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Österreichs Trinkkultur im Wandel: Zwischen Genussmoment und 0-Prozent-Trend

Wie gehen die Menschen in Österreich heute mit Alkohol um, welche Rolle spielt er im Alltag – und wie verändert sich der Konsum über die Generationen hinweg? Eine aktuelle Umfrage des Online Research Instituts Marketagent unter 1.052 Personen zeigt ein spannendes Bild: Alkohol bleibt Bestandteil vieler sozialer Situationen, gleichzeitig nimmt der bewusste Umgang deutlich zu.

Regelmäßiger Konsum – aber wachsende Zurückhaltung

61 Prozent der Befragten trinken mindestens einmal pro Monat Alkohol. Besonders häufig greifen Millennials zu, von denen 68 Prozent regelmäßig konsumieren. Getrunken wird meist in Gesellschaft: Zwei Drittel geben an, selten allein zu trinken.

Parallel dazu wächst jedoch der Anteil der Menschen, die vollständig verzichten. Rund 19 Prozent trinken überhaupt keinen Alkohol, bei Frauen sogar 24 Prozent. Dieser Wert hat sich innerhalb weniger Jahre nahezu verdoppelt. Die Gründe sind vor allem gesundheitlicher Natur oder schlicht die Abneigung gegen den Geschmack.

Genuss, Kontrolle und der neue Reality-Check

Für viele erfüllt Alkohol eine emotionale Funktion – 54 Prozent verbinden ihn mit einem kleinen Genussmoment. Gleichzeitig zeigt sich ein deutlicher Trend zu mehr Selbstkontrolle: 83 Prozent haben in den letzten sechs Monaten mindestens einmal bewusst verzichtet, obwohl andere getrunken haben. Besonders ausgeprägt ist das bei der Generation Z, die hier mit 91 Prozent vorne liegt.

Dennoch kommt es regelmäßig zu übermäßigem Konsum: 62 Prozent haben innerhalb der vergangenen Monate zumindest einmal mehr getrunken als geplant. Und fast die Hälfte der Befragten ärgerte sich im Nachhinein über das eigene Verhalten. Das Spannungsfeld zwischen Genuss und Kontrolle prägt damit die aktuelle Trinkkultur.

Gesellschaftlicher Wandel: Alkohol muss nicht sein

Auch das gesellschaftliche Bild verändert sich. 40 Prozent fänden es positiv, wenn bei Feiern kein Alkohol ausgeschenkt würde. Ein grundsätzliches Verbot empfinden viele zwar als schwierig, doch knapp die Hälfte wäre erstaunlich gelassen. Abstinenz wird überwiegend neutral aufgenommen, wenngleich Generation Z und Millennials häufiger sanften Gruppendruck erleben.

Alkoholfreie Alternativen auf dem Vormarsch

Der Markt für 0-Prozent-Getränke wächst rasant. Zwei Drittel der Befragten haben bereits alkoholfreies Bier oder Virgin-Cocktails probiert, alkoholfreien Wein oder Spirituosen immerhin jede*r Vierte. Besonders offen zeigt sich die Generation Z, die deutlich häufiger alkoholfreie Gin- oder Rum-Alternativen testet.

Jeder Dritte in Österreich wünscht sich inzwischen ein größeres Angebot an alkoholfreien Produkten – bei den unter 30-Jährigen fast jeder Zweite. Der Trend zum bewussten Konsum ist damit fest verankert und wird vor allem von jungen Erwachsenen vorangetrieben.

Die aktuellen Daten zeigen: Österreich befindet sich in einer Phase des Umdenkens. Alkohol bleibt Teil des gesellschaftlichen Miteinanders, wird aber zunehmend hinterfragt. Bewusster Konsum, regelmäßiger Verzicht und die wachsende Beliebtheit alkoholfreier Alternativen prägen eine neue Balance – eine Entwicklung, die auch die Getränkebranche nachhaltig verändern dürfte. Vermutlich lassen sich die Ergebnisse der Studie auch auf Deutschland übertragen.

Der Wirtshausführer Österreich 2026 ist erschienen

Ich habe das hier vorgestellte Buch nicht selbst in die Hand nehmen können, denke aber, dass es sich durchaus zum unverzichtbaren Begleiter im nächsten Österreich-Urlaub entwickeln könnte:

Das Wirtshaus lebt, es wird ständig nachhaltiger und es hat dank junger Wirtinnen und Wirten mit innovativen Konzepten auch eine Zukunft. Das ist das Fazit der Wirtshausführer-Herausgeber Renate Wagner-Wittula und Klaus Egle zum Erscheinen der brandneuen Ausgabe 2026 von Österreichs einzigem Guide zum nachhaltig gut essen und trinken.

„Aus unserer Sicht gibt es kein Wirtesterben“, so die beiden Gastro- und Kulinarik- Profis weiter, „vielmehr befindet sich die österreichische Wirtshaus-Szene in einem dynamischen Entwicklungsprozess, dem wir viele positive Seiten abgewinnen können. So hat sich das von uns bereits seit dem Jahr 2019 verfolgte Konzept des nachhaltigen Wirtens für viele Wirtinnen und Wirte zu einem zukunftsorientierten Erfolgsmodell entwickelt“. Regionale Herkunft, ressourcenschonende Erzeugung und hohe Qualität der Produkte sind demnach für immer mehr Gäste ein wesentliches Kriterium, für welches Lokal sie sich entscheiden. Auch der vielfach beklagte Personalmangel in der Gastronomie hat laut den Wirtshausführer Herausgebern nicht nur negative Aspekte: „Reduzierte Öffnungszeiten bringen für die Mitarbeiter mehr Lebensqualität und Planbarkeit und andererseits ist ein fairer Umgang auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern inzwischen keine Ausnahme mehr, sondern selbstverständlich.

Eines ist klar: Nur mit einem motivierten Team zufriedener Menschen ist es möglich, in diesem anspruchsvollen Job Top-Leistungen zu erbringen und damit die Gäste glücklich zu machen.“ Apropos Gäste: „In guten Wirtshäusern ist ohne Reservierung praktisch kein Platz zu bekommen“, konstatieren Wagner-Wittula und Egle, „was beweist, dass die Gäste bereit sind, gutes Geld für ausgezeichnete, nachhaltige Produkte und fair entlohnte Mitarbeiter zu bezahlen. So gelingt gute Gastronomie.“

Vom Wirtshausführer ausgezeichnet

Wirtshausführer Wirt 2026: Pichlmaiers zum Herkner

Seit dem Jahr 1890 ist dieses Wirtshausjuwel an der Endstation der Straßenbahnlinie 43 in Neuwaldegg schon ein Gasthaus. Vor zehn Jahren haben Christiane und Martin Pichlmaier das Lokal mit neuem Leben erfüllt und schaffen seither nicht nur eine wunderbar entspannte Atmosphäre, sondern auch den Bogen zwischen traditioneller Wiener Wirtshausküche und einem modernen, weltoffenen Konzept zeitgemäßer und nachhaltiger Gastronomie. Kongenial unterstützt durch Küchenchef Roman Artner, bleibt Martin Pichlmaier auch noch genügend Freiraum für seine Wein-Leidenschaft, die er gerne und ausgiebig mit den zahlreichen Stammgästen dieses schönen Hauses teilt.

Wirtshausführer Winzer 2026: Tom Dockner, Theyern

Tom Dockner hat den kleinen Weinbauort Theyern im Traisental auf die Landkarte heimischer und internationaler Weinliebhaber gesetzt. Vor rund 20 Jahren hat er als ganz junger Bursche die Bühne des österreichischen Weins betreten und dort seither eine Vielzahl von Erfolgen, vom Landessieger bis zum Sieger im SALON Österreich Wein, gefeiert. Zufall ist das keiner. Seite an Seite mit seiner Frau Silke und unterstützt von den Eltern Elfriede und Gerhard hat Tom von Anfang an den Turbo gezündet und sich rasch in der Weinbranche einen klingenden Namen gemacht. Seine Grünen Veltliner zählen inzwischen zu den Aushängeschildern des Österreichischen Weinbaus, Riesling, Traminer & Pinot Noir komplettieren Dockners Set an Spitzengewächsen.

Wirtshausführer Weinmensch 2026 unterstützt von Zalto Glas: Franz Klammer

Gäbe es einen Wettbewerb, wer der „normalste“ Prominente Österreichs ist, dann hätte Franz Klammer genauso die Nase vorn wie bei seinem legendären Olympiasieg beim Abfahrtsrennen am Patscherkofel im Jahr 1976. Mit diesem Triumph erfüllte er die Erwartungshaltung und die Träume einer ganzen Nation und setzte damit den Höhepunkt einer legendären Karriere. Dass er neben dem Sport auch einem guten Glas edlem Rebensaft durchaus zugeneigt ist, daraus macht er kein Geheimnis und obwohl er schon Stammgast bei Weintaufen und Verkostungen ist, sagt er über sich selbst: „Ich würde mich nicht als Weinkenner bezeichnen – ich bin einfach ein Wein-Genießer und weiß, was mir schmeckt!“

Wirtshausführer Weinwirte 2026 – unterstützt von Österreich Wein Marketing:

Besondere Leistungen auf dem Gebiet der Verbindung von Wirtshaus- und Weinkultur

  • Wien: Meixners Gastwirtschaft, 1100 Wien
  • Burgenland: Ratschens Restaurant & Wohnothek, Deutsch-Schützen
  • Kärnten: La Torre, St. Veit an der Glan
  • Niederösterreich: Markthof, Siegersdorf
  • Oberösterreich: Forsthof, Sierning
  • Salzburg: Wirt am Gries, St. Gilgen am Wolfgangsee
  • Steiermark: Wirtshaus Lilli, Fehring
  • Tirol: Alpin Kulinarik & Genießerhotel, Achenkirch
  • Vorarlberg: Wirtshaus Hoheneck, Mittelberg

Wirtshausführer Aufsteiger 2026 – unterstützt von METRO Österreich:

Besonders innovative und erfolgreiche Wirte, die neu eröffnet haben oder mit einer deutlichen, qualitativen Verbesserung überrascht haben

  • Wien: Heu und Gabel, 1120 Wien
  • Burgenland: Kirchenwirt, Rust
  • Kärnten: Geschmackssache, Velden
  • Niederösterreich: Failler – Zum Goldenen Lamm, Drosendorf
  • Oberösterreich: Gasthof zur Post 1559, Weitersfelden
  • Salzburg: Das Schrei, Salzburg
  • Steiermark: Das Weinkitz, Kitzeck im Sausal
  • Tirol: Falkeis, Kauns
  • Vorarlberg: Rössle, Braz

Noch einige Worte über den Wirtshausführer 2026: Es handelt sich um die 28. aktualisierte Ausgabe/Ausgewählte Empfehlungen von erfahrenen Kulinarikredakteuren/500 empfehlenswerte nachhaltige Lokale in Österreich, an der Adria und in Friaul, Istrien, Slowenien und Südtirol/100 nachhaltige oder biozertifizierte Winzer und ihre Weine, verkostet und beschrieben von Klaus Egle/50 neue Lokale/400 x Schlafen beim Wirt & Winzer/Attraktive Suchkriterien/Große Österreichkarte

Den Wirtshausführer Österreich 2026 gibt es im Buchhandel zum Preis von EURO 29,- und online unter www.wirtshausfuehrer.at mit direkter App-Umwandlung.

BierLovers Wien feiert vom 7. – 16. November sein 10jähriges Bestehen

Zehn Jahre Leidenschaft, tausende Biere und unzählige Genussmomente – BeerLovers Wien feiern ihr großes Jubiläum! Seit 2015 steht die Marke für Craft Beer in Österreich und hat sich zur ersten Adresse für Bierliebhaberinnen und Bierliebhaber entwickelt, die Vielfalt, Qualität und Geschmack schätzen.

Vom 7. bis 16. November 2025 verwandelt sich der BeerLovers Flagship Store in der Gumpendorfer Straße 35 im 6. Wiener Gemeindebezirk in ein Paradies für Bierfans. Unter dem Motto „10 Jahre – 10 Tage – 10 Überraschungen“ warten täglich neue Highlights: exklusive Rabatte auf ausgewählte Biere, bierige Goodies und kleine Überraschungen – sowohl im Geschäft als auch im Onlineshop.

Ein besonderes Highlight: Verkostungen, die spannende Einblicke in die Welt des Craft Beers geben. Zum Auftakt gibt es sogar Freibier aus der Vienna Brewery, einer der bekanntesten Wiener Craft-Brauereien.

„Zehn Jahre BeerLovers bedeuten zehn Jahre Leidenschaft für gutes Bier, für Biervielfalt, Qualität und Genuss“, sagt Markus Betz vom BeerLovers-Team. „Wir möchten uns bei unseren treuen Kundinnen, Kunden und Partnern bedanken – und das natürlich mit besonderen Bieren und echter Begeisterung.“

Ob vor Ort im BeerLovers Wien Store oder bequem online – in diesen zehn Tagen lohnt sich jeder Besuch doppelt. Denn hier wird Craft Beer in Österreich nicht nur verkauft, sondern zelebriert.

Bierol – The Padawan

Wer Padawan hört oder liest, denkt zuerst an Star Wars. Aber the Padawan ist nicht nach der Science Fiction-Saga benannt. Die Namensgleichheit ist aber sicherlich kein Zufall. Bei dem Namen des Biers aus Tirol steht Padawan für „Pale Ale doing alright without a name“ und wurde 2014 in einem Online-Voting zum Biernamen für ein namenloses Bierol Pale Ale ernannt. Heute ist The Padawan das meistverkaufte Bier von Bierol.

Golden und glanzfein fließt das Bier aus der Dose ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Aromen nach Grapefruit und Ananas steigen mir in die Nase, dazu Mango und einige frische Noten, die mich an Minze erinnern.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Dazu kommt eine leichte Süße, wobei das Aroma der Grapefruit im Mittelpunkt bleibt. Die Bittere ist nicht allzu ausgeprägt, aber sehr angenehm fruchtig. Dabei ist das Mundgefühl weich. Die leichte Bittere bleibt auch in der Kehle erhalten, wo sie nicht sehr lange nachklingt.

The Padawan ist ein sehr angenehmes und leicht zu trinkendes Pale Ale. Nur schade, dass es ausschließlich in der Dose verkauft wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Carahell), Haferflocken, Weizen, Hopfen (Mosaic und Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Bierol GmbH
Sonnendorf 27
6334 Schwoich
Österreich
www.bierol.at

Rieder – India Pale Ale

Die Brauerei Ried e.Gen. ist eine genossenschaftlich organisierte Traditionsbrauerei mit Sitz in Ried im Innkreis (Oberösterreich). Die offizielle Gründung der Brauerei geschah 1536, auch wenn es Hinweise gibt, dass in Ried bereits 100 Jahre früher mit dem Brauen begonnen wurde. Seit 1908 wird die Brauerei von regionalen Wirten als Genossenschaft geführt. Die Brauerei arbeitet nach dem Leitsatz: „Reinheitsgebot ist Philosophie“ – sie verwendet traditionell nur Wasser, Gerstenmalz und Hopfen, ohne Zusatzstoffe. Die Brauerei wurde mehrfach bei renommierten Wettbewerben wie dem European Beer Star, den DLG-Preisen oder dem Craft Beer Award ausgezeichnet – unter anderem für Märzen, Weißbier-Sorten, UrEcht, Honig Bier und das India Pale Ale, das ich jetzt verkosten werde.

Kupferfarben und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine größtenteils feinporige Schaukrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik dieses Bieres gibt es nichts zu mäkeln.

Im Mittelpunkt des Duftes stehen fruchtige Aromen. Ich rieche Maracuja, Zwetschge, Ananas und Melone, abgerundet durch einen angenehmen Karamellduft.

Der Antrunk überrascht mit einer für ein IPA kräftigen Malzsüße und seiner sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich eine freundliche Bittere dazu, die sich aber so weit zurückhält, dass die fruchtigen Aromen dominant bleiben. Das Mundgefühl ist weich, fast samtig. In der Kehle legt die Bittere noch einmal zu und sie klingt sehr lange nach.

Das Rieder India Pale Ale ist ein gelungenes Beispiel für ein europäisches IPA, das Fruchtigkeit, Malz und Bitterkeit ausgewogen verbindet. Mit seiner naturtrüben, bernsteinfarbigen Optik und fruchtigen Aromatik – kombiniert mit moderater Intensität – bietet es ein zugängliches und doch charakterstarkes IP-Erlebnis aus Österreich.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

15,3° Plato

Bittereinheiten:

59 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brauerei Ried . Gen.
Brauhausgasse 24
4910 Ried im Innkreis
www.rieder-bier.at

GLOBAL 2000 veröffentlicht Liste der “Ewigkeits-Pestizide” im Getreidebau

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von mehreren tausend chemischen Verbindungen, die seit den 1940er-Jahren in Industrie und Konsumgütern verwendet werden. Sie gelten als besonders langlebig, wasser- und fettabweisend – und genau diese Eigenschaften machen sie zu einem weltweiten Umweltproblem.

Was sind PFAS?

PFAS sind künstlich hergestellte Verbindungen, bei denen Wasserstoffatome durch Fluoratome ersetzt wurden. Diese besonders stabile chemische Bindung macht PFAS extrem widerstandsfähig gegenüber Hitze, Wasser und chemischem Abbau. Daher sind sie auch als „Forever Chemicals“ (Ewigkeitschemikalien) bekannt – sie verbleiben über Jahrzehnte in der Umwelt, ohne sich zu zersetzen.

Sie reichern sich in Böden, Gewässern und in Lebewesen an. Sie können über Jahre oder Jahrzehnte in der Umwelt bestehen bleiben und sich entlang der Nahrungskette weiterverbreiten. Außerdem werden sie in zahlreichen Studien mit gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht, unter anderem für hormonelle Störungen, Leberschäden und Beeinträchtigung des Immunsystems. Besorgniserregend ist, dass PFAS im Blut nahezu aller Menschen nachweisbar sind – teils bereits ab dem Kindesalter.

GLOBAL 2000 ist eine führende Umweltorganisation mit Sitz in Wien. Sie hat sich bereits häufiger mit PFAS beschäftigt und hat in der Vergangenheit mehrere Untersuchungen für den Nachweis von PFAS in Auftrag gegeben, unter anderem in Mineralwässern. Aktuell hat die Organisation die Ergebnisse einer PFAS-Untersuchung an Getreide veröffentlicht, die PFAS in vielen Getreideproben nachgewiesen hat. Da ich vermute, dass sich die Stoffe aus dem Wasser auch im Bier wiederfinden, veröffentliche ich hier die Pressemitteilung von Global 2000:

Österreichische Getreideprodukte weisen erhebliche Belastungen mit der potenziell fortpflanzungsschädlichen Ewigkeits-Chemikalie TFA (Trifluoracetat) auf. Das hat eine Untersuchung der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 gemeinsam mit der Arbeiterkammer Oberösterreich Anfang Juni gezeigt. Die Ergebnisse verdeutlichen die Dringlichkeit, die TFA-Kontamination von Gewässern und landwirtschaftlichen Böden rasch einzudämmen.

Vor diesem Hintergrund veröffentlicht GLOBAL 2000 jetzt eine Liste aller PFAS-Pestizide, die im österreichischen Getreidebau zum Einsatz kommen. PFAS-Pestizide enthalten Wirkstoffe aus der Gruppe der PFAS, die in der Umwelt nicht vollständig abgebaut werden. Beim Abbau entsteht als stabiles, nicht weiter abbaubares Endprodukt die langlebige Chemikalie TFA.

17 % der Pestizide enthalten PFAS

Eine Auswertung des österreichischen Pflanzenschutzmittel-Registers durch GLOBAL 2000 zeigt: Derzeit sind 590 Pestizid-Produkte für den Anbau von Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel oder Mais zugelassen. 98 dieser Produkte (17 %) enthalten einen oder mehrere PFAS-Wirkstoffe. Von den verbleibenden Pestiziden sind 449 chemisch-synthetisch, aber PFAS-frei; 43 sind biologische Produkte, die auch im Biolandbau eingesetzt werden dürfen

„Ein Verbot von PFAS-Pestiziden bedeutet keinen Kahlschlag – es stehen zahlreiche Alternativen zur Verfügung, sowohl chemisch-synthetische als auch biologische“, betont Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000. „Zwar kann die Umstellung in Einzelfällen oder bei bestimmten Kulturen herausfordernd sein – doch die fortgesetzte Verunreinigung von Böden, Wasser und Lebensmitteln mit einer potenziell fortpflanzungsschädlichen Ewigkeitschemikalie ist langfristig die eindeutig schlechtere Alternative – auch für die Landwirtschaft selbst.“

Fehlende Kennzeichnung lässt Landwirte im Unklaren

Für Landwirte ist derzeit nicht erkennbar, welche zugelassenen Pestizide in der Folge die langlebige Chemikalie TFA in ihren Böden und im Grundwasser hinterlassen – denn die Produkte sind nicht entsprechend gekennzeichnet. Damit bleibt auch unsichtbar, welche Pestizide Boden und Wasser auf unabsehbare Zeit mit einer gefährlichen Chemikalie belasten.

Appell an die Kammer

Mit der Veröffentlichung der Liste der PFAS-Pestizide im Getreidebau möchte GLOBAL 2000 Transparenz schaffen und appelliert an die Landwirtschaftskammer, diese Information an ihre Mitglieder weiterzugeben und über PFAS-freie Alternativen zu informieren.

Die Liste der PFAS-Pestizide (sowie PFAS-freier chemischer und biologischer Alternativen) steht hier zum Download bereit.

5. 7. 2025: Perger Bier- und Kulinarikfest

Das Perger Bier- und Kulinarikfest in der Innenstadt in Perg wird 2025 bereits zum 10. Mal ausgerichtet. Die Veranstalter – der Verein x-Event – lädt wieder regionale Anbieter von Speisen und Getränken zur Teilnahme ein.

Es gibt Bier von mehreren Brauereien, dazu besondere Schmankerl von den örtlichen Wirten, sowie ein Musik- und ein Kinderprogramm. Diese Zusammenstellung ist der Grund, warum dieses Fest im Stadtzentrum bei den vielen Besuchern von Perg so beliebt ist.

Es findet am Samstag, 5. Juli 2025, von 15:00 Uhr bis 23:45 Uhr statt.

Ort des Geschehens ist der Hauptplatz 4 in 4320 Perg, Österreich.

Conrad Seidls Bier Guide 2025 stellt die Highlights der österreichischen Bierkultur vor

Der österreichische Bier Guide stellt in seiner 26. Ausgabe eine bisher nie dagewesene Vielfalt an neuen österreichischen Bieren vor. Unter den 30 neuen Bieren findet man gleich mehrere, die in Wein-, Calvados-, Rum- oder Whiskyfässern gereift wurden und dadurch ihre besondere Note bekommen haben. Zudem werden mehrere Imperial Stouts und andere Starkbiere ausgezeichnet – aber auch ein vergleichsweise leichtes klösterliches Konvent-Bier aus Göttweig hat es in den neuen Guide geschafft.

Wie jedes Jahr werden über 1000 bieraffine Gastronomiebetriebe, vom einfachen Gasthaus bis zur trendigen Bierbar, vom international ausgerichteten Brewpub bis zum typisch österreichischen Kaffeehaus ausgezeichnet. Bierpapst Conrad Seidl: „Die Bierkultur hat in keinem anderen Land so unterschiedliche Ausprägungen wie in Österreich. Das sieht man auch an den Lokalen, die wir jedes Jahr wegen ihrer besonderen Verdienste auszeichnen. Heuer sind wir in der kleinen burgenländischen Ortschaft Heugraben ebenso fündig geworden wie im Wiener Arbeiterbezirk Simmering. In Vorarlberg haben wir ein Café entdeckt, das ein schlichtweg sensationelles Bierangebot hat, in Tirol, Salzburg ein gestandenes Wirtshaus, im Böhmischen Prater einen frisch herausgeputzten Biergarten.“

Was Seidl besonders betont: 2025 werden besonders viele Betriebe hervorgehoben, die eine eigene Anreise wert sind. „Deutsch Goritz ist so abgelegen, dass ich die letzten Kilometer mit Autostopp zurücklegen musste. Auch zum Maltschacher See in Kärnten hat mich eine freundliche Autofahrerin mitgenommen. Und die empfehlenswerten Lokale in Kollerschlag im Mühlviertel und in Gmünd im Waldviertel sind ebenfalls Spitzenbetriebe, die keine bloßen Geheimtipps bleiben sollten.“

Dank an die Wirte, Forderung an die Politik

Der Bierpapst berichtet, dass sich vielfach die Konsumgewohnheiten geändert haben. Statistisch gesehen wird heute weniger Bier in der Gastronomie getrunken als vor sechs oder sieben Jahren, was durchaus eine Bedrohung der Bierkultur darstellt: „Den Wirten zu danken, ist eine der Funktionen des Bier Guide – ich weiß, dass sie es nicht leicht haben. Sie kämpfen mit Personalmangel und mit steigenden Kosten.  Auch müssen sie gegen weltweite Trends ankämpfen: Es gibt in diesem Jahrzehnt weniger junge Menschen, die ins legale Trinkalter kommen. Und wir haben einen immer höheren Bevölkerungsanteil, der aus religiösen Gründen oder aus einer Lifestyle-Haltung heraus kein Bier trinken will. Auch diese Menschen sollen aber für unsere Wirtshaus- und Barkultur gewonnen werden – und sei es mit alkoholfreiem Bier. Denn wir wissen aus soziologischen Studien, dass die Leute, die ins Wirtshaus gehen, die besseren Demokraten sind, das sollte sich auch die Politik zu Herzen nehmen.“

Wichtig wäre, dass die Österreicherinnen und Österreicher gerade jetzt vermehrt in die Gastronomie gehen: „Die Sparquote ist in letzter Zeit stark gestiegen. Die Leute sollten ihr Geld aber nicht auf die Bank tragen, sondern lieber zum Wirten – dann bleibt es im Umlauf. Und man bekommt dafür gutes Bier, freundlich serviert!“

Auch den Brauereien stellt der Bier Guide ein gutes Zeugnis aus. „Vor 25 Jahren hatten wir oft Schwierigkeiten, überhaupt zehn neue Biere in Österreich zu entdecken – jetzt gibt es so viele Innovationen, dass wir immer wieder welche weglassen müssen. Allein die 1516 Brewing Company in Wien bringt ein neues Bier pro Monat heraus, auch bei Brauereien wie Bevog, Bierol, Brauschneider oder Gusswerk muss man immer mehrfach hinschauen, es gibt ständig etwas Neues zu entdecken“, berichtet der Bierpapst. 

Bier Guide 2025: Der Reiseführer zur Bierkultur

In der neuen Ausgabe stellt der Bier Guide auf 432 Seiten die wichtigsten Bierinnovationen vor, zudem die Besichtigungs- und Ab-Hof-Verkaufsangebote der Brauereiszene und natürlich wieder mehr als 1000 Bierlokale.

Wer auch zwischendurch auf dem Laufenden bleiben will, dem empfiehlt Conrad Seidl den zum Bier Guide passenden Newsletter, in dem sein Team und er über Neuerungen in der Bierszene berichten. Bestellen kann man diesen Newsletter unter: https://medianet.at/news/newsletter/

Lokalbewertungen auch online

Alle Lokaltipps des Bier Guide sind auch online abrufbar: Die Webpräsenz www.bier-guide.net ermöglicht sogar eine Suche, wo man in der Nähe ein bestimmtes Bier gut gezapft finden kann. Und: Wer mit dem Smartphone unterwegs ist, findet sein Lieblingsbier und seine Lieblingsbrauerei unkompliziert mit einer eigenen App (erhältlich für iOS und Android).

Die Top-Bierlokale

Der Bier Guide 2025 will Biertrinkern dazu verhelfen, Biergenießer zu werden – mit besten Empfehlungen der in den vergangenen Monaten besonders aufgefallenen Betriebe aus allen Bundesländern. Wie schon seit einem Vierteljahrhundert gilt die Regel, dass jedes Lokal in seiner Kategorie nur einmal ausgezeichnet werden kann.

Das sind die Top-Betriebe 2025: 

Bierstadl im Böhmischen Prater Wien     Biergarten des Jahres
Biertempel         Linz        Biergeschäft des Jahres
Zickentaler Bierquelle    HeugrabenBierlokal des Jahres im Burgenland
Cabalo  Deutsch Goritz  Bierlokal des Jahres in der Steiermark
Maltschacher Seewirt    Feldkirchen        Bierlokal des Jahres in Kärnten
Hopferl                Gmünd Bierlokal des Jahres in Niederösterreich
Landgasthof Grenzlos    Kollerschlag       Bierlokal des Jahres in Oberösterreich
Zur Goldenen Kugel       SalzburgBierlokal des Jahres in Salzburg
Purlepaus           KufsteinBierlokal des Jahres in Tirol
s’FrieSchoppernau     Bierlokal des Jahres in Vorarlberg
Bier & BierWien     Bierlokal des Jahres in Wien
Bauböck              Andorf  Bierrestaurant des Jahres 
Stubalm BrauereiKöflach Micobrauerei des Jahres 

Und das sind die neuen Biere:

Alte BettyGusswerk           Reinhold Barta
Aurora Bockalis 2024      BierolChristoph Bichler
Barriquator        Privatbrauerei Gols         Johannes Kugler
Bierviertel Selection – Freistädter Bernstein-Antik Braucommune FreistadtJohannes Leitner
Bio Sonnenkönig Barrique XXIV Stiegl Gut Wildshut Markus Trinker
Black OxFreibrauerei by ZickentalerPatrick Krammer
Cucumber Gose1516 Brewing Company Andreas Hartl
Der Freischütz  MohrenbrauereiTim Groeger
Der Prickelnde  Hopfius Beate Uhl und Markus Pernold
Friends NEIPA – G’froren’s IPA   Landbrauhaus HofstettenPeter Krammer
Gailtålerin           Loncium               Alois Planner und Klaus Feistritzer
Granitbock – 2 Jahre Vollreifung im Bourbon-BarrelLandbrauhaus HofstettenPeter Krammer
Grape Ale IIMosa Culture CollectiveGerhard Privoznik-Breznik, Georg Moser und Vasja Golar 
Gretchen1516 Brewing CompanyHubert Hanghofer
Holz 2024BierolChristoph Bichler
Hop Monster Attack!Braukollektiv ZaungastMartin Wohlkönig
Isabella Grape AleMosa Culture CollectiveGerhard Privoznik-Breznik, Georg Moser und Vasja Golar 
K Imperial StoutBrauschneider  Felix Schneider
Konvent BierSt. Pöltner Bierbrau GmbH, PyhraPater Pirmin Mayer
Krinnawible Edition 2024GusswerkReinhold Barta
Lemonrose & MaryBierix, gebraut bei Loncium Erwin Zupancic
Love PotionBraukollektiv ZaungastMartin Wohlkönig
MördertinteDietrachtinger Brauerei Martin Seidl
Schlägler Abteibier Edition 2025Stiftsbrauerei SchläglReinhard Bayer
Sitzenberger Winterbock Jahrgang 2024Sitzenberger BiermanufakturChristian Tomisch
Thalheim DunkelThalheimerKoloman Strohmeier
Waldbier 2024 „Steyrtaler Schluchtwald“Kiesbye NaturbrauereiAxel Kiesbye
Wieninger StadtbräuBaumgartnerMichael Moritz
Wildberry Sour BrauschneiderFelix Schneider
Zipfe KlatscherBierolChristoph Bichler

Das Buch umfasst 432 Seiten und ist in einer Auflage von 20.500 Stück erschienen. Sie können es in jeder guten Buchhandlung unter Angabe der ISBN-Nummer 978-3-903254-83-1 zum Preis: von € 19,90 bestellen.

Bierol – Hoiz 2024

Schwoich liegt im Tiroler Unterland, fünf Kilometer südlich von Kufstein, auf einem Hochplateau rechts des Flusses Inn. Dort befindet sich die Brauerei Bierol, von der das Bier stammt, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um ein Imperial Stout, das 16 Monate lang in Rumfässern gereift wurde. Das klingt ganz so, als wäre es ein Bier nach meinem Geschmack. Öffne ich also die Flasche und beginne mit der Verkostung.

Blickdicht schwarz und mit einer haselnussbraunen Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas.

Düfte nach dunkler Schokolade, nach Vanille, Kandis, Holz und Espresso steigen mir in die Nase. Diese komplexe Aromenstruktur, die durch die lange Reifung entsteht, macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und wird er wird durch eine sehr feinperlige Kohlensäure begleitet. Auf der Zunge spiegeln sich alle Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dazu kommt eine leichte Säure, die dem Bier trotz seines kräftigen Körpers eine angenehme Leichtigkeit verleiht. Die 10,4 Volumenprozent Alkohol sind sehr gut eingearbeitet und unterstützen die anderen Aromen, ohne selbst zu stark durchzuschmecken. Abgerundet wird der Geschmack durch die Vorbelegung des Fasses mit Rum, wodurch das Bier sowohl von den Karamellnoten des Rums als auch von der Holznote des Fasses profitiert. Der Rum kommt aber erst in der Kehle richtig zum Tragen und jetzt wärmt auch der Alkohol. Eine Bittere ist nur sehr  schwach festzustellen, was auch zum kurzen Nachklang des Biergeschmacks beiträgt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Golden Naked Oats, Double Roasted Crystal, Brown Chocolate, Weizenmalz, Röstgerste, Münchner Malz), Hafer, Gerste, Hopfen (East Kent Golding, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

10,4 % Vol.

Stammwürze:

22° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Bierol GmbH
Sonnendorf 27
6334 Schwoich
Österreich
www.bierol.at

Dieses Rum Barrel Aged Imperial Stout reifte 16 Monate lang in sorgfältig ausgewählten Rumfässern auf unserem Hof und entwickelte dabei ein unverwechselbare vielschichtige Aromenstruktur.

Dunkle Schokolade, gerösteter Kaffee und ein Hauch von Vanille treffen auf die warmen, karamelligen Noten des Rums, begleitet von dezenten Holznuancen.

Der kräftige Körper und die harmonische Tiefe verleihen diesem Stout ein besondere Eleganz – ein Bier, das intensive Geschmackserlebnisse für wärmende Momente verspricht.

Alk. 10,4% vol.

Bierol GmbH

Sonnendorf 27

6334 Schwoich

Österreich

Patent auf Braugerste bedroht Vielfalt im Bierglas

Der dänische Brauereikonzern Carlsberg beansprucht Gerstenpflanzen aus klassischer Züchtung sowie deren Verwendung zum Bierbrauen als seine „Erfindung“. In einem Pressegespräch am 24. März 2025 haben sich ARCHE NOAH, das europäische Netzwerk Keine Patente auf Saatgut!, die Kärntner Privatbrauerei Hirt und die bayrische Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu klar gegen dieses Patent ausgesprochen: In Europa ist es verboten, Pflanzen aus herkömmlichen Zuchtverfahren zu patentieren. „Unter solchen europäischen Patenten leidet die Vielfalt auf dem Acker, die Vielfalt in der Pflanzenzucht und auch die Vielfalt im Bierglas“, warnt Dagmar Urban von ARCHE NOAH. Das Europäische Patentamt argumentiert bisher, dass auch nach dem Zufallsprinzip ausgelöste Mutationen als technische Erfindungen patentfähig sind. Eine Anhörung dazu findet morgen vor dem Europäischen Patentamt in München statt.

Die betroffene Gerstensorte weist zufällige genetische Veränderungen auf, die ihre Verwendung als Braugerste attraktiver macht. Diese Eigenschaften wurden gefunden, nachdem man tausende Saatgutproben nach den gewünschten Eigenschaften durchsucht hatte. Dabei kamen keine gentechnischen Verfahren zum Einsatz. Vielmehr handelt es sich um gängige Verfahren der Zufallsmutagenese und Züchtung, die schon seit Jahrzehnten eingesetzt werden und zuvor nicht patentiert wurden.

Die Folgen der Patentierung von Braugerste betreffen auch Bierbrauer und Konsumenten: „Patente auf Saatgut und auf Gersten bedeuten weniger Malzsorten und somit weniger Biervielfalt aus Klein- und Mittelbrauereien und beides spielt wiederum Großkonzernen in die Hände!“, so Nikolaus Riegler, Eigentümer und Geschäftsführer der Kärntner Privatbrauerei Hirt und Sprecher der Unabhängigen „Privatbrauereien Österreichs“. Und Johannes Ehrnsperger, Geschäftsführer der Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu und Sprecher des Werteverbunds „Die Freien Brauer“ ergänzt: „Der Klimawandel erfordert eine stetige Weiterentwicklung unserer Braugerstensorten, um auch zukünftig eine stabile und qualitativ hochwertige Rohstoffversorgung der gesamten Braubranche zu gewährleisten. Patente auf konventionell gezüchtete Sorten schränken die Vielfalt und damit die Zukunftsfähigkeit aller zu Gunsten einzelner Patentinhaber ein. Dies führt letztlich zur Monopolisierung und dem Wegfall von Vielfalt und mittelständischen Braustrukturen.“

Erst 2017 setzte das Europäische Patentamt Pflanzen aus Zufallsmutagenese jenen, die mit Hilfe gentechnischer Verfahren verändert werden, ausdrücklich gleich. Damit können jetzt selbst Sorten, die ohne Einsatz gentechnischer Methoden gezüchtet wurden, von Patenten betroffen sein. Schon bei der Anmeldung entfalten Patente wegen möglicher Kosten und rechtlichen Unsicherheiten eine abschreckende Wirkung auf andere Züchter. Das kann dazu führen, dass bestimmte neue Sorten gar nicht mehr entwickelt werden.

„Das Europäische Patentamt verstößt mit seiner Entscheidung gegen die Absicht des europäischen Gesetzgebers, nur Patente auf gentechnisch veränderte Pflanzen zuzulassen. Die Europäische Kommission muss jetzt klarstellen, dass zufällig hervorgerufene Mutationen keine Erfindung sind. Erfolgt diese Klarstellung nicht, werden viele Firmen versuchen, den Patentschutz über die Neue Gentechnik auch auf die konventionelle Züchtung auszuweiten“, sagt Christoph Then vom Netzwerk Keine Patente auf Saatgut!.

In Brüssel werden derzeit ein neues EU-Saatgutrecht, die Patentierung von Saatgut und die künftige Regulierung der Neuen Gentechnik diskutiert. ARCHE NOAH fordert gemeinsam mit Keine Patente auf Saatgut! und den beteiligten Brauereien, dass die klassische Pflanzenzucht von der Patentierbarkeit ausgenommen wird. Eine entsprechende Klarstellung ist im österreichischen Patentgesetz bereits in Kraft und kann als Vorlage für Brüssel dienen.

„Die fragwürdige Auslegung des Patentrechts durch das Europäische Patentamt widerspricht dem politischen Konsens in Europa. Konventionell gezüchtete Pflanzen sind bei einer korrekten Anwendung des Gesetzes nicht patentierbar. Daher ist die Politik gefordert, klare Regeln zu schaffen. Nur so können in den nächsten Jahren Hunderte neue Patente auf Pflanzen verhindert werden“, sagt Dagmar Urban von ARCHE NOAH, der österreichischen Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt und ihre Entwicklung.