Schlagwort-Archiv: Belgian Dark Strong Ale

Pater Lieven Bruin

Alle fünfzig Jahre ist Sint-Lievens-Esse Schauplatz der Livinus-Feierlichkeiten. Bei dieser Gelegenheit feiert die Pfarrei ihren Schutzpatron Saint Livinus. Im Jahr 1957 brachten Willy und Marc Van Den Bossche aus diesem Anlass ein neues Flaschenbier auf den Markt: Pater Lieven.

Fünfzig Jahre auf eine Feier warten ist eine lange Zeit. Deshalb organisierte die Brouwerij Van Den Bossche in den späten siebziger Jahren eine große Party in der Brauerei. Den vielen Anwesenden wurde Pater Lieven van ‚t vat vorgestellt. Der Erfolg des frischen Bieres löste einen überwältigenden Verkauf aus. Um 1980 konzentrierte sich die Brauerei ganz auf den Verkauf der Marken Pater Lieven und Buffalo.

1997 war es wieder Partyzeit, diesmal zum hundertjährigen Bestehen der Brouwerij Van Den Bossche. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums erhielt der blonde Pater Lieven eine Verjüngungskur von 6,5% Vol. Ein dunkler Pater Lieven von 6,5% vol und ein Triple von 8% vol schlossen sich ebenfalls den Reihen an. Das typische belgische Weihnachtsbier der Familie Pater Lieven mit 9 Volumenprozent Alkohol, wurde später in Christmas pater umbenannt.

Jetzt steht das dunkle Pater Lieven mit 6,5 Volumenprozent Alkohol vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Praktisch blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas und die feinporige hellbraune Schaumkrone darüber bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet intensiv nach dunkler Schokolade und Karamell; aus dem Hintergrund kommt eine leichte Fruchtigkeit hervor.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und ich stelle fest, dass die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert ist. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach Schokolade und die fruchtige Säure erscheint etwas kräftiger als in der Nase. Das Mundgefühl ist weich, aber nicht ganz voll. Im Abgang wird die Fruchtigkeit kräftiger und klingt kurz nach. Erst dann meldet sich der Schokoladengeschmack zu Wort, zwar eher dezent, dafür aber mit überraschend langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie van den Bossche
St. Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be

Jessenhofke – WNTR

Kuringen, ein beschauliches Dorf in der Nähe von Hasselt, in dem der Einwohner in der Dorfkneipe unter dem Kirchturm sitzt und ein Bierchen trinkt, wahrscheinlich nicht wissend, dass er sich in einem der wenigen Dörfer Flanderns befindet, in denen biologisches Bier gebraut wird. In der Jessenhofstraße fließt schon seit einiger Zeit Bier durch die Braukessel. Der Name der Straße zeigt deutlich, woher die Brauerei Jessenhofke ihren Namen hat.

Gert entschied sich bereits bei der Gründung dafür, nur biologische Biere zu brauen. Eine biologische Brauerei zu gründen war aber nicht ganz einfach, was sich daran zeigt, dass es damals nur eine Brauerei gab, die ausschließlich biologische Biere braute.

Um ein Biosiegel zu erhalten, muss das Unternehmen bestimmte Bedingungen erfüllen. Das Bio-Siegel zeigt, dass mindestens 95 % der Zutaten eines Produkts biologisch sind, was bedeutet, dass keine chemischen Produkte für das Produkt verwendet wurden. Außerdem dürfen keine künstlichen Geruchs-, Farb- oder Geschmacksstoffe oder genetisch veränderte Zutaten verwendet werden. Um zu überprüfen, ob diese Bedingungen eingehalten werden, führen unabhängige Kontrollstellen häufige Tests an den Produkten durch. Für alles, von den Rohstoffen bis zum Produktionsprozess, müssen Zertifikate vorliegen. Aus diesem Grund sind diese Produkte auch viel teurer als normale Produkte.

Das Logo der Brauerei, ein Eichhörnchen, hat die folgende Geschichte: Das Eichhörnchen ist ein Totemtier mit ein paar besonderen Eigenschaften. Es ist ein Sammler und legt Vorräte an, um für alles gerüstet zu sein. Im Winter zieht es sich zurück. So macht es auch Gert. Er ist immer auf der Suche nach den besten Zutaten, um sein Bier zu brauen, aber im Winter ist er am liebsten zu Hause bei einem schönen Pint.

Heute ist Jessenhofke eine von nur vier belgischen Brauereien, die ausschließlich biologische Biere herstellen. Den Hopfen dafür bezieht Gert ausschließlich von Joris Cambie aus Poperinge.

In einem sehr dunklen Rotbraun und fas blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse feinporige und mittelbraune Schaumkrone bleibt lange erhalten. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet recht süß nach dunkler Schokolade und Rübensirup, auch nach getrockneten Birnen und Rosinen. So stelle ich mir ein winterliches Bier vor.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und die sehr feinperlige Kohlensäure schmeichelt meinem Gaumen. Wie bereits in der Nase verwähnt der Geschmack nach dunkler Schokolade auch meine Zunge. Dazu gesellt sich der Geschmack nach Mokka. Die Süße bleibt erhalten, das Bitter ist nur leicht zu schmecken und eine leichte fruchtige Säure ist eher zu ahnen als zu schmecken. Dabei wärmt der Alkohol. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter und eine subtile Fruchtigkeit aus. Beides ist nicht allzu kräftig, aber der Geschmack klingt trotzdem sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchener Malz, Caramunich), Weizenmalz, Hopfen (Challenger, Goldings, Fuggles), unraffinierter Rohrzucker*, Kräuter*, Hefe

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Farbe:

87 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 11° Celsius

Brauerei:

Jessenhofke
Simpernelstraat 17B
3511 Hasselt
Belgien
www.jessenhofke.be

Zatte Rita bruin

„Zatte Rita“ wurde als Hommage an die fiktive Figur Rita Van den Bossche veröffentlicht, die bis 2015 in der belgischen VTM-Soap „Familie“ zu sehen war. Rita litt jahrelang unter Alkoholsucht, was ihr den Spitznamen „Zatte Rita“ einbrachte.

Die Frau hinter der Figur der „Zatte Rita“ ist Jacky Lafon. Sie ist eine belgische Schauspielerin, Moderatorin und Sängerin. Jahrelang stand sie auch bei den Sommeraufführungen des Kunsttheaters ‚t Colisée auf der Bühne. Zu Ehren von Jacky und ihrer fiktiven Figur hat das Kunsttheater ‚t Colisée in Zusammenarbeit mit der Brouwerij Van Den Bossche (mit Jackys Erlaubnis) zwei Biere brauen lassen, ein braunes und ein helles. Jetzt steht das braune Bier der Zatte Rita vor mir.

In dunklem Rubin präsentiert sich die Zatte Rita im Glas, praktisch schwarz. Die feinporige Schaumkrone ist überraschend klein und fällt bis auch einen geringen Rest schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade und Karamell, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus. Die sehr feinperlige Kohlensäure ist eher knapp bemessen. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und eine leichte Säure gesellt sich dazu. Durch das geringe Bitter erinnert das Bier eher an Malztrunk. Dabei ist das Mundgefühl angenehm weich. Der Abgang ist malzig und schlank mit durzem Nachklang.

Alles in Allem vermittelt mir das Bier einen eher langweiligen Eindruck.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Brouwerij van den Bossche
Sint-Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be

La Botteresse – Noël

Lüttich (Liége) ist die Hauptstadt und auch das kulturelle Zentrum der Wallonie. Die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Und noch ein Tipp, wenn Sie dort sind: Nicht weit davon entfernt liegt Saint Georges sur Meuse, der Sitz der Brauerei La Botteresse, aus der das Weihnachtsbier stammt, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große Schaumkrone ist haselnussbraun und fällt relativ schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet röstig-süß nach Kaffee und Nuss, auch der Alkohol macht sich bereits in der Nase bemerkbar.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und obwohl die Kohlensäure feinperlig ist, ist sie doch wirklich kräftig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, dazu kommt eine leichte fruchtige Säure, die an Birnen erinnert. Das Mundgefühl ist weich und voll. Der Abgang ist überraschend schlank. Auch in der Kehle macht sich die leichte Säure bemerkbar, die recht lange nachklingt.

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie La Botteresse SCRL
6 Rue Fond Méan
4470 Saint-Georges-sur-Meuse
Belgien
www.labotteresse.be

Quintine de Noël

Quintine war eine Hexe in Ellezelles. Sie wurde 1610 zusammen mit 4 weiteren Gefährten lebendig verbrannt. Diese Geschichte und die des Hexensabbats gehören zum Volksglauben des hübschen Städtchens Ellezelles in Belgien.

Kupferfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine durchschnittlich große feste und elfenbeinfarbene Schaumkkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es wirklich nichts zu ritisieren.

In der Nase dominieren die Röstaromen des Biers. Es duftet nach dunkler Schokolade und auch dunklen Früchten. Außerdem erklärt mir bereits die Nase, dass dieses Weihnachtsbier recht süß sein wird.

Und wirklich – der Antrunk ist süß, dafür aber auch mit einer sehr feinperligen sanften Kohlensäure. Schnell gesellt sich auf der Zunge ein passendes Bitter dazu, gemeinsam mit einem Hauch fruchtiger Säure, die an Trockenpflaumen erinnert. Dazu kommen der Geschmack nach dunkler Schokolade sowie einige Käruternoten. Der Alkohol passt sich gut in das Geschmacksprofil ein. Damit ist das Mundgefühl weich und rund. Den Abgang dominiert ein mildes und angenehmes Bitter, das sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des L´gendes
Rue du castel 19
7801 Ath
Belgien
www.brasseriedeslegendes.be

Boelens – Santa Bee

Jetzt steht das erste Weihnachtsbier des Jahres 2021 vor mir, das Santa Bee aus der Brouwerij Boelens im flandrischen Belsele. Die kleine Brauerei liefert normalerweise nicht nach Deutschland, so dass dieses Bier eine echte Rarität ist.

In einem trüben Braunton fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine gemischtporige Schaumkrone, die sich schnell auflöst.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Kaffee und Lebkuchengewürzen. Aus dem Hintergrund kommt auch die 8,5 Volumenprozent Alkohol zum Vorschein; sie halten sich aber im Hintergrund.

Der Antrunk ist mäßig süß, was zusammen mit der feinperligen Kohlensäure ein angenehm wohliges Gefühl hervorruft. Auf der Zunge stehen die Gewürze im Vordergrund und erinnern mich zusammen mit dem Geschmack gerösteten Malzes an Weihnachtsschokolade. Dazu kommt eine leichte fruchtige Säure, die entfernt an Kirschen erinnert. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang streiten konkurrieren das Bitter und die Gewürze um die vorherrschende Stellung. Während das Bitter relativ schnell verschwindet, klingen die Gewürze noch lange nach.

Ein Bier, das wirklich in die kälte Jahreszeit passt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gewürze

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Brauerei:

Brouwerij Boelens Bvba
Kerkstraat 7
9111 Belsele
www.brouwerijboelens.be

Préaris Quadrupel

Das Préaris Quadrupel, das jetzt vor mir steht, wurde im April 2011 bei „The Brouwland Beer League zum besten Hobbybier Belgiens gewählt: Die Jury, zu der der Filmemacher und Bierliebhaber Julien Vrebos sowie die professionellen Brauer von Orval und Dubuisson gehörten, verkostete die 7 Finalisten (insgesamt gab es etwa 100 Einsendungen). Paul Arnott, Braumeister bei der Brauerei Dubuisson, äußerte sich folgendermaßen: „Was für eine Reife für ein Hobbybier: ein vollmundiges, reichhaltiges, aber ausgewogenes, kleines Fruchtbier, sehr reif. Ein Bier zum Probieren!“ Und genau das werde ich jetzt auch tun.

Dunkel rubinfarben, praktisch schwarz, läuft das Bier ins Flas. Dabei bildet es eine große feinporige und haselnussbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche die Röststoffe des dunklen Malzes, dazu Karamell undSchokolade. Abgerundet wird das Aroma durch Düfte nach getrockneter Pflaume und Vanille. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß. Dazu passt die feinperlige und trotzdem kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt die Malzsüße bestehen und ein leichtes Bitter gesellt sich dazu, das an geröstete Nüsse und Schokolade erinnert. Abgerundet wird der Geschmack durch eine leichte fruchtige Säure. Auch die 10 Volumenprozent Alkohol schmecken deutlich durch, so dass der Geschmack des Biers an einen Likör erinnert. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und mit der Fruchtigkeit aus dem Hintergrund sowie dem Geschmack des Alkohols klingt das Bier lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Vliegende Paard Brouwers
Beverhoutsveldstraat 33
8730 Oedelem
Belgien
www.prearis.be

Brasserie Grain d’Orge – Grelotte

Jetzt haben wir zwar erst Anfang März, aber trotzdem steht vor mir das erste Bier für den Winter. Das Grelotte ist ein unfiltriertes und obergäriges Bier mit 9,0 Volumenprozent Alkohol aus Hombourg, in der belgischen Provinz Lüttich gelegen. Die Verwendung von vier unterschiedlichen Malzsorten weckt in mir die Hoffnung auf ein rundes und komplexes Aroma. Außerdem soll mich das Bier darüber hinwegtrösten, dass der Sommer nun für dieses Jahr endgültig vorbei ist.

Dunkel bernsteinfarben zeigt sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone hat die Farbe von Elfenbein und bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, dazu fruchtig-süß nach Trockenfrüchten wie Feigen und Birnen. Damit ist das Bier hervorragend geeignet, mich auf die Weihnachtszeit einzustimmen.

Der Antrunk ist wie erwartet süß und die Kohlensäure ist zwar feinperlig, aber kräftig. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und die Fruchtigkeit entwickelt sich, so dass sich die Aromen auf der Zunge widerspiegeln. Bitterstoffe kann ich kaum feststellen. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Dabei ist der Alkohol gut eingearbeitet, so dass er nicht hervorschmeckt. Auch der Abgang ist durch die süße Fruchtigkeit geprägt, begleitet durch ein minimales Bitter, das aber überraschend lange nachklingt.

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Bittereinheiten:

29 IBU

Farbe:

54 EBC

Brauerei:

Brasserie Grain d’Orge
Rue Laschet 3
4852 Hombourg
Belgien
www.grain-dorge.com

Silly – Scotch

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der wallonischen Kleinstadt Silly vor mir, Das Scotch. Zur Entwicklung dieses Biers gibt es eine Geschichte, die mir ziemlcih wahrscheinlich klingt, auch wenn ich für deren Authentität nicht granantieren kann.

Im ersten Weltkrieg wurde vor den Toren der Stadt ein schottisches Regiment untergebracht. Die Soldaten sprachen in der örtlichen Brauerei vor und wollten dort ein Scotch Ale erwerben. Dieser Bierstil war den Brauern nicht bekannt und auch den Umgang mit Zucker während des Brauvorgangs waren sie nicht gewöhnt. Außerdem waren viele Brauereien zur Materialgewinnung demontiert worden und auch die Rohstoffe für den Brauprozess, also Malz, Hopfen und Zucker waren entweder nicht erhältlich oder zumindest knapp.

Der Kommandant des Regiments nutzte seine Verbindungen in die Heimat, um Hopfen aus Kent zu bestellen, so dass zunächst ein belgisches Scotch Ale gebraut werden konnte. Das jetzige Bier benötigte aber noch eine weitere Entwicklungsstufe. Nach dem Krieg heiratete der schottische Soldat Jack Peyne eine Belgierin und ließ sich in Silly nieder, wo er in der dortigen Brauerei arbeitete. Die Brauerei versichert, dass das damalige Rezept bis heute Bestand hat und dass noch immer der Hopfen Golding aus Kent verwendet wird. Aber genug der Vorrede, kommen wir jetzt zum Bier.

Bordeauxrot und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die recht kleine feste und elfenbeinfarbene Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier besticht durch süße Aromen von dunkler Schokolade, Toffee, braunem Zucker, Karamell und Ahornsirup. Die acht Volumenprozent Alkohol machen sich im Aroma ebenfalls bemerkbar, sie halten sich aber im Hintergrund. So unterstützen sie die anderen Aromen.

Der Antrunk ist süß mit einer angenehmen Karbonisierung. Auch als sich das Bier auf der Zunge verteilt, bleibt die Süße erhalten und es gesellt sich eine leichte fruchtige Säure dazu, begleitet durch den Geschmack nach dunkler Schokolade. Das Mundgefühl ist voll und schwer und der Alkohol entfaltet seine wärmende Wirkung. Im Abgang wird das Bier etws trockener, Bitter kann ich fast nicht feststellen, aber jetzt kommt auch ein leichter Geschmack nach Lakritz zum Vorschein. Der Geschmack nach dunkler Schokolade klingt kurz nach.

Zutaten:

Wasser, helles Ale-Malz, Karamellmalz, Aromamalz, Kandiszucker, Hefe, Hopfen (Kent Golding, Hallertauer)

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 9° Celsius

Brauerei:

Brasserie Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

St. Paul – Double

Seit 1651 braut die Brouwerij Sterkens in Meer, einem kleinen Dorf im Norden Belgiens, traditionelle obergärige Abteibiere. Dabei achtet sie beim Brauen mit den alten Rezepten sowohl die Tradition als auch das Wissen und die Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte. Auf diese Weise entstehen dort ausdrucksstarke Biere. Jetzt steht vor mir das Double aus der Serie St. Paul.

Dunkel rubinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone ist sahnig und bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Kaffee und Rübenkraut.

Der Antrunk ist leicht süß und rezent. Das Bier ist aber nicht so süß wie ich es aufgrund des Aromas vermutet habe. Auf der Zunge wird die Süße aber kräftiger und es kommt ein passendes Bitter sowie der Geschmack nach Schokolade hinzu. Damit ist das Bier gut ausbalanciert. Das Mundgefühl ist samtig und schwer. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es gesellt sich eine leichte fruchtige Säure hinzu. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Sterkens
Wenenstraat 9
2321 Meer
Belgien
www.brouwerijsterkens.be