Schäffler – Winterzauber

Im Allgäu scheint der Winter Märzenzeit zu sein. So steht auch jetzt wieder ein Märzen vor mir, das Winterzauber, gebraut bei Schäffler Bräu in Missen. Obwohl ich normalerweise nichts über das Design der Etiketten schreibe (von Design habe ich wirklich überhaupt keine Ahnung), muss ich in diesem Fall doch sagen, dass die Winterlandschaft auf dem Etikett wirklich anziehend ist und zum Kauf dieses Biers einlädt. So steht es jetzt hier und wartet auf seine Verkostung.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik des Winterzaubers gibt es schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma ist malzbetont und erinnert an frische Brotkruste. Dazu kommen eine feine Süße und würzige Noten.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß, was aber zur sehr feinperligen und trotzdem kräftigen Kohlensäure passt. Auf der Zunge kommen die würzgen Noten zum Tragen, auch wenn die Süße des Malzes immer im Vordergrund bleibt. Das Mundgefühl ist weich und voll. Im Abgang schmecke ich in der Kehle erstmals ein leichtes freundliches Bitter, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,2° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brauerei Schäffler
Hauptstraße 17
D-87547 Missen-Wilhams
www.schaeffler-braeu.de

30. März 2023: Ausbildung zum Qualified Beerjudge bei Maisel & Friends

Haben Sie sich schon immer gefragt, wie die Medaillen vergeben werden, die auf so vielen Bierflaschen abgedruckt werden? Oder hatten Sie schon immer Lust, selbst einmal in einer Jury zu sitzen, die die Medaillen vergibt? Im März haben Sie die Chance, in einem eintägigen Kurs die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Geleitet wird der Kurs von Edelbrand- und Biersommelier Markus Raupach (im Bild ist er zu sehen), Gründer der Deutschen BierAkademie und Juror bei zahlreichen renommierten Bierwettbewerben. Im Seminar bringt er den Teilnehmenden die wichtigsten Fehlaromen im Bier näher und zeigt gleichzeitig deren Herkunft und Vermeidung auf. Dabei lernen die Teilnehmenden ihre persönlichen Reiz- und Erkennungsschwellen kennen und einzuschätzen. Weitere Seminarpunkte sind außerdem die sichere Einordnung von Farbreihen und die Beurteilung von Schaum und Trübung. Im Rahmen einer Blindverkostung erfolgt außerdem eine Einführung in die Welt der Bierstile, damit vor allem das Abgrenzen sehr ähnlicher Bierstile treffsicher gelingt. Eine Rolle spielen dabei auch geschichtliche Hintergründe und regionale Besonderheiten. Am Ende des Kurses wartet ein Test mit Blindverkostungen von Fehlaromen und Bierstilen auf die Teilnehmer. Eine erfolgreiche Teilnahme ermöglicht die Bewerbung als Juror bei den World Beer Awards.

Das Seminar findet am 30. März 2023 von 10 bis 17 Uhr bei Maisel & Friends in Bayreuth statt. Die Anmeldung ist unter maiselandfriends.com möglich. Schnell sein lohnt sich, denn es steht nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung. Vor allem passionierte Hobbybrauer und Bierinteressierte können vom Termin gleich doppelt profitieren: Am 1. April findet die Home Brew statt, das Event für Hobbybrauer und Bierenthusiasten von Maisel & Friends, und so lohnt ein Kurzurlaub im fränkischen Bayreuth.

Dubuisson Freres – Rasta Trolls

Seit dem Jahr 2018 gibt es das Rasta Troll aus der Brasserie Bubuisson Freres im wallonischen Pipaix bereits und obwohl ich die anderen Biere aus dieser Brauerei vermutlich alle schon beschrieben habe, ist mir dieses Bier erst jetzt aufgefallen. Obwohl – wer es ganz streng nimmt, wird das Rasta Trolls nicht als Bier anerkennen, sondern es als ein Mischgetränk einordnen. Neben den üblichen Rohstoffen, die auch in Deutschland üblich sind, enthält das Rasta Trolls auch Rumaroma und Apfelkonzentrat. Ich persönlich habe ja keine Berührungsängste mit den Fruchtbieren aus Belgien, aber wenn Konzentrate und Aromen ins Spiel kommen, werde ich doch misstrauisch. Mal sehen, ob das Misstrauen in diesem Fall gerechtfertigt ist. Nebenbei bemerkt ist auf dem Rückenetikett der Flasche keine Zutatenliste aufgedruckt, sondern es wird neben dem obligatorischen Allergiehinweis aufgrund des Gerstenmalzes lediglich auf das Rumaroma und Apfelkonzentrat hingewiesen.

Golden und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier durchaus eine gute Figur.

Allerdings duftet Rasta Troll nicht nach Bier, sondern nach Apfel und erinnert damit eher an Cidre. Nur aus dem Hintergrund kann ich eine leichte Malzsüße riechen. Das Rumaroma kann ich bestenfalls erahnen. Hopfen kann ich in der Nase nicht feststellen.

Der Antrunk ist süß mit reichlich Kohlensäure. Auf der Zunge kommt der Geschmack grüner Äpfel dazu, so dass eine gewisse Fruchtigkeit zum Tragen kommt. Bitterstoffe des Hopfens kann ich immer noch nicht feststellen. Das Mundgefühl ist schlank. Erst in der Kehle bemerke ich ein sehr leichtes Bitter, das aber auch schnell wieder verschwindet.

Ich finde, dass das Bier dem Spruch nicht gerecht wird, mit dem die Brauerei es bewirbt: „Don’t worry, beer happy“.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Apfelsaftkonzentrat, Hopfen, Rumaroma

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

19 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brasserie Dubuisson Freres
Chaussée de Mons 28
7904 Pipaix
Belgien
www.bubuisson.com

Wanted: die neue Königin von Bayern

In ganz Bayern sucht der Bayerische Brauerbund e.V. Bewerberinnen für das Amt der Bayerischen Bierkönigin 2023/ 2024, die das Bayerische Bier und die bayerische Bierkultur im In- und Ausland vertreten wird.

Interessentinnen für die Nachfolge von Sarah Jäger, deren Amtszeit im Mai dieses Jahres endet, können sich ab sofort beim Bayerischen Brauerbund e.V. in München bewerben, sofern sie in Bayern aufgewachsen sind bzw. bayerische Wurzeln haben und mindestens 21 Jahre alt sind. Weitere Voraussetzungen für die Bewerbung sind die Begeisterung für das hochwertige und vielseitige Lieblingsgetränk der Bayern sowie Kontakt- und Kommunikationsfreude. Englische Sprachkenntnisse und ein versierter Umgang mit sozialen Netzwerken sind für die Aufgaben während der einjährigen Amtszeit von Vorteil.

Unter allen Bewerbungen, die bis zum 10. Februar 2023 beim Bayerischen Brauerbund eingehen, werden 24 Kandidatinnen von der hochkarätig besetzten Jury ausgewählt und für ein Casting nach München ins GOP Varieté-Theater eingeladen. Am Ende des Castings werden sechs Finalistinnen stehen, die am Festabend zur Wahl der Bayerischen Bierkönigin am 25. Mai in München das Finale um die Krone bestreiten. Zuvor werden die Damen auf einer Studienfahrt ins Bayerische Brauereimuseum, Kulmbach, vom Bayerischen Brauerbund geschult und auf die Amtszeit als Bayerische Bierkönigin vorbereitet.

Auf die zukünftige Bayerische Bierkönigin warten wertvolle Preise wie ein brandneuer Dienstwagen, eine exklusive Dirndlausstattung, ein iPhone mit Flatrate, schöne Delegationsreisen und eine unvergessliche Amtszeit als Repräsentantin unserer einzigartigen bayerischen Bierkultur in und außerhalb Bayerns.

Alle Preise und die Partner der Wahl zur Bayerischen Bierkönigin 2023/ 2024 sowie das Bewerbungsformular finden Sie unter www.bayerische-bierkönigin.de.

Zötler – Gold

Jede Region in Deutschland hat ihr Lieblingsbier. So wird hier in Niedersachsen wie auch im Ruhrgebiet meist Pils getrunken, im Raum Göttingen/Einbeck kommt aber auch das Bockbier dazu. Das Rheinland trinkt Alt oder Kölsch, der Großteil von Bayern Helles. Im Allgäu allerdings ist das Export beliebt. Und so steht jetzt ein Export aus dem Allgäu vor mir, das Zötler Gold.

Die Farbe des Bieres macht seinem Namen alle Ehre. Intensiv golden und gefiltert ist es. Leider ist die Schaumkrone recht klein ausgefallen und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist malzbetont mit würzigen Noten. Auch wenn dieser Duft eher Standard ist, macht er doch Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, was aber gut zur kräftigen Kohlensäure passt. Auf der Zunge gesellt sich ein leichtes Bitter dazu. Und was ist das? Eine diskrete buttrige Note kommt ebenfalls zum Vorschein. Würde ich nicht wissen, dass dieses Bier aus dem Allgäu stammt, würde ich es für ein tschechisches Bier halten. Aber eigentlich passt die buttrige Note durchaus zum weichen Mundgefühl, das dieses Bier vermittelt. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und obwohl es auch jetzt nicht allzu stark ist, klingt der Geschmack überraschend lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

12 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Privat-Brauerei Zötler GmbH
Grüntenstraße. 2
87549 Rettenberg
www.zoetler.de

BierSelect

14. 1. 2023: Ur-Krostitzer Wintergrillen auf dem Marktplatz in Leipzig

„Lass Brutzeln!“ heißt es am 14. Januar 2023, wenn der Kampf um den Goldenen Grill beim Ur-Krostitzer Wintergillen in die 13. Runde geht. Nach zwei Jahren „Home-Edition“ weht nun wieder echter Grillduft über den Leipziger Markt und 100 Grillteams beweisen sich in den Kategorien „Bestes Grillteam“, „Bestes Alternatives Grillgut“ und „Beste Performance“ vor einer hochkarätig besetzten Jury.

„Trotz der Pandemie ist unser Wintergrillen eine ungebrochene Erfolgsserie!“ freut sich Brauereichef Wolfgang Welter und berichtet von den zwei Jahren „Home-Edition“: „Das war viel mehr als nur eine Notlösung. Die teilnehmenden Teams haben eben zu Hause gegrillt und ihre Ergebnisse in unserer Sondersendung mit Radio Leipzig und virtuell präsentiert. Über Social Media haben wir über 1.500 Foto- und Videobeiträge bekommen. Das hat allen Beteiligten großen Spaß gemacht – trotzdem sind wir natürlich froh, in diesem Jahr endlich wieder auf dem Markt grillen zu können.“

Ob „Die Röstaromen“, „Käsebienchen“, „Team Schneesturm“, „Grillzillas“ oder die „Schwedenkönige“: Auf der Liste der Teilnehmer finden sich eine Menge bekannte Namen. Mit dabei ist auch der Gewinner der Home-Edition von 2021, Team „Sommi“ aus Gera, und das Team „Schwagertrupp“ aus Langenbernsdorf, das in beiden Pandemiejahren jeweils den 2. Platz belegte. Es dürfte also eine Menge Ehrgeiz und Vorfreude im Spiel sein, was man an der Vergabe der 100 Startplätze sieht, die innerhalb von drei Minuten vergeben waren.

Ab 14 Uhr treffen sich die Grillteams, bestehend aus je zwei Teilnehmern, auf dem Leipziger Markt. Mit der gleichen Teamausstattung geht es nach kurzer Einweisung ins Rennen. Insgesamt sechs Jurys bewerten die gegrillten Ergebnisse dann nach Aussehen, Garstufe, Biss und Geschmack. Der heißbegehrte Goldene Grill geht schließlich an das Team, dass in der Kategorie „Bestes Grillteam“ überzeugt. Zusätzlich gibt es zwei Gutscheine für die Teilnahme am Masterseminar der 1. Deutschen Grill- und BBQ-Schule Erfurt, sowie 12 Kästen Ur-Krostitzer Pilsner. Über die 12 Kästen dürfen sich ebenfalls die Sieger der beiden anderen Kategorien freuen sowie über Tickets für die VIP Skybox in der Red Bull Arena Leipzig bzw. für das Krystallpalast Varieté Leipzig.

Aber auch für Nicht-Griller gibt es genügend Unterhaltung. Das Programm bietet neben einer Selbst-Grillstation für Gäste, einer Eisbar, einem Speed-Grillkurs und Eisstockschießen auch viele Live-Acts. So sorgt die Thüringer Band „Combo Gurilly“ im Dixiestil für gute Laune und „Die größte kleinste Show der Welt“ begeistert das Publikum mit einer energiegeladenen Pop-Show. Elvis alias Roman Petermann wird dabei sein und sobald es dunkel wird, erleuchtet die Feuershow von „Freaks on Fire“ den Leipziger Markt. Die beiden Moderatoren Tim Thoelke und Roman Knoblauch führen durch den Tag.

Ab 15 Uhr stehen die Grills unter Feuer. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen: www.ur-krostitzer-aktionen.de

Wagner – Kupferstich Rotbier

Die Geschichte der Brauerei Wagner im fränkischen Merkendorf lässt sich bis ins ausgehende 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Dort, in der Umgebung von Bamberg, haben die Biere dieser Brauerei Kultstatus. Das zu erreichen ist nicht einfach. Somit kann ich erwarten, dass das Rotbier, das jetzt vor mir steht, etwas ganz Besonderes ist.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein, aber da ein Rest lange Zeit erhalten bleibt, macht das Bier optisch eine gute Figur.

Das Bier duftet nach Karamell mit einigen blumigen Noten. Obwohl der Alkoholgehalt mit 4,9 Volumenprozent recht moderat ist, hat das Aroma einen likörartigen Charakter.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Karamellsüße sowie eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge verhält sich das Bier wie in der Nase. Sehr angenehme Karamellnoten umschmeicheln den Gaumen und das likörartige des Geschmacks sorgt für ein weiches Mundgefühl. Das Bittere des Hopfens ist sehr moderat eingesetzt. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brauerei Wagner GmbH
Pointstraße 1
96117 Memmelsdorf
www.wagner-merkendorf.de

 

Martin’s IPA 44

Dieses Bier steht in der Tradition der englischen Biere. Zunächst wurden IPAs gebraut, als die englischen Segelschiffe den Ozean überquerten, um zu den weit verbreiteten Kolonien Englands zu gelangen. Ein Teil der Ladung dieser Schiffe bestand aus Bier. Damit das Bier die lange Reise überstehen konnte, wurden die Fässer mit Hopfen vollgestopft. Dadurch erhielt das Bier eine kräftige Bittere und sollte eigentlich in den Kolonien mit Wasser wieder auf Trinkstärke gebracht werden. Leider schmeckte es den Engländern in den Kolonien auch unverdünnt so gut, dass sie das Wasser für andere Zwecke verwendeten. So ist der Überlieferung nach der Bierstil des India Pale Ale entstanden.

Der britische Brauer John Martin führte diese Tradition fort als er im Jahr 1909 erstmals in Antwerpen ankam. Auch dort wandte er das Hopfenstopfen an, auch Dry Hopping genannt.

Wunderschön orangefarben und leicht hefetrüb mit einer sehr voluminösen festen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum fällt nur langsam in sich zusammen. An der Optik dieses Biers lässt sich also nicht mäkeln.

Düfte nach Zitrusfrüchten und hellen Früchten steigen mir in die Nase, abgerundet durch eine würzige Note, die an weißen Pfeffer erinnert.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße, die mich an Blütenhonig erinnert, sowie die reichlich dosierte kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit voll zum Tragen und ein passendes Bitter gesellt sich dazu. Auch das Aroma weißen Pfeffers, das ich bereits in der Nase festgestellt habe, kommt zum Tragen. Das Mundgefühl ist cremig. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und die Süße macht einem freundlichen Bitter Platz, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Mais, geröstete Gerste, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Bittereinheiten:

25 IBU

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

John Martin s.a
Rue du Cerf 191
1332 Genval
Belgien
www.anthonymartin.be

Finne – Winterbock

Der Winterbock, der jetzt vor mir steht, stammt aus Münster. Die westfälische Universitätsstadt hat etwa 300.000 Einwohner. Dass eine Stadt in dieser Größenordnung drei Brauereien beherbergt ist nicht ungewöhnlich. Dass aber zwei dieser Brauereien mit Rohstoffen aus biologischem Anbau arbeiten finde ich durchaus bemerkenswert.

Dunkel bernsteinfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten. Die Optik dieses Winterbocks entspricht damit meinen Erwarungen.

Das Bier duftet nach Karamell und Biskuit. Auch die 7,0 Volumenprozent Alkohol sind deutlich zu riechen, sie passen sich aber angenehm in die anderen Aromen ein und geben dem Bier einen likörartigen Charakter.

Der Antrunk ist süß mit reichlich Kohlensäure. Bereits vom ersten Moment an verstärkt sich der Likör-Chararkter des Bieres. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Bitter kann ich nur sehr wenig schmecken. Das Mundgefühl ist cremig. Erst in der Kehle wird das Bitter etwas kräftiger, aber auch im sehr langen Nachklang dominiert das Malz.

Das Bier ist sehr gut ausgewogen und passt hervorragend zu weihnachtlichem Backwerk.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz, Carafa Malz), Hopfen (Perle, Spalter Select), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

18 IBU

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Eichhorn – Winterfestbier

In Forchheim gab es seit fast zweieinhalb Jahrhunderten die Brauerei Eichhorn. Dann drohte das Aus. David Hertl neben der Marke auch die sehr schöne Brauereigaststätte gerettet. Lediglich die Produktion findet nicht mehr in Forchheim statt sondern in Schlüsselfeld, aber immerhin mit den überlieferten Rezepturen. Eines der Biere ist zum Beginn der kalten Jahreszeit ein Winterfestbier, also ein Märzen.

Orangefarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Das Bier duftet intensiv nach Karamell, abgerundet durch würzige Noten, die an weißen Pfeffer erinnern.

Der Antrunk ist malzbetont mit einer angenehmen Kolensäure. Auf der Zunge gesellt sich ein mildes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich. Auch in der Kehle bleibt das Bitter mild, klingt aber trotzdem sehr lange nach.

Dieses sehr süffige Bier kann ich nur wärmstens empfehlen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de