Elfique – Blanche

Als Landwirtssohn, gelernter Fleischer und mit einer Ausbildung in Brauereitechnik in Kanada übernahm André Grolet den Bauernhof seiner Vorfahren und erzeugt hier sein eigenes Craft Beer unter eigener Marke. Im April 2016 erhielt sein Redoutable Triple brune die Goldmedaille im internationalen Wettbewerbe von Lyon, einen Monate später auch den Titel „Bestes wallonisches Dunkelbier“. Jetzt steht aber sein Witbier vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Orangefarben und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große Schaumkrone ist grobporig und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Biskuitteig und Zitrusfrüchten, gewürzt mit Koriander und der Schale von Bitterorangen. Mir fehlt lediglich der typische Duft nach Banane, den fast alle Biere aufweisen, die mit Weizenmalz gebraut wurden. Aber das ist eine persönliche Vorliebe von mir.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße und durch die kräftige Kohlensäure eine tolle Spritzigkeit aus. Auf der Zunge ist das Bier würzig und recht trocken; eine leichte fruchtige Säure gesellt sich noch dazu. Nicht vergessen möchte ich auch die Würzigkeit des Korianders. Das Mundgefühl ist voll, auch wenn der Geschmack nicht ganz rund und ausgewogen ist. Der Abgang ist stiltypisch mild und die Würzigkeit klingt nur kurz nach.

Das Elfique Blanche ist ein angenehmer Durstlöscher, der positiv aus der Masse der Witbiere heraussticht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Bitterorangenschale, Koriander, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Bittereinheiten:

10 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brasserie Elfique s.a.
Raborive 2
4920 Aywaille
Belgien
www.elfique.be

Lamspringer Klosterbräu Dunkel

Das Lamspringer Klosterbräu wird von der Heinder Naturtrüb GbR gebraut, einem Zusammenschluss ambitionierter Bierfreunde, die nebenberuflich ihrem Hobby frönen, dem Bierbrauen. Gekauft habe ich das Klosterbräu, das es in hell und dunkel gibt, auf einer Veranstaltung im Klostergarten Lamspringe.

Kupferrot und mit einer sahnigen elfenbeinfarbenen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt auch sehr lange erhalten, so dass es an der Optik dieses Bieres nichts zu bemängeln gibt.

Röststoffe dominieren das Aroma. Das Bier duftet nach Kaffee und – tatsächlich – nach Leder.

Der Antrunk ist spritzig mit einer moderaten Süße. Auf der Zunge steht anfangs eine fruchtige Säure im Mittelpunkt, bis sich ein passendes Bitter entwickelt, so dass das Bier gut ausgewogen und das Mundgefühl voll und rund ist. Der Abgang ist schlank mit einem kurzen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Heinder Naturtrüb GbR
Wulfeskuhle 3
31162 Heinde
www.heinder-naturtrueb.de/

Kompel – Kriek

Was für ein Bier jetzt vor mir steht, ist nicht ganz einfach zu ermitteln. Bereits der Name ist missverständlich. Kriek ist zwar niederländisch und bedeutet Sauerkirsche, dieses Wort bezeichnet aber auch einen belgischen Bierstil. Dabei handelt es sich um ein Lambic, das mit Sauerkirschen gebraut wurde. Lambic ist ebenfalls ein belgischer Bierstil, der durch spontane Gärung entsteht. Ein Blick auf das Rückenetikett des Kompel Kriek sagt aber aus, dass es sich um ein Bier mit Sauerkirschen handeln soll, das auf der Basis eines Witbiers entstanden ist. Ein Witbier wiederum ist ein belgisches Weizenbier, das mit Koriander und Bitterorangenschalen gebraut wurde. Ein zweiter Blick auf die Zutatenliste auf dem Rückenetikett zeigt aber, dass dort weder Weizenmalz noch Koriander oder Bitterorangenschalen aufgeführt sind. Was denn nun? Eventuell hilft ja ein Blick auf Website der Brauerei weiter. Dort steht dann, dass das Kriek auf der Basis eines Lagerbiers hergestellt wurde. Nun reicht es mir aber. Ich werde jetzt die Flasche öffnen und selbst versuchen, herauszufinden, was für ein Bier ich vor mir habe.

Kirschrot und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige hellrosa Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Kompel Kriek schon mal eine gute Figur.

Das Aroma gefällt mir schon weniger. Ein leichter Duft nach Kirschen ist alles, was mir in die Nase steigt. Da hätte ich wirklich mehr erwartet.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte Säure zur Süße. Die Fruchtigkeit ist recht wenig vorhanden. Dadurch wirkt das Bier eher künstlich. Das Mundgefühl ist schlank, genau wie der Abgang, der nur sehr kurz nachklingt.

Alles in Allem bin ich von diesem Bier enttäuscht. Und um das Rätsel aus dem ersten Absatz aufzulösen: ich betrachte die Aussage auf der Website, dass das Bier auf der Basis eines Lager gebraut wurde, als am glaubwürdigsten.

Zutaten:

Waser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kirschsaft (20 %)

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Bittereinheiten:

10 IBU

Brauerei:

Brouwerij Kompel bvba
Acacialaan 14
3630 Maasmechelen
Begien
www.kompel-bier.be

Fässla – Weizla

In der Oberen Königsstraße, also direkt im Stadtzentrum von Bamberg, ist die Brauerei Fässla beheimatet, von der das Weizla stammt, das jetzt vor mir steht. Nur mal so nebenbei: Wenn Sie nach Bamberg kommen, sollten Sie unbedingt die Gaststätte der Brauerei aufsuchen. Sie finden sie ohne Suchen, bekommen dort die Biere aus der Brauerei und die Speisekarte lässt keine Wünsche offen. Aber jetzt will ich mich dem Bier widmen.

Hell goldfarben und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein Weißbier ist die Schaumkrone eher gering und sie fällt auch schnell in sich zusammen. Schade. An der Optik könnte die Brauerei wirklich noch arbeiten.

Das Aroma gibt sich dann aber alle Mühe, mich wieder mit dem Bier zu versöhnen. Düfte nach Biskuitteig und Banane, nach Gras und Hefe steigen mir in die Nase.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße aus und die Kohlensäure sorgt für eine angenehme Spritzigkeit. Auf der Zunge erzeugt das Bier ein schlankes Mundgefühl, aber der Geschmack des Malzes und der kräftige Geschmack der Hefe nach Banane machen sich sehr gut. Im Abgang wird die Fruchtigkeit noch kräftiger und ich schmecke erstmals ein leichtes Bitter, das durchschnittlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,4° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brauerei Fässla
Obere Königsstraße 19-21
96052 Bamberg
www.faessla.de

 

6. 9. 2022: Bierakademie in der Trinkhalle

Am 06. September kommen Timo und Fabi von der Berliner „Strassenbräu“ zu Besuch in die Trinkhalle in Bochum. Die Brauerei gibt es als Gasthausbrauerei seit 2015 in Berlin am Ostkreuz. Angefangen hat die Brauerei mit einer Brauanlage im Laden und sie verfügt seit 2021 zusätzlich über eine eigene Brauerei in Marzahn. An diesem Abend wird es neben einigen Dosenbieren auch zwei Sorten frisch vom Fass geben.

Wie immer findet die Veranstaltung am ersten Dienstag im Monat ab 19:00 Uhr statt. Der Kostenbeitrag beträgt 30€.

Ort:

Trinkhalle
Herner Str. 8
Bochum

La Corne du Bois des Pendus – Quadruple

Ist es Mythos oder Tatsache? Was im Wald von Anlier im Laufe des Jahres 1636 genau geschah, werden wir wohl nie erfahren. Die Geschichte besagt aber, dass ausländische Soldaten in diesem Wald über hundert Bewohner erhängt haben sollen. Wie dem auch sei, die Brauerei wollte mit diesem Quadruple darauf Bezug nehmen.

Dunkel bernsteinfaren und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein ausgefallen und fällt bis auf einen Rest recht flott in sich zusammen. Der Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell, Holz, Whisky und Vanille. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Durch die reichlich vorhandene Kohlensäure ist das Bier angenehm spritzig. Im Antrunk fällt auch sofort die kräftige Süße auf. Die Aromen, die ich in der Nase festgestellt habe, siegeln sich auf der Zunge Der Alkohol wärmt im Mund, auch wenn er kaum zu schmecken ist. Erst im Abgang kommt der Alkohol in der Kehle in den Vordergrund. Jetzt kann ich auch erstmals ein leichtes Bitter schmecken. Der Whiskygeschmack klingt am Längsten nach.

Dieses Bier kann mir mit seinem Karamellgeschmack und seiner Komplexität einen Abend wirklich verschönern.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

12,0 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

17 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

11° Celsius

Brauerei:

Brasserie des Légendes
Rue du Castel 19
7801 Irchonwelz
Belgien
www.brasseriedeslegendes.be

Braufactum – Progusta

BraufactuM ist eine der ältesten deutschen Marken für Craft Beer und gehört zur Radeberger-Gruppe. Von dort kommt das Progusta, ein India Pale Ale, das bereits viele Preise gewonnen hat:

  • Country Winner bei World Beer Award 2019 in der Kategorie „English Style IPA“
  • Gold bei European Beer Star 2019 in der Kategorie „Traditional India Pale Ale
  • Gold bei International Beer Challenge 2019 in der Kategorie „British-style IPAs“
  • Gold beim Meininger Craft Beer Award 2018 in der Kategorie „IPA English-Style“
  • Gold bei Frankfurt International Trophy 2018 in der Kategorie „IPA“
  • Gold beim Meininger Craft Beer Award 2017 in der Kategorie „IPA (English Style)“
  • Gold bei World Beer Challenge 2017 in der Kategorie „English-Style India Pale Ale“
  • Gold beim Meininger Craft Beer Award 2016 in der Kategorie „IPA (American Style)“
  • Silber bei European Beer Star 2020 in der Kategorie „Traditional India Pale Ale“
  • Silber bei World Beer Challenge 2020 in der Kategorie „English-Style India Pale Ale“
  • Silber bei World Beer Challenge 2019 in der Kategorie „English-Style India Pale Ale“
  • Silber bei World Beer Award 2018 in der Kategorie „English-Style IPA“
  • Silber bei World Beer Challenge 2018 in der Kategorie „English-Style India Pale Ale“
  • Silber bei International Beer Challenge 2017 in der Kategorie „British-Style IPAs“
  • Silber bei World Beer Award 2015
  • Bronze bei International Beer Challenge 2018 in der Kategorie „British-Style IPAs“

Na, da kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen. Beginne ich also mit der Verkostung.

Bernsteinfarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und sahnig. Sie fällt auch sehr langsam in sich zusammen. An der Optik des Progusta gibt es also absolut nichts auszusetzen.

Das Aroma ist sehr fruchtig. Ich rieche Düfte nach gelben Früchten, Orange, Aprikose und Holunderblüten. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft nach Biskuitteig.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie eine feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge zeigt sich erst richtig die Fruchtigkeit; außerdem wird das Bier recht trocken. Ein freundliches und für ein IPA leichtes Bitter kommt zum Vorschein. Auch wenn das Progusta die typischen Eigenschaften eines IPA aufweist, ist es doch nicht überhopft und kommt sehr schön ausgewogen und mit einem samtigen Mundgefühl daher. Erst im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt auch lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Wiener Malz, Karamellmalz), Hopfen (Magnum, Hallertauer Mittelfrüh, Citra)

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH
Darmstädter Landstraße 185
60598 Frankfurt am Main
www.braufactum.de

Elfique – Triple Blonde

Die Brauerei Elfique wurde 2005 in einem alten Familienbetrieb gegründet. Als Eckpfeiler einer Initiative, die dem alten Gebäude neues Leben einhauchen sollte, war die Mikrobrauerei das ideale Projekt, so wie die Gründer es sich vorgenommen hatten: ein originelles, hochwertiges, handwerkliches Produkt zu brauen, das in der lokalen Tradition verwurzelt ist. Elfique Ambrée war das erste Bier, das hergestellt wurde, dann das Triple Brune

Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, erwirbt die Brauerei Elfique etwa zehn Jahre später ein Grundstück in Raborive am Ufer der Amblève, der Wiege der Legenden. Elfique wird heute an einem geschichtsträchtigen Ort gebraut, flussabwärts von Brassine, wo der Fluss seit fast fünf Jahrhunderten eine wichtige Rolle für die Arbeit der besten Handwerker spielt…

Ausgestattet mit modernen, halbautomatischen Produktionsmaschinen, hat die Brauerei ihre Kapazität von 1.000 auf 6.000 Hektoliter pro Jahr erhöht. Diese Professionalisierung respektiert die Legende von Elfique am Fuße des Schlosses, das La Belle Roche überragt.

Das Projekt Elfique ist in der Region Ourthe Amblève verwurzelt und lässt sich von der Vergangenheit, den Menschen und ihren Legenden inspirieren, will sich aber auch als zukunftsorientiert, modern und innovativ präsentieren.

Das Geheimnisvolle war schon immer der Kern der Elfique-Geschichte. Der Name stammt von den kleinen Wesen, die in den Legenden des Amblève-Tals häufig vorkommen. Sie lebten in den Wäldern und den nahe gelegenen Höhlen wie den Grottes de Remouchamps oder dem Vallon des Chantoirs. Diese Geschichten wurden von dem belgischen Schriftsteller Marcellin La Garde aus dem 19. Jahrhundert und in jüngerer Zeit von René Henoumont erzählt. Sie alle bieten einen Hauch von Geheimnis, eine geschickte Mischung aus leicht zu trinkendem Bier mit ausgewogenem Geschmack und faszinierenden Aromen, die der Gaumen beim Verkosten des Biers wahrnimmt.

So, jetzt aber genug der Theorie. Kommen wir nun endlich zum Bier. Orangefarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik dieses Biers ist schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma des Elfique Triple Blonde ist für ein helles Bier überraschend intensiv. Dabei steht der Duft nach Karamell im Vordergrund, der durch viele blumige Noten abgerundet wird.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße aus, in der das Aroma des Karamellmalzes zum Vorschein kommt, sowie durch eine ansprechende Spritzigkeit. Auf der Zunge wird das Karamell kräftiger und der Geschmack nach gelben Früchten gesellt sich dazu. Das Mundgefühl ist samtig-weich. Erst im Abgang kann ich ein an die Süße angepasstes freundliches Bitter feststellen, das sehr lange nachklingt.

Das Elfique Triple Blonde ist offensichtlich in der Legende verwurzelt. Mir gefällt die Mischung aus einem leicht zu trinkenden Bier mit ausgewogenem Geschmack und einem faszinierenden Aroma.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brasserie Elfique s.a.
Raborive 2
4920 Aywaille
Belgien
www.elfique.be

Alt-Bamberg – Zwickl

Jetzt steht das zweite Bier aus der Gasthausbrauerei Alt-Bamberg vor mir. Zur Brauerei habe ich bereits etwas geschrieben, so dass ich gleich mit der Verkostung beginnen kann.

Orangefarben mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber zeigt sich eine recht kleine Schaumkrone, die aber fest ist und lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Das Bier duftet nach Karamell, dazu nach Honig, begleitet durch kräftige würzige Noten.

Der Antrunk ist mit seiner feinperligen Kohlensäure wirklich spritzig. Dazu kommen eine angenehme Malzsüße sowie ein auf die Süße angepasstes Bitter. Damit macht das Bier einen gut ausgewogenen Eindruck. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang dominiert ein leichtes Bitter mit einem langen Nachkling.

Alles in Allem ist das Alt-Bamberg Zwickl ein angenehmes Konsumbier ohne Ecken und Kanten, das ich mit seiner nicht zu kräftigen Hopfung als typisch fränkisch bezeichnen würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,6° Plato

Bittereinheiten:

17 IBU

Farbe:

15 EBC

Brauerei:

Braumanufactur Alt-Bamberg GmbH
Breitäckerstr. 9
96049 Bamberg
www.alt-bamberg.com

Leffe Blonde 0,0%

Leffe gilt für viele Konsumenten als das belgische Bier schlechthin. Nun – das stimmt in dieser Absolutheit sicherlich nicht, Belgien hat noch viele andere gute Biere zu bieten. Aber das Leffe ist nun mal das in Deutschland meistverkaufte belgische Bier. Es stammt ja auch aus einer Großbrauerei, die nahezu unbegrenzte Mengen liefern kann. Jetzt hat Leffe sein Blondes auch in einer alkoholfreien Version auf den Markt gebracht, die ich jetzt verkosten möchte.

Nebenbei bemerkt ist das Leffe Blonde 0,0% erste alkoholfreie Abteibier in Belgien. Dabei wird der Alkohol nach dem Brauprozess und der Fermentation in einem eigens von der Brauerei dafür entwickeltem Verfahren entzogen und dabei wird das Bier komplett entalkoholisiert. Der Brauer Arnaud Hanset hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis Ende 2025 20% seines weltweiten Biervolumens aus alkoholfreien oder alkoholarmen Bieren bestehen soll. Das halte ich allerdings für ein sehr ambitioniertes Ziel, aber ich werde die Entwicklung interessiert verfolgen.

Bernsteinfarben, gefiltert und mit einer durchschnittlich voluminösen feinporigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Leider fällt die Schaumkrone recht flott in sich zusammen, so dass die anfangs makellose Optik doch nachlässt.

Das Bier duftet nach Getreide und Brotkrume, dazu kommen noch einige florale Noten, der Duft nach Vanille, sowie eine leichte fruchtige Säure, die an Pfirsich erinnert. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät mir aber, dass keine Früchte oder Säfte verarbeitet wurden. Ich vermute jetzt mal, dass das Fruchtaroma von den zugegebenen Aromen stammt.

Der Antrunk ist süß und spritzig. Auf der Zunge fällt mir zuerst der Geschmack nach Brotkrume auf und schnell gesellt sich auch ein auf die Süße gut abgestimmtes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist samtig und das Leffe Blonde 0,0 % ist für ein alkoholfreies Bier ungewöhnlich vollmundig. Im Abgang ist das Bitter anfangs nur leicht zu schmecken, es baut sich dann aber langsam auf und klingt abschließend sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Gerste, Zucker, Hopfen, Hopfenextrakt, natürliches Aroma (Vanille, Nelke)

Alkoholgehalt:

< 0,05 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 8° Celsius

Brauerei:

Brasserie Abbaye de Leffe s.a/n.v.
Place de l’Abbaye 1
5500 Dinant
Belgien
www.leffe.com