Bayerischer Brauerbund und DEHOGA Bayern verleihen die „Goldene BierIdee 2021“ an Johann Kalb, dem Landrat des Landkreises Bamberg, für die Initiative „36 Kreisla“

Der Bayerische Brauerbund e.V. und der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e.V. haben am Montag, dem 26. Juli 2021, im feierlichen Rahmen des Bayerischen Gastgewerbetages in Bamberg, Herrn Johann Kalb als Initiator für die Initiative „36 Kreisla“ die Goldene BierIdee 2021 verliehen.

Seit 1999 würdigt die Auszeichnung „Goldene BierIdee“ Personen oder Initiativen, die sich in besonderer Weise um die Präsentation bayerischer Bierspezialitäten verdient machen.

Normalerweise wird die Auszeichnung mit der „Goldenen BierIdee“ im Rahmen der Gala zur Wahl der Bayerischen Bierkönigin verliehen. Da diese im Mai nur digital stattfinden konnte, bot der vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern in Bamberg veranstaltete Bayerische Gastgebertag ein gutes Forum, um den Wert regionaler Bier- und Brauereivielfalt herauszustellen und die Auszeichnung vorzunehmen.

Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes e.V., würdigte in seiner Laudatio Landrat Johann Kalb als Ideengeber und Initiator der Initiative „36 Kreisla“, der sich die Förderung der besonderen regionalen Bierkultur seiner Heimat bereits im ersten Jahr seiner unterdessen 7jährigen Amtszeit auf die Fahnen geschrieben hat, und damit ein klares Signal, setzte, wie wichtig ihm die Brauereien in seinem Landkreis sind, und wie stark er sich mit ihnen identifiziert.

„Bamberg und der sie umgebende Landkreis sind ein Eldorado für Liebhaber gepflegter Bierkultur. Dicht an dicht finden sich hier mittelständische, handwerklich arbeitende Familienbrauereien auf engstem Raum. Der Landkreis Bamberg zählt 36 Gemeinden – namensgebend für die zu ehrende Initiative „36 Kreisla“. Auf sie verteilen sich insgesamt 55 Brauereien. So etwas gibt es auf so engem Raum nirgendwo auf der Welt“, erläuterte Dr. Ebbertz kurz die Superlative der Initiative. Doch neben der touristischen Außenwirkung hätte diese „BierIdee“ auch nach innen wirkende Kräfte: „Sie schafft, weil das neu entwickelte Landkreisbier „36 Kreisla“ immer das Gemeinschaftswerk mehrerer Brauereien ist, ein Zusammengehörigkeitsgefühl der teilnehmenden Brauereien, das unsere Branche so dringend braucht! Viel zu lange haben Brauereien sich im Wettbewerb unter- und gegeneinander aufgerieben, während die großen Wettbewerber um sie herum den Markt langsam unter sich aufteilten“, so Dr. Ebbertz.

Den beiden Verbänden, war diese BierIdee unter den vielen Einsendungen besonders aufgefallen, weil das Landkreisbier „36 Kreisla“ der trinkbar gewordene Ausdruck eines Zusammengehörigkeitsgefühls der Brauer, aber auch der Menschen im Landkreis geworden ist, die die Brauereivielfalt als Teil regionaler Identität wertschätzen und mit Stolz auf diese besondere Seite ihrer Heimat blicken.

Landrat Johann Kalb dankte für die Auszeichnung, die er stellvertretend für alle 36 Gemeinden des Landkreises entgegennahm. „Ich freue mich, dass unser Landkreisbier ‚36 Kreisla‘ und damit auch die beteiligten Brauereien diese hochkarätige Auszeichnung verliehen bekommen. Hier geht es natürlich auch um Wirtschaftsförderung. Ich danke dem Bayerischen Brauerbund und dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband für diese Anerkennung und ich sage ganz besonders unseren Brauern ein herzliches ,Vergelt’s Gott‘. Ohne ihre außerordentliche Fachkompetenz wäre die Realisierung des Landkreisbieres erst gar nicht möglich gewesen“, so Landrat Johann Kalb.

Krušovice – Royal Schwarzbier

die Brauerei im tschechischen Krušovice gehört zu den ältesten Brauereien Tschechiens. Sie wurde im 16. Jahrhundert gegründet und hat seitdem mehrfach den Besitzer gewechselt. Seit 2007 gehört sie zum niederländischen Konzern Heinecken.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige hellbraune Schaumkrone bleibt lange erhalten. An der Optik gibt es erst einmal nichts auszusetzen.

Das Aroma ist röstig. Anklänge dunkler Schokolade und Vanille steigen mir in die Nase. Insgesamt ist das Aroma nicht allzu intensiv, was mich aber nicht verwundert, denn das Bier enthält lediglich 3,8 Volumenprozent Alkohol.

Der Antrunk ist überraschend süß und die feinperlige Kohlensäure ist eher knapp dosiert. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Es kommt aber noch ein Hauch Kaffee dazu. Das Mundgefühl ist recht schlank, was aber der Süffigkeit des Biers keinen Abbruch tut. Der Abgang wird durch ein leichtes röstiges Bitter geprägt, das lange nachklingt.

Für ein Lightbier ist das Krušovice wirklich gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

3,8 % Vol.

Brauerei:

Pivovar Krušovice
U Pivovaru 1
Krušovice
270 53
Tschechien
www.krusovice.cz

Gold Ochsen – Kristallweizen Doppelbock

Inzwischen ist es das achte Jahr, dass die Brauerei Gold Ochsen in Ulm ein Jahrgangsbier auf den Markt bringt. Von diesen Bieren werden in jedem Jahr genau 1597 Flaschen per Hand abgefüllt. Weshalb so eine krumme Anzahl? Ganz einfach: 1597 ist das Gründungsjahr der Gold Ochsen-Brauerei. Einige dieser Biere habe ich kennenlernen dürfen und ich war von allen Jahrgangsbieren, die in jedem Jahr wechseln, wirklich begeistert. Nun steht das Jahrgangsbier 2020 vor mir, in diesem Jahr ist es ein Weizen-Doppelbock.

Leuchtend gelb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Intensität aus. Neben dem für ein Weizenbier typischen Bananenaroma steigen mir noch Düfte nach Maracuja, Litschi, Pfirsich und roten Beeren aus. Abgerundet wird das Aroma durch einige blumige Noten. Auch den Alkohol kann ich bereits in der Nase feststellen, da er dem Duft des Bieres einen likörartigen Eindruck verleiht. Dabei ist er aber so gut eingearbeitet, dass er das Aromenspiel perfektioniert.

Der Antrunk ist weniger süß als erwartet und die Kohlensäure ist angenehm dosiert. Auf der Zunge zeigt sich der Kristallweizen Doppelbock malzbetont und die blumigen Noten kommen stärker in den Vordergrund und buhlen mit dem Bananenaroma um die Gunst des Konsumenten. Das Mundgefühl ist sehr weich und voll. Der Abgang ist mild und fruchtig. Obwohl die Bitterstoffe nur dezent zu schmecken sind, klingen sie recht lange nach.

Dieses Bier ist ein perfekter Aperitif, dem gut Fischgerichte oder ein Hühnerfrikassee folgen können.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger, Citra)

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Brauerei:

Gold Ochsen
Hafenbad 8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Biererlebnisse in der Oberpfalz

Sei es das kultige Zoigl-Bier oder die große Anzahl traditionsreicher Familienbrauereien, der urbayerische Gerstensaft und seine Herstellung sind hier einfach allgegenwärtig. Kein Wunder, dass es auch zahlreiche Möglichkeiten gibt, hinter die Kulissen des Brauvorgangs zu blicken oder auf Forschungstour in die bierige Vergangenheit aufzubrechen: im Oberpfälzer Wald ist das Bier einfach ein Gesamterlebnis.

Fast schon Pflichtprogramm für jeden Besucher ist dabei der Zoigl. Das untergärige Bier wird im Original ausschließlich im Oberpfälzer Wald gebraut – und zwar in den Kommunbrauhäusern der fünf Zoigl-Orte Eslarn, Falkenberg, Mitterteich, Neuhaus und Windischeschenbach. Allein schon der Besuch in einer Zoiglstube ist dabei ein Erlebnis für sich: in diesen „Wirtshäusern auf Zeit“ schenken die Zoiglwirte reihum ihr selbst gebrautes Bier aus. Wo gerade Zoigl ist, steht im Zoiglkalender – oder Sie halten in den Zoiglorten die Augen offen, wo der der Zoiglstern am Hausgiebel hängt. Da heißt es dann einfach dazusetzen und ins Gespräch kommen – ungemütliche Angewohnheiten wie Reservierungen oder das Siezen des Sitznachbars gibt es am Zoigl nicht. Kleiner Tipp: wenn Sie als Zoigl-Profi gelten wollen, unbedingt „der Zoigl“ sagen – mit „das“ outen Sie sich sofort als Neuling…

Wenn Sie nun das Zoigl-Fieber gepackt hat, lohnt sich eine Führung in einem der Kommunbrauhäuser – für Gruppen sind diese jederzeit buchbar, Einzelbesucher kommen beispielsweise beim Kommunbrautag in Mitterteich (4. Sonntag im September) in den Genuss, einen Blick hinter die Brauhaustore zu werfen. Mit dem Biererlebnis Kommunbrauhaus hat der Markt Eslarn dem Zoigl gleich ein ganzes Museum gewidmet – inklusive Nachbau einer Zoiglstube, in der sogar geheiratet werden kann!

Wer nun aber glaubt, mit dem Zoigl wäre das Thema Bier im Oberpfälzer Wald dann auch abgehakt, der irrt sich gewaltig. Wie traditionsreich und tief verwurzelt die Braukunst hier ist, zeigt auf ganz besondere Weise die Führung „Bier – das fünfte Element: von Bierpanschern, Bierkiesern und Raufbolden“ in Schwandorf. In der Altstadt erzählen teils unterhaltsame, teils tiefgründige Schauspieleinlagen von den Schwandorfer KommunBrauern, vom Bier als Grundnahrungsmittel und der örtlichen Wirtshauskultur. Dazu gehört selbstverständlich ein Abstecher in die historischen Felsenkeller, die bereits vor mehr als 500 Jahren angelegt wurden. Nicht fehlen darf zum Abschluss natürlich eine Bierverkostung. Die Führung „Das fünfte Element“ sowie weitere Felsenkeller-Führungen finden zu festen Terminen (Anmeldung unbedingt erforderlich) sowie für Gruppen auf Anfrage statt.

Ob ober- oder untergärig, hell oder dunkel, Voll- oder Starkbier – die 16 Familien- und Privatbrauereien im Oberpfälzer Wald sorgen dafür, dass jeder für seinen Geschmack das richtige Bier findet. Viele von ihnen geben bei Führungen die Gelegenheit, dem Braumeister über die Schulter zu schauen. So bietet etwa die Schlossbrauerei Friedenfelser deutsch- und englischsprachige Brauereitouren für Gruppen an, inklusive einer Besichtigung der Bierkeller. In der Schlossbrauerei Fuchsberg wird auch Craft Beer sowie die „Kugelhalbe“ gebraut – das exklusive Bier der größten Erlebnisholzkugel der Welt in Steinberg am See. Wer den Biergenuss auf ein paar Tage mehr ausdehnen will, findet in Brauereigasthöfen gleich die passende Unterkunft. Traditionelle Biere, Craft Beer sowie eine Saftkelterei erwarten Tages- und Übernachtungsgäste im Brauereigasthof Jakob in Nittenau. In Bodenwöhr lockt der Brauereigasthof Jacob mit dem wahrscheinlich besten Weißbier der Welt.

Die Liste der Bier-Tipps im Oberpfälzer Wald könnte man fast ins Unendliche fortführen: das sympathische Brauhaus Floss bringt Abwechslung ins Glas mit seinem Bier des Monats, beim Bräuwirt in Weiden i.d.OPf. können Sie ein Bierdiplom ablegen – und wenn Sie sich einfach mal bloß ein bisschen informieren wollen, erwartet Sie der „Bierhimmel“ in Neustadt a.d. Waldnaab mit einer feinen Auswahl hochwertiger regionaler Biere zum Kosten und Kaufen. Eine Zusammenstellung dieser und aller weiteren Bier-Infos und – erlebnisse finden Sie online unter www.oberpfaelzerwald.de/zoigl-und-bier.

Serafijn Heksemie

Über die Brouwerij Pirlot im flandrischen Zandhoven liegen mir keine Informationen vor. Komme ich daher gleich zum Bier. Das Serafijn Heksemie ist ein Pale Ale mit immerhin 150 Bittereinheiten. Ob das was sein kann?

Intensiv goldfarben und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große Schaumkrone, die auch durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Zitrusfrüchten steigen mir in die Nase, abgerundet mit einem Duft nach Biskuit.

Der Antrunk ist fruchtig und relativ süß, aber die Kohlensäure ist passend dazu dosiert. Auf der Zunge gesellt sich ein kräftiges fruchtiges Bitter dazu, das aber nicht so stark ist, dass es die Zitrusaromen verdrängen kann. Das Mundgefühl ist weich und voll. Im Abgang wird das Bitter etwas zurückhaltender, aber es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker für die Nachgärung in der Flasche

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Pirlot
Heistraat 3
2240 Zandhoven
www.brouwerijpirlot.be

Schoppe – Brut Ale

Im Jahr 2001, also vor mittlerweile 20 Jahren, wurde Schoppe Bräu in Berlin gegründet. „Hopfen, Malz und Muskelschmalz“ ist das Motto von Gründer Thorsten Schoppe, dem er auch heute noch treu ist. Von dort stammt das BrutxAle mit dem Untertitel Schampus der Straße, das jetzt vor mir steht.

Der Untertitel st nicht zufällig gewählt, sondern das Ale, das jetzt vor mir steht, wurde mit Champagnerhefe vergoren. Biere, die mit Wein-, Sekt- oder Champagnerhefe hergestellt wurden, sind meist etwas stärker als die gewöhnlichen deutschen Biere und sie haben etwas Besonderes an sich, das zumindest mir sehr gut gefällt und ich frage mich, weshalb mit diesen Hefen nicht häufiger gebraut wird.

Bernsteinfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine relativ kleine feinporige Schaumkrone, die sich bis auf einen Rest schnell auflöst.

Das Aroma ist fruchtig nach Zitrone, Ananas und Vanille, aber auch das Malz kommt mit seinem Duft nach Brotkrume zu seinem Recht.

Der Antrunk zeigt, dass dieses Bier seinen Namen zu Recht trägt, denn er ist trocken, aber durch die feinperlige Kohlensäure angenehm frisch. Auf der Zunge ist es fruchtig, fast wie ein Multivitaminsaft. Ich schmecke Orange, Pfirsich und Apfel. Aus dem Hintergrund kommen noch die Noten nach Brot und Waldhonig. Eine leichte Säure erinnert an Weißwein. Zusammen mit dem weichen Mundgefühl kann mich das Bier wirklich begeistern. Obwohl der Abgang sich durch eine wirklich mild-bittere Fruchtigkeit auszeichnet, klingt er lange nach.

Das BrutxAle ist ein ungewöhnliches Bier. Etwas in dieser Art würde ich mir häufiger wünschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Pilsner Malz), Weizenmalz, Hopfen (Hallertauer Blanc, Mosaic, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Schoppe Bräu GmbH
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin
www.schoppebraeu.de

3 Schténg

Der Name 3 Schténg stammt aus dem limburgischen Dialekt Platdiets und bedeutet übersetzt „Drei Steine“. Er bezieht sich auf die drei Grenzmarkierungssteine am Dreiländereck von Vaalserberg an der niederländisch-belgisch-deutschen Grenze, einer Touristenattraktion in der Gemeinde Gemmenich. Auf dem Dreiländereck wurde ein Aussichtsturm mit Restaurant errichtet, der DrieLaenderpunkt Aussichtsturm oder Baudewijntoren. In diesem Turm wird das Bier für das Restaurant hergestellt, das jetzt auch vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige mittelbraune Schaumkrone ist überdurchschnittlich groß und bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Rosinen und dunkler Schokolade steigen mir in die Nase. Diese werden durch den Alkohol im Hintergrund unterstützt. Das gefällt mir und ich bekomme Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist der leichter Süße und feinperliger Kohlensäure. Auf der Zunge dominiert der Geschmack der Schokolade, dazu kommt eine leichte Säure. Die gesamte Komposition sorgt für ein volles Mundgefühl. Im Abgang wird die Säure etwas stärker und sie klingt gemeinsam mit einem freundlichen Bitter lange nach.

Das 3 Schténg ist ein angenehmes Bier ohne Ecken und Kanten, das einfach zu trinken ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kräuter

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Brauerei:

3Schténg
Drielandenpunt 99
4851 Gemmenich
Belgien

Cuxhavener Bierbrise – blau

Ich habe es schon an derer Stelle geschrieben, dass ich es schon ziemlich mutig finde, dass die Firma Köhn aus Cuxhaven vier Biere zu jeweils knapp 10 Euro die Flasche verkauft und nicht einmal verrät, um was für ein Bier es sich handelt. Auf dem Etikett stehen nur minimale Angaben – die Zutatenliste, auf der linken Seite das Logo des Unternehmens, auf der rechten Seite, dass sich das Unternehmen in Cuxhaven befindet, zusammen mit der Postleitzahl, aber ohne Straße und Hausnummer, der Alkoholgehalt sowie die URL der Website des Unternehmens. Auch die Namen der vier Biere aus Cuxhaven sind identisch. Sie unterscheiden sich auf der Flasche nicht, die Etiketten sind lediglich unterschiedlich farblich hinterlegt und auf der Website des Unternehmens wird lediglich an den Namen noch die Farbe des Plastikkorkens angehängt. Sicherlich sind damit alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt, aber so minimale Angaben kenne ich sonst bei Bieren dieser Preisklasse nicht. Auch als ich auf der Website des Unternehmens nachsehe, erhalte ich keine weiteren Informationen, sondern lediglich die folgende Werbeaussage: „dunkler, naturtrüber, obergäriger Biertyp. Durch einen Anteil an Premium Röstmalz und den Einsatz von feinstem Hopfen entsteht eine vollmundige Bierbrise mit schöner Malznote und würzigem Abklang.“ Ach ja, dass das Bier eine Stammwürze von 14,2° Plato hat, steht auch noch dort. Aber genug vom Etikett und der Website, wende ich mich endlich dem Bier zu.

Bernsteinfarben und opalisierend fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die aber bis auf einen Rest schnell in sich zusammenfällt.

Das Bier duftet nach Karamell mit einigen würzigen Noten des Hopfens.

Der Antrunk ist frisch mit einer angenehmen leichten Süße, die durch die angenehm feinperlige Kohlensäure wirkungsvoll unterstützt wird. Auf der Zunge kommt das Bittere des Hopfens in den Vordergrund, während sich die Süße diskret in den Hintergrund verzieht und von dort aktiv bleibt. Das Mundgefühl ist voll und weich Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,9% Vol.

Stammwürze:

14,2° Plato

Brauerei:

Köhnfinefood UG (haftungsbeschrängt)
Heerstr. 101
27478 Cuxhaven
www.koehnfinefood.com

Waterloo Récolte

Das Waterloo Récolte, das jetzt vor mir steht, hat mich bereits im Regal magisch angezogen. Waterloo ist ein recht kleines Dorf, aber historisch gewachsen und einfach malerisch. Leider hatte ich bei meinem Besuch in Waterloo nicht die Zeit, die Brauerei zu besuchen, deshalb muss ich mich jetzt mit dem Bier begnügen. Es handelt sich dabei um ein typisches belgisches Saisonbier, obergärig und hefetrüb.

Weizengelb und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine leicht überdurchschnittlich große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Gegen die Optik lässt sich schon mal nichts einwenden.

Das Aroma ist malzbetont. Düfte nach Brotteig steigen mir in die Nase, unterstützt durch würzige und blumige Noten.

Der Antrunk ist trocken und weist eine reichliche Porion Kohlensäure auf. Auch auf der Zunge dominiert wie in der Nase das Malz, begleitet durch würzige Noten sowie eine leichte Fruchtigkeit. Obwohl das Bier leidiglich 6 Volumenprozent Alkohol enthält, ist das Mundgefühl überraschend schwer und dabei auch voll. Der Abgang ist würzig und nur leicht bitter. Trotzdem klingt er recht lange nach.

Wenn Sie einmal in der Wallonie sind, sollten Sie unbedingt auch in Waterloo Halt machen und in der Gaststube der Mikrobrauerei dieses Bier verkosten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Weizen, Zucker, Hopfen, Kräuter, Hefe.

Alkoholgehalt:

6 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Brauerei:

Brasserie de Waterloo
Ferme de Mont-Saint-Jean
Chausseé de Charleroi 591
1410 Waterloo
Belgien
www.anthonymartin.be

And Union – Tuesday

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei And Union vor mir, die ihre Biere nach den Wochentagen benennt, allerdings nur von Dienstag bis Sonntag. Einen Montag gibt es in dieser Serie nicht. Das Tuesday, das ich jetzt verkosten möchte, ist ein alkoholfreies Weizenbier. Während früher alkoholfreie Biere eher von geringerer Qualität waren, hat sich in den letzten Jahren in diesem Bereich einiges getan. Ich meine, dass die besser schmeckenden alkoholfreien Biere erst auftauchten, als auch die Craft Beer-Brauer sich mit diesem Bierstil befassten. Da es heute etliche gutschmeckende alkoholfreie Biere gibt, hoffe ich jetzt auf ein angenehmes Biererlebnis.

Leuchtend golden und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Die Kohlensäure ist sehr agil und rundet die perfekte Optik ab.

Das Aroma ist weizenbiertypisch. Düfte nach Banane, Nelke und Brotkrume steigen mir in die Nase. Ich meine, auch einige würzige Noten nach Pfeffer zu riechen.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Neben dem typischen Weizenbiergeschmack, der die Aromen auf der Zunge widerspiegelt, schmecke ich auch einige holzige Noten. Bitter ist kaum vorhanden, aber das ist bei einem Weißbier ja die Regel. Für ein alkoholfreies Bier ist das Tuesday sehr vollmundig, auch wenn mir die geschmacksverstärkende Eigenschaft des Alkohols doch etwas fehlt. Im Abgang kommt eine leichte fruchtige Säure auf. Leider klingt der Geschmack vergleichsweise kurz nach. Trotzdem gehört das Tuesday eindeutig zur Spitze der alkoholfreien Weißbiere.

Zutaten:

Wasser, Weizen, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen (Hallertauer Perle, Hallertauer Perle, Hallertauer Tradition, Hallertauer Select Mandarin)

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

5° Plato

Bittereinheiten:

12 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

3° – 5° Celsius

Brauerei:

Brewers & Union UG
Ganghofer Straße 31
80339 München