Novice Black Tripel

Der Ursprung dieser Brauerei soll bis ins18. Jahrhundert zurückreichen. Damals gründete Balthazar De Landtsheer die Brauerei De Halve Maan (die mit der heutigen Brauerei gleichen Namens aber nichts zu tun hatte). Die Brauerei bestand unter wechselnden Namen, bis sie nach dem zweiten Weltkrieg in wirtschaftliche Schieflage geriet und lediglich für andere Brauereien deren Bier abfüllte. Erst im Jahr 1997 nahm Manu De Landtsheer das Brauen wieder auf und benannte die Brauerei in Brouwerij Malheur um. Das Programm dieser Brauerei ist nicht allzu umfangreich, aber das muss ja kein Nachteil sein. Jetzt steht das Novice Black Tripel vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Sehr dunkel mahagonifarben, fast blickdicht schwarz, präsentiert sich das Bier im Blas. Die durchschnittlich große, sahnige und beige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. So lobe ich mir mein Bier.

Die Düfte der Röststoffe halten sich mit denen nach Trockenfrüchten wie Feigen und Rosinen in etwa die Waage. Dazu kommen noch Noten roter Früchte.

Der Antrunk ist frisch mit einer leichten Süße und einer gut dosierten feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge drängen sich zunächst die Röststoffe mit einer leichten Bitterkeit in den Vordergrund, bevor die fruchtigen Noten zum Vorschein kommen. Das Mundgefühl ist leicht und schlank. Im Abgang kommt überraschend ein ordentliches Bitter mit langem Nachklang zum Vorschein.

Sowohl der Antrunk als auch der Körper und der Abgang sind für sich genommen recht langweilig; zusammen sind sie aber doch in der Lage, mich mit ihrem Zusammenspiel zu verwöhnen. Auffällig ist noch, dass die Brauerei diesem Bier eine Mindesthaltbarkeit von drei Jahren zuspricht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Hopfen, Gewürze, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 8° Celsius

Brauerei:

De Landtsheer Brouwerij Malheur
Mandekensstraat 179
9255 Buggenhout
Belgien
www.malheur.be/

Maisel baut weitere Brauerei

Seit vier Generationen braut die Brauerfamilie Maisel nun schon am Standort Bayreuth mit viel Liebe und Leidenschaft ihre Biere und konnte die Brauerei dabei kontinuierlich ausbauen. In den letzten 15 Jahren hat sich die Beliebtheit ihrer Biere und damit auch der Absatz deutlich gegen den Trend in der Braubranche gesteigert, so dass die Familie Maisel nun den Entschluss gefasst hat, zusätzlich zum Maisel´s Brauhaus ihre Kapazitäten am Heimatstandort durch den Bau einer neuen Brauerei deutlich zu erhöhen. Direkt in der Nachbarschaft wurde ein geeignetes Grundstück gefunden, auf dem das „Bayreuther Brauhaus“ errichten werden soll. Im Bauausschuss der Stadt Bayreuth wurde am 22. Juni 2021 dem Flächennutzungsplan-Änderungsverfahren zugestimmt.

Die Nachfrage nach den Bieren der Brauerei Gebr. Maisel (Maisel’s Weisse, Maisel & Friends) und den Bieren der Bayreuther Bierbrauerei (Aktien Zwick’l Kellerbier und ganz besonders Bayreuther Hell) ist in den vergangenen Jahren beständig gewachsen und trotz des schwächelnden deutschen Biermarktes ist ein Trendbruch für die Biere aus Bayreuth nicht in Sicht. Aufgrund der sehr positiven Entwicklung ist die Kapazitätsgrenze der aktuellen Braustätte an der Hindenburgstraße erreicht. Es ist abzusehen, dass die bereits in der Umsetzung befindlichen Investitionen (Erweiterung der Logistikfläche, Neubau eines Bürogebäudes, Modernisierung der Abfüllung, neue Gär- und Lagertanks, u.v.m.) nicht ausreichen werden, um die steigende Nachfrage insbesondere nach Bayreuther Hell zu befriedigen. Aus diesem Grund hat sich die Familie Maisel nach Erweiterungsflächen umgeschaut und sich schließlich für den zusätzlichen Neubau des „Bayreuther Brauhauses“ entschieden. Da der Brauerfamilie ihre Heimat in Bayreuth sehr am Herzen liegt, war die Freude groß, als ein passendes Grundstück unweit des Maisel’s Brauhauses gefunden wurde.

„Wir sind mehr als dankbar dafür, dass sich unsere Biere weiter steigender Beliebtheit erfreuen. Da war es nur eine logische Konsequenz, trotz des rückläufigen Biermarktes in einen zusätzlichen Standort, das ‚Bayreuther Brauhaus‘ zu investieren,“ erklärt Brauereiinhaber Jeff Maisel die Entscheidung zum Brauereineubau. „Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, dass wir unser Projekt umsetzen dürfen und so die Familiengeschichte fortschreiben können. Wie mein Großvater schon sagte: „ein Brauer der nicht baut, bald auch nicht mehr braut!“ “

Detailplanungen gibt es zum Bayreuther Brauhaus noch nicht, aber der Wunsch der Familie Maisel ist es, eine moderne sowie nachhaltige Braustätte zu errichten, in der 500.000 Hektoliter Bier pro Jahr hergestellt werden können. Die technische Ausstattung aller Braustätten wird vergleichbar sein, so dass die Mitarbeiter in Maisel’s Brauhaus, Bayreuther Brauhaus oder der Maisel & Friends Brauwerkstatt gleichermaßen eingesetzt werden können. Dies soll zum einen für Flexibilität sorgen und zum anderen auch den hohen Qualitätsanspruch erfüllen, den die Familienbrauerei als Messlatte ansetzt und der in verschiedenen Verkostungswettbewerben immer wieder bestätigt wird.

Wichtig ist Jeff Maisel auch die Umweltverträglichkeit der entstehenden Braustätte. Das Bayreuther Brauhaus wird nach neuesten technischen Standards einen geringen Wasser- und Energieverbrauch, sowie einen niedrigen CO2-Ausstoß haben. Zudem wird sich die Brauerei auch optisch gut in das grüne Landschaftsbild des Bayreuther Ortsteils Oberobsang einfügen.

Einen Zeitplan zur Fertigstellung gibt es noch nicht, aufgrund der bestehenden Kapazitätsprobleme wünscht sich die Familie Maisel allerdings eine schnelle Realisierung des Bauprojektes. Die Planungen sind daher bereits in vollem Gange.

Wandern zum Pfälzer Wirtshaus

„An Glust ham“ – so sagt man im Oberpfälzer Wald in Ostbayern, wenn man großen Appetit auf etwas hat. Und Anlass für „Glust“ bietet die bayerische Region mehr als genug. Das Wandern durch die Oberpfälzer Landschaft in Verbindung mit einer Einkehr in eines der traditionsreichen Wirtshäuser gilt als besondere „Genusskombination“, die auch immer mehr Besucher schätzen. Besondere Genießer-Touren bescheren immer mehr Besuchern besondere „bayerische Glücksmomente“.

Ein Paradebeispiel dafür ist der „Biergenuss am Wasser entlang“. Die 38 Kilometer lange Wanderung kann je nach Wunsch an einem oder zwei Tagen absolviert werden. Dabei pendeln Wanderer zwischen den zwei Brauereigasthöfen Jacob in Bodenwöhr und Jakob in Nittenau. Neben Bierspezialitäten begeistert auf dieser Runde der Wasserreichtum des Oberpfälzer Waldes die Gäste – in Form des idyllischen Regentals und des Hammersees.

Mehrere Genießertage ermöglicht auch die Zoiglwanderung auf dem Goldsteig. Der sechszackige Zoiglstern, das Zunftzeichen der Bierbrauer, bestimmt den Weg: Die 48 Kilometer lassen sich gut in zwei bis drei Etappen aufteilen – schließlich sollte man genug Zeit einplanen, um unterwegs einzukehren und das Kultbier Zoigl sowie eine zünftige Brotzeit zu genießen. Nicht zu vergessen die Naturschönheiten am Wegesrand, die unterwegs immer wieder zum Verweilen einladen – zum Beispiel die Muckenthaler Teichpfanne und das Naturschutzgebiet Waldnaabtal.

In der Kürze liegt die Würze auf der knapp zehn Kilometer langen Genusswanderung bei Waldsassen. Der ausgezeichnete „Bayerische Genussort“ beeindruckt mit imposanter Barockarchitektur inmitten ländlicher Idylle – und mit Wirtshäusern und Restaurants, die sich ganz explizit regionaler und saisonaler Küche verschrieben haben. So speisen Besucher etwa direkt neben der beeindruckenden Dreifaltigkeitskirche Kappl Burger und Bratenspezialitäten vom Angusrind aus eigener Aufzucht.

Diese und viele weitere Tourentipps finden Besucher im Natur-Navi, der digitalen Wanderkarte für den Oberpfälzer Wald, unter www.oberpfaelzerwald.de/natur-navi. Sehenswertes am Wegesrand sowie Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten lassen sich dort bequem auf einen „digitalen Merkzettel“ abspeichern: So lässt sich eine „Genussreise“ durch den Oberpfälzer Wald besonders individuell planen.

Das Foto wurde mir zur Verfügung gestellt vom Tourismusverband Ostbayern/Thomas Kujat.

Maisel & Friends – Summercrew Session IPA

Ich habe den Eindruck, dass es sich in Bayreuth zur Tradtion entwickelt, dass die Abschlussjahrgänge der Azubis der Brauerei Maisel ihr eigenes Bier brauen und dieses Bier als Sondersud in den Verkauf kommt. Nach dem Erfolg im letzten Jahr hat die sieben Azubis, die sich selbst den Namen Summercrew gegeben haben, ein Session IPA gebraut.

Das Maisel Project 2021, so der Name des Ausbildungsprogramms, baut im Wesentlichen auf vier Schritten auf. Dazu gehören die Entwicklung des Rezepts für das spätere Bier, das Einbrauen des Sudes, das Design des Etiketts sowie letztendlich das Erschließen der Vertriebskanäle und die Öffentlichkeitsarbeit. So ein vollständiges Projekt bekommen die wenigsten Auszubildenden angeboten. Kommen wir aber zum Bier.

Goldgelb und leicht opalisierend läuft das Bier ins Glas. Die dabei entstehende Schaumkrone ist relativ klein, bleibt aber lange erhalten. Gegen die Optik ist schon mal nichts zu sagen.

Eine Vielzahl fruchtiger Aromen steigt mir in die Nase. Ich rieche neben Zitrusfrüchten und roten Früchten auch bittere Noten, die an Grapefruitkerne erinnern. Bereits in der Nase treffen sich die typischen Eigenschaften eines IPAs mit den Früchten des Sommers. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß und sorgt mit der reichlich enthaltenen feinperligen Kohlensäure für eine ungeheure frische. Auf der Zunge sticht zunächst das an Grapefruitkerne erinnernde fruchtige Bitter hervor, während sich der Geschmack nach Zitrus und roten Früchten erst entwickelt. Eine leichte Süße, die an Honig erinnert, rundet den Eindruck ab, so dass ein rundes und weiches Mundgefühl entsteht. Der Abgang ist überraschend mild und die Fruchtigkeit klingt noch lange in der Kehle nach.

Mit der Fruchtigkeit und dem vergleichsweise geringen Alkoholgehalt von 4,3 Volumenprozent ist das Bier der fränkischen Auszubildenden hervorragend für die kommenden heißen Sommertage geeignet. Wie immer gibt es das Bier im Brauereiladen in Bayreuth oder im Versand erhältlich. Und nicht vergessen: Wenn das Bier weg ist, dann ist es weg und wird auch nicht mehr nachgeliefert. Schnell sein lohnt sich also.

Bevor ich es vergesse: Wenn Sie sehen wollen, wer dieses Bier „verbrochen“ hat, lohnt es sich, das Bier zu bestellen. Die Auszubildenden haben sich auf dem Etikett verewigt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Kara Ebenholz, Kara Eiche), Hopfen (Amarillo, Aramis, Callista, Calypso, Barbe Rouge, Monroe, Polaris, Topaz), Hefe

Alkoholgehalt:

4,3 % Vol.

Stammwürze:

9,8° Plato

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Belhaven – Scottish Oat Stout

Die Belhaven Brewery wurde im Jahr 1719 gegründet. Von dort stammt das Stout, das jetzt vor mir steht. Es ist eines der Biere dieser Brauerei, die am Längsten gebraut werden und die sich auch am Besten verkaufen. Eigentlich dürfte bei diesem Bier ja nicht schieflaufen.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine mittelbraune sahnige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont mit Düften nach Mokka, dunkler Schokolade, Karamell und Vanille, aber auch der Alkohol steigt mir leicht in die Nase.

Der Amtriml ist frisch mit reichlich Kohlensäure. Dazu kommt eine kräftige Süße, die gut zur cremigen und seidigen Textur des Bieres passt. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Mokka in den Vordergrund, begleitet durch Noten dunkler Schokolade, Rosinen, Kirschen und Lakritz. Das Mundgefühl ist voll, weich und rund. Im Abgang dominiert der Geschmack nach Espresso mit einem langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Belhaven Brewery
Brewery Lane
EH42 1PE Dunbar
Großbritannien
www.belhaven.co.uk

Hertl – Vater & Sohn

Hinter dieser Bierkreation steckt eine sehr persönliche Geschichte. David Hertl, Kopf und Herz hinter der Braumanufaktur Hertl, kommt aus einer Winzer-Familie. Sein Vater Bernd Hertl ist mit Leib und Seele Winzer und wünschte sich, dass sein Sohn das Handwerk ebenfalls erlernte. Schon früh wurde der Junge an die Trauben herangeführt, doch so recht wollte keine Begeisterung für die Önologie aufkommen. Man ließ nichts unversucht, doch Sturkopf David konnte nicht überzeugt werden. Um ihn trotzdem zur Fortführung eines Familiengewerbes zu bewegen, schickte man den Jungen mit seinem Großvater mit. Doch auch Elektriker wollte David nicht werden. Beim Besuch einer Brauerei allerdings entdeckte David sein großes Interesse für das Brauhandwerk. Die Familie atmete erleichtert auf, David hatte seine Passion gefunden!

Und weil man bei den Hertls nicht nachtragend ist, hat Bernd das Winzerhandwerk kurzfristig an den Nagel gehängt und unterstützt David seit Tag 1 tatkräftig in Frankens kleinster Brauerei. Diese Familiensaga hätte ein böses Ende nehmen können, doch die Hertls haben das Beste draus gemacht und feiern ihre Leidenschaft nun mit einer gemeinsamen Kreation. Vater & Sohn ist ein Bier, das Brauhandwerk und Winzerei miteinander verbindet: Ein junges Stout wird mit einem jungen Domina-Wein vergoren.

Bereits beim Öffnen der Flasche kommt mir der Inhalt entgegen. Es ist so viel Druck auf der Flasche, dass die Hälfte des Biers heraussprudelt. Schade. Eigentlich wollte ich es ja trinken. Und das Aroma ist wirklich verführerisch. Es erinnert mich an einen guten französischen Rotwein, der sein Aroma mit dem der Hefe vermischt. Auch die Farbe erinnert an einen Bordeaux, der aber durch die Hefe eingetrübt ist.

Der Antrunk ist recht süß und wie ich nach dem Sprudeln des Biers aus der Flasche vermutet hatte, enthält es reichlich Kohlensäure. Auf der Zunge macht das Bier den gleichen Eindruck wie in der Nase. Rotwein und Hefe sind die Geschmackseindrücke, eigentlich ähnlich wie bei einem roten Federweißen. Nur kommen jetzt die Weinnoten noch mehr zum Vorschein. Das Mundgefühl ist weich und rund. Der Rotweingeschmack dominiert auch den Abgang, wobei noch die Bitterstoffe des Hopfens zum Tragen kommen, die einige Zeit nachklingen.

Zutaten:

Bier (Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe), Wein (Wasser, Trauben, Hefe)

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de

 

Wittekerke Rosé

Die Brauerei De Brabandere kann auf eine umfangreiche Geschichte zurückblicken, blickt aber mit gleicher Zuversicht in die Zukunft. Der Traum, den der Gründer Adolphe De Brabandere Ende des neunzehnten Jahrhunderts hegte, als er den Grundstein für seine Brauerei im flandrischen Bavikhove legte, ist im erfolgreichen Unternehmen von heute Wirklichkeit geworden. Mit einem reichhaltigen Sortiment an Bieren, die von Kennern weit über unsere Grenzen Belgiens hinaus genossen werden. Mit Wittekerke Rosé brachte die Brauerei das erste und originale Rosé-Bier auf den Markt. Dieses Bier wird auf Basis von Wittekerke White unter Zusatz von reinem Himbeersaft gebraut. Jetzt steht es vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine recht kleine feinporige Schaumkrone, die aber lange Zeit erhalten bleibt.

Im Aroma ist der Duft der Himbeere sehr dominant und verdrängt die Düfte nach Hopfen und Malz fast vollständig.

Der Antrunk offenbart eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlende Kohlensäure. Wie in der Nase dominiert auch auf der Zunge der Geschmack nach Himbeeren, aber jetzt kommt eine Süße hinzu, die künstlich wirkt. Bitterstoffe kann ich keine feststellen, so dass das Bier trotz des weichen Mundgefühls nicht ausgewogen wirkt. Der Abgang ist fruchtig mit kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Himbeersaft (18 %), Fruktose, Hopfen, Süßmittel (Aspartam), Holundersaft, Aromen

Alkoholgehalt:

4,3 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij de Brabandere
Rijksweg 33
8531 Bavikhove
Belgien
www.brouwerijdebrabandere.be

Unertl – Bio-Weisse mit Dinkel Alkoholfrei

In Mühldorf am Inn in Oberbayern ist die Brauerei Unertl beheimatet, die insgesamt sechs Weißbiere sowie einen Weißbierschnaps im Angebot hat. Noch bayrischer geht es ja wohl kaum noch. Und von dort kommt das alkoholfreie Weizenbier mit Dinkel, das jetzt vor mir steht. So weit ist das Bier ja schon fast normal, aber die Brauerei hat noch einen draufgelegt: die Zutaten für dieses Bier stammen aus biologischem Anbau. Und um die Krone aufzusetzen ist es nicht nur EU-Bio light, sondern echtes von Bioland zertifiziertes Bio. Mehr geht kaum. Das schlägt sich auch in der Qualität nieder, denn dieses Bier hat im Jahr 2010 im World Beer Cup die Silbermedaille erhalten. Dann will ich das Bier mal verkosten und feststellen, wie es mir gefällt.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei entsteht eine für ein Weißbier recht kleine Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet malzig nach Karamell mit einem Hauch Nuss sowie leicht nach Bananen und Hefe.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die feinperlige Kohlensäure wirklich spritzig. Auf der Zunge offenbart sich der für ein alkoholfreies Bier überraschend voller Geschmack. Er ist für ein Weizenbier typisch mit seinem Geschmack nach Biskuit und Banane. Der Abgang ist stiltypisch mild und der Geschmack klingt überraschend lange nach.

In meinen Augen gehört das Unertl Bio-Weisse mit Dinkel zu den besten alkoholfreien Weißbieren.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen (Tradition, Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 7° Celsius

Brauerei:

Unertl GmbH
Weißgerberstr. 7-12
84453 Mühldorf a. Inn
www.unertl.de

Grotten Santé

De Kazematten, die Stadtbrauerei von Ypern, wurde 2013 ins Leben gerufen, als sich zwei Brauer zusammentaten, um ihre Träume zu verwirklichen: Hans Depypere, der Besitzer der Brauerei Sint-Bernardus, und Rudy Ghequire, Manager und Braumeister bei Rodenbach’s. Die von ihnen gegründete Mikrobrauerei wird heute von Julie, der Tochter von Hans, und Rudys Sohn Maarten geleitet.

Die Brouwerij De Kazematten macht ihrem Namen alle Ehre, denn sie befindet sich an einem einzigartigen Ort: den Kasematten von Ypern, befestigten Verteidigungsanlagen, die mit ihren dicken Mauern einen unauslöschlichen Teil der Geschichte dieser Stadt aus dem 17. Jahrhundert darstellen. Vauban, ein berühmter Ingenieur, der für Ludwig XIV. von Frankreich Befestigungsanlagen baute, errichtete diese besonderen Kasematten in Houten Paard im Jahr 1680. Im Laufe der Jahre wurden diese gewölbten Kammern zur Lagerung von Munition und anderen Armeevorräten genutzt. Mit ihren Geschützstellungen heben sie sich von den anderen Souterrains oder unterirdischen Kammern in der Stadt ab.

Die Kasematten waren auch eine Art Zuhause für die Soldaten, die die Stadt im Laufe ihrer Geschichte verteidigt haben. Während des Ersten Weltkriegs – in dem die Stadt Ypern fast in Schutt und Asche gelegt wurde – richtete die britische Armee in den Kasematten ein Offizierskasino ein, einen Kommandoposten, ein Feldlazarett und einen Raum, in dem sich die müden Soldaten vom Kampf erholen konnten.

Die jüngste Brauerei in Ypern produziert jetzt auch das früher als Grottenbier bekannte Bier unter dem neuen Namen Grotten Santé. Das Bier wurde früher von der Brauerei Sint-Bernardus gebraut und reifte in den Mergelsteinhöhlen bei Kanne.

Grottenbier oder „Höhlenbier“ wurde vor vielen Jahren von einem der größten belgischen Brauer, dem (verstorbenen) Pierre Celis, dem legendären Gründer von Hoegaarden, entwickelt. Seine Idee erlangte große Popularität und hat nun ein neues Zuhause in den Kazematten von Ypern gefunden.

Das Grottenbier wurde zu einem bestimmten Zweck kreiert: um herauszufinden, wie sich konstant niedrige Temperaturen, wie sie in einer Höhle herrschen, auf die Geschmacksentwicklung eines Bieres auswirken würden. Die Temperaturen in den bombensicheren Souterrains der ehemaligen Festungsanlagen der Stadt Ypern, in denen dieses Bier nun reift, sind sowohl niedrig als auch stabil.

Als die Produktion von Grottenbier von der Brouwerij Kazematten übernommen wurde, erfuhr das Bier ein Facelifting, das sich in seinem neuen Namen widerspiegelt – Grottenbier ist jetzt unter dem Namen Grotten Santé bekannt. Die Rezeptur ist jedoch unverändert geblieben.

Jetzt reicht es aber mit der Theorie. Lassen Sie uns jetzt die Flasche öffnen und das Bier ins Glas einfüllen.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige und hellbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier damit schon mal wirklich ansprechend.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Haselnuss und Vanille.

Der Antrunk ist durch die extrem reichlich enthaltene und kräftige Kohlensäure wirklich spritzig. Die Kohlensäure ist so dominant, dass sie den Geschmack des Bieres in den Hintergrund drückt. Erst nachdem sic das Bier auf der Zunge verteilt und einen Teil der Kohlensäure verloren hat, kommen die Röststoffe mit ihrem Geschmack nach Schokolade hervor. Dazu kommen noch einige Noten, die an verbrannten Toast erinnern. Das Bier ist nicht ausgewogen und die verbrannten Eindrücke sorgen zusammen mit der Trockenheit des Bieres für ein eher unangenehmes Mundgefühl. Im Abgang dominiert der Geschmack nach Mokka, der durchschnittlich lange nachklingt.

Noch eines fällt mir auf: Laut der Internetseite der Brauerei sollten beim Brauen des Bieres auch Kräuter zum Einsatz gekommen sein. In der Zutatenliste tauchen sie nicht auf und ich konnte sie auch weder im Aroma noch im Geschmack feststellen. Ich vermute mal, dass die Brauerei kürzlich die Rezeptur geändert hat und deshalb die Angaben noch nicht synchron sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brouwerij De Kazematten
Houten Paard 1
8900 Ieper (Ypres)
Belgien
www.kazematten.be

Das Ergebnis des vierten Hobbybrauerwettbewerbs von Maisel & Friends und BrauBeviale steht fest

Der Gewinner des vierten Hobbybrauerwettbewerbs von Maisel & Friends und BrauBeviale heißt Fernando Coppi. Sein „Tropical Coast“ hat sich in der Juryverkostung gegen 160 andere West Coast IPAs durchgesetzt. Seit 2018 richtet die BrauBeviale gemeinsam mit Maisel & Friends den Hobbybrauerwettbewerb aus. Seit seiner Gründung hat er enorm an Bedeutung und Zuspruch gewonnen.

Anders als in den Vorjahren fand der Hobbybrauerwettbewerb 2021 aufgrund von Corona nicht im Rahmen der HOME BREW Bayreuth statt. Die Veranstalter Maisel & Friends und BrauBeviale mussten zwar das beliebte Heimbrauerevent absagen, doch der Hobbybrauerwettbewerb wurde trotzdem durchgeführt. Seit Beginn des Wettbewerbs haben sich die Teilnehmerzahlen Jahr für Jahr gesteigert und 2021 konnten die Organisatoren einen absoluten Rekord aufstellen. Waren es 2020 noch 66 Anmeldungen, haben 2021 Hobby- und Heimbrauer aus nah und fern 160 Biere zum Wettbewerbsthema „West Coast IPA“ eingereicht.

Großes Interesse – logistische Herausforderung

Maisel & Friends Biersommelier Michael König organisierte die Juryverkostung von insgesamt 13 Juroren, bestehend aus Braumeistern, Biersommeliers und Vertretern der Fachpresse. Mit dabei war auch Andrea Kalrait, Executive Director BrauBeviale bei der NürnbergMesse. „Diese hohe Zahl an teilnehmenden Hobbybrauern freut uns natürlich enorm, denn sie zeigt, dass unser Wettbewerb sehr bekannt und beliebt ist,“ so König. „Auf der anderen Seite haben die vielen Einreichungen sowie die durch Corona verschärften Hygiene- und Sicherheitsstandards zu einer logistischen Herausforderung geführt, die wir mit Unterstützung eines starken Teams jedoch gut lösen konnten.“ An drei Verkostertischen wurden am Samstag, 8. Mai 2021 jeweils ca. 55 Biere nach Optik, Geruch, Geschmack, Bittere, Rezenz und persönlichem Eindruck beurteilt und bepunktet. Die besten zehn Biere kamen in eine Finalrunde und wurden von allen Jurymitgliedern nochmals verkostet. Nach einer intensiven Diskussion wurden die Top drei ermittelt.

Die Siegerehrung findet digital statt

Da in diesem Jahr keine HOME BREW mit Anwesenheit der Hobbybrauer stattfinden konnte, hat Michael König die drei Erstplatzierten vorab zuhause überrascht und die Preisübergabe in einem Gewinnerfilm festgehalten, der am 5. Juni 2021 via Maisel & Friends Facebook und YouTube veröffentlicht wurde und dort sowie auf myBeviale.com auch weiterhin angeschaut werden kann.

Der Gewinner des vierten Hobbybrauerwettbewerbs von Maisel & Friends und BrauBeviale heißt Fernando Coppi. Sein „Tropical Coast“ hat sich in der Juryverkostung gegen 160 andere West Coast IPAs durchgesetzt. Der 33-jährige gebürtige Brasilianer lebt in Berlin und braut seit drei Jahren Bier Zuhause. Er ist überglücklich, dass er den ersten Platz erreicht hat und hätte damit nie gerechnet. Seine Kreation enthält 6,4 Volumenprozent Alkohol, 56 Bittereinheiten und 14° Plato Stammwürze. Andrea Kalrait fasst die Entscheidung der Jury zusammen: „Viele der eingereichten West Coast IPAs waren sehr gut gebraut, so dass uns die Entscheidung nicht leichtgefallen ist. Schlussendlich hat uns das Tropical Coast von Fernando Coppi überzeugt, weil es einen außergewöhnlichen tropisch-fruchtigen Touch hat.“ Der Gewinner hat sein Bier neben den Hopfensorten Citra und Simcoe auch mit Idaho 7 gebraut, der für die tropische Note verantwortlich ist.

Im September wird Fernando Coppi nach Bayreuth kommen, um gemeinsam mit dem Team von Maisel & Friends sein Bier im 25 Hektoliter-Sudhaus nachzubrauen und bei der Etikettengestaltung mitzuwirken. Als Gewinn bekommt er eine Palette seines Tropical Coast nach Hause geliefert und darf seine Kreation im Herbst auf myBeviale.com der interessierten Getränke-Community präsentieren. Das streng limitierte Bier wird dann über den Onlineshop von Maisel & Friends käuflich zu erwerben sein.