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Nico Leffler ist bester deutscher Hobbybrauer

Mit Spannung erwartet ist der erste Deutsche Meister der Hobbybrauer nun gefunden: Der Brauer-Azubi Nico Leffler (Brauerei „Humulus Lucullus“) aus Erzhausen (Hessen) überzeugte am 29. Juli im Störtebeker Brauquartier die 35-köpfige Jury aus Sommeliers, Braumeistern und Bierbotschaftern mit seinem hellen Bockbier und setzte sich gegen rund 80 Konkurrenten aus ganz Deutschland durch.

Nico Leffler ist der erste Deutsche Meister der Hobbybrauer

Vor großem Publikum nahm er am Samstagabend um 19:00 Uhr seinen Pokal entgegen. „Ich bin überwältigt und sehr stolz, die Jury mit meinem hellen Bockbier überzeugt zu haben“, freut sich der Sieger. „Das bernsteinfarbene Siegerbier mit 7% Vol. Alkohol wurde einstimmig zum Favoriten gewählt. Das Besondere: Das Bockbier wurde mit fruchtigem Aromahopfen gestopft. Ein sehr rundes, gut trinkbares Bier“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Auf dem 2. Platz landete Udo Sierks aus Wester-Ohrstedt in Schleswig-Holstein. Bronze erhielt eine Frau: Wiebke Melcher aus Hamburg.

Nico Leffler darf sich nun auf einen besonderen Gewinn freuen: Er wird gemeinsam mit den Brauern der Störtebeker Braumanufaktur sein Bier im größeren Umfang einbrauen – von der Schrotmühle bis in die Flasche. Darüber hinaus erhält er dann 40 Kisten des fertigen Bieres – der Rest wird über die Störtebeker Braumanufaktur verkauft.

Eine 35-köpfige Jury verkostete die Wettbewerbsbiere.

„Bier ist schon seit einiger Zeit wieder vermehrt in aller Munde. Nicht wenige Craft Beer-Fans wollen jedoch nicht nur Bier trinken, sondern selber brauen. Die Zahl passionierter Hobbybrauer steigt kontinuierlich an und es war uns eine Herzensangelegenheit, dem Thema Hobbybrauen eine angemessene Plattform zu geben. Ich denke, das ist uns mit diesem erfolgreichen Auftakt der Meisterschaft gelungen“, so Braumanufaktur-Inhaber Jürgen Nordmann.

Freuen konnte sich an diesem Tag auch der Freiberger Tobias Kandler. Als Sieger im Publikumswettbewerb überzeugte er die Besucher des Festivals mit seinem Spezial Ale, einem englischen Ale mit besonderer Malzmischung und englischem Aromahopfen. Insgesamt 71 Stimmen reichten zum Sieg. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Ich braue schon seit 20 Jahren. Das Bier ist eins meiner Lieblingsbiere und wird nur zu speziellen Anlässen gebraut. Damit zu gewinnen freut mich sehr“, so Kandler.

Das süffige Ale schmeckte nicht nur den Festivalgästen. „Auch wir Bierexperten waren von der kreativen Vielfalt der Hobbybrauer und besonders des Publikumssiegers begeistert“, erzählt Jury-Mitglied Michael Lembke von der Craftbeer-Brauerei BRLO aus Berlin. „Wir haben selbst ganz klein mit dem Bierbrauen angefangen und verfolgen die Hobbybrauer-Szene mit viel Interesse. Daher freut es uns umso mehr, dass wir gemeinsam mit Tobias seine Kreation als Gewinn bei uns in Berlin einbrauen werden.“

Über 750 Gäste kamen zum Festival.

Auch für das Brauquartier und die weiteren Hobbybrauer war das Festival ein großer Erfolg: Über 750 Besucher kamen vorbei und verkosteten die knapp 150 Biere. „Wir freuen uns über die zahlreichen Besucher und die gute Stimmung auf der Veranstaltung“, so Braumanufaktur-Inhaber Jürgen Nordmann. Aussteller wie die Malzfabrik Weyermann, der Hopfen-Lieferant Barth-Haas Group oder die IHK Oberfranken, die über die Weiterbildung zum Bierbotschafter und den Hausbrauer-Kurs sprach, informierten die Gäste auf 2100 Quadratmetern rund ums Thema Bier. Für den passenden kulinarischen Rahmen sorgten unter anderem das Störtebeker Braugasthaus, der Burgermeister aus Stralsund, Die Rostocker Wurstspezialitäten und auch Jackle & Heidi, die neben ihrem Bier-Eis aus dem Störtebeker Nordik-Porter auch andere Köstlichkeiten mitbrachten.

Der Wettbewerb zur Deutschen Meisterschaft

Um das handwerkliche Können der Brauer vergleichen und den Deutschen Meister offiziell küren zu können, wurde ein ausgewählter Bierstil als offizielles Wettbewerbsbier festgelegt: Die knapp 80 Hobbybrauer mussten im Vorfeld ein helles Bockbier mit etwa 6,5% vol. Alkohol einbrauen. Erlaubt war, was das Reinheitsgebot hergibt. Hier war Kreativität gefragt. Ob alternative Getreidesorten oder Aromahopfen: Der Geschmack des Produkts sollte die Bierexperten überzeugen und trotzdem die Charaktereigenschaften eines hellen Bockbieres erfüllen.

Die Jury aus Sommeliers und Bierbotschaftern verkostete die Biere in 5 Gruppen. Diese wählten unter den von Ihnen probierten Bieren den jeweiligen Favoriten und kürten im Finale den Sieger.

29. 7. 2017: 1. Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer in Stralsund

Kreative Biere, Spezialitäten vom Grill und Gespräche rund ums Thema Bier gibt es am 29. Juli 2017 ab 15:00 Uhr: Die Störtebeker Braumanufaktur richtet zum ersten Mal die Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer aus. Gemeinsam mit anderen Brauereien, Verbänden und Partnern können sich die Besucher auf charakterstarke Biere, interessante Gespräche, leckeres Essen und spannende Neuigkeiten aus der Hobbybrauer-Szene freuen. An zahlreichen Ständen warten über 100 spannende Bierkreationen. Passend zu den verschiedenen Bieren präsentieren kulinarische Partner aus Mecklenburg-Vorpommern ihr Können. Unter dem Motto Grillkunst trifft Rost – sowohl herzhaft als auch süß – probieren. In der Düne des Brauquartiers gibt es von frischem Fisch über besondere Burger aus Stralsund sowie vegetarische Spezialitäten bis hin zu Waffeln was das Herz begehrt.

Die 1. Deutsche Meisterschaft

Rund 80 Hobbybrauer präsentieren sich und ihre Kreationen auf dem Störtebeker Bierfestival. Bereits im Vorfeld haben die Brauer aus 13 Bundesländern ein helles Bockbier als offizielles Wettbewerbsbier eingereicht, das in einer Blindverkostung von einer Expertenjury aus Sommeliers, Bierbotschaftern und Bierexperten bewertet wird. Der 1. Deutsche Meister darf dann sein Bier gemeinsam mit den Störtebeker Brauern in Stralsund einbrauen.

Der Publikumswettbewerb

Neben dem von einer Expertenjury vergebenen Pokal zum besten hellen Bockbier werden die Besucher selbst zum Jurymitglied: Als Publikumspreis küren Sie das beste Kreativbier. Der Gewinner des Publikumspreises braut dann sein Bier in der BRLO Brauerei Berlin. Auch für die Besucher können etwas gewinnen: Unter allen Teilnehmern verlost die Brauerei ein 4-Gang Menü mit Bierbegleitung bei im Braugasthaus oder alternativ ein Paket ausgewählter Brauspezialitäten.

Die Aussteller

Selber zu Hause Bier brauen mit passendem Equipment, Brauer werden oder internationale Bierspezialitäten bequem online bestellen: Erfahren Sie bei den Ausstellern alles zum Thema Bier:

  • IHK Oberfranken (Informationen zum Zertifikationslehrgang Hausbrauer/in)
  • Biercontor Wildberg (Biere aus aller Welt)
  • Die Freien Brauer (Informationen über die Mitglieder und Verkostung ausgewählter Biere)
  • BREWPAGANDA (Hobby- und Heimbrauer-Ausrüstung)
  • drinktec München (Die Messe München präsentiert ein neues Messeformat für Hobby-, Heim- und Craft-Brauer gemeinsam mit der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer in Deutschland e.V.)
  • Malzfabrik Weyermann (Verkostung ausgewählter Biere, die mit den Spezialmalzen dieser Firma gebraut wurden)
  • Barth-Haas Group (Hopfen)
  • Störtebeker Braumanufaktur (Gläser, Growler, individuelle Glasgravur)
  • Craft – Magazin für Bierkultur
  • Brauhardware (Vorstellung der Rührwerke und Läutersysteme bis 70 l)
  • Sudkraft (Vorstellung der 50l-Mikro Dampfbrauerei)
  • Hopfen und mehr (Versandhandel für Hobbybrauer)
  • Spreidel Braumeister (Kompakte Heimbrauanlagen)
  • Ebatec (Gewerbliche Spülsysteme)

Rahmenprogramm

Ob Fotowand mit Sofortabzug, Growler-Abfüllung, kleine Bierspiele, Glasgravur oder ein Fahrsimulator, der eine Autofahrt unter Alkoholeinfluss nachstellt: Vertreiben Sie sich die Zeit zwischen 2 Bieren doch bei diesem Programmhighlight.

Datum:

29. Juli 2017
Beginn: 15:00 Uhr
Eintritt: 10,00 € (inkl. 5 Bierjetons, zzgl. Glaspfand). Die Tickets können Sie online hier (zuzügl. @ 2,00 Gebühr) bestellen oder im Brauereishop der Störtebeker-Brauerei kaufen. Kurzentschlossene können ihr Ticket auch beim Einlass erwerben.

Frank Lucas ist Deutscher Meister der Biersommeliers

Am 11. Februar hat die von der Doemens Akademie in Gräfelding ausgerichtete Deutsche Meisterschaft der Biersommeliers stattgefunden. 56 Experten waren aus ganz Deutschland angereist, um ihre sensorischen Fähigkeiten, ihr umfassendes Know-how im Bereich Bierstile und Sensorik sowie ihre Präsentationskünste unter Beweis zu stellen. Der Wettbewerb erstreckte sich über zwei Vorrunden und ein ereignisreiches Finale. Frank Lucas hat sich durch hervorragende Fachkompetenz in den Vorrunden mit fast voller Punktzahl für das Finale qualifiziert. Dort konnte er die dreiköpfige Jury durch seine insgesamt stimmige Präsentation und die mitreißende Beschreibung der Speisenkombination, für die sich das Finalbier eignet, überzeugen. Damit ist Frank Lucas von der Insel Rügen offiziell der aktuelle Deutsche Meister der Biersommeliers. Zusammen mit Vize-Meister Christoph Puttnies, Klaus Artmann als Drittplatzierten und weiteren 17 Biersommeliers, die die vorderen Rängen für sich beanspruchen konnten, wird Frank Lucas Deutschland auf der Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier im September in München vertreten.

Frank Lucas konnte im Finale unter drei Bierspezialitäten auswählen, die er der Jury und seinen Kollegen präsentierte. „Wir befinden uns hier auf der Deutschen Meisterschaft und daher entscheide ich mich für den Noctus 100 der Brauerei Riegele, also ein deutsches Bier“, mit diesen Worten stieg Frank Lucas in seinen Finalvortrag ein. „Es war ein aufregender Tag und ein spannender Wettbewerb, der mir viel Spaß gemacht hat. Für mich bedeutet der Titel eine große Verantwortung, Bier in seiner Gesamtheit mit dem großen Spektrum, das es zu bieten hat, zu präsentieren. Mein Auftrag als Deutscher Meister der Biersommeliers heißt Bier“, so der frisch gekürte Sieger, der als Braumeister bei der Insel-Brauerei auf Rügen arbeitet, über seinen neuen Titel.

Die Deutsche Meisterschaft der Biersommeliers spielte sich auf sehr hohem Niveau ab: Die Teilnehmer mussten in zwei Vorrunden Bierstile erkennen und ihre sensorischen Fähigkeiten beim Erkennen von Aromen unter Beweis stellen. Die besten sechs Biersommeliers aus den Vorrunden wurden am Nachmittag im Finale von einer Fachjury geprüft. Dabei hat nicht nur das Fachwissen den entscheidenden Impuls gegeben, sondern auch Auftritt und Präsentation, mit dem die Biersommeliers die Bierkultur und ihre Begeisterung für das Produkt Bier zum Ausdruck gebracht haben.

„Die Teilnehmer waren alle durch die Bank bestens vorbereitet und hatten ein sehr fundiertes und umfassendes Fachwissen parat. Wir haben im Vergleich zur letzten Meisterschaft am Ablauf des Finales gefeilt. Denn es entscheidet am Ende nicht nur das Wissen, sondern auch das Talent, auf einer Bühne stehend das Publikum für Bierspezialitäten und Bierkultur begeistern zu können. Es ist eine Sache, theoretisches Wissen und großartige sensorische Fähigkeiten zu haben. Ein Biersommelier ist aber in erster Linie als Entertainer in Sachen Bier unterwegs und muss das Publikum durch seine Begeisterung mitreißen können. Daher ist dieser Aspekt bei der Deutschen Meisterschaft ein ganz wichtiges Entscheidungskriterium auf dem Weg zum Sieg geworden“, fasst Veranstalter Dr. Wolfgang Stempfl, Geschäftsführung der Doemens Akademie, den Wettbewerbsverlauf aus seiner Sicht zusammen.

Unterstützt wird die Deutsche Meisterschaft der Sommeliers für Bier 2017 vom Deutschen Brauer-Bund e.V. und dem Bayerischen Brauerbund e.V. – auch hier sind die Verantwortlichen begeistert, wie sich das Thema in den letzten Jahren entwickelt und Fahrt aufgenommen hat. Sowohl Holger Eichele, Deutscher Brauer-Bund, als auch Dr. Lothar Ebbertz, Bayerischer Brauerbund, sehen in Deutschland eine Renaissance des Bieres, die vor allem durch die Biersommeliers ausgelöst wird. Zur Vermittlung von Bierkultur bedürfe es profunden Wissens rund um das Bier, das bei der Ausbildung zum Biersommelier vermittelt wird.

Neben dem Deutschen Meister der Biersommeliers werden 19 weitere Experten, die sich bei der Deutschen Meisterschaft durch ausgezeichnetes Wissen und sensorisches Know-how ganz vorne platzieren konnten, Deutschland bei der Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier vertreten. Diese findet am 10. September 2017 im Vorfeld der drinktec, der weltweit größten Branchenmesse im Bereich Getränke, auf dem Münchner Messegelände statt.

Neue Biere aus der Störtebeker-Braumanufaktur

Lange habe ich nichts aus der Störtebeker-Brauerei in Stralsund berichtet, einfach, weil alles seinen Gang ging und es nichts Neues zu vermelden gab. Nun gibt es einige neue Biere, die die Brauerei mit den folgenden Worten beschreibt: Hopfenkracher, Fruchtbombe und wahres Genussbier. Brauer Christoph Puttnies sagt dazu: „Für die Erweiterung unseres Sortiments haben wir ein altes brautechnisches Verfahren neu durchdacht. So sind vier außergewöhnliche Brauspezialitäten – unsere Eisbock-Biere – entstanden“. Die Idee hierzu hatten die Stralsunder Brauer bereits vor 2 Jahren. „Zur Herstellung wird das fertig eingebraute Bier bei tiefen Temperaturen eingefroren. Dabei bildet sich in der Mitte ein kleiner Eisberg. Nach etwa 24 Stunden haben wir dann den fertigen Eisbock – die Essenz des Bieres“, erklärt Puttnies. Insgesamt sind vier neue Kreationen entstanden, die ich demnächst verkosten werde, aber hier ist schon mal die Beschreibung der Biere durch die Brauerei:

Das Arktik-Ale ist der Hopfenkracher unter den Eisbockbieren und basiert auf dem Atlantik-Ale. Die Komposition aus 7 verschiedenen Hopfensorten lassen eine sehr kräftige Herbe und den fruchtigen Duft nach Ananas, Zitrusfrüchten und dunklen Beeren entstehen

Das Eis-Lager basiert auf dem Baltik-Lager. Es überzeugt durch seinen harmonischen, wuchtigen Malzkörper. Die moderate Hopfung mit der Sorte Calypso gibt dem kupferfarbenen Bier würzigfruchtige Noten nach Pfi rsich und Zitronenschale.

Das Nordik-Porter ist ein wahres Genussbier und basiert auf dem Stark-Bier. Ein wuchtiger Körper und ein intensives Aromenspektrum prägen das tiefschwarze Bier. Stark geröstete Malze sorgen für Kaff ee- und Bitterschokoladenoten.

Das Polar-Weizen ist eine wahre Fruchtbombe und basiert auf dem Bernstein-Weizen. Es ist geprägt von einem weichen, harmonischen Malzkörper sowie einem kräftigen Duft nach Banane. Kalte Hopfung mit der charakterstarken Sorte Lemondrop bringt eine leichte Zitrusnote ins Bier.

„Wir freuen uns, mit den Eisbock-Bieren die Genusskomponente der Braumanufaktur weiter ausbauen zu können“ erzählt Inhaber Jürgen Nordmann. „Die vier Sorten sind mit ihren komplexen Aromen die idealen Begleiter zu einem mehrgängigen Menü, besonders jetzt zur dunklen Jahreszeit mit ihren kräftigen Speisen. Die neuen Störtebeker Eisbock-Biere feierten in Hamburg bei der Eröffnung der Gastronomie Störtebeker Elbphilharmonie im neuen Hamburger Wahrzeichen bereits Deutschlandpremiere. Ab sofort sind die neuen Kreationen auch am Standort in Stralsund erhältlich – sowohl im Braugasthaus als auch im Brauereimarkt. Mit dem passenden Probierglas und einem korrespondieren Snack eignen sich die EisbockBiere auch als Geschenk für’s Weihnachtsfest.

Eisbock-Herstellung – wie funktioniert das?

Eisbock-Biere gehören in die Kategorie der Starkbiere. Zur Herstellung werden fertig gereifte Biere bei tiefen Temperaturen vereist, damit das enthaltene Wasser gefriert. Dadurch konzentriert sich der Alkohol im Bier. Geschmacklich werden die Aromen verstärkt. Auch die Kohlensäure wird besonders fein eingebunden. So entstehen komplexe Genussbiere mit wuchtigem Körper.

Störtebeker Bernstein-Weizen alkoholfrei

Nun habe ich wieder einmal ein alkoholfreies Weizenbier aus dem Nordosten unseres Landes vor mir stehen, ein Störtebeker Bernstein-Weizen. Da die Störtebeker Brauerei bereits mit vielen Preisen bedacht worden ist, kann ich wohl mit Fug und Recht einige Ansprüche an dieses Bier stellen.

In der Regel denken wir an Bayern, wenn das Gespräch auf Weizenbier kommt. Die Brauerei schreibt aber bereits auf ihrer Website, dass in Norddeutschland bereits seit der Hansezeit Weizenbier gebraut wurde. Da die Blütezeit der Hanse etwa in der Zeit von 1250 bis 1400 war, geht die Tradition also wohl schon auf Zeiten zurück, als es das deutsche Reinheitsgebot noch nicht gab.

Goldgelb und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Es enthält viel Kohlensäure, was wohl auch einer der Gründe für die große Menge cremigen weißen Schaums ist, die sich bildet. Der Schaum bleibt auch lange erhalten. Optisch hat die Brauerei also schon mal alles richtiggemacht. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Geschmack so gut ist wie die Optik. Da Alkohol ein wichtiger Geschmacksträger ist, schmecken viele alkoholfreie Biere flach, was den Genuss deutlich einschränkt.

Das Aroma macht jedenfalls einen guten Eindruck. Getreidig mit fruchtigen, blumigen und würzigen Noten ist es. Auch hier gibt es nichts zu meckern.

Der Antrunk ist leicht süß und frisch. Es folgt der ausgewogene Körper, in dem sich die Säure und die leichten Bitterstoffe die Waage halten. Der Abgang ist mild mit leichter Säure. Der Geschmack klingt aber nicht lange nach. Der kürze Abgang ist das einzige, das mir an diesem Bier nicht so richtig gefällt. Alles in Allem ist das alkoholfreie Bernstein-Weizen ein erfrischendes Getränk an heißen Sommertagen und ein idealer Begleiter zu allen leichten Speisen. Die Brauerei empfiehlt Salate, Geflügel und Nudelgerichte.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Stammwürze:

12,9 %

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
Greifswalder Chaussee 84-85
18439 Stralsund
www.stoertebeker.com

Gasthaus der Störtebeker Brauerei ausgezeichnet

Über eine neue Auszeichnung darf sich das Braugasthaus der Störtebeker Braumanufaktur freuen: Nach eingehender Prüfung wurde das Braugasthaus in das europäische Netzwerk „Regionale Esskultur Europa“ aufgenommen – eine Auszeichnung, die das regionale Engagement produzierender Unternehmen, Gastronomen und Lebensmittelbetrieben ehrt. Rügen ist als Region seit 1998 Mitglied des Europäischen Netzwerkes „Culinary Heritage Europe“, das seit 2008 vom Rügen Produkte Verein e.V. gemanagt wird.

Das Zertifikat „Regionale Esskultur“ wird durch eine unabhängige Zertifizierungskommission an Gastronomen und Erzeuger vergeben und bürgt für regionaltypische Speisen und in der Region erzeugten Produkte. „Die Mitglieder dieses Netzwerks setzen auf Regionalität sowie Qualität und leisten ihren Beitrag zur Entwicklung des kulinarischen Erbes der Region“, so der Chefkoch des Braugasthauses Marko Vooth. Er nahm die Urkunde stellvertretend für sein gesamtes Team vom Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus entgegen. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung“, so Vooth weiter. „Mit der Verbindung von kulinarischem Erbe, regionaler Produkte und moderner Kochkunst schaffen wir ganz besondere Genuss-Erlebnisse für unsere Gäste – natürlich immer in Verbindung mit unseren Störtebeker Brauspezialitäten. Jeden Monat gibt es eine komplette Speisekarte mit regionalen und saisonalen Speisen, die auf die jeweilige Brauspezialität des Monats abgestimmt sind. Dieses Konzept hat anscheinend nicht nur bei den Gästen Anklang gefunden.“

Ich war im letzten Jahr selbst in der Gaststätte der Störtebeker Brauerei zu Gast und kann daher sagen, dass diese Auszeichnung wirklich zu Recht vergeben wurde. Ich hatte in meiner Beschreibung meines Besuchs auch bereits die lokale und saisonale Speisekarte sowie die Qualität der dort angebotenen Speisen gelobt. Und was ich hier noch nicht angemerkt habe: Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unübertroffen.

Störtebeker: aus Whisky-Bier wird Scotch-Ale

Ich weiß nicht, wie häufig ich das schon im Internet gelesen habe: jemand versucht Bier zu verkosten, stößt auf ein Whisky-Bier und wundert sich, dass in der Auflistung der Inhaltsstoffe kein Whisky zu finden ist. Diesen Menschen sei ein Blick auf das Rückenetikett empfohlen, wo meist ausgeführt wird, dass das Bier nicht mit Whisky gepanscht, sondern dass es mit Whiskymalz gebraut wurde.

Dieses Missverständnis war vermutlich der Anlass für die Brauer in Stralsund, das bekannte Whisky-Bier, das in der gesamten Bundesrepublik vertrieben wird und sich zu Recht wachsender Beliebtheit erfreut, ab Januar 2016 in Scotch-Ale umzubenennen. Die Brauerei verspricht aber, dass die Rezeptur unverändert bleibt.

Frank Lucas ist Vizeweltmeister der Biersommeliers

Am Wochenende war es so weit – in Sao Paulo fand die Weltmeisterschaft der Biersommeliers statt. Vizeweltmeister wurde der Braumeister Frank Lucas von der Stralsunder Braumanufaktur. Lediglich der Italiener Simonmattia Riva konnte die Jury noch mehr überzeugen. Insgesamt nahmen 53 Bierkenner an dem Wettkampf teil. Alle hatten sich – so wie Lucas und Puttnies – in nationalen Wettkämpfen qualifiziert.

Auf die Weltmeisterschaft hat sich der Stralsunder Braumeister Frank Lucas genauso vorbereitet wie ein Spitzensportler auf seinen schwersten Wettkampf: Sechs Wochen vor der Meisterschaft intensivierte der Stralsunder Brauer sein Training und kostete sich zweimal pro Woche gemeinsam mit seinem Kollegen Christoph Puttnies durch die Biere dieser Welt, um deren Geschmack auf der Zunge zerlegen: Lucas bestimmte Hopfenaromen und die Röstnoten des Malzes, ordnete den Hefen die passenden Stoffwechselprofile zu und fasste die Bitterkeit des Bieres im Abgang in die passenden Worte.

In den Vorrunden wurde Bierwissen abgefragt. Nach Bierbestimmungen und Geschmacksproben überzeugte der Stralsunder die Jury letztendlich mit dem „Rodenbach Vintage“ – einem belgischen Bier. „Ich habe eine Affinität zu sauren Bieren wie diesem“, erklärte der 46-Jährige nach seiner Rückkehr aus Südamerika. Aus drei Bieren – so die Finalaufgabe – musste sich Lucas auf der Bühne eines auswählen, dieses beschreiben und dazu eine Speisenempfehlung abgeben. Als Speisen zu dem markanten Bier aus Belgien – einer Mischgärung aus Hefe-, Essig- und Milchsäurebakterien – empfahl er Meeresfrüchte beziehungsweise Lammleber.

Wein ein Genussgetränk, Bier ein Durstgetränk – das ist für Lucas ein längst überholtes Klischee. „Biere sind in ihren Aromen zum Teil vielfältiger als um mit ihnen adäquat auf Speisen zu reagieren.“ Deshalb gibt es für den Bierkenner auch nicht das ultimative Bier, sondern nur die passenden Biere für den entsprechenden Anlass: Beispielsweise en trockenes herbes Bier als Aperitif oder ein frisches Weizenbier nach dem Sport. „Ein gutes Bier macht Lust auf ein zweites Glas.“

Lucas erlernte in der Rostocker Brauerei den Beruf des Brauers und Mälzers. Seit 1999 arbeitet er in der Stralsunder Braumanufaktur, wo er aktuell als Produktentwickler neue Biere kreiert und zugleich für die Qualitätssicherung zuständig ist.

Klasse statt Masse, heißt es seit einigen Jahren auf dem deutschen Biermarkt. Der Bierabsatz ist tendenziell seit Jahren im Sinken. Im vergangenen Jahr setzten die deutschen Brauereien nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes rund 95,6 Millionen Hektoliter Bier ab, das sind rund ein Drittel weniger als um 1990. Mit sogenannten Premium-Bieren und handwerklich hergestellten Bieren aus erlesenen Rohstoffen zielen die Brauereien auf Kunden, die bereit sind, dafür mehr Geld zu zahlen.

„Bier zum Wohlsein und nicht zum Vollsein“, formuliert es der Chef der Stralsunder Braumanufaktur, Jürgen Nordmann. Die Brauerei produziert zwölf verschiedene Sorten Störtebeker-Biere, dazu ein Saisonbier sowie vier Sorten Stralsunder. Die Branche habe 40 Jahre lang gedacht, Bier sei ein Massenmarkt, so Nordmann. Doch die Generation, die Bier kistenweise getrunken habe, sterbe aus. An deren Stelle trete inzwischen der junge bewusste Konsument.

Mit dem Trend zum handwerklich hergestellten Bier entwickelte sich auch das Berufsbild des Biersommeliers. Im Jahr 2011 absolvierten 13 Mitarbeiter der Stralsunder Brauerei eine entsprechende Ausbildung, darunter auch Frank Lucas.

Viertes Störtebeker Bierfestival

Am 29. August 2015 ist es wieder so weit. Die Störtebeker Braumanufaktur aus Stralsund lädt Bierkenner und Neugierige zum vierten Störtebeker Bierfestival ein. Dort können Sie die Vielfalt der deutschen Hobbybrauer-Landschaft mit verschiedenen Bierkreationen kennenlernen.

Bierkenner und Brauer küren in einem Wettbewerb den kreativsten Brauer. Passend zu den präsentierten Bieren gibt es regionale Spezialitäten vom Grill. Die bekannte Biersommelière und Buchautorin Sylvia Kopp referiert an diesem Tag zu den Themen „Sensorik“ und „Foodpairing“. Die Liveband „Take Three“ unterhält Sie ab 18:00 Uhr mit bester, handgemachter Musik.

Beginn des Festivals ist am 29. August 2015 um 15:00 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro pro Person. Die verkosteten Biere bezahlen Sie mit Biermarken, die Sie während der Veranstaltung kaufen können.
Sie haben noch Fragen? In diesem Fall wenden Sie sich bitte an das Besucherzentrum der Brauerei. Sie erreichen es unter Telefon 03831-255 0 oder per E-Mail info@stoertebeker.com.

Die Störtebeker Braumanufaktur erhält zum 8. Mal den Bundesehrenpreis

Die Auszeichnung wurde von Bundesminister Christian Schmidt und dem DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer im Rahmen des Brauertages 2015 am 11. Juni in Berlin überreicht. „Die Qualität unserer heimischen Biere ist Ausdruck hohen fachlichen Könnens. Die Bundesehrenpreisträger verkörpern Genusskultur und konsequentes Qualitätsstreben auf eine Weise, die ihresgleichen sucht“, unterstrich DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer während der Preisverleihung in Berlin. Nadja Weigand, Gebietsverkaufsleiterin Gastronomie der Störtebeker Braumanufaktur freut sich: „8-facher Sieger beim Bundesehrenpreis, das ist eine Auszeichnung, auf die wir sehr stolz sein können und die uns in unserem Bestreben, handwerkliche Brauspezialitäten abseits des Einheitsgeschmacks zu brauen, weiter bestärkt“.

Aber die Stralsunder Brauer ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern sie investieren kräftig in die Zukunft. Erst kürzlich wurden zwölf neue Gär- und Lagertanks installiert, die jetzt in Betrieb genommen wurden. Nadja Weigand verspricht, dass diese nicht nur dem höheren Ausstoß dienen werden, sondern dass wir uns auf weitere innovative Erzeugnisse aus Mecklenburg-Vorpommern freuen können: „Die neuen Tanks ermöglichen noch mehr Zeit und Platz für den individuellen Reifeprozess aller Brauspezialitäten, abgestimmt auf die unterschiedlichen Rohstoffe und Rezepturen“, so Weigand. „Darüber hinaus können unsere Brauer in den kleineren Tanks neue Rezepturen ausprobieren und zur Vollendung bringen.“

An dieser Stelle fällt mir etwas ein: ich habe zwar bereits über die Brauereiführung berichtet und auch eine Kritik über die Brauereigaststätte geschrieben, aber die Biere habe ich sträflich vernachlässigt. Das muss ich aber schleunigst ändern.