Camba – Winterzauber

Bei uns in Niedersachsen sind Weihnachts- oder Winterbiere traditionell Doppelböcke. In Bayern ist das nicht immer so, sondern häufig werden Winterbiere als Märzen gebraut. So auch der Winterzauber von Camba aus Seebruck am Chiemsee.

Bernsteinfarben und ungefiltert läuft das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine durchschnittlich voluminöse gemischtporige Schaumkrone, die anfangs flott in sich zusammenfällt. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet angenehm nach Karamell und frischen Haselnüssen und passt damit gut in die kalte Jahreszeit.

Der Antrunk ist recht süß und besticht mit seiner reichlich vorhandenen sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge dominiert der Karamellgeschmack, der durch den Geschmack nach Nüssen und einem Hauch Honig gut abgerundet wird. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bier trockener und obwohl die Bitterstoffe des Hopfens sehr diskret eingesetzt wurden klingt der Geschmack in der Kehle überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Caramellmalz), Hopfen (Tradition, Select), Hefe

Alkoholgehalt‍:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Bittereinheiten‍:

17 IBU

Empfohlene Genusstemperatur‍:

6° – 8° Celsius

Brauerei

Camba Bavaria GmbH
Gewerbering 3
83370 Seeon-Seebruck
www.camba-bavaria.de

Bocq – Tête de Mort Triple

Wieder einmal steht ein Bier aus der Brasserie du Bocq vor mir, das Tête de Mort. Dabei handelt es sich um ein Tripelbiermit einem Alkoholgehalt von 8,1%. Bislang haben mir alle Biere aus dem wallonischen Purnode gut gefallen, so dass ich mich nicht mit einer Vorrede aufhalten und sofort mit der Verkostung beginnen möchte.

Golden und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine voluminöse feste weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. So stelle ich mir ein Triple aus Belgien vor.

Düfte nach Brotkrume und Erde steigen mir in die Nase, abgerundet durch die würzigen Noten des Hopfens.

Der Antrunk ist weniger süß als die meisten anderen Triple, wobei die reichlich vorhandene Kohlensäure für eine tolle Spritzigkeit sorgt. Erst auf der Zunge wird die Süße mit der Erwärmung des Bieres kräftiger und ein passendes Bitter gesellt sich dazu. Jetzt würde ich mir noch etwas Fruchtigkeit wünschen, aber auch so ist das Mundgefühl angenehm weich. Der Abgang ist erstaunlich mild mit einem nur leichten freundlichen Bitter, das aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Brasserie Bocq
Rue de la Brasserie
4530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

Ratsherrn – Hamburger Senatsbock 2022

Winterzeit ist Bockbierzeit. Diese Erkenntnis haben viele Brauer schon vor Jahrzehnten gehabt und auch die Brauer aus Hamburg machen da keine Ausnahme. Eine Ausnahme ist aber, dass sich bis in die 1950er Jahre die dortigen Brauer zusammengeschlossen und gemeinsam ein Bockbier gebraut haben, den Senatsbock. Nachdem diese Tradition in den 1950er Jahren eingeschlafen war haben 2015 die Kleinbrauer in der Hansestadt zusammengeschlossen und die Tradition wieder aufleben lassen. Jetzt steht vor mir die 2022er Edition des Senatsbocks aus der Ratsherrn-Brauerei in den Schanzenhöfen.

Dunkelbraun präsentierts sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine haselnussbraune feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Düfte nach dunkler Schokolade und Kandis steigen mir in die Nase, abgerundet durch einen Hauch Vanille. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und er besticht durch seine sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge geben sich der Geschmack nach dunkler Schokolade und Espresso ein Stelldichein, zur Süße gesellt sich ein mäßiges Bitter. Das Mundgefühl ist cremig und der Alkohol ist sehr gut in den Geschmack eingearbeitet. Das freundliche Bitter wird in der Kehle kräftiger, wo es auch sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Röstmalz, Karamellmalz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Farbe:

40 EBC

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstraße 30a
20357 Hamburg
www.ratsherrn.de

www.senatsbock.de

ProWein 2023: Trendthema Whisky

Ich muss zugeben, dass ich kein Kenner von Whisky, Gin, Obstbränden oder ähnlichem bin. Zwar trinke ich durchaus gerne mal auch eine Spirituose, aber in der Regel kann ich dann lediglich feststellen, ob sie mir geschmeckt hat oder nicht. Auch wenn diese Entscheidung im Zentrum stehen sollte, ist wäre es trotzdem interessant, feststellen zu können, ob die Spirituose eine gute Qualität hat oder nicht. Eines der Trendthemen der ProWein in diesem Jahr ist unter dem Motto Same but different der Whisk(e)y. Peter Eichhorn hat für die Messe Düsseldorf einen Artikel geschrieben, den ich als Pressemitteilung erhalten habe und den ich hier gerne im Wortlaut veröffentliche.

Aktuelle Trends auf der ProWein 2023

von Peter Eichhorn

Ein Klassiker, der nie langweilig wird – Whisky. Viele denken dabei zunächst an Schottland. Und tatsächlich wurden zahlreiche Teile der Welt von der schottischen Tradition und Machart inspiriert, so dass Whisky heute zwar ein internationales Produkt ist – bei dem meist aber ein Hauch Schottland mitschwingt.

Rare und lange gereifte Whiskys erzielen zuweilen immense Preise und dienen oft als Spekulationsobjekt. Limitierte Editionen, Abfüllungen, die 25 Jahre und älter sind, verschollene Fässer aus geschlossenen Destillerien sind begehrt und gesucht. So bringen viele Marken auch aktuelle Produkte heraus, die über Alleinstellungsmerkmale verfügen, die Sammler ansprechen sollen – wie etwa besondere Behältnisse, Kooperationen mit klangvollen Marken aus anderen Geschäftsbereichen oder prominente Testimonials. In der Branche wird bereits die Frage gestellt, ob denn nur noch „Einhörner“ auf den Markt kommen, also teure, begehrenswerte Raritäten. Einen hervorragenden Überblick über diese schillernde Whisky-Welt bietet die ProWein, die weltweit größte und bedeutendste Fachmesse für Weine und Spirituosen, vom 19. bis 21. März 2023 in Düsseldorf. Rund 500 der knapp 6.000 Ausstellenden aus aller Welt präsentieren ihr Spirituosenangebot – darunter knapp 100 Whisk(e)y-Anbieter.

Whisk(e)y für die Generation „Z“

Ein weiterer Bereich des aktuellen Marktes widmet sich vermehrt den jüngeren Zielgruppen. Preiswerte Einsteigerprodukte mit angenehmem, nicht zu komplexem Aromaprofil sollen die Millennials und die Generation „Z“ einladen, zum Whisky zu kommen und dort zu bleiben. Der gewaltige Erfolg von Irish Whiskey mit hohen Zuwachsraten insbesondere in den USA dient als Vorbild. Während bei Single Malt die Connaisseurs eine Kombination mit Eis oder Ginger-Ale strikt ablehnen, eine Anwendung in Cocktails mindestens als fragwürdig verteufeln und höchstens wenige Tropfen Wasser aus einer Pipette dem Whisky hinzugefügt tolerieren, gelten diese „Snob-Regeln“ bei Irish Whiskey, Bourbon und Rye nicht. „Trinke, wie es Dir Spaß macht. Und wenn es mit Cola ist.“

Der dritte Baustein ist die Internationalität, die dem Whisky neue Facetten und eine nie dagewesene aromatische Vielfalt verleiht. Alleine in Schottland und Irland wächst der Markt derzeit um jeweils 30 bis 40 neue Marken und Destillerien. Neue Brennereien werden mit modern-kreativem Anspruch eröffnet, und alte, verschollene Marken werden mit einer historischen Aura wieder reaktiviert.

Alles ist möglich: Neue Aromen in der Gerste

Dabei widmen sich die neuen Marken akribisch den Details, die früher wenig Beachtung fanden. So werden verschiedene Malzsorten für das Rohdestillat eingesetzt, und es wird mit allerlei Hefen experimentiert. Die Branche diskutiert leidenschaftlich die Frage, ob Terroir über die Gerste im Whisky wahrnehmbar ist. Auch der Umweltaspekt spielt eine zunehmende Rolle, und die Verwendung von Torf für die Mälzung wird hinterfragt. Manche Marken experimentieren bereits mit Holz-Kräuter-Mischungen, um über den Rauch neue Aromen in die Gerste und somit in den Whisky zu bekommen.

Auch der Umgang mit Fässern entwickelt sich weiter. In den vergangenen Jahren wurde das „Finishing“ immer populärer, also jene Überführung eines gereiften Whiskys in ein zweites Fass, um durch die Lagerung über Wochen oder Monate eine individuelle aromatische Abrundung zu erzeugen. Viele Whiskys beginnen ihre Reifung in Ex-Bourbon und Ex-Sherry-Fässern. Danach kann es weitergehen. An die „Finishes“ in Rotwein-, Port-, Madeira- oder Sauternes-Fässern ist der Konsument bereits gewöhnt. Neu kommen nun Mezcal- und Bierfässer hinzu. Und die edle japanische Mizunara-Eiche ist ebenfalls in aller Munde. Auch sprechen die Erzeuger vermehrt statt von „Finish“ von einer „Second Maturation“, also einer zweiten Reifung, bei der der zweite Fasstyp nicht nur wenige Monate, sondern mehrere Jahre eingesetzt wird.

Auf der ProWein 2023 lassen sich all diese Entwicklungen prächtig nachvollziehen. Klassische und moderne Marken zeigen die mannigfaltige aktuelle Whisky-Vielfalt auf. Loch Lomond und Duncan Taylor bieten die schottische Klassik, Teeling, Lough Ree oder Skellig zeigen das Innovationspotenzial des Irish Whiskey, und das Whiskyland Japan ist beispielsweise mit den Marken Akashi, Onikishi oder Togouchi vertreten. Die Whisky-Welt kennt keine Grenzen, und so überraschen Regionen mit mehr oder weniger Brenner-Tradition mit außergewöhnlichen Produkten. Von Klassikern, wie Rozelieures aus Frankreich, Penderyn aus Wales oder Slyrs aus Deutschland, zeigen auch Milk & Honey aus Israel, Stauning aus Dänemark und weitere Exoten zwischen Balkan und Taiwan, was die zeitgemäße Whisky-Welt ausmacht. Was macht sie aus? Eine gewaltige Vielfalt, die in Halle 13 und 7 zu entdecken ist!

Soweit die Pressemitteilung. Eine noch recht neue Idee vermisse ich hier allerdings. Dabei handelt es sich eine Idee von Cristal Jane Peck, mit der sie der Braubranche ganz neue Möglichkeiten eröffnet und damit auch der Welt des Whiskey. Cristal kommt aus Australien, ihr Vater stammt aus der Schweiz und Cristal arbeitete vor knapp 10 Jahren in der Berliner Brauerei Berliner Berg. Später wechselte sie in eine belgische Mälzerei, wo sie auch heute noch arbeitet. Beim Mälzen wird Getreide gewässert, gekeimt und gedarrt. Während dieses Prozesses entwickelt das Getreide Enzyme, die später über die Farbe und das Aroma des Bieres entscheiden.

Cristal hat sich selbst folgende zwei Fragen gestellt: Was passiert, wenn ich das Wasser, welches wir zum Keimen des Getreides verwenden, vor der Verwendung aromatisiere? Hätte das eine Auswirkung auf den Geschmack des Bieres? Sie aromatisierte also das Wasser, mit dem das Getreide zum Keinem gebracht wird. Auf diese Weise kommen die Aromen ins Getreide und damit auch ins Malz und letztendlich ins Bier (oder eventuell auch einmal in den Whiskey). Plötzlich ist es möglich, Biere mit Gewürzaromen (z.B. mit Zimt in der Weihnachtszeit) zu brauen und sich trotzdem an das Reinheitsgebot zu halten. Ich bin mir nicht sicher, ob wir das wirklich benötigen, aber zumindest in Ausnahmen ergeben sich auf diese Weise interessante Möglichkeiten.

Bocq – Triple Moine

Das Bier aus der Brasserie du Bocq, das jetzt vor mir steht, wird in der Wallonie unter dem Namen Triple Moine vertrieben. In Flandern und den Niederlanden heißt es Deugniet. Weshalb das so ist kann ich nicht sagen, aber die Brauerei wird schon ihren Grund dafür haben.

Moine ist französisch für Mönch. Übersetzt lautet der Name dieses Biers also in etwa Triple der Mönche. Dabei ist das Triple Moine gar kein Abteibier. Trotzdem wurde das Bier bei den Australian International Beer Awards 2012 mit der Bronzemedaille in der Kategorie Best Abbey Triple ausgezeichnet. Manchmal wünsche ich mir wirklich, dass die Ausrichter der Wettbewerbe die Einreichungen genauer unter die Lupe nehmen würden. Aber kommen wir zur Verkostung des Triple Moine.

Golden und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt. Wird das Bier vorsichtig eingeschenkt macht es optisch eine wirklich gute Figur.

Düfte nach Karamell und grünen Äpfeln steigen mir in die Nase, abgerundet durch einen Hauch Honigduft. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein angenehmes Bitter dazu und bringt einen leichten Geschmack von Mandeln mit. Das Mundgefühl ist cremig und das Bier ist sehr gut ausgewogen. Im Abgang wird das Bier trockener, das freundliche Bitter wird kräftiger und klingt sehr lange nach.

Das Triple Moine ist kräftig und reichhaltig, dabei aber einfach und angenehm zu trinken.

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Farbe:

9 EBC

Empfohlene Genusstemperatur

8° Celsius

Brauerei:

Brasserie Bocq
Rue de la Brasserie
4530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

Gehölz-Bräu – Buche

Mathias Bock und Rico Borsitz aus Leipzig haben eine Mission: sie wollen gutes Bier herstellen und verkaufen, bei dem die Rohstoffe aus Bioanbau stammen, und dabei wollen sie etwas gegen das Waldsterben tun. Im Frühjahr 2021 gründeten die beiden in Leipzig ihr Unternehmen. Gehölz Bräu hieß es anfangs nur wegen der Biere, die jeweils nach einem Baum benannt wurden. Inzwischen sind sie dazu übergegangen, für jede Flasche Bier, die sie verkaufen, einen Baum pflanzen zu lassen. Inzwischen wurden auf diese Weise etwa 35000 Bäume gepflanzt und auf diese Weise mehr als 20 Hektar Land aufgeforstet. Für diesen Zweck haben sie sich für das Pflanzen der Bäume mit den kompetenten Menschen des Wiederaufforstungsprojekts „Eden Reforestation Projects“ ausgesucht, die in Afrika, Asien und Zentralamerika heimische Bäume anpflanzen. Für jede verkaufte Flasche Bier wird ein Baum gepflanzt. Auch wenn das nach Greenwashing aussieht, ist es auf jeden Fall besser als nichts.

Mathias und Rico machen aber doch den Eindruck, dass sie es mit dem Umweltschutz ernst meinen. Die Rohstoffe für ihre Biere stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, Bierflaschen und Bierkisten sind Poolgebinde, so dass lange Transportwege für das Leergut entfallen. Die Etiketten sind aus recyceltem Papier hergestellt… Aber kommen wir jetzt doch endlich zum Bier.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist recht klein und fällt schnell in sich zusammen. An der Optik könnten die beiden Leipziger wohl noch etwas feilen.

Das Aroma gefällt mir schon deutlich besser. Düfte des hellen Malzes steigen mir in die Nase, nach Biskuit und hellen Früchten. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße und seine Spritzigkeit aus. Die Kohlensäure ist feinperlig und sanft. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter zur Süße und sorgt für ein weiches Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter kräftiger, das Bier wird trockener. Der Geschmack klingt noch lange in der Kehle nach.

Ich muss zugeben, dass ich den Bierstil Helles in der Regel als recht langweilig empfinde. Für die Buche trifft das aber keinesfalls zu.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener), Hopfen (Hallertauer Tradition, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Mathais Bock & Rico Borsitz GbR
Am Sonneneck 3a
04207 Leipzig,
www.gbraeu.de

Trunk – Hausbrauer Hell (jetzt: Vollbier Hell)

Das Bier, das jetzt vor mir steht, wurde von der Brauerei umbenannt. Auf meiner Flasche steht noch Hausbrauer Hell, inzwischen nennen die Brauer ihr Bier Vollbier Hell. Ehrlich gesagt gefällt mir der alte Name besser. Aber was soll’s.

Die Brauerei Trunk hat ihren Sitz in Bad Staffelstein. Dieser Ort liegt in Oberfranken und hat laut Wikipedia etwas mehr als 10.000 Einwohner. Das allein ist noch nicht bemerkenswert, aber Bad Staffelstein hat auch elf Brauereien. Das finde ich dann schon erstaunlich.

Hellgelb und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist nicht allzu groß, bleibt aber lange erhalten.

Helles Malz und Getreide sowie einige blumige Noten. Diese Düfte steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge zeigt sich eine diskrete Süße. Auch die Bitterstoffe des Hopfens sind sehr diskret eingesetzt. Das Mundgefühl ist weich und das Bier ist ungeheuer süffig. Der Abgang ist eher schlank mit einem sehr leichten Bitter, das nur kurz nachklingt.

Das Hausbrauer Hell bzw. Vollbier Hell ist ein Bier, das ideal ist, um es so nebenbei zu trinken. In Verzückung konnte mich das Bier aber nicht versetzen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol:

Stammwürze:

12° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brauerei Trunk
Vierzehnheiligen 3
96231 Bad Staffelstein
www.brauerei-trunk.de

 

Rittmayer – Hallerndorfer Kellerbier

Über die Brauerei Rittmayer aus dem fränkischen Hallerndorf habe ich bereits mehrfach geschrieben, so dass ich beim Hallerndorfer Kellerbier direkt mit der Verkostung beginnen kann.

Rotbraun und mit überraschend wenig Hefe läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine recht kleine Schaumkrone, die auch schnell in sich zusammenfällt. Ich meine mich erinnern zu können, dass die Optik anderer Biere von Rittmayer mir besser gefallen hat. Aber wichtiger als die Optik ist doch der Geschmack.

Karamell ist das vorherrschende Aroma. Abgerundet wird der Duft durch blumige Noten und einem leicht alkoholischen Duft.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Wie in der Nase dominiert auch auf der Zunge das Karamell. Jetzt kommen aber noch würzige Noten dazu. Wie bei den meisten traditionellen Bieren aus Franken kommt die Bittere auch hier nur verhalten zum Vorschein. Das Mundgefühl ist cremig und weich. Im Abgang wird das Bitter nur leicht kräftiger, klingt aber überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Röstmalz, Hopfen (Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

Brauerei Rittmayer Hallerndorf GmbH & Co. KG
An der Mark 1
91352 Hallerndorf
www.rittmayer.de

 

Ott – Obaladara

Fragen Sie mich bitte nicht, das Obaladara bedeutet. Ich habe wirklich intensiv nach einer Bedeutung dieses Ausdrucks gesucht und dabei kläglich gescheitert. Selbst ein Onlinewörterbuch Fränggisch – Deutsch konnte mir nicht weiterhelfen und auch die Suchmaschine meines Vertrauens versagte beim Versuch, diese Wortschöpfung in einem anderen Zusammenhang als mit diesem Bier zu finden, kläglich. Auch die Etiketten auf der Flasche geizen mit der Information, was in der Flasche wohl enthalten sein könnte. Vollbier steht da, 5,3 Volumenprozent Alkohol steht da auch und da in der Zutatenliste auch Gerstenröstmalz enthalten ist, kann ich wohl davon ausgehen, dass es irgendein dunkles Bier ist. Diese Information hat mich auch bewogen, die Flasche zu kaufen, so dass ich sie jetzt verkosten kann.

Dunkel kupferfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große feinporige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen guten Eindruck.

Röstaromen dominieren den Duft dieses Bieres. Ich rieche Schokolade, Karamell, Pumpernickel und Kandis.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine spritzige Frische aus. Wie erwartet stehen auch auf der Zunge die Röstaromen im Mittelpunkt. Ich schmecke Kaffee, nussige Noten sowie ein leichtes freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12 ° Plato

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

Brauerei Gasthof Ott
Oberleinleiter 6
91332 Heiligenstadt i.OFr.
www.brauerei-ott.de

 

Hösl – Weißbier Resi

Bereits seit mehr als 100 Jahren ist die Brauerei Hösl im Familienbesitz, inzwischen in der 3. Generation. Bei einer so langen Brautradition kann ich wohl ein besonderes Bier erwarten. Und nebenbei bemerkt: Auch wenn ich die Brauerei (noch) nicht besucht habe, gefällt mir der Internetauftritt der Brauereigaststätte sehr gut. Wenn ich mal in die Gegend komme, werde ich sie bestimmt besuchen. Aber jetzt will ich mich erst einmal dem Bier zuwenden.

Orangefarben und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist für ein Weizenbier vergleichsweise klein, sie bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet hefetypisch nach Banane und Nelken, dazu kommt ein Hauch Zitrone und Biskuitteig.

Der spritzige Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße und eine angenehme Frische aus. Auf der Zunge gesellt sich ein an die Süße angepasstes Bitter dazu. Zusammen mit dem brotigen Geschmack der Hefe ergibt sich ein wirklich erfrischendes Bier mit einem weichen Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Hösl & Co Brauhaus GmbH
Bahnhofstr. 1
95666 Mitterteich
www.hoeslbraeu.de