National-Jürgens-Brauerei – Gala Hell

Das Helle ist ein Bierstil, der im Vergleich zum Pilsener mit einer milderen Hopfenbittere daherkommt und durch den erhöhten Malzanteil mit einem volleren Körper aufwartet. Auch wenn das Helle derzeit voll im Trend liegt, ist dieser Bierstil nicht unumstritten. Vielen Konsumenten erscheint er als langweilig. Ich kenne nur wenige Helle, die aus der Menge der Biere dieses Stils positiv herausstechen und trotzdem die Kriterien dieses Bierstils erfüllen. Außerdem gilt das Helle als der am schwierigsten zu brauende Bierstil, der jeden Braufehler sofort sichtbar und schmeckbar macht. Jetzt will ich feststellen, ob das Gala Hell der National-Jürgens-Brauerei aus Braunschweig zu den positiven Ausnahmen gehört.

Golden und glanzfein fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine gemischtporige schneeweiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell und Getreide, abgerundet durch blumige Noten und einen Haus Zitrus.

Der Antrunk ist relativ süß und dabei durch die feinperlige Kohlensäure angenehm spritzig. Auf der Zunge tritt die Blumigkeit in den Mittelpunkt. Dabei bleibt die Süße aber bestehen. Stiltypisch ist die Bittere nur wenig zu schmecken. Dafür ist das Mundgefühl aber weich, fast samtig. Erst in der Kehle kommt die Bittere richtig zum Tragen und obwohl sie immer noch zurückhaltend bleibt, klingt sie lange nach.

Das Gala Hell der National-Jürgens-Brauerei überrascht mich. Eines ist dieses Helle mit Sicherheit nicht: langweilig. Im Gegenteil, es handelt sich um ein Genussbier, bei dem alle Werte stiltypisch sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Wiener Malz, Sauermalz), Hopfen (Cascade, Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

National Jürgens Brauerei Braunschweig
Rebenring 31
38106 Braunschweig
Eingang B8
www.njb-brauerei.de

Planen Sie Ihren Besuch auf der drinktec

In rund fünf Wochen ist es soweit: Die drinktec 2025 öffnet ihre Tore. Vom 15. bis 19. September 2025 wird sich die Welt der Getränke- und Liquid-Food-Industrie wieder in München treffen. Rund 1.100 Aussteller werden in elf Hallen auf dem Messegelände in München topaktuelle Lösungen und Zukunftstechnologien präsentieren.

Sie werden für alle nationalen und internationalen Entscheider wieder Dialogpartner für Investitionsentscheidungen und die strategische Ausrichtung der Brands sein. Basis dieses Austauschs ist auch dieses Mal der Komplettüberblick über alle Rohstoffe, Prozesstechnologien und Abfüll- und Verpackungstechnik sowie Logistik und IT direkt auf der drinktec, wo die Branche alle Projekte mit den Experten diskutieren kann.

Mit einem umfassenden Angebot über die gesamte Wertschöpfungskette der Getränke- und Liquid-Food-Herstellung erhalten die Besucher der drinktec Impulse für die Zukunftsausrichtung ihres Produktportfolios und zu den Trendthemen der Industrie. Mit etwa 70 Prozent spielt auch diese drinktec wieder ihre hohe Internationalität im Ausstellerangebot aus – ein klarer Hinweis auf die weltweite Bedeutung dieser Plattform in der Branche. Die größten Ausstellergruppen kommen – nach Deutschland – aus Italien, USA und China, die Länder, die schon seit mehreren drinktec-Ausgaben das breiteste Angebot für die die Branche bündeln. 

Neu: Liquidrome – Hotspot für Wissensaustausch und Networking

Zusätzliche Impulse bietet das neue Format „Liquidrome“. Unter diesem Branding stellt das Messeteam in Halle C4 ein breit gefächertes Rahmenprogramm vor: Ausstellervorträge, Präsentationen zu Forschungsprojekten und Impulse aus der Praxis bilden einen Hintergrund für strategische Entscheidungen im eigenen Markt- und Markenszenario der Besuchenden. In diesem Umfeld zeigen auch zahlreiche Startups neue Lösungen, die sich zudem mit den Startup-Pitches auch den kritischen Fragen des Publikums stellen.

Alle Angebote im Liquidrome fokussieren sich auf die Leitthemen „Circularity & Resource Management“, „Data2Value“ und „Lifestyle & Health“. „Wir sehen hier auf unserer großen Bühne Wave Stage ein vielfältiges Programm, das Makrotrends, AI-Lösungen für den Praxiseinsatz und zahlreiche Impulse für ressourcenschonendes Produzieren enthält“, betont Markus Kosak, Executive Director drinktec Cluster. Mit mehreren Angeboten zu Innovationsstrategien sowie Insights aus der Gründerszene ergänzt die Deep Dive Lounge im Liquidrome das Angebot und bietet breiten Raum für Networking.

„Wir sehen auch starkes Potenzial im Sektor der Functional Beverages – zum Beispiel Getränke mit Gesundheitsnutzen – weshalb wir im Liquidrome auch eine Health Bar integriert haben. Dort bieten ausgewählte Partner eine Verkostungsmöglichkeit für innovative Getränke. So können sie der Branche Ideen liefern, wie sich möglicherweise das Segment der Getränke mit Zusatznutzen erschließen lässt“, so Markus Kosak. Das gesamte Angebot im Liquidrome ist für Besucher kostenlos und unter drinktec | Rahmenprogramm im Liquidrome verfügbar.

Online: Aussteller- und Produktdatenbank und Innovation Guide

Mit dem Ticketkauf über die Online-Registrierung profitieren Besucher von günstigeren Ticketpreisen und sichern sich damit auch nach Messeöffnung schnellen Zugang zu den Messehallen. Alle Besucher, die sich vorab auf ihren Motor für die Zukunft der Getränke- und Liquid-Food-Industrie

Messebesuch vorbereiten möchten, finden online in der Aussteller- und Produktdatenbank bereits jetzt alle Ausstellerangebote. Besonders spannend ist das Informationsangebot des Innovation Guide. Aussteller mit innovativen Lösungen werden in dieser Übersicht verfügbar gemacht und beim Betreten des Geländes für den Messebesucher auf dem Hallenplan über das Mobiltelefon sichtbar.

Das komplette Gelände der drinktec 2025 ist über die Eingänge West, Nordwest, Nord und Ost erreichbar und damit sowohl an die U-Bahn-Verbindung aus der Münchener Innenstadt als auch an die Parkplätze im Parkhaus und im Freigelände optimal angebunden. Die Anbindung an den Flughafen (Ankunft und Abflug) wird vom Eingang Nord angeboten sowie vom Eingang Ost (nur Abflug). Alle Informationen zur Reiseplanung sind Online unter https://www.drinktec.com/de-DE/besuchen/anreise-aufenthalt/ verfügbar.

„Aus den Marktdaten lässt sich entnehmen, dass für Getränke und Liquid-Food in vielen Regionen eine positive Entwicklung erwartet wird“, betont Markus Kosak. „Die drinktec ist definitiv der Weltwirtschaftsgipfel und somit ein Pflichttermin für die Zukunftsgestaltung der Branche. Planen Sie Ihren Aufenthalt jetzt und nutzen Sie die günstigen Online-Buchungsoptionen. Das gesamte Messeteam bei YONTEX freut sich, alle Player in der Branche aus dem In- und Ausland auf der drinktec zu begrüßen!“

Quelle: Pressemitteilung der Yontex

De Dochter van de Korenaar – Sans Pardon

Nun steht mal wieder ein Bier von „De Dochter van de Korenaar“ vor mir, dieses mal ein Imperial Stout. Dies ist ein Bierstil, der sich gut für eine Fassreifung eignet. Das lassen sich die Brauer aus Baarle selbstverständlich nicht nehmen. Und sie haben noch einen draufgesetzt. Sie lassen das Bier für ein Jahr nur in Bourbon-Fässern reifen, die frisch geleert wurden. Nun sind diese Fässer in Belgien nicht einfach zu bekommen, so dass das Sans Pardon nicht ständig im Angebot ist, sondern nur dann, wenn wieder eine neue Charge Fässer aus Kentucky eingetroffen und die Reifezeit vorüber ist. Dieses Bier, das ich jetzt öffnen werde, ist also eine Rarität.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine haselnussbraune feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Das Bier sieht wirklich so aus, dass es in einer Werbung verwendet werden könnte.

Bestechend ist auch der Duft des Sans Pardon. Aromen nach dunkler Schokolade und Espresso steigen mir in die Nase, perfekt kombiniert durch den Duft von Whiskey und Eiche und abgerundet durch den Duft nach gerösteten Haselnüssen. Zusätzlich unterstützen noch 11 Volumenprozent Alkohol die Aromen. Das Bier ist bereits in der Nase ein Genuss und fast zu schade, um es zu trinken.

Der Antrunk ist stiltypisch süß mit eine feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge verstärken sich die Aromen von Espresso und Whiskey noch, dazu gesellt sich eine leichte fruchtige Säure. Die Bittere ist sehr moderat. Obwohl der Alkohol leicht auf der Zunge brennt und das Mundgefühl eher schwer ist, wirkt das Bier frisch. In der Kehle wird das Bier mild, die Röstaromen treten in den Mittelpunkt und klingen lange nach, während der Alkohol den Magen wärmt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Röstgerste, Weizenmehl, Hopfen, Roibusch

Alkoholgehalt:

11 % Vol.

Brauerei:

De Dochter van de Korenaar
Oordeekstraat 38
2387 Baarle-Hertog
Belgien
www.dedochtervandekorenaar.be

Mit dem Sonderzug von Rom zum Oktoberfest

Zum Oktoberfest 2025 setzt die Untergruppe von FS (Ferrovie dello stato) „Treni Turistici Italiani“ erstmals Sondernachtzüge zwischen Rom und München ein. Die „Espresso Monaco“-Verbindung startet an zwei Terminen – am Freitag, 26. September, und am Freitag, 3. Oktober – jeweils um 19:57 Uhr ab Rom. Die Rückfahrten erfolgen sonntags, am 28. September und 5. Oktober, um 15:30 Uhr ab München. Das Besondere dabei: Bereits auf der Fahrt gibt es für die Reisenden Unterhaltungsangebote und eine Bierverkostung.

Der Zug hält unter anderem in Verona, Trient, Bozen, Brixen, Franzensfeste, Sterzing, Brenner und Innsbruck. Reisende können zwischen Schlafwagen, Einzel- und Doppelkabinen sowie Abteilen zur exklusiven Nutzung wählen.

Während der gesamten Fahrt gibt es Unterhaltung und Verkostungen von Craft-Bieren, um die Reisenden bereits unterwegs in Oktoberfest-Stimmung zu bringen, wirbt der Anbieter auf seiner Internetseite.  Tickets sind ab 99 Euro (Einzelfahrt) über die Plattform „Railbook“ erhältlich.

Freie Brau Union – Lime Time

Im Jahr 1907 gründeten Wirte aus Bremen die Union Brauerei Bremen, die bis 1968 Bestand hatte. In diesem Jahr machte die Brauerei dicht. So blieb es bis zum Jahr 2015, als die Freie Brau Union Bremen öffnete, wenn auch in erheblich kleinerem Rahmen als die alte Union Brauerei. Jetzt steht vor mir das Lime Time, ein Witbier.

Golden und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine schneeweiße gemischtporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma überrascht mich etwas. Es ist nicht so wuchtig-fruchtig wie viele andere Witbiere, auch wenn die Aromen von Zitrus und Ananas deutlich zu riechen sind. Dazu kommt der Duft von Biskuitteig und Koriander, die aber eher aus dem Hintergrund den Gesamteindruck abrunden.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße und eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit deutlich kräftiger zum Tragen als ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Begleitet wird sie durch eine gut abgestimmte Bittere. Ich würde mir lediglich etwas mehr den Geschmack des Korianders wünschen, aber das ist eine individuelle Vorliebe. Auch so lässt sich das Bier mit dem schlanken Körper sehr gut genießen. In der Kehle wird die Bittere noch einmal kräftiger, wo sie auch sehr lange nachklingt.

Das Lime Time ist ein wirklich leckeres Bier, das aus der Masse der Witbiere heraussticht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz (Pilsener Malz, Wiener Malz, Sauermalz), Hafermalz, Zitronengras, Hopfen (Citra, Mandarina Bavaria), Kaffir-Limetten-Blätter, Koriandersamen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:         

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Union Brauerei Bremen GmbH
Theodorstraße 13
28219 Bremen
www.brauerei-bremen.de

Minne – La Super Françoise

Die Brasserie Minne wurde im Jahr 2008 unter dem Namen Brasserie de Bastogne gegründet. Die Etiketten ihrer Biere sorgen für einen hohen Wiedererkennungswert, da sie Zeichnungen von Tieren zeigen, die in den Ardennen heimisch sind, beispielsweise das Wildschwein und der Wolf.

Jetzt steht das Super Françoise vor mir, ein Fruchtbier nach belgischer Art. Für das Brauen dieses Bieres wurden auch keine Farb- oder Aromastoffe verwendet, auch kein Himbeersaft, sondern ganze Himbeeren. Ich hoffe, dass sich auf diese Weise die gesamte Geschmacksfülle der Himbeeren im Bier wiederfindet.

Intensiv rot und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine voluminöse gemischtporige rosa Schaumkrone, die sich anfangs schnell auflöst. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist weniger intensiv als ich es aufgrund der Farbe angenommen habe. Brotkrume ist der Duft im Mittelpunkt, dazu kommt der typische Duft belgischer Hefe und erst dann verlangt die Himbeere in der Nase ihr Recht.

Der Antrunk ist angenehm, denn er ist nicht zu süß, dafür aber kräftig karbonisiert. Im ersten Moment kann ich leider nur enttäuschend wenig Frucht schmecken. Die Frucht kommt aber schnell in den Vordergrund, zusammen mit einer angenehmen fruchtigen Säure, die gut auf die Süße des Malzes abgestimmt ist. Eine Hopfenbittere kann ich nicht feststellen. Das Mundgefühl ist schlank. Auch in der Kehle ist das Bier mild.

Durch seine Fruchtigkeit ist das Bier sehr gut als Durstlöscher geeignet, auch wenn ich mir eine stärkere Komplexität wünschen würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Zucker, Weizen, Himbeeren

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Minne
ZA Nord Bailonville 9
5377 Somme Leuze
Belgien
www.brasserieminne.be

Heimathafen – Jack

Jetzt steht erstmals ein Bier aus der Erfurter Braumanufaktur vor mir, Heimathafen genannt. Ich habe keine Informationen über die Brauerei, weshalb ich die Brauer selbst zu Wort kommen lasse. Auf ihrer Website schreiben sie: „Da kommt ein leidenschaftlicher Bierbrauer, der das Brauhandwerk von der Pike auf gelernt hat, nach über 10 Jahren in die Thüringer Heimat zurück und muss feststellen, dass die Bierlandschaft in der Landeshauptstadt rar gesät ist und schafft Abhilfe.

Der gebürtige Erfurter Jan Schlennstedt eröffnet am 22. April 2017 die Heimathafen – Erfurter Braumanufaktur im altehrwürdigen Zughafen. Seitdem glüht regelmäßig der Braukessel in einer ehemaligen Lagerhalle am alten Güterbahnhof.“ Die meisten ihrer Biere benennen die Erfurter mit Namen. So auch das Heimathafen Jack, ein Pale Ale, das jetzt vor mir steht.

Bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige weiße Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. An der Optik dieses Bieres gibt es wirklich nichts zu mäkeln.

Das Bier duftet angenehm nach Grapefruit und anderen tropischen Früchten, abgerundet durch die Süße des Karamelldufts sowie einige würzige Noten, die an weißen Pfeffer erinnern.

Der Antrunk ist recht süß und verwöhnt meinen Gaumen durch die feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich die Fruchtigkeit und eine passende Bittere zur Süße und sorgen für ein weiches Mundgefühl. Die freundliche Bittere wird in der Kehle kräftiger und klingt dort sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmal, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:       

5,1 % Vol.

Stammwürze:        

12° Plato

Bittereinheiten:     

40 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:         

6-8° Celsius

Brauerei:

Heimathafen
Erfurter Braumanufaktur
Zum Güterbahnhof 20
99085 Erfurt
www.heimathafen-bier.de

Sterkens – St. Paul White

Die Brauerei Sterkens (Brouwerij Sterkens) wurde 1651 im Dorf Meer im Norden Belgiens gegründet. Damals war sie eine traditionelle Brauerei und Farm, die über Generationen hinweg, mittels Sorgfalt und überlieferter Rezepte, belgische obergärige Abteibiere herstellte. Bereits im Jahr 1836 verweisen Dokumente auf eine zunehmende Produktionskapazität: Die Familie verfügte über Brauhaus, Lagerstätten, Stallungen und nahezu 27 Hektar Land — das Brauen war mehr als nur ein Familienhobby geworden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Brauerei einen Aufschwung, so dass ab dem Jahr 1957 verschiedene zusätzliche Biere gebraut wurden. Das Sortiment umfasst unter anderem die Marken St. Paul und St. Sebastiaan. Jetzt steht vor mir das St. Paul White, ein Witbier, das ich jetzt öffnen werde. Nebenbei bemerkt: das St. Paul White gewann die Bronzemedaille in der Kategorie „Weißbier” bei der Brussels Beer Challenge 2015.

Hell goldfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone fällt anfangs schnell in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten. Optisch ist an dem Bier nichts auszusetzen.

Das Bier duftet stiltypisch nach Biskuitteig mit einigen floralen Noten und dem Aroma von Orangenschale.

Der Antrunk ist überraschend süß, was aber zur kräftigen Kohlensäure passt. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße eine leichte Bittere, während mir die für ein Witbier typische Fruchtigkeit fehlt. Das Bier ist mit seinem weichen Mundgefühl angenehm zu trinken, aber nicht komplex. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, klingt aber nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe, Gewürze

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Bittereinheiten:

10 IBU

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brouwerij Sterkens
Wenenstraat 9
2321 Meer (Hoogstraten)
Belgien
www.brouwerijsterkens.be

Finne – Friedensbier

Ein besonderes Bier für das Jubiläumsjahr sollte es werden, das den Geschmack von möglichst vielen Bewohnern von Münster, Osnabrück und natürlich darüber hinaus trifft: Die Rede ist vom „Friedensbier“, das die FH Münster und die Hochschule Osnabrück gemeinsam mit der lokalen Finne Brauerei aus Münster anlässlich des 375-jährigen Westfälischen Friedens entwickelt haben.

Im Jahr 1648 wurden in den Rathäusern von Münster und Osnabrück historische Friedensverträge unterzeichnet, die den Dreißigjährigen Krieg beendeten. Dieses bedeutende Jubiläum wollte Finne gebührend feiern – und zwar über die Stadtgrenzen hinaus. Aus diesem Grund haben sich Finne, kreative Köpfe der Hochschulen und lokalen Brauereien aus Münster und Osnabrück zusammengeschlossen, um dieses einzigartige Friedensbier zu kreieren. Jetzt steht es vor mir.

Golden und opalisierend fließt das Bier ins Glas. Die weiße und sahnige Schaumkrone ist zwar vergleichsweise klein, bleibt aber lange erhalten.

Düfte nach Zitrusfrüchten steigen mir in die Nase, gepaart mit einem Hauch Hefe.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße und eine feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge ist das Bier angenehm fruchtig, wobei die Süße erhalten bleibt und sich eine passende Bittere dazu gesellt. Das Bier wirkt frisch und erzeugt ein leichtes Mundgefühl. In der Kehle wird die Bittere kurz kräftiger, lässt dann aber schnell nach, bis auf einen Rest, der lange nachklingt.

Gut gekühlt ist das Friedensbier von Finne sehr erfrischend.

Zutaten:       

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:       

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:              

6-8° Celsius

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Sterkens – St. Sebastiaan

Seit 1651 braut die Brouwerij Sterkens in Meer, einem kleinen Dorf im Norden Belgiens, traditionelle, köstliche obergärige Abteibiere. Das Brauen nach Tradition und alten Rezepten, ergänzt durch das Wissen und die Erfahrung aus vergangenen Jahrzehnten, sind nach wie vor die größten Vorzüge im Brauprozess der Brouwerij Sterkens.

In sehr dunklem Rot, beinahe schwarz, fließt das Bier is Glas. Der haselnussbraune Schaum löst sich sofort auf, so dass das Bier optisch fast wie Cola wirkt.

Das Aroma ist eher flach mit leichten Röstaromen und etwas Kandis.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine sehr agile Kohlensäure sowie eine recht kräftige Süße aus. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wobei eine leichte Bittere dazukommt. Trotzdem macht das Bier einen wässrigen und dünnen Eindruck. Erst in der Kehle wird die Bittere überraschend kräftiger und klingt einige Zeit nach.

Das Bier kann mich nicht begeistern und lässt mich einigermaßen enttäuscht zurück. Im Mund wirkt es eher wie Limonade. Insbesondere von der Brouwerij Sterkens habe ich mir mehr erwartet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Sterkens
Wenenstraat 9
2321 Meer (Hoogstraten)
Belgien
www.brouwerijsterkens.be