Seien wir ehrlich – wer denkt bei der Zahl 1001 nicht an die Geschichten aus tausendundeiner Nacht? Mir geht es jedenfalls so. Und so kam ich auch zu dieser Flasche Bier. Ich sah die Zahl und dachte an ein Bier, mit Karamellmalzen und exotischen Gewürzen gebraut, vielleicht so etwas wie ein Weihnachtsbier. Aber da hatte ich mich getäuscht. Hier geht es nicht um den Genuss des Orients, sondern ganz profan um die Wiederholung des 1001ten Suds, den Jan und Malte angesetzt hatten. Na ja, wer lesen kann ist klar im Vorteil und wer nicht liest ist selber Schuld. Also will ich mich mal so ganz ohne Vorurteile an dieses Bier heranwagen.
Goldfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist eher minimal und sie fällt auch schnell in sich zusammen.
Das Bier duftet nach Brotkrume, Zitrusfrüchten und weißem Pfeffer, unterstützt durch einige blumige Noten.
Der Antrunk ist erfrischend mit einer leichten Süße und einer prickelnden Kohlensäure. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund. Die Aromen speigeln sich auf der Zunge und sorgen für ein weiches Mundgefühl. Der Abgang ist schlank, Bitterstoffe sind nur wenig zu schmecken und sie klingen nur kurz nach.
Das #1001 erinnert stark an ein Witbier, bei dem die Brauer die Bitterorangenschalen und den Koriander vergessen haben.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Dinkel, Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt:
4,7 % Vol.
Farbe:
12 EBC
Brauerei:
Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de
Antigoon Couragous WIPA ist eine Bierspezialität aus der belgischen Legenden-Serie der Brauerei The Musketeers. Der grausame Riese Antigoon überfällt arme Seeleute. Wer nicht zahlt, darf die Schelde nicht überqueren. Das geht solange, bis der Riese von dem Soldaten Brabo erschlagen wird, der ihm die Hand abschlägt und sie in den Fluss wirft. Dies ist eine Antwerpener Legende, die laut der Brauerei genauso intensiv ist wie das Bier, das sie erzählt und das jetzt vor mir steht, eine Bierspezialität aus der Serie Belgian Legends der Brauerei The Musketeers: ein Bier, das nach den Angaben der Brauer den Liebhaber guter Biere zum Sprechen bringt.
In der Oberen Königsstraße, also direkt im Stadtzentrum von Bamberg, ist die Brauerei Fässla beheimatet, von der das Weizla stammt, das jetzt vor mir steht. Nur mal so nebenbei: Wenn Sie nach Bamberg kommen, sollten Sie unbedingt die Gaststätte der Brauerei aufsuchen. Sie finden sie ohne Suchen, bekommen dort die Biere aus der Brauerei und die Speisekarte lässt keine Wünsche offen. Aber jetzt will ich mich dem Bier widmen.
Bereits vor längerer Zeit habe ich ein alkoholfreies Weizenbier der Brauerei im Hafen von Neustadt/Holstein verkostet. Damals hieß es Alkoholfreies Weizen und hatte auch ein anderes Etikett. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich lediglich um eine optische Auffrischung des Etiketts handelt oder ob auch das Bier neu ist. Jedenfalls habe ich mir bei meinem letzten Aufenthalt in Neustadt eine Flasche Weizen Alkoholfrei gekauft, die jetzt mit der Verkostung an der Reihe ist.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg, genauer gesagt 1688 ließ sich Johann Meinel der Ältere in der Vorstadt in Hof nieder, der Weiß- und Sämischgerber. Mit ihm beginnt die Ahnenreihe unserer heutigen Brauerei Meinel, mit ihm beginnt die Geschichte der Brauereigaststätte “ Meinels Bas“ und mit ihm beginnt ein Stück Stadtgesichte in der Hofer Vorstadt.
Es gibt wohl in Deutschland kein Getränk, dass man stärker mit sportlicher Betätigung verbindet, wie alkoholfreies Weizenbier – und das hat gute Gründe: Es besteht ausschließlich aus natürlichen Zutaten und enthält keinerlei Zusatzstoffe. Dank seiner natürlichen Isotonie kann der Körper diese Stoffe schnell aufnehmen und durch regenerieren. Und am wichtigsten: es schmeckt gut und bietet Genuss nach der körperlichen Anstrengung. So ist es jedenfalls bei den meisten alkoholfreien Weißbieren – ob es auch beim Zötler zutrifft, werde ich jetzt feststellen.
Seit dem Jahr 2020 brauen die Auszubildenden bei Maisel in Bayreuth im Abschlussjahr ihrer Ausbildung ein eigenes Bier. Von der Entwicklung einer Idee bis zum fertigen Bier vergeht dabei ungefähr ein Jahr. Jetzt im dritten Jahr haben die sechs Auszubildenden, die im Übrigen aus allen Bereichen des Unternehmens stammen, ein hopfengestopftes Weizenbier mit 4,9 Volumenprozent Alkohol kreiert. Dieses Bier steht jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.
Die Schlossbrauerei Grünbach wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegründet und hat sich bis heute als inhabergeführtes Familienunternehmen behaupten können. Das ist eigentlich schon mal ein Zeichen, dass ich mich auf ein angenehmes und charakterstarkes Bier freuen kann.
Wieder einmal steht ein Bier von Apostelbräu im fränkischen Hauzenberg vor mir, das mit historischen Getreiden gebraut wurde. Auch wenn der Dinkel, mit dem der Weizen für dieses Bier gemischt wurde, in den letzten Jahrzehnten einen regelrechten Boom erlebt hat, ist es doch ein Getreide, das es schon länger gibt als Weizen und Gerste. Aber ich will mich jetzt nicht lange mit der Vorrede aufhalten; ich öffne jetzt die Flasche und schenke mir das Bier ein.