Schlagwort-Archiv: Helles

Loncium – Classic

Nun steht ein handwerklich gebrautes Biobier aus Österreich vor mir. Da das Etikett nicht allzu viel hergibt bin ich zunächst einmal auf die Website der Brauerei gegangen, um zu versuchen, noch weitere Informationen zu erhalten. Leider wird dieses Bier dort nicht erwähnt. Ich gehe daher davon aus, dass dieses Bier nicht mehr gebraut wird.

Intensiv goldgelb zeigt sich das Bier im Glas, darüber gemischtporiger weißer Schaum und ich sehe, dass das Bier recht wenig Kohlensäure enthält.

Das Aroma ist getreidig-teigig und leicht bitter.

Der Antrunk enthält wenig Süße, es handelt sich also offensichtlich um ein recht trockenes Bier. Der Körper ist ziemlich bitter und zeigt eine leichte Säure. Trotzdem ist das Bier einigermaßen süffig. Der Abgang ist bitter und der Geschmack bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Insgesamt macht das Bier auf mich einen etwas unausgeglichenen Eindruck. Um es zu mögen muss der Konsument auf recht bittere Biere stehen. Allerdings habe ich das Bier auch nicht wie von der Brauerei empfohlen bei 7° C getrunken, sondern bei Zimmertemperatur, da bei dieser Temperatur die Aromen und Geschmäcker der Biere besser zur Geltung kommen. Könnte ich das Bier noch einmal nachkaufen, würde ich den Test noch einmal mit gekühltem Bier wiederholen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Biermanufaktur Loncium GmbH
9640 Kötschbach-Mauthen 60
Österreich
http://www.loncium.at

Hasen – Hell

Nun habe ich mal wieder ein bayerisches Bier vor mir stehen, das Hasen hell aus Augsburg. Da der nördliche Teil von Bayern für seine Vielfalt handwerklich hergestellter Biere bekannt ist, habe ich recht hohe Erwartungen an dieses Bier.

Goldgelb, klar und mit relativ wenig Kohlensäure sehe ich das Bier im Glas, darüber eine durchschnittliche Menge reinweißer Schaum, gemischtporig und mit durchschnittlicher Haltbarkeit.

Das Aroma wird durch das Malz bestimmt, es ist teigig und frisch. Fehler kann ich hier nicht erkennen.

Der Antrunk ist leicht süß und intensiv. Unmittelbar danach breitet sich der vorwiegend bittere Geschmack des Bieres auf der Zunge aus, fast wird die Bitterkeit zu stark, aber die reichlich vorhandene Kohlensäure bietet einen angenehmen Gegensatz zu den Bitterstoffen. Auch der Abgang wird durch einen angenehmen bitteren Geschmack geprägt, der auch lange erhalten bleibt.

Zum wirklichen Genussbier, das in Ruhe zu Hause getrunken und genossen wird, fehlt diesem Vollbier noch einiges. Aber wenn Sie ein gutes Bier gesellig in der Gaststätte trinken wollen, sind Sie mit dem Hasen hell gut beraten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Hasen-Bräu Brauereibetriebsgesellschaft mbH
86179 Augsburg
http://www.hasen-braeu.de

Eulchen – Helles

Bei meinem letzten Besuch in Mainz ließ ich es mir selbstverständlich nicht nehmen, die vier Biere der jungen Brauerei Eulchen mitzunehmen. In der Nähe des betreibt das Unternehmen einen Kiosk, der, wenn ich mich richtig erinnere, hauptsächlich die Eulchen-Biere verkauft. Ich finde, das ist eine witzige Idee, auch wenn ich mich wundere, dass das sich wirtschaftlich rechnet. Auf der Website von Eulchen finden sich aber auch einige Bilder, die zeigen, dass dort im Sommer richtig was los ist.

Bleibt noch die Frage, wie es zu dem Namen der Brauerei gekommen ist. Auch hier gibt die Website Aufklärung: „Tiere waren früher beliebte Namensgeber für Brauereien. Wir haben die stolze Eule als Namensgeber und Wappentier gewählt. Ein nachtaktives Tier, welches hervorragend zu unserem hochwertigen Bier passt, welches auch nachts verzehrt werden soll. Aufgrund unserer gewählten 0,33 Liter Flaschen und des wohlklingenden Wortes, ist es das Diminutiv Eulchen geworden.“ Nachdem das auch geklärt ist, können wir endlich zum Bier kommen.

Sonnengelb präsentiert sich das Bier im Glas und macht damit seinem Bierstil schon mal alle Ehre. Außerdem enthält das Bier viel sehr feinperlige Kohlensäure. Die Schaumkrone ist durchschnittlich groß, aber sie fällt leider sehr schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche Karamell, unterstützt durch den Duft von Orangenschale und einigen Kräutern.

Der Antrunk ist mäßig süß und spritzig. Schnell kommt ein ordentliches Bitter dazu. Irgendwie scheint mir der Geschmack nicht wirklich rund, eventuell fehlt etwas Fruchtigkeit. Der Abgang ist dann recht mild, aber er klingt trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hersbrucker, Saazer), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,9° Plato

Brauerei:

Eulchen GmbH
Hindenburgstr. 7
55118 Mainz
www.eulchen-bier.de

Original Sternla – Helles

Ich weiß nicht, was ich von diesem Etikett halten soll. Ein Pin Up-Girl (vermutlich aus der Nachkriegszeit) reitet wie Baron Münchhausen (die bekannteste Verfilmung dieses Stoffs mit Hans Albers in der Hauptrolle stammt aus dem Jahr 1943) auf einem sechszackigen Stern. Irgendwie erscheint mir das Motiv zu alt für jeglichen Anflug von Modernität, es ist aber nicht alt genug um nostalgisch zu wirken. Mir macht es einfach nur einen altbackenen Eindruck. Dass der Bierstern abgebildet wird passt ja noch zum Inhalt. Aber wofür bloß das Pin Up? Na ja, zumindest erhöht es den Wiedererkennungswert der Flasche im Regal. Welcher dieser beiden Eindrücke nun richtig ist oder ob ich vollkommen daneben liege sollen andere entscheiden.

Einen gewissen Unterhaltungswert können wir durchaus dem Namen dieses Bieres zuschreiben oder vielmehr der Diskussion in Franken, ob die Schreibweise überhaupr mit den fränkischen Schreibregeln konform ist. Das Würzburg Wiki schreibt dazu: „Namensgeber ist das Firmenlogo, der Stern in seiner (mittel- und oberfränkischen) Verkleinerungsform. Diskutiert wurde im Vorfeld der Name, da mainfränkisch eigentlich Sternle richtig wäre. Die konzeptionelle Ausrichtung jedoch über das Gebiet Unterfranken hinaus und die Reminiszenz an den Brauereieigentümer in Kulmbach hat dann dem oberostfränkischen Dialekt den Vorzug gegeben. Seit Ende der 1990er Jahre existiert jedoch bereits ein „Sternla“ genanntes Lagerbier, das in Bambergs ältestem Wirtshaus Sternla ausgeschenkt wird.“ An anderer Stelle habe ich als mögliche richtige Schreibweise auch „Sternli“ gefunden. Es ist schon merkwürdig, mit was für Problemen die Menschen sich aufhalten.

Für das Sternla zeichnet die Sternla GmbH verantwortlich, eine hundertprozentige Tochter der Würzburger Hofbräu GmbH, die ihrerseits wiederum zur Kulmbacher Brauerei AG gehört. In Kulmbach wird das Sternla auch gebraut, da die dortige Abfüllanlage für die Arbeit mit den Euroflaschen geeignet ist. Wichtiger soll mir aber der Inhalt der Flaschen sein. Wenden wir uns also dem Bier zu.

Die Optik macht der fränkischen Bierkultur schon mal alle Ehre. Hell goldgelb ist das Bier mit einer sehr stabilen weißen Schaumkrone, die uns auch lange erhalten bleibt. Dazu sehe ich recht viel Kohlensäure.

Das Aroma ist etwas schwach. Das Bier duftet leicht nach Karamell. Hofenaromen kann ich nicht wahrnehmen, was mich bei der Beschreibung auf dem Rückenetikett auch nicht wirklich überrascht. Dort steht, dass es sich um ein „extra mildes Bier“ handelt.

Der Antrunk bringt eine subtile Süße hervor, die gut zur feinperligen Kohlensäure passt. Aber dann lässt das Bier deutlich nach. Auf der Zunge kann das Bier nicht überzeugen. Ich schmecke eine leichte Malzsüße, die das Bier alleine nicht retten kann. Säure ist nicht zu schmecken und auch die Bitterstoffe kommen erst in der Kehle leicht zum Vorschein. Als Ausgleich klingen sie dann auch nicht nach.

Eigentlich bin ich ja ein Liebhaber der Biere aus Franken, aber vom Original Sternla (nicht zu verwechseln mit dem Sternla aus Bamberg) bin ich wirklich enttäuscht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,3° Plato

Brauerei:

Sternla Bier GmbH
Höchberger Str. 28
97082 Würzburg
www.sternlaschmeckt.de

Flensburger – Blonde

Früher gab es aus der nördlichsten Brauerei Deutschlands nur das Pilsener. Inzwischen brauen die Flensburger auch einige andere Biere. Eines dieser relativ neuen Biere steht jetzt vor mir. Die Brauerei beschreibt das Blonde wie folgt:

„Nach dem Vorbild belgischer Abteibiere und dennoch gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot erreicht den Genießer mit dieser goldgelben, eher milden Bierspezialität ein rundum ausbalanciertes Geschmackserlebnis.

Gebraut mit der für den Bierstil charakteristischen obergärigen Spezialhefe aus Belgien sowie insgesamt drei erlesenen Gerstenmalzen und hellem Weizenmalz. Das Zusammenspiel von fruchtig-würzigen Hefe- und sanften Malzaromen wird harmonisch ergänzt durch die unaufdringlich bittere Note des slowenischen Aromahopfens »Styrian Golding Celeia«. Ein Meisterwerk Flensburger Braukunst.

Passt gut zu …

Das leckere BLONDE lässt sich sehr gut zu einem feinen Essen mit leichten Speisen kombinieren, oder – als krönender Abschluss – auch hervorragend mit fruchtigen Desserts. Unser Geheimtipp: Probieren Sie es auch einmal zu herzhaftem (Weich-)Käse!

Unser BLONDE eignet sich zudem hervorragend als „Einsteiger“ für besondere Genussmomente, zu denen Sie Freunde mit Ihrem gutem Biergeschmack überraschen und gekonnt in die Welt der Bierspezialitäten einführen können.“ Soweit die Brauerei.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Flensburger Blonde im Glas. Darüber bildet sich eine voluminöse Krone aus weißem gemischtporigem Schaum, die recht lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier also schon mal nicht schlecht.

Das Aroma wird durch Karamelldüfte geprägt, unterstützt durch Zitrone und Holzaroma. Dazu kommt noch eine blumige Note.

Der Antrunk ist nur leicht süß und zeigt, dass das Bier nur recht wenig der sehr feinperligen Kohlensäure hat. Ich würde mir da etwas mehr wünschen. Dann gesellt sich eine angenehme Fruchtigkeit dazu, gepaart mit einem leichten Bitter. Das Bier macht einen recht ausgewogenen Eindruck. Der Abgang ist leicht bitter und er klingt nur kurz nach.

Das Bier gefällt mir recht gut, aber bei der Dosierung des Hopfens hat die Brauerei wohl der Mut verlassen. Das Original aus Belgien hat doch mehr Charakter. Das Flensburger Blonde ist mir persönlich etwas zu sehr auf den Massengeschmack getrimmt. Im Prinzip gesteht die Brauerei das auch zu, wenn sie schreibt, dass dieses Bier als Einstieg in die Welt der Brauspezialitäten dienen soll.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Styrian Golding Celeia), Hefe

Alkoholgehalt:

6,1 %

Stammwürze:

13,8° Plato

Brauerei:

Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG
Munketoft 12
24937 Flensburg
www.flens.de

BierSelect

Hessisches Löwen-Bier Hell

Die Brauerei Hütt aus dem nordhessischen Baunatal, von der das Hessische Löwen-Bier stammt, verspricht von diesem Bier viel: „In unserer kleinen Familienbrauerei finden Sie schon immer ursprüngliches Brauhandwerk. Wir sind wählerisch bei den Zutaten und kreativ bei der Verarbeitung. So entstand unser Hessisches Löwen-Bier „Hell“ – eine handwerklich gebraute, süffige Bierspezialität. Frische Hopfen- und aromatische Malznoten vereinen sich zu einem harmonischen Geschmackserlebnis mit eigenständigem und mildem Charakter.

Die Grundlage unseres Handwerks bilden natürliche Rohstoffe – geliefert von Landwirten, die ihre Leidenschaft für gute Produkte mit uns teilen. Wir kennen die besonderen Eigenheiten unserer Zutaten und lieben ihre Ecken und Kanten, denn diese machen den unverkennbaren Charakter unserer Biere aus. Und weil eine lebendige Bierseele für uns wichtiger ist als das Perfekte und immer Gleiche, sollen Sie diese Besonderheiten am Ende auch sehen, riechen und schmecken können.“ Diese Beschreibung würde auch auf ein Craft Beer passen. Mal sehen, ob das Bier, das ausschließlich über Edeka vertrieben wird, dieser Beschreibung entspricht.

In hellem Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich recht wenig gemischtporiger Schaum, der sich sofort wieder auflöst.

Das Bier duftet diskret nach Biskuit, unterstützt von einer leichten fruchtigen Säure.

Der Antrunk ist eher süßlich, aber durch eine ordentliche Menge Kohlensäure ist der erste Eindruck frisch. Auf der Zunge ist das Löwen-Bier schlank mit einer leichten Säure und einem Hauch Würzigkeit. Der Abgang ist sehr mild mit sehr kurzem Nachklang.

Es ist nichts Falsches an diesem Bier, aber es wirkt auf mich recht dünn, so dass es kein wirklicher Genuss ist. Zur Ehrenrettung der Brauerei sei aber noch erwähnt, dass sie in Kassel ein Brauhaus betreibt. Dort war ich mit meiner Frau einige Male zum Essen und ich muss sagen, dass mir die Speisen dort deutlich besser gefallen haben als dieses Bier.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Opal)

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,2° Plato

Brauerei:

Hütt-Brauerei Bettenhäuser GmbH & Co. KG
34225 Baunatal
www.hessisches-loewenbier.de

Welde Citra Helles

Die Braumanufaktur Welde wurde 1752 gegründet und braut seitdem handwerklich die traditionellen Bierstile. 2015 braute Welde erstmals zwei Craft-Biere, die Badische Gose und den Bourbon Barrel Bock. Jetzt hat die Brauerei drei weitere Craft-Biere herausgebracht, das Citra Helles, ein Pale Ale und ein IPA. Diese drei Biere hat mir Welde zugeschickt. Vielen Dank dafür. Jetzt steht das Citra Helles vor mir und wartet darauf, von mir verkostet zu werden.

Das Helle ist ein traditioneller Bierstil, meist aus dem Süden Deutschlands oder aus Österreich. Es handelt sich um ein untergäriges und malzig-süßes Bier mit strohgelber bis goldener Farbe. In der Regel ist es sehr gut trinkbar, aber nur mäßig spannend. Das neue Bier trägt aber die hauptsächlich verwendete Hopfensorte im Namen, die der Hopfenhändler „Hopfen der Welt“ wie folgt beschreibt: „Der Obstsalat unter den Hopfen! Neben Limette und Grapefruit ist noch ein ganzer Obstkorb tropischer Früchte im Aroma dabei.“ Die Kreation aus Plankstadt verspricht also, durchaus interessant zu werden.

Hell goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist etwas größer als der Durchschnitt und sie bleibt auch lange erhalten. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Düfte nach Grapefruit und Ananas, unterstützt durch das Aroma von Waldhonig, steigen mir in die Nase. Aus dem Hintergrund kommen noch weitere Fruchtaromen zum Vorschein. Es könnte Maracuja dabei sein, aber diese Aromen sind so diskret, dass ich mir nicht sicher bin.

Der Antrunk ist mit seiner fruchtigen Süße und viel feinperliger Kohlensäure frisch und spritzig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Dazu kommt ein ordentliches Bitter, wobei die Drinkability gut erhalten bleibt. Ein freundliches Bitter dominiert auch den langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Select, Yellow Sub), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,4° Plato

Bittereinheiten:

16 IBU

Brauerei:

Weldebräu GmbH & Co. KG
Brauereistr. 1
68723 Plankstadt-Schwetzingen
www.welde.de

BierSelect

Nesselwanger – Hell

Die Post-Brauerei aus Nesselwang im Allgäu braut zwei Produktlinien – einmal das Craft Beer unter dem Namen Braukatz und auch einige traditionelle Biere. Auch aus letzterer Linie hat mir die Brauerei einige Flaschen geschickt und jetzt steht das Nesselwanger Hell vor mir. Auch wenn dieses Bier von den Brauern nicht als Craft Beer vermarktet wird, Wer einmal ein richtig gutes Bier gebraut hat (die Biere aus der Braukatz-Reihe haben mir bislang alle wirklich gut geschmeckt), wird nicht zwischendurch ein austauschbares Bier herstellen. Ein Blick auf die Zutatenliste bringt einen Hinweis, dass diese Erwartung nicht unbegründet ist, denn dort zeigt sich, dass die kleine Brauerei im Allgäu auch hier nur mit Hopfen gearbeitet hat, nicht mit Extrakten.

Golden und klar ist das Nesselwanger Helle. Das Bier enthält viel sichtbare Kohlensäure, die für eine durchschnittliche feinporige Schaumkrone sorgt, die lange erhalten bleibt. Bei der Optik haben die Brauer aus dem Allgäu schon mal keine Fehler gemacht.

Das Aroma ist durch das Malz geprägt, aber auch einige ordentliche würzige Noten spielen hier mit, die ich jedoch nicht näher identifizieren kann.

Der Antrunk ist leicht süß und frisch. Schnell kommt ein freundliches Bitter dazu, das gut auf die Menge des noch vorhandenen Malzzuckers abgestimmt ist. Auch der Abgang ist stiltypisch wenig bitter, aber mit recht langem Nachklang.

Das Nesselwanger Hell beweist, dass es möglich ist, ohne Extravaganzen ein sauberes und elegantes Bier zu brauen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Stammwürze:

11,3° Plato

Bittereinheiten:

12 IBU

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
www.brau-manufactur-allgaeu.de

Hohenthanner – Tannen Hell

Hohenthann ist eine Gemeinde im bayerischen Landkreis Landshut. Dort residiert seit dem Jahr 1864 die Schlossbrauerei. Die Brauerei wirbt damit, dass sie in Privatbesitz und absolut unabhängig ist. Außerdem arbeitet sie handwerklich und verwendet regionale Produkte. Der Hopfen stammt aus der Hallertau und auch das Getreide kommt aus Bayer. Dort wird auch das Tannen Hell gebraut, das jetzt vor mir steht. Es wurde 2013 Europameister in der Kategorie „German Style Helles Lager“ beim European Beer Star Award mit einer Goldmedaille ausgezeichnet, daher erwarte ich von diesem Bier eine hohe Qualität.

Goldgelb und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas, zusammen mit einer recht aktiven Kohlensäure. Es bildet sich eine durchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die auch durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet frisch nach Malz und das Aroma verrät schon mal die dezente Hopfung, die sich in blumigen Noten bemerkbar macht. Ja, so stelle ich mir ein gutes Helles vor.

Frisch und mäßig süß ist der erste Eindruck auf der Zunge. Ups, ist das Bier schlank. Aber dann kommt noch etwas Säure dazu, die dem Bier eine leichte Fruchtigkeit nach hellen Früchten verleiht. Jetzt wirkt das Bier vollmundig und rund. Der Abgang ist dank der zurückhaltenden Hopfung leicht und dank der Malze durchaus vollmundig.

Insgesamt ein recht leckeres Helles, das sich fast jedem bayerischen Essen anpasst.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Tettnanger)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Hösl – Urstoff

Nun steht nach längerer Zeit mal wieder ein Bier aus Bayern vor mir, genauer gesagt aus Mitterteich in der Oberpfalz. Dort hat die Privatbrauerei Hösl ihren Sitz, die dieses Bier mit Namen Urstoff gebraut hat.

Schon die Optik ist wie gemalt. Goldgelb ist der Urstoff, darüber eine durchschnittliche Menge cremiger weißer Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Dazu enthält das Bier recht viel feinperlige Kohlensäure.

Das Aroma ist betäubend. Bereits beim Einschenken steigt mir der intensive blumige Duft in die Nase. Die Brauerei hat ganz offensichtlich nicht nur reichlich Hopfen verwendet, sondern auch eine wirklich gute Sorte ausgesucht. Das Bier gefällt mir immer besser.

Der Antrunk zeigt, dass das Bier nur wenig unvergorenen Malzzucker enthält. Daher ist das Bier nur wenig süß. Der Körper ist kräftig und zeigt, dass das Bier viele Bitterstoffe enthält. Jetzt fehlt mir etwas die Süße, die das Bier noch ausgewogener machen würde. Auch der Abgang zeigt viele Bitterstoffe und der Geschmack bleibt einige Zeit erhalten.

Dies ist ein wirklich gutes Bier für die Liebhaber herber Biere. Mir persönlich ist das Bier zu bitter und der Geschmack des Malzes kommt dadurch nicht richtig durch. Zu einer typisch bayerischen Brotzeit wäre das Bier aber genau das Richtige.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Hösl
95666 Mitterteich
www.hoeslbraeu.de