Schlagwort-Archiv: Ale

Force Majeure – Bruin

Das Etikett ist wie bei allen Bieren von Force Majeure schlicht gehalten und gibt außer dem Namen der Brauerei und dem Bierstil keine Informationen preis.Mit diesem Braunbier will Force Majeure auf eine echte belgische Tradition setzen. Ein Hauch von Karamell, Zimt und ein Hauch von geröstetem Malz: ein echtes belgisches Braunbier und doch 0% Alkohol.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine voluminöse elfenbeinfarbene und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Eine solche tolle Optik habe ich bei einem alkoholfreien Bier selten erlebt.

Das Bier duftet nach dunklem Malz und Karamell, abgerundet mit einer Note Zimt. Ich könnte das Aroma auch durchaus als etwas bonbonartig beschreiben, aber dabei bleibt das Aroma durchaus angenehm.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie die reichliche feinperlige Karbonisierung aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte freundliche Bittere zur Süße, auch etwas Kaffeegeschmack kommt dazu. Typisch für viele alkoholfreie Biere ist eine gewisse Wässrigkeit, die zu einem schlanken Mundgefühl führt. Bitter ist nur in geringem Maße zu schmecken. Im Abgang wird der Geschmack nach Kaffee etwas kräftiger und er klingt in der Kehle sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kräuter, Sucralose

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Force Majeure BV
Kiezelstraat 14
3600 Genk
Belgien
www.forcemajeure.be

Dorpsbrouwerij De Pimpelmeesch – Winter Doll Koud

Das Etikett zeigt eine weißhaarige junge Frau auf Schlittschuhen.Die Dorpsbrouwerij de Pimpelmeesch wurde im Jahr 2000 als eine der ersten Craft-Brauereien in den Niederlanden gegründet. Es handelt sich bei dieser Brauerei also um einen Pionier der Craft Beer-Bewegung. Die Brauerei befindet sich in Chaam in Brabant, nahe der Grenze zu Belgien. Die Brabanter betrachten sich selbst als Genießer, als Burgunder, die die Geselligkeit lieben. Der Name der Brauerei in Chaam spielt mit diesem Selbstverständnis. Pimpelmeesch ist zusammengesetzt aus den Worten pimpelen, gutes Getränk, trinken und meesch, im brabantischen Dialekt bedeutet dieses Wort Mensch. Ein Pimpelmeesch ist also ein fröhlicher Trinker. Der Ortsname Chaam bezieht sich vermutlich auf das mittelalterliche lateinische canaba: Taverne, Getränkekeller. Davon ist eventuell das lateinische Wort camba abgeleitet, was Mälzerei bedeutet. Der Ortsname Chaam würde also auf einen Ort hinweisen, an dem Gerste keimt. Und dort braut Ad Kusters, der Dorfbrauer von Chaam, seine Biere, die auf bekannten Bierstilen basieren. Dabei verzichtet er auf besondere Zutaten und extreme Hopfenladungen.

Während die meisten Winterbiere in die Kategorie Starkbier gehören, kommt das Winter Doll Koud mit nur 0,3 Volumenprozent Alkohol daher, ist also alkoholfrei. Daher bin ich gespannt, wie sich dieses Bier macht, das seit dem Jahr 2022 gebraut wird.

Hell und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone fällt recht schnell in sich zusammen, was aber bei alkoholfreien Bieren nicht ungewöhnlich ist.

Fruchtigkeit steht im Mittelpunkt der Aromen, die mir in die Nase steigen. Ich rieche Zitrusfrüchte, Pfirsich und Biskuit. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig mit einer angenehmen Malzsüße. Auf der Zunge steht wie in der Nase die Fruchtigkeit im Mittelpunkt. Zur Süße kommt eine gut ausgewogene fruchtige Säure. Bitter kann ich jetzt nicht schmecken. Das Mundgefühl ist schlank und doch voll. In der Kehle kann ich erstmals eine leichte freundliche Bittere schmecken, die überraschend lange nachklingt.

Obwohl das Bier von der Brauerei für den Winter angeboten wird, sehe ich es eher als ein schönes Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

0,3 % Vol.

Farbe:

5 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Brauerei:

Dopsbrouwerij de Pimpelmeesch
Elsakkerpad 11
4861 TA Chaam
Niederlande
www.pimpelmeesch.nl

Finne – Beach Brew

Das Finne Bio Beach Brew ist ein alkoholfreies Bier, das mit Gerstenmalz und Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt wurde. Wie immer mehr Craftbrauer will auch die Münsteraner Brauerei Finne beweisen, dass Bier auch ohne Alkohol schmecken kann. Ob es mit dem Beach Brew gelungen ist, will ich jetzt feststellen.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die sahnige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Die Aromen des Malzes stehen im Mittelpunkt des Duftes. Dazu kommen einige frische und fruchtige Akzente.

Der Antrunk ist recht süß und dabei wirklich spritzig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dabei ist der Geschmack aber nicht wirklich biertypisch, sondern er erinnert eher an eine Limonade. Dabei ist das Mundgefühl angenehm weich. Der Abgang zeichnet sich durch eine leichte freundliche Bittere in der Kehle mit überraschend langem Nachklang aus.

Als Bier empfinde ich das Beach Brew als etwas enttäuschend, aber wenn ich es als Limonade trinke, kann es doch begeistern. Es ist halt eine Frage der Erwartungen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz), Hopfen (Hallertauer Perle, Spalter Select, Mittelfrüh, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 7° Celsius

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Gehölz Bräu – Linde alkoholfrei

Die Grundfarbe des Etiketts ist königsblau. Es wird durch gelbe stilisierte Hopfendolden geschmückt. Außerdem steht auf dem Etikett, dass für jede verkaufte Flasche Bier ein Baum gepflanzt wird.Bier ohne Quatsch, aber mit Prinzipien – das ist die Vision von Rico und Matze. Seit dem Jahr 2021 setzen sie ihre Vision um. Was sind die Prinzipien? Sämtliche Rohstoffe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau in der Region. Flaschen und Kisten sind Mehrweg und sogar das Papier der Etiketten wurde unter ökologischen Gesichtspunkten hergestellt. Damit unterstützen die beiden etwas, das sie selbst mit „enkeltaugliche Landwirtschaft“ betiteln: Der nachhaltige, pestizidfreie Landbau produziert nicht nur wertvollere Lebensmittel, sondern bewahrt Erde und Umwelt, sodass auch unsere Enkel noch etwas davon haben. Kommen wir aber nun zum Bier.

Golden-orange und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine schneeweiße feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres ist nichts auszusetzen.

Das Aroma ist getreidig. Abgerundet wird es durch Düfte nach frisch gemähtem Gras, Honig und einige blumige Noten.

Der Antrunk ist recht süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure angenehm spritzig. Auf der Zunge kommt die Bittere des Hopfens in den Vordergrund und verdrängt Süße und die Aromen fast vollständig. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. In der Kehle wird die Bittere milder und sie klingt trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,25 % Vol.

Stammwürze:

6° Plato

Brauerei:

Gehölz Bräu
Mathias Bock & Rico Borsitz GbR
Am Sonneneck 3a
04207 Leipzig

Force Majeure – Traditional Blond

Auf dem Etikett schreibt die Brauerei, dass das Traditional Blond 0 % Alkohol hätte, was bei einem Alkoholgehalt von 0,4 Volumenprozent nicht ganz korrekt ist, auch wenn das Bier durchaus als alkoholfrei verkauft werden darf.Alkoholfreie Biere haben es im Starkbierland Belgien schwer. Bis vor einigen Monaten hätte ich sogar gesagt, dass es keine belgischen Biere ohne Alkohol gibt, nur Lightbiere mit weniger als drei Volumenprozent Alkohol, die in unserem Nachbarland häufig noch als „Kinderbier“ verkauft werden. Alkoholfreie Biere habe ich bei meinen Besuchen in Belgien nur als Importbiere gesehen. Aufgrund des sehr aufwändigen Verfahrens den traditionell gebrauten Bieren den Alkohol per Umkehrosmose zu entziehen, war diese Produktkategorie lange den großen Braukonzernen vorbehalten. 2019 hat der Triathlet Stijn Panis seine Vorliebe für Spezialbier mit seiner Leidenschaft für Unternehmertum kombiniert und im limburgischen Genk die Brauerei Force Majeure gegründet, der ersten und einzigen Brauerei Belgiens, die ausschließlich alkoholfreie Biere braut. Er möchte dabei die Nische alkoholfreier Spezialbiere besetzen, die bislang von den Großbrauereien vernachlässigt wurde. Für die Herstellung seiner Biere nutzt er ein weniger aufwändiges Verfahren: statt den traditionell gebrauten Bieren den Alkohol wieder zu entziehen, verwendet Force Majeure Spezialhefen, die nur wenig Alkohol produzieren. Diese Biere sind in der Regel vollmundiger und wesentlich geschmacksintensiver als herkömmlich hergestellte alkoholfreie Biere. Sie schmecken halt mehr wie Bier. Der Alkohol in den Bieren liegt bei weniger als 0,5 Volumenprozent Alkohol, damit die Biere als „alkoholfrei“ verkauft werden dürfen.

Orangefarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feste schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell und Orangenschale, abgerundet durch einige blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellen sich der Geschmack nach Zitrusschale sowie eine ordentliche Fruchtigkeit dazu, die an helle Früchte erinnert. Die Bittere ist gut auf die Süße abgestimmt. Für ein alkoholfreies Bier ist das Force Majure Traditional Blond überraschend vollmundig. Im Abgang wird die Bittere kräftiger und sie klingt in der Kehle sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Sucralose

Alkoholgehalt:

0,4 % Vol.

Bittereinheiten:

28 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Force Majeure BV
Kiezelstraat 14
3600 Genk
Belgien
www.forcemajeure.be

Tilmans – Mit Ohne

Das Etikett wurde von der Künstlerin Miriam Frank gestaltet.Das „Mit Ohne“ ist das erste alkoholfreie Bier von Tilmans. Tilmans ist bekannt dafür, dass sich die Brauerei traditionellen Bierstilen zuwendet uns diese als Gypsybrauer neu interpretiert. Mal sehen, ob das auch beim alkoholfreien Weizenbier gelungen ist.

Hell und opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich große feste weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier also durchaus gelungen.

Das Bier durftet nach hellem Malz, Banane und Zitrus. Das passt einfach.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch die feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt der Zitrusgeschmack in den Vordergrund, wobei die Malzsüße erhalten bleibt. Leider verschwindet die Kohlensäure schnell, so dass das Bier nach recht kurzer Zeit etwas schal wirkt. Eventuell wäre eine Abfüllung in 0,33 Liter-Flaschen sinnvoller, da dann das Bier nicht so lange benötigt, bis es ausgetrunken ist. Trotzdem macht das Bier mit seinem weichen Mundgefühl einen guten Eindruck. Erst im Abgang kann ich auch eine leichte Bittere schmecken, die sich gut in die Harmonie von Süße und fruchtiger Säure einpasst.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Vic Secret), Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

6,3° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Tilmans Biere
Thalkirchner Straße 53
80337 München
www.tilmansbiere.de

Drachenländer – Dunkles

Das Etikett zeigt einen goldenen geflügelten Drachen, der Hopfen im Arm hält und dessen untere Hälfte durch Getreideähren umrahmt wird.Nicht weit von Bonn entfernt liegt Meckenheim, von wo das Bier stammt, das jetzt zur Verkostung vor mir steht. Laut Etikett soll es malzig und würzig sein. Gebraut wurde es in Bonn bei der Brauerei Biersmark für die Meckenheimer Firma Drachenländer Brauspezialitäten.

Braun präsentiert sich das Dunkle im Glas. Darüber steht eine feste elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres gibt es nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Kaffee mit einigen würzigen Noten. Auch die 5,5 Volumenprozent Alkohol kann ich in der Nase feststellen, auch wenn sie nicht in den Vordergrund treten. Sie unterstützen das röstige Aroma lediglich.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie die die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach dunkler Schokolade in den Vordergrund. Das Mundgefühl ist weich und doch schlank. In der Kehle kommt lediglich ein leichtes Bitter auf, das aber lange nachklingt.

Das Bier ist durchaus süffig, aber ich würde mir hier doch einen kräftigeren Malzkörper wünschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Biersmark GmbH
Alaunbachweg 10
53229 Bonn
www.alemaniabonn.de

für

Drachenländer Bierspezialitäten
Postfach 1241
53334 Meckenheim
www.drachenlaender.de

Mashsee – Oma Lene

Das Etikett zeigt das Foto zweier älterer Menschen, die das Bier trinken. Nicht erwähnt wird, weshalb sie aus der Flasche trinken, was den Genuss deutlich schmälert.Viele Brauer von Craft Bieren beginnen als Hobbybrauer und versuchen irgendwann, ins Profilager zu wechseln. Bei den Machern von Mashsee war das anders. 2014 eröffneten sie in Hannover ein Bierfachgeschäft, um die Insassen der niedersächsischen Landeshauptstadt mit guten und abwechslungsreichen Bieren zu versorgen. Heute konzentrieren sie sich auf das Brauen eigener Biere. Dabei gelingen ihnen immer wieder Rezepturen, über die ich staunen muss. Auch wenn die Biere mich nicht immer begeistern können, sind sie doch immer ausdrucksstark und einmalig. Ich hoffe, das gilt auch für die Oma Lene, die jetzt vor mir steht und auf ihre Verkostung wartet.

Oma Lene ist ein Weihnachtsbier, genauer gesagt ein Brown Ale mit weihnachtlichen Gewürzen. Auf jeden Fall klingt das richtig gut und ich werde die Flasche jetzt öffnen.

Kastanienbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum ist haselnussbraun und fällt schnell in sich zusammen. Schade.

Das Bier duftet weihnachtlich nach Karamell, Lebkuchengewürz und Haselnuss. Da freue ich mich doch gleich auf den ersten Schluck.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß und er erweckt sofort die Erinnerung an einen Elisenlebkuchen aus Nürnberg. Auch auf der Zunge bleibt der Geschmack nach Lebkuchen dominant. Dazu kommt langsam auch der Geschmack nach gerösteten Haselnüssen auf. Die 6,6 Volumenprozent Alkohol schmecken leicht durch und unterstützen die anderen Aromen noch zusätzlich. Das Mundgefühl ist weich und rund. Erst in der Kehle gesellt sich noch ein leichtes Bitter dazu, das zusammen mit dem Geschmack der Gewürze sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Crystal Light, Crystal Heritage, DRC, CaraHell, Melanoidin), Kakaonibs, Hopfen, Hefe, Zimt, Fenchel, Anis, Koriander, Ingwer, Nelken, Sternanis, Piment, Muskat, Kardamom

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Stammwürze:

17,5° Plato

Bittereinheiten:

14 IBU

Farbe:

75 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 14° Celsius

Brauerei:

Mashsee Brauerei GmbH & Co. KG
Am Eisenwerk 17
30519 Hannover
www.mashsee.de

Ale Mania – Wieß

Das Etikett ist schlicht aber edel in Blau gehalten und verrät nur die Brauerei sowie den Bierstil.Wieß ist ein historischer Bierstil und der Vorgänger des Kölsch. Wikipedia beschreibt Wieß wie folgt: „Wieß (deutsch „Weiß“) ist der Vorgänger des Kölsch. Es wird ebenfalls obergärig gebraut, ist aber im Gegensatz zum Kölsch unfiltriert und naturtrüb. Die Filtration des Bieres wurde erst mit der Industrialisierung des Brauprozesses möglich. Wie beim Kölsch wird Gerste als Mälzgetreide verwendet. In Köln wurde das naturtrübe, obergärige Bier bis Mitte des 19. Jahrhunderts als „wijss bier“ in den Kölnern Brauhäusern getrunken.[13] Wieß wird nicht aus Kölner Stangen getrunken, sondern aus Gläsern, die zwischen 0,3 und 0,5 Liter fassen.“

Hell und opalisierend strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die gemischtporige Schaumkrone ist eher klein und sie fällt schnell in sich zusammen.

Aromen nach Zitrusfrüchten, Biskuitteig und Banane steigen mir in die Nase. Das Wieß scheint also ein sehr gut trinkbares obergäriges Bier zu sein.

Der Antrunk ist spritzig, frisch und leicht. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider und obwohl der Körper des Wieß schlank ist, ist das Mundgefühl doch weich. Bitter ist nur in Ansätzen zu schmecken. Die Bittere kommt erst im Abgang, wo sie in der Kehle kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Münchner Malz), Hopfen (Herkules, Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Biersmarck GmbH
Alaunbachweg 10
53229 Bonn
www.alemaniabonn.de

Lang-Bräu – SuperAle

Das Etikett des SuperAle ist schlicht gehalten und enthält außer der Zeichnung eines stilisierten Hopfenzapfens nur das Wappen der Brauerei als grafische Schmuckelemente. Bei der Auszeichnung dieses Bieres fällt mir eines auf: während die Brauerei über das Bier genauestens informiert und sogar auf dem Rückenetikett der Flasche mitteilt, welche Hefe verwendet wurde (was eine absolute Seltenheit ist), veröffentlicht sie über sich selbst, also über die Brauerei, keinerlei Informationen, die über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen. Schade. Gerade bei guten Bieren ist es doch immer schön, auch eine kleine Geschichte zur Herkunft des Bieres zu kennen. Und ich hoffe ja, dass ich jetzt ein gutes Bier vor mir habe. Schließlich bewirbt die Brauerei ihr Bier auf der Website mit folgenden Worten: „Ein naturtrübes, flaschengereiftes Superbier“.

Orangefarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist relativ klein, bleibt aber sehr lange erhalten. Daher gibt es an der Optik dieses Bieres nichts zu mäkeln.

Das Bier duftet frisch nach Biskuitteig und Karamell, dazu nach überreifen Birnen. Abgerundet wird das Aroma durch einige blumige Noten.

Der Antrunk ist süßer als erwartet und er überzeugt durch die sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge kommt ein überraschend kräftiges freundliches Bitter zum Vorschein. Es sorgt zusammen mit der Fruchtigkeit für ein volles und weiches Mundgefühl. Im Abgang wird das Bier trockener und die Bittere klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner, Weizen hell, Caramünch Typ2®, Abbey Malt®,) Hopfen (Perle, Mittelfrüh, Tradition), Hefe (Ale-Hefe)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

22 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Lang-Bräu OHG
Bayreuther Str. 19
95632 Wunsiedel-Schönbrunn
www.lang-braeu.de