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Hoepfner Azubis beim Hopfen-Ernteeinsatz

Von der Karlsruher Bierburg direkt ins Hopfenfeld zog es die Auszubildenden der Privatbrauerei Hoepfner – und das mit gutem Grund. In Tettnang, wo bester Hopfen angebaut wird, sollten Steffen Büscher, Jonathan Köhler und Haruka Hizawa gemeinsam mit Auszubildenden der Fürstenberg Brauerei praktische Erfahrungen sammeln.

Hopfenbauer Bernhard Bentele freute sich über die Unterstützung. Obwohl bei ihm Hochbetrieb herrschte, ließ er es sich nicht nehmen, die angehenden Brauer und Mälzer über die Anforderungen beim Hopfenanbau und die richtige Pflege der Pflanzen aufzuklären: „Hopfen zu ernten bedeutet jede Menge Arbeit, alles muss genau geplant werden. Zeit ist bei den sensiblen Pflanzen kostbar.“ Die Auszubildenden dankten es ihm auf ihre Weise, indem sie kräftig halfen auf den Erntemaschinen. Sie lernten aber auch, von Hand Hopfen zu ernten. Schließlich mussten die wertvollen Pflanzen noch geschnitten, verpackt und für den Transport vorbereitet werden.

Für Dagmar Zimmermann, Pressesprecherin bei der Privatbrauerei Hoepfner, war das eine gelungene Aktion. „Wir wollen unserem Nachwuchs eine gute Ausbildung garantieren und dazu gehört es einfach auch, praktische Erfahrungen zu sammeln, gerade wenn es um die für uns wichtigen Rohstoffe geht.“ Die Nachwuchsbrauer waren begeistert von ihrem Ausflug, den sie mit launigen Worten kommentierten: „Das war richtig hart. Da schätzt man ein frisch gezapftes Hoepfner umso mehr, wenn man weiß, was alles an Arbeit dahintersteckt, bevor der eigentliche Brauprozess beginnt.“

Heute ist der Tag des österreichischen Bieres

Heute, am 30. September, wird der Tag des österreichischen Bieres gefeiert. Weltweit ein Grund zur Freude, denn die österreichische Erfindung Lagerbier revolutionierte vor knapp 180 Jahren das Brauwesen und erlebt nun einen neuen Aufschwung.

Traditionell wurde am 30. September als Start für die neue Biersaison Brausilvester gefeiert. Bis vor 200 Jahren konnte temperaturbedingt nur zwischen Ende September und Mitte April gebraut werden. Durch das Lagerbier des Österreichers Anton Dreher senior wurde das Brauwesen revolutioniert.

Revolutionäre Braukunst wurde in der Brauerei Schwechat geboren

1841, vor 178 Jahren, braute Anton Dreher senior, der die weltweit größte Brauerei in der österreichischen Monarchie vor den Toren Wiens, in Schwechat besaß, das erste helle, untergärige Lagerbier. Neu war die Kombination des hellen Malzes mit der untergärigen Braumethode, der langen kühlen Lagerung. Das Bier eroberte als Wiener Lager daraufhin die Welt. In Österreich geriet der Bierstil wieder lange in Vergessenheit, bevor ihn die Brauerei Schwechat zum 175-Jahr-Jubiläum mit dem Schwechater Wiener Lager wiederaufleben ließ.

Der Craft Bier-Bewegung ist es zu verdanken, dass die Österreicher wieder ein verstärktes Interesse an Bier haben. Für knapp 90% der Österreicher ist Bier wichtig für die österreichische Getränkekultur und fast jeder Zweite meint, dass sich das Image von Bier in den letzten zehn Jahren verbessert hat.

Auch das Lager findet unter den Biertrinkern in Österreich wieder vermehrt Anklang, jeder Dritte (32%) trinkt laut aktuellem Bierkulturbericht (sehr) gerne Lager. Bei der Austrian Beer Challenge, der österreichischen Staatsmeisterschaft der Brauereien und Heimbrauer, ist dem Wiener Lager sogar eine von 17 Kategorien der Prämierung gewidmet.

Das Schwechater Wiener Lager wurde erneut gekürt

Das Schwechater Wiener Lager wurde in dieser Kategorie aus 14 Einreichungen von einer 65-köpfigen Fachjury, bestehend aus Biersommeliers, Beerkeepern, Braumeistern und erfahrenen Brauern, auf den 2. Platz verkostet. Insgesamt steigt auch das Interesse an der Staatsmeisterschaft seit ihrem 16-jährigen Bestehen stetig an. Heuer nahmen 153 Brauereien mit insgesamt 593 Bieren teil.

„Es erfüllt mich mit Freude, dass wir den von Anton Dreher begründeten Bierstil des Wiener Lagers in der Brauerei Schwechat brauen dürfen. Wir sind stolz darauf, dass unser Bier den Bierkennern so gut mundet und auch von der Fachjury geschätzt und prämiert wurde“, meint DI Dr. Andreas Urban, Präsident des Bundes der österreichischen Braumeister und Brauereitechniker und selbst Braumeister in Schwechat.

Trend Weizenbier

Obwohl mehr als jeder zweite Österreicher (57%) nach wie vor Märzen präferiert, zeigen sowohl der aktuelle Bierkulturbericht als auch die Staatsmeisterschaft ein wachsendes Interesse an Weizenbier. Mehr als jeder Dritte (34%) trinkt gerne Weizenbier, unter den 18-29-Jährigen sind es sogar 42%. Da verwundert es nicht, dass auch das Angebot entsprechend groß ist. In der Kategorie der Weizen- und Roggenbiere, Weizenböcke wurden mit 25 die zweithöchste Anzahl an Bieren eingereicht. Österreichs beliebtestes Weizenbier, das Edelweiss Hefetrüb, wurde unter diese Menge an Einreichungen mit einem 2. Platz prämiert.

Über Schwechater

Seit 1632 steht Schwechater für Pionierleistungen in der Braukunst. Anton Dreher stellte 1841 das erste untergärige Lagerbier der Braugeschichte her und machte damit das Schwechater Bier weltberühmt. 2016 gab es etwas zu feiern: 175 Jahre Wiener Lager aus Schwechat. Das beliebte Schwechater Bier zählt heute zu den größten Biermarken in Österreich und ist Marktführer im Dosensegment.

2. 10. 2019: Bockbieranstich bei Eulchen

Die Brauerei Eulchen in Mainz erweitert ihr Sortiment um ein helles Bockbier. Die Premiere ist am 2. Oktober 2019, wenn um 19:00 Uhr das erste Fass angestochen wird. Die ersten 30 Liter spendiert die Brauerei. Wer nicht so lange warten will, kann sich dort bereits ab 17:30 Uhr einfinden. Aber wie gesagt – den Bock gibt es erst um 19:00 Uhr. Selbstverständlich hat auch die Küche geöffnet und steht bereit, die Gäste zu verwöhnen. Adresse ist die Kupferbergterrasse 17 in Mainz.

Österreich im Rennen um Weltmeistertitel

Wenn am 27. September in Italien die 6. Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier über die Bühne geht, zählt Österreich zu den Titelanwärtern. Schließlich reist die Mannschaft als aktueller Vizeweltmeister an. In Rimini stellen sich die zehn besten Biersommeliers des Landes der großen internationalen Konkurrenz – 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 18 Ländern werden erwartet. Um sensorische Fähigkeiten zu schärfen und an Präsentationstechniken zu feilen, findet sich das bierige „A-Team“ am 23. September zum abschließenden Trainingslager ein.

Bereits seit 2006 trägt der Verband der Brauereien Österreichs ein weltweit einzigartiges Ausbildungsprogramm zum zertifizierten Biersommelier. Mittlerweile Vorbild für viele Nationen, ist die Nachfrage in Österreich groß. „Aktuell haben wir hierzulande rund 2800 bestens ausgebildete Sommeliers für Bier, davon rund 400 Absolventen der höchsten Stufe, also Diplom-Biersommeliers“, weiß Brauereiverbands-Geschäftsführerin Jutta Kaufmann-Kerschbaum.

Bierflavours erschmecken, Rhetorik schulen

Bevor sich das österreichische Nationalteam mit der hochkarätigen internationalen Konkurrenz misst, werden im Trainingslager – das auch diesmal wieder von Kiesbye´s BierKulturHaus veranstaltet wird – nochmals die Sinne geschärft. Neben theoretischem Wissen rund ums Bier sind vor allem höchste sensorische Fähigkeiten im Erkennen von Bierstilen und Bierflavours gefragt. Und schließlich möchte das Auditorium beim Finale in Rimini auch unterhalten werden. Extra dafür werden Mimik, Gestik und Rhetorik mittels Videoanalyse genauestens betrachtet und geschult.

Gold in Sicht

Die Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier wird alle zwei Jahre von der Doemens Akademie mit wechselndem Austragungsort durchgeführt. In diesem Jahr wird Rimini, Italien, zum Mekka der absoluten Bierexpertinnen und -experten. Am Ende der mehrstufigen Bewerbungsprozedur, der neben einem theoretischen Wissensteil auch mit sehr schwierigen sensorischen Geschmacksprüfungen aufwartet, steht für die Besten der Zunft das große Finale. Dort muss vor Publikum sowie hochkarätiger Fachjury eine gleichsam wissenswerte wie unterhaltende Bier-Showpräsentation gehalten werden. Nur wer alle Runden übersteht und am Ende auf der großen Bühne überzeugt, hat Chancen auf den Weltmeistertitel.

„Wir drücken unseren Damen und Herren ganz fest die Daumen“, so Kaufmann-Kerschbaum. „Auch im Hinblick darauf, dass nur wenige Tage später die Nation – am 30.09. zu Brausilvester – den Tag des österreichischen Bieres feiert, wäre ein Stockerlplatz oder gar die Goldmedaille etwas ganz Besonderes für das Bierland Österreich!“

Das zehnköpfige „A-Team“ aus Österreich für die WM besteht aus:

  • Michael Kolarik-Leingartner (Wien, aktueller österr. Staatsmeister)
  • Felix Schiffner (Oberösterreich, aktueller Vize-Welt- und -Staatsmeister)
  • Julian Selinger (Oberösterreich, aktueller österr. Vize-Staatsmeister )
  • Manuel Bartolacci (Wien)
  • Philipp Geiger (Tirol)
  • Christian Harringer (Oberösterreich)
  • Mag. Clemens Kainradl (Burgenland)
  • Harry Mittermaier (Oberösterreich)
  • Birgit Rieber (Wien)
  • Julia Telsnig (Tirol)

Die Brauerei, in der Milch und Honig fließen

„Wo Bienen sind und Honig fließt, da ist Wohlergehen“, wussten die alten Römer. Und Albert Einstein hat einmal gesagt: Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Weil die summenden Insekten auch in Bayern immer weniger werden, ging die Regensburger Brauerei Bischofshof als eine der ersten der gut 600 Brauereien im Freistaat 2018 mit gutem Beispiel voran: Drei Bienenvölker mit rund 60.000 fleißigen Honigproduzentinnen siedelten die Oberpfälzer auf dem Brauereigelände in der Regensburger Innenstadt an. Eineinhalb Jahre später steht fest: Das Experiment ist gelungen. „Die Bienen fühlen sich wohl bei uns und haben hier eine neue Heimat gefunden“, sagt Laila Schmidt, die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Brauerei.

Ohne Bienen kein Leben: Mehr als sieben Millionen Bienenvölker sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits in Europa verschwunden – viele davon auch hierzulande. Das war auch die Motivation für Bischofshof, neue Wege zu gehen: „Gerade weil wir als Brauerei natürliche Rohstoffe in höchster Qualität brauchen, ist das Gleichgewicht in der Natur für uns so wichtig und unser Bienenprojekt ist ein Beispiel, wie wir als Brauerei dazu einen Beitrag leisten können“, sagt Bischofshof-Geschäftsführerin Susanne Horn.

Verein „Beefuture“ würdigt Initiative als vorbildlich

Entstanden ist die in Bayern einzigartige Initiative 2018 in Zusammenarbeit mit dem Verein „Beefuture“ aus der Nähe der baden-württembergischen Stadt Heilbronn. Dessen Initiator Frank Weiß brachte die Bienen seinerzeit nach Regensburg. „Es ist einzigartig in Bayern, dass eine Brauerei eigene Bienenvölker ansiedelt“, sagt Weiß. Er macht deutlich: Von den 100.000 Tonnen Honig, die in Deutschland pro Jahr gegessen werden, stammen nur 19.000 Tonnen noch aus heimischer Produktion. Oder anders formuliert: Nur jedes fünfte Glas des süßen Nektars auf deutschen Frühstückstischen kommt aus der Bundesrepublik. Gerade deshalb ist es nach Weiß‘ Worten so wichtig, aktiv etwas für den Erhalt der Bienen zu tun. Er würdigte die Bischofshof-Initiative bei der Einweihung als vorbildlich.

Honig 2019 von überdurchschnittlicher Qualität

Die drei Bischofshof-Völker sind getauft auf die Namen Sportbienen, Kulturbienen und soziale Bienen. Die Bezeichnungen spiegeln das Engagement der Brauerei für die Gesellschaft wider. Zu jeder der „Bienen-Nationen“ gehören eine Königin, tausende Arbeitsbienen und einige Drohnen. Bester Beleg, dass sich die Bienen bei Bischofshof wohlfühlen: Bereits zum zweiten Mal konnten die Regensburger jetzt den „Brauerei-Bienenhonig“ ernten, der nun in den kommenden Wochen abgefüllt wird. „Wir erwarten dieses Jahr eine überdurchschnittlich gute Qualität“, sagt Schmidt.

Den Bischofshof-Bienen machte dabei allerdings der lange Winter und der verregnete Mai ebenso zu schaffen wie ihren Artgenossinnen fast überall in Mitteleuropa: Sie fanden wenig Nahrung, weshalb der Ertrag des „gelben Goldes“ in diesem Jahr mengenmäßig geringer ausfällt. Den Honig, der in Nachbarschaft der Braukessel entstanden ist, können sich dennoch nicht nur die Mitarbeiter schmecken lassen: Er steht künftig auch in den benachbarten Braustuben auf der Frühstückskarte.

Neuer Bienenlehrpfad als Erlebnis-Lernort

Nach der erfolgreichen Ansiedlung der Honigproduzentinnen gehen die Traditionsbrauer derzeit noch einen Schritt weiter: Im Herbst ist die Eröffnung eines eigenen Bienenlehrpfads als Erlebnis-Lernort geplant. Er entsteht in enger Zusammenarbeit mit den Schülern der benachbarten Regensburger Kreuzschule. „Die Kinder sollen die Schöpfung erleben und die Biene als Partner des Menschen kennenlernen“, sagt Laila Schmidt. 21 Lerntafeln informieren künftig über Bedeutung und Leben der Bienen.

Bereits seit dem vergangenen Jahr arbeitet die Brauerei mit der Grundschule zusammen: So halfen im vergangenen Jahr 80 Viertklässler den Imkern tatkräftig beim Ernten, Schleudern und Verkosten des ersten Honigs. Modernste Technik bringt die Bienen – zumindest virtuell – bereits heute auch ins Klassenzimmer: Die Kinder können via Internet beispielsweise live verfolgen, ob die Bienen gerade unterwegs sind oder wie warm oder kalt es im Bienenstock ist. In den „Bienenhotels“ angebrachte Sensoren messen Gewicht, Luftfeuchte und Temperatur.

Nachhaltigkeit – bei Bischofshof seit Jahren ein Schwerpunkt

Die Brauerei Bischofshof, vor 370 Jahren gegründet, beschäftigt sich bereits seit langem mit dem Thema Nachhaltigkeit: So arbeiten die Regensburger Brauer beispielsweise in einem Sudhaus, das als das modernste der Welt gilt. Es hilft, rund 40 Prozent an Primärenergie einzusparen. Im Herbst öffnet auf dem Gelände eine neue Energiezentrale, die die Brücke zwischen Ökonomie und Ökologie schlagen soll: So wird die im Sudhaus entstehende Wärme der Brauerei beispielsweise genutzt, um die Wohngebäude im benachbarten Wohnviertel zu beheizen. Damit soll ein außergewöhnlich hoher Wirkungsgrad von über 90 Prozent erreicht werden. (Bild: Brauerei Bischofhof)

21.9. 2019: Braufest im Schabbell Wismar

Ein Tag rund ums Bierbrauen im Museumsgarten. Zuschauen, mitmachen, verkosten! Von 10:00 bis 20:00 Uhr wird gemahlen, eingemaischt, gerührt, gebraut und gefachsimpelt. Zusammen mit dem Braukombinat Wismar wird das Museumspersonal einen Sud herstellen, wie man ihn vor einigen hundert Jahren auch im Hause Schabbell gemacht hätte. Die Rohstoffe, Brauverfahren und Gerätschaften werden besprochen und erklärt. Die Besucher können tatkräftig mit anfassen und sich zwischendurch selbstverständlich auch stärken!

Die Hacker-Pschorr Wiesnbierprobe

Traditionell verkostet der Hacker-Pschorr Braumeister Rainer Kansy kurz vor dem Oktoberfest zusammen mit den Wirtefamilien Heide (Pschorr Bräurosl) und Roiderer (Hacker-Festzelt) das Hacker-Pschorr Wiesnbier. Dieses Jahr das erste Mal mit dem Braumeisterkollegen Christian Dahncke von der Paulaner Brauerei, der auch sein Bier vorstellte.

Das sagt der Hacker-Pschorr Braumeister Rainer Kansy: „Natürlich waren wir wieder gespannt vor dem ersten Verkosten. Wie wird’s dieses Jahr schmecken? Man hat ja nur diesen einen Versuch und der muss sitzen. Aber mein Team hat wieder ganze Arbeit geleistet und es ist uns ein Top Wiesnbier gelungen. Das Hacker-Pschorr Oktoberfestbier ist bernsteinfarben und ist im Aroma kräftig malzaromatisch mit einem Hauch von Honig und hellem Karamell. Es hat im Geschmack eine merkliche, aber nicht aufdringliche Hopfennote, vollmundig und markant, ein Bier mit einem eigenständigen Charakter. Im Abgang besticht es durch eine ausgewogene Balance. Jeder Schluck ist ein Fest!“

Eckdaten Hacker-Pschorr Wiesnbier:

Die Pschorrs auf der Wiesn

Schon seit 1830 gibt es nachweislich „Pschorr“ auf dem Oktoberfest und Kommerzienrat Georg Pschorr war 1893 der erste, der ein Gespann mit Pracht-Pferdegeschirren auf die Wiesn schickte. Diese hatten ihn auf einer Reise nach Wien begeistert und er schickte seinen Sattlermeister zu Studienzwecken dorthin. Die Aufmerksamkeit beim Wiesneinzug war ihm und seinem Gespann gewiss. 1901 überraschte die Pschorr-Brauerei die Wiesn-Besucher mit einem elektrisch beleuchteten Zelt, der „Bräurosl“. Heute genießt man das Hacker-Pschorr Oktoberfestbier im „Hackerfestzelt“, in der „Bräurosl und zahlreichen kleineren Zelten.

Zusammen mit der Hacker-Pschorr Brauerei verköstigte Paulaner sein diesjähriges Oktoberfestbier. Mit dabei die Wiesnwirtinnen Arabelle Schörghuber und Ramona Pongratz aus dem Paulaner Festzelt.

Das sagt der Paulaner Braumeister Christian Dahncke:

„Für mein Team und mich ist es Anfang Juli immer ein ganz besonderes Highlight das Oktoberfestbier zu brauen. Und uns ist wieder ein ganz besonderes Paulaner Wiesnbier dieses Jahr gelungen. Es besticht durch eine perfekte Balance zwischen leichten Malzaromen und dezenten Hopfennoten im Aroma und hat eine sehr milde und feine Bittere die im Hintergrund bleibt. Der Körper des Paulaner Oktoberfestbieres ist abgerundet und sündhaft süffig, im Abgang ist es samtweich und harmonisch. Die Farbe ist ein sattes Gold-Gelb. Macht schon jetzt richtig Lust auf die Wiesn“

Eckdaten Paulaner Oktoberfestbier:

  • Stammwürze: 13,6 %
  • Alkoholgehalt: 6,0 % Vol.
  • Farbe (EBC): 9
  • Bittere (EBU): 21

Paulaner und das Oktoberfest

Die tiefe Verbundenheit zu München manifestiert sich auch in der starken Präsenz auf dem Oktoberfest – für Paulaner eine echte Herzensangelegenheit. Das Logo mit dem Mönchskopf prägt das Erscheinungsbild der Wiesn ebenso wie der berühmte Paulaner-Turm mit dem überdimensionalen Maßkrug auf der Spitze. In drei großen Zelten wird Paulaner Oktoberfest Bier ausgeschenkt, neben dem Paulaner-Feszelt in der Armbrustschützen-Festhalle und Käfer’s Wies’n-Schänke sowie in zahlreichen kleineren Zelten. Das Paulaner Oktoberfest Bier gehört zu den beliebtesten seiner Art. Es ist das meistverkaufte Oktoberfest Bier im Handel sowohl national als auch international.

Möge die Craft mit dir sein! Bayreuths Tempel für Genießer

Weltkulturerbe, Richard-Wagner-Festspiele, bunte Museumskultur und quirlige Residenzstadt, kurz: Bayreuth. Die Stadt am Roten Main steht für Hochkultur par excellence. Doch da ist noch ein Glanzlicht, das in die Welt strahlt und Besucher aus Nah und Fern anlockt. Bier! Liebesbier um genau zu sein. Der Name und die herzförmige Dolde stehen für eine der imponierendsten Brau-Locations im Land – eine Kombination aus Craft-Bier-Brauerei und Gastronomie. Die Mission ist klar: die Top Ten weltweit. Alles „Aus Liebe zum Bier“. Dieses Motto pulsiert durch jeden Backstein des imposanten Gebäudes im Herzen der Kulturstadt.

Dafür gibt Thomas Wenk zusammen mit seiner Frau Ute, Jeff Maisel und Geschäftspartnerin Andrea Bauernfeind jeden Tag aufs Neue Vollgas. Als Gastronom mit Haut und Haaren hob er das Liebesbier 2016 aus der Taufe. Aus Ruinen wäre übertrieben, aber es war ein Kraftakt. Er schuf ein Eldorado der Craft-Kultur, das nun Teil von Maisel´s Bier-Erlebnis-Welt ist – stilecht im Gebäude der historischen Maisel-Brauerei: Große Eventräume, die „Abfüllerei“ im Charme einer US-Bar und ein Tasting-Room für Tagungen mit dem gewissen Etwas. Dann wäre da noch das Brauereimuseum, laut Guinness-Buch der Rekorde das „umfangreichste Biermuseum der Welt“. Und wer ein hopfiges Mitbringsel möchte, wird definitiv im großen Bier-Shop fündig. Von einer Erlebnis-Welt zu sprechen ist also angebracht – mittendrin, das Liebesbier, Tempel für Genießer und Freunde des guten Geschmacks.

Der Tag beginnt früh. Ab 8:30 Uhr wird an den 300 Innenplätzen gefrühstückt. Steigen die Temperaturen, lockt der leichte Malzduft täglich 1.000 Durstige und Hungrige von überall her an. Die Nummernschilder vor dem Backsteingebäude mit dem Logo von Maisels & Friends sprechen Bände: Das Einzugsgebiet des Liebesbier liegt bei rund 100 Kilometern. „Schon nach vier Wochen waren alle Plätze belegt“, erinnert sich Wenk, auch im großen Außenbereich. Hier genießt man die Sommernächte unter Fackelsäulen und Feueranbeter legen am Grill selbst Hand an. Um das ganze Drumherum kümmert sich die Crew des Liebesbiers – 40 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 80 Aushilfen.

Vier Generationen voller Herzblut

Im Liebesbier wird nicht nur gegrillt, gegessen und getrunken, sondern auch gebraut. Mitten im Raum gehen die Braumeister ihrer Liebe an den glänzenden Kesseln nach. Alle sind live dabei – und nichts hier ist bloße Dekoration. Auch nicht die lange Front von Holzfässern hinter Glas, die den Gastraum im Erdgeschoss abschließt. Es ist ein Kühlraum und in den Fässern schlummern Biersorten. Heute zumindest. Früher war es Rum, Portwein, Whisky, Rotwein und und und. So entsteht ein munteres Spiel mit Nuancen und Geschmäckern und darum geht es auch Thomas Wenk: „Wir wollen Aufklärungsarbeit für die traditionelle und die moderne Craft-Bier-Kultur leisten, also das experimentierfreudige Handwerk der freien Brauer. Das begeistert auch Leute, die mit Bier eigentlich nichts am Hut haben“.

Seit 1887 wird hier mit Herzblut gebraut. Damals standen die Brüder Maisel an den Sudkesseln und legten den Grundstein für die Traditionsbrauerei. Ihr Ur-Enkel Jeff Maisel hält das Juwel nun in der vierten Generation so lebendig wie eh und je. Auch durch seinen Craft-Beer-Ableger Maisel & Friends. Vor zehn Jahren machte er mit Freunden den Schritt in die Craft-Welt. Ein Domizil musste her und was wäre passender gewesen, als der Ort, an dem alles begann: Das Gründungshaus mit Historie und Flair. Doch der Umbau war eine Herkulesaufgabe.

Der Umbau der alten Brauerei – eine jahrelange Herkulesaufgabe

Anderthalb Jahre wurde geplant, danach anderthalb Jahre gebaut. Jede zweite Mauer musste raus, alle anderen wurden freigelegt und verlängert. Die Gäste schlemmen heute im Keller der alten Brauerei und dafür wurde der Keller einen Meter tiefer gelegt. Der Kraftakt war erfolgreich, weil das richtige Team anpackte, um einen besonderen Ort im beschaulichen Bayreuth zu schaffen. Maisel und Wenk lieben was sie tun. Thomas Wenk ist nicht nur Koch und Hotelfachmann – er ist ein Tausendsassa mit offenem Geist, geschult in Sternelokalen und einem Faible fürs Bauen und Gastronomiekonzepte. Mehrmals im Jahr sucht er in den Metropolen der Welt nach dem letzten Schliff, nach Neuem und Unverbrauchtem. „Dinge müssen nicht einfach nur gut sein, sie müssen bei den Menschen vor Ort funktionieren und dafür habe ich ein gutes Gespür entwickelt“. Einer von vielen Beweisen: Roxy Burger. Einen Steinwurf vom Liebesbier entfernt, serviert Wenk erstklassige Burger und Drinks. Und das seit 22 Jahren, als noch niemand vom Trend der handgemachten Buns und Paddys sprach.

Authentisch bis auf die Knochen: Brot, Speisen, Schnaps, Bier, Wohnen

Eine Gastronomie wie das Liebesbier verträgt kein Chichi, die Inneneinrichtung spielt also eine entscheidende Rolle. Das spüren Besucher sofort. Alle Materialien versprechen Integrität, sind rough und authentisch: Holz, Leder, Stein, Glas, Stahl. Im offenen Kamin knistert Holz, ein Fenster zeigt das Treiben in der Küche und in der Dry Age-Reifekammer schimmern die Salzblöcke. Bildstarke Streetart aus Europa und den USA verleiht alldem das besondere Etwas. Ästhetik satt! Jedes Jahr kommen zwei Stücke dazu – Kunst, noch eine Vorliebe von Thomas Wenk, die dem Ort Seele verleiht. „Es geht um Livestyle, soll aber nicht elitär sein, sodass sich jeder wohlfühlt – auch im Blaumann am Tresen!“ bringt es Wenk auf den Punkt.

Heute haben Bierliebhaber die Qual der Wahl, denn bei den 21 Zapfhähnen ist lange nicht Schluss. Rund 100 Craft-Biere warten in der Flasche darauf, dass der Kronkorken zischt. Nicht nur eigene, wie das Maisels & Friends Choco Porter. Die ganze Welt der freien Brauer wird ausgeschenkt, was dem Liebesbier den Respekt der Szene einbringt. Wie wäre es etwa mit dem „In Your Face“ der Crew Republic aus Unterschleissheim mit einer Note von frischem Pinienharz? Die Suche nach dem passenden Bier zur Speise endet jedenfalls nicht im Chaos. Alle Mitarbeiter sind in Bierseminaren geschult und mit Empfehlungen zur Stelle.

Das Craft-Herz schlägt auch in der Küche, denn Wenks Anspruch ist hoch. Regional trifft auf international, klassisch auf experimentierfreudig; von geschmorten Bäckchen bis Carpaccio vom Räuchertofu. Die Zutaten: Frisch, auserlesen und regional – Ehrensache. „Qualität beginnt schon damit, Produkte nicht um die halbe Welt zu schippern“, erklärt der Vollblut-Gastronom und ergänzt: „Wir kennen unsere Käserei und unsere Metzger, wir wissen, wie die Weiderinder und Strohschweine gehalten werden“. Selbst das Brot zu den Speisen wird selbst gebacken, vermittelt durch den amtierenden Brotback-Weltmeister. Keine halben Sachen also, die Backstube im Gastraum ist echt. Was die Teigmaschine heute knetet, ruht über Nacht und kommt frisch gebacken auf den Tisch. Damit nicht genug. Im Juni nimmt die eigene Kaffee-Rösterei ihren Betrieb auf, als Craft-Rösterei, bei der Handwerk und Qualität an erster Stelle stehen. Das gilt auch für den Schnaps, der bald wieder gebrannt wird, nachdem es früher schon den „Weissen Blitz“ gab, den Bierschnaps von Maisel. Überhaupt ist viel in Bewegung. Bis 2021 entsteht ein ganzes Areal aus einem Guss. Weitere Eventräume, die ehemalige Maisel-Villa mit Ferienwohnungen und ein Boutique-Hotel mit 50 abgefahrenen Zimmern. Die Top-Ten kann kommen.

5000 Gläser am Abend: „Man lernt dazu, dass Qualität langfristig ausschlaggebend ist“!

Unzählige Schwarz-Weiß-Fotografien überziehen die Betonwände des Treppenhauses. Viele Abende, viel Lachen, viele bekannte Gesichter. Von Konzerten bis Poetry-Slams ist immer etwas geboten und dann wird es richtig voll. Zum Craft-Brauer-Festival oder dem „Hoppy Birthday“ des Liebesbiers pilgern tausende Feierwillige in das Biermekka. Livebands, Künstler und befreundete Brauer verwandeln das gesamte Gebäude in ein großes Fest. Immer dabei: Das eigene Glas mit dem es ins Getümmel geht. Bei jeder Probe gibt es ein frisches. So entsteht ein wahrer Berg an Gläsern mit der Herz-Dolde, denn an einem solchen Abend sind rund 5.000 Gläser in Umlauf. Spülen im Akkord ist angesagt, sonst droht der Stillstand. Hier kommt MEIKO ins Spiel.

Nachpolieren? Undenkbar! Zuverlässigkeit und astreine Ergebnisse sind Pflicht. „Wir hatten früher auch andere Hersteller, aber die Erfahrungen mit MEIKO waren so positiv, dass wir in allen Betrieben umstellen“, so Wenk. „Ich möchte das optimale Ergebnis und zu Top-Köchen und Top-Produkten gehören auch Top-Maschinen!“ Fünf Maschinen der Spütechnikschmiede sorgen im Liebesbier für glänzende Ergebnisse. In der Hauptküche reinigt eine Topf- und Utensilienspülmaschine das Equipment, in der Eventküche hebt und senkt sich die Haube der M-iClean H automatisch und drei M-iClean U bringen die Gläser zum Strahlen. Bei einer derart ästhetischen Location ist Design Trumpf und so pulsieren die Signalgriffe zweier M-iClean U unter dem Tresen der prägnanten Bar. Da Thomas Wenk großen Wert auf die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter legt, war er schnell vom Ergonomie-Konzept der M-iClean H überzeugt. Und die positiven Rückmeldungen der Mitarbeiter bestätigen genau das. „Man lernt dazu – langfristig ist Qualität ausschlaggebend. Das zeigt sich am Spülergebnis, weshalb wir schon überlegen noch eine Durchlaufmaschine anzuschaffen.“

Und so können Sie kommen, die Bierliebhaber und Feinschmecker, um in Bayreuth eine einzigartige Craft-Kultur zu erleben. Der Weg in die Top Ten der weltweiten Brau-Locations sieht vielversprechend aus. Bis dahin heißt es in Bayreuth weiter: Möge die Craft mit dir sein!

Ottakringer Brauerei wird für eine Nacht zum Museum

Eine Nacht im Museum oder eine Nacht in der Ottakringer Brauerei? Beides gleichzeitig! Denn Wiens Brauerei und Wahrzeichen des 16. Bezirks ist bei der „ORF-Lange Nacht der Museen“ dabei. „Mehr sehen“ lautet das Motto am Samstag, den 5. Oktober ab 18 Uhr. Auch in der Ottakringer Brauerei.

Ottakringer ist immer bemüht, den Menschen das einmalige Lebensgefühl von Wien zu vermitteln und die Verbundenheit mit Wien u fördern. Nicht nur mit den vielfach ausgezeichneten Bieren, sondern auch mit dem einzigartigen Standort mitten in Wien. Und an diesem wird nun exklusiv bei der „ORF-Lange Nacht der Museen“ eine Ausstellung präsentiert, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat: Eine als Erlebnis konzipierte Reise durch die über 180-jährige Geschichte zeigt den Werdegang zur modernen, urbanen Brauerei. Mit zahlreichen historischen Bildern und besonderen Ausstellungsstücken der Brauerei, die es bei regulären Führungen nicht zu sehen gibt. Auch der Brauprozess und die Produktion einst und jetzt werden den Besuchern in anschaulicher Weise nähergebracht.

Verkostet soll natürlich auch werden. Es gibt einen Barbetrieb und obendrauf ein Gewinnspiel mit der Chance auf einen Jahresvorrat Ottakringer Bier. Das Ottakringer BrauWerk (am Gelände der Brauerei) mit seinen innovativen Craft-Bieren öffnet die Türen. Von 18.15 bis 23.15 Uhr gibt es stündlich Führungen und man erhält Einblick auch in die Entstehung dieser kreativen Biere.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, sich in der Galerie „Die Schöne“ direkt in der Nachbarschaft (Kuffnergasse 7, 1160 Wien) einen Einblick über moderne, urbane Produktion zu verschaffen. Unter dem Titel „Future Factory. Urbane Produktion neu denken“ zeigen fünf Kreativteams unter dem Kuratorium der vienna biennale und in Zusammenarbeit mit der Ottakringer Brauerei, welche ungenutzten Potenziale die Produktion in der Stadt bietet.

Matthias Ortner, Geschäftsführer der Ottakringer Brauerei: „Ottakringer ist seit 1837 integraler Bestandteil der städtischen Wiener Lebensgefühls. Mit der Teilnahme an der ‚ORF – Lange Nacht der Museen‘ zeigen wir unsere seit jeher enge Verbindung zur Stadt und unserem einmaligen Standort mitten in Wien. Wir möchten den Menschen die Möglichkeit geben, sich ein umfassendes Bild der letzten großen und unabhängigen Wiener Brauerei zu machen und freuen uns sehr auf viele interessierte Besucher!“

TÜV SÜD: Microbrewing im Trend

Dass der TÜV eine Presseerklärung veröffentlicht ist eigentlich nichts Besonderes. Aber dass der TÜV Süd eine Veröffentlichung zu Kleinbrauereien und Craft Beer aussendet, ohne auf seine Kompetenzen bei der Überwachung hinzuweisen. hat mich dann doch verwundert. Ich kenne die Beweggründe nicht, die den TÜV zu diesem Text veranlasst haben, und ich bin auch nicht mit allem einverstanden, was in der Presseerklärung steht (insbesondere die kritiklose Huldigung des Reinheitsgebots stößt mir sauer auf), trotzdem übernehme ich den Text hier einmal unverändert:

„Am 21. September ist es wieder soweit: „O’zapft is“ heißt es dann zum 186. Mal auf dem Münchener Oktoberfest. Das Reinheitsgebot ist dabei immer noch der Qualitätsmaßstab für die bayerische Bierkultur, die jedes Jahr zahlreiche Gäste aus aller Welt auf die Wiesn zieht. Zunehmend fassen aber auch andere Ideen der Braukunst Fuß. Unter dem Schlagwort Microbrewing wächst die Zahl der Kleinst- und Kleinbrauereien stetig. TÜV SÜD informiert, worin sich diese neuen Biere von traditionell gebrauten unterscheiden.

Das Reinheitsgebot von 1516 sollte die Bürger vor illegalen Zutaten schützen. Tollkirsche und Stechapfel waren damals ein größeres Problem. Das älteste, sinngemäß noch unverändert geltende Verbraucherschutzgesetz der Welt schafft bis heute Transparenz: Wasser, Hopfen, Malz und Hefe sind nach deutschem Reinheitsgebot gebrauten Bier zugelassen – sonst nichts. Während die ausländischen Hersteller für die Vermarktung von Bier in Deutschland nicht an das deutsche Reinheitsgebot gebunden sind, gibt es für deutsche Hersteller nur wenige Ausnahmeregeln.

Mehr kleinere Braustätten

Laut Deutschem Brauerbund ist die Zahl der deutschen Braustätten in den letzten Jahren gestiegen, 2018 gab es 1.539 in Deutschland betriebene Braustätten. Unter ihnen nimmt die Zahl der kleinen Braustätten – mit maximal 5.000 Hektolitern Produktionsmenge pro Jahr – zu. In einer Zeit, in der Verbraucher trendgemäße Abwechslung lieben und Deutschlands Biermarkt offen ist für Produkte aus der ganzen Welt, etablierten sich neue Biersorten und Brauereien auch in Deutschland. Das „Craft Beer“ aus Mikrobrauereien, fasst auch in Deutschland seit den Neunzigerjahren Fuß. Der Craft Beer-Anteil der Bier-Neueinführungen in Deutschland lag 2018 bei 12 Prozent.

Klassische Biervielfalt: Aus den im Reinheitsgebot festgeschriebenen vier Zutaten steht auch heute noch eine weiterhin wachsende Auswahl an Weizenbier, Leichtbier, Pils, Schwarzbier, Märzen und vielen anderen Biersorten zur Verfügung. Wer unter der klassischen Biervielfalt mit ca. 40 Biersorten nichts für den persönlichen Geschmack findet, kann auch die besonderen Biere nutzen.

Craft Beer: „Craft-Beer“ hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten. Der Begriff „craft“ steht dabei für Bier, das handwerklich von unabhängigen Brauereien gebraut wird, oft in sogenannten Microbreweries. Die Kategorie fasst aromaintensive Biere zusammen und sagte zunächst lediglich etwas über die Größe der Brauerei, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von den großen Getränkeherstellern und die überwiegend „traditionelle“ Machart (Herstellung aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe) aus. „Für Deutschland ist diese Kategorisierung nicht anwendbar, da viele ‚große‘ Brauereien ohnehin dieser Definition entsprechen“, erklärt Lebensmittelexperte Dr. Andreas Daxenberger von TÜV SÜD. „Hier ist der Begriff rechtlich nicht geregelt und wird umgangssprachlich für Produkte genutzt mit besonderer Art der Aromagebung, z.B. über besondere Hopfensorten und spezielle Gärführung.“ Während diese Biere dem Reinheitsgebot entsprechen, wird der Begriff gleichzeitig für Biere mit eher exotischen Inhaltsstoffen genutzt, z.B. für Biere mit Barrique-Lagerung, Hanf-, Mango- und Passionsfrucht-Auszügen oder Champagner-Hefe anstelle von Bierhefe.

Alkoholfreie Biere: In Deutschland gebraute alkoholfreie Biere entsprechen dem Reinheitsgebot. Der Alkohol kann dem Bier auf zweierlei Wegen entzogen werden: Entweder wird die Gärung unterhalb der rechtlich zulässigen Restalkoholgrenze von 0,5 % gestoppt oder das Bier wird im Anschluss an den Brauprozess nochmal erwärmt, so dass der Alkohol entweicht. Mit derzeit ca. 6 % an der Bierproduktion insgesamt, ist diese Gruppe ein Wachstumssegment in der Bierbranche.

Informationen über die Zutaten finden Verbraucher auf dem Flaschenetikett bzw. im Zutatenverzeichnis. Während Bier deutschen Ursprungs dem Reinheitsgebot entspricht, besteht bei Bier ausländischen Ursprungs die Möglichkeit des Einsatzes weiterer Zutaten. Ein heimisches Erzeugnis nach Art eines Bieres, das weitere Zutaten enthält, ist in Verkehrsbezeichnung und Zutatenverzeichnis entsprechend beschrieben. So kann der Verbraucher selbst entscheiden, welches Bier er sich schmecken lässt. Pro Kopf waren das pro Einwohner in Deutschland 102 Liter Bier im vergangenen Jahr.