Nachdem es über längere Zeit nicht möglich war, über den Onlineshop der Bierothek einzukaufen, zeigt sich inzwischen wieder deutlich mehr Bewegung. Auf der Website des Bamberger Bierspezialitätenhändlers sind erneut zahlreiche Biere und Bierpakete verfügbar. Produkte können wieder in den Warenkorb gelegt werden, und die Startseite wirbt mit aktuellen Angeboten, Neuheiten und Bestsellern.
Für die Bierothek, die sich seit dem Frühjahr 2026 in einer Sanierung befindet, ist die Rückkehr des Onlineshops ein sichtbares Zeichen dafür, dass zumindest Teile des Geschäfts wieder Fahrt aufnehmen.
Vom stationären Handel zum digitalen Geschäftsmodell
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Bierothek-Gruppe waren im April bekannt geworden. Das Unternehmen hatte damals erklärt, auf die Veränderungen im Biermarkt und im Handelsverhalten reagieren zu müssen. Besonders der Rückgang der stationären Bierfachgeschäfte und der von Franchisepartnern betriebenen Filialen setzte dem Unternehmen zu.
Im Rahmen der Sanierung sollte die Unternehmensgruppe neu aufgestellt und stärker auf den digitalen sowie europaweiten Handel ausgerichtet werden. Bereits vor der Krise hatte die Bierothek versucht, ihr Geschäftsmodell zunehmend in Richtung Onlinehandel und digitale Dienstleistungen für Brauereien weiterzuentwickeln.
Wieder deutlich mehr Auswahl im Onlineshop
Aktuell präsentiert sich die Website wieder mit einem umfangreichen Sortiment. Neben einzelnen Bieren finden Kunden Bierpakete, Neuheiten und Sonderangebote. Auch Produkte verschiedener Brauereien sind wieder direkt über den Shop bestellbar.
Darüber hinaus ist weiterhin der Bierothek-Marktplatz sichtbar, über den Brauereien ihre Produkte direkt an Kunden verkaufen können. Dieses Modell war bereits Ende 2025 gestartet worden und sollte Brauereien eine zusätzliche Möglichkeit eröffnen, ihre Biere über eine spezialisierte Plattform anzubieten.
Die Rückkehr der Bestellmöglichkeiten ist deshalb mehr als nur eine technische Veränderung der Website. Für die Bierothek war der Onlinehandel bereits vor der Sanierung ein zentraler Bestandteil der geplanten strategischen Neuausrichtung.
BCT übernimmt den Betrieb der Marke im Onlinehandel
Auf mehreren aktuellen Seiten der Bierothek wird inzwischen die BCT – Beverage Commerce Technologies GmbH aus Bamberg als Betreiber genannt. So heißt es beispielsweise in den Anbieterinformationen des Geschäftskundenbereichs, die Bierothek sei ein Produkt der BCT – Beverage Commerce Technologies GmbH. Auch die Marke Bierothek wird dort der BCT zugerechnet.
Die BCT positioniert sich zugleich als Dienstleister für Brauereien und deren digitalen Vertrieb. Neben dem Bierothek-Marktplatz bietet das Unternehmen auch technische Lösungen für eigene Onlineshops von Brauereien an.
Damit deutet vieles darauf hin, dass die Marke Bierothek und ihre digitale Infrastruktur künftig eine wichtige Rolle in einer neu ausgerichteten Unternehmensstruktur spielen könnten. Wie genau die Verbindung zwischen der laufenden Sanierung der bisherigen Bierothek-Gesellschaften und dem aktuellen Betrieb des Onlineshops ausgestaltet ist, bleibt allerdings bislang offen.
Noch viele offene Fragen
Der aktuelle Neustart des Onlineshops beantwortet noch nicht die entscheidenden Fragen zur Zukunft der Bierothek. Unklar ist weiterhin, welche Gesellschaften und Geschäftsbereiche dauerhaft fortgeführt werden, wie die Sanierung der bisherigen Unternehmensgruppe ausgeht und welche Rolle Gründer Christian Klemenz bei einem möglichen Neustart spielen wird.
Auch zu einem zuletzt bekannt gewordenen erneuten Rettungsversuch sind bislang nicht alle Details öffentlich zugänglich. Fest steht jedoch: Während die Zukunft der ursprünglichen Unternehmensstruktur noch nicht abschließend geklärt ist, ist die Bierothek als Marke im Internet wieder deutlich sichtbarer.
Für Kunden und Brauereien ist das ein erstes konkretes Zeichen, dass die Geschichte der Bierothek möglicherweise noch nicht zu Ende geschrieben ist.