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Schäffler – Weizen

Mitten im malerischen Allgäu, im kleinen Ort Missen-Wilhams, befindet sich die Schäffler Bräu – eine echte bayerische Familienbrauerei, die seit 1868 in Betrieb ist und heute in der 6. Generation von Sebastian, Nadine und Florian Graßl geführt wird. Was die Schäffler Bräu so sympathisch macht? Hier treffen tiefe Tradition und frische Ideen aufeinander: Alt eingesessene Braukunst wird mit Offenheit für Neues kombiniert – nach dem Motto „Tradition meets Zukunft“.

Die Brauerei ist nicht nur ein Ort der Bierherstellung, sondern auch ein Stück Dorfleben im Allgäu. Mit einem angeschlossenen Brauereigasthof kann man hier nicht nur das eigene Bier genießen, sondern auch gemütlich essen und regionale Gastfreundschaft erleben.

Im Sortiment stehen klassische bayerische Bierstile wie Allgäuer Hell, Zwickl (naturtrüb), Weizen oder saisonale Spezialitäten – und sogar ein frisch gehopftes Grünhopfenbier, bei dem der Hopfen direkt vom Feld in den Sud geht. Jetzt steht aber das Weizenbier vor mir.

Beim Eingießen zeigt sich das Schäffler Bräu Weizen in einem einladenden, bernstein- bis honiggelben Ton, hefetrüb und mit einer festen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma des Weizenbiers von Schäffler ist stiltypisch: Düfte nach Banane und Nelke steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Teigduft der Hefe. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig mit einer verhaltenen Süße. Auf der Zunge treten Frucht und Hefe gemeinsam in den Vordergrund, so dass das Bier mich beinahe an Bananenbrot erinnert. Die Bittere hält sich stiltypisch im Hintergrund, dafür betritt jetzt ein angenehmer Karamellgeschmack die Bühne. Das Mundgefühl ist weich und das Bier ist ungeheuer süffig. In der Kehle wird die Bittere überraschend kräftiger und sie klingt sehr lange nach.

Ich sage es ja nicht gerne, aber das Schäffler Weizen ist eines der besten Weizenbiere, die ich bislang getrunken habe.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Schäffler-Bräu
Hauptstraße 17
87547 Missen
https://schaeffler-braeu.de/

Vom Sudhaus zur Supermesse: Warum 2025 ein starkes Jahr für die Bier- und Getränke­welt war

Beim Wort „Getränkemesse“ denken viele an ein paar Zapfhähne, kleine Probiergläser und Menschen, die fachmännisch an irgendetwas Nussigem, Malzigem oder Hopfigem schnuppern. In Wahrheit sind solche Messen eher die Maschinenräume der Branche. Hier wird nicht nur probiert, hier wird entschieden, wie unser Bier (und alles andere Flüssige) morgen gebraut, abgefüllt und verkauft wird.

2025 hat gezeigt: Die Getränkeindustrie steht nicht still, sie sprintet. Effizienz, neue Produkte, digitale Werkzeuge und globale Vernetzung bestimmen das Tempo – egal ob kleine Stadtbrauerei oder weltweiter Getränkeriese.

München als Epizentrum der Flüssig-Zukunft

Das Herz dieses Innovationsjahres schlug in München auf der drinktec. Über 58.000 Besucher aus 164 Ländern und mehr als 1.100 Aussteller verwandelten die Messe in ein gigantisches Labor für alles, was man trinken kann.

Zwischen Edelstahlkolossen und Hightech-Leitständen ging es um die komplette Reise des Getränks: vom Rohstoff über den Sudkessel und die Gärtanks bis hin zu Logistik, Verpackung und Vermarktung. Auch künstliche Intelligenz war kein Fremdwort mehr, sondern Werkzeugkasten. Absatzprognosen, Produktionsplanung, Wartung von Anlagen – vieles wird smarter, vernetzter und vorausschauender.

Oder einfacher gesagt: Wer morgen noch gutes Bier brauen will, muss heute schon digital denken.

Wenn Tradition auf Touchscreen trifft

Spannend ist, dass diese Technik nicht nur für industrielle Massenproduktion gedacht ist. Die Branche ist extrem vielfältig. Neben globalen Konzernen gibt es unzählige mittelständische und kleine Brauereien. Entsprechend breit ist das Angebot: vom vollautomatischen Großbetrieb bis zur kompakten, intelligent gesteuerten Anlage für die urbane Mikrobrauerei.

Künstliche Intelligenz hilft dabei, Schwankungen auszugleichen: weniger Ausschuss, konstantere Qualität, bessere Planbarkeit. Für Brauer heißt das nicht weniger Handwerk, sondern mehr Kontrolle über das Ergebnis im Glas.

Weltweite Bühnen für flüssige Ideen

2025 war nicht nur in München etwas los. In Chicago feierte die EATS ihre Premiere mit starker Getränketechnik-Beteiligung. Für den nordamerikanischen Markt ein deutliches Zeichen: Getränketechnologie bekommt eine eigene, gewichtige Plattform.

In Mainz traf sich die Weinwelt zum DWV-Kongress – ebenfalls mit Technik-Know-how aus der Getränkebranche. Klingt nach einem Abstecher zum Nachbarn, ist aber hochinteressant für Brauer. Viele Lösungen funktionieren branchenübergreifend, und ein Thema verbindet alle: alkoholfreie und alkoholreduzierte Varianten gewinnen rasant an Bedeutung.

Was beim Wein funktioniert, kann auch beim Bier spannend werden – und umgekehrt.

Indien dreht den Hahn auf

Ein echtes Highlight war die drinktec India in Mumbai. Über 20.000 Fachbesucher zeigten, wie groß der Modernisierungsdrang auf dem indischen Subkontinent ist. Neue Brauereien, neue Abfülllinien, neue Verpackungskonzepte – der Markt wächst und sucht aktiv nach internationalem Know-how.

Für europäische Brau- und Getränketechnik ist das eine riesige Chance. Wo neue Sudhäuser geplant oder alte Anlagen modernisiert werden, sind Erfahrung und ausgereifte Technik gefragt.

Was wir davon im Glas merken

All das klingt nach viel Stahl, Software und Statistik. Aber am Ende geht es um etwas sehr Konkretes: das Bier vor unserer Nase.

Effizientere Prozesse sparen Energie und Rohstoffe. Präzisere Gärführung sorgt für gleichbleibenden Geschmack. Neue Technologien machen stabile alkoholfreie Biere oder ganz neue Stilinterpretationen möglich. Kurz: Die Hightech von der Messe landet früher oder später als Qualität, Vielfalt und manchmal auch als Überraschung in unserem Glas.

Die Zukunft des Bieres wird also nicht nur im Sudkessel entschieden, sondern auch in Messehallen voller Sensoren, Bildschirme und Ideen.

Der Blick nach vorn

Die nächsten Termine stehen schon fest. 2026 geht es nach Shanghai, wieder nach Mumbai und nach Nürnberg zur BrauBeviale. 2027 ruft erneut Chicago.

Für die Branche heißt das: weiter tüfteln, weiter vernetzen, weiter verbessern.

Für uns Bierfans heißt das: Es bleibt spannend. Nicht nur auf Messen – sondern bei jedem Schluck.

Schneider Weisse übernimmt Weltenburger und Bischofshof – Regensburger Brauerei vor dem Aus

Ein Stück bayerischer Biergeschichte bekommt ein neues Kapitel – eines mit Licht und Schatten. Die Marken Weltenburger und Bischofshof wechseln den Besitzer: Die Kelheimer Familienbrauerei Schneider Weisse übernimmt die Markenrechte und sichert damit die Zukunft der Klosterbrauerei Weltenburg. Für den Standort Regensburg bedeutet diese Entscheidung allerdings das Aus.

Wie die beteiligten Unternehmen gemeinsam mitteilten, soll der Übergang zum 1. Januar 2027 wirksam werden. Mit dem Schritt übernimmt Schneider Weisse zwei klangvolle Namen der bayerischen Braukultur – und setzt zugleich ein Zeichen für Konsolidierung in einem Markt, der seit Jahren unter Druck steht.

Gerade Weltenburg hat dabei eine enorme symbolische Strahlkraft. Am berühmten Donaudurchbruch wird nach Angaben der Betreiber bereits seit dem Jahr 1050 Bier gebraut. Die Klosterbrauerei gilt damit als älteste ihrer Art weltweit und gehört zu einem sehr exklusiven Kreis: In ganz Deutschland existieren nur noch etwa zehn Brauereien, die sich tatsächlich als „echte“ Klosterbrauereien bezeichnen dürfen. Diese Tradition soll fortgeführt werden – ein wichtiges Signal für Liebhaber klassischer bayerischer Braukunst.

Deutlich weniger erfreulich fällt die Bilanz für Regensburg aus. Die Brauerei Bischofshof soll zum 31. Dezember 2026 schließen. Etwa 56 Beschäftigte sind davon betroffen. Die Geschäftsführung spricht von einer notwendigen Entscheidung, da ein wirtschaftlich tragfähiger Alleingang nicht mehr möglich gewesen sei. Gleichzeitig wird der Schritt als „bayerische Lösung“ bezeichnet – auch deshalb, weil die Marken innerhalb der Region bleiben.

Für die Mitarbeiter wurden sozialverträgliche Lösungen angekündigt. Gespräche mit dem Betriebsrat sollen ebenso stattfinden wie Bemühungen, Beschäftigte in andere Unternehmen der Getränkebranche zu vermitteln. Ein Teil des Betriebs bleibt erhalten: Sowohl die Klosterbrauerei Weltenburg als auch der Logistikbereich von Bischofshof mit 21 Mitarbeitenden sollen weitergeführt werden.

Eigentümer von Bischofshof ist eine Stiftung des Bistums Regensburg. Über finanzielle Details des Verkaufs wurde Stillschweigen vereinbart. Branchenkreise gehen jedoch davon aus, dass die Produktion der übernommenen Marken künftig gebündelt wird. Perspektivisch soll das Bier in Weltenburg sowie am Stammsitz von Schneider Weisse in Kelheim gebraut werden. Dort sollen in den kommenden Jahren die nötigen technischen und logistischen Voraussetzungen geschaffen werden.

Der Hintergrund dieses Umbruchs reicht weit über die beteiligten Brauereien hinaus. Der deutsche Biermarkt hat in den vergangenen 15 Jahren rund ein Viertel seines Absatzes verloren. Sinkender Konsum, steigende Kosten und veränderte Trinkgewohnheiten setzen vor allem traditionsreiche Betriebe zunehmend unter Druck. Zusammenschlüsse, Markenverkäufe und Standortschließungen sind längst keine Ausnahme mehr.

Der Deal zwischen Schneider Weisse, Weltenburger und Bischofshof zeigt exemplarisch, wie eng Bewahrung und Verlust derzeit beieinanderliegen: Auf der einen Seite wird ein einzigartiges klösterliches Brauerbe gesichert, auf der anderen verschwindet ein traditionsreicher Braustandort aus Regensburg. Ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die bayerische Bierlandschaft im Wandel befindet – leise, aber unumkehrbar.

Brauhaus Leikeim muss Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden

Die fränkische Brauerei Leikeim steht vor einer der größten Herausforderungen ihrer langen Geschichte. Das Brauhaus Altenkunstadt Andreas Leikeim GmbH & Co. KG hat beim zuständigen Gericht ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Ziel dieses Schritts ist es nicht, den Betrieb einzustellen, sondern im Gegenteil: die traditionsreiche Familienbrauerei neu aufzustellen und für die Zukunft abzusichern.

Geschäftsführer Andreas Leikeim macht keinen Hehl aus den Gründen für diesen Schritt. In den vergangenen Jahren habe sich die Absatz- und Umsatzentwicklung spürbar verschlechtert, was letztlich zu einem Liquiditätsengpass geführt habe. Der Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung sei daher notwendig gewesen, um rechtzeitig gegenzusteuern und Handlungsspielraum für eine Sanierung zu gewinnen.

Die Ursachen liegen dabei weniger in unternehmerischen Fehlentscheidungen als vielmehr in den schwierigen Rahmenbedingungen des deutschen Biermarktes. Sinkender Bierkonsum, stetig steigende Kosten in nahezu allen Bereichen und die wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Pandemie haben auch Leikeim stark zugesetzt. Wie viele mittelständische Brauereien spürt das Unternehmen den strukturellen Wandel der Branche besonders deutlich.

Ganz untätig ist man in Altenkunstadt allerdings nicht geblieben. In den vergangenen Jahren hat Leikeim versucht, mit verschiedenen Maßnahmen gegenzuhalten: Der Export wurde ausgebaut, zusätzliche Dienstleistungen für andere Brauereien angeboten, in alkoholfreie Produkte investiert und an vielen Stellen gespart. Doch trotz dieser Anstrengungen ließen sich die langfristigen Belastungen nicht vollständig kompensieren.

Dabei steht Leikeim für weit mehr als reine Produktionszahlen. Seit über 135 Jahren ist die Marke ein fester Bestandteil der fränkischen Bierlandschaft. Als unabhängige Familienbrauerei in fünfter Generation ist das Unternehmen tief in Oberfranken verwurzelt – wirtschaftlich ebenso wie kulturell. Leikeim ist Arbeitgeber, Identifikationspunkt und für viele schlicht ein Stück Heimat im Glas.

Wichtig für Kundinnen und Kunden: Der Betrieb läuft weiter. Rund 100 Mitarbeiter sind derzeit bei Leikeim beschäftigt, Produktion und Auslieferung werden fortgeführt. Die beliebten Bierspezialitäten und Erfrischungsgetränke, bekannt nicht zuletzt durch die markante Bügelverschlussflasche, bleiben weiterhin verfügbar. Auch die Versorgung des Handels ist nach Angaben des Unternehmens gesichert.

Im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens werden nun verschiedene Sanierungsoptionen geprüft. Dazu gehören sowohl interne Restrukturierungsmaßnahmen als auch Gespräche mit potenziellen Investoren. Unterstützt wird die Geschäftsführung dabei von Rechtsanwalt Gunther Neef, der als Generalbevollmächtigter den Sanierungsprozess begleitet. Ziel sei es, das Unternehmen neu auszurichten, auf veränderte Marktbedürfnisse zu reagieren und verloren gegangenes Vertrauen bei Verbrauchern, Geschäftspartnern und Lieferanten zurückzugewinnen.

Die rechtliche Aufsicht im Verfahren übernimmt Rechtsanwalt Jochen Wagner, der als Sachwalter die Interessen der Gläubiger vertritt. Parallel dazu bleibt der Fokus klar auf dem Standort Altenkunstadt: Leikeim soll als wichtiger Arbeitgeber und als unabhängige fränkische Brauerei erhalten bleiben.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob dieser Weg gelingt. Klar ist schon jetzt: Mit dem Antrag auf Eigenverwaltung setzt Leikeim auf einen kontrollierten Neustart – und auf die Chance, dass eine der bekanntesten Brauereien Oberfrankens auch künftig ein fester Bestandteil der deutschen Bierkultur bleibt.

BrauBeviale 2026: Europas Getränkeszene trifft sich in Nürnberg – mit neuem Fokus auf alkoholfreie Getränke

Bild (c) Messe Nürnberg

Die BrauBeviale in Nürnberg gilt längst als unverzichtbarer Treffpunkt für die europäische Brau- und Getränkeindustrie – und das wird sich auch 2026 nicht ändern. Vom 10. bis 12. November öffnet die Messe wieder ihre Tore unter dem Motto „All Beverages. One Future.“ und zeigt, wohin die Reise der Branche geht: neue Produkte, neue Marktchancen und vor allem jede Menge Impulse für eine starke Zukunft.

Ein besonderes Augenmerk liegt diesmal auf alkoholfreiem Bier. Dieses Segment gilt als Wachstumsmarkt und bietet gerade für mittelständische Brauereien die Chance, ihr Portfolio zu erweitern. „Die Optionen für die mittelständische Brauerei- und Getränkewirtschaft Europas zu einem erweiterten Produktportfolio dürfen nicht ungenutzt bleiben“, betont Markus Kosak, Executive Director bei YONTEX. In Nürnberg bekommen Aussteller und Besucher daher die Gelegenheit, die neuesten Entwicklungen rund um alkoholfreie Getränke hautnah zu erleben – von der Rohstoffauswahl über Prozesstechnik bis hin zu Verpackungslösungen.

Denn die BrauBeviale 2026 zeigt nicht nur Bier: Gerade alkoholfreie Erfrischungsgetränke rücken stärker in den Fokus. Nach einer sukzessiven Erweiterung des Angebots für Wein und Spirituosen in den letzten Jahren ist dies der nächste Schritt, um den veränderten Verbrauchergewohnheiten Rechnung zu tragen. Der neue Claim der Messe, „All Beverages. One Future.“, spiegelt genau diese Bandbreite wider: Hier treffen klassische Brautechnik und moderne Getränkelösungen aufeinander.

Eine weitere Neuerung wartet beim Hallenlayout. Auf dem Nürnberger Messegelände stehen die Hallen 6 bis 12 zur Verfügung, was eine optimierte Besucherführung und eine kompakte Präsentation der Aussteller ermöglicht. So können Fachbesucher bequem alle Themenschwerpunkte durchlaufen und gleichzeitig Kontakte knüpfen – ein entscheidender Pluspunkt der BrauBeviale.

Auch das Rahmenprogramm verspricht spannende Impulse. Unter dem Motto „Time for opportunities“ bieten Expertenvorträge, Workshops und Diskussionsrunden praxisnahe Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette der Getränkeherstellung. Die BrauBeviale bleibt damit das Forum für alle, die sich austauschen, vernetzen und innovative Ideen direkt umsetzen wollen.

Stefan Stang, Geschäftsführer des Private Brauereien Bayern e.V., ideeller Träger der BrauBeviale, bringt es auf den Punkt: „Die Brau- und Getränkebranche befindet sich unbestritten im Wandel. Unter dem neuen Claim ‚All Beverages. One Future‘ bietet die BrauBeviale 2026 gezielt Lösungen für die Gesamtheit unserer Branche, um den Herausforderungen der Zukunft zielgerichtet zu begegnen. Wir freuen uns auf drei Tage voller Ideen und Anregungen sowie dem einzigartigen Netzwerkcharakter in Nürnberg.“

Ob etablierte Brauereien, Start-ups im Getränkesegment oder Anbieter von Prozesstechnik – die BrauBeviale 2026 verspricht wieder drei Tage voller Innovation, Austausch und Praxiswissen, die die Branche fit für die Zukunft machen.

Orca Brau – Kellerbier

Ein Kellerbier ist ursprünglich ein unfiltriertes, naturtrübes Hellbier, das noch im Holz- oder Edelstahltank „kellernd“ reift. Klassisch ist der Stil vor allem in Franken und Bayern verbreitet. Charakteristisch sind eine natürliche Trübung, ein weiches und rundes Mundgefühl, eine leicht malzige Süße im Zusammenspiel mit mild-herbe. Hopfennoten sowie ein eher moderater Alkoholgehalt. An diesen Eigenschaften muss sich auch das Kellerbier von orca brau in Nürnberg messen lassen.

Orangefarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße feinporige Schaumkrone ist eher klein, bleibt aber lange erhalten. Optisch geht das Bier in Ordnung.

Das Bier duftet angenehm nach Karamell und frischem Brot, abgerundet durch rote Früchte wie Erdbeeren und einige florale Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine fruchtige Süße sowie eine kräftige Karbonisierung aus. Auf der Zunge bleibt die Fruchtigkeit im Mittelpunkt und jetzt ist das Bier weniger süß als erwartet. Dazu kommt eine zurückhaltende Bittere, die gemeinsam mit den anderen Aromen für ein weiches Mundgefühl sorgt. In der Kehle legt die Bittere zu, bleibt aber moderat. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Das Orca Kellerbier lässt sich mit verschiedenen Gerichten kombinieren, beispielsweise mit gegrilltem Fleisch oder Würstchen, mit Würstchen oder Grillgemüse.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Orca Brau
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
www.orcabrau.de

orca brau – C’est La Vie

Die Orca Brau GmbH aus Nürnberg steht für Vielfalt und experimentelle Braukunst. Auf einer kleinen 10-Hektoliter-Anlage entstehen sowohl traditionelle als auch moderne Bierstile – vom Kellerbier über Pale Ale bis zu kreativen Spezialitäten wie das C’est La Vie, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Orca versteht sich als Teil der lebendigen deutschen Craft-Szene, die klassische Bierstile hinterfragt und neue Geschmackserlebnisse sucht. Dabei entstehen bei den Nürnbergern innovative Biere, von denen mich noch keines enttäuscht hat. Mal sehen, ob das beim C’est La Vie auch der Fall ist. Das Bier ist aus einer Zusammenarbeit von Orca Brau mit der Kaffeewerkstatt Kucha entstanden.

Orangefarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. So schön wie die Farbe auch ist, so schnell fällt der Schaum in sich zusammen. Ich vermute, dass das daran liegt, dass das Bier ohne Hopfen gebraut wurde, sondern dass alle Bitterstoffe vom Kaffee stammen.

Düfte nach Karamell und Banane steigen mir in die Nase, aber über allem liegt das Aroma des Kaffees.

Der Antrunk ist recht süß und besticht durch die sehr feinperlige Kohlensäure. Das Aroma des Kaffees ist bereits auf der Zungenspitze präsent. Auf der Zunge gesellt sich zum Kaffeearoma der Geschmack nach Karamell. Während die Süße erhalten bleibt, fehlt mir die Bittere. Die 7,5 Volumenprozent Alkohol sind sehr gut eingearbeitet, so dass der Alkohol nicht hervorschmeckt, sondern die anderen Aromen unterstützt. Mit der Zeit wird der Geschmack der Vanille kräftiger, so dass das Bier in der Kehle beinahe wie Vanilleeis schmeckt, und obwohl weiterhin die Bittere fehlt, klingt der Geschmack überraschend lange nach.

Der Craftbeer-Shop zieht für das Bier folgendes Fazit: „C’est La Vie ist kein klassisches Alltagsbier: Es eignet sich hervorragend als After-Dinner-Beer, zum gemütlichen Serienabend oder als überraschender Abschluss eines Menüs. Sein cremiger Charakter und die Dessert- Assoziationen machen es zu einem Bier, das man langsam genießt und zu dem man bewusst zurückkehrt.“

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Kaffee und Vanille

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Orca Brau
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
www.orcabrau.de

Riedenburger – Emmerbier Alkoholfrei

Emmer ist kein Modegetreide – es gehört zu den ältesten Getreiden der Menschheit. Schon vor über 10.000 Jahren wurde es in Vorderasien und Europa angebaut und diente als Grundlage für Brot und Bier. Dass dieses Getreide heute wieder in einer alkoholfreien Spezialität auftaucht, ist hoffentlich mehr als nur ein Retro-Trend, sondern ich hoffe, dass es uns ein angenehmes neues Geschmacks- und Geschichtserlebnis ins Glas bringt.

Bernsteinfarben und naturtrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch habe die Brauer aus dem Altmühltal jedenfalls alles richtig gemacht.

Das Bier duftet nach nicht vollständig vergorener Würze, dazu kommen Karamell- und Kräuteraromen. Nicht wirklich perfekt, aber auch nicht unangenehm.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte Bittere zur karamelligen Süße und ich meine sogar ein leichtes Schokoaroma zu schmecken. Das Mundgefühl ist leicht, so dass das Bier sehr erfrischend wirkt. In der Kehle ist es mild mit nur wenig Bittere. Dieses Aroma klingt aber zusammen mit dem Schokoladengeschmack überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Emmermalz, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

<0,5 % Vol.

Farbe:

13 EBC

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
Michael Krieger GmbH & Co. KG
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

Giesinger – Münchner Hell

Giesinger Bräu wurde 2006 im Münchner Stadtteil Obergiesing gegründet. Was als kleines Garagenprojekt begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer der etablierten Privatbrauereien Münchens mit eigenem Braustandort, großem Sortiment und moderner Ausstattung.

Ein wichtiger Schritt war der Ausbau der Brauanlage im Norden Münchens, in Milbertshofen (WERK2), inklusive eines über 150 Meter tiefen Brunnens. Das so gewonnene Wasser gilt als klassisches „Münchner Wasser“ — eines der Kriterien, damit eine Brauerei ein offizielles „Münchner Bier“ herstellen darf.

Mit der Produktionserlaubnis für echtes Münchner Wasser und der Erfüllung weiterer Vorgaben (Stammwürze, Alkoholgehalt, Bitterkeit) ist Giesinger seit 2021 eine von nur wenigen Brauereien, die offiziell ein „Original Münchner Hell“ brauen dürfen. Dieses brachte Giesinger im Jahr 2021 auf den Markt, das nach allen traditionellen Kriterien gebraut wird: mit Münchner Wasser aus eigenem Tiefbrunnen, mit einer Stammwürze und Bitterkeit, die in den vorgeschriebenen Bereich fallen.

Goldgelb und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Getreide und hellem Malz, abgerundet durch blumige Noten. Mein erster Eindruck ist: das Münchner Hell ist ein ausgewogenes Bier ohne Ecken und Kanten. Mal sehen, ob sich dieser Eindruck auch der Zunge bestätigt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße aus. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, dabei aber auch kräftig, ohne die Weichheit und Milde des Mundgefühls zu stören. Die Malzaromen stehen im Mittelpunkt und erinnern an Brotkruste, dazu kommt eine gut auf die Süße abgestimmte Bittere. Abgerundet wird der Geschmack durch einige grasige Noten. Jetzt zeigt sich, wie schlank der Körper und wie süffig das Bier ist. Und ja, auf der Zunge bestätigt sich mein Eindruck: das Bier ist sehr gut ausbalanciert. Auch in der Kehle bleibt die Bittere mild, während sich die blumigen Noten etwas verstärken.

Zu diesem Bier passt gut eine typische bayrische Brotzeit oder auch ein Schnitzel.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Bittereinheiten:

18 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Giesinger Biermanufaktur GmbH
Martin-Luther-Str. 2
81539 München
www.giesinger-braeu.de

Maisel & Friends – Luna Hop

Maisel & Friends richtet jedes Jahr einen großen Hobbybrauerwettbewerb aus, bei dem ambitionierte Heimbrauerinnen und -brauer ihre besten Kreationen einreichen. Das Siegerbier wird anschließend offiziell bei Maisel & Friends eingebraut und deutschlandweit in limitierter Auflage verkauft. 2025 setzte sich Markus Klössinger mit seinem Italian Style Pils durch – und genau daraus wurde Luna Hop. In diesem Jahr hat Markus Klössinger den Wettbewerb gewonnen.

Da der Bierstil Italian Style Pils in Deutschland nicht allzu verbreitet ist, hier eine kurze Beschreibung des Stils: Ein Italian Style Pils ist ein moderner, mediterran interpretierter Pilsner-Stil, der in den 1990er-Jahren in Italien entstand. Er verbindet die knackige Trockenheit und die klare Struktur eines klassischen, deutschen Pils mit einer aromatischeren, oft expressiveren Hopfenblume. Typisch ist der Einsatz von edlen europäischen Hopfensorten – häufig auch Kalthopfung –, die dem Bier florale, kräuterige oder zitrusbetonte Noten verleihen. Im Vergleich zu deutschen Pilsbieren wirkt ein Italian Style Pils oft etwas aromatischer, duftiger und leicht moderner, gleichzeitig bleibt das Malzprofil bewusst schlank und sauber.

So, jetzt bin ich aber bereit, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten.

Hellgoldfarben und leicht opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone ist eher klein und sie fällt recht flott in sich zusammen.

Das Bier duftet nach hellem Malz und bringt zusätzlich kräuterige und florale Noten in meine Nase. Ein Hauch Zitrus verleiht dem Bier eine angenehme Frische.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Ich könnte das Bier auch als angenehm frisch bezeichnen. Auf der Zunge kommen die Aromen des Hopfens stärker zum Vorschein als ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Dazu kommt eine knackige Bittere, die aber nicht aufdringlich wirkt, sondern auf die Aromen gut abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist schlank und leicht. In der Kehle tritt die Fruchtigkeit in den Vordergrund und wird von der Bitteren angenehm unterstützt. Der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com