Craftwerk – Mad Callista

Als ich das Mad Callista erstmals gesehen habe, musste ich erst einmal recherchieren, woher dieser doch etwas merkwürdig anmutende Name stammt. Dass Callista ursprünglich ein Frauenname war, ist mir neu. Noch neuer ist allerdings der Ursprung des Namens dieses Biers aus der Craft Beer-Schmiede der Bitburger-Brauerei. Callista ist eine neue Hopfensorte, die im bayrischen Hüls gezüchtet wurde. Erst im Jahr 2014 begann die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft mit dem Versuchsanbau auf großen Flächen wobei dieser Hopfen auf der ganzen Linie zu überzeugen wusste. Für uns als Konsumenten sind die Aromen dieses Hopfens wichtig, die die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft wie folgt beschreibt: „Aroma der Hopfendolden: hopfig, fruchtig, süße Früchte wie Aprikose und Maracuja, Waldbeeren, Grapefruit, würzig, gemüseartig

Das soll aber genug der Theorie sein; kommen wir zum Bier. Kräftig goldgelb mit einer munteren feinperligen Kohlensäure erstrahlt das Bier im Glas. Darüber entwickelt sich eine üppige strahlend weiße Krone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma offenbart einen ganzen tropischen Obstsalat: Ich rieche Zitrusfrüchte, Maracuja, Ananas und grüne Früchte. Die Aromen sind aber so vielfältig, dass sicher jede Nase noch weitere Früchte entdecken wird.

Der Antrunk ist schlank mit feinen und angenehmen Malznoten und einer passend abgestimmten Menge feinperliger Kohlensäure. Sobald sich das Bier im Mund verteilt entwickelt sich ein ganzer Fruchtcocktail tropischer Früchte mit blumigen Noten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon einmal ein so fruchtiges Bier getrunken habe. Überraschend wenig bitter ist der Abgang, der zum Abschied noch einmal den Geschmack reifer Grapefruits hinterlässt.

Ich glaube, etwas mehr Bitterstoffe würden dem Bier guttun. Aber auch so soft es bei mir für Begeisterung.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Karamellmalz), Hopfen (Callista), Hefe

Alkoholgehalt:

3,9 % Vol.

Stammwürze:

9° Plato

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

CraftWerk Brewing
Bitburger Braugruppe GmbH
Römermauer 3
54634 Bitburg
www.craftwerk.de

Maisel & Friends – Artbeer #1

Jetzt steht mal wieder ein Sondersud von Maisel & Friends vor mir, Artbeer #1 genannt. Das auffällige Etikett wurde von Andreas von Chrzanowski gestaltet, auch als Case Maclaim bekannt. Na ja, bekannt ist wohl relativ. Ich hatte noch nie von ihm gehört, aber immerhin hat er es zu einem eigenen Eintrag auf Wikipedia gebracht. Der Bildausschnitt auf dem Etikett zeigt, wie filigran Case sprayt. Damit passt das Bild gut zu den in der Regel gut komponierten Bieren aus Bayreuth.

Beim Artbeer #1 handelt es sich um ein Hoppy Strong Ale, so dass ich also ein kräftiges, schweres und ordentlich gehopftes Bier erwarte. Mal sehen, wie mir dieses Bier gefällt, bei dem bereits der Name aussagt, dass es sich um das erste einer Reihe handelt.

Golden mit einem ordentlichen Stich ins orange präsentiert sich das Bier im Glas. Dazu kommt eine leichte Hefetrübung, die mich aber noch sehen lässt, dass das Bier recht viel Kohlensäure enthält. Die Schaumkrone ist durchschnittlich groß, dabei aber cremig und mit langer Haltbarkeit. Optisch macht das Bier schon mal einen sehr guten Eindruck.

Das Aroma ist frisch und fruchtig. Düfte nach Zitrusfrüchten, Ananas, Mango und Himbeeren steigen mir in die Nase. Ich kann kaum glauben, dass diese frischen Aromen wirklich mit satten 9,5 Volumenprozenten Alkohol daherkommen. Jedenfalls bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Bereits beim ersten Kontakt des Bieres mit meiner Zungenspitze spiegeln sich die fruchtigen Aromen wider. Die Süße ist angenehm zurückhaltend. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt nimmt die Fruchtigkeit noch zu und das Mundgefühl ist cremig und rund. Ich frage mich nur, wo sich denn die 38 Bittereinheiten verstecken. Die verstecken sich offensichtlich irgendwo hinter der ungeheuren Fruchtigkeit der Hopfensorten Mosaic und Citra und sie kommen erst im recht trockenen Abgang wirklich zum Vorschein. Auch der Geschmack des Alkohols meldet sich erstmals im Abgang, wo er aber gut eingebunden ist. Und wo wir schon beim Abgang sind: die Fruchtigkeit klingt noch ellenlang nach.

Das Artbeer #1 hat mich wirklich überrascht und auch überzeugt. Und wie immer gilt bei den Sondersuden: wenn weg dann weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Stammwürze:

19,3° Plato

Bittereinheiten:

38 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstaße 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Detmolder Kellerbier

Nun habe ich mal wieder ein Bier aus Ostwestfalen-Lippe vor mir stehen, das Detmolder Kellerbier. Es stammt aus der 1863 gegründeten Brauerei Strate, die inzwischen in der fünften Generation in Familienbesitz ist und von den drei Schwestern Renate, Friederike und Simone Strate als geschäftsführende Gesellschafterinnen geführt wird. Friederike Strate war einmal die jüngste Braumeisterin Deutschlands.

Dunkel-rotbraun und hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich leicht unterdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, weiß mit leichtem Beigestich, der relativ schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch Röstaromen dominiert, vor allem durch den Duft dunkler Schokolade. Aber auch Vanille sowie einige blumige Noten steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist nur leicht süß und das Malz hält sich diskret zurück. Stattdessen sorgt die sehr feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Spritzigkeit. Schnell kommt der Geschmack der dunklen Schokolade dazu, den ich bereits im Aroma festgestellt habe, gepaart mit überraschend vielen Bitterstoffen. Das Mundgefühl dieses Bieres ist nicht wirklich ausgewogen, aber mir gefällt es. Der Abgang ist dann trocken und überraschend mild. Er klingt recht kurz nach, nur ein leichtes Bitter bleibt mir lange erhalten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Strate GmbH & Co. KG
32756 Detmold
www.brauerei-strate.de

BierSelect

Binding – Carolus der Starke

Nach Angaben der Brauerei ist dieser Doppelbock die älteste Bierspezialität aus der Binding Brauerei in Frankfurt. Erstmals ausgeschenkt wurde dieses Bier am 28. Januar 1902, dem Namenstag des Gründers von Frankfurt/Main, dem Namenstag Karls des Großen. Die Brauerei wirbt damit, dass damit eine inzwischen mehr als 100 Jahre alte Tradition der Binding-Brauerei begonnen hat. Allerdings wird dieser Doppelbock ohne Hopfen gebraut, sondern ausschließlich mit Hopfenextrakt. Allerdings wurde Hopfenextrakt erst im Jahre 1968 für das Brauen von Bier zugelassen, so dass sich die heutige Rezeptur dieses Biers doch von der ursprünglichen Rezeptur unterscheiden dürfte. Aber hier geht es nicht um längst getrunkene Biere, sondern um das Carolus von heute. Und dieses Bier will ich nun verkosten.

Dunkelrot, fast schwarz ist das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger hellbrauner Schaum, der recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist durch die Röstaromen des Malzes geprägt. Dunkle Schokolade und Espresso kann ich riechen, aber keine Spur von Hopfenaromen. Schade. Etwas Aromahopfen hätte diesem Bier sicher gutgetan.

Der Antrunk ist süß, wobei die kräftige Süße durch die sehr feinperlige Kohlensäure etwas gebändigt wird. Der Körper ist malzig mit dem Geschmack dunkler Schokolade. Dazu kommt ein recht intensives Bitter, aber da sämtliche Aromen des Hopfens fehlen, ist der Geschmack recht unausgewogen. Der Abgang ist dann überraschend mild und die Röststoffe klingen einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

18,4° Plato

Brauerei:

Binding-Brauerei AG
Darmstädter Landstr. 185
60598 Frankfurt
www.binding.de

Tarifrunde Brauwirtschaft 2021: Corona-Pandemie trifft die bayerische Brauwirtschaft schwer

Am 18.03.2021 beginnen die Tarifverhandlungen für die ca. 11.000 Beschäftigten der bayerischen Brauwirtschaft. Die Tarifrunde steht wie alles in dieser Zeit ganz im Zeichen von Corona. Die Pandemie hat die Branche hart getroffen. Die zu ihrer Eindämmung ergriffenen Maßnahmen führen zu schmerzhaften Umsatzverlusten der Brauereien. Existenzangst geht um. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Allein im Januar 2021 verloren Bayerns Brauereien im Vergleich zum Vorjahr über ein Viertel ihres Gesamtabsatzes – der stärkste in einem einzelnen Monat je gemessene Rückgang.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert eine Lohnerhöhung von 3,8 % im Gesamtvolumen bei einer tarifvertraglichen Laufzeit von 12 Monaten, um, wie sie schreibt, „Einkommen zu stärken, aber auch um Beschäftigung zu sichern“. Für die Brauereien in München und dessen Umland erwartet sie eine überproportionale Erhöhung der Zulage. Die Ausbildungsvergütungen sollen um EUR 60,00 pro Ausbildungsjahr steigen.

Diese geforderte Tariferhöhung ignoriert nach Ansicht des Bayerischen Brauerbundes, der die Interessen der Arbeitgeber vertritt, die dramatische Situation der Branche. Deren wirtschaftliche Lage hänge ganz entscheidend vom Absatzweg Gastronomie ab – die aber sei seit bald 5 Monaten erzwungenermaßen geschlossen.

Schon sähen Brauereien sich gezwungen, unverkäufliches Fassbier, das sein Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht, zu vernichten. Es gehe, so der Brauerbund, bayernweit um zigtausende Hektoliter. Auch die im vergangenen Jahr gänzlich ausgefallene Festsaison habe in den Büchern der Brauereien tiefe Spuren hinterlassen.

Die Gastronomie, Volksfeste sowie kleine und große Veranstaltungen aller Art seien für die Brauwirtschaft deutlich ertragsstärker als das von einem scharfen Wettbewerb geprägte Geschäft mit Flaschenbier im Handel. Das habe, so räumt Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Brauerbundes, ein, zwar einen Teil der in der Gastronomie und auf den Volksfestplätzen verlorenen Absatzmengen wettmachen können. Die Umsätze aber seien eingebrochen: „Die Brauereien schreiben rote Zahlen“. Dazu trägt auch ein Einbruch der Bierexporte der bayerischen Brauwirtschaft infolge der Corona-Krise bei. Eilten Bayerns Brauer in den letzten Jahren von einem Exportrekord zum anderen, so mussten sie im vergangenen Jahr ein Export-Minus von 10% hinnehmen. Von den rd. 920.000 hl, die die deutsche Brauwirtschaft 2020 an Exportvolumen verloren hat, stammten 60% aus bayerischen Sudkesseln – rund 54 Mio. Maß!

Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage dürfe zudem nicht übersehen werden, dass auch ausgefallene Miet- und Pachterträge für Gastronomieobjekte die Ergebnisse vieler Brauereien stark belasten, so der Brauerbund in München. Nach einer Lohnerhöhung zu Beginn der Krise im März 2020 sieht er für neuerliche Erhöhungen der Bezüge jetzt keine Spielräume, zumal eine Besserung der Lage sich nicht abzeichne. Um in der Krise überhaupt Arbeitsplätze erhalten zu können, würden viele Brauereien bis heute zum Instrument der Kurzarbeit greifen. Die Sicherung der Arbeitsplätze darf nach Ansicht des Brauerbundes jetzt durch überzogene Erwartungen an die Gehaltsentwicklung inmitten der schwersten Nachkriegskrise der Brauwirtschaft nicht gefährdet werden.

Der Bayerische Brauerbund erwartet daher für seine Mitgliedsunternehmen, dass die anstehenden Tarifverhandlungen dieser äußerst schwierigen Situation Rechnung tragen müssen.

Schneider Weisse – TAP1 – Meine helle Weisse

Nun hatte ich bereits längere Zeit kein Bier aus der Brauerei Schneider mehr verkostet. Heute ist es mal wieder so weit; vor mir steht das TAP1, „Meine helle Weisse“. Dieses Bier wurde bereits häufig ausgezeichnet, so dass ich eigentlich keinerlei Befürchtungen habe, dass es mich enttäuschen könnte. Hier die Auszeichnungen im Einzelnen:

  • Brussels Beer Challenge 2013: Goldmedaille
  • Australian International Beer Award 2013: Silber
  • Brussels Beer Challenge 2014: Silbermedaille
  • Brussels Beer Challenge 2015: Bronze
  • The International Brewings Awards 2015: Silber

Da kann ja eigentlich nichts schiefgehen, oder? Ich schenke mir also ein Glas ein.

Hellgelb, leicht hefetrüb und mit einer sehr aktiven Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber ein wunderbar feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch gefällt mir das Bier auf jeden Fall.

Das Bier duftet nach Toffee, Hefe und etwas Banane, unterstützt durch blumige und würzige Noten. Die Düfte nach Banane halten sich erstaunlich stark im Hintergrund und sind nicht so kräftig, wie ich es eigentlich von einem Weizen gewohnt bin. Aber gut, ich wechsle meine Biere bekanntlich so häufig, weil ich immer wieder etwas Neues kennenlernen will.

Die Kohlensäure sorgt für einen wirklich spritzigen Antrunk. Aber irgendwie bringt das Bier zunächst auch nicht viel mehr. Kurz darauf kommt eine leicht säuerliche Frische auf, wenn auch nicht so fruchtig wie bei den meisten Weizenbieren. Mir fehlt die Bananennote, die für Weizenbiere typisch ist. Der Abgang macht zunächst einen recht neutralen Eindruck, auch wenn im Nachklang eine gewisse Fruchtigkeit aufkommt, die auch endlich einige Bananennoten mitbringt.

Insgesamt bin ich von diesem Bier recht enttäuscht. Es hat nichts Falsches, aber auch keine Eigenschaften, die geeignet wären, mich zu begeistern. Will dieses Bier jedem gefallen? Wenn dem so wäre, ist es kein Wunder, dass ihm der Charakter fehlt. Das können die Brauer im bayrischen Kelheim wirklich besser. Ich habe bereits die meisten der Biere aus der Brauerei Schneider getrunken und sie haben mir alle besser gefallen.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Tradition, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Schneider Weisse
G. Schneider & Sohn GmbH
93309 Kelheim
www.schneider-weisse.de

Der Gastonomie gehen die Fachkräfte aus

Seit dem 2. November des vergangenen Jahres befindet sich die österreichische Gastronomie und Hotellerie im bereits zweiten Lockdown. Dass dies aufgrund der Pandemie notwendig ist, steht freilich außer Zweifel. Auch, dass Umsatzersatz, Fixkostenzuschuss, Mehrwertsteuer-Reduktion und natürlich das Werkzeug der Kurzarbeit für die gesamte österreichische Gastronomie und Hotellerie eine große Hilfe und gar im Europa-Vergleich einfach Spitze sind, steht außer Frage. „Doch der mehr als viermonatige Lockdown hat dennoch tiefe Spuren in der Gastronomie und Hotellerie hinterlassen“, sagt Jürgen Pichler, Herausgeber und Gründer des renommierten Branchenmagazins Rolling Pin.

Dabei stützt er sich auf eine vom Magazin aktuell durchgeführte Umfrage unter 17.414 Mitarbeiter*innen der Gastronomie und Hotellerie. So gaben 25,33 % der Teilnehmer an, die Branche auf dem schnellstmöglichen Weg verlassen zu wollen. Als Hauptgründe für den ersehnten Branchenwechsel sind die covidbedingte fehlende Perspektive sowie der Einkommensverlust, der unter anderem dem Entfall des Trinkgeldes geschuldet ist. Dieser Verlust bedeutet für 41,8 % der Befragten, dass sie mit dem zur Verfügung stehenden Geld schlichtweg nicht auskommen. Zum Vergleich: Nur 7,1 % gaben an, dass das Trinkgeld „schön, aber nicht relevant“ sei.

Jürgen Pichler, Herausgeber Rolling Pin: „Im Schnitt bekommen Mitarbeiter*innen der Gastronomie und Hotellerie € 284,– Trinkgeld pro Monat. Bei einem Nettoeinkommen von € 1.800,– wären das ungefähr 15 % des Gesamteinkommens, die plötzlich wegfallen. Wenn man noch die 10 bis 20 % Gehaltsreduktion durch die Kurzarbeit mitrechnet, hat jeder Gastronomiemitarbeiter 25 % bis 35 % ihres oder seines Einkommens verloren. Das ist weitaus mehr als in jeder anderen Branche!“

Weil es bereits vor der Krise an Fachkräften mangelte und abgesehen von der aktuellen Situation auch noch ein Einbruch bei den Auszubildenden innerhalb der Branche zu erwarten ist, schlagen Experten nun Alarm.

Jürgen Pichler, Herausgeber Rolling Pin: „Wenn die Regierung den Mitarbeitern der Gastronomie und Hotellerie jetzt nicht gezielt hilft, steuern wir auf einen Fachkräftekollaps hin, von dem sich das Tourismusland Österreich nie wieder erholen wird. Daher heißt es: Schnell handeln! Und zwar jetzt!“

Gemeinsam mit engagierten Arbeitgebern wie Matthias Winkler (Sacher Wien) wurden daher nun folgende Forderungen formuliert:

DER FORDERUNGSKATALOG.

1. Trinkgeld-Ersatz für alle Mitarbeiter der Gastronomie und Hotellerie.

Alle Mitarbeiter der Gastronomie und Hotellerie, welche der Branche erhalten bleiben oder in die Branche wechseln, sollen bis 31. 12. 2022 einen Steuerfreibetrag in der Höhe von 20 % ihres Brutto-Einkommens erhalten. Durch diesen Steuerfreibetrag soll der Verlust des Trinkgeldes kompensiert und gleichzeitig ein finanzieller Anreiz geschaffen werden, um in der Branche zu bleiben bzw. in Gastronomie und Hotellerie zu wechseln. So soll ein Fachkräftekollaps abgewendet werden.

2. Klare Ziele und Vorgaben, unter welchen Sicherheitsmaßnahmen die Gastronomie und Hotellerie wieder öffnen darf.

Zwar ist man sich in der Branche darüber einig, dass die Bekämpfung der Pandemie und das Schützen von Menschenleben allerhöchste Priorität haben. Dennoch benötigen Gastronom und Hoteliers sowie deren Mitarbeitern eine verbindliche Orientierung, wann und wie sie wieder arbeiten dürfen. Daher werden klare und verbindliche Vorgaben, welche sicherheitsrelevante Auflagen die Gastronomie und Hotellerie bei einer Bewirtung einhalten müssen, dringend eingefordert. Darüber hinaus muss eine klare Kennzahl etabliert werden, aus welcher hervorgeht, ab wann Betriebe wieder öffnen dürfen oder gegebenenfalls wieder schließen müssen. In dieser Kennzahl sollen jedoch nicht nur der Inzidenzwert, sondern auch weitere Parameter wie etwa die Krankenhausbelegung und Durchimpfungsrate pro Bezirk einfließen.

Braukatz – Hop Cat

Die Brau-Manufactur Allgäu ist seit 1883 in Familienbesitz. Hier wird wirklich mit Leidenschaft gebraut. Neben den traditionsreichen Bieren komponieren die Brauer auch einige Craft-Biere. Die Geschwister Kathrin und Stephanie Meyer haben sich mit ihrer eigenen Craft Beer-Linie Braukatz einen Namen gemacht. Hier wird Wert auf Rohstoffe der Region und Qualität gelegt. Die Biere sind für absolute Bierliebhaber, die es auch gerne mit Katzen aufnehmen.

Bleibt noch die Frage zu stellen, was für ein Bierstil die Hop Cat ist. Untappd bezeichnet die Hop Cat als Harvest Ale. Die deutsche Wikipedia schreibt aber, dass Ale grundsätzlich ein obergäriges Bier ist. Die englischsprachige Wikipedia beschreibt das Harvest Ale dagegen so: „The tagline generally refers to beers being brewed for Fall harvests.“ (Der Begriff bezieht sich im Allgemeinen auf Biere, die für die Herbsternte gebraut werden). Die Beschreibungen widersprechen sich also. Die Frage bleibt an dieser Stelle also unbeantwortet und ich werde das Hop Cat als Ale einsortieren. Kommen wir jetzt aber zum Bier.

Das Hop Cat strahlt mir aus dem Glas in hellem Gelb entgegen und hat eine durchschnittlich voluminöse und feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Fruchtig-blumige Aromen steigen mir in die Nase. Die kräftigsten Düfte erinnern an Ananas und Zitronenschale. Ich scheine also ein recht frisches Bier vor mir zu haben.

Und tatsächlich: der erste Kontakt des Bieres mit der Zunge fällt ausgesprochen frisch und spritzig aus, verbunden mit einer mäßigen Süße. Dann kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund. Die Düfte spiegeln sich auf der Zunge wider. Dazu kommt ein gut angepasstes Bitter, während die Frische erhalten bleibt und für eine ungeheure Drinkability sorgt. Im Abgang bleiben die bitteren Noten erhalten und sie klingen recht lange nach.

Mit seinen 4,8 Volumenprozenten Alkohol ist das Bier vergleichsweise leicht und empfiehlt sich damit als ideales Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnang Perle, Tettnang Hallertauer Mittelfrüh, Hallertauer Brewers Gold, France Triskel), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
www.brau-manufactur-allgaeu.de/

Propeller Nachtflug

Die bekanntesten Brauer von Craft Beer sitzen bekanntlich in Hamburg, Berlin oder München. Aber auch NRW hat bei guten und kreativen Bieren durchaus ein Wörtchen mitzureden. Jetzt habe ich das Imperial Stout der Propeller Getränke GmbH aus Bad Laasphe am Rande des Rothaargebirges vor mir stehen.

Schwarz wie die Nacht und absolut blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas, mit einer leicht überdurchschnittlichen Menge haselnussbraunen Schaums, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Vordringlich ist der Duft dunkler Schokolade, unterstützt durch Vanille, rote Früchte und Kräuter. Das macht doch richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist süß und intensiv. Ohne die sehr feinperlige Kohlensäure wäre die Süße sicher zu kräftig, aber so macht das Bier einen wirklich guten ersten Eindruck. Dann kommen die Röststoffe in den Vordergrund und demonstrieren dunkle Schokolade und Espresso. Das Bier enthält nur wenig Säure, die Süße und das Bittere machen das Spiel. Allerdings muss ich gestehen, dass mir bei diesem Bier die Säure auch nicht fehlt. Der Abgang wird durch den Geschmack von Espresso dominiert, und obwohl er nur leicht bitter ist, folgt ein sehr langer Nachklang.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

9,1 % Vol.

Brauerei:

Propeller Getränke GmbH
Mauerstr. 24
57334 Bad Laasphe
www.propeller-bier.com

Eibauer – Lausitzer Dunkel

Auf dunkle Biere hatten die ostdeutschen Brauereien lange Zeit nahezu ein Monopol. Das hat sich zwar in den letzten Jahren geändert, so dass wir uns jetzt auch im Westen ebenfalls über eine größere Biervielfalt freuen können, aber jetzt steht ein Original vor mir, das Lausitzer Dunkel, ein dunkles Lagerbier, von der Eibauer Brauerei im sächsischen Teil der Lausitz. Aus dieser Brauerei kannte ich bislang nur das Schwarzbier, das mir recht gut gefallen hat, so dass ich mir im Onlineshop der Brauerei alle Biere aus Eibau bestellt habe, die ich jetzt nach und nach hier vorstellen werde.

Dunkel ist eigentlich zu wenig gesagt, das Bier ist schwarz, blickdicht schwarz Nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert schwach ein leichtes Rubinrot durch. Darüber bildet sich viel feinporiger hellbrauner Schaum, der sich zunächst durchschnittlich schnell auflöst. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist eher schwach und mir steigt nur ein überraschend geringer Duft nach Kaffee in die Nase. Vom Hopfen kann meine Nase nichts feststellen.

Der Antrunk ist ziemlich süß und die reichlich dosierte Kohlensäure macht in diesem speziellen Fall den ersten Eindruck auch nicht besser. Auch als sich das Bier auf der Zunge ausbreitet, bleibt lediglich ein wässrig-süßer Geschmack. Im Abgang stelle ich kurz einen leichten Kaffeegeschmack fest, Bitterstoffe sind nur wenig vorhanden. Ein Nachklang fehlt fast vollständig.

Nachdem mir das Schwarzbier wirklich gut gefallen hat, enttäuscht mich das Lausitzer Dunkel wirklich. Ich werde es sicher nicht noch einmal kaufen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Süßstoff Natrium Saccharin

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Eibau i. Sa.
02739 Eibau
www.eibauer.de