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Paulaner expandiert nach China – Partnerschaft mit Tsingtao soll Wachstum ankurbeln

Während viele Brauereien hierzulande mit rückläufigem Konsum kämpfen, richtet die Münchner Paulaner Brauerei Gruppe den Blick nach vorn – und vor allem nach Osten. Gemeinsam mit der chinesischen Traditionsbrauerei Tsingtao wurde nun eine langfristige Partnerschaft beschlossen, die den Zugang zu einem der wichtigsten Biermärkte der Welt weiter öffnen soll.

Kern der Zusammenarbeit ist der Export des „Münchner Hell“ nach China, wo es künftig exklusiv vertrieben wird. Gleichzeitig arbeiten beide Brauereien an einer neuen Lagerbiersorte, die gezielt für die Vorlieben der chinesischen Konsumenten entwickelt wurde. Ein Spagat zwischen bayerischer Brautradition und internationalem Geschmack – durchaus ambitioniert, aber offenbar gewollt.

Dass China für Paulaner kein Nebenprojekt ist, macht Geschäftsführer Jörg Biebernick deutlich: „China ist für uns ein strategisch wichtiger Markt“. Und er ergänzt: „Als größter Biermarkt der Welt bietet er erhebliches Potenzial für unsere internationale Wachstumsstrategie. Im Weißbiersegment sind wir bereits heute eine der führenden Marken im chinesischen Markt – mit klarem Anspruch, unsere Position weiter auszubauen. Mit Tsingtao haben wir einen starken Partner an unserer Seite, mit dem wir weiteres Marktpotenzial erschließen und unsere Präsenz im chinesischen Markt konsequent ausbauen wollen.“

Auch auf chinesischer Seite sieht man in der Kooperation mehr als nur ein gemeinsames Projekt. Cai Zhiwei, verantwortlich für Vertrieb und Marketing bei Tsingtao, beschreibt die Zusammenarbeit als wichtigen Schritt: „Die Zusammenarbeit mit Paulaner ist ein wichtiger Schritt, um die Positionierung der Produkte beider Partner im Premiumsegment gezielt zu stärken“. Weiter führt er aus: „Für Tsingtao steht Qualität an erster Stelle – mit dem klaren Anspruch, den Verbrauchern die besten Produkte zu bieten. Dieser Wert stimmt weitgehend mit dem von Paulaner überein und bildet die Grundlage für eine starke Partnerschaft zwischen zwei führenden Biermarken. Gemeinsam werden wir einen Synergieeffekt erzielen, bei dem eins plus eins mehr als zwei ist, und den Verbrauchern ein vielfältigeres und hochwertigeres Biererlebnis bieten.“

Damit die hohen Qualitätsstandards eingehalten werden, arbeiten die Braumeister beider Häuser eng zusammen. Ziel ist es, ein Bier zu entwickeln, das die Münchner Braukunst widerspiegelt und gleichzeitig die Erwartungen der Konsumenten vor Ort trifft. Gebraut wird nach dem bayerischen Reinheitsgebot und mit original deutschem Hopfen – ein klares Bekenntnis zur Herkunft, auch fern der Heimat.

Die Markteinführung des neuen Lagerbiers ist für den Sommer 2026 geplant. Für Paulaner ist die Kooperation ein weiterer Schritt in Richtung Internationalisierung – und vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass die Zukunft des Biermarktes nicht nur in traditionellen Hochburgen entschieden wird.

Tsingtao Wheat Beer

Wikipedia schreibt über die Tsingtao-Brauerei: „Die Brauerei wurde im Jahre 1903 von deutschen Siedlern als Germania-Brauerei in Kiautschou gegründet. Der Betrieb wurde auch während dem Ersten und Zweiten Weltkrieg bzw. unter japanischer Besetzung aufrechterhalten. Die Schreibweise Tsingtao ist eine Besonderheit, da die offizielle Umschreibung des Ortsnamens Qingdao lautet. Andererseits wurde auch der alte deutsche Ortsname nicht direkt übernommen, denn dieser lautete Tsingtau. 1949 wurde die Brauerei verstaatlicht und in den 1990ern wieder privatisiert. 1972 wurde Tsingtao in den US-amerikanischen Markt eingeführt und ist seitdem das am meisten verkaufte chinesische Bier in den USA. Am 15. Juli 1993 ging das Unternehmen in Hong Kong an die Börse. Weltweit wird Tsingtao in über 50 Staaten exportiert, damit liegt Tsingtaos Anteil des chinesischen Bierexports bei ca. 50 %. 2016 braute das Unternehmen rund 79,2 Millionen Hektoliter Bier in 62 eigenen Brauereien. Zwei weitere Brauereien werden als Joint-Venture betrieben. Der Marktanteil von Tsingtao in China liegt bei ca. 17 % (2019). Tsingtao ist die zweitgrößte Brauerei der Volksrepublik China und war im Jahre 2016 auf Platz 6 der größten Brauereien weltweit.“

Ein Blick auf das Rückenetikett lässt mich etwas stutzen. Tsingtao nennt das Bier zwar Weizenbier, ausweislich des Etiketts wurde Weizenmalz aber nur zu 6,4 % verwendet. Es ist schon erstaunlich.

Blassgold und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Der feinporige Schaum ist durchschnittlich ausgebildet, was für ein Weizenbier erstaunlich wenig ist. Auch die Haltbarkeit der Schaumkrone lässt zu wünschen übrig, denn bis auf einen kleinen Rest fällt sie recht flott in sich zusammen.

Das Aroma wird durch eine leichte Süße dominiert, unterstützt durch den Duft nach Trockenfrüchten, der sich mit dem Geruch des Alkohols in Richtung Rumtopf verbindet. Die für ein Weizenbier typischen Aromen nach Banane und Nelke bleiben im Hintergrund. Für ein dunkles Bockbier würde das Aroma durchaus in Ordnung gehen, aber zu der blassen Farbe passt es absolut nicht.

Als das Bier erstmals auf meine Zungenspitze trifft ist der Eindruck – nichtssagend. Die feinperlige Kohlensäure ist recht großzügig dosiert, ansonsten könnte ich fast Mineralwasser trinken. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt die Süße hervor, dazu erstmals die Fruchtigkeit überreifer Bananen, die schon fast an getrocknete Bananen erinnert. Trotzdem ist das Bier recht schlank. Im Abgang kommt kurz ein leichtes Bitter zum Vorschein, das nur sehr kurz nachklingt.

Dieses Bier ist für mich eine totale Enttäuschung.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz (6,4 %), Hefe, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Wird nicht angegeben. Als Herkunft wird lediglich China genannt, außerdem der niederländische Importeur:

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