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Fuller’s – London Pride Outstanding Amber Ale

Dieses „English Special Bitter“ aus der Londoner Traditionsbrauerei Fuller’s wurde nach einer beliebten englischen Zierpflanze (Porzellanblümchen, auch „London Pride“) benannt. An der Quelle und im UK-weiten Vertrieb handelt es sich um ein sogenanntes cask-conditioned ale, ein obergäriges Bier mit natürlicher Zweitgärung im Fass bei knapp 4% Alkohol. Für den weltweiten Export wird es pasteurisiert und mit etwas mehr Alkohol in Flaschen abgefüllt.

Als ich die Flasche öffnen will, fällt mir auf, dass sie nicht ganz voll ist. Das Bier ist nur bis etwa drei Zentimeter unter dem Rand eingefüllt und ich hoffe, dass diese Differenz die Ergebnisse der Verkostung nicht verfälscht. Also öffne ich die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Bernsteinfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine sehr kleine grobporige Schaumkrone, die sich sofort auflöst.

Das Bier duftet intensiv nach Karamell, abgerundet durch Aromen nach Lakritz, Haselnuss und Ananas.

Der Antrunk ist süß und ich stelle fest, dass das Bier nur sehr wenig Kohlensäure enthält. Beinahe wirkt das Bier auf mich abgestanden. Andererseits ist die Restsüße des Malzes durchaus elegant. Schnell gesellt sich auch eine passende Bittere zum Karamell, abgerundet durch den Geschmack nach Lakritz und Haselnüssen. Obwohl das Bier nur 4,7 Volumenprozent Alkohol enthält, schmecke ich doch eine deutliche alkoholische Note, die aber dem samtigen Mundgefühl keinen Abbruch tut. In der Kehle legt die Bittere noch einmal zu und klingt dort einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Malz (Pale, Crystal, Chocolate, Amber), Hopfen (Target, Goldings, Northdown, Challenger)

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Bittereinheiten:

35 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Griffin Brewery
Chiswick Lane South W4 2QB
Großbritannien
www.fullersbrewery.co.uk

wildwuchs Brauwerk – Wildmoker

Der Wildmoker ist eine Gemeinschaftsarbeit des Wildwuchs Brauwerks mit der Kaffeerösterei in der Hamburger Speicherstadt. Wie es dazu gekommen ist? Die Geschichte ist schnell erzählt und ich stütze mich dabei auf die Angaben der Rösterei. Max vom Wildwuchs Brauwerk telefonierte mit Max von der Speicherstadt Kaffeerösterei. Beim anschließenden Cupping wurde die passende Kaffeesorte ausgesucht: Die Hamburger Hafen Kaffeemischung sollte es werden, denn was haben beide Unternehmen gemeinsam? Genau: Die Nähe zum Hafen! Auf die Plätze, fertig, Kaffeebier. Und schon steht das Bier vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Die erste Überraschung bietet das Bier bereits beim Einschenken. Während alle anderen Kaffeebiere, die ich bislang getrunken habe, schwarz waren, ist der Wildmoker orangefarben. Dabei ist das Bier hefetrüb mit einer kleinen hellgelben Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet frisch nach Biskuitteig und Karamell.

Der Antrunk ist recht süß und mir gefällt die sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge stehen der Karamellgeschmack und die Süße im Mittelpunkt, aber auch eine freundliche Bittere gesellt sich zu den Aromen. Jetzt bin ich mir nicht sicher – erinnert mich die Bittere wirklich an Kaffee oder kommt mir das nur so vor, weil ich weiß, dass in dem Bier Kaffee mit verbraut wurde? Egal – obwohl das Bier einen schlanken Körper hat, wirkt es wirklich elegant. In der Kehle wird es eindeutig – der Kaffeegeschmack ist nicht wegzudiskutieren, denn er wird kräftiger und klingt sehr lange nach.

Hält das Bier denn nun auch wach? Das ist eine recht einfache Rechenaufgabe. 100 ml Wildmoker enthalten 13,2 mg Koffein. Nach Angaben der Zentrale für gesundheitliche Aufklärung enthält eine Tasse Kaffee etwa 90 mg Koffein. Ich bin drei Tassen Kaffee am Morgen gewöhnt, also etwa 270 mg Koffein. Rein rechnerisch müsste ich also etwa 2 Liter Bier trinken, um auf meine gewohnte Koffeindosis zu kommen. Wohl gemerkt: das sind 6 Flaschen á 0,33 Liter – vor dem Frühstück. Das wäre vermutlich keine allzu gute Idee. Aber für ein wirklich gutes Bier ist das Koffein auf jeden Fall wirklich sinnvoll.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsenermalz, Karamellmalz-Rot), Weizenmalz, Kaffeebohnen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

13,9° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

wildwuchs Brauwerk Hamburg KG
Jaffestraße 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

in Zusammenarbeit mit

Hacienda San Nicolás GmbH
Kehrwieder 5
20457 Hamburg
www.speicherstadt-kaffee.de

de Brabandere – Kwaremont

Das Etikett ist schlicht und dabei eingängig gestaltet.

Kwaremont ist ein belgisches Bier, das speziell für Radfahrer und Liebhaber hochwertiger Biere kreiert wurde. Es ist benannt nach dem legendären Anstieg Oude Kwaremont, einem der bekanntesten und anspruchsvollsten Abschnitte des berühmten Radrennens „Ronde van Vlaanderen“ (Flandern-Rundfahrt). Dieses Bier verbindet die Leidenschaft für den Radsport mit der reichen belgischen Braukunst und bietet ein einzigartiges Genusserlebnis.

Das Bier wird von der Brauerei De Brabandere hergestellt, einer der ältesten und renommiertesten Brauereien Belgiens. Die Brauerei wurde 1894 gegründet und hat sich im Laufe der Jahre einen Namen für ihre hochwertigen Biere gemacht. Mit einem tiefen Verständnis für traditionelle Brauverfahren und einem Auge für Innovationen hat De Brabandere die Kunst des Bierbrauens perfektioniert.

Orangefarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste weiße Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Optisch gibt es an diesem Bier nichts zu mäkeln.

Das Spiel duftet der Brotkrume, dazu kommt etwas Banane. Blumige Noten runden das Aroma ab. Den letzten Pfiff gibt aber eine leichte Zitrusnote.

Der Antrum zeichnet sich durch eine zurückhaltende süße und eine angenehme Spritzigkeit aus Punkt auf der Zunge komm Noten nach Brot und Karamell zum Vorschein. Dazu kommt eine leichte freundliche Bittere. Das Bier ist vollmundig mit einigen Ecken und Kanten. In der Kehle wird die bittere kräftiger und klingt sehr lange nach.

Das Kwaremont ist ein herausragendes belgisches Bier, das die Leidenschaft für den Radsport und die Kunst des Bierbrauens vereint. Mit seinem erfrischenden Geschmack, seinem ausgewogenen Profil und seiner tiefen Verbindung zum legendären Anstieg Oude Kwaremont bietet es ein einzigartiges Genusserlebnis.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij de Brabandere
Rijksweg 33
8531 Bavikhove
Belgien
www.brouwerijdebrabandere.be

Goudale – Rhum Finish

Die Brauerei La Goudale legt großen Wert auf Qualität und Handwerkskunst. Der Brauprozess beginnt mit der Auswahl der besten Zutaten. Das Wasser, das für das Brauen verwendet wird, stammt aus einer eigenen Quelle und wird regelmäßig auf seine Reinheit überprüft. Die Malze und Hopfen werden sorgfältig ausgewählt, um sicherzustellen, dass sie den hohen Standards der Brauerei entsprechen.

Der eigentliche Brauprozess folgt traditionellen Methoden, die über Generationen weitergegeben wurden. Gleichzeitig integriert die Brauerei moderne Techniken und Ausrüstungen, um Effizienz und Konsistenz zu gewährleisten. Nach der Gärung wird das Bier sorgfältig gelagert, um den vollen Geschmack zu entwickeln, bevor es abgefüllt und vertrieben wird.

La Goudale achtet nach eigenen Angaben nicht nur auf Traditionen, sondern auch auf das Engagement für Nachhaltigkeit und Innovation. Die Brauerei hat zahlreiche Initiativen ergriffen, um ihre Umweltbilanz zu verbessern. Dazu gehören die Nutzung erneuerbarer Energien, die Reduzierung des Wasserverbrauchs und die Implementierung von Recyclingprogrammen.

Bernsteinfarben und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige weiße Schaumkrone ist recht klein bleibt aber sehr lange erhalten. Damit macht das Bier optisch schon mal eine sehr gute Figur.

Das Bier duftet nach Karamell. Dazu kommt ein leichter Rauchgeruch. Abgerundet wird das Aroma durch die Eichennote der Holzchips, auf denen das Bier gereift wurde. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Androhung zeichnet sich durch eine kräftige Karamell süße und eine sehr angenehme Rezenz aus. Rauch hält sich weiterhin im Hintergrund dafür ist jetzt der Rum deutlich zu schmecken. Das Mundgefühl ist weich und voll. In der Kehle kann ich erstmals eine leichte bittere feststellen die 7,9 Volumenprozent Alkohol wärmen und der Geschmack nach Karamell und auch der Alkohol klingen lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Reis, Zucker, Glukosesirup, Hopfen, Eichenchips (mit Rum getränkt), Koriander, Orangenschale

Alkoholgehalt:

7,9 % Vol.

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brasserie Goudale
Avenue Isaac Newton
62510 Arques
Frankreich
www.brasserie-goudale.com

La Goudale de Printemps

Die Brauerei La Goudale gilt als ein Juwel in der Welt der französischen Bierkultur. Sie liegt in der Region Hauts-de-France und hat sich durch ihre hochwertigen Biere einen Namen gemacht. La Goudale verbindet traditionelle Braukunst mit modernen Techniken und bietet eine breite Palette an Bieren, die sowohl lokale als auch internationale Bierliebhaber begeistern.

Die Geschichte von La Goudale beginnt im Jahr 1919, als die Brauerei von der Familie Duyck in Douai gegründet wurde. Ursprünglich als kleine lokale Brauerei gestartet, hat sich La Goudale im Laufe der Jahrzehnte erheblich weiterentwickelt. Heute ist die Brauerei immer noch im Besitz der Familie Duyck und wird in vierter Generation geführt.

Der Name „La Goudale“ leitet sich vom alten französischen Begriff „goudale“ ab, der ein hochwertiges Bier beschreibt. Dieses Erbe spiegelt sich in der hohen Qualität und dem einzigartigen Geschmack der Biere wider, die die Brauerei produziert.

Jetzt steht das La Goudale de Printemps vor mir. Dabei handelt es sich um ein Bier im Stil des belgischen Blonde, das im Jahr 2021 bei den World Beer Awards sogar das belgische Original übertroffen hat und als das beste Blonde der Welt ausgezeichnet wurde. Da kann ja bei der Verkostung, die jetzt vor mir liegt, nichts schiefgehen.

Nachdem ich den Natur Korken aus der Flasche bekommen habe kann ich endlich das Bier einschenken Orangefarben und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas darüber steht große feste weiße Schrauben Krone die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine sehr gute Figur.

Düfte nach Karamell, Birne und Honig steigen mir in die Nase und machen richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht der Geschmack nach Karamell im Vordergrund. Bittere ist nur wenig zu schmecken, auch der Alkohol kommt leicht durch, aber er unterstützt die anderen Geschmäcker lediglich, er stört nicht und drängt sich nicht in den Vordergrund. Das Mundgefühl ist voll und weich. In der Kehle lässt die Süße etwas nach und die Bittere wird kräftiger. Der Alkohol wärmt und der Geschmack klingt lange nach.

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Bittereinheiten:

24 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brasserie Goudale
Avenue Isaac Newton
62510 Arques
Frankreich
www.brasserie-goudale.com

100 Watt – Non de Jus

Jetzt haben wir ja schon fast Sommer und jetzt bekomme ich noch ein Bier aus der alten niederländischen Brauerei 100 bleibt in enthoben und zwar die Winteredition von Non de Juice. Da ich über die Brauerei schon genügend geschrieben habe, kann ich direkt mit dem Verkosten beginnen.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist klein und löst sich auch schnell auf. An der Optik könnte die Brauerei durchaus noch etwas arbeiten.

Bereits beim Einschenken steigen wir Düfte nach Karamell mit einer leichten Alkoholnote in die Nase. Dazu Düfte von Trockenfeigen, Lakritz und Kräutern, Doch, das Aroma ist schon winterlich.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge sind der Geschmack nach Kräutern und Lakritz im Vordergrund. Das Mundgefühl ist weich, aber schwer. Dazu kommt noch etwas Zimt. In der Kehle gesellt sich noch eine leichte Säure dazu. Der Alkohol wärmt und obwohl die Bittere nur gering zum Tragen kommt, klingt der Geschmack doch überraschend lange nach.

Die Winter Edition von 100 Watt ist ein schönes Dessertbier.

Alkoholgehalt:

8,8 % Vol.

Bittereinheiten:

29 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

100 Watt Brewery
Vestdijk 280
5611 CZ Eindhoven
Niederlande
www.100watt.nl

Samuel Smith – Yorkshire Stingo

Das Etikett des Yorkshire Stingo ist nostalgisch gestaltet und weist klar auf die Reifung des Bieres in Holzfässern hin.Das Yorkshire Stingo ist ein stärker eingebrautes Pale Ale, das in Eichenfässern gereift wurde. Einige der Eichenfässer bei Samuel Smith’s sollen mehr als einhundert Jahre alt sein. Allerdings wurden die einzelnen Dauben im Laufe der Jahre von den Küfern der alten Brauerei ausgetauscht. Die Brauerei Samuel Smith Pflegt den Beruf des Küfers im eigenen Haus und beschäftigt zwei Küfer in Vollzeit. Dieses Bier würdigt das alte Handwerk.

Der Online-Biershop Brauart Düsseldorf beschreibt das Yorkshire Stingo wie folgt: „Das Yorkshire Stingo reift mindestens ein Jahr lang in diesen lange genutzten Eichenfässern in den unterirdischen Kellern der Brauerei und entwickelt dabei Frucht-, Rosinen-, Toffee-, Weihnachtspudding- und leichte Eichenaromen, bevor es auf natürliche Weise in der Flasche nachreift. Bei der Flaschengärung wird Hefe mit abgefüllt. Diese Hefe bleibt bei der Lagerung aktiv und bindet sich auf einzigartige Weise mit der Kohlensäure im Bier ein. Dass führt dazu, dass das Bier eine feine Perlung erhält und die Hefe einen fruchtigen Charakter annimmt. Je länger es reift, desto mehr kann sich der Geschmack des Bieres entwickeln. Viele Bierenthusiasten kaufen sich gleich mehrere Biere der gleichen Charge um diese noch einige Jahre im eigenen Keller nachreifen zu lassen.“ Dann bin ich ja mal gespannt, ob das Bier, das jetzt vor mir steht, dieser begeisterten Beschreibung entspricht.

Dunkelrot präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige haselnussbraune Schaumkrone bleibt lange erhalten. Wow, was für eine Optik.

Das Aroma ist süß und intensiv. Düfte nach Trockenfrüchten wie Feigen und Rosinen steigen mir in die Nase, dazu Toffee, Waldhonig und Holz. Dazu kommt eine leichte harzige Note. Es muss wohl auch etwas frisches Holz im Fass verbaut gewesen sein.

Wie erwartet ist der Antrunk süß. Die sehr feinperlige Kohlensäure weist auf eine lange Reifung des Bieres hin; dabei ist sie aber erstaunlich kräftig. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig und es spiegelt die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dabei bleibt das Holzaroma diskret im Hintergrund und es unterstützt die anderen Aromen lediglich. Die Bittere ist nur sehr verhalten vorhanden. Der süße Geschmack erinnert an Melasse. Insgesamt ist das Mundgefühl angenehm samtig. Auch in der Kehle ist die Süße dominant, gepaart mit einer leichten unterstützenden Bitteren. Der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rohrzucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

11° Celsius

Brauerei:

Samuel Smith
The Old Brewery
Tadcaster
N.Yorks LS24 958
Großbritannien
www.samuelsmithsbrewery.co.uk

Maisel & Friends – Irish Red

Passend zum Bierstil ist das Etikett mit weißer Schrift auf rotem Grund gestaltet.Irland ist für seine Pubs sowie die vielen kleinen Brauereien bekannt. Bis nach Deutschland schaffen es aber leider meist nur Guinness und Kilkenny. Andere Bierspezialitäten aus Irland müssen hier leider draußen bleiben. So hat sich die fränkische Brauerei Maisel & Friends in Bayreuth drangemacht und selbst ein Irish Red gebraut, das uns die Atmosphäre der grünen Insel nahebringen soll. Mal sehen, ob dies dem Irisch Red gelingt.

Kupferrot und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum fällt anfangs recht flott in sich zusammen, ein Rest bleibt aber lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Düfte nach frischer Brotkruste, nach Kräutern und Waldhonig, nach Karamell, Mandarinen und roten Beeren steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk besticht durch eine leichte und nicht übertriebene Süße und eine feinperlige Kohlensäure. Das Bier schmeckt nach frischem Brot, Karamell und würzigem Honig. Dazu kommt eine leichte freundliche Bittere. Zusammen sorgen sie für ein weiches und volles Mundgefühl. In der Kehle wird das Bier trockener. Im ersten Moment scheint die Bittere etwas unterentwickelt zu ein, aber langsam wird sie kräftiger und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Callista, Herkules, Mandarina Bavaria, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Gebr. Maisel GmbH & Co.
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Alvinne – Gaspar Blond Hoppy Winter Ale

Das gelbe Etikett der Flasche ist recht schmucklos gestaltet.Die Brauerei Alvinne wurde im Jahr 2004 gegründet. Alle ihre Biere werden mit ihrer eigenen Hefe, der Morpheus-Hefe, gebraut. Ihr erstes Bier war das Alvinne Blond, bald folgten die Varianten Blond Extra, Bruine und Tripel. Bis 2011 konnte Alvinne nur kleine Mengen brauen, jeweils vier Hektoliter. Im Jahr 2011 zog die Brauerei an ihren jetzigen Platz, nachdem sie am Ufer des Kortrijk-Bossuit-Kanals ein altes Industriegebäude gekauft hatte. Im Juli 2011 begann dort die Produktion. Die Brauerei ist auf Craft Beer spezialisiert. Alvinne ist ein Pionier auf dem Gebiet der Fassreifung. Die Brauer haben sich dafür eine wunderschöne Sammlung einzigartiger Holzfässer zugelegt, darunter 1 Mega-Fass mit 60 hl. Aber kommen wir zum Bier.

Bernsteinfarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feste weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Düfte nach Karamell, Rosinen und Trockenpflaumen steigen mir in die Nase. Auch der Alkohol ist zu riechen, aber er unterstützt die Aromen des Malzes und des Hopfens auf angenehme Weise.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine hohe Intensität, eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge sorgen die Süße und Fruchtigkeit zusammen mit der darauf gut abgestimmten Bittere für ein samtiges Mundgefühl. Der Abgang ist überraschend mild. Trotzdem klingt der Geschmack dieses Ale ewig lange nach.

Zu diesem Bier kann ich mir gut einen Elisenlebkuchen oder ein Dessert wie die Bayrisch Creme vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

19,4° Plato

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brouwerij Alvinne
Vaartstraat 4a
8552 Moen
Belgien
www.alvinne.com

Ter Dolen – Winter

Das gelbe Etikett hat die Form die Silhouette einer mittelalterlichen Stadt und ist in Gelb und Weiß bedruckt.Der erste Eindruck, den dieses Bier auf mich machte, war das gelbe Etikett in Form der Skyline einer historischen Stadt. Die Beschriftung besteht lediglich aus dem klein gedruckten roten Namen der Brauerei und dem größer und in Versalien gedruckten Namen WINTER. Minimalistischer geht es kaum. Damit hebt sich die Flasche schon mal deutlich aus der Masse der aufwändig gestalteten Etiketten ab. Mal sehen, ob das Bier so ungewöhnlich ist wie sein Etikett.

Ter Dolen Winter ist die Kreation des Braumeisters Hendrick der Brauerei. Als Winterbier hat Hendrick ein dunkles Bier mit tiefrotem Glanz gebraut, dem er neben 3 Malz- und 2 Hopfensorten auch Honig aus der eigenen Region und Zimt beigefügt hat. Jetzt reicht es aber mit der Vorrede und ich öffne die Flasche.

Bernsteinfarben und opalisierend fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feste Schaumkrone mit leichtem Gelbstich, die sehr lange erhalten bleibt. Ja, so sollte ein Bier für den Winter aussehen.

Düfte nach Karamell und Waldhonig steigen mir in die Nase. Dazu kommt das Aroma des Zimts, abgerundet durch den Duft nach Rosinen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine kräftige Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht der Geschmack nach Karamell und Honig im Mittelpunkt, abgerundet durch Trockenfrüchte. Der Zimt kommt ebenfalls zu seinem Recht und liefert den winterlichen Touch. Das Mundgefühl ist schwer, weich und samtig. Die 9,1 Volumenprozent sind anfangs wirklich gut eingearbeitet, aber mit der Zeit beginnen sie doch, auf der Zunge zu brennen. In der Kehle kommt dann der Geschmack des Honigs stärker zum Vorschein und so fällt es kaum auf, dass ich fast keine Bittere schmecke.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Honig, Hopfen, Zimt, Hefe

Alkoholgehalt:

9,1 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Kasteelbrouwerij De Dool NV
Eikendreef 21
3530 Houthalen-Helchteren
Belgien
www.terdolen.be