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26. September – 1. Oktober: Münster: Bier im Quartier

Das Schöne am Craft Beer ist die Vielfalt. Diese Vielfalt ist aber gleichzeitig das größte Problem. Da geht man in eine Craft Beer Bar und muss sich zwischen vielen verschiedenen Bieren entscheiden. Welches Bier soll ich nehmen? Eine große Hilfe bei der Entscheidungsfindung sind Craft Beer Events. Dort lassen sich nicht nur viele verschiedene Biere verkosten, sondern die Brauer sind vor Ort und können einiges zu den Bieren erzählen. So lassen sich Kontakte knüpfen und so mancher hat dort sein neues Lieblingsbier gefunden.

Ein ganz besonderes Event findet in dieser Woche in Münster statt. Es dauert nicht nur wie üblich ein, zwei oder drei Tage, sondern gleich eine ganze Woche. Eine weitere Besonderheit von „Bier im Quartier“ ist, dass nicht an einem Platz einige Stände aufgebaut sind, sondern die Veranstaltung, die eigentlich aus elf Events besteht, findet an täglich wechselnden Locations statt, die über ganz Münster verteilt sind. So lässt sich nicht nur viel Bier kennenlernen, sondern so ganz nebenbei erleben die Besucher auch ganz Münster. Wenn das mal kein Grund ist, eine Reise nach Münster zu unternehmen.

  • Der Auftakt war bereits gestern im Läuterwerk. Dort wurde um 17:00 Uhr ein Bier begonnen zu brauen, das die Gäste per Facebook bestimmt haben. Wenn das Bier in einigen Wochen fertig ist, lohnt es sich sicher auch, die Party zu besuchen, die aus diesem Anlass ausgerichtet wird.
  • Ebenfalls gestern, allerdings erst um 20:00 Uhr, begann bereits das zweite Event in der Musikkneipe Buddenturm. Dort fand die fränkische Bierreise statt, bei der es, wie bei diesem Namen zu erwarten war, fränkische Bierspezialitäten gab.
  • Heute befindet sich bereits seit 17:00 ein Brauer in der Flaschenmeisterei. Welcher Brauer es ist und aus welcher Brauerei er kommt, wurde im Vorfeld leider nicht verraten, lediglich, dass es an diesem Abend Biere dieser Brauerei gibt.
  • Nun kommen wir aus der Vergangenheit in die Gegenwart bzw. in die direkte Zukunft. Heute um 20:00 gibt es in der Mole Craft Beer satt. Dieser Genuss wird leider aber durch die Übertragung des Fußballspiels des BVB gegen Madrid getrübt. Aber eventuell gibt es unter den Lesern ja auch Freunde des runden Leders, die im Gegensatz zu mir dieses doppelte Angebot zu schätzen wissen.
  • Am morgigen Mittwoch geht es bei Getränkefeinkost Münster in der Steinfurter Str. 9 weiter. Ab 17:00 gibt es dort Biere zu verkosten. Das Besondere ist, dass nicht verraten wird, um welches Bier es sich handelt. Ob der beste Biertester etwas gewinnt ist mir nicht bekannt. Bei dieser Herausforderung wäre ein kleiner Preis für den Sieger aber sicher angemessen.
  • Bei Location #6 gibt es etwas zu gewinnen – vermutlich aber nichts stoffliches, sondern Erfahrung und Wissen. Und das ist doch sicher mehr wert als der eine oder andere Flaschenöffner. Auf jeden Fall findet am 28. September ab 20:00 Uhr in der Finne Brauerei in der Kerßenbrockstr. 8 das Bier PubQuiz statt. Was ist im Glas? Single Hop, Witbier oder Oak Aged? Gespielt wird in Fünfergruppen. Da die Plätze beschränkt sind, ist eine vorherige Anmeldung unter info@finne-brauerei.de erforderlich.
  • Am 29. 9. wird es bei James in der Hörsterstr. 27 so richtig englisch. OK, das ist dort nichts Besonderes, aber an diesem Tag kommen ab 17:00 Uhr alle Biere aus der Grafschaft Yorckshire. Das ist dann doch bemerkenswert.
  • Ebenfalls am Donnerstag, allerdings erst von 17:30 Uhr bis 21:30 findet im Lilies am Fischmarkt ein Bier&Foodparing statt. Es gibt ein richtiges Biermenü mit der dazu passenden Bierbegleitung.
  • Kommen wir zur neunten Location. Am 30. September gibt es im Kiosk von Aziz in der Neubrückenstr. 25 nicht nur alles, was Sie in einem Kiosk erwarten, sondern auch Livemusik. Da der Kiosk nicht allzu groß ist, wird dort sicher die Luft brennen. Außerdem wird der Brauer der Gruthaus-Brauerei dort sein.
  • Nun wird es zweistellig und die Location 10 ist das LWL Museum für Kunst und Kultur. Dort finden Sie das Lux, wo es am 30. 9. Ab 20:00 Biercocktails zu trinken gibt. Ein Besuch lohnt sich sicher.

24. September 2016: Craft Beer Festival auf Sylt

Ob Groß- oder Kleinstadt – überall finden Bierfeste und Craft Beer-Tests statt. Da kann selbstverständlich auch Deutschlands Promi-Insel Sylt nicht zurückstehen. So findet am kommenden Samstag im Alten Kursaal von 14:00 bis 21:00 Uhr das erste Craft Beer Festival statt. Dort bekommt jeder Besucher am Eingang gegen ein Pfand von 5 Euro ein Glas, das er bei den elf teilnehmenden Brauereien für einen Euro mit 0,1 Liter Craft Beer auffüllen lassen kann. Ich meine, das ist ein wirklich fairer Preis.

Die folgenden Brauereien nehmen an der Veranstaltung teil:

  • And Union – Modernist Bavarian Craft Beer
  • Crew Republic – Ale Werkstatt
  • BRLO Craft Beer
  • Braufaktum – Internationale Brau-Manufaktur
  • Maisel & friends – Biere mit starkem Charakter
  • Kehrwieder Kreativbrauerei
  • Craft Werk Brewing
  • Carlsberg Craft Beers
  • Berliner Berg Brauerei
  • Störtebecker Braumanufaktur.

24. – 25. September 2016: Hopfen und Malz in Minden

An diesem Wochenende ist es so weit – auch das ostwestfälische Minden bekommt ihr Bierfest, ausgerichtet von der Werbegemeinschaft Minden. Dafür wird der Marktplatz komplett mit Bierzeltgarnituren und Stehtischen versehen, es wird Livemusik geben, zwischendurch zeigt ein junger DJ sein Können. Selbstverständlich ist auch an die „Kleinen“ gedacht- sie können sich auf dem Kleinen Domhof mit Hüpfburg & Co. vergnügen-, ebenso ist für das leibliche Wohl aller Besucher gesorgt. Starke Männer und Frauen können sich im „Bierkrug-Stemmen“ messen, das professionell moderiert wird.

Welche Brauereien auf dem Marktplatz vertreten sein werden – darüber schweigt sich die Werbegemeinschaft leider aus. Aber es gibt in Ostwestfalen und Umgebung etliche kleine Brauereien, die wirklich gute Biere herstellen, so dass es sich sicher lohnen kann, am Wochenende einmal Minden zu besuchen.

Die Brauer feiern Silvester

In diesem Jahr hat die Brauereibranche das 500jährige Bestehen des Reinheitsgebots gefeiert. Aber das war in früheren Jahren nicht die einzige Vorschrift für Brauer. Am 30. September endet nach altem Brauch das Brauwirtschaftsjahr. Einige baden-württembergische Brauereien arbeiten noch heute nach ihm und schließen ihr Geschäftsjahr nicht wie üblich zum 31. Dezember, sondern zum 30. September ab. Aus diesem Grund feiern Brauer und Wirte in diesen Tagen wieder das Brausilvester.

Der Ursprung des Braujahres und die damit verbundene Abweichung zu unserem heute verwendeten Kalenderjahr stammt bereits aus dem Mittelalter. Damals bedeuteten die warmen Sommermonate für die Brauer etwas, das heute unbegreiflich wäre: ein Herstellungsverbot für Bier. „Als es noch keine Geräte zur Kühlung gab, durfte ausschließlich in den kalten Monaten des Jahres, von Michaeli, also vom 29. September bis Georgi am 23. April, gebraut werden.“ erklärt der Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Brauerbundes, Hans-Walter Janitz. Im restlichen Jahr hätten die hohen Temperaturen dem wärmeempfindlichen Bier zu stark zugesetzt. „Damit die Brauer ihren goldenen Hopfentrunk auch im Sommer anbieten konnten, wurden die letzten Biere mit einer höheren Stammwürze- und höherem Alkoholgehalt eingebraut. So hielten sie länger und stellten die Bierversorgung für die warmen Monate sicher“, so Janitz. Im Oktober konnte dann, dank den frisch geernteten Rohstoffen Hopfen und Malz, wieder mit dem Bierbrauen begonnen werden.

Das sommerliche Brauverbot wurde im 19. Jahrhundert mit der Erfindung der Kältemaschine und die damit funktionierende Kühlung der Biere aufgehoben. Was jedoch als Andenken an die vergangene Zeit geblieben ist, sind die Feierlichkeiten zum Start in das neue Braujahr. Das Brausilvester hat sich im Lauf der Jahrhunderte zum liebgewonnen Erntedank-Brauchtum entwickelt. Zudem möchten die Brauer den Bierfreunden heute mit dem bierigen Freudenfest die Naturnähe und Naturabhängigkeit des Produktes von den Rohstoffen bewusstmachen.

10. – 11. September 2016: Craft Beer Festival Zürich

Nachdem das Craft Beer Festival im letzten Jahr ein voller Erfolg war, gibt es in diesem Jahr eine Neuauflage dieses Events. Es findet am 10. und 11. September rund um die Wirtschaft Ziegelhütte in Zürich statt. Hier haben Sie die Möglichkeit, die neue Vielfalt der Biere zu erleben und sich direkt mi den Brauern auszutauschen. Und es sind einige Brauer da, genauer gesagt werden 17 Brauereien aus der Schweiz und aus Dänemark vor Ort sein.

Im Einzelnen können Sie sich auf Kontakte mit den folgenden Brauereien freuen:

  • 7Peaks (Morgins)
  • Brauerei Adler (Schwanden)
  • BFM (Saignelégier)
  • Bier Factory (Rapperswil)
  • Bier Paul (Villmergen)
  • Blackwell Brewery (Burgdorf)
  • Braubar (Zollikofen)
  • Brüll! Bier (Tagelswangen)
  • Degenbier (Trimbach)
  • Docteur Gabs (Savigny)
  • Doppelleu (Winterthur)
  • La Nébuleuse (Renens)
  • Mikkeller (Kopenhagen)
  • Officina Della Birra (Bioggio)
  • Storm & Anchor (Winterthur)
  • Sudwerk (Pfäffikon)
  • Trois Dames (Sainte-Croix)
  • Turbinenbräu (Zürich)

Zusätzlich wird noch Intercomestibles auf dem Gelände einen Bottleshop öffnen, damit Sie die Biere, die Ihnen ganz besonders gut gefallen haben, mit nach Hause nehmen und dort noch einmal verkosten können.

Alleine schon durch die Gespräche mit den Brauern dürfte eigentlich keine Langeweile aufkommen. Aber die Veranstalter haben an noch mehr gedacht. So werden insgesamt sieben Bands das Publikum unterhalten.

Nicht nur das Bier wird an diesem Wochenende etwas Besonderes sein, sondern auch das Essen dürfte aus dem langweiligen Einheitsfraß von Bratwurst und Nackensteak herausstechen. Das Team der Ziegelhütte hat ein schottisches Hochlandrind sowie einige Schweine gekauft, selbstverständlich alles aus der Region und in Bio-Qualität. Diese Tiere werden vollständig verwertet, von Kopf bis Schwanz, nicht ausschließlich die vermeintlich hochwertigen Teile. Was genau aus den Tieren gemacht wird, wird an dieser Stelle nicht verraten, da müssen Sie schon selbst nachschauen.

Alt vs. Kölsch – eine Glaubensfrage wissenschaftlich untersucht

Waren Sie schon einmal im Rheinland? Dann haben Sie sicher auch festgestellt, dass dieser Landstrich zweigespalten ist. In der Gegend um Köln wird Kölsch getrunken, während es in Düsseldorf fast ausschließlich Altbier zu trinken gibt. Beide Parteien verteidigen ihr jeweiliges Bier mit nahezu religiösem Eifer und weigern sich standhaft, das Bier der jeweils anderen Partei zu akzeptieren. Sie glauben das nicht? Dann gehen Sie doch einfach mal in Köln in eine Kneipe und bestellen Sie ein Alt. Über die Reaktion des Wirts gibt es bereits ausreichend viele Anekdoten, so dass ich mir hier erspare, eine Schilderung zum Besten zu geben.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Düsseldorf wollte es nun genau wissen und hat mit je 50 Düsseldorfern und Kölnern zwischen 35 und 65 Jahren eine Studie durchgeführt.

In einem ersten Blindtest sollten die Probanden den Geschmack von Kölsch und Alt bewerten. Merkmale waren „schmeckt mir“, „schmeckt frisch“, „schmeckt mild“ und „schmeckt würzig“. Die Ergebnisse waren nahezu identisch, unabhängig davon, ob es sich um Probanden aus Düsseldorf oder Köln handelte und auch, ob es sich um Kölsch oder Alt handelte.

Dann wollte die Hochschule wissen, ob die Probanden im Blindtest überhaupt zwischen Kölsch und Alt unterscheiden konnten. Zu 55 % waren die Antworten richtig, was allerdings im Bereich der statistischen Streuung liegt. Eine objektive Unterscheidung zwischen diesen beiden Bierstilen scheint für den durchschnittlichen Konsumenten also nicht möglich zu sein.

Anders sah es aus, als die Biere anschließend offen verkostet wurden. Jetzt stimmten 78 % der Probanden für das jeweilige Heimatbier.

Offensichtlich ist die Entscheidung zwischen Altbier und Kölsch wohl eher eine Frage des Marketings als eine Geschmacksfrage. Eigentlich lässt die Studie nur eine Frage offen: Wäre das gleiche Ergebnis erzielt worden, wenn nicht Früh-Kölsch und Schlüssel Alt ausgewählt worden wären, sondern Biere aus kleinen (Haus)-Brauereien, die meist mehr Charakter haben?

Und dann frage ich mich noch, ob die Universität in Köln zum gleichen Ergebnis gekommen wäre.

Die vollständige Studie finden Sie unter http://fhdd.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2016/974/pdf/HSD_FBW_Ausgabe34.pdf.

Was kostet das Bier im Stadion?

Dass es nicht ganz billig ist, ins Stadion zu gehen, dürfte wohl jedem klar sein. Eigentlich kommt es da auch nicht mehr auf den Preis für das Bier in der Pause an. Trotzdem hat Radio Bremen einmal nachgefragt, wie viel das Pausenbier denn wohl so kostet. Radio Bremen hat sich einmal die Mühe gemacht nachzufragen und ist zu folgendem Ergebnis gekommen:

Verein Biermarke Bier Bier alk.frei Softdrink
SV Darmstadt 98 Pfungstädter 5,00 5,00 5,00
SV Werder Bremen Haake Beck/ Becks 4,30 4,30 4,00
Eintracht Frankfurt  Krombacher 4,30 4,30 4,30
FC Augsburg Riegele 4,20 4,20 4,20
FC Bayern München Paulaner 4,20 4,20 4,10
Hamburger SV König Pilsener 4,20 4,20 4,20
Hertha BSC  Warsteiner 4,20*
TSG 1899 Hoffenheim Bitburger 4,13 4,13 4,00
Bayer 04 Leverkusen Gaffel/Bitburger 4,00 4,00 3,80
VfL Wolfsburg Veltins 4,00 4,39 3,80
FC Ingolstadt 04 Herrnbräu 4,00 4,00 3,80
Borussia Mönchengladbach Bitburger 4,00 4,00 4,00
1. FC Köln  Gaffel/Bitburger 4,00 4,00 4,00
1. FSV Mainz 05 Bitburger 3,90 3,90 3,80
FC Schalke 04 Veltins 3,90 4,50 3,90
SC Freiburg Rothaus 3,75 3,75 3,38
Borussia Dortmund Brinkhoff’s 3,70 3,70 3,50
RB Leipzig Ur-Krostitzer 3,50 3,50 3,00

Nur für den Fall, dass Sie sich fragen, was das Sternchen bei Hertha BSC zu sagen hat: Der Preis stammt aus der letzten Saison. Auffällig ist, dass Bier mir Alkohol und alkoholfreies Bier in fast allen Stadien den gleichen Preis haben. Nur Schalke und in geringerem Maße der VfL Wolfsburg kassieren für alkoholfreies Bier mehr als für „richtiges“ Bier.

Die Tabelle stammt von Radio Bremen. In der Untersuchung wurden auch die Preise für Bratwurst und Pommes Frites untersucht. Das vollständige Ergebnis der Umfrage finden Sie unter http://www.radiobremen.de/sport/fussball/werder/stadion-check100.html.

2. – 3. September 2016: Lingener Bierkultur

Sie kennen Lingen nicht? Diese Kleinstadt liegt ganz im Nordwesten Deutschlands im Emsland, direkt an der Grenze zu den Niederlanden. Und auch dort, abseits der großen Metropolen, wird die Bierkultur gepflegt. Seit dem letzten Jahr wird dort am ersten Wochenende im September die Lingener Bierkultur gefeiert. Und ja – auch die Norddeutschen können feiern. Auch wenn dieser Menschenschlag manchmal als stur angesehen wird – das stimmt nicht. Im Gegenteil, jedes Mal wenn ich aus dem Ruhrgebiet nach Norddeutschland fahre, freue ich mich, zu erleben, wie offen die Menschen dort häufig miteinander umgehen. Aber kommen wir nun endlich zur Lingener Bierkultur.

15 Brauereien aus ganz Deutschland, Dänemark und den Niederlanden werden vor Ort vertreten sein und sich selbst sowie ihre Biere vorstellen. Neben bekannten Brauereien wie der Kehrwieder Kreativbrauerei aus Hamburg und Riegele aus Augsburg kommen auch kleine Brauereien wie Onkel aus Düsseldorf und Mein Sudhaus aus Königswinter ins Emsland.

Dass der Veranstalter, die Markus Quad von der Gaststätte Alte Posthalterei einen Stand hat, dürfte sich wohl von selbst verstehen. Falls Sie die Gaststätte nicht kennen: dort gibt es ständig mehr als 100 Biere in einem ständig wechselnden Angebot. Alleine dieses Angebot sollte diese Location für einen Besuch empfehlen, wenn Sie einmal in Lingen sind. Während der Lingener Bierkultur verwöhnt Sie die Alte Posthalterei zusammen mit dem Gasthof Backers aus Twist mit Spezialitäten vom Grill, aus dem Kessel und dem Flammkuchenofen.

Es lohnt sich also, einen Wochenendausflug nach Lingen einzuplanen. Hier noch die Brauereien, die planen, ihre Brauspezialitäten vorzustellen:

Kehrwieder, Hamburg
Schoppe Bräu, Berlin
One Pint, Dänemark
Onkel, Düsseldorf
Gruthaus, Münster
Mashsee, Hannover
Uthoka, Niederlande
Craftbee, Kassel
Mein Sudhaus, Königswinter
Lemke, Berlin
Riegele Brauhaus, Augsburg
Kraftbräu, Trier
Liquit Hops, Augsburg
Emsland Brauhaus, Lülle

26. – 27. August 2016: 4. Basler Biermarkt

Bereits zum vierten Mal findet am Freitag, 26. und Samstag, 27. August 2016 der Biermarkt auf dem Vogesenplatz beim Bahnhof St. Johann in Basel statt. Nach dem großen Erfolg im nächsten Jahr wurde der Basler Biermarkt in diesem Jahr auf zwei Tage verlängert. Zwei Dutzend Brauereien aus der Region der der gesamten Schweiz werden an den beiden Tagen sich und ihre Biere vorstellen. Bei diesen vielen Brauereien gibt es also viel zu verkosten. Selbstverständlich ist auch für eine Vielzahl an kulinarischen Angeboten gesorgt.

Da nicht alle Brauereien an beiden Tagen vor Ort sein werden, lohnt es sich bestimmt, den Biermarkt an beiden Tagen zu besuchen. Welche Brauereien vor Ort sein werden, können Sie auf der Homepage des Basler Biermarkts nachlesen. Aufgrund der Vielzahl der Anbieter verzichte ich hier auf eine Auflistung. Auf der Homepage sind auch die Websites der meisten Brauereien verlinkt, so dass Sie sich bereits im Vorfeld über das Angebot informieren können.

Soll das Bier aus dem Computer kommen?

Wenn Sie diesen Blog lesen, gehören Sie sicher wie ich zu den Menschen, die gerne ein Ihnen unbekanntes Bier kaufen, es genießen und sich über die Kreation der Brauer freuen oder sich darüber ärgern. Regionale Biere und Craft Beer sind nunmal kein Einheitsgebräu, sondern es handelt sich um individuelle Biere, in die die Brauer ihre Persönlichkeit gelegt haben. Diese Biere können und wollen nicht jedem gefallen, damit gehören Sie aber zu einer (zum Glück wachsenden) Minderheit, die immer wieder neugierig ist auf neue Geschmackserlebnisse. Wenn Sie jetzt die Möglichkeit hätten, Ihr eigenes Bier zu kreieren, würde das wahrscheinlich nicht beim ersten Versuch der große Erfolg werden, aber das Experiment vermutlich würde zu einem ungewöhnlichen Ergebnis führen.

Nein, genau das bekommen Sie nicht. Aber in London haben sich zwei Unternehmer vorgenommen, etwas Ähnliches anzubieten. Sie haben ein von menschlichen Braumeistern vier Biere kreieren lassen und stellen ihren Kunden über den Facebook Manager viele Fragen zu diesem Bier. Die Kommentare werden ausgewertet und fließen in den nächsten Sud ein.

Dieses Verfahren nennen die beiden Automated Brewing Intelligence, kurz ABI. Es wurde von Rob McInerney entwickelt, einem Experten für Maschinenlernen. Dabei arbeitet er mit dem Marketingmenschen Hew Leith zusammen, mit dem er IntelligentX Brewing Co. gegründet hat. Beworben wird das Ergebnis als „das erste Bier der Welt, das mit Künstlicher Intelligenz gebraut wird“.

Rob McInerney erläutert: „Künstliche Intelligenz hilft bei Entscheidungen, und beim Bierbrauen gibt es eine Menge Entscheidungen zu treffen“. Das richtige Malz muss ausgewählt werden, in vielen Fällen mehrere Malze, für den Hopfen gilt das gleiche. Da die britischen Brauer sich nicht an das deutsche Reinheitsgebot halten müssen, stehen zusätzlich Entscheidungen über weitere Zutaten an. Auch der Brauprozess selbst ist nicht durch komplizierte Handlungen geprägt, sondern durch Entscheidungen, wann der einzelne Arbeitsschritt abgeschlossen ist.

Die beiden Unternehmer haben mit ihrem Bier noch großes vor: Hew Leith sagt, dass es eines der Ziele von IntelligentX sei, mit dem Bier irgendwann einen Preis zu gewinnen. Das mag wohl klappen, ich habe aber meine Zweifel, ob es ein Preis für ein exzellentes Bier sein wird. Ich vermute eher, dass es sich um einen Preis für den kreativen Einsatz künstlicher Intelligenz handeln wird.

Aber vielleicht bin ich ja zu pessimistisch, was die Qualität des Biers betrifft. Ich habe gerade eine Mail nach London geschickt und nachgefragt, ob es möglich ist, dass mir die angebotenen Biere zugeschickt werden, damit ich sie verkosten kann. Sollten die Biere zu mir kommen, werde ich an dieser Stelle darüber berichten.

Mit Material von heise.de.