Stads Brouwerij 013 – Lumunus

Auf dem Etikett, das in roter Farbe gehalten ist, ist die Zeichnung des Gebäudes der Brauerei abgebildet.Die Stads Brouwerij 013 in Tilburg an der Südspitze der Niederlande gelegen wurde im November 2017 gegründet. Seit 2015 betreiben die Initiatoren die Eindhoven City Brewery und das dazugehörige Café 100 Watt. Am 23. Oktober 2023 war es dann schon wieder vorbei. Die Stadsbrouwerij 013 musste Insolvenz anmelden. Der Verkostungsraum war bankrott, aber die Biermarke soll weiter existieren. Ich habe noch eine Flasche Lumulus, ein IPA, bekommen können und werde sie jetzt verkosten. Es dürfte ein würdiger Abgesang auf die Brauerei sein, denn bei der Brussels Beer Challenge 2020 wurde das Bier mit der Silbermedaille ausgezeichnet, genau wie bei den World Beer Awards 2021, wo dieses Bier ebenfalls mit der Silbermedaille als das zweitbeste Bier der Niederlande ausgezeichnet wurde.

Orangefarben und kräftig hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße Schaumkrone ist nur klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma gefällt mir schon deutlich besser. Ich rieche Orange, Zitronenschalen und Biskuitteig. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine ordentliche Malzsüße sowie reichlich Kohlensäure aus. Auf der Zunge steht eine kräftige und fruchtige Bittere im Mittelpunkt, die für ein samtiges und fast cremiges Mundgefühl sorgt. Die Bittere ist auch in der Kehle dominant, wo sie lange nachklingt.

Ich weiß nicht, welche Brauerei die Marke übernimmt, hoffe aber, dass diese Brauerei die Qualität des Bieres halten kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Maisflocken, Zucker, Hopfen, Orangenschalen, Kräuter, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Bittereinheiten:

37 IBU

Farbe:

8 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Stadsbrouwerij 013 B.V.
Piushaven 1
5017 Tilburg
Niederlande
www.stadsbrouwerij013.nl

Bayreuther Brauerei bei zwei internationalen Bierwettbewerben ausgezeichnet

Die Brussels Beer Challenge gilt als einer der renommiertesten Bierwettbewerbe, nicht zuletzt, da die Medaillen für jeden Bierstil nur ein einziges Mal verliehen werden. Bayreuther Hell wurde mit einer der begehrten Goldmedaillen ausgezeichnet. Bereits 2021 konnte das traditionell gebraute bayerische Helle bei der Brussels Beer Challenge vollends überzeugen und die Goldmedaille gewinnen. Auch im letzten Jahr fand sich Bayreuther Hell auf dem Siegertreppchen ein und holte Bronze. Braumeister Horst Weiß ist stolz auf den Wiederholungserfolg: „Für einen Brauer ist das Helle der am schwersten herzustellende Bierstil, weshalb es auch oft als Königsklasse angesehen wird. Nicht der kleinste Braufehler kann versteckt oder durch intensiven Hopfeneinsatz kaschiert werden, es muss ganz fein ausbalanciert sein. Für ein Helles ausgezeichnet zu werden, gleicht daher einem Ritterschlag und unser gesamtes Team freut sich riesig darüber!“ Bayreuther Hell bekommt durch die sorgsam ausgewogene Balance aus feinsten, hellen Gerstenmalzen und einer dezenten Hopfennote seinen unverkennbaren Charakter. Gebraut wird es mit viel Liebe und Herzblut nach überliefertem Rezept und nach den Regeln bester bayerischer Braukunst.

„Die Teilnahme an Bierwettbewerben ist für uns immens wichtig, weil wir dadurch unseren hohen internen Qualitätsanspruch auch von unabhängigen Experten prüfen lassen können. Neben der Brussels Beer Challenge konnte eines unserer Biere kürzlich auch beim European Beer Star überzeugen“, freut sich Hans Joachim Leipold, Vorstand der Bayreuther Bierbrauerei.

Der European Beer Star ist eine ebenfalls sehr renommierte internationale Auszeichnung, bei der ausschließlich die besten drei Biere jeder Kategorie einen Award erhalten. Das macht den European Beer Star zu einem der härtesten Wettbewerbe der Welt. Aktien Zwick’l Kellerbier wurde mit Silber prämiert. Die naturbelassene, hefetrübe und unfiltrierte Bierspezialität war früher nur dem Braumeister vorbehalten, der das Fass kurz angestochen hat und den ersten Schluck verkostete. Das Fass wurde dann wieder mit einem Holzzwick’l verschlossen, woher auch der Name rührt.

Hütten – Hell

Das Etikett des Bieres ist nahezu schmucklos gehalten, aber der Name des Bieres strahlt einem bereits aus einiger Entfernung entgegen.Die Brauerei Hütten in Warmensteinach, Bayern ist eine Familienbrauerei, die bereits seit dem Jahr 1602 existiert. Sie liegt im idyllischen Fichtelgebirge, in der Nähe des Ochsenkopfs, dem zweithöchsten Berg der Region. Von dort kommt das Helle, das jetzt vor mir auf seine Verkostung wartet.

Goldgelb und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich lediglich eine kleine Schaumkrone, die auch recht schnell in sich zusammenfällt. Da könnte die Brauerei sicher noch einmal nachsteuern.

Der Duft heller Malze steigt mir in die Nase. Abgerundet wird das Aroma durch einige blumige Noten. Jetzt gefällt mir das Bier schon deutlich besser.

Der Antrunk ist recht süß und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlige, dabei aber kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt eine zur Süße passende Bittere. Jetzt fehlen mir fruchtige Hopfennoten, die den Geschmack abrunden würden. So bleibt ein schlankes Mundgefühl. In der Kehle wird die Bittere etwas kräftiger, bleibt dabei aber immer noch zurückhaltend. Trotzdem ist der Nachklang überraschend lang.

Auch wenn das Bier recht süffig ist, ist es nicht so ganz meins. Aber zu einer bayrischen Brotzeit passt es gut.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Farbe:

5 EBC

Braureei:

Brauerei Hütten
Hütten 6-8
95485 Warmensteinach
www.brauerei-huetten.de

 

Erklärung des Bayerischen Brauerbundes zur Hopfenernte und zum Hopfenmarkt 2023

Traditionell laden auf der BrauBeviale der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband e.V., der Bayerische Brauerbund e.V. sowie die Privaten Brauereien Bayern e.V. zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Hier das Statement von Dipl.-Ing. Walter König vom Bayerischen Brauerbund e.V. Ich veröffentliche es sowohl schriftlich als auch als Podcast zum Anhören. Hier also das Statement:

Sehr verehrte Damen und Herren,

auch im Namen des Bayerischen Brauerbundes begrüße ich Sie sehr herzlich zu unserer heutigen gemeinsamen Pressekonferenz. Hopfen wird zu 99% zur Bierherstellung verwendet. Es ist deshalb seit vielen Jahren Tradition und gelebtes Miteinander, dass bei der Pressekonferenz zur Hopfenernte und zum Hopfenmarkt anlässlich der Fachmesse BrauBeviale auch Vertreter der brauwirtschaftlichen Verbände zur aktuellen Situation berichten. In Absprache mit meinem Kollegen Mario Schäfer wird er auf die aktuelle Entwicklung des Bierausstoßes sowie auf die wirtschaftliche Situation und die Herausforderungen in den Brauereien näher eingehen.

Lassen Sie mich einen Blick auf die Versorgungssituation der heimischen Brauwirtschaft mit hochwertigen Rohstoffen werfen.

Trotz der durch den klimatischen und politischen Wandel hervorgerufenen enormen Herausforderungen in der Hopfenproduktion und der zwei unterdurchschnittlichen Ernten im vergangenen, sowie im laufenden Jahr, war es der Hopfenwirtschaft wichtig, direkt zum Start der Ernte das Signal der Versorgungssicherheit in die Brauwirtschaft zu senden: „Die Deckung des Bedarfs an Hopfen für das Braujahr 2023 ist trotz des schwachen Ergebnisses gesichert, da im Markt immer noch erhebliche Vorräte, die sich vorwiegend in den Händen der Brauereien befinden, vorhanden sind!“ lautete das Statement zur Hopfenrundfahrt 2023.

Diese, für die Brauwirtschaft beruhigende und komfortable Situation ist mehreren Faktoren zu verdanken:

Vertragswesen stützt Planungssicherheit

Die Hopfenproduktion reagiert träge und Veränderungen brauchen Zeit. Jeder Hopfenkauf wird über den Hopfenhandel in der Landwirtschaft langjährig durch Verträge abgebildet. Im Gegensatz zu den USA laufen Hopfenkauf- und somit auch Hopfenlieferverträge in Deutschland über viele Jahre. Das Vorvertragswesen ist ein Garant dafür, dass trotz kurzfristig auftretender Schwankungen eine hohe Grundversorgung und Vorratshaltung gewährleistet ist. So tragen langfristig eingekaufte Hopfenmengen, die während des stark eingebrochenen Bierausstoßes während der Corona Pandemie nicht benötigt wurden, heute zur Versorgungssicherung bei.

Einschneidende Ereignisse, wie beispielsweise die Corona-Pandemie, die durch den Russland-Ukraine-Krieg verursachte Logistik- und Energiekrise und auch eine Missernte wie 2022 verlangen zukünftig jedoch flexiblere Handlungsmechanismen von uns. Zusätzlich zum Vorvertragswesen brauchen wir deshalb eine bedarfsgerechtere Mengenplanung, die auf gesicherten Informationen beruht und schnellere Anpassungen in der Hopfenlogistik ermöglicht. Beispielsweise könnten so über den tatsächlichen Bedarf hinaus gekaufte Hopfen der Brauereien, die in der Regel in den Kühlhäusern des Hopfenhandels liegen, schneller identifiziert und anderweitig im Markt verwendet werden. Lagerhaltung und Logistik werden optimiert und sowohl Brauerei als auch Hopfenhandel erhalten höhere Wirtschaftlichkeit und mehr Planungssicherheit.

Kostendruck erzwingt höherer Wirtschaftlichkeit

Nicht nur bei der Hopfenproduktion und Verarbeitung haben die vergangenen zwei Jahre zu erheblichen Kostensteigerungen in der Produktion geführt. Auch der energieintensive Brauprozess sowie immens steigende Lohn-, Verpackungs- und Logistikkosten belasten die Brauwirtschaft. Natürlich wird in diesem Zusammenhang auch beim Hopfeneinsatz wieder mehr Augenmerk auf die Wirtschaftlichkeit gelegt. Beim weltweiten Hopfeneinsatz ist sogar eine Trendwende weg vom Aromahopfen hin zu mehr Hochalphahopfen beim Brauen zu beobachten. Dies verursacht einen Flächenüberhang, der uns unter anderem in den letzten beiden knappen Erntejahren die komfortable Versorgungssituation gewährleistet hat.

Mit dem Blick nach vorne möchte ich aber auch gerade das Thema Planungssicherheit in den Mittelpunkt meiner Betrachtung stellen. Das klare Statement zur Versorgungssicherheit mit Hopfen aus deutschen Anbaugebieten hat nämlich noch eine weit größere Bedeutung als die der aktuellen Ernteeinschätzung. Das Statement soll uns Brauern sagen: „Auf die deutsche Hopfenwirtschaft ist Verlass!“ Es gibt also keinen Grund, sich auch wegen einer Missernte, wegen des Klimawandels oder wegen veränderter Rahmenbedingungen im Hopfeneinkauf anderweitig zu orientieren.

Investitionen in die Zukunft der heimischen Rohstoffversorgung

Die Bauwirtschaft begrüßt die Bemühungen des Hopfenpflanzerverbandes außerordentlich, weitere und vor allem nachhaltige Bewässerungsmöglichkeiten für große Teile der Hopfenanbaugebiete in der Hallertau und in Spalt zu realisieren. Diese Konzepte fordern von den Hopfenpflanzern hohe Investitionskosten und ein Bekenntnis für die Hopfenproduktion in den nächsten Jahrzehnten. Ein für uns sehr wichtiges und vor dem Hintergrund der vergangenen Ernten notwendiges Signal zur Versorgungssicherung.

Auch wurde erst im vergangenen Jahr mit der Eröffnung des weltweit größten und modernsten Hopfenverarbeitungswerks in der Hallertau eine enorme Investition in die Zukunft des Hopfenproduktionsstandorts Deutschland getätigt. Neben der Versorgungssicherheit gewährleistet uns dieser Meilenstein auch höchste Produktqualität mit allen bei uns gängigen Hopfenveredelungs- und Verarbeitungsprodukten.

Große Anstrengungen in Resourcenschutz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

Ebenfalls begrüßten wir die großen Anstrengungen sowie die Weitsicht der Hopfenpflanzer und der Hopfenwirtschaft, mit Neuzüchtungen in den Bereichen Aromasorten, Bittersorten und Hopfensorten mit besonderen Eigenschaften einen aktiven Beitrag zum Resourcenschutz, zur nachhaltigeren Produktion und auch zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit zu leisten. In diesem Zusammenhang richte ich jedoch auch einen Appell in die Brauwirtschaft, diese Anstrengungen mit Offenheit gegenüber neuen Sorten auch in bestehenden Rezepturen und mit einem klaren Bekenntnis zur heimischen Brauwirtschaft zu honorieren.

Nur gemeinsam können wir die Wettbewerbsfähigkeit und die Qualitätsführerschaft der deutschen Hopfenproduktion zum Wohle unserer Versorgungssicherheit mit qualitativ hochwertigem Hopfen in die Zukunft tragen. Auch wenn US-Hopfen womöglich durch bessere Rahmenbedingungen und Sondereffekte kurzfristig günstiger am Markt zu haben sein werden, müssen wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer heimischen Rohstoffversorgung stärken. Die Abhängigkeit in der Rohstoffversorgung von Drittstaaten darf, kann und wird nicht die Versorgungsstrategie der deutschen Brauwirtschaft sein.

Wir setzen auf Nachhaltigkeit im Rohstoffbezug, auf Partnerschaft und Planungssicherheit. Wir haben erfahren, was es bedeutet, wenn Lieferketten kurzfristig wegbrechen, wenn Rückstandshöchstmengen in Drittstaaten mit unseren Qualitätsvorstellungen nicht übereinstimmen und vor allem, wenn die Produktionsplanung im Sudhaus nach der Verfügbarkeit der Rohstofflieferung ausgerichtet werden muss. Trotz und gerade wegen aller Herausforderungen, die jeder von uns in seinem Bereich aktuell tragen muss, sind die Kommunikation, der Dialog und das Verständnis füreinander wichtig. Jeder Einzelne, Braumeister, Rohstoffeinkäufer oder Logistiker ist ein Entscheider, der die Zukunft mit seiner individuellen persönlichen Entscheidung mit prägt. Lassen Sie uns die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die wir in den vergangenen Jahren gelebt haben, gerade jetzt, wenn die Zeiten wieder schwieriger werden, fortsetzen und so gut es geht die Herausforderungen der Zukunft weiterhin zusammen anpacken.

 

De Dochter van de Korenaar – Crime Passionnel

Das schlicht gehaltene gelbe Etikett enthält neben den erforderlichen Angaben nur das Logo der Brauerei als grafisches Element.Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei De Dochter van de Korenaar vor mir. Über die Brauerei habe ich bereits an verschiedenen Stellen geschrieben, aber der Ort Baarle-Hertog, in dem die Brauerei beheimatet ist, weist eine kuriose Besonderheit auf: Es handelt sich um eine Exklave Belgiens, die vollständig von niederländischem Staatsgebiet umschlossen ist. Mehr noch: Laut Wikipedia besteht Baarle-Hertog aus insgesamt 24 separaten Landstücken. Abgesehen vom Hauptgebiet Zondereigen nördlich der belgischen Gemeinde Merksplas befinden sich 20 belgische Exklaven innerhalb der niederländischen Hauptgrenzen und drei andere Gebiete dicht an der niederländisch-belgischen Grenze. Innerhalb der belgischen Exklaven liegen wiederum sieben niederländische Enklaven, davon sechs im größten belgischen Gebiet und eine siebte im zweitgrößten. Eine achte niederländische Enklave liegt in Zondereigen. Das klingt bereits kurios, ist aber noch steigerungsfähig: die Staatsgrenze verläuft nicht nur durch die Stadt, sondern sogar durch einige Gebäude und mitten durch einige Zimmer innerhalb der Gebäude. Sie wünschen sich noch eine Steigerung des Kuriosen? Kein Problem. Hier ist sie: Früher legten die niederländischen Gesetze eine frühere Schließung der Gaststätten fest als die belgischen Gesetze. Somit mussten die Gäste, die zur niederländischen Polizeistunde noch nicht genug getrunken hatten, den Tisch wechseln, kamen damit nach Belgien und durften weitertrinken. Wahnsinn. Jetzt ist es aber an der Zeit, das Crime Passionnel, ein Weizen-IPA, zu öffnen und mit der Verkostung zu beginnen.

Bernsteinfarben und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige weiße Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts zu mäkeln.

Düfte nach Zitrusfrüchten, nach Zitronenschalen und Aprikosen, nach Karamell, Waldhonig und Ananas steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine erfrischende Spritzigkeit aus. Auf der Zunge dominieren die Aromen nach Karamell und Banane, aber auch die anderen Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe, kommen zu ihrem Recht. Begleitet werden sie durch ein gut darauf abgestimmtes Bitter. Das Mundgefühl ist weich bis samtig. Im Abgang wird das Bier etwas trockener, die Bittere wird durch den Geschmack nach Lakritz begleitet und klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (First Gold, Aurora, Saphir, Bramling Cross, Chinook, Cascade, Nelson Sauvin, Citra, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

De Dochter von de Korenaar
Oordeelstraat 3B
2387 Baarle-Hertog
Belgien
www.dedochtervandekorenaar.be

Finne – Beach Brew

Das Finne Bio Beach Brew ist ein alkoholfreies Bier, das mit Gerstenmalz und Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt wurde. Wie immer mehr Craftbrauer will auch die Münsteraner Brauerei Finne beweisen, dass Bier auch ohne Alkohol schmecken kann. Ob es mit dem Beach Brew gelungen ist, will ich jetzt feststellen.

Orangefarben und mit leichter Hefetrübung läuft das Bier ins Glas. Die sahnige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Die Aromen des Malzes stehen im Mittelpunkt des Duftes. Dazu kommen einige frische und fruchtige Akzente.

Der Antrunk ist recht süß und dabei wirklich spritzig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Dabei ist der Geschmack aber nicht wirklich biertypisch, sondern er erinnert eher an eine Limonade. Dabei ist das Mundgefühl angenehm weich. Der Abgang zeichnet sich durch eine leichte freundliche Bittere in der Kehle mit überraschend langem Nachklang aus.

Als Bier empfinde ich das Beach Brew als etwas enttäuschend, aber wenn ich es als Limonade trinke, kann es doch begeistern. Es ist halt eine Frage der Erwartungen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchner Malz), Hopfen (Hallertauer Perle, Spalter Select, Mittelfrüh, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

10 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 7° Celsius

Brauerei:

Münsteraner Finne GmbH
Kerßenbrockstraße 8
48147 Münster
www.finne-brauerei.de

Die ProWein 2024 stellt die aktuellen Spirituosentrends vor

Von Jürgen Deibel

Wer über Weinbrand spricht, sollte seine Worte mit Bedacht wählen, denn wenn es um Spirituosen aus Wein geht, hat alles seine eigene, feine Bedeutung. Dies mag daran liegen, dass die Menschen der Weinbrandherstellung bereits gute tausend Jahre nachgehen. Wahrscheinlich gebührt dem Weinbrand sogar das Verdienst, die erste aller Spirituosen überhaupt zu sein. Er bildet sozusagen den Startpunkt der hochgeistigen Kulturgeschichte und verbindet auf diese Art Länder und Traditionen, Geschmäcker und Epochen.

Brandy, ein traditionsreiches Getränk, erlebt aktuell eine bemerkenswerte Renaissance. Die Fokussierung auf die Ursprünge der Traube, die Verwendung von Most, Wein oder Trester erlaubt eine einzigartige Vielfältigkeit in allen Teilen der Welt. Die Familie des europäischen Weinbrands ist groß und umfasst die großen Weinnationen des Kontinents. In Griechenland und Spanien, in Italien und Frankreich sowie Portugal und Deutschland hat die Spirituose aus Wein ihr Zuhause. Die Namen der Familienmitglieder haben Klang und Ruf in der so genussreichen Spirituosenwelt. Cognac und Armagnac, Brandy, Grappa und Weinbrand.

Einen hervorragenden Überblick über diese schillernde Welt der Brandys bietet die ProWein 2024 mit der Trendshow „same but different“ in Halle 7 und der neuen Markenwelt „ProSpirits“ in Halle 5. Damit ist die ProWein vom 10. bis 12. März 2024 in Düsseldorf die weltweit größte und bedeutendste Fachmesse für Weine und Spirituosen. Rund 500 der mehr als 5.700 Ausstellenden aus aller Welt präsentieren ihr Spirituosenangebot – darunter knapp 100 Anbietende von Brandy. In jedem Bereich der Brandywelt erleben wir heute eine Wiederbelebung und neue Entwicklungen. Junge, innovative Unternehmen erfreuen ebenso wie alteingesessene, lang etablierte Marken mit kreativen Ideen und neuen Ansätzen.

Alles ist möglich: Neue Aromen im Cognac

Im Cognac überraschen Hersteller mit nachgereiften Destillaten in diversen Fasstypen und, gemäß den Vorschriften erlaubten, Vorbelegungen, wie zum Beispiel Mizunara Eiche (Cognac Park, Halle 5, B16), Tokaj Fässer (Cognac Ferrand, Halle 5, B17) oder American Oak Fässer (Cognac Bache-Gabrielsen, Halle 5, K18). Damit greifen sie einen Trend auf, der in anderen Spirituosenkategorien schon lange zu finden ist und der für die Kategorie des Cognacs neue Kundenkreise erschließen soll. Beschränkt sind diese Nachreifungen (noch) durch die gesetzlichen Regelungen, welche die Reifung bzw. die Veredelung von Cognac nur in Eichenfässern erlauben, die zuvor Wein oder weinhaltige Branntwein enthalten haben. Erlaubt sind zudem alle Cognacs, die in Sherry, Portwein oder einem anderen Weinfass gereift wurden. Dazu kommen immer öfters Cognac-Marken mit Abfüllungen auf Fassstärken. Geschmacklich sehr interessant stellen sie eine weitere Erweiterung dieser klassischen Kategorie dar.

Armagnac: von Blanches bis Jahrgang

Armagnac, eine lange vergessene Kategorie, erlebt derzeit eine noch zarte, neue Blütezeit. Nicht die bereits bekannten Millesimes (Jahrgänge) stehen dabei im Vordergrund, sondern die Hinwendung zur Verwendung des Armagnacs in Cocktails und Longdrinks. Interessante Vertreter sind SAS Holding Tariquet Domaine Tariquet in Halle 9, E66 und Armagnac Castarède SAS in Halle 5, M34. Mit Blanche Armagnac gibt es auch die ungereiften Destillate als Basis für Cocktails. Sie verkörpern darin den puren und frischen Geschmack der Traube. Auch die Armagnacs der Kategorien VS, VSOP und XO sind für die Anwendungen in der Mixologie und zum puren Genuss gleichermaßen prädestiniert. Armagnac erweitert damit das Spektrum von der stark emotional geprägten Welt der Jahrgänge hin zur reinen, vielfältigen Genussfreude.

Die Vielfalt Spaniens

Der spanische Brandy de Jerez lebt, wie viele andere Weinbrandkategorien auch, vom puren Genuss. Doch die Hersteller haben mittlerweile erkannt, dass auch das Mixen mit den Edelbränden aus dem Süden Spaniens ein Hochgenuss ist. Immer mehr von ihnen zeigen auf, welche Cocktails und Longdrinks heute die Welt der Brandy aus Andalusien ermöglichen. Parallel dazu präsentieren Aussteller wie z.B. die Gruppe Osborne (Halle 5, D02) mit in speziellen Sherry Soleras (Amontillado oder Pedro Ximénez) gereiften Destillaten weiterhin die Individualität der einzelnen Qualitäten.

Grappa – Tresterbrände und Nachreifungen

Die Tresterbrände, allen voran die Grappe aus Italien, finden den Weg zurück in das Bewusstsein der Konsumenten und Genießer. Auch hier gilt, dass Geschmackserweiterungen in Form von Nachreifungen (Finishes) den Charakter und die Genussmöglichkeiten der klassischen Tresterdestillate erweitern. Marzadro (Halle 15, E57) mit beispielsweise im Portweinfass nachgereiften Grappe zeigen ebenso die Chancen auf, wie die im Sauternes-Fass nachgereiften Grappe von Distilleria Bocchino (Halle 5, B35). Weitere Grappa-Häuser aus der Schweiz und Italien findet man, außer in den Hallen 5 und 7, in den Hallen 15 und 16.

Alkoholfreier Wein liefert Grundprodukt für Weinbrand

Der Prozess der Entalkoholisierung von Wein liefert ein weiteres, interessantes Grundprodukt zur Weinbrandherstellung: das verbleibende Destillat der alkoholfreien Weine. Die unter Vakuum erzeugten Destillate sind ausdrucksstark und sehr aromatisch – ein perfekter Rohstoff zur Weinbrandherstellung. Lagerung im Fass lässt daraus köstlichen Weinbrand entstehen, wie u.a. das neue Produkt von Kammer-Kirsch (Halle 5, M45) eindrucksvoll beweist.

All dies beweist, dass Weinbrand wieder im Trend ist und junge und alte Genießer begeistern kann. Auf der ProWein 2024 mit der Trendshow „Same but different“ (Halle 7) und der neuen Markenwelt „ProSpirits“ in Halle 5 lassen sich diese Entwicklungen prächtig nachvollziehen. Klassisch-traditionelle und neue, innovative Marken zeigen die aktuelle Vielfalt des Weinbrandes. Von Klassikern wie Cognac und Armagnac aus Frankreich, Brandy de Jerez aus Spanien, Grappa aus Italien oder den neuen Brandys aus Deutschland zeigen viele weitere Exoten, was die traditionelle und zeitgenössische Welt der Weinbrände ausmacht. Eine gewaltige Vielfalt, neu zu entdecken in Halle 5 und 7!

Weitere Spirituosentrends auf der ProWein 2024:

  • Vodka – Die Auferstehung des Vodka – diesmal mit Charakter!
  • Liköre – Es wird wieder Süß(er)
  • Agavenbrände – Die Welt der Agave – von Mezcal und Tequila
  • RTD – Ready to drink

Val-Dieu – Brune

Auf dem Etikett, das in Form von zwei sich überschneidenden Kreisen geformt ist, ist die Abtei Val-Dieu abgebildet.Die Zisterzienserabtei Val-Dieu existiert bereits seit Anfang des 13. Jahrhunderts im flämischen Aubel. Es liegt nicht weit vom Dreiländereck mit den Niederlanden und Deutschland entfernt. Ursprünglich hieß das Stück Land „Tal des Teufels“. Nachdem die Mönche das Tal in fruchtbares Land verwandelt hatten, nannten sie es Tal Gottes – Val Dieu. Ein Großteil der noch heute genutzten Gebäude stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Im Jahr 2002 verließen die letzten drei Mönche die Abtei und ihr Platz wurde von einer von der Zisterziensertradition inspirierten christlichen Laiengemeinschaft eingenommen. Der Bierversandhändler Belgoshop.de schreibt: „Auf einem alten Hof innerhalb des Klosters wurde Ende der 1990er Jahre eine neue Brauerei eingerichtet, in der seit 1997 wieder auf traditionelle Rezepturen basierendes Abteibier gebraut wird. Man fing mit einem hellen und einem dunklen Starkbier an und das Sortiment wurde mittlerweile auf 6 Biere ausgebaut. Die verbundenen Ringe auf den Bieretiketten symbolisieren den Bund des Friedens „In Vinculo Pacis“, dem Motto des Klosters seit mehr als 800 Jahren.“ Jetzt reicht es aber mit der Vorrede und es ist an der Zeit, dass ich die Bierflasche öffne und mit der Verkostung beginne.

Dunkelbraun fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr voluminöse feinporige und elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier eine wirklich gute Figur.

Das Bier duftet kraftvoll nach Kaffee, Lakritz und Kandis. Aus dem Hintergrund kommen auch Anklänge nach roten Früchten.

Der Antrunk ist wie erwartet süß und würzig. Das würde mir durchaus gefallen, wäre die sehr feinperlige Kohlensäure nicht so knapp dosiert. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach dunkler Schokolade und von Lakritz. Dabei kommt aber die Bittere zu kurz, so dass ein unrundes Mundgefühl entsteht. Lakritz ist auch in der Kehle das hervorstechende Aroma. Die Bittere ist auch hier gering, aber der Geschmack klingt doch überraschend lange nach.

Zutaten:

Gerstenmalz, Hopfen, Wasser, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

19 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Braurei:

Brasserie de l’Abbaye du Val-Dieu
Val-Dieu 225
4880 Aubel
Belgien
www.val-dieu.com

Erklärung des Deutschen Hopfenwirtschaftsverbands zur Situation auf dem Hopfenmarkt

Traditionell laden auf der BrauBeviale der Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V., der Deutsche Hopfenwirtschaftsverband e.V., der Bayerische Brauerbund e.V. sowie die Privaten Brauereien Bayern e.V. zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Hier das Statement von Pascal Piroué vom Deutschen Hopfenwirtschaftsverband e.V. Ich veröffentliche es sowohl schriftlich als auch als Podcast zum Anhören. Hier also das Statement:

Die Ausgangslage vor der Ernte 2023

Ausgehend von einer außergewöhnlich schwachen Welternte 2022, die mit einer Menge von rd. 107.500 Tonnen Hopfen dennoch einen Überschuss an Alphasäure produzierte, zeigte sich der Weltmarkt im Braujahr 2023, wie auch in den Vorjahren, in einigen Sorten sehr gut bis überversorgt.

Trotz der schlechten europäischen Ernte konnten nicht alle Mengen verkauft werden. Zudem verliefen die Auslieferungen von kontrahierten Hopfenprodukten der Vermarkter an die Brauer über das gesamte Jahr überraschend schleppend. Zur Ernte 2023 befinden sich noch deutliche Mengen an nicht abgerufenen Hopfenprodukten aktueller und früherer Ernten in den Lägern der Vermarkter. Zudem bestehen Anfragen aus der Brauwirtschaft im größeren Umfang bereits vorkontrahierte Mengen zu stornieren.

Die Ursache liegt in dem seit Frühjahr 2023 ernüchternden Entwicklung des globalen Bierausstoßes. Gemäß den aktuellen Zahlen und Schätzungen für das Braujahr 2023 sind die Ausstoßzahlen vor allem in Nordamerika, Europa und Asien insgesamt wieder rückläufig. Die erhoffte nachhaltige Erholung nach Beendigung der coronabedingten Einschränkungen ist in vielen Ländern durch ein verändertes Verbraucherverhalten aufgrund von restriktiver Alkoholpolitik, Inflationsängsten, politischen Krisen und der allgemeinen wirtschaftliche Entwicklung schwächer verlaufen als angenommen. Auch das Craft-Bier-Segment verliert in nahezu allen Regionen spürbare Absatzmengen, mit der Folge, dass der Hopfenbedarf sinkt.

Die Ernte 2023 und die voraussichtliche Versorgungslage 2024

Die Wachstumsbedingungen in Mitteleuropa waren nach der bereits sehr schwachen Ernte 2022 auch im Sommer 2023 wiederholt von zahlreichen Hitzetagen und von ausbleibenden Niederschlägen über längere Zeiträume gekennzeichnet. Dies ist die Folge einer seit über 10 Jahren zu beobachtenden Klimaveränderung in Mitteleuropa, welche nach aktuellen Prognosemodellen die Witterungsbedingungen in dieser Region auch in der Zukunft prägen wird.

Diese Trockenphasen in der Anbauphase 2023 betrafen besonders die Anbauregionen Hallertau, Spalt und Tettnang sowie Tschechien und Frankreich. Hier fielen in der Folge vor allem die Alphasäurewerte deutlich unterdurchschnittlich aus. In den Anbaugebieten Elbe-Saale, Slowenien und Polen kam es hingegen in den für den Pflanzenstand wichtigen Monaten Juni und Juli zu ausreichenden, in Slowenien sogar zu weit überdurchschnittlichen Niederschlägen, so dass hier die Ernteergebnisse durchschnittlich bis gut waren. In Spanien führte ein massiver Mehltaubefall zur Ernte aufgrund fehlender Pflanzenschutzmittel zu größeren Einbußen.

Für Gesamteuropa ergibt sich nach ersten Einschätzungen eine Erntemenge von rund 57.300 Tonnen gegenüber 48.900 Tonnen im Jahre 2022 (+17 %) – dieses Ergebnis ist zwar besser als im Vorjahr, liegt jedoch immer noch rd. 4% unter dem langjährigen Durchschnitt. Deutlich größer war die Auswirkung der Witterung auf die Alphasäurewerte, die bei den meisten Sorten äußerst schwach ausfielen.

In den USA war die Ernte durchschnittlich bis gut und übertraf trotz einer Flächenreduzierung um über 2.100 Hektar bzw. – 8,5% das Vorjahresergebnis. Mit insgesamt 47.080 Tonnen erntete man in der Pacific-North West Region rd. 1.100 Tonnen mehr als im Vorjahr, was vor allem auf den verstärkten Anbau von ertragreicheren Hochalphasorten zurückzuführen ist.

Die weltweite Ernte beträgt nach ersten Hochrechnungen 117.000 Tonnen, bzw. 9.930 mt Alphasäure. Dies ist zwar eine Steigerung der Mengenerträge von rund 9 % im Vergleich zum Vorjahr aber nur +2,2% bei der Alphasäureproduktion.

Damit wurde auch in der Ernte 2023 und damit zum 8. Mal in Folge Alphasäure über dem Bedarf produziert. Die hohen Bestände aus früheren Ernten belasten den Markt zunehmend und es zeigt sich, dass viele Brauereien vertragsmäßig überkontrahiert sind. In der Folge entkoppelt sich bereits seit einigen Jahren das erntebezogene Marktgeschehen von der eigentlichen Versorgungslage.

Ausblick 2024

Für das Braujahr 2024 gehen aktuelle Schätzungen von einem, aus den genannten Gründen, weiterhin schwachen Biermarkt aus. In der Folge haben die Notierungen für Spothopfen in der Ernte 2023 mit deutlich fallenden Preisen bereits erheblich reagiert. Es ist zudem zu erwarten, dass Russland, als wichtiger Abnehmer europäischen Hopfens, den Hopfenanbau steigert und zunehmend zum Selbstversorger wird.

Um den Markt wieder in die Balance zu bekommen, müsste die Fläche in allen Hauptanbaugebieten spürbar reduziert werden, um sich der geringeren Bedarfslage anzupassen. Ein besonderes Augenmerk muss auch auf einige Aromasorten gerichtet werden, deren Bedarf global überproportional rückläufig ist.

Diese unerwartet deutlich veränderte Bedarfslage stellt die gesamte Hopfenwirtschaft vor noch größere Herausforderungen. Dies beginnt bei den anhaltend hohen Kosten in der landwirtschaftlichen Erzeugung sowie der Kostenbelastung der Verarbeiter und Vermarkter durch anhaltend verteuerte Energie, Personal und Zinsen. Es ist offensichtlich, dass die gesamte Wertschöpfungskette massiv unter Druck steht.

Die Hopfenpflanzer in Deutschland haben aktuell zumeist noch einen hohen Anteil an Vorverträgen bis ins Jahr 2025. Wesentlich für die Erhaltung der Erzeugung über diesen Zeitraum hinaus sind nachhaltige, kostendeckende Anschlussverträge seitens der Brauindustrie, um den Hopfenpflanzern auch in der kommenden Dekade Sicherheit bei der Planung zu geben. Ein Ausbleiben von Anschlussverträgen könnte dazu führen, dass die Anbaufläche stark reagiert, da zahlreiche Hopfenpflanzer der Anbau aufgeben.

In diesem Kontext sei erwähnt, dass für die Erreichung wichtiger Nachhaltigkeitsziele und der Sicherstellung der Versorgung die Hopfenwirtschaft seit Jahren an die Brauindustrie appelliert, bereits zur Verfügung stehende hitzestress- und krankheitsresistente Zuchtsorten mit Priorität in ihre Rezepturen einzubringen. Diese liefern selbst bei einem sich sichtbar verändernden Klima stabile Erträge und Qualitäten und sind geeignet, durch ihre hohe Leistungsfähigkeit Kosten zu sparen.

Maisel & Friends – Artbier #5

Das Flaschenetikett wird durch eine Grinsekatze dominiert, die durch fröhliche Blumen begleitet wird.Einmal im Jahr bringt die Bayreuther Brauerei Maisel & Friends einen Sondersud auf den Markt, dessen Etikett von einem Street Art-Künstler gestaltet wurde. In diesem Jahr ist bereits die fünfte Ausgabe des Artbier erschienen. Diesmal wurde das Etikett von Stefan Thelen entworfen, besser bekannt als Super A. Aber zumindest für mich ist das Bier wichtiger als das Design des Etiketts, also öffne ich sofort die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Hellgolden und mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine schneeweiße feinorige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Bereits beim Einschenken duftet das Bier nach einem Fruchtsalat aus Südfrüchten. Ich rieche Zitrone, Ananas, Orange, Waldhonig, Zitrusschalen, Pfirsich und Banane. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft der Hefe. Ja, so muss ein Hazy IPA riechen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine für ein IPA überraschende Süße sowie eine darauf abgestimmte Karbonisierung aus. Wie erwartet steht auf der Zunge die Fruchtigkeit im Vordergrund, zu der sich jetzt ein freundliches Bitter gesellt, was zu einem einem weichen und samtigen Mundgefühl führt. Der Abgang ist überraschend mild. Trotzdem klingt die Bittere einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Callista, Amarillo, Galaxy, Cascade, Idaho 7, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

16,90° Plato

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com