Veldensteiner – Frühjahrs Märzen

Niedersachsen ist für seine Maiböcke bekannt, aus Franken kommt ein Frühjahrs Märzen. Und dafür gibt es auch einen Grund, den Wikipedia so erklärt: „In der bayerischen Brauordnung von 1539 und per Dekret durch Albrecht V. von 1553 wurde festgelegt, dass nur zwischen Michaeli (29. September) und Georgi (23. April) gebraut werden durfte. In den fünf Monaten danach war das Bierbrauen verboten. Grund war die in den Sommermonaten erhöhte Brandgefahr beim Biersieden. Hinzu kam, dass die Herstellung des in Bayern beliebten untergärigen Biers Temperaturen von unter zehn Grad erfordert.

Um bis zur nächsten Brausaison nicht ohne Bier zu sein, braute man im März ein besonderes, haltbares Bier. Dies erreichte man durch Erhöhung des Gehalts an Stammwürze und Alkohol und durch stärkere Hopfung. Es wurde in tiefen Felsenkellern gelagert. Wenn möglich, wurden diese mit Natureis bestückt. Diese Eisblöcke wurden meist aus nahe gelegenen Flüssen oder dem brauereieigenen Teich entnommen. Um den Keller und seinen Zugang vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen, pflanzte man die Rosskastanie darüber, die dank ihrer großen Blätter reichlich Schatten spendete, mit ihren flachen Wurzeln jedoch keine Gefahr für die Kellerdecke darstellte. Eher beiläufig entwickelte sich so aus dem jeweiligen Brauereiausschank mit der Zeit der heute typische bayerische Biergarten bzw. der fränkische Bierkeller, zu dessen vertrauter Optik noch heute schattige Kastanienbäume gehören.“ Dann will ich jetzt mal hoffen, dass mir das Bier gefällt, ich öffne die Flasche und schenke mir ein.

Bernsteinfarben präsentiert sich das Bier im Glas, darüber eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont mit Düften nach Karamell und Brotkrume, dazu ein Hauch Fruchtigkeit, die an reife Äpfel erinnert. So soll ein Märzen sein.

Der Antrunk ist recht süß und erinnert mich sofort an Karamell. Dazu kommt eine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich ein angenehmes Bitter, die sich mit einer leichten Fruchtigkeit paart. Der Alkohol schmeckt leicht durch. Das Mundgefühl ist rund und leicht. Im Abgang wird das Märzen etwas trockener, auch das Bitter wird etwas schwächer und klingt durchschnittlich lange nach.

Das Veldensteiner Frühjahrs Märzen ist angenehm zu trinken, ganz ohne Ecken und Kanten, aber auch ohne Überraschungen.

Zutaten:

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % vol.

Stammwürze:

13,2° Plato

Brauerei:

Kaiser Bräu GmbH & Co. KG
Oberer Markt 1
91284 Neuhaus
www.veldensteiner.de

Budelse – Budels Bio Pilsener

Vor mir steht jetzt Budels Bio Silsener. Es kommt von Budelse Brouwerij B.V. in Budel in der niederländischen Provinz Noord Brabant. Nach Angaben der Brauerei wird das Bier vollständig aus Zutaten gebraut, die aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Das ist ja nicht in allen Fällen ein Garant für einen guten Geschmack, in der aber schon. Mal sehen, wie es diesmal aussieht.

Kräftig golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Scheumkrone ist nur klein und sie fällt schnell in sich zusammen. Damit ist die Optik schon mal etwas enttäuschend.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu ein Hauch Fruchtigkeit, der an Feigen erinnert. Abgerundet wird das Aroma durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist überraschend süß und sehr rezent. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist zwar voll, aber irgendwie macht das Bier keinen ausgewogenen Eindruck. Der Abgang ist dann überraschend mild mit einem sehr kurzen Nachklang.

Ich kann mir nicht helfen, aber dieses Bier enttäuscht mich auf der ganzen Linie. Es macht einen wirklich unfertigen Einduck.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° -8° Celsius

Brauerei:

Budelse Brouwerij B.V.
Nieuwstraat 9
6021 HP Budel
Niederlande
www.budels.nl

Startschuss für die ProWein 2022

Die Vorbereitungen für die ProWein – mit zuletzt 6.900 Ausstellern aus 64 Ländern und 61.500 Besuchern aus 143 Nationen die weltweit größte und wichtigste Fachmesse für Weine und Spirituosen – sind angelaufen. Der Startschuss fällt Anfang Mai mit der Online-Anmeldung für die ProWein 2022. Aussteller können sich bis Ende Juni unter diesem Link (www.prowein.de/1330 bzw. www.prowein.de/2330 in englischer Sprache) anmelden. Die Anmeldung für die Trendshow „same but different“ erfolgt separat ab Ende Mai. „Unser Fokus ist ganz klar nach vorne gerichtet, back to business. Denn Präsenzveranstaltungen mit realen Verkostungen und persönlichem Networking sind für die internationale Wein- und Spirituosenbranche unverzichtbar“, unterstreicht Bastian Mingers, Project Director der ProWein. „Digitale Formate wie Online-Verkostungen oder virtuelle Diskussionsrunden sind wichtige Bausteine, können reale Messen aber nicht ersetzen. Das ist ein klares Statement unserer Partner und Aussteller aus aller Welt. Im Sinne der Branche werden wir ein sinnvolles Neben- und Miteinander von realen und virtuellen Formaten umsetzen und hier auch auf unsere Erfahrungen der letzten Jahre zurückgreifen können. Wir werden beispielsweise in diesem außergewöhnlichen Jahr unsere internationale Datenbank früher mit unserem Matchmaking Tool öffnen, um Aussteller und Besucher äußerst effizient zusammenzubringen.“

Auch das Hallenkonzept mit der klaren Strukturierung nach Angebotsbereichen und Produktgruppen wird weiterentwickelt.

Konkret sieht das Hallenlayout der ProWein 2022 demnach wie folgt aus:

  • Halle 9: Übersee
  • Halle 10: Spanien
  • Halle 11 und 12: Frankreich
  • Halle 12: Spirituosen
  • Hallen 13 und 14: Deutschland
  • Halle 13: Organic Wines / Packaging
  • Halle 15: Italien
  • Halle 16: Italien und Europa
  • Halle 17: Österreich und Griechenland
  • Halle 7.0: Trendshow „same but different“ (Anmeldungen auf Anfrage möglich – der offizielle Anmeldestart erfolgt hier separat ab Ende Mai 2021)

Auch die ProWein-Foren mit ihrem hochkarätigen Programm werden wieder im Zentrum der Wein- und Spirituosenprofis stehen und zahlreiche Highlights bieten.

Für Rückfragen steht das ProWein-Team allen Ausstellern zur Verfügung. Die konkreten Ansprechpartner für die einzelnen Themen und Produktgruppe sind:

ProWein World: Ausblick für 2021 & 2022

Nach der ProWine Hong Kong im September 2021 folgt als nächste Veranstaltung der ProWein-Familie die ProWine Sao Paulo. Sie findet vom 5. bis 7. Oktober 2021 statt. Die ProWine Shanghai kehrt nach dem Erfolg in Festlandchina vom 9. bis 11. November 2021 in das Shanghai New International Expo Center zurück. Die ProWein 2022 geht vom 27. bis 29. März 2022 in Düsseldorf an den Start, gefolgt von der ProWine Singapore vom 10. bis 13. Mai 2022.

Bamberger Heinzlein Helles

Die Brauerei Hellerbräu aus Bamberg werde ich nicht vorstellen. Das macht sie besser selber im Interview mit Slowfood. Die Besonderheit des Hellen, das jetzt vor mir steht, ist nicht nur, dass es nach einem alten Familienrezept gebraut wurde, sondern dass es nur 0,9 Volumenprozent Alkohol enthält.

Braumeister Matthias Trum ist eine wahre Bamberger Legende. Er ist der Chef des Hellerbräus, das das bekannteste aller Bamberger Biere braut. Das Schlenkerla ist eine Bamberger Institution und wird auf der ganzen Welt getrunken. Über das Heinzlein erzählt er folgendes: „Für das Heinzlein verwenden wir feinsten Aromahopfen aus Spalt bei Nürnberg. Nach uraltem Brauverfahren kommt davon extra viel zum Einsatz. Kein Wunder also, dass das helle Heinzlein besonders hopfig und voll schmeckt. Die goldene Farbe ist ein Augenschmaus und erfrischt auf den ersten Blick. Das helle Heinzlein ist ein unfiltriertes und damit gewollt naturtrübes, helles Bier mit niedrigem Stammwürzegehalt. Unkompliziert, geschmackvoll und leicht – wie ein Sommertag in Bamberg.“ Dass ein Sommertag in Bamberg etwas Besonderes ist, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ob das Heinzlein Helles da mithalten kann, will ich jetzt herausfinden.

Die Wurzeln des Heinzleins liegen in einer Zeit, in der es wesentlich sicherer war Bier zu trinken, anstatt zum oftmals gefährlich verschmutzten Wasser zu greifen. Das fast alkoholfreie Heinzlein stillte den Durst der arbeitenden Bevölkerung und wurde auch Kindern kredenzt. Das wird heute aus gutem Grund nicht mehr gemacht, für alle anderen kann das Heinzlein eine gute Alternative zu alkoholhaltigeren Bieren sein.

In sehr hellem Gold und opalisierend strahlt mir das Heinzlein aus dem Glas entgegen. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt lange erhalten. An der Optik lässt sich nun wirklich nichts aussetzen.

Das Bier duftet nach Karamell und Brotkruste, dazu kommen neben grasigen Noten und Zitrusduft auch deutliche würzige Noten des verwendeten Spalter Hopfens.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge kommt das Bitter in den Vordergrund. Auch wenn der Körper eher schlank ist, wirkt das Bier nicht wässrig und es bleibt süffig. Beinahe kann ich vergessen, dass ich es hier mit einem Lightbier mit weniger als einem Volumenprozent Alkohol zu tun habe. Im Abgang wird das Bitter milder und der Geschmack klingt tatsächlich durchschnittlich lange nach.

Das Heinzlein ist ein Bier, das mich staunen lässt. Fast alkoholfrei und doch sehr gut zu trinken.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

0,9 % Vol.

Stammwürze:

3 ° Plato

Brauerei:

Heller-Bräu Trum GmbH
Dominikanerstraße 6
96049 Bamberg
www.heinzlein.de

 

Der Bayerische Brauerbund begrüßt die Öffnungsperspektive für das Gastgewerbe

Als „ersten Schritt in die richtige Richtung“ hat der Bayerische Brauerbund den Beschluss des bayerischen Kabinetts gewertet, der Außengastronomie bei einer Inzidenz unter 100 endlich eine Öffnungsperspektive zu bieten.

„Wer der Bevölkerung über Monate eine Rückkehr zur Normalität verspricht, wenn das Impfen Fahrt aufnimmt und die Inzidenz sinkt, der muss jetzt, wenn die Voraussetzungen stimmen, auch liefern, wenn er glaubwürdig bleiben will“, so Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes.

Das Gastgewerbe habe bereits im vergangenen Sommer durch ausgefeilte Hygienekonzepte unter Beweis gestellt, dass wirksame Pandemiebekämpfung und ein weitgehend freier Besuch der Gastronomie durchaus vereinbar seien, so Georg Schneider.

Er verweist auf Veröffentlichungen der Aerosolforschung, denen zufolge das Corona-Ansteckungsrisiko im Freien äußerst gering sei. Gerade in einer Öffnung der Außengastronomie sieht er deshalb eine Möglichkeit, den „für jedermann spürbaren Drang der Menschen zum Zusammentreffen“ zu kanalisieren. „Wir alle wollen doch die Fortschritte, die wir uns bei der Pandemiebekämpfung mit großem Aufwand erkauft haben, nicht gleich wieder aufs Spiel setzen.“ Ein kontrolliertes Zusammentreffen der Menschen in der Außengastronomie im Rahmen beständig weiterentwickelter Hygienekonzepte sei dem unkontrollierten Treffen in Innenräumen deshalb in jedem Fall vorzuziehen.

Doch gibt sich der Bayerische Brauerbund mit der jetzt eröffneten Perspektive noch nicht zufrieden. Die Öffnung der Außengastronomie müsse handhabbar ausgestaltet und kurzfristig auch von der Inzidenzentwicklung abgekoppelt werden. Er fordert zudem grundsätzlich eine Öffnung der Gastronomie für Geimpfte ebenso wie Genesene und negativ Getestete, also alle, bei denen ein nennenswertes Risiko, sich oder andere zu infizieren, nach allen vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht besteht.

Der Brauerbund erinnert an das Angebot der Staatsregierung, Öffnungskonzepte im Rahmen von Modellprojekten zu erproben und mahnt deren zeitnahe Umsetzung an. Wer niemanden gefährde, so die Position des Brauerbundes, dem könne der Besuch der Gastronomie auch nicht länger vorenthalten werden.

Doch dürfe, so Schneider weiter, niemand glauben, mit einer Öffnung der Außengastronomie sei für Wirte und Brauer alles wieder in Ordnung. Dass auch für 2021 alle großen Volksfeste abgesagt worden seien und zumindest bis zur Jahresmitte auch kleinere Feste nicht stattfinden können, treffe die Brauwirtschaft erneut schwer. Bis die Gastronomie wieder auf Vorkrisenniveau laufe, werde es noch Monate dauern. Vor dem Brau- wie dem Gastgewerbe liege noch eine lange Durststrecke, bis die enormen Schäden beseitigt seien, die die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in den letzten bald 14 Monaten in beiden Branchen hinterlassen haben.

Bayerns Brauwirtschaft schätzt die Unterstützung, die die Branche zur Linderung der Folgen der Krise bislang erfahren hat. Es darf aber weder übersehen werden, dass manche Brauerei trotz einer unbestritten extrem schwierigen Lage keine staatliche Hilfe erfahren hat, noch, dass diese Hilfen bei anderen Brauereien nur einen kleinen Teil der entstandenen Schäden ausgleichen. „Die Löcher, die der Einbruch der Gastronomieumsätze gerissen hat, sind deutlich größer, als der oberflächliche Blick auf die pauschale Umsatzentwicklung vermuten lässt“, so Brauerpräsident Schneider.

Bayerns Brauer, so sein Fazit, brauchen deshalb weiterhin die Unterstützung des Staates.

Um die prekäre Lage der Branche zu entschärfen und vielen Unternehmen der heimischen Brauwirtschaft eine Überlebensperspektive zu eröffnen, bedarf es zunächst einer Verlängerung der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht. In ihrem Kern gesunde Unternehmen müssen wenigstens eine Chance erhalten, sich wieder wirtschaftliche Spielräume zu erarbeiten.

Von einem Wirtesterben wäre auch das Braugewerbe massiv betroffen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken fordern Bayerns Brauer eine dauerhafte Reduzierung der Mehrwertsteuer auf die Abgabe von Speisen in der Gastronomie sowie deren Ausweitung auch auf Getränke.

Da die Abhängigkeit von Gastronomieumsätzen bei kleineren Brauereien überproportional hoch ist, braucht insbesondere der brauwirtschaftliche Mittelstand einen entsprechenden Ausgleich. Dass die Biersteuer für diese kleinen Brauereien rückwirkend zum 1.1. gesenkt wurde, wertet der Brauerbund als „Zeichen der Anerkennung einer äußerst schwierigen Lage“. Die nur befristet eingeräumte Steuerentlastung muss jedoch auf jeden Fall über den 31.12.22 hinaus dauerhaft gewährt werden.

Dem Brau- wie dem Gastgewerbe hat die Politik über Monate beträchtliche Sonderopfer abverlangt. Jetzt gilt es, beiden Branchen unter Würdigung des Impfortschritts, bestehender Hygienekonzepte und wissenschaftlicher Erkenntnisse über Ansteckungsrisiken insbesondere im Freien so viel wirtschaftliche Freiheit zurückzugeben wie nur möglich, um den Fortbestand vielen Unternehmen nicht ohne Not zu gefährden.

Georg Schneider führt in 6. Generation als geschäftsführender Gesellschafter die Brauerei Schneider Weisse G. Schneider & Sohn GmbH. Seit 2016 fungiert er als Präsident des Bayerischen Brauerbundes.

Lindeboom – Gouverneur Dubbel

Die Bierbrouwerij Lindeboom st in der Nähe von Venlo in der niederländischen Provinz Limburg beheimatet. Bekannt ist sie für überraschende Biere wie ihr rotes Altbier. Jetzt steht vor mir das Gouverneur Dubbel.

Dunkel Rubinrot, beinahe schwarz, präsentiert sich das Bier im Glas. Der elfenbeinfarbene Schaum ist fest und bleibt lange erhalten. Damit präsentiert sich mir ein Dubbel wie gemalt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe bestimmt. Der Duft dunkler Schokolade steigt mir in die Nase, und der Duft nach Rosinen sorgt für eine angenehme Süße. Abgerundet wird das Aroma durch einen Hauch Vanille.

Beim Antrunk fällt zunächst die sehr reichlich vorhandene Kohlensäure auf, noch vor der kräftigen Süße. Auf der Zunge gesellt sich noch ein leichtes Bitter dazu, so dass sich zusammen mit den Aromen, die sich auf der Zunge widerspiegeln, der Geschmack dunkler Schokolade bildet. Das Mundgefühl ist schwer und samtig. Im Abgang wird das Bier trockener, die Bitternoten und der Geschmack nach Schokolade kommen in den Vordergrund. Der angenehme Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Klärstoff (Karamell)

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Lindeboom Bierbrouwerij B.V.
Postbus 4416
6086 ZG Neer
www.lindeboom.nl

Libertus – Böhmischer Traum

Nun steht „Böhmischer Traum“ vor mir, ein Pilsener nach böhmischer Brauart. Dieser Bierstil ist in Deutschland selten, auch wenn ich nicht so genau weiß, weshalb das so ist. Das böhmische Pilsener ist vollmundiger als das deutsche, weist aber auch weniger Hopfenbitter auf. Außerdem ist beim Pils aus Bühmen eine gringe Menge Diacetyl im Bier erlaubt, was beim deutschen Pils als Fehler gilt. Das Diacetyl sorgt für einen buttrig-sahnigen Geruch und Geschmack. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb machen die Pilsener Biere aus Böhmen einen ausgewogenen Eindruck.

Rotgolden und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine stabile sahnige Schaumkrone. Die Optik gefällt mir schon mal sehr gut.

Das Aroma ist malzbetont nach Karamell. Der Hopfen hält sich diskret im Hintergrund, bringt aber einen würzigen und leicht buttrigen Ton ins Aroma.

Der Antrunk ist für ein Pilsener Bier recht süß, was aber durch die reichlich vorhandene Kohlensäure ausgeglichen wird. Auf der Zunge erscheint zusätzlich ein geringes freundliches Bitter, das sich mit der Süße, die an Honig erinnert, gut vereint. Das Mundgefühl ist voll und weich, fast samtig. Im Abgang lässt die süße nach und das Bitter wird kräftiger. Dazu kommt ein Kräutergeschmack, der lange nachklingt.

Der Böhmische Traum von Libertus Craft Brewing ist ein ungewöhnliches Pils und absolut empfehlenswert für alle, die auf unkonventionelles Pils stehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol

Stammwürze:

13 ° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Libertus Craft Brewing UG
Am Hahn 3,
97762 Untererthal
www.libertus.beer

Brouwerij Ruimtegist – Obsquur Quadrupel

Das Obquur, das jetzt vor mir steht, ist ein Quadrupel aus Kortrijk, einer Stadt, die es bereits im Altertum gab. Dass in Kortrijk gebraut wird lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Seit dem Mittelalter gab es auch die bekannteste Brauerei Tack auf der Buda-Insel, die aber im Jahr 1962 ihre Pforten schloss, so dass in Kortrijk nicht mehr gebraut wurde, bis 58 Jahr später Arn und Egbert wieder eine neue Brauerei eröffneten. Finanziert wurde die Brauerei über ein Crowdfunding und derzeit planen die beiden eine neue Crowdfunding-Aktion, die dazu dienen soll, die Brauerei zu vergrößern.

Bevor ich die Flasche öffne, sehe ich mir erst einmal die Etiketten an. Ich muss sagen, dass ich vermutlich noch nie ein Bier vor mir hatte, das so wenige Informationen über sich preisgibt. Ich erfahre den Namen des Bieres, Namen und Adresse der Brauerei, den Bierstil, den Alkoholgehalt, die Allergene sowie die Menge des Inhalts der Flasche. Sonst nichts. Keine Zutatenliste – nichts. Das finde ich schon erstaunlich. Aber gut, jetzt will ich mit der Verkostung beginnen.

In sehr dunklem rubinrot fließt das Bier ins Glas, es ist fast schwarz. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, nach Karamell und Kaffee. Abgerundet wird das Aroma durch einige fruchtige Noten, insbesondere nach roten Äpfeln und Rosinen.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß, was aber gut zur reichlich vorhandenen Kohlensäure passt, die durch die Nachgärung in der Flasche entstanden ist. Auf der Zunge spiegeln sich die Röstaromen wider. Ich schmecke Schokolade und Espresso. Die neun Volumenprozent Alkohol wärmen. Dabei ist das Mundgefühl weich und voll. Erst im Abgang kommen deutliche Bitterstoffe zum Vorschein, der Geschmack nach Schokolade wird kräftiger und er klingt lange nach.

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Rumtegist
Budastraat 12
Bus 1B
8500 Kortrijk
Belgien
www.ruimtegist.be

Bitburger Maibock

In diesem Jahr habe ich erstmals ein Maibock von Bitburger im Handel gesehen und selbstverständlich musste ich sofort eine Probe mitnehmen. Ich mag einfach die stärker eingebrauten Bockbiere sowohl im Frühjahr als auch zu Weihnachten und im Winter. Nun will ich die Flasche aber auch sofort öffnen und das Bier verkosten.

Ungewöhnlich hell strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feste Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt recht lange erhalten.

Das Aroma des Bitburger Maibocks ist würzig und hopfenbetont. Dabei ist das Hopfenaroma aber nicht so stark, dass das Malz in den Hintergrund gedrängt wird. An der Zusammensetzung der Hopfensorten könnte Brauer Stefan Meyna aber noch etwas feilen, so dass die Fruchtigkeit der verwendeten Aromahopfen besser zum Tragen kommt. Hier ist es bestenfalls zu erahnen.

Der Antrunk offenbart eine angenehme Malzsüße mit der passenden Carbonisierung. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten und ein passendes Bitter gesellt sich dazu. Auch hier würde ich mir etwas mehr Fruchtigkeit wünschen. Das Mundgefühl ist weich und rund. Im Abgang wird das Bitter kräftiger, für ein Bockbier sogar ungewöhnlich kräftig, was mir durchaus entgegenkommt, genau wie der lange Nachklang.

Der Bitburger Maibock ist ein ungewöhnliches Bockbier, das aber sehr süffig ist. Dazu ein kräftiger Käse und der Abend ist gerettet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Ariana, Bitburger Siegelhopfen, Hallertauer), Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

16,2° Plato

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

Bitburger Braugruppe GmbH
Römermauer 3
54634 Bitburg
www.bitburger.de

La Trappe – Tripel

Das La Trappe Tripel wird innerhalb der Mauern der niederländischen Trappistenbrauerei Koningshoeven gebraut, die in ihrer 130jährigen Geschichte zwischenzeitlich auch König Wilhelm II gehört hat. Zu jeder Trappistenbrauerei gehört ein hochprozentiges Tripel-Bier: La Trappes starkes obergäriges Helles ist nach Angaben der Brauerei eine feine Komposition aus kuchenweichen blonden Malzsorten und lieblichen Fruchtestern, das aus einer dreifachen Gärung mit Hauptgärung, Nachgärung und Flaschennachgärung entsteht. Ungewohnt fein und zugänglich für ein Tripel-Bier soll es sich mit einer Eleganz zeigen, die über den vergleichsweise hohen Alkoholgrad hinwegtäuscht.

Intensiv golden und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große Schaumkrone ist feinporig, fällt aber relativ schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist süßlich und frisch mit dem Duft nach gelben Früchten sowie blumigen Noten.

Der Antrunk ist süß und frisch. Die Frische verträgt sich erstaunlich gut mit dem Geschmack der Hefe. Auf der Zunge kommen zur Süße noch der Geschmack nach Zitrusfrüchten, ein leichtes Bitter, das an Mandeln erinnert sowie angenehme würzige Noten. Dazu kommt eine Spritzigkeit, die mich wirklich anspricht. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang bleibt das Bier mild, die Bitterstoffe sind nur diskret zu schmecken und der Nachklang ist durchschnittlich lang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glykosesirup, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Bierbrouwerij de Koningshoven B.V.
Eindhovensweg 3
5056 RP Berkel-Enschot
Niederlande
www.latrappetrappist.com