Mit Spannung erwartet ist der erste Deutsche Meister der Hobbybrauer nun gefunden: Der Brauer-Azubi Nico Leffler (Brauerei „Humulus Lucullus“) aus Erzhausen (Hessen) überzeugte am 29. Juli im Störtebeker Brauquartier die 35-köpfige Jury aus Sommeliers, Braumeistern und Bierbotschaftern mit seinem hellen Bockbier und setzte sich gegen rund 80 Konkurrenten aus ganz Deutschland durch.
Nico Leffler ist der erste Deutsche Meister der Hobbybrauer |
Vor großem Publikum nahm er am Samstagabend um 19:00 Uhr seinen Pokal entgegen. „Ich bin überwältigt und sehr stolz, die Jury mit meinem hellen Bockbier überzeugt zu haben“, freut sich der Sieger. „Das bernsteinfarbene Siegerbier mit 7% Vol. Alkohol wurde einstimmig zum Favoriten gewählt. Das Besondere: Das Bockbier wurde mit fruchtigem Aromahopfen gestopft. Ein sehr rundes, gut trinkbares Bier“, begründet die Jury ihre Entscheidung.
Auf dem 2. Platz landete Udo Sierks aus Wester-Ohrstedt in Schleswig-Holstein. Bronze erhielt eine Frau: Wiebke Melcher aus Hamburg.
Nico Leffler darf sich nun auf einen besonderen Gewinn freuen: Er wird gemeinsam mit den Brauern der Störtebeker Braumanufaktur sein Bier im größeren Umfang einbrauen – von der Schrotmühle bis in die Flasche. Darüber hinaus erhält er dann 40 Kisten des fertigen Bieres – der Rest wird über die Störtebeker Braumanufaktur verkauft.
Eine 35-köpfige Jury verkostete die Wettbewerbsbiere. |
„Bier ist schon seit einiger Zeit wieder vermehrt in aller Munde. Nicht wenige Craft Beer-Fans wollen jedoch nicht nur Bier trinken, sondern selber brauen. Die Zahl passionierter Hobbybrauer steigt kontinuierlich an und es war uns eine Herzensangelegenheit, dem Thema Hobbybrauen eine angemessene Plattform zu geben. Ich denke, das ist uns mit diesem erfolgreichen Auftakt der Meisterschaft gelungen“, so Braumanufaktur-Inhaber Jürgen Nordmann.
Freuen konnte sich an diesem Tag auch der Freiberger Tobias Kandler. Als Sieger im Publikumswettbewerb überzeugte er die Besucher des Festivals mit seinem Spezial Ale, einem englischen Ale mit besonderer Malzmischung und englischem Aromahopfen. Insgesamt 71 Stimmen reichten zum Sieg. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Ich braue schon seit 20 Jahren. Das Bier ist eins meiner Lieblingsbiere und wird nur zu speziellen Anlässen gebraut. Damit zu gewinnen freut mich sehr“, so Kandler.
Das süffige Ale schmeckte nicht nur den Festivalgästen. „Auch wir Bierexperten waren von der kreativen Vielfalt der Hobbybrauer und besonders des Publikumssiegers begeistert“, erzählt Jury-Mitglied Michael Lembke von der Craftbeer-Brauerei BRLO aus Berlin. „Wir haben selbst ganz klein mit dem Bierbrauen angefangen und verfolgen die Hobbybrauer-Szene mit viel Interesse. Daher freut es uns umso mehr, dass wir gemeinsam mit Tobias seine Kreation als Gewinn bei uns in Berlin einbrauen werden.“
Über 750 Gäste kamen zum Festival. |
Auch für das Brauquartier und die weiteren Hobbybrauer war das Festival ein großer Erfolg: Über 750 Besucher kamen vorbei und verkosteten die knapp 150 Biere. „Wir freuen uns über die zahlreichen Besucher und die gute Stimmung auf der Veranstaltung“, so Braumanufaktur-Inhaber Jürgen Nordmann. Aussteller wie die Malzfabrik Weyermann, der Hopfen-Lieferant Barth-Haas Group oder die IHK Oberfranken, die über die Weiterbildung zum Bierbotschafter und den Hausbrauer-Kurs sprach, informierten die Gäste auf 2100 Quadratmetern rund ums Thema Bier. Für den passenden kulinarischen Rahmen sorgten unter anderem das Störtebeker Braugasthaus, der Burgermeister aus Stralsund, Die Rostocker Wurstspezialitäten und auch Jackle & Heidi, die neben ihrem Bier-Eis aus dem Störtebeker Nordik-Porter auch andere Köstlichkeiten mitbrachten.
Der Wettbewerb zur Deutschen Meisterschaft
Um das handwerkliche Können der Brauer vergleichen und den Deutschen Meister offiziell küren zu können, wurde ein ausgewählter Bierstil als offizielles Wettbewerbsbier festgelegt: Die knapp 80 Hobbybrauer mussten im Vorfeld ein helles Bockbier mit etwa 6,5% vol. Alkohol einbrauen. Erlaubt war, was das Reinheitsgebot hergibt. Hier war Kreativität gefragt. Ob alternative Getreidesorten oder Aromahopfen: Der Geschmack des Produkts sollte die Bierexperten überzeugen und trotzdem die Charaktereigenschaften eines hellen Bockbieres erfüllen.
Die Jury aus Sommeliers und Bierbotschaftern verkostete die Biere in 5 Gruppen. Diese wählten unter den von Ihnen probierten Bieren den jeweiligen Favoriten und kürten im Finale den Sieger.
Nico Leffler ist der erste Deutsche Meister der Hobbybrauer
Eine 35-köpfige Jury verkostete die Wettbewerbsbiere.
Über 750 Gäste kamen zum Festival.
Am 11. Februar hat die von der Doemens Akademie in Gräfelding ausgerichtete Deutsche Meisterschaft der Biersommeliers stattgefunden. 56 Experten waren aus ganz Deutschland angereist, um ihre sensorischen Fähigkeiten, ihr umfassendes Know-how im Bereich Bierstile und Sensorik sowie ihre Präsentationskünste unter Beweis zu stellen. Der Wettbewerb erstreckte sich über zwei Vorrunden und ein ereignisreiches Finale. Frank Lucas hat sich durch hervorragende Fachkompetenz in den Vorrunden mit fast voller Punktzahl für das Finale qualifiziert. Dort konnte er die dreiköpfige Jury durch seine insgesamt stimmige Präsentation und die mitreißende Beschreibung der Speisenkombination, für die sich das Finalbier eignet, überzeugen. Damit ist Frank Lucas von der Insel Rügen offiziell der aktuelle Deutsche Meister der Biersommeliers. Zusammen mit Vize-Meister Christoph Puttnies, Klaus Artmann als Drittplatzierten und weiteren 17 Biersommeliers, die die vorderen Rängen für sich beanspruchen konnten, wird Frank Lucas Deutschland auf der Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier im September in München vertreten.
Nun habe ich wieder einmal ein alkoholfreies Weizenbier aus dem Nordosten unseres Landes vor mir stehen, ein Störtebeker Bernstein-Weizen. Da die Störtebeker Brauerei bereits mit vielen Preisen bedacht worden ist, kann ich wohl mit Fug und Recht einige Ansprüche an dieses Bier stellen.

