Schlagwort-Archiv: Bockbier

Gose-Brauerei – Odinator

Jetzt steht vor mir der Odinator, ein Doppelbock aus dem Brauhaus Goslar. Eigentlich ist das Brauhaus für seine Gose bekannt (was aufgrund des Ortsnamens und des Flüsschens Gose, das durch Goslar fließt, auch naheliegend ist), aber auch ein Bockbier passt durchaus in die südniedersächsische Gegend. Schließlich ist Einbeck, die Heimat der Bockbiere, auch nur gut 50 Kilometer von Goslar entfernt. Und nein, der Odinator hat seinen Namen nicht vom nordischen Göttervater, sondern der Name ich noch naheliegender: der Braumeister und Inhaber des Brauhauses Goslar heißt Odin Paul. Aber kommen wir zum Bier.

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine kleine Schaumkrone mit einem Stich ins elfenbeinfarbene. Der Schaum ist zwar feinporig, fällt aber leider doch recht schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet nach Karamell mit einer leichten Fruchtigkeit, die an Stachelbeeren erinnert. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie durch eine feinperlige Kohlensäure aus. Besonders die nicht zu kräftige Malzsüße begeistert mich. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte fruchtige Säure zur Süße. Obwohl ich bis jetzt keine Bittere schmecke, ist das Mundgefühl angenehm samtig. Erst in der Kehle kann ich eine geringe Bittere feststellen. Die Bittere ist etwas kratzig, aber ich meine, dass das einen angenehmen Kontrast zur Weichheit bildet, die ich auf der Zunge verspürt habe. Die Bittere klingt in der Kehle lange nach.

Der Odinator ist ein süffiges und nicht zu süßes Bockbier. Würde ich es bei uns in der Gegend bekommen, würde ich es sicherlich regelmäßig kaufen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchener Malz, Karadunkel), Aromahopfen (Hallertauer Perle, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

7,1 % Vol.

Stammwürze:

18,1° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Farbe:

14 EBC

Brauerei:

Brauhaus Goslar
Inh. Odin Paul e. K.
Marktkirchhof 2
38640 Goslar
www.brauhaus-goslar.de

Brauhaus Tegernsee – Quirinus

Quirinus von Tegernsee († 269 in Rom) ist ein Märtyrer und Heiliger des 3. Jahrhunderts. Er wurde während der Christenverfolgung unter Kaiser Valerian in Rom hingerichtet, denn er war ein römischer Soldat, der sich zum christlichen Glauben bekannte und aufgrund seiner Überzeugung standhaft blieb. Nach seiner Hinrichtung wurde Quirinus von Tegernsee zum Märtyrer erklärt und als Heiliger verehrt. Seine Reliquien wurden zunächst in Rom aufbewahrt, später aber nach Tegernsee in Bayern gebracht, wo er als Schutzpatron der Gemeinde verehrt wird. Die genauen Lebensumstände und Details über das Leben von Quirinus von Tegernsee sind heute nur spärlich überliefert. Dennoch wird er weiterhin als Heiliger der katholischen Kirche verehrt und gilt als ein Vorbild des Glaubens und der Standhaftigkeit in schwierigen Zeiten. Sein Gedenktag ist der 30. März.

Das Herzoglich Bayerisches Brauhaus Tegernsee ist eine bayerische Brauerei, die seit 746 n. Chr. besteht und sich am Ostufer des Tegernsees befindet. Aus dieser Brauerei habe ich bereits einige gute Biere verkostet, so dass ich mich jetzt auf das Quirinus freue.

Braun und mit einer durchschnittlich großen feinporigen und elfenbeinfarbenen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten und damit macht das Bier optisch einen sehr guten Eindruck.

Das Aroma ist stiltypisch malzbetont mit Düften nach Schokolade, Kaffee, gerösteten Nüssen und Vanille. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Mich überrascht, dass der Antrunk nur mäßig süß ist. Die Karbonisierung ist kräftig. Auf der Zunge steht der Schokoladengeschmack im Vordergrund. Er ist intensiv und sorgt für ein weiches Mundgefühl. Bittere kann ich bis jetzt nur sehr verhalten feststellen. In der Kehle erinnert der Geschmack eher an Mokka und jetzt kommt auch ein freundliches Bitter zur Geltung, das gut zur Süße passend dosiert ist. Dieser Geschmack klingt auch recht lange nach.

Das Quirinus hat mich nicht enttäuscht. Es ist ein angenehmes süffiges Dessertbier, das zu vielen Desserts passt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

Herzoglich Bayerisches Brauhaus Tegernsee KG
Schloßplatz 1
83684 Tegernsee
www.brauhaus-tegernsee.de

Ayinger – Maibock

Die Privatbrauerei Aying ist eine traditionelle bayrische Brauerei und als solche hat sie einen gut gefüllten Festkalender. Und selbstverständlich braucht jedes Fest sein eigenes Bier. So wird Bierkultur gelebt.

Jetzt steht der Maibock aus dem Münchner Umland vor mir. Ich mag diesen Bierstil, ist er doch leichter und frischer als die dunklen Vertreter der Maiböcke und die kräftigere Hopfung mildert die Süße des Bocks. Mal sehen, ob der Maibock aus Aying meine Erwartungen erfüllen kann.

Goldgelb und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feste schneeweiße Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal perfekt.

Das Bier duftet wunderbar nach hellem Malz, abgerundet durch das Aroma nach gelben Früchten und reifen Birnen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme und nicht aufdringliche Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Leider ist die Kohlensäure recht knapp dosiert; da hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Auf der Zunge zeigt sich eine zur Süße passende Bittere. Die Fruchtigkeit, die ich in der Nase noch deutlich festgestellt hatte, tritt in den Hintergrund. Trotzdem ist das Mundgefühl voll und weich. Außerdem bietet das Bier eine für ein Bockbier ungewöhnliche Frische. In der Kehle wird das Bier trockener und die Bittere legt noch zu, um dann sehr lange nachzuklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Brauerei Aying
Franz Inselkammer KG
Zornedinger Straße 1
85653 Aying
www.ayinger.de

Brau Union Bremen – Bremer Stadtmusikanten Bier

Das Etikett zeigt in schwarz die Bremer Stadtmusikanten auf goldenem Grund.Von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. November, findet in den Hallen der Messe Bremen die Genussmesse Fisch&Feines mit dem Craft Beer Event statt. Für Bierfreunde und -freundinnen haben sich die Veranstaltenden eine besondere Leckerei einfallen lassen: das Bremer Stadtmusikanten Bock. Ein Bockbier, welches extra für das Craft Beer Event gebraut und dort erstmalig ausgeschenkt wird.

„Vor einigen Jahren gab es schon einmal eine Gemeinschaftsproduktion Bremer Brauereien für das Craft Beer Event. Das kam gut an. Nun legen wir die Idee neu auf“, sagt Boris von Schaewen, Lehrer am Schulzentrum Rübekamp in Bremen. Er und seine Brauer-Klasse produzieren eine Charge des Bremer Stadtmusikanten Biers. Die Bremer Braumanufaktur, die Freie Brau Union Bremen sowie die Gasthausbrauerei Schüttinger stellen weitere her.

Alle Beteiligten haben sich im Vorfeld auf die Zutaten geeinigt. Aromahopfen, Hallertauer Tradition und Mittelfrüh. Wiener Malz, Münchener Malz sowie Karamell-Malze. Und untergärige Hefe. „Das ist der Rahmen, den wir uns gesteckt haben“, so von Schaewen. Rubinrot bis Kastanienbraun wird das Bier vermutlich werden. Der Geschmack wird wegen der einmaligen Handwerkskünste der Beteiligten allerdings variieren. Wie sehr die Nuancen abweichen werden, bleibt die Überraschung. Ich habe bereits vorab eine Flasche des Biers von der Freuen Brau Union bekommen und will sie jetzt verkosten.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine feste Schaumkrone, weiß mit einem Stich ins elfenbeinfarbene, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht der dunkle Bock eine richtig gute Figur.

Karamell und Brotkruste sind die hervorstechenden Aromen, abgerundet durch würzige und blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte freundliche Bittere dazu, die gut auf die Süße abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist weich, fast samtig. Insgesamt ein sehr süffiges Bier. In der Kehle wird die Bittere kräftiger und sie klingt sehr lange nach.

Das Bremer Stadtmusikanten Bier der Freien Brau Union Bremen ist ein typisches dunkles Bockbier, traditionell und ohne Schnörkel. Es passt sowohl zu kräftigen Fleischgerichten als auch zu vielen süßen Desserts mit Marzipan oder zusammen mit getrocknetem Obst. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es auch zum Kochen geeignet ist. Das konnte ich aber nicht testen, da mir nur eine Flasche zur Verfügung stand.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Münchener Malz, Karamellmalz), Hopfen (Hallertauer Tradition, Mittelfrüh)

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Union Brauerei Bremen GmbH
Theodorstraße 13
28219 Bremen
www.brauerei-bremen.de

Augustiner – Heller Bock

Auf dem Etikett ist ein gelber springender Bock auf blauem Grund abgebildet.Über die Augustiner Bräu aus München muss ich wohl nicht viel schreiben; sie wird vermutlich jedem für ihr Weizenbier bekannt sein. Jetzt steht aber das helle Bockbier vor mir und ich kann es kaum erwarten, die Flasche zu öffnen, um das Bier zu verkosten.

Golden und glanzfein präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik hat die Brauerei schon mal perfekt hinbekommen.

Das Bier duftet nach hellem Malz, dazu kommen einige würzige Noten. Für ein helles Bockbier ist dieser helle Bock vergleichsweise wenig gehopft, aber zumindest im Aroma passt das. Mal sehen, ob mir auch der Geschmack gefällt.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine zurückhaltende Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Leider ist die Kohlensäure recht gering dosiert. Da hätte ich mir doch etwas mehr gewünscht. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße eine passende Bittere. Die Würzigkeit des Aromas wird auf der Zunge in den Hintergrund gedrängt. Trotzdem ist das Mundgefühl weich. Der Alkohol wirkt wärmend. In der Kehle wird das Bier etwas trockener, während die Bittere zunimmt und dann auch lange nachklingt.

Der helle Bock der Augustiner-Brauerei ist angenehm süffig und aufgrund der geringen Hopfung kann ich mir auch durchaus vorstellen, dass er beim Kochen in der Soße Verwendung finden könnte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Augustiner-Bräu Wagner KG
Landsberger Straße 31-35
80339 München
www.augustiner-braeu.de

Zötler – St. Stephans Bock

Das Etikett zeigt im unteren Teil eine kleine Dorfszene.Jetzt steht der St. Stephans Bock der Brauerei Zötler im Allgäu vor mir. Ich muss zugeben, dass dieses Bier bei mir einen gewissen Vertrauensvorschuss genießt, da es das Slow Brewing-Siegel trägt. Genau wie ein Brotteig seine Reifung benötigt und auch eine Mahlzeit, deren Zubereitung viel Zeit in Anspruch nimmt, besser mundet als Fast Food, tut es auch einem Bier gut, wenn sich die Brauer Zeit lassen und dem Bier die Möglichkeit geben, zu reifen. Und ich habe noch einen weiteren Grund, auf ein gutes Bier zu hoffen. Bei saisonal gebrauten Bieren geben sich die Brauer häufig besondere Mühe bei der Entwicklung des Rezepts. Der St. Stephans Bock wird ausschließlich vom Brauersilvester bis zum Ende der Fastenzeit gebraut.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große haselnussbraune und feinporige Schaumkrone.

Starke Röstaromen steigen mir in die Nase, so dass ich fast den Eindruck habe, dass die Brauer es mit dem Röstmalz übertrieben haben, denn ich kann auch deutlich verbrannte Aromen riechen. Dazu kommen deutliche Noten nach Kaffee und Schokolade.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß und ich stelle fest, dass das Bier recht wenig der feinperligen Kohlensäure enthält. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, wo sich Aromen nach Mokka, dunkler Schokolade und Lakritz dazu gesellen. Jetzt lässt auch der verbrannte Eindruck nach. Das Mundgefühl ist weich. In der Kehle ist das Bier mild mit einem leichten Bitter und etwas Lakritz. Obwohl die Aromen nicht allzu kräftig sind, klingt der Geschmack überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,1 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittere:

25 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

9° – 13° Celsius

Brauerei:

Privat-Brauerei Zötler GmbH
Grüntenstr. 2
87549 Rettenberg
www.zoetler.de

BierSelect

Kalea – Sündenbock 2022

Nun haben wir bereits Mitte September 2023 und jetzt habe ich noch ein Bier aus dem Kalea-Adventskalender 2022 bekommen. Es handelt sich beim Sündenbock um eine Eigenentwicklung von Kalea, die in jedem Jahr von einer anderen Brauerei gebraut wird. 2022 fiel die Wahl auf die Schlossbrauerei Herrngiersdorf. Diese Brauerei liegt zwischen Kehlheim und Landhut und hat viel Erfahrung mit dem Brauen von Starkbieren.

Kupferfarben präsentiert sich der Sündenbock im Glas. Gegen das Licht gehalten strahlt er mahagonifarben. Dass sich die feinporige beige Schaumkrone recht flott auflöst, ist bei einem Bier mit gut sieben Volumenprozent Alkohol nicht ungewöhnlich.

Das Bier duftet süß nach Karamell und Sirup, nach dunkler Schokolade, Rosinen und Kandis. Damit ist das Aroma schon mal vielversprechend.

Wie erwartet ist der Antrunk süß und er zeichnet sich durch ein sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht der Geschmack nach Rübensirup im Vordergrund, abgerundet durch ein leichtes freundliches Bitter. Aus dem Hintergrund meldet sich auch der Geschmack nach Trockenfrüchten zu Wort. Das Mundgefühl ist samtig. Auch in der Kehle bleibt die Süße erhalten, die Bittere wird etwas kräftiger und der Geschmack klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

17,5° Plato

Bittereinheiten:

29 IBU

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

Kalea Deutschland GmbH
Schlenkenstraße 2
83395 Freilassing
www.kalea.com

Husarentrunk Regimentsbock

Im ostwestfälischen Brakel, genauer gesagt im Stadtteil Rheder, ist die „Gräflich Mengersen’sche Dampfbrauerei“ beheimatet, von der das Bier stammt, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet. Den Namen begründet die Brauerei auf dem Rückenetikett der Flasche so: „Der Brauereibesitzer Adolf Freiherr Spiegel von und zu Peckelsheim war Rittmeister im 1. Westfälischen Husarenregiment. Vor allem in der kalten Jahreszeit soll diese charakterstarke Bierspezialität dem Regiment Energie, Kraft und Mut verliehen haben!“ Dann will ich mal sehen, ob das Bier wirklich diese Kräfte hat, die schon fast an den Zaubertrank bei Asterix und Obelix erinnern.

Kupferfarben und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Da der feinporige elfenbeinfarbene Schaum lange erhalten bleibt, ist an der Optik des Husarentrunks nichts auszusetzen.

Der Duft nach Karamell steigt mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch Trockenpflaume und Haselnuss. Auch der Alkohol ist deutlich zu riechen.

Der Antrunk überzeugt durch die stiltypische Süße sowie die dazu passende Karbonisierung. Auf der Zunge zeigt sich das Bier fruchtig und nussig. Die Süße des Karamells bleibt erhalten. Bitterstoffe des Hopfens sind nur gering zu schmecken. Für ein Bockbier ist das Mundgefühl überraschend leicht. Im Abgang kommt der Geschmack nach den Trockenpflaumen in den Vordergrund und bringt auch etwas mehr Bittere mit sich. Obwohl die Bittere auch jetzt noch stiltypisch gering ausgeprägt ist, klingt sie lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Bittereinheiten:

23 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Gräflich von Mengersen’sche Dampfbrauerei GmbH & Co. KG
Nethetalstraße 10
33034 Brakel-Rheder
https://www.schlossbrauerei-rheder.de/

Goldochsen – Zirbenbock

Die Brauerei Gold Ochsen aus Ulm hat im letzten Jahr ihr 425-jähriges Bestehen gefeiert. Außerdem braut sie in jedem Jahr ein Jahrgangsbier, inzwischen ist es das zehnte. In diesem Jahr ist es der Gold Ochsen Zirbenbock. Seinen Namen hat das Bier von der Zirbelkiefer, auch Zirbenkiefer genannt. Dieser Baum wächst in den Alpen und in den Karparten. Der Baum, dessen Holz für die Reifung dieses Biers verwendet wurde, ist in den Bergen des Ahrntals in Tirol gewachsen und wurde von Braumeister Alexander Maier persönlich gefällt. Selbstverständlich ist dieses Bier wie in jedem Jahr auf 1.597 Flaschen limitiert, was auf das Gründungsdatum der Brauerei im Jahr 1597 hinweist.

So edel die Herkunft dieses Bieres, so vornehm ist auch das Erscheinungsbild. Eine dunkelbraune Flasche, mit Naturkorken verschlossen und mit Aufdruck in Rot und Gold. Das ganze in einem schwarzen Karton, der in den gleichen Farben bedruckt ist. Bereits vor dem Einschenken ist dieses Bier ein Genuss.

Orangefarben mit einem Farbton, der an dunklen Honig erinnert und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und fällt schnell in sich zusammen.

Das Bier duftet frisch und fruchtig, das Harz der Zirbenkiefer ist deutlich wahrzunehmen. Die harzigen Noten passen sehr gut zum Aroma der Hefe.

Der vollmundige Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine gut darauf abgestimmte Karbonisierung aus. Während sich das Bier im Mund ausbreitet bilden sich auch die harzigen Aromen heraus und kommen zum Vorschein. Sie sind gut auf die Süße des Bockbiers abgestimmt. Das Bitter unterstützt den Geschmack und jetzt kommen noch fruchtige Aromen zum Vorschein, die an helle Früchte erinnern und den Geschmack abrunden. Jetzt kann mich das Bier noch überraschen. Zeigte es anfangs noch die für ein Bockbier stiltypische Süße, wird es jetzt von Schluck zu Schluck trockener. Auch im Abgang ist das Bier trocken und das Harz steht im Mitelpunkt. Zusammen mit dem itter klingt der Geschmack sehr lange nach.

Der Zirbenbock aus Ulm ist kein Bier, das man den ganzen Abend trinken kann. Ich stelle es mir eher statt eines Champagner als Aperitif vor.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Gold Ochsen GmbH
Veitsbrunnenweg 3-8
89073 Ulm
www.goldochsen.de

Maisel & Friends – Bourbon Bock 2022

Mittlerweile ist es bereits fast eine Tradition: in jedem Jahr wird der Bourbon Bock von Maisel & Friends neu aufgelegt. Jetzt steht der Jahrgang 2022 vor mir, es ist immerhin bereits der fünfte Bock, der in den Holzfässern in Bayreuth unter den Augen der Gäste der Brauereigaststätte Liebesbier gereift ist. Der Jahrgang 2021 war der erste, den ich verkostet habe, und er hat mir sehr gut gefallen. Jetzt will ich herausfinden, ob der Jahrgang 2022 ebenso gut gelungen ist.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum ist elfenbeinfarben, fällt aber leider recht schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist betörend. Ich rieche Karamell, intensive Whiskeynoten und Trockenpflaumen, dazu Marzipan und einige würzige Noten, aus denen ich Muskat herauszuriechen meine. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Wie erwartet zeichnet sich der Antrunk durch eine kräftige Karamellsüße aus und er besticht durch seine sehr feinperlige Kohlensäure. Allerdings würde ich mir eine etwas kräftigere Karbonisierung wünschen.

Auf der Zunge kommt der Geschmack nach getrockneten oder karamellisierten Früchten in den Vordergrund. Sehr gut darauf abgestimmt ist der Geschmack nach Whiskey und Eichenholz, den das Whiskeyfass auf das Bier übertragen hat. Abgerundet wird der Geschmack durch Aromen nach Vanille und würzige Noten. Die 8,0 Volumenprozent Alkohol wärmen Körper und Geist. Dazu kommt ein cremiges und volles Mundgefühl. Bitter ist stiltypisch nur wenig vorhanden. Obwohl die Bittere im Abgang etwas kräftiger wird, bleibt doch auch in der Kehle die Fruchtigkeit dominant. Der Geschmack klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com