Erklärung des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer zur Ernte 2023

Traditionell laden auf der BrauBeviale der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband e.V., der Bayerische Brauerbund e.V. sowie die Privaten Brauereien Bayern e.V. zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Hier das Statement von Adi Schapfl vom Verband Deutscher Hopfenpflanzer. Ich veröffentliche es sowohl schriftlich als auch als Podcast zum Anhören. Wundern Sie sich bitte nicht, wenn am Anfang der Audioaufzeichnung von „Majestäten“ gesprochen wird – es ist auch Tradition, dass die Hopfenköniginnen bei der Pressekonferenz anwesend sind. Hier also das Statement:

Die Hopfenernte 2023 ist in Deutschland schlecht ausgefallen – wieder schlecht. Nach Abschluss der Hopfenzertifizierung am 15. November liegen die offiziellen Abwaagezahlen vor:

In ganz Deutschland produzierten im Jahr 2023 1.041 Betriebe auf einer Fläche von 20.629 Hektar 41.234 Tonnen Hopfen, das sind umgerechnet 824.685 Zentner.

Die Zahlen aus den einzelnen Anbaugebieten in Deutschland stellen sich wie folgt dar:

 

Ernte 2023 in t

Veränderung zu 2022 in %

Ernte 2022 in t

Hallertau

34.949

19,9 %

29.152

Elbe-Saale

3.056

20,8 %

2.529

Spalt

672

63,5 %

411

Tettnang

2.533

10,0 %

2.302

Bitburg

23

91,7 %

12

Bundesgebiet

41.234

19,8 %

34.406

Die großen Steigerungen zum Vorjahr täuschen darüber hinweg, dass auch 2023 wieder ein schlechtes Hopfenjahr war. Diese sichtbaren Steigerungen sind nur dem geschuldet, dass 2022 ein historisch schlechtes Hopfenjahr war mit einer Minderernte von fast 30 % zum Vorjahr. Die Erntemenge 2023 liegt aber immer noch ca. 10% unter einer Durchschnittsernte.

Auch die Gehalte an Alphasäuren als wesentlicher Wertparameter liegen 2023 unter dem Durchschnitt. Vor allem bei der größten Sorte Herkules war die Ausbildung der Alphasäuren in diesem Jahr vergleichsweise gering. Positiv sticht das Anbaugebiet Elbe-Saale heraus, weil hier höhere Alphawerte erreicht wurden als in früheren Jahren.

Die äußere Qualität der Hopfen war dagegen beim deutschen Hopfen 2023 überwiegend gut.

Die Ursachen für die Ertragsprobleme sind schnell ausgemacht: Wieder machte unseren Hopfen das trockene und heiße Wetter im Sommer Probleme. Wieder müssen wir feststellen, dass diese Jahre häufiger auftreten, 2022 und 2023 zum ersten Mal sogar zweimal hintereinander und wieder wird uns vor Augen geführt, dass wir unsere Anstrengungen erhöhen müssen, die deutsche Hopfenproduktion an den Klimawandel anzupassen.

Dabei hatte das Hopfenjahr 2023 eher mit zu viel Wasser begonnen. Im Frühjahr hatten wir häufige und zum Teil ergiebige Regenfälle, so dass unsere Hopfengärten oftmals gar nicht befahrbar waren und wir mit den anstehenden Arbeiten zum Teil in Verzug gerieten. Diesen Verzug konnten wir aber aufholen. Zahlreiche Saisonarbeitskräfte unterstützen uns beim Aufleiten der jungen Triebe und die Hopfen entwickelten sich bis in den Juni hinein vielversprechend.

Dann blieb aber der Regen aus und wie bereits in 2022 litten unsere Hopfen unter der Hitze und Trockenheit. Im Juli sah es noch so aus, als ob wir auf eine weitere historisch schlechte Ernte zusteuern würden. Dann setzten aber Ende Juli in ganz Deutschland Regen ein und das verhinderte zumindest bei vielen Hopfenbeständen „das Schlimmste“. Der Regen kam spät und konnte deshalb nur mehr ein Stück weit das bereits verlorene Ertragspotential unserer Hopfen ausgleichen. Die meisten Hopfen legten noch etwas in ihrer Ertragsbildung zu, unterstützt durch weitere Regenfälle im August.

Der positive Einfluss auf die Bildung der Alphasäuren viel dagegen offensichtlich geringer aus. Vermutlich waren die Niederschläge dafür dann doch größtenteils zu spät.

Im Anbaugebiet Elbe-Saale liegen die Hopfen in ihrer Entwicklung naturgemäß etwa 8 bis 10 Tage hinter den anderen deutschen Anbaugebieten und das war vermutlich der Grund dafür, dass die einsetzenden Regen dort auch noch zu einer guten Alpha-Bildung führten.

Insgesamt ein weiteres unbefriedigendes Jahr für die deutschen Hopfenpflanzer mit einer unterdurchschnittlichen Ernte.

Neben der pflanzenbaulichen Seite macht uns Hopfenpflanzern jetzt auch noch der Hopfenmarkt große Sorgen.

Bereits vor einem Jahr war für unsere US-Kollegen eine massive Überversorgung bei deren Flavoursorten deutlich geworden, die zur Rodung von etwa einem Siebtel der dortigen Hopfenfläche führte.

Aktuell sehen wir auch einen deutlichen Preisverfall für deutsche Freihopfen. Die massiven Ausschläge bei den Hopfenpreisen nach unten machen unsere betriebliche Planung schwierig und könnten viele wichtige Investitionen behindern, insbesondere vor dem Hintergrund stark gestiegene Produktionskosten.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Preise weiterentwickeln und auf welchem Preisniveau Vorverträge angeboten werden. Auch für die Hopfenfläche in Deutschland könnten Flächenreduzierungen die Konsequenz sein.

Unsere dringendste Aufgabe bleibt aber weiterhin die Anpassung unserer Hopfenproduktion an den rasant fortschreitenden Klimawandel. Die Neuzüchtungen deutscher Hopfensorten zeigen heute schon, dass wir in die richtige Richtung unterwegs sind. Deren Anteil an unserer Produktion ist aber noch zu gering und muss durch eine erhöhte Akzeptanz bei den Brauern rasch erhöht werden.

Einen Großteil unserer Anstrengungen stecken wir derzeit in den Ausbau der Hopfenbewässerung. Die Anbaugebiete Spalt und Hallertau arbeiten intensiv an großflächigen Systemen, die später die Hopfenproduktion stabilisieren sollen. Wir betreten „Neuland“ mit so groß-dimensionierten Bewässerungsanlagen und müssen in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren noch viele fachliche, bürokratische und finanziellen Hürden überwinden. Die massive Unterstützung der Politik wird deshalb entscheidend sein.

Im Gegensatz zu den zahlreichen Pressemeldungen der letzten Wochen in der deutschen, europäischen und internationalen Presse, sind wir aber sehr optimistisch, dass der deutsche Hopfen eine erfolgreiche Zukunft haben wird. Eine Studie hatte lange Zahlenreihen aus verschiedenen europäischen Hopfenregionen ausgewertet und war zum Ergebnis gekommen, dass sowohl Ertrag als auch der Alphagehalt in Zukunft aufgrund des Klimawandels in europäischen Hopfen abnehmen werden. Die Empfehlung der Autoren lautete die Hopfenfläche zu erhöhen. In den zahlreichen Pressemeldungen war dann auch noch von schlechterem Bier zu lesen oder gar von einer Bierknappheit.

Bei genauerer Betrachtung der Studie kommen massive Bedenken zur Vorgehensweise der Autoren auf und methodische Schwächen lassen an der Gültigkeit der Schlussfolgerungen zweifeln. Zudem wurde dann von geringeren Alphawerten auf den Biergeschmack geschlossen, was – zurückhaltend formuliert – so nicht zutreffend ist.

Wie bereits angesprochen sehen wir uns im Gegensatz zur Studie bereits auf einem guten Weg zur Anpassung unserer Hopfenproduktion mit Neuzüchtungen und Bewässerung. Unsere Hopfenproduktion in Deutschland war vor einhundert Jahren eine komplett andere als vor 50 Jahren und heute verwenden wir wieder andere Techniken und andere Sorten. Und bei all diesen tiefgreifenden Änderungen haben wir stets Hopfen in höchster Qualität, zu wettbewerbsfähigen Preisen so produziert, wie es die Brauwirtschaft gewünscht hat.

Unser Hopfenbau wird auch in 50 Jahren wieder anders ausschauen, aber – und da bin ich mir sehr sicher – weiterhin erfolgreich sein!

De Dochter van de Korenaar – Extase

Das braune Etikett enthält vom Logo der Brauerei abgesehen nur die Angaben, die der Konsument für den Erwerb des Bieres benötigt.Über die Brauerei De Dochter van de Korenaar im flandrischen Baarle-Hertog habe ich bereits an anderer Stelle alles geschrieben. Damit kann ich jetzt sofort zum Bier übergehen, das jetzt vor mir steht. Es handelt sich um das Extase, ein Imperial IPA mit satten 110 Bittereinheiten, das mit 14 unterschiedlichen Hopfensorten gebraut wurde. Na, da bin ich aber mal gespannt.

Orangefarben und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine sehr voluminöse feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier einen richtig guten Eindruck; es sollte lediglich vorsichtig eingeschenkt werden.

Das Aroma ist sehr hopfenbetont und fruchtig. Trotz der hohen Bitterkeit kommt aber auch die Süße des Malzes zu ihrem Recht, wenn auch nur aus dem Hintergrund. Bei 14 Hopfensorten drängt sich keine Fruchtigkeit mehr in den Vordergrund, sondern das Bier duftet wie ein ganzer Obstsalat. Dazu kommt der Duft nach Pinie. Abgerundet ist das Aroma durch grasige und blumige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine überraschende Malzsüße sowie eine angenehme Karbonisierung aus. Auf der Zunge steht die kräftige und dabei freundliche Bittere im Mittelpunkt, die gut auf die Süße abgestimmt ist. Das Mundgefühl ist weich und voll. In der Kehle lässt die Bittere noch einmal ihre Muskeln spielen und jetzt wird sie auch etwas kratzig. Aber diese leichte Kratzigkeit bildet einen angenehmen Kontrast zum weichen Mundgefühl. Der Geschmack klingt ewig lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Cascade, Millenium, Simcoe, Chinook, Cluster, Columbus, Centennial, Summit, Crystal, Bramling Cross, Aurora, Styrian Goldings, Perlé, Saaz), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Bittereinheiten:

110 IBU

Farbe:

12 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Brouwerij De Dochter van de Korenaar
Oordeelstraat 3
2387 Baarle-Hertog
Belgien
www.dedochtervandekorenaar.be

Hetzelsdorfer Bier

Die Etiketten des Hetzeldorfer Biers sind nostalgisch gestaltet und zeigen neben den erforderlichen Informationen einige traditionelle Werkzeuge der Brauer.Penning ist eine Traditionsbrauerei in der wunderschönen fränkischen Schweiz. Von dort stammt das dunkle Vollbier, das jetzt vor mir steht. Wenn es mir gefallen sollte, werde ich versuchen, noch weitere ganzjährige und saisonale Biere der Brauerei zu finden und hier zu beschreiben. Jetzt aber erst mal zu dem Bier vor mir.

Braun und ohne Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine feinporige Schaumkrone, weiß mit einem leichten Stich ins Elfenbeinfarbene. Da die Schaumkrone sehr lange erhalten bleibt, macht das Bier zumindest optisch eine richtig gute Figur.

Das Bier duftet nach Karamell und Pumpernickel, dazu kommen einige grasige und würzige Noten.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge dominieren Röstmalze und Karamell, abgerundet durch würzige Noten. Dabei ist das Bier nicht wuchtig wie viele andere dunkle Biere, sondern wirklich schlank und süffig. Der Abgang überzeugt mit einem leichten freundlichen Bitter mit sehr langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Farbe:

30 EBC

Brauerei:

Brauerei Penning-Zeissler
Hetzelsdorf 9
91362 Pretzfeld

Vorstellung des Bremer Stadtbieres

Auf der Messe Fisch und Feines in Bremen gab es wie in jedem Jahr auch ein Craft Beer Event. Zu diesem Ereignis haben die Brauer aus Bremen ein Stadtbier gebraut, ein helles Bockbier. Oder nein – es war nicht ein Bier, sondern es waren mehrere Biere, die die Brauereien jeweils aus den gleichen Zutaten gebraut haben. Drei Brauereien und eine Berufsschule für Brauer haben mit ihren Bieren zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen. Aus der Berufsschule kamen sogar drei Biere aus unterschiedlichen Klassen. Insgesamt gab es also sechst Biere, die speziell für das Craft Beer Event gebraut wurden. Auf einer Presseveranstaltung im Vorfeld der Messe hat Markus Zeller von der Union Brauerei sein Bier vorgestellt. Die Vorstellung finden Sie in der Sounddatei, die Sie hier abspielen können. Entschuldigen Sie bitte die teilweise starken Hintergrundgeräusche, die aber leider im Rahmen dieser Veranstaltung nicht zu vermeiden waren.

 

De Ranke – Guldenberg

Das Etikett zeigt das Eingangstor der Abtei Guldenberg.Die Brauerei wurde im Jahr 1994 von Nino Bacelle unter seinem eigenen Namen gegründet. Am Anfang braute er nur ein Bier, das Guldenberg, benannt nach der Abtei Guldenberg in Wevelgem, wo früher Bier gebraut wurde. Mit einer Geschichte in der Beer World (seit 1930 war die Familie Bacelle-Noffels im Bierhandel und als Limonadenhersteller tätig) begann Nino 1981 mit dem Brauen von Bier zu experimentieren. Nach einer Ausbildung zum Bierbrauer experimentierte er weiter und hielt die Zeit für gekommen, sein Bier zu vermarkten. Nach einer Weile beschloss er, mit dem Brauen als Gypsy-Brauer in einer bestehenden Brauerei zu beginnen. Das Gute an dieser Formel ist, dass es möglich ist, ohne große Investitionen rentabel zu brauen. Die Deca-Brauerei in Woesten wurde dafür ausgewählt und im ersten Jahr wurden 9000 Liter Guldenberg gebraut. Aus der „Brauerei Nino Bacelle“ wird die „Brauerei De Ranke“. Nachdem 11 Jahre lang in der Brauerei Deca gebraut wurde, wurde in Dottignies in der Provinz Hennegau eine völlig neue Brauerei gegründet. Sechs Mitarbeiter produzieren 12 unterschiedliche Biere. Die Jahresproduktion beträgt etwa 10.000 hl (1.000.000 Liter).

Orangefarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist schneeweiß und bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier eine richtig gute Figur.

Aromen nach Karamell und Biskuitteig, nach Harz und Kräutern steigen mir in die Nase, abgerundet durch einige blumige Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht eine Fruchtigkeit im Mittelpunkt, die an Birnen erinnert. Die Bittere ist passend zur Süße dosiert. Der Alkohol ist gut eingearbeitet, so dass er nicht hervorschmeckt und lediglich die anderen Aromen unterstützt. Das Mundgefühl ist schwer. Im Abgang wird das Bier trockener und die Bittere legt noch einmal zu. Sie klingt in der Kehle lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Brouwerij De Ranke
Rue Du Petit Tourcoing 1a
7711 Dottignies
www.deranke.be

Maisel’s Weisse Alkoholfrei holt zum vierten Mal Gold beim European Beer Star

Manchmal sind aller guten Dinge nicht drei, sondern vier: Maisel’s Weisse Alkoholfrei konnte die renommierte Fachjury zum wiederholten Mal überzeugen und beim European Beer Star Gold gewinnen. Der Award gilt als einer der härtesten der Welt, weshalb die Brauerei Gebr. Maisel der Auszeichnung eine besonders hohe Bedeutung beimisst.

Die begehrte Goldmedaille zu gewinnen, ist das erklärte Ziel bei einer Teilnahme am European Beer Star, denn diese wird für jeden Bierstil nur ein einziges Mal vergeben. Gelingt es, diesen Erfolg mit demselben Bier mehrmals zu wiederholen, macht das umso stolzer – und würdigt die Arbeit, die seit vielen Jahren investiert wurde. Ein wohlschmeckendes, alkoholfreies Weißbier zu brauen, ist eine große Kunst, schließlich ist Alkohol ein wesentlicher Geschmacksträger im Bier. Gängig sind drei Verfahren, um dem Bier den Alkohol zu entziehen: Entalkoholisierung, gestoppte Gärung oder Verwendung einer speziellen Hefe. Alle drei bieten Vor-, aber auch Nachteile. Bei der Brauerei Gebr. Maisel wollte man sich mit den Nachteilen nicht abfinden und hat ein eigenes Verfahren entwickelt, das die Vorteile der ersten beiden miteinander kombiniert. Zunächst wird unter Verwendung der brauereieigenen „Maisel’s Weisse Hefe“ Maisel’s Weisse Original gebraut und der Alkohol im Anschluss schonend entzogen. Parallel wird ein zweiter Sud angesetzt, bei dem die Gärung der zugegebenen Hefe vorzeitig gestoppt wird, um zu verhindern, dass der Malzzucker zu Alkohol vergoren werden kann. Im Anschluss nutzen die Braumeister eine Vorgehensweise, die vielen aus der Weinherstellung bekannt ist: Die beiden Sude werden miteinander verschnitten, um die Verfahren bestmöglich miteinander zu verbinden. Dieser eigens entwickelte Prozess erhält das volle Aroma der Maisel’s Weisse Original für den alkoholfreien Biergenuss.

Eingeführt wurde die Maisel’s Weisse Alkoholfrei im Jahr 2000. Seitdem wird kontinuierlich an der Optimierung des Verfahrens gearbeitet, um die Qualität dauerhaft auf hohem Niveau zu halten. Dass das gelingt, beweist die Bekanntgabe der Gewinner des European Beer Stars seit 2019. Seitdem gab es für Maisel’s Weisse Alkoholfrei in jedem Jahr eine Medaille, davon viermal Gold und einmal Silber.

„Die Teilnahme an Bierwettbewerben verstehen wir als Qualitätskontrolle, die uns Auskunft darüber gibt, was wir richtig machen – und wo wir optimieren können. Dass hochrangige Bierexperten fünf Jahre in Folge unserer Maisel’s Weisse Alkoholfrei solch hohe Auszeichnungen zukommen lassen, ehrt uns sehr“, freut sich Marc Goebel, Geschäftsführer Braubetrieb.

Dass es Auszeichnungen nicht nur für Innovationen gibt, sondern dass auch Traditionen ihren Wert haben, bewies die Brauerei Maisel beim European Beer Star Gold ebenfalls: Maisel’s Weisse Kristall erhielt ebenfalls die Goldmedaille. Die Bayreuther sind eine der wenigen Brauereien, die diesen Bierstil brauen, da die Filtration als besonders aufwendig gilt. Bereits seit 1955 befindet sich das kristallklare Weißbier im Portfolio der Brauerei Gebr. Maisel, damals eingeführt mit dem Namen „Champagner-Weizenbier“. Ebenfalls Gold gab es für Maisel & Friends Hell aus dem Sortiment der modernen Bierspezialitäten.

Knärzje

Die Verschwendung von Lebensmitteln zu vermeiden, sollte eigentlich für uns alle selbstverständlich sein. Die Idee des Knärzje wie auch aller anderen Brotbiere schließt sich daran an. Es bleiben immer einige Brote beim Bäcker liegen, die nicht verkauft werden konnten. Daraus Bier zu brauen ist naheliegend, denn die Rohstoffe beider Produkte sind weitgehend identisch. Wasser, Getreide, Hefe – mehr braucht es nicht, um handwerklich ein gutes Brot zu backen. Beim Bier sind es Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Und wenn sich noch ein Sonnenblumenkern oder ein Sesamkörnchen aus dem Brot in den Sud verirren macht das das Bier auch nicht schlechter. Knärzje wird in Deutschland aus überschüssigem Brot gebraut. Es ist das erste ökologisch zertifizierte Zero-Waste-Bier Deutschlands. Es ist auch als „Most Sustainable Brand 2023“ ausgezeichnet worden. Dass das Bier auch über Kaufland vertrieben wird, sichert ihm vermutlich recht große Absatzmengen, so dass dieser Bierstil hoffentlich bekannter wird und sich in Zukunft auch Mitbewerber in diesem Segment ansiedeln werden.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige schneeweiße Schaumkrone ist relativ klein und fällt auch anfangs recht flott in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten.

Brotkrume steht im Aroma im Mittelpunkt, abgerundet durch den Duft nach Karamell sowie einige blumige Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Wie erwartet kommt auf der Zunge der Geschmack nach Karamell in den Vordergrund, begleitet durch eine leichte Hopfenbittere. Das Mundgefühl ist nicht so ganz rund, aber durchaus angenehm, so dass ich ein wirklich süffiges Bier vor mir stehen habe. Auch in der Kehle steht der Karamellgeschmack im Vordergrund. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Es liegt in der Natur der Sache, dass jeder Sud einzigartig ist und sich mehr oder weniger von den anderen Suden unterscheidet. Schließlich bleiben nicht jeden Tag die gleichen Brotsorten im Regal liegen. Aber genau diese feinen Unterschiede machen den Reiz dieses Bierstils aus. Ich würde mir nur noch wünschen, dass die Brauerei den Sud auch auf dem Etikett kennzeichnen würde, damit ich als Konsument sofort sehe, dass wieder ein etwas anderes Bier im Regal steht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, getrocknetes Brot (Dinkelbrot, Weizenvollkornbrot), Roggenvollkornmehl, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

10 EBC

Brauerei:

Knärzje GmbH
Gwinnerstraße 36
60388 Frankfurt

Weltweit bestes alkoholfreies Lager kommt aus der Brauerei Schloss Eggenberg, Vorchdorf, Österreich

Das Freibier alkoholfrei gewinnt Gold beim European Beer Star 2023. Bei der stimmungsvollen und emotionsgeladenen Zeremonie während der Fachmesse BrauBeviale in Nürberg, konnte Braumeister Thomas Lugmayr den Award für Eggenberg in Empfang nehmen. Zurück in der Heimat wurde dann ausgiebig mit den Mitarbeitern der Brauerei gefeiert, denn „dieser Preis gilt vor allem auch denjenigen, die tagtäglich beim Bierbrauen ihr Bestes geben, damit ein möglichst gutes Endprodukt entsteht“, so Lugmayr.

Übrigens, bereits seit den 1970er Jahren wird in der Brauerei Schloss Eggenberg schon alkoholfreies Bier gebraut. Damals war es das Erste Österreichs und bis heute ist der grundlegende technologische Ansatz, mittels einer speziellen Hefe zu vergären, gleichgeblieben. Die besondere Hefestamm befindet sich im Eigentum der Brauerei und ist mitunter der Schlüssel für den ausgezeichneten Geschmack des Eggenberg Freibiers. Im Laufe der Jahrzehnte wurden sowohl Rezeptur als auch Brauprozess immer weiterentwickelt und perfektioniert, sodass man in Eggenberg inzwischen auch ein umfangreiches „alkoholfreies“ Knowhow angesammelt hat.

„Es ist schön zu sehen, dass alkoholfreies Bier inzwischen die etwas angestaubte Nische des Autofahrer-Bieres verlassen hat und es eine ernstzunehmende Alternative zu anderen alkoholfreien Erfrischungsgetränken geworden ist“, so Hubert Stöhr, der Geschäftsführer der Brauerei.

In Österreich liegt der Anteil von alkoholfreiem Bier am Gesamtabsatz bei rund 3%, in Eggenberg aktuell bei 6% mit weiterhin steigender Tendenz. Alkoholfreies Bier hat je nach Brauart zwischen 0,0% und 0,5% Alkohol und somit auch weniger Kalorien als typisches Lagerbier.

Der European Beer Star

Bereits seit 20 Jahren ist der European Beer Star jedes Jahr aufs Neue auf der Suche nach den besten Bieren der Welt. Eine 150-köpfige internationale Expertenjury, bestehend aus Braumeistern, Fachjournalisten, Biersommeliers und weiteren Bierexperten hat die eingereichten Biere verkostet und deren Qualität beurteilt. „Die Juroren beim European Beer Star bewerten die eingereichten Biere rein nach sensorischen Kriterien. Das heißt sie beurteilen ausschließlich Merkmale, die sie mit ihren Sinnen wahrnehmen. Die Gewinner-Biere überzeugen die Expertenjury in Sachen Optik, Geruch und Geschmack.

Insgesamt wetteiferten 2356 Biere beim European Beer Star 2023 um die begehrten Awards. In 74 verschiedenen Bierstil-Kategorien – darunter Klassiker, die jeder kennt, wie „German-Style Pils“ oder „South-German Style Hefeweizen hell“, aber auch exotische Stile, die eher für Bierliebhaber ein Begriff sind, wie „Hazy India Pale Ale“ oder „Wood and Barrel Aged Sour Beer“ – wurden die eingereichten Biere in einem anonymisierten Verfahren verkostet. Pro Kategorie werden nur die drei besten Biere am Ende mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet.

Bereits eit 1681 wird in Eggenberg Bier gebraut. Die Familie Stöhr führt die Privatbrauerei in achter Generation. Damit das auch so bleibt, ist man seit jeher offen für neue, frische Ideen. Zur Frische gehört auch das Salzkammergut, seine Seen und Berge. Den Leuten in dieser Gegend wird nachgesagt, sie seien besonders eigenständig, ja sogar widerständig. Eigenschaften, die man in Eggenberg teilt, denn man tun alles dafür, unabhängig zu bleiben. Damit will man die Eigenheiten der Brauerei und ihre Bedeutung für die Region schützen.

120 MitarbeiterInnen sind in der Brauerei beschäftigt und 15 verschiedene Biersorten werden gebraut. Der einzigartige Brauereistandort ist weit geöffnet für Besucher, die für Brauereiführungen, Hochzeiten und Events, zum Nächtigen oder zum Einkauf ins Bierdepot kommen.

Die Privatbrauerei Hirt räumt beim European Beer Star Gold und Silber ab

Die Privatbrauerei Hirt aus Kärnten hat erneut bei einem der prestigeträchtigsten Bierwettbewerbe, dem European Beer Star, großartige Erfolge erzielt. Dieses Jahr wurden die Biere Hirter 1270 mit Gold und Hirter Privat Pils mit Silber ausgezeichnet. Diese Medaillen sind nicht nur eine Anerkennung für die hohe Qualität und den exquisiten Geschmack der Biere, sondern auch ein Beweis für das Engagement der Brauerei für Slow Brewing und die Verwendung regionaler Rohstoffe.

„Wir glauben fest daran, dass echtes Bier Zeit, Leidenschaft und hochwertige Zutaten erfordert. Unser Hirter 1270 und Hirter Privat Pils sind das Ergebnis dieser Überzeugung. Wir verwenden nur das beste Bergquellwasser und sorgfältig ausgewählte Gerste aus der Region, um sicherzustellen, dass unser Bier authentisch und vollmundig ist“, so Braumeister Raimund Linzer.

Eine 150-köpfige internationale Expertenjury, bestehend aus Braumeistern, Fachjournalisten, Biersommeliers und weiteren Bierexperten, bewertete die Qualität und den Geschmack von insgesamt 2.356 Bieren in 74 verschiedenen europäischen Bierstil-Kategorien. In jeder Kategorie wurden nur die drei besten Biere mit Gold, Silber und Bronze prämiert. Die Privatbrauerei Hirt freut sich in diesem Jahr bereits über die dreizehnte und vierzehnte EBS-Medaille seit 2010.

Niki Riegler, Eigentümer und Geschäftsführer der Privatbrauerei Hirt, betont die Bedeutung der European Beer Star-Auszeichnung: „Die European Beer Star-Medaillen sind für uns wie olympische Auszeichnungen und verdeutlichen unser Engagement für echtes Bier und unsere über 750-jährige Braukompetenz. Diese Auszeichnungen sind nicht nur eine Anerkennung unserer Biervielfalt, Qualität und Authentizität, sondern auch eine klare Botschaft an alle, die höchsten Genuss und Qualität schätzen.“

Die erneute Auszeichnung der Privatbrauerei Hirt beim European Beer Star 2023, bestätigt ihre Position als eine Brauerei von Weltklasse. Dieser Erfolg spiegelt sich besonders in der hervorragenden Leistung des Braumeisters und seines Teams wider, die mit ihrer langjährigen Erfahrung die Grundlage für den Erfolg der Traditionsbrauerei legen. Mit einer klaren Verpflichtung zu Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit, setzt sie damit neue Maßstäbe für eine verantwortungsvolle Brauwirtschaft.

Frankfurt kann Whisky

Das Bild zeigt vier der Preisträger.Zum 9. Mal wurden die Germany’s Best Whisky Awards des Magazins „Der Whisky-Botschafter“ im Rahmen der 24. InterWhisky in Frankfurt vergeben. Die großen Gewinner dieses Jahres kommen aus Irland, Schottland und Deutschland.

Die Spannung und die Erwartung waren groß: Zum ersten Mal nach drei Jahren Pause wurden die GERMANY’S BEST WHISKY AWARDS 2024 des Fachmagazins „Der Whisky-Botschafter“ erstmals wieder in ihrer gewohnten Form vergeben. Der große Saal im Gesellschaftshaus Palmengarten fungierte als feierliches Ambiente für die wichtigsten Awards in der deutschsprachigen Whisky-Szene. Anwesend waren rund 80 hochkarätige Gäste aus der nationalen und internationalen Whisky-Szene.

Neu war in diesem Jahr, das die Leserinnen und Leser bei den Awards mitabstimmen konnten. Und der Erfolg der Abstimmung war überwältigend „Wir freuen uns ungemein, dass über 19.000 Menschen unserem Aufruf zur Abstimmung von GERMANYS BEST WHISKY AWARDS 2024 gefolgt sind und so zur Entscheidungsfindung in insgesamt sechs Kategorien beigetragen haben“ betont Christian H. Rosenberg, Herausgeber „Der Whisky-Botschafter“.

Bereits im Vorfeld heiß diskutiert wurde die neue Kategorie Brand Ambassador of the Year. Denn jeder in der Szene hat seinen Liebling. Und tatsächlich war hierbei das Abstimmungsergebnis besonders eng. Am Ende setzte sich Mark Armin Giessler von Laphroaig knapp vor Sandra Winters von Michter’s durch. „Ich hätte es allen drei gegönnt, Mark macht seit Jahren erstklassige Arbeit für Laphroaig von der Whiskyinsel Islay und Sandra ist nicht weniger gelungen, als Michter’s zu einem der beliebtesten Bourbon Whiskyes in Deutschland zu machen – und das in einer sehr umkämpften Kategorie“, betont Bernhard Schäfer, Chefredakteur des Magazins „Der Whisky-Botschafter“.

Deutschland räumt ab: Frankfurt, Villingen-Schwenningen und Köln

Und drei weitere Awards bleiben in Deutschland. St. Kilian aus Rüdenau bei Frankfurt wird zu Germanys Best Whisky Destillerie National gekürt. Die Fürstenberg Irish Pubs von Werner Hergert und Michael Steiger in Villingen-Schwenningen zur besten Whiskybar und das Brühler Whiskyhaus von Marco Bonn in Brühl bei Köln zum Whisky Shop des Jahres. Sie alle sind die stolzen Gewinner von Germanys Best Whisky Awards 2024 und dürfen sich nun auf die goldene Plakette freuen, die nun an ihren Schaufenstern prangt. Doch auch die anderen Nominierten gehen als Gewinner vom Platz.

Die Gewinner der Germany’s Best Whisky Awards 2024 im Überblick:

Best Whisky Distillery National

  1. Kilian Distillers
  2. Slyrs Bavarian Whisky Distillery
  3. Finch Whisky Destillerie

Best Whisky Distillery International

  1. Bushmills (Import Deutschland durch Reidemeister & Ulrichs)
  2. Glen Scotia (Import Deutschland durch Hanseatische Weinhandelsgesellschaft)
  3. The M&H Distillery (Import Deutschland durch Kammer-Kirsch GmbH)

Best Whisky of the Year 2024

  1. The Balvenie A Revelation of Cask & Character 19yo (Import Deutschland durch William Grant & Sons)
  2. Tamdhu American Oak Oloroso and European Oak Oloroso 18yo (Import Deutschland durch Borco-Marken Import)
  3. Woodford Reserve Very Fine Rare Bourbon (Import Deutschland durch Brown-Forman Deutschland

Best Brand Ambassador of the Year 2024

  1. Mark Armin Giesler, Brand Ambassador Laphroaig bei Beam Suntory Deutschland
  2. Sandra Winters, Brand Ambassor Michter´s bei Mack & Schühle
  3. Bastian Drews, ehemals Brand Ambassador The Dalmore, Fettercairn, Jura bei Whyte & Mackay

Best Whisky Bar 2024

  1. Fürstenberg Irish Pubs, Villingen-Schwenningen und Tuttlingen von Werner Hergert & Michael Steiger
  2. Embury Bar, Frankfurt am Main von Dominik Falger
  3. Whisky Oase Sonnenhof, Wustrow von Hans-Joachim Belza

Best Whisky Shop 2024

  1. Brühler Whiskyhaus, Brühl von Marco Bonn
  2. Scotia Spirit Scotch Whisky Shop & Bar, Köln von Peter Klas
  3. Weinquelle Lühmann, Hamburg von Uwe und Jens Lühmann