Ayinger Bräuweisse

Im bayrischen Nirgendwo, ungefähr auf halbem Weg zwischen München und den Alpen, existiert seit fast eineinhalb Jahrhunderten die Ayinger Privatbrauerei, aus der ich bereits einige tolle Biere verkostet habe. Jetzt steht vor mir die Bräuweisse, die von der Brauerei in viele Länder exportiert wird. Immerhin steht auf dem Rückenetikett die Zutatenliste in acht Sprachen gedruckt. Dann bin ich ja mal gespannt, wie mir dieses Bier gefällt.

Immerhin hat dieses Bier bereits viele Auszeichnungen gewonnen:

  • World Beer Awards Country Winners 2016 Wheat Beer/Bavarian Hefeweiss Silber
  • European Beer Star 2015 Gold/Consumers Favourite
  • European Beer Star 2014 Silber

Na, dann kann ja nicht mehr viel schiefgehen. Mache ich also die Flasche auf und schenke mir das Bier ein.

Mit einem leuchtenden Goldton, leicht hefetrüb und mit einer sehr agilen Kohlensäure läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine extrem große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist intensiv und für ein Hefeweizen absolut stiltypisch. Düfte nach Banane, Nelke und Biskuitteig steigen mir in die Nase. Da bekomme ich direkt Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist die tolle Frische dieses Biers, zusammen mit einer leichten Süße. Auf der Zunge gesellt sich noch der Geschmack nach Getreide und Teig dazu, begleitet von einigen würzigen Hopfennoten. Auch die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist rund und weich. Im Abgang kommt noch ein leichtes Bitter dazu, der Geschmack nach Banane wird etwas stärker und klingt überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brauerei Aying
Franz Inselkammer KG
Münchener Str. 21
85653 Aying
www.ayinger.de/

Belle-Vue – Gueuze Lambic

Lange habe ich kein belgisches Sauerbier mehr verkostet. Jetzt ist es einfach an der Zeit, dies nachzuholen. Dafür steht jetzt die Gueuze von Belle-Vue vor mir.

Die Brasserie Belle-Vue hat eine lange und wechselvolle Geschichte von Innovation und Übernahme hinter sich. Sie wurde 1913 von Philémon Vandenstock (1886 – 1945) gegründet. Der Besitzer einer Bar in Brüssel, Vandenstock, kaufte zusammen mit seiner Frau Würze von verschiedenen Brauereien in der Stadt und begann, Fondgeuze für das Establishment zu mischen. Kurz danach brach der Erste Weltkrieg aus und ließ nur noch wenige Ressourcen übrig. 1927 wurde schließlich das Belle-Vue Café in Anderlecht zur Verfügung eröffnet. Vandenstock kaufte das Gebäude als Verkaufsstelle für seine Lambics, die fünf weitere Cafés in der Umgebung bediente und gleichzeitig direkt an die Endverbraucher verkaufte.

Das Geschäft blühte unter Philémon auf, was 1943 zur ersten Brauereiübernahme durch Belle-Vue führte: Vos-Kina, eine Lambic-Brauerei in Sint-Jans-Molenbeek. Der Erwerb der Brauerei kam zu einer schwierigen Zeit in der Geschichte Europas, mitten im Zweiten Weltkrieg. Während viele Brauereien durch den Krieg kämpften, wuchs Belle-Vue. Vandenstock, der nun in der Lage war, sein eigenes Lambic zu brauen, brachte auch seinen Sohn Constant Vandenstock und seinen Schwiegersohn Octave Collin Vandenstock ins Geschäft, um bei der Verwaltung zu helfen. Leider wurde Philémon 1944 von den Besatzungstruppen verhaftet und in das Konzentrationslager Neuengamme geschickt, wo er bis zu seiner Befreiung im Mai 1945 blieb. Er starb nur eine Woche nach der Befreiung des Lagers.

Die Reise von Belle-Vues Abgleiten ins nicht-traditionelle Lambik begann unmittelbar nach dem Tod von Philémon, als sein Sohn Constant das Geschäft übernahm. Bis dahin produzierte Belle-Vue nur traditionelle Fondgeuze; jedoch, wie viele andere Lambic Brauereien zu der Zeit, begann Constant, künstliche Aromen zu verwenden, um sich an die wechselnden Gaumen der belgischen Lambictrinker anzupassen. Belle-Vue begann zu versüßen, zu filtern, zu pasteurisieren und seine Gueuze zu karbonisieren, so dass es mehr wie ein traditionelles europäisches blasses Lager als ein traditionelles Lambic konsumiert werden konnte. Belle-Vue war auch eine der ersten, wenn nicht die erste, Lambic Brauereien, die sich von der Verwendung der traditionellen 75 cl-Flaschen hin zu den kleineren 25 cl-Flaschen bewegte. Dies bot eine einfache „eine Flasche für ein Glas“ Strategie und beseitigte die Notwendigkeit die größeren Flaschen mit einem Korkenzieher zu öffnen.

Die Reise an die Spitze der Lambics begann in der Saison 1949-1950, als Belle-Vue begann, Lambic durch das Land und nach Frankreich und in die Niederlande zu versenden. Belle-Vue, die damals die einzige Lambicbrauerei mit gefiltertem und pasteurisiertem Gueuze war, gelang es, der Hitzewelle zu trotzen, die in dieser Saison zu explodierenden Flaschen nicht pasteurisierter Lambics führte. Das Geschäft lief so gut, dass die Brauerei zwei weitere Übernahmen durchführte und 1952 die Lambic-Brauerei Louis & Emile De Coster und 1955 Timmermans übernahm.

1969 erwarb Belle-Vue zwei weitere Brauereien: De Boeck und Goossens, zusammen bekannt als Brasseries Unies (United Breweries). Diese beiden Brauereien zusammen hatten bereits Brasseries Brasserie de la Couronne (De Kroon), Espagne, De Coster-Heymansund Vandenkerckhoven übernommen. Auch 1970 erwarb Belle-Vue Brabrux, das bereits andere bekannte Lambic-Brauereien De Keersmaeker, Vaan Haelen-Coche, Bécasse-Steppéund Vandenperreerworben hatte. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierte Belle-Vue etwa 75% des Marktes.

Belle-Vue ritt eine Welle des Erfolgs, die nur sehr wenige Lambic-Brauereien zu dieser Zeit erreichten, aber um dies zu tun, brauchte Belle-Vue die Hilfe einer Brauerei, die noch größer war als sie in Belgien: Artois. Belle-Vue hat sich mit Artois zusammengetan, um seine Marke im Exportmarkt auszubauen. Die Kosten dafür betrugen 43 % Minderheitsanteil für Artois an Belle-Vue, wobei Constant weiterhin für Belle-Vue verantwortlich blieb. Als Artois 1988 mit Piedboeuf (am meisten als Brauer von Jupiler bekannt) fusionierte, um Interbrew zu gründen, endete die Beteiligung der Vandenstock-Familie an Belle-Vue.

Heute existiert die Brasserie Belle-Vue unter dem DACH von AB-InBev und stellt konsequent nicht-traditionelle, gesüßte Lambiken für den Massenkonsum her. Belle-Vue-Biere werden heute in der Brauerei in St. Pieters-Leeuw vor den Toren der Region Brüssel-Hauptstadt im flämischen Brabant hergestellt.

Kupferfarben und klar präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und bleibt sehr lange erhalten.

Der Duft nach Karamell steigt mir zusammen mit einer fruchtigen Säure in die Nase. Abgerundet wird das Aroma durch einige blumige Noten.

Der Antrunk offenbart neben der von mir erwarteten Säure auch eine leichte Süße. Die feinperlige Kohlensäure sorgt für einen angenehmen Geschmack. Auf der Zunge dominiert dann die Säure. Sie wird aber nicht penetrant, sondern wirkt eher elegant und frisch. Der Abgang ist mild, so dass kaum ein Nachklang zu verspüren ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Hopfen, Aromen, Grapefruitschale, Koriander

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Bittereinheiten:

5 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

3° – 6° Celsius

Brauerei:

Brasserie Belle Vue
Bergensesteenweg 144
B-1600 Sint-Pieters-Leeuw
Belgien

Maisel & Friends – Artbeer #3 Hera

Jetzt stellt die Brauerei Maisel & Friends die dritte Edition ihres Artbeers vor, die in Zusammenarbeit mit Streetartkünstlerin Hera entstanden ist. Aber das ist noch nicht alles. Diese Edition ist meines Wissens das erste Sauerbier, das aus dieser fränkischen Brauerei stammt. Wenig überraschend war es Hera, die das Etikett mit dem ausdrucksstarken Frauengesicht entworfen hat, das mich jetzt neugierig macht auf den Inhalt der Flasche.

Golden und leicht opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinperlige Schaum ist durchschnittlich voluminös und bleibt lange erhalten.

Ein ganzer tropischer Obstsalat steigt mir in die Nase. Der Duft nach Orangen und Zitrusschalen sorgt für eine fruchtige Säure, der Mangoduft bringt eine angenehme Süße mit, und abgerundet wird das Aroma durch die Karamellnoten des Malzes. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Eine leichte Süße steht anfangs im Vordergrund, die Säure entwickelt sich erst auf der Zunge. Aber auch dort dominiert die Fruchtigkeit. Ich schmecke Orange und Grapefruit. Abgerundet wird der Geschmack durch die Karamellnoten des Malzes sowie durch weitere fruchtige Nuancen des Malzes. Auch der Abgang ist fruchtig, wobei der Geschmack nach Grapefruit mehr in den Vordergrund tritt. Dabei entwickelt sich auch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang.

Das Artbier #3 ist ein Sauerbier für Einsteiger. Die Säure ist unaufdringlich und angenehm. Endlich ein Sauerbier, das einfach zu trinken ist. Und wie bei allen Sondersuden von Maisel & Friends gilt auch hier: Schnell bestellen, denn wenn das Bier weg ist, dann ist es weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Karamellmalz), Weizenmalz, Hopfen (Sorachi, Ace Mosaic, Citra, Callista, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Bittereinheiten:

23 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Gebr. Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Coedo Shikkoku

Shikkoku ist ein japanisches Wort, das die strahlschwarze Farbe von Onyx beschreibt. Der Onyx ist ein Stein, dem wundersame, mächtige Kräfte nachgesagt werden. In spirituellen Kreisen gilt der Onyx als Kriegerstein mit schützender Wirkung. Mit ihrem onyxfarbenen Bier stellt sich Coedo der internationalen Konkurrenz im Kampf um das beste dunkle Bier der Welt. Jetzt will ich testen, wie mir dieses Bier gefällt. Eigentlich habe ich in diesem Fall hohe Erwartungen, denn ich kenne die Liste der Auszeichnungen, die dieses Bier erhalten hat:

  • Meininger International Craft Beer Award Platinum Award 2017
  • Australian International Beer Award 2017 Bronze Award
  • Hong Kong & Macau Beer Cup Gold Award 2016
  • Australian International Beer Award 2016
  • LA International Beer Competition 2016 Gold Award
  • European Beer Star Gold Award 2015
  • Hong Kong International Beer Award 2014 Best Dark Beer
  • European Beer Star Gold Award 2011
  • 20072011 iTQi Two Stars Award in row
  • 2008 Monde Selection Grand Gold Award
  • Monde Selection Grand Silver Award 2007

Das Bier trägt seinen Namen zu Recht, denn es ist wirklich blickdicht schwarz. Die gemischtporige hellbraune Schaumkrone ist recht klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen. Gerade von einem preisgekrönten Bier aus Japan hätte ich mehr Perfektion erwartet.

Das Aroma gefällt mir schon deutlich besser. Wie erwartet dominieren die Röststoffe des Malzel mit ihren Düften nach dunkler Schokolade und Kaffee, die durch Noten nach Rauch und Karamell vervollständigt werden. Langsam scheint sich auch der Duft nach Trockenfeigen zu entwickeln.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, dazu kommt ein leichter vertrannter Geschmack. Die Bitterstoffe sind bestenfalls zu erahnen und das Bier ist nicht so vollmundig wie ich es erwartet habe. Erst im Abgang bemerke ich ein kurzes leichtes Bitter, ansonsten fällt der Nachklang eher mager aus.

Das Bier hatte sein Mindesthaltbarkeitsdatum bereits leicht überschritten. Normalerweise stellt das bei dunklen und malzbetonten Bieren kein Problem dar, sie reifen häufig sogar noch nach. Bei diesem Bier habe ich aber den Verdacht, dass es irgendwann im Laufe des Transports und der Lagerung nicht sachgemäß behandelt wurde. Wenn ich es noch einmal irgendwo sehe, werde ich es erneut testen. Irgendwo müssen die vielen Auszeichnungen schließlich herkommen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Kyodoshoji Corporation Limited Coedebrewery
Kawagoe-shi
Imafuku, 2
350-1151 Saitama-ken
Saitama
Japan (JP)
www.coedobrewery.com

Riedenburger – Ur-Helles

Jetzt steht das Ur-Helle aus Riedenburg vor mir und wartet auf seine Verkostung. Riedenburg liegt im Altmühltal, einer der schönsten Gegenden Deutschlands. Ins Auge sticht mir auch das Bioland-Logo, das anzeigt, dass es sich bei den Rohstoffen für dieses Bier um „echtes“ Bio handelt, nicht um EU-Bio, das zumindest einen weniger guten Ruf als beispielsweise Bioland und Demeter hat. Außerdem steht auf dem Etikett, dass die Brauerei für sich in Anspruch nimmt, die älteste Brauerei Bayerns zu sein, die ausschließlich Rohstoffe aus biologischem Anbau verwendet. Mit diesem Anspruch steht sie allerdings nicht allein; auch die Altstadtbrauerei in Nürnberg erhebt diesen Anspruch. Welche der beiden Brauereien nun Recht hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Es ist aber auch nicht wirklich wichtig. Kommen wir nun zum Bier.

Golden und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten.

In der Nase unterstützt der Duft des Malzes den Hopfen, der Noten nach Kräutern und Blumen beiträgt. Das Aroma ist gut ausgewogen und ich hoffe, eines der wenigen Hellen vor mir zu haben, die mich begeistern können.

Der Antrunk ist moderat süß, was zu der recht sparsam vorhandenen und sehr feinperligen Kohlensäure passt. Auf der Zunge kommt das Bitter in den Vordergrund, das durch eine leichte fruchtige Säure unterstützt wird. Im Vergleich zu anderen Hellen hält sich das Malz hier im Hintergrund. Das Mundgefühl ist weich und recht voll. Insgesamt habe ich ein wirklich süffiges Bier vor mir. Der Abgang ist mild und mit kurzem Nachklang.

Anfangs konnte mich das Ur-Helle von Riedenburger wirklich begeistern. Leider wird der sehr positive Eindruck durch den schwachen Abgang zunichte gemacht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Spalter Select), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

BierSelect

Jessenhofke – RGLR

Aus Flandern stammt das Pale Ale mit dem merkwürdigen Namen, das jetzt vor mir steht. Eine Besonderheit ist, dass die Zutaten für das Bier aus biologischem Anbau stammen. Obwohl – das ist nicht wirklich überraschend, wenn wir uns die Geschichte dieses Biers ansehen: Der ökologische Caterer Dauranta wollte ein leichtes Bier zur Mittagszeit und Empfänge servieren. Jessenhofke braute diesen niedrig-alkoholischen Durstlöscher für das Unternehmen. Dafür verwendeten sie drei biologische Hopfensorten, die Joris Cambie aus Poperinge anbaut und die die Brauerei auch in anderen Bieren verwendet.

Hell golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts zu meckern.

Das Aroma ist gleichzeitig frisch und herb. Mir gefällt, dass sich der Malzkörper mit seinem Biskuitduft gut gegen den Hopfen durchsetzen kann. Obwohl für dieses Bier drei Hopfensorten verwendet wurden, drängt sich der Hopfen nicht in den Vordergrund und trumpft eher mit holzig-harzigen und würzigen Noten aus dem Hintergrund auf. Langsam stellt sich bei mir Begeisterung ein.

Der Antrunk weist eine mittlere Süße sowie sehr viel kräftige Kohlensäure auf. Der Körper ist eher schlank und mit überraschend wenig Bitter, trotzdem aber rund. Im Abgang wird das Bier trockener und es bleibt mild mit einem kurzen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen( Challenger, Goldings, Fuggles), Hefe

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

6 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Jellenhofke
Simpernelstraat 17
3511 Hasselt
Belgien
www.jessenhofke.be

Kampagne der Landesverkehrswacht Bayern und des Bayerischen Brauerbundes

36 Menschen verloren im Jahr 2020 allein in Bayern ihr Leben bei einem Alkohol-Unfall. Zuviel, findet der Vizepräsident der Landesverkehrswacht Bayern, Peter Starnecker, und weiß sich hier einig mit dem Bayerischen Brauerbund. Seit vielen Jahren schon engagiert sich die Standesvertretung der bayerischen Brauwirtschaft zusammen mit der Landesverkehrswacht gegen Alkohol am Steuer. In diesen Tagen starten beide Organisationen anlässlich der Fußball-Europameisterschaft eine weitere Plakatkampagne.

Zusammen mit Innenminister Joachim Herrmann wurde das neue Plakatmotiv im Bayerischen Innenministerium vorgestellt. Innenminister Herrmann: „Auf dem Platz und für die Straße gilt: Fair Play und Sicherheit für alle! Fahrzeugführung und Alkoholgenuss passen nicht zusammen. Wer fährt, trinkt nicht – wer trinkt, fährt nicht! Hier pfeift die Polizei ganz schnell ab und zeigt die Rote Karte“.

Peter Starnecker: „Statistiken weisen im Laufe der vergangenen Jahre eine sinkende Zahl von Alkoholunfällen aus. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Folgen von Unfällen unter Alkohol- oder Drogenbeeinflussung überdurchschnittlich schwer sind. Es bleibt zumeist nicht bei Blechschäden. Beteiligte erleiden oftmals lebensverändernde Traumata sowie schwere bis schwerste oder gar tödliche Verletzungen als Folge bei schweren Verkehrsunfällen.“

„Für viele gehört der Genuss eines guten Bieres zum Fußballschauen einfach dazu. Alkoholkonsum und die Teilnahme am Straßenverkehr passen dagegen eben nicht zusammen“, kommentiert Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, das Plakatmotiv. „Wer unter Alkoholeinfluss Auto, aber auch stark alkoholisiert Fahrrad fährt, gefährdet sich und andere – und riskiert seinen Führerschein – ein Eigentor eben.“

Unter dem bewährten Motiv „DON’T DRINK AND DRIVE“ mahnen über 1.300 Plakate an Land- und Bundestraßen in den Monaten Juni und Juli in ganz Bayern, das Auto lieber stehen zu lassen, wenn man getrunken hat. Wer nicht auf Alkohol verzichten will, hat besser schon mit noch klarem Kopf die Fahrpläne von Bus, Bahn oder Tram rausgesucht und für alle Fälle die Nummer vom Taxi-Service auf dem Smartphone gespeichert.

DON’T DRINK AND DRIVE ist eine von den Verbänden der alkoholhaltige Getränke produzierenden Wirtschaft gemeinsam getragene Kampagne zur Bekämpfung der alkoholisierten Teilnahme am Straßenverkehr. Sie wurde 1993 ins Leben gerufen und ist damit die älteste Alkoholmissbrauchspräventionskampagne in Deutschland.

Libertus – Frankonian Dark

Frankonian Dark ist ein dunkles Lagerbier mit 5,3% Alkoholgehalt aus dem Hause Libertus Craft Brewing. Da ich Libertus an anderer Stelle bereits vorgestellt habe, werde ich ohne lange Vorrede jetzt sofort die Flasche öffnen und das Bier einschenken.

In einem dunklen Mahagoniton fließt das Bier ins Glas und bildet dabei wenig elfenbeinfarbenen gemischtporigen Schaum, der recht schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma verwöhnt mich mit dem Duft nach dunkler Schokolade, nach getrockneten Früchten und Sirup.

Der Antrunk ist durch die reichlich vorhandene Kohlensäure spritzig und überraschend süß. Ansonsten bestätigt er die Erwartungen, die das Bier in der Nase erweckt hat, indem mir eine ganze Palette Geschmacksnuancen des Malzes geboten wird. Das Mundgefühl ist weich und schlank. Erst im Abgang kommt der Hopfen auch zu seinem Recht und steuert eine moderate Bitterkeit bei, die lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Brauerei:

Libertus Craft Brewing
Am Hahn 3
97762 Untererthal
www.libertus.beer

Weihenstephans Biere bei den Australian International Beer Awards ausgezeichnet

2020 war ein Jahr der Ungewissheit – hier und dort wurden Veranstaltungen abgesagt, darunter auch die Australian International Beer Awards (AIBA). Alljährlich werden dort die besten Biere der Welt prämiert, nur im vergangenen Jahr leider nicht. Umso größer war die Freude bei Brauereien aus aller Herren Länder, dass der Wettbewerb heuer wieder stattfinden durfte. Am 20. Mai wurden bei einem Festakt die Gewinner bekanntgegeben.

Und dazu zählen, fast schon traditionell, viele Biere der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan. Mit je einer Goldmedaille wurden zum einen das Hefeweißbier Dunkel (Flasche), das Kristallweißbier (Fass) und der Weizenbock Vitus (Flasche) ausgezeichnet. Alle drei Biere überzeugten die Jury, sodass sie zu den Gewinnern der Kategorie „Best Wheat Beer“ gehörten. Doch auch weitere Bierspezialitäten aus Weihenstephan gingen nicht leer aus: Silber bekamen das Hefeweißbier und erneut das Kristallweißbier (jeweils aus der Flasche). Gleich zwei Bronzemedaillen gab es für das Original Helle (Flasche und Fass) sowie für das Kellerbier 1516 (Flasche) und das Hefeweißbier (Fass). Ein wahrer Medaillensegen für die Brauerei Weihenstephan!

Den größten aller Preise gab es aber, nachdem die Biere ausgezeichnet wurden. Denn: Bei den AIBA, allgemein bekannt als einer der prestigeträchtigsten Bierwettbewerbe der Welt, wurde die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan zur besten Brauerei in der Kategorie „Large International Brewery“ (engl. für „Große internationale Brauerei“) gekrönt.

„Nach anderthalb absoluten Ausnahmejahren freuen wir uns über diese Auszeichnungen natürlich umso mehr“, erklärt Prof. Dr. Josef Schrädler, Direktor der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan. „Es zeigt, dass unsere Biere von absolut höchster Qualität sind und das auf der ganzen Welt so wahrgenommen wird.“ Glücklich zeigt sich auch Tobias Zollo, 1. Braumeister: „Alle Weihenstephaner arbeiten jeden Tag hart, um unseren Fans und Freunden rund um den Globus großartige Biere liefern zu können. Schön, wenn das wertgeschätzt wird!“

Wer mehr über die Siegerbiere erfahren will, wird auf der Website www.weihenstephaner.de fündig. Viele weitere Infos und spannende Geschichten gibt es auch im brandneuen Weihenstephaner Podcast „1000 Jahre Bier“, anzuhören auf Spotify, Google Podcasts und vielen weiteren Plattformen.

Tongerlo Nox – Bruin

Aus der Brauerei Haacht in Flandern stammt das Tongerlo Nox, das jetzt vor mir steht. Der Name leitet sich vom lateinischen Nox für Nacht ab. Es soll halt an eine gemütliche Nacht erinnern.

Und wirklich, das dunkle Rubinrot, das schon fast ins Schwarze übergeht, erinnert an die letzten Lichtstrahlen eines Sonnenuntergangs an einem lauen Sommerabend. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist sehr voluminös und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Die Röststoffe dominieren das Aroma dieses Biers. Ich rieche dunkle Schokolade und Vanille, abgerundet durch einen Hauch Lakritz.

Der Antrunk offenbart eine kräftige Süße, die mmit einer reichlichen Portion Kohlensäure einhergeht. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase fesgestellt habe. Zur dunklen Schokolade und Vanille kommt der Geschmack nach Rosinen. Bittere und säuerliche Noten fehlen. Dadurch ist das Bier nicht wirklich rund, sondern eher schlank und es erinnert an ein Lightbier. Im Abgang dominiert zunächst der Schokoladengeschmack und erstmals stelle ich ein leichtes und diskretes Bitter fest, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 9° Celsius

Brauerei:

Brauerei Haacht
Provinciensteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.haacht.com