Bootshaus Pils

Der Dümmer ist Niedersachsens zweitgrößtes Binnenmeer. Dort wird in der kleinen Privatbrauerei Bootshaus gebraut. Das Angebot dieser Brauerei ist überschaubar, da Christopher Franz offensichtlich mehr auf Qualität als auf Quantität achtet. Vor mir steht jetzt aus Pils und möchte nun endlich geöffnet werden.

Weizengelb und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine voluminöse schneeweiße Schaumkrone. Sie ist feinporig und bleibt lange erhalten.

Der Hopfen dominiert das Aroma des Bieres mit seinen blumigen Düften und einer leichten Zitrusnote. Das Malz bleibt eher im Hintergrund.

Der Antrunk ist leicht süß und ich stelle fest, dass die Kohlensäure zwar sehr feinperlig ist, aber auch recht knapp dosiert wurde. Auf der Zunge ist das Bitter für ein norddeutsches Pils recht schwach ausgeprägt, aber die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist voll und rund. Ein schön süffiges Bier. Auch der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes freundliches Bitter aus, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13,5 %

Bittereinheiten:

22 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Bootshaus Privatbrauerei
Martinsfeld 7
49401 Dümmerlohausen
www.bootshaus-brauerei.de

4. 7. 2021: Zehn Jahre JungfrauBräu

Corona ist zwar immer noch nicht vorbei, aber da jetzt Sommer ist, werden doch wieder die ersten Veranstaltungen angekündigt. Lassen Sie uns gemeinsam hoffen, dass sie dann auch wirklich stattfinden können.

Die erste Ankündigung kam von der kleinen Brauerei „JungfrauBräu“ in der Schweiz, die am Sonntag, den 4. Juli, ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Über ein Programm ist mir nichts bekannt, aber da es sich um die erste Einladung nach 16 Monaten Shutdown handelt, die ich bekommen habe, muss ich hier einfach die Ankündigung machen.

Noch mal in Kürze:

Termin:

Sonntag, 4. Juli 2021 ab 14.00 Uhr

Ort:

JungfrauBräu AG
Derfliplatz 14, Schwanden
3855 Brienz am See

Spencer – India Pale Ale

Heute steht mal wieder ein Trappistenbier vor mir, gebraut in der St. Josephs Abbay in den USA, dem einzigen Trappistenkloster in den USA, in dem Bier gebraut wird. Wie zu erwarten handelt es sich um ein IPA.

Intensiv goldfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

In der Nase rieche ich neben Bitterorangen und Holz auch den Karamellduft des Malzes. Dabei ist das Aroma nicht so kräftig wie bei anderen IPAs, aber die Düfte sind gut aufeinander abgestimmt und machen einen – ich kann es nicht anders ausdrücken – edlen Eindruck.

Der Antrunk ist weniger süß als bei den europäischen IPAs und mir fällt die sehr gering dosierte aber sehr feinperlige Kohlensäure auf. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt ein freundliches Bitter dazu. Das Bier ist angenehm fruchtig, da sich die Aromen auf der Zunge widerspiegeln und für ein weiches und volles Mundgefühl sorgen. Dies wird auch durch einige blumige Noten unterstützt. Auch der Abgang ist fruchtig und bitter, so dass er sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

Brewery at St. Joseph’s Abbey
Spencer
Massachusetts
USA
www.spencerbrewery.com

Weiherer – Weizen Alkoholfrei

Die Brauerei Kundmüller aus Weiher wurde im Jahr 2020 von Meininger zu den Craft-Brauern des Jahres gekürt. Mit ihrem breit gefächerten Sortiment raffinierter Craftbiere haben sie diese Auszeichnung redlich verdient. Doch die fränkischen Brauer können nicht nur modernes Craftbier, auch die Klassiker aus dem Hause Kundmüller sind echte Bierspezialitäten.

Mittlerweile hat die Brauerei ihr Angebot um eine Auswahl alkoholfreier Biere ergänzt. Besonders beliebt ist das alkoholfreie Weizenbier, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Gegen die Optik dieses Bieres ist wirklich nichts zu sagen.

Düfte nach Banane und Mandarine steigen mir in die Nase und aus dem Hintergrund macht sich auch ein leichter Biskuitteigduft der Hefe bemerkbar. Damit ist das Aroma absolut stiltypisch.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die feinperlige Kohlensäure angenehm frisch. Von Anfang an schmecke ich die Fruchtigkeit nach Zitrusfrüchten, der Geschmack ist deutlich, aber nicht aufdringlich. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Banane in den Vordergrund, abgerundet durch einen Mandarinengeschmack. Obwohl das Bier nur sehr wenig Bitterstoffe enthält, ist das Mundgefühl recht voll und rund, vor allem, wenn ich bedenke, dass ich hier ein alkoholfreies Bier vor mir habe. Der Abgang ist sehr schlank und praktisch ohne Nachklang.

Das Bier hat sehr gut angefangen und die Top-Qualität auch lange gehalten. Leider fällt es im Abgang wirklich ab; sonst wäre es ein Top-Weizenbier unter den alkoholfreien.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei-Gasthof Kundmüller GmbH
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.brauerei-kundmueller.de

Tusker

Afrikanische Biere kommen mir selten unter die Augen, aber jetzt ist es mir gelungen, ein Bier aus Kenia zu ergattern. Bereits am 8. Dezember 1922 ließen die Gebrüder George und Charles Hurst die Kenya Breweries formell registrieren. Ihr erstes Bier brauten sie der Überlieferung nach in kleinen Kupfergefäßen, beheizt vom tropischen Holzfeuer. Die Flaschen füllten die beiden noch per Hand ab. Wie sich die Geschichten doch gleichen – irgendwie erinnert mich diese Überlieferung sehr an die veröffentlichten Darstellungen der Gründung heutiger Craft-Brauereien. Aber zurück zum Tusker. Das Bier wurde in Ostafrika bald bekannt und beliebt. Für Touristen gehörten Safari und Tusker-Bier bald untrennbar zusammen. 1923 wurde George Hurst – einer der Mitbegründer der Brauerei – von einem Elefantenbullen angegriffen und starb. In Erinnerung an seinen tragischen Tod wurde das Bier Tusker (Tusk = Elefantenzahn) genannt. Heute wird das Bier nach Tansania, Kanada, USA, Großbritannien und bereits seit 1995 auch nach Deutschland verschickt. Nun ist aber Schluss mit der Geschichte, jetzt will ich das Bier verkosten.

Strohgelb und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die leider recht flott in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist malzbetont mit einem leichten Karamellduft, der durch würzige Noten des Hopfens abgerundet wird.

Der Antrunk ist überraschend trocken und offenbart recht viel sehr feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge kommt das Bitter in den Vordergrund. Ansonsten wirkt das Bier schlank und durch die fehlende Süße und Fruchtigkeit auch unausgeglichen. Der Abgang ist mild mit minimalem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Stammwürze:

10,5° Plato

Brauerei:

East African Breweries Group
P.O. Bos 30161
00100 Nairobi
Kenia
www.eabl.com

Cuxhavener Bierbrise – Grün

Ich finde es schon ziemlich mutig – da verkauft die Firma Köhn aus Cuxhaven vier Biere zu jeweils knapp 10 Euro die Flasche und verrät nicht einmal, um was für ein Bier es sich handelt. Auf dem Etikett stehen nur minimale Angaben – die Zutatenliste, auf der linken Seite das Logo des Unternehmens, auf der rechten Seite, dass sich das Unternehmen in Cuxhaven befindet, zusammen mit der Postleitzahl, aber ohne Straße und Hausnummer, der Alkoholgehalt sowie die URL der Website des Unternehmens. Ansonsten wird nur noch mitgeteilt, dass es sich um ein dunkles Bier handele. Auch die Namen der vier Biere aus Cuxhaven sind identisch. Sie unterscheiden sich auf der Flasche nicht und auf der Website des Unternehmens wird lediglich an den Namen noch die Farbe des Plastikkorkens angehängt. Sicherlich sind damit alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt, aber so minimale Angaben kenne ich sonst bei Bieren dieser Preisklasse nicht. Auch als ich auf der Website des Unternehmens nachsehe, erhalte ich keine weiteren Informationen, sondern lediglich die folgende Werbeaussage: „dunkler, naturtrüber, obergäriger Biertyp. Durch einen Anteil an Premium Röstmalz und den Einsatz von feinstem Hopfen entsteht eine vollmundige Bierbrise mit schöner Malznote und würzigem Abklang.“ Ach ja, dass das Bier eine Stammwürze von 15° Plato hat, steht auch noch dort. Aber genug vom Etikett und der Website, wende ich mich endlich dem Bier zu.

Fast blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber eine sehr voluminöse feste beige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist jedenfalls gelungen.

Das Aroma ist malzbetont mit einem deutlichen Schwerpunkt auf den Duft nach Mokka. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass die Brauerei es etwas übertrieben hat mit dem Röstmalz, denn das Bier riecht auch leicht verbrannt. Aber gut, auch dafür gibt es Liebhaber; eventuell soll es ja so sein.

Der Antrunk offenbart eine angenehme leichte Süße, die durch die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure abgerundet wird. Auf der Zunge sind wie in der Nase die Röstaromen dominant. Ich schmecke jetzt neben der Schokolade auch Kaffee, aber auch hier stört mich ein leichter aber deutlich wahrnehmbarer Geschmack nach verbranntem Getreide. Im Abgang wird der Geschmack nach Kaffee stärker, dazu kommen eine leichte Säure sowie ein freundliches Bitter, das lange nachklingt.

Das Bier gefällt mir nicht schlecht, kann mich aber auch nicht begeistern. Irgendwie erscheint es nicht zu Ende gedacht zu sein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,9% Vol.

Stammwürze:

15,0° Plato

Brauerei:

Köhnfinefood UG (haftungsbeschrängt)
Heerstr. 101
27478 Cuxhaven
www.koehnfinefood.com

Gold Ochsen in Ulm hat die Pause in der Pandemie genutzt

Im Juni ist in der Brauerei Gold Ochsen eine neue Fass-Abfüllanlage in Betrieb gegangen, mit der das Ulmer Traditionsunternehmen die Weichen für die Zukunft stellt. Die Anlage, die als eine der modernsten ihrer Art in Süddeutschland gilt, ermöglicht nun auch die Abfüllung von Bier in sogenannte Schlank-Kegs. Statt der bisherigen 30- und 50-Liter-Fässer können ab sofort erstmals kleinere Gebinde mit 10, 15 und 20 Liter Fassungsvermögen befüllt werden. Gleichzeitig spielt die neue Anlage mit einer Leistung von 300 Einheiten pro Stunde ihre Stärken bei den alkoholfreien Erfrischungsgetränken aus, die unter dem Dach der Brauerei Gold Ochsen produziert werden. Wo bisher zwei Abfülllinien für Bier und Softgetränke zum Einsatz kamen, übernimmt jetzt ein System, das sich in kürzester Zeit für den jeweiligen Zweck umrüsten lässt. Auf diese Weise wird zum einen dem Aspekt der Nachhaltigkeit gezielt Rechnung getragen, aber auch die Prozessoptimierung in der Produktion weiter vorangetrieben. Gestartet wurde das Multitalent, das dem neuesten Stand der Technik entspricht, von Geschäftsführerin Ulrike Freund höchstpersönlich.

Dank dieses weiteren Meilensteins in der Geschichte der Brauerei Gold Ochsen eröffnen sich ganz neue Spielräume in der Kundenbelieferung. „Wir können unsere Gastronomie-Partner nun auch mit kleineren Einheiten an Fassbier beliefern und somit viel flexibler auf individuelle Bedürfnisse reagieren. Gerade in der aktuellen Situation ist dies von entscheidendem Vorteil. Schließlich ist uns allen aktuell nicht klar, wie sich die Nachfragesituation auf Seiten der Gastronomie künftig entwickelt. Aber auch darüber hinaus sehen wir das 50-Liter-Fass eher als Chance für große Eventveranstaltungen, die bald wieder in aller Normalität stattfinden werden.“ Ulrike Freund bleibt optimistisch.

Wie hoch das Potenzial der neuen Anlage im Rahmen der brauereiinternen Abläufe ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die Vorteile im Hinblick auf Raumeinsparung und kürzere Wege sowie weniger Aufwand bei Wartung und Service durch Konzentration auf nur noch eine Anlage sind bereits jetzt offensichtlich. Zudem wird sich der Umbau nicht zuletzt positiv auf die Betriebskosten niederschlagen. „Die Modernisierung unserer Abfüllung kommt somit in unseren Augen nicht nur trotz, sondern gerade wegen Corona zum richtigen Zeitpunkt“, so Ulrike Freund. „Natürlich hätten wir uns eine andere Ausgangssituation gewünscht, aber so können wir auch einmal mehr demonstrieren, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken und fest an die Zukunft nach der Pandemie glauben“, zeigt sich die Geschäftsführerin kämpferisch.

Vom Plan zur Realität inmitten der Pandemie

Geplant wurde das Projekt, das mit einer Investition von 3,9 Millionen Euro einhergeht, bereits im Jahr 2019. Im Februar 2020 erfolgte noch kurz vor Ausbruch der Pandemie die Ausschreibung, die durch den ersten Lockdown zunächst ins Stocken geriet. Im Juni wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht und der Umbau begann.

Den Zuschlag für die Umsetzung erhielten zwei Unternehmen aus der Region. Die Technologie für die Reinigungs- und Füllstationen kommt von der Albert Frey AG aus Wald im Allgäu, ihres Zeichens Spezialist für Anlagenbau und eine bekannte Größe im Brauereiumfeld. „Die Leistungskennwerte und einschlägigen Referenzen waren einfach überzeugend“, so Stephan Verdi, 1. Braumeister und technischer Betriebsleiter bei Gold Ochsen. Mit den hochmodernen Funktionen im Rahmen der Qualitätssicherung, auf die auch viele namhafte deutsche Großbrauereien setzen, kann die Ulmer Traditionsbrauerei ihrem hohen Anspruch bei der Bierherstellung auf ganzer Linie Tribut zollen, wie Verdi an einem Beispiel erläutert: „Durch ausgefeilte Restdruckerkennung und mehrfache Prüfläufe werden defekte Fässer umgehend aussortiert. Auch in Sachen Reinigung, Ladungssicherung und Energieeffizienz erfüllt das System höchste Standards.“ Für den Aufbau der Palettierung und die weitere Optimierung der Ablaufkette zeichnete die Augenstein Maschinenbau GmbH aus Günzburg als zweiter Projektpartner verantwortlich. Das Unternehmen war der einzige Anbieter, der den Senkrechtförderer zum Transport der Fässer zwischen den verschiedenen Stockwerken im vorhandenen Aufzugschacht realisieren konnte.

St. Bernardus – Wit

Das St. Bernardus Wit wurde im Jahr 2001 erstmals von der Familienbrauerei Sint Bernardus im westflämischen Watou nahe der französischen Grenze gebraut. Heute wird es weltweit geschätzt und gehört auch meiner Meinung nach zu den besten Witbieren. Deshalb will ich es auch nicht warten lassen und öffne jetzt die Flasche.

Golden mit einem leichten orange Stich und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone löst sich leider recht schnell auf.

Düfte nach Zitrus und Banane, nach Apfel und Orangenschale steigen mir in die Nase, dazu der Duft des Korianders, Aromen nach Gewürznelken und Pfeffer steigen mir in die Nase. Abgerundet wird das Bier durch eine leichte Teignote der Hefe.

Der Antrunk ist mäßig süß mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge ist das St. Bernardus Wit fruchtig-würzig, der Koriander kommt deutlich kräftiger zum Vorschein als in der Nase. Das Mundgefühl ist voll und fast samtig, dabei aber auch leicht. Der Abgang ist zunächst sehr mild, bev or sich das Bitter entwickelt, das dann lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Farbe:

12 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 8° Celsius

Bittereinheiten:

10 IBU

Brauerei:

Brouwerij St. Bernard
Trappistenweg 23
8978 Watou
Belgien
www.sintbernardus.be

Löwenbräu – 1747 Dunkles

Häufig wird der Begriff „der ewige Zweite“ als etwas abwertend angesehen. Jetzt habe ich einen „ewigen Zweiten“ vor mir stehen, „1747 Dunkles“ genannt, aus der Brauerei Zum Löwenbräu aus Adelsdorf in Franken. In diesem Fall ist aber alle Abwertung oder Häme fehl am Platze, denn dieses Bier wurde viermal in Folge Silbermedaillengewinner beim European Beer Star und zusätzlich im Jahr 2017 ebenfalls mit der Silbermedaille bei Meiningers International Craft Beer Award ausgezeichnet. Insbesondere die Preise beim European Beer Star sind etwas besonderes, denn dort wird je Kategorie jeweils nur eine Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille verliehen.

Kupferfarben läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sahnige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik dieses Dunklen ist durchaus in der Lage, mich zu begeistern.

Wie erwartet dominieren die Röststoffe das Aroma, aber auch Düfte nach Brotkruste sowie eine leichte Fruchtsüße steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist weniger süß als ich erwartet hätte, dafür frisch mit einer sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge wird die Süße langsam etwas kräftiger und der Geschmack dunkler Schokolade gesellt sich dazu. Bitterstoffe sind nur sehr diskret zu schmecken. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Auch im Abgang sind die Bitterstoffe zurückhaltend, aber sie klingen überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Zum Löwenbräu
Neuhauser Hauptstr. 3
91325 Adelsdorf
www.brauerei-zum-loewenbraeu.de

 

Super Bock

Ups, jetzt steht das vermutlich einzige Bier aus Portugal vor mir, das im deutschen Wikipedia über einen eigenen Eintrag verfügt: „Super Bock ist ein portugiesisches Bier. Es wurde 1927 erstmals gebraut und wird bis heute von der Super Bock Group hergestellt. Die beiden Biermarken Super Bock und Sagres sind die bekanntesten Biere in Portugal, mit einem Marktanteil von zusammen 89,5 %. Super Bock wurde international mit 35 Goldmedaillen (u. a. der Monde Selection) ausgezeichnet und wird in 21 weiteren Ländern vertrieben, unter anderem in Bermuda, Kanada, Luxemburg, Mosambik, Spanien, Vereinigtes Königreich und den USA. In Angola errichtet die Unicer eine eigene Super Bock-Brauerei. Zuvor war sie bereits der größte portugiesische Exporteur nach Angola, insbesondere mit Super Bock-Bier, von dem sie 2010 bereits 120 Millionen Liter in das Land einführte.“ Wenn das mich mal nicht neugierig macht. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Intensiv golden und gefiltert glänzt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und sie bleibt auch durchschnittlich lange erhalten.

Frische Aromen nach Malz und würzigem Hopfen steigen mir in die Nase, dazu einige fruchtige Noten, die aber eindeutig eine untergeordnete Rolle spielen.

Eine feine Malzsüße ist auch der tragende Eindruck im Antrunk, zusammen mit einer angenehmen feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge bildet sich ein zur Süße passendes Bitter. Das Mundgefühl ist samtig. Insgesamt ein wirklich süffiges Bier. Der Abgang wird durch ein freundliches leichtes Bitter geprägt, das aber leider nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, ungemälzte Gerste, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Brauerei:

Super Bock Bebidas, S.A
Via Norte
4465-764 Leca do Ballo – Matosinhos
Portugal
http://www.superbock.pt/