge Kohlensäure auf.

Das Aroma ist bestechend vielfältig. Karamelldüfte mischen sich mit Trockenfrüchten und Honig. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist bereits geschmacksintensiv und spritzig. Der Körper fällt durch einen intensiven süßen Malzgeschmack auf, dabei ist er rund, obwohl er kaum Bitternoten und auch keine Säure erkennen lässt. Das Bittere kommt erst im Abgang intensiv zum Vorschein, die Bittertöne bleiben aber sehr angenehm und der Geschmack bleibt auch lange erhalten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Alpirsbacher Klosterbräu
72275 Alpirsbach
http://www.alpirsbacher.de