BrewDog – Hoppy Xmas

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Weihnachten ist nun bereits einige Zeit vorbei und trotzdem habe ich noch die eine oder andere Flasche Weihnachts- und Winterbier im Kühlschrank. Was sich die Brauer bei Brewdog in Schottland dabei gedacht haben, als Weihnachtsbier ausgerechnet ein IPA zu brauen, kann ich auf den ersten Blick nicht erkennen. Ich sehe das IPA eigentlich als typische Sommerbier, das bei warmem Wetter mit seiner Fruchtigkeit erfrischt. Mit Winter, Schnee, Tannenbaum und Lebkuchen kann ich diesen Bierstil nicht zusammenbringen. Aber was soll’s, eventuell geht mir ja während der Verkostung ein Licht auf.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große und schneeweiße Schaumkrone ist fest und bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier also schon mal eine sehr gute Figur.

Auch das Aroma kann mich begeistern. Ich rieche Grapefruit, Zitrusschalen, Ananas, andere Südfrüchte und Harz. Aber auch das Malz kommt mit einem Karamellduft zu seinem Recht.

Der Antrunk verwöhnt mich mit einer angenehmen Malzsüße und einer dazu passend dosierten Kohlensäure. Auf der Zunge treffe ich alle Aromen wieder, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dazu kommt ein kräftiges Bitter, das aber auch noch Platz lässt für den Karamellgeschmack des Malzes. Insgesamt entsteht so ein weiches und volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und deckt in der Kehle die Malzsüße zu. Dafür kommt auch in der Kehle die Fruchtigkeit zu ihrem Recht, wo der Geschmack lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

70 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

BrewDog PLC
Balmacassie Industrial Estate
Ellon
AB41 8BX Aberdeenshire
Großbritannien
www.brewdog.com

AB InBev führt in Österreich das Flaschenpfand ein

Gestern erhielt ich eine Pressemitteilung von AB InBev, die ich Ihnen hier gerne vorstelle. Im Anschluss an den Text des Braukonzerns, den ich hier unverändert dokumentiere, werde ich noch einige eigene Bemerkungen anfügen. Hier erst einmal die Pressemitteilung:

Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev (AB InBev), zu dem auch die beliebte mexikanische Biermarke „Corona“ gehört, stellt derzeit seine gesamte Produktions- und Vertriebsstruktur nach strengen Nachhaltigkeitsprinzipien um. Rund um die Biermarke Corona werden nun auch in Österreich zahlreiche Aktionen und Verbesserungen im Sinne des Umweltschutzes umgesetzt. Durch Maßnahmen wie diese wird es möglich sein, das Ziel „Netto-Null“ an CO2-Emissionen in unserer gesamten Wertschöpfungskette bis 2040 zu erreichen.

Klima- und Umweltschutz zuerst: Corona-Bier ab Ende Jänner 2023 nur mehr in der Mehrweg-Pfandflasche erhältlich

In Österreich werden somit die Einweg-Flaschen von Corona verschwinden und durch wiederverwendbare Pfandflaschen ersetzt. Seit Jänner 2023 wird Corona-Bier in Österreich nur mehr in diesen neuen Pfandflaschen ausgeliefert. Das Pfand beträgt neun Cent pro Flasche und drei Euro pro Bierkiste. Die neuen Mehrweg-Flaschen sind beim Etikett speziell mit dem Wort „Mehrwegflasche“ gekennzeichnet. Zusätzlich werden für Konsumenten umfassende Informationen zu den neuen Pfandflaschen in den Filialen des Lebensmitteleinzelhandels und an anderen Verkaufsstellen zur Verfügung gestellt. Die Umstellung soll österreichweit im gesamten Handel bis Ende Februar abgeschlossen sein.

Die neuen Corona-Pfandflaschen können dann bei den im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel etablierten Leergut-Automaten zurückgegeben und gegen Wertbons eingetauscht werden. Eventuell noch vorhandene, alte Einweg-Flaschen können weiterhin über den üblichen Weg in Altglas-Containern entsorgt und so dem Recycling zugeführt werden. Dazu Francesa Marzano, Senior Brand Manager für Corona bei AB InBev: „Mit der logistisch durchaus aufwändigen Umstellung auf Mehrweg-Pfandflaschen setzen wir ein klares Zeichen für mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Wir sind stolz darauf, dass unsere Kunden sowie unsere Partner im österreichischem Lebensmitteleinzelhandel diese Maßnahme unterstützen. Gemeinsam leisten wir so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“

Nachhaltigkeit und Klimaschutz seit langem Kernwerte von Corona

Die Umstellung auf Mehrweg-Flaschen war ein logischer Schritt. Schließlich engagiert sich Corona seit vielen Jahren umfassend im Umwelt- und Klimaschutz. Ein Beispiel dafür ist das erfolgreiche Projekt „Protect our Beaches“, mit dem Corona gemeinsam mit der international tätigen Non-Profit Organisation „Oceanic Global“ aktiv zur Reduzierung von Plastikabfällen an Stränden beiträgt. „Wir sind der Meinung, dass es nicht mehr angemessen ist, nur Geschäfts- und Produktionsbedingungen zu verbessern. Aus diesem Grund ist das gesamte Ab InBev-Team stets bemüht, aktiv Lösungen zu finden, um die Natur und den Planeten kontinuierlich zu schützen“, so Maarten Schurmann, General Manager für Österreich und Schweiz bei AB InBev.

Soweit die Pressemitteilung. Nun stellt sich mir selbstverständlich die Frage, wie ökologisch es sein kann, erst das Flaschenbier von Mexiko nach Österreich zu bringen, um später das Leergut mit dem LKW oder der Bahn von Österreich nach Belgien zu transportieren, um es anschließend nach Mexiko zu verschiffen. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, eventuell ist dieses Vorgehen ja wirklich weniger umweltbelastend als die Verwendung von Einwegflaschen. Diese Frage müssen andere beantworten, die mehr im Thema sind als ich.

Aber Corona bzw. die Mondolo-Gruppe, die dieses Bier herstellt, stand in der Vergangenheit schon einmal in der Kritik. Als Beispiel dafür habe ich einen Artikel der Wirtschaftswoche vom Juli 2012 gefunden, den hier verlinke. Ich habe diesen Artikel ausgewählt, einfach weil er in der Wirtschaftswoche erschienen ist, einer Zeitung, die ökonomische Fragen sehr gut recherchiert, mit der Ökologie aber nun wirklich nichts am Hut hat. Wenn in einem solchen Verlag dieser Artikel erscheint, gehe ich durchaus davon aus, dass die dort beschriebenen Fakten der Realität entsprechen. Ich habe bei meinen Recherchen auch keinen Hinweis darauf gefunden, dass die Brauerei ihr Vorgehen in der Zwischenzeit geändert habe. Aber bilden Sie sich selbst ein Urteil.

De Bie – Winter Bie

Es ist Februar und damit genau die richtige Jahreszeit für ein Winterbier. Und mit dem Winter Bie aus Flandern habe ich mir mal wieder ein dunkles Bier ausgesucht. Unverständlich nur, dass der Schneemann auf dem Etikett ein Glas mit einem hellen Bier in der Hand hat. Aber was soll’s, es geht hier um das Bier, nicht um die Bewertung des Etiketts. Öffne ich also die Flasche und schenke mir ein Glas ein.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkroneist klein und fällt sehr schnell in sich zusammen.

Die Süße des Malzes steht im Mittelpunkt des Aromas. Dazu kommen die Röstaromen, die mir in Form von Mokkaduft in die Nase steigen. Aus dem Hintergrund meldet sich noch ein leichter Honigduft. Das Aroma des Winter Bie gefällt mir deutlich besser als die Optik.

Auch der Antrunk wird von der Malzsüße dominiert. Dazu kommt die angenehme Karbonisierung und jetzt kann ich mich mit dem Bier wirklich anfreunden. Auf der Zunge bleibt die Süße im Vordergrund, wobei jetzt auch der Honiggeschmack zum Vorschein kommt. Die acht Volumenprozent Alkohol sind gut eingearbeitet und unterstützt die anderen Aromen. Das Mundgefühl ist cremig. Würde das Bier noch ein paar Bitterstoffe mehr enthalten, würde ich es als nahezu perfekt bezeichnen. Im Abgang wird das Bitter minimal kräftiger, aber es klingt in der Kehle nur sehr kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij De Bie
Vivestraat 47
8720 Dentergem
www.brewerydebie.com

Blockbräu – Senatsbock 2022

Über den Hamburger Senatsbock habe ich bereits häufiger geschrieben, jenen dunklen und fast schwarzen Doppelbock, der in jedem Jahr am dritten Freitag des Jahres im Rahmen einer Feier angestochen wird. Damit kann ich jetzt direkt mit der Beschreibung der Kreation von Blockbräu beginnen.

Dunkelbraun und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist nur klein und sie löst sich schnell auf.

Düfte nach Pumpernickel, Expresso und Schokolade steigen mir in die Nase. Wie erwartet steht das Malz mit seinen Röststoffen im Vordergrund, aber auch würzige Noten sowie eine leichte Säure stelle ich in der Nase fest.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine reichlich dosierte und sehr feinporige Kohlensäure aus. Auf der Zunge stelle ich eine überraschend kräftige Säure fest, die so gar nicht typisch für einen Bock ist. Die Süße, die ich erwartet habe, ist eher diskret. Außerdem fällt mir das für ein Bockbier doch recht schlankes Mundgefühl auf. Auch in der Kehle steht die Säure im Mittelpunkt und jetzt schmecke ich erstmals ein leichtes Bitter, das aber nur kurz nachklingt.

Das Bier ist durchaus angenehm zu trinken, aber mit der doch recht kräftigen Säure ist der Stil eines Bockbiers doch eindeutig verfehlt. Als dunkles Sauerbier könnte es mich aber begeistern.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Blockbräu
Bei den St. Pauli Landungsbrücken
20359 Hamburg
www.block-braeu.de

Samuel Smith’s – Winter Welcome Ale

Das Samuel Smith Winter Welcome Ale wird speziell für die Wintersaison in einer limitierten Menge gebraut. Es soll perfekt an den Genuss an den kurzen Tagen und in den langen Nächten der dunklen Jahreszeit angepasst sein. Und es ist auch für eine Brauerei aus Großbritannien wenig verwunderlich, dass das diesjährige Bier dem 70jährigen Kronjubiläum der kürzlich verstorbenen Königin gewidmet ist. Mir persönlich ist dieses Jubiläum recht gleichgültig, aber deshalb muss das Bier ja nicht schlecht sein. Aber Versuch macht kluch und so werde ich die Flasche jetzt einmal öffnen.

Bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone, die bis auf einen Rest recht schnell in sich zusammenfällt. Ein Rest bleibt dann aber lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell und Kandiszucker, dazu kommt der Duft nach gerösteten Haselnüssen und Trockenfrüchten wie Rosinen und Pflaumen. Auch der Alkohol ist deutlich wahrzunehmen. Er stört aber nicht, sondern verleiht dem Aroma einen Duft, der an Likör erinnert. Damit passt das Bier schon mal gut in die kalte Jahreszeit.

Der Antrunk ist weniger süß als erwartet und er verwöhnt mich mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge steht der Geschmack nach Trockenfrüchten im Vordergrund, unterstützt durch die 6,0 Volumenprozent Alkohol. Das Mundgefühl ist weich. Im Prinzip gefällt mir das Bier wirklich gut, aber ich würde mir doch etwas mehr Bitter wünschen. Erst im Abgang werden die Bitterstoffe etwas kräftiger. Obwohl sie immer noch diskret eingesetzt werden, klingen sie überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Fuggle, Golding), Hefe, Kohlendioxid

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten

32 IBU

Farbe:

16 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

9° – 11° Celsius

Brauerei:

Samuel Smith The Old Brewery
Tadcaster N. Yorks LS24 9SB
Großbritannien
www.samuelsmithsbrewery.co.uk

Reutberger – Weihnachts Bock

Das Kloster Reutberg wurde im Jahr 1618 gegründet. Die Brauerei folgte ein gutes halbes Jahrhundert später. Von dort stammt der Weihnachtsbock, der jetzt vor mir steht. Irgendwie irritieren mich die Weihnachtsböcke aus Bayern; für mich gehört zum Winter ein dunkles Bier. Aber gut – so hat jeder seinen Geschmack. Gebe ich dem Reutberger Weihnachts Bock eine Chance.

Goldgelb und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone fällt leider schnell in sich zusammen.

Malzaromatisch und süß duftet das Bier, unterstützt durch einige florale Noten und auch der Alkohol hebt die Aromen noch einmal hervor.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische Süße sowie eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu, dazu kommt die Würze des Hopfens. Ich meine sogar, einen leichten Marzipangeschmack zu erkennen. Dazu kommt das weiche und volle Mundgefühl. Dass der Alkohol mich von innen wärmt macht den guten Eindruck komplett. Im Abgang erfreut ein angenehmes Bitter meine Kehle, das lange nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

9° – 11° Celsius

Brauerei:

Klosterbrauerei Reutberg eG
Am Reutberg 3
83679 Sachsenkam
www.klosterbrauerei-reutberg.de

Donker – Duivels Bier

Duivels Bier, auf deutsch Teufelsbier, heißt das Bier, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Ein Name, bei dem man sich wirklich fragt, woher er kommt. Die Brauerei erklärt es so: Teufelsbier ist ein dunkles obergäriges Bier, das seit 1883 in Halle gebraut wird. Ursprünglich war es ein Spezialbier für die Pilger der Stadt. Einer der wallonischen Pilger war einmal ein wenig zu enthusiastisch und hat die Stärke des Bieres falsch eingeschätzt. „C’est une bière de diable!“ („Das ist ein Teufelsbier!“) rief er aus, sichtlich beeindruckt von dem starken Bier, von dem er gerade einen großen Schluck genommen hatte. Der Name Devil’s Beer war geboren.

Nachdem wir den Namen des Bieres erklärt haben, können wir uns noch kurz der bewegten Geschichte des Duivels Bier zuwenden. Das Duivels Bier wird seit 1883 in Halle in Flandern gebraut. Ursprünglich war es ein spezielles Bier für Pilger und hieß Duvel. Gebraut wurde es von der Brauerei Pêtre Frères, die in Halle beheimatet ist. 1952 schließt die Brauerei Pêtre und die Marke „Duvel“ wird von der Brauerei Vander Linden übernommen. Im Jahr 1996 lässt die Brauerei die Marke „Duivelsbier“ offiziell eintragen. Im Jahr 2001 stellt die Brauerei Vander Linden ihren Betrieb ein , so dass im Jahr 2002 die Marke Duivelsbier“ an die Brauerei Boon übertragen werden konnte. Im Jahr 2003 wurde das Etikett erneuert und der Name in Devil’s Beer geändert. 20 Jahre später steht das Bier nun vor mir. Dann will ich es mal nicht länger warten lassen.

Tatsächlich kann das Bier es gar nicht erwarten, aus der engen Flasche befreit zu werden. Kaum habe ich den Kronkorken geöffnet schäumt es über. Im Glas zeigt es sich dann in einem dunklen Braun mit leichter Hefetrübung. Die Schaumkrone ist anfangs gewaltig, fällt aber bis auf einen Rest schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Kaffee und Karamell. Auch der Alkohol ist in der Nase festzustellen, aber er stört nicht und unterstützt die anderen Aromen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße und die dazu passende Karbonisierung aus. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach Schokolade und Kaffee. Das Mundgefühl ist nicht weich, passt aber zum Geschmack. Der Abgang ist mild und immer noch kann ich kein Bitter feststellen. Auch klingt der Geschmack in der Kehle nicht nach.

Alles in Allem ist das Bier sehr süffig, aber eine zusätzliche Hopfengabe würde das Bier sicherlich noch aufwerten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kandiszucker, Doldenhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

N.V. Brouwerij Boon
Fonteinstraat 85
1502 Halle
Belgien
www.boon.be

Hohenthanner – Winterfestbier

Unschwer zu erkennen ist die Herkunft des Winterfestbiers, das jetzt vor mir steht. Es stammt aus Hohenthann im niederbayrischen Landkreis Landshut. Die Zahlen lassen erahnen, dass es dort in etwa so aussieht wie in einem Bilderbuch: Die Gemeinde hatte Ende 2021 nur etwas mehr als 4200 Einwohner, die sich auf 62 Gemeindeteile aufteilen, die sich über eine Fläche von mehr als 68 km2 verteilen. Damit kommen nur 62 Einwohner auf einen Quadratkilometer. Ländlicher geht es kaum. Und so verwundert es nicht, dass das kleine Hohenthann sogar zwei jährliche Bierfeste zu bieten hat, ein Bierfest mit Zeltparty am zweiten Juliwochenende sowie das Brauerei-Hoffest Mitte September. Und da das Märzen ein typisch bayrischer Bierstil ist, hoffe ich jetzt auf eine angenehme Bierprobe.

Bronzefarben präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone fällt anfangs flott in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten. Damit macht das Bier optisch schon mal einen ordentlichen Eindruck.

Das Bier duftet malzbetont nach Brot sowie eiem Hauch Lakritz.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße und eine passende Carbonisierung aus. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu, das sich stiltypisch nicht in den Vordergrund drängt. Der Geschmack ist intensiv, mehr als ich es von eine Märzen erwartet hätte. Das Mundgefühl ist weich und das Bier ist wirklich süffig. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter legt zu und auch das Aroma nach Lakritz meldet sich kurz. Insgesamt klingt der Geschmack lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei GmbH & Co. KG
Brauhausstraße 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Bundeskanzler Scholz besucht die Brauerei Gold Ochsen in Ulm

Das Jahr des 425. Jubiläums der Brauerei Gold Ochsen war noch nicht ganz vorüber, als bereits ein neues Großereignis seine Schatten voraus warf. Kurz vor Weihnachten erreichte Geschäftsführerin Ulrike Freund der Anruf des Bundeskanzleramts mit einer Besuchsanfrage. Am 16. Januar 2023 war es um kurz vor halb eins soweit: Bundeskanzler Olaf Scholz, begleitet von einer Delegation aus Vertretern der Bundesregierung und des Bundeskanzleramts, fuhr an der Pforte der Brauerei vor.

Nach persönlicher Begrüßung durch Ulrike Freund und einem Auftaktbild gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Gold Ochsen sowie den geladenen Gästen – zu denen unter anderem Ulms erster Bürgermeister Martin Bendel, der ehemalige Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, Petra Engstler-Karrasch sowie Dr. Jan-Stefan Roell von der IHK Ulm und Lorenz Schulte, Schulleiter der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Ulm (Ausbildungsstätte von Brauern und Mälzern), gehörten – tauchte Bundeskanzler Olaf Scholz direkt in den Arbeitsalltag der Brauerei ein. Gestartet wurde auf dem Skywalk der Abfüllung. Hier nutzte Ulrike Freund zunächst die Gelegenheit, um sich für diese ganz besondere Möglichkeit der Begegnung und die damit verbundene Wertschätzung zu bedanken. Wie fortschrittlich das historische Erbe des Ulmer Biers heute daher kommt, konnte vor der Kulisse der 2012 eingeweihten Abfüllanlage, die bis heute mit einer Leistung von 40.000 Flaschen pro Stunde zu den modernsten in Süddeutschland gehört, kaum anschaulicher untermauert werden. Angesprochen wurden dabei jedoch auch gleich zu Anfang die großen Herausforderungen, der sich die Brauerei aktuell gegenübersieht – insbesondere die hohe Inflationsrate, die zu Preisexplosionen bei Rohstoffen und Energie führt. Gerade diese Detailaufnahmen aus der Praxis der Nahrungsmittelindustrie waren seitens des Bundeskanzlers im Vorfeld ausdrücklich erwünscht worden, ebenso wie gezielte Einblicke in das Brauhandwerk selbst, das bei Gold Ochsen mit 425 Jahren eine bemerkenswert lange Geschichte hat.

Im Lagerkeller wurden die umfangreiche Erfahrung und das weitreichende Wissen der Bierherstellung in den Reihen von Gold Ochsen anschließend im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar: Begleitet von den fachkundigen Erläuterungen zum Produktionsprozess und der Bierreifung durch Brauerei-Mitarbeiter Manuel Renner ging Bundeskanzler Olaf Scholz bei der Zwickelprobe – also der Entnahme des noch ungefilterten Biers aus dem Lagertank – auf Tuchfühlung mit „Ulms flüssigem Gold“ und ließ sich das Gold Ochsen Original schmecken. Nächste Station nach einem kurzen Weg durch den Museumsgang, in dem zahlreiche historische Exponate die lang zurückreichende Geschichte des Unternehmens bezeugen, war das Sudhaus als Herzstück der Brauerei. Am großen historischen Kupferkessel gab es von Brauer Michael Albrecht viele informative Ausführungen rund um die Herstellung der Bierwürze und zu den Faktoren, die für den Geschmack des Bieres ausschlaggebend sind. Nachfragen seitens Bundeskanzler Olaf Scholz wurden gerne beantwortet.

Beim – auf den Rundgang folgenden – Austausch zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz und einer Gruppe von Mitarbeitern der Brauerei in der Kantine (dem sogenannten Schalander) lag der Fokus dann noch einmal ganz konkret auf den Nöten der Branche und den individuellen Erfahrungen der Mitarbeiter im Tagesgeschäft – vom Bierfahrer über den Brauer bis hin zum Leiter des Technischen Kundendienstes. Adressiert wurden dabei nicht zuletzt spezifische Problemstellungen im Hinblick auf den Fachkräftemangel und bürokratische Hürden, die mittelständischen Unternehmen viel Kraft abverlangen.

Nach diesem Gespräch musste sich vom Bundeskanzler, der aufgrund von Anschlussterminen an einen engen Zeitplan gebunden war, bereits wieder verabschiedet werden. Ulrike Freund, die weiteren Gäste und Mitarbeiter nutzten nach Abreise allerdings noch die Gelegenheit, gemeinsam auf das Erlebte anzustoßen. Denn eines ist ganz sicher: Auch wenn der Besuch des Bundeskanzlers nur 90 Minuten dauerte, wird er dem Team der Brauerei Gold Ochsen sehr lange in Erinnerung bleiben. „Für uns war dieser Tag ein ganz besonderes Ereignis, mit dem wir nie gerechnet hätten und das sich in der Form kaum so bald wiederholen wird. Ich bin unglaublich dankbar und stolz“, so Geschäftsführerin Ulrike Freund.

Quelle: Pressemitteilung der Brauerei Gold Ochsen, das Bild wurde mir von der Brauerei zur Verfügung gestellt.

Hummel-Bräu – Pils

Aus Merkendorf in Mittelfranken stammt das Pils, das jetzt vor mir steht. Auch wenn ein Franke einst das Rezept für das Pilsener Bier erfand, ist dieser Bierstil nicht wirklich das typisch fränkische Bier. Aber bekanntlich sind die Franken ja die Künstler bei sehr unterschiedlichen Bieren, so dass ich davon ausgehe, dass mich auch das Pils von Hummel-Bräu überzeugen wird.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal 1a.

Auch das Aroma des Bieres kann überzeugen. Ich rieche frische Brotkrume, dazu würzige, grasige und florale Noten. Selten habe ich ein Pils mit einem so vielseitigen Duft kennengelernt.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Das Bier ist nur leicht süß und das Bitter ist gut auf die Süße abgestimmt. Das Mundgefühl ist weich. Im Abgang wird das Bier trockener und obwohl auch in der Kehle das Bitter für ein Pils gering ausfällt, klingt der Geschmack überraschend lange nach.

Zutaten

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brauerei Hummel GmbH & Co. KG
Lindenstraße 9
96117 Memmelsdorf / Merkendorf
www.brauerei-hummel.de