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Bierothek-Gruppe in der Insolvenz: Wie geht es weiter mit dem Craft Beer-Händler?

Die Bierothek-Gruppe steht unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Betroffen sind sowohl die Bierothek GmbH als auch die Bierothek Marketplace GmbH. Das Amtsgericht Bamberg hat entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu prüfen und die Vermögenswerte zu sichern.

Komplexes Geschäftsmodell unter Druck

Die Bierothek hat sich in den vergangenen Jahren als Plattform für Craft- und Spezialitätenbiere etabliert. Das Konzept kombinierte Online-Shop, Marktplatz und stationäre Filialen und bot eine breite Auswahl nationaler und internationaler Biere.

Zum Geschäftsmodell gehörten neben dem klassischen E-Commerce auch ein Franchise-Netzwerk sowie eigene technische Lösungen für den Marktplatz. Branchenbeobachter sehen jedoch genau hier eine der Herausforderungen: Die Strategie galt als kapitalintensiv, insbesondere durch Expansion, Logistik und Marketing.

Vorläufige Insolvenz – wie geht es weiter?

Die Geschäftsführung bleibt weiterhin im Amt, agiert jedoch unter Aufsicht der eingesetzten Insolvenzverwalter. Wichtige Entscheidungen können nur noch in Abstimmung mit diesen getroffen werden.

Ziel der aktuellen Phase ist es, die wirtschaftliche Situation zu analysieren und mögliche Perspektiven zu prüfen. Dazu zählen unter anderem ein Einstieg von Investoren, eine Sanierung des Unternehmens oder auch die Aufgabe einzelner Geschäftsbereiche.

Beispiel für strukturelle Probleme

Experten sehen den Fall der Bierothek-Gruppe als symptomatisch für die aktuellen Herausforderungen im spezialisierten E-Commerce. Hohe Kosten für Logistik und Marketing treffen auf eine teilweise schwächelnde Nachfrage und begrenzte Skalierungsmöglichkeiten.

Biermarkt im Wandel

Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der sich der gesamte Biermarkt im Umbruch befindet. Laut Statistischem Bundesamt ist der Absatz von alkoholhaltigem Bier zuletzt auf einen historischen Tiefstand gesunken, während alkoholfreie Varianten weiter an Bedeutung gewinnen.

Besonders kleinere und mittelständische Brauereien stehen unter Druck. Steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Transport sowie verändertes Konsumverhalten führen dazu, dass immer mehr Betriebe wirtschaftliche Schwierigkeiten bekommen.

In jüngerer Zeit mussten bereits mehrere Brauereien schließen oder wurden übernommen. Beispiele sind die Craftbier-Brauerei Landgang in Hamburg oder Traditionsbetriebe wie Weltenburger und Bischofshof, die in größere Braugruppen integriert wurden.

Unsichere Zukunft

Wie es mit der Bierothek konkret weitergeht, ist derzeit offen. Die kommenden Wochen dürften entscheidend sein: Ob sich ein Investor findet, eine Restrukturierung gelingt oder Teile des Geschäfts eingestellt werden müssen, bleibt abzuwarten.

Für die Craft-Bier-Szene wäre ein dauerhafter Verlust jedoch ein spürbarer Einschnitt – schließlich war die Bierothek für viele Konsumenten eine wichtige Anlaufstelle für besondere Biere aus Franken, Deutschland und aller Welt.

Rückruf bei Gutmann: Alkoholfreies Hefeweizen betroffen

Die Brauerei Gutmann e.K. hat einen Rückruf für zwei alkoholfreie Biersorten gestartet. Betroffen sind sowohl das helle alkoholfreie Hefeweizen als auch das dunkle alkoholfreie Hefeweizen. Grund für die Maßnahme ist eine mögliche Nachgärung in einzelnen Flaschen.

Welche Produkte sind betroffen?

Vom Rückruf betroffen sind:
– Helles alkoholfreies Hefeweizen: alle Flaschen mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis einschließlich 25.09.2026, insbesondere die Charge mit MHD 19.07.2026
– Dunkles alkoholfreies Hefeweizen: alle Flaschen mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis einschließlich 25.09.2026, insbesondere die Charge mit MHD 12.07.2026

Die Chargenkennzeichnung befindet sich auf dem Rückenetikett direkt hinter dem Mindesthaltbarkeitsdatum.

Warum wird das Bier zurückgerufen?

Bei der Abfüllung kann es in Einzelfällen zu einer unerwünschten Nachgärung durch Hefe gekommen sein. Dadurch können zwei Risiken entstehen: Zum einen kann der Alkoholgehalt über den gesetzlich erlaubten Grenzwert für alkoholfreies Bier ansteigen. Zum anderen kann sich in der Flasche ein erhöhter Druck aufbauen, der im schlimmsten Fall zu Glasbruch führen kann.

Was sollten Verbraucher beachten?

Die Brauerei bittet ausdrücklich darum, die betroffenen Biere nicht zu konsumieren. Zudem sollten die Flaschen vorsichtig gehandhabt und transportiert werden, um mögliche Gefahren durch Druckaufbau zu vermeiden.

Bis zur Rückgabe empfiehlt es sich, die Flaschen kühl – idealerweise unter 10 °C – und lichtgeschützt zu lagern, um die Aktivität der Hefe zu verlangsamen.

Rückgabe und Kontakt

Die Brauerei erstattet selbstverständlich den Kaufpreis für ungeöffnete Flaschen. Die Rückgabe kann entweder direkt bei der Brauerei oder im jeweiligen Handel erfolgen. Alternativ ist auch eine individuelle Abstimmung möglich.

Für Rückfragen steht eine Hotline zur Verfügung:
+49 (0) 84 23 / 99 66 – 88
(Montag bis Donnerstag: 08:00 – 17:00 Uhr, Freitag: 08:00 – 12:00 Uhr)
E-Mail: hotline@brauerei-gutmann.de

Verbraucherschutz im Fokus

Der Rückruf erfolgt im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes. Die Brauerei Gutmann betont, dass Sicherheit und Qualität oberste Priorität haben. Der Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig sorgfältige Produktions- und Lagerbedingungen sind – auch bei alkoholfreien Bieren.

Maisel & Friends – Artbier #8

Nun ist es da – das inzwischen achte Artbier von Maisel & Friends. Für diese Serie von Sondersuden gestaltet immer ein anderer Street Art-Künstler das Etikett. Für dieses Bier stammt das Etikett vom belgischen Künstler Lobster Robin. Er verbindet in seiner Arbeit auf einzigartige Weise klassische Illustration mit der Dynamik von Streetart. Mit einem Hintergrund in Illustration und Animation verfügt er über ein ausgeprägtes Gespür für Licht, Farben und feine Details – Fähigkeiten, die seinen Werken eine besondere Tiefe verleihen.

Gleichzeitig fließt die rohe, ungezähmte Energie von Graffiti und urbaner Kunst in seine Arbeiten ein. So entstehen visuell intensive, oft psychedelisch anmutende Bildwelten, die gleichermaßen faszinieren und herausfordern. Lobster Robin schafft es, vertraute Motive aus ungewohnten Perspektiven zu zeigen und den Betrachter in eine farbenreiche, fast traumartige Realität zu ziehen, die lange nachwirkt.

Jetzt ist es aber an der Zeit, dass ich mit der Verkostung beginne die Flasche öffne und das Bier einschenke. Das Artbier #8 von Maisel & Friends präsentiert sich im Glas in einem hellen Goldton mit ausgeprägter Hefetrübung. Der feinporige, weiße Schaum baut sich stabil auf und bleibt erfreulich lange erhalten.

In der Nase zeigt sich ein wahres Fruchtfeuerwerk: Zitrus, Ananas, Maracuja und Pfirsich verbinden sich zu einem intensiven, einladenden Aromenspiel, das sofort Lust auf den ersten Schluck macht.

Der Antrunk ist spritzig und lebendig, begleitet von einer angenehm zurückhaltenden Süße. Am Gaumen steht die Frucht klar im Vordergrund, ohne dabei den Malzkörper zu überdecken. Dieser sorgt für die nötige Balance und verleiht dem Bier Struktur. Hinzu kommt eine deutliche, fruchtige Bittere, die präsent ist, aber nie dominierend wirkt. Das Mundgefühl bleibt dabei weich und frisch. In der Kehle zeigt sich das Bier trockener, während Frucht und Bittere noch einmal gemeinsam auftreten. Besonders die Bittere bleibt lange erhalten und sorgt für einen nachhaltigen Eindruck.

Insgesamt ist das Artbier #8 ein sehr zugängliches IPA auf hohem Niveau – aromatisch intensiv, ausgewogen und mit hohem Trinkfluss. Und wie bei allen Sondersuden gilt: schnell sein lohnt sich, denn weg ist weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Krush, Mosaic, Simcoe, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

13,7° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Rückruf bei Brauerei Holzhauser: Explosionsgefahr bei alkoholfreiem Bier

Die Brauerei Holzhauser hat aktuell einen Rückruf für zwei alkoholfreie Biersorten gestartet. Betroffen sind das alkoholfreie Weißbier sowie das alkoholfreie Helle in der 0,5-Liter-Glasflasche. Grund für die Maßnahme ist eine mögliche Nachgärung in einzelnen Flaschen, die im schlimmsten Fall zu gefährlichem Überdruck und sogar Glasbruch führen kann.

Welche Produkte sind betroffen?

Der Rückruf betrifft konkret folgende Chargen:
– Alkoholfreies Weißbier mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis Juli 2026
– Alkoholfreies Helles mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis November 2026

Warum besteht Gefahr?

Nach Angaben der Brauerei kann es bei der Abfüllung in Einzelfällen zu einer unerwünschten Nachgärung durch Hefe gekommen sein. Dadurch können zwei Probleme auftreten: Zum einen kann der Alkoholgehalt über die gesetzlich zulässige Grenze für alkoholfreies Bier ansteigen. Zum anderen kann sich in der Flasche ein erhöhter Druck aufbauen. Im Extremfall besteht dadurch die Gefahr, dass Flaschen bersten – mit entsprechendem Verletzungsrisiko.

Was sollten Verbraucher jetzt tun?

Die Brauerei rät dringend davon ab, die betroffenen Biere zu konsumieren. Stattdessen sollten die Flaschen ungeöffnet im Handel zurückgegeben werden. Besonders wichtig ist dies für Personen, die bewusst auf Alkohol verzichten möchten oder müssen.

Bis zur Rückgabe empfiehlt es sich, die Flaschen kühl (unter 10 °C) und lichtgeschützt zu lagern, um eine weitere Aktivität der Hefe möglichst zu verlangsamen.

Vorbeugender Verbraucherschutz

Der Rückruf erfolgt ausdrücklich aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes. Ziel ist es, mögliche gesundheitliche Risiken sowie Gefahren durch Glasbruch frühzeitig zu vermeiden.

Für Verbraucher zeigt der Fall einmal mehr, dass auch bei scheinbar unproblematischen Produkten wie alkoholfreiem Bier Sorgfalt bei Herstellung und Lagerung entscheidend ist.

Weltenburger – Helles Alkoholfrei

Das Weltenburger Helle Alkoholfrei präsentiert sich im Glas in einem goldenen Farbton mit leicht orangem Einschlag und glanzfeiner Klarheit. Der feinporige Schaum ist eher zurückhaltend, zeigt jedoch eine sehr gute Standfestigkeit.

In der Nase dominieren getreidige und süßliche Noten, begleitet von einer dezenten Blumigkeit des Hopfens. Der Antrunk wirkt deutlich süß, getragen von einer sehr feinperligen, eher zurückhaltend dosierten Kohlensäure.

Im weiteren Verlauf steht das Getreide klar im Mittelpunkt, harmonisch ergänzt durch die blumigen Hopfenaromen. Die Bittere bleibt dezent, das Mundgefühl weich und rund. Insgesamt erinnert der Eindruck stellenweise an eine milde, leicht malzige Limonade.

Im Abgang zeigt sich der Hopfen nochmals mit einer angenehmen, freundlichen Bittere und einer anhaltenden Blumigkeit, die vergleichsweise lange nachklingt.

Persönlich trifft das Bier nicht meinen Geschmack, dennoch lässt sich nachvollziehen, warum es insbesondere für Liebhaber milder, süffiger alkoholfreier Biere attraktiv sein kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz. Hopfen (Herkules, Tradition, Blanc), Kohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

5,6° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brauerei Bischofshof GmbH & Co. KG
Heitzerstraße 2
93049 Regensburg
www.weltenburger.de

Hertl – Schwiegermutter`s Rache

Die Braumanufaktur Hertl ist bekannt für kreative Biere mit Augenzwinkern – und bei „Schwiegermutters Rache“ macht Detlef Hertl keine Ausnahme. Aber nicht nur beim Benennen seiner Biere gibt Detlef sich redliche Mühe, sondern auch beim Brauen. Daher haben mir bislang alle Biere gefallen, die ich in der Vergangenheit bereits verkostet habe. Ich hoffe, dass dies auch auf das alkoholfreie Weißbier zutrifft, das jetzt vor mir steht.

Im Glas präsentiert sich das Bier in einem klassischen, naturtrüben Goldton mit leicht orangenen Reflexen. Die Schaumkrone ist üppig, fest und strahlend weiß – so, wie man es sich von einem fränkischen Weizenbier wünscht.

In der Nase entfaltet sich ein typisch hefig-fruchtiges Aromenspiel: Banane, ein Hauch Nelke und eine dezente Zitrusnote steigen auf. Dazu gesellen sich leichte Getreidenoten und eine angenehme Frische, die direkt Lust auf den ersten Schluck macht.

Der Antrunk ist weich und erstaunlich vollmundig für ein alkoholfreies Bier. Eine feine Malzsüße trifft auf die klassische Weizenaromatik mit Banane und leichter Würze. Die Kohlensäure ist etwas knapp dosiert, sorgt aber trotzdem für ein angenehm spritziges Mundgefühl. Im weiteren Verlauf bleibt das Bier mild, frisch und sehr ausgewogen – die Bittere ist stiltypisch kaum wahrnehmbar, was den süffigen Charakter zusätzlich unterstreicht. Der Körper ist schlank bis mittel, ohne wässrig zu wirken. Auch in der Kehle zeigt sich das Bier sauber, erfrischend und mit einem dezenten Hefeton, der langsam ausklingt.

„Schwiegermutters Rache“ ist ein alkoholfreies Weißbier, das seinem großen Vorbild erstaunlich nahekommt. Fruchtig, weich und unkompliziert – und genau das Richtige für alle, die vollen Geschmack bei klarem Kopf genießen möchten.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de

Paulaner expandiert nach China – Partnerschaft mit Tsingtao soll Wachstum ankurbeln

Während viele Brauereien hierzulande mit rückläufigem Konsum kämpfen, richtet die Münchner Paulaner Brauerei Gruppe den Blick nach vorn – und vor allem nach Osten. Gemeinsam mit der chinesischen Traditionsbrauerei Tsingtao wurde nun eine langfristige Partnerschaft beschlossen, die den Zugang zu einem der wichtigsten Biermärkte der Welt weiter öffnen soll.

Kern der Zusammenarbeit ist der Export des „Münchner Hell“ nach China, wo es künftig exklusiv vertrieben wird. Gleichzeitig arbeiten beide Brauereien an einer neuen Lagerbiersorte, die gezielt für die Vorlieben der chinesischen Konsumenten entwickelt wurde. Ein Spagat zwischen bayerischer Brautradition und internationalem Geschmack – durchaus ambitioniert, aber offenbar gewollt.

Dass China für Paulaner kein Nebenprojekt ist, macht Geschäftsführer Jörg Biebernick deutlich: „China ist für uns ein strategisch wichtiger Markt“. Und er ergänzt: „Als größter Biermarkt der Welt bietet er erhebliches Potenzial für unsere internationale Wachstumsstrategie. Im Weißbiersegment sind wir bereits heute eine der führenden Marken im chinesischen Markt – mit klarem Anspruch, unsere Position weiter auszubauen. Mit Tsingtao haben wir einen starken Partner an unserer Seite, mit dem wir weiteres Marktpotenzial erschließen und unsere Präsenz im chinesischen Markt konsequent ausbauen wollen.“

Auch auf chinesischer Seite sieht man in der Kooperation mehr als nur ein gemeinsames Projekt. Cai Zhiwei, verantwortlich für Vertrieb und Marketing bei Tsingtao, beschreibt die Zusammenarbeit als wichtigen Schritt: „Die Zusammenarbeit mit Paulaner ist ein wichtiger Schritt, um die Positionierung der Produkte beider Partner im Premiumsegment gezielt zu stärken“. Weiter führt er aus: „Für Tsingtao steht Qualität an erster Stelle – mit dem klaren Anspruch, den Verbrauchern die besten Produkte zu bieten. Dieser Wert stimmt weitgehend mit dem von Paulaner überein und bildet die Grundlage für eine starke Partnerschaft zwischen zwei führenden Biermarken. Gemeinsam werden wir einen Synergieeffekt erzielen, bei dem eins plus eins mehr als zwei ist, und den Verbrauchern ein vielfältigeres und hochwertigeres Biererlebnis bieten.“

Damit die hohen Qualitätsstandards eingehalten werden, arbeiten die Braumeister beider Häuser eng zusammen. Ziel ist es, ein Bier zu entwickeln, das die Münchner Braukunst widerspiegelt und gleichzeitig die Erwartungen der Konsumenten vor Ort trifft. Gebraut wird nach dem bayerischen Reinheitsgebot und mit original deutschem Hopfen – ein klares Bekenntnis zur Herkunft, auch fern der Heimat.

Die Markteinführung des neuen Lagerbiers ist für den Sommer 2026 geplant. Für Paulaner ist die Kooperation ein weiterer Schritt in Richtung Internationalisierung – und vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass die Zukunft des Biermarktes nicht nur in traditionellen Hochburgen entschieden wird.

Orca Brau – Local IPA

Golden und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste und feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Schon optisch wird klar, dass hier ein modernes, hopfenbetontes Bier wartet.

In der Nase entfaltet sich ein vielschichtiges Aromenspiel. Zitrusnoten von Grapefruit und Limette treffen auf tropische Eindrücke wie Mango und Maracuja, abgerundet durch Düfte nach Ananas und Honig. Dazu gesellt sich ein dezenter Anklang von Steinfrucht, der dem Bouquet zusätzliche Tiefe verleiht.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus, die allerdings für meinen Geschmack etwas zu zurückhaltend dosiert wurde. Am Gaumen zeigt sich das IPA angenehm zugänglich und ausgewogen. Die Fruchtigkeit steht klar im Vordergrund, wird jedoch von einer schlanken Malzbasis getragen, die für Struktur sorgt, ohne sich aufzudrängen. Die freundliche Bittere ist moderat, sauber eingebunden und unterstützt die Fruchtaromen, anstatt sie zu überdecken. Im Abgang zeigt sich das Bier leicht trocken mit einer anhaltenden, feinherben Hopfennote, die lange nachklingt und Lust auf den nächsten Schluck macht.

Das Local IPA von Orca Bräu ist ein  modernes, fruchtbetontes IPA mit guter Balance und hohem Trinkfluss. Kein extremes Hopfenbrett, sondern ein durchdachtes, zugängliches Bier, das sowohl Einsteiger als auch erfahrene IPA-Trinker anspricht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Orca Brau
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
https://orcabrau.de/

Maisel & Friends – Fusion IPA

Jetzt steht das Fusion IPA vor mir, ein Bier, das Maisel & Friends gemeinsam mit der norwegischen Brauerei Lervig entwickelt und gebraut hat. Über Maisel & Friends habe ich bereits an verschiedenen anderen Stellen geschrieben, aber Lervig wohl noch nicht. Hier also einige Anmerkungen zu den Norwegern, bevor ich das Bier beschreibe:

Die Lervig aus Stavanger zeigt eindrucksvoll, wie moderne Craft-Braukunst heute funktioniert: unabhängig, experimentierfreudig und mit einem klaren Anspruch an Qualität. Die norwegische Brauerei ist fest in Stavanger verwurzelt, denkt aber längst global. Lervig versteht sich als unabhängiger Betrieb, der bewusst seinen eigenen Weg geht. Statt sich an Trends anzupassen, braut man hier vor allem das, was man selbst gerne trinkt – und das mit einer beeindruckenden Bandbreite. Vom unkomplizierten Pils oder Pale Ale bis hin zu komplexen, fassgereiften Stouts, Barley Wines und wilden Sauerbieren ist alles dabei, was das Craft-Herz höherschlagen lässt.

Dabei gilt ein Grundsatz: Qualität steht immer über wirtschaftlichen Kompromissen. Lervig verlässt regelmäßig die eigene Komfortzone, probiert Neues aus und lässt sich weltweit inspirieren. Reisen, Verkostungen und Kollaborationen mit renommierten Brauern gehören fest zur Philosophie. So entstehen Biere, die sowohl zugänglich als auch anspruchsvoll sein können – je nachdem, worauf man gerade Lust hat.

Ein entscheidender Faktor hinter dem Erfolg ist das Team. Bei Lervig arbeitet eine internationale Mannschaft, die ihre unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen in die Braukunst einbringt. Diese Mischung sorgt dafür, dass die Biere nicht nur technisch überzeugen, sondern auch kreativ und abwechslungsreich bleiben.

Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt sich auch über die Grenzen Norwegens hinaus. Lervig exportiert seine Biere inzwischen in über 30 Länder und erreicht damit eine stetig wachsende Fangemeinde. Gleichzeitig sorgt man dafür, dass die Kernbiere jederzeit verfügbar bleiben – ein Balanceakt zwischen Innovation und Verlässlichkeit.

Lervig ist eine Brauerei, die sich nicht festlegen lässt. Mal unkompliziert, mal komplex – aber immer mit dem Anspruch, richtig gutes Bier zu brauen.

Wenn diese Brauerei mit Maisel & Friends gemeinsam ein Bier braut, kann ja eigentlich nur etwas Großes entstehen. Das Fusion IPA bringt zwei kreative Brauwelten zusammen – und genau das merkt man vom ersten Moment an.

Im Glas präsentiert sich das Fusion IPA in einem satten, leicht trüben hellen Goldton. Die schneeweiße Schaumkrone baut sich cremig auf, bleibt stabil stehen und hinterlässt beim Trinken feine Spitzen am Glasrand – ein optischer Auftakt, der Lust auf mehr macht.

In der Nase entfaltet sich ein vielschichtiges Aromenspiel. Zunächst steigen intensive tropische Noten auf: Mango, Maracuja und Ananas geben klar den Ton an. Dahinter folgen Zitrusanklänge von Grapefruit und Limette, begleitet von einer feinen harzigen Note, die dem Ganzen Tiefe verleiht. Ein Hauch von Steinfrucht und eine dezente florale Komponente runden das Bouquet ab, ohne es zu überladen. Kurz gesagt nimmt die Nase einen Obstsalat wahr.

Der Antrunk ist weich und saftig, fast schon samtig mit einer angenehmen Malzsüße. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, aber leider etwas knapp dosiert. Die Fruchtnoten setzen sich sofort durch und erinnern an einen frisch gepressten tropischen Saft. Doch bevor es zu verspielt wird, baut sich eine angenehm präzise Bittere auf. Diese ist deutlich präsent, aber genau wie die 7,9 Volumenprozent Alkohol, hervorragend eingebunden – sie geben dem Bier Struktur, ohne die Fruchtigkeit zu überdecken. In der Kehle ist das Bier trocken, leicht harzig und von einer anhaltenden, eleganten Bittere geprägt. Die tropischen Fruchtnoten klingen langsam aus und machen Platz für eine angenehme, leicht herbe Nachwirkung, die direkt zum nächsten Schluck einlädt.

Insgesamt ist das Fusion IPA ein Paradebeispiel für eine gelungene Zusammenarbeit. Es vereint Intensität und Trinkbarkeit, Komplexität und Klarheit – und zeigt, wie spannend Bier werden kann, wenn zwei kreative Köpfe gemeinsam am Sudkessel stehen. Ein IPA, das sowohl Kenner begeistert als auch Einsteiger problemlos abholt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Citra, Idaho 7, Galaxy, Mosaic), Hefe

Alkoholgehalt:

7,9 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

in Zusammenarbeit mit

Lervig Aktiebryggeri
Vierveien 1
Hillevåg
4016 Stavanger
Norwegen
www.lervig.no

Hopfenanbau in Deutschland wird Kulturerbe: Das „grüne Gold“ offiziell gewürdigt

Bild: Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., 85283 Wolnzach

Wenn es um Hopfen geht, spielt Deutschland ganz vorne mit – genauer gesagt: ganz oben. Mit rund 35 Prozent Weltmarktanteil ist die Bundesrepublik der größte Hopfenproduzent der Welt. In Regionen wie der Hallertau, Tettnang, Spalt, Elbe-Saale und Bitburg gehört der Hopfen nicht nur zur Landschaft, sondern zum Leben selbst.

Umso größer war die Freude, als am 24. März 2026 eine Nachricht aus München eintraf: Der bayerische Ministerrat hat beschlossen, den „Hopfenanbau in Deutschland“ in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Eine Entscheidung, die zeigt, dass Hopfen längst mehr ist als nur eine Zutat im Bier.

Angestoßen wurde dieser Schritt bereits im Herbst 2025. Der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V. erarbeitete gemeinsam mit dem Deutschen Hopfenmuseum und dem Bayerischen Brauerbund einen Antrag, der die besondere kulturelle Bedeutung des Hopfenanbaus hervorhebt. Unterstützt wurde dieser schließlich durch ein unabhängiges Expertengremium, das sich klar für die Aufnahme aussprach.

Doch was macht den Hopfenanbau eigentlich so besonders? Es ist vor allem das Wissen, das dahintersteckt. Hopfen wächst nicht einfach so – er wird angebaut, gepflegt, geerntet und verarbeitet. Jede Phase erfordert Erfahrung, Fingerspitzengefühl und ein tiefes Verständnis für die Pflanze. Dieses Wissen wird über Generationen weitergegeben und ständig weiterentwickelt.

Dabei geht es längst nicht nur um Landwirtschaft oder Wirtschaft. Der Hopfen prägt den Alltag der Menschen, die mit ihm arbeiten. Er beeinflusst ihre Entscheidungen, ihren Jahresrhythmus und oft auch ihre Identität. Hopfenbau ist kein Job, sondern ein Lebensgefühl.

Genau das war auch entscheidend für die Anerkennung als Kulturerbe. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Geschichte, sondern vor allem die Gegenwart: Wie wird heute gearbeitet? Wie wird Wissen vermittelt? Und wie wird sichergestellt, dass auch zukünftige Generationen diese Tradition fortführen können?

Der Hopfenanbau in Deutschland vereint wirtschaftliche Bedeutung, wissenschaftliche Innovation und kulturelle Identität. Er ist lebendige Tradition – nicht konserviert, sondern in Bewegung.

Mit der Aufnahme in das Bayerische Landesverzeichnis wird genau das nun offiziell anerkannt. Oder anders gesagt: Das „grüne Gold“ bekommt den kulturellen Stellenwert, den es schon lange verdient hat.