And Union – Wednesday

Irgendwie ist es ja eine witzige Idee der Brauerei And Union, die Biere nach den Wochentagen zu benennen, auch wenn die Namen als solche nichts über den Inhalt der Flasche aussagen. Für den Mittwoch haben die Münchner ein Weizenbier kreiert, das jetzt bei mir auf seine Verkostung wartet. Versprochen ist die moderne Interpretation eines klassischen bayerischen Weißbiers.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten. Auch die agile Kohlensäure fällt mir ins Auge.

Wenn ich dem Aroma des Wednesday glauben darf, ist es der Brauerei gelungen, das Versprechen einer modernen Interpretation des Bierstils einzulösen. Düfte nach Biskuitteig, Banane, tropischen Früchten und Vanille steigen mir in die Nase. Damit macht das Bier mich neugierig auf den ersten Schluck, ohne dass der typische Eindruck eines Hefeweizens verloren gehen würde.

Der Antrunk ist durch eine angenehme Süße geprägt, zu der sich auf der Zunge noch eine leichte fruchtige Säure gesellt. Schnell lässt die Süße etwas nach und macht den sanften 20 Bittereinheiten Platz. Dabei ist das Mundgefühl voll und schwer. Im Abgang wird die Fruchtigkeit etwas kräftiger, aber sie klingt leider nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Weizen, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

And Union GmbH
Lindwurmstr. 114
80337 München
www.andunion.com

Jopen – Doubting Thomas

Ups, die Brauerei Jopen aus Haarlem gibt an, dass ich jetzt ein Imperial Quadrupel vor mir stehen habe. Ich glaube, das hatte ich noch nicht. Das Bier wurde nach Apostel Thomas benannt, der zunächst an der Auferstehung Jesu zweifelte und deshalb auch als „ungläubiger Thomas“ bezeichnet wurde. Der auf ihn bezogene Feiertag war früher der 21. Dezember, der Beginn des Winters. Jetzt bin ich mal gespannt, was mir die Holländer da verkauft haben.

Rubinrot mit einer feinporigen gelblichen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt lange erhalten, so dass die Optik des ungläubigen Thomas einen wirklich guten Eindruck vermittelt.

Das Aroma ist atemberaubend. Ich rieche dunkle Schokolade, getrocknete Birnen, Vanille und Rübensirup. Das alles wird durch den Duft des Alkohols zu einem Gesamtkunstwerk verbunden.

Der Antrunk ist süß und von Anfang an fruchtig. Dabei ist die Süße so kräftig, dass das Bier fast einen dickflüssigen Eindruck macht. Die Süße bleibt auf der Zunge erhalten und die Aromen spiegeln sich wider. Das Mundgefühl ist schwer und weich, beinahe samtig. Bitter ist kaum zu schmecken, aber die zehn Volumenprozent Alkohol kommen jetzt zum Tragen und wärmen. Auch der Abgang ist süß und schwer; die Fruchtigkeit klingt noch lange nach.

Das Bier ist dabei von Anfang bis Ende malzig und eignet sich statt eines Likörs nach dem Essen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Jopen B.V.
Emrikweg 19
BT Haarlem
Niederlande
www.jopenbier.nl

Weiherer Rauch

Am Rauchbier scheiden sich bekanntlich die Geister. Die einen können nicht genug davon bekommen, die anderen scheuen diesen Bierstil wie der Teufel das Weihwasser. Aber trotzdem: jede fränkische Brauerei, die etwas auf sich hält, muss ein Rauchbier im Programm haben. So auch die Brauerei Kundmüller aus Viereth-Trunstadt. Zusätzlich ist das Bier auch noch umweltfreundlich gebraut worden, denn es wurde als Solarbier anerkannt. Beeindruckend sind aber auch die Auszeichnungen, die Kundmüller mit diesem Bier eingeheimst hat:

  • International Craft Beer Award Gold 2019
  • International Craft Beer Award Gold 2018
  • Gold beim Craft Beer Award 2015
  • selection Gold-2015
  • European Beer Star in Bronze 2014
  • World Beer Cup Silber 2014
  • European Beer Star in Gold 2012
  • Consumers‘ Favorite 2012 in Bronze
  • European Beer Star in Bronze 2010
  • European Beer Star in Silber 2006

Eigentlich kann bei dieser Galerie der Auszeichnungen auch mit meiner Verkostung nichts mehr schieflaufen, oder?

Intensiv golden und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Bereits während des Einschenkens steigt mir der typische Rauchbierduft in die Nase. Mir gefällt, dass die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone lange erhalten bleibt.

Düfte nach geräuchertem Schinken steigen mir in die Nase, dazu kommen aus dem Hintergrund Aromen nach Brotkrume sowie einige würzige Noten. Ich glaube, dieses Bier hat seine Auszeichnungen zurecht erhalten.

Der Antrunk ist für ein Rauchbier überraschend süß, dabei auch frisch. Auf der Zunge drängt sich der Rauchgeschmack nicht in den Vordergrund sondern er passt sich dem Malzkörper mit seinem leichten Karamellton und den würzigen Hopfennoten an. Dieses Konzert der Geschmäcker kann mich wirklich begeistern. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang ist würzig und rauchtig mit wenigen Bitterstoffen. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach. Dieses Bier dürfte auch Konsumenten überzeugen, die sonst die Finger von Rauchbier lassen.

Ich kann mir zu diesem Bier einen Wildbraten vorstellen, ein anderes Gericht, bei dem Wacholder eine Rolle spielt oder auch einfach eine fränkische Brotzeit.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol

Stammwürze:

13° Plato

Brauerei:

Brauerei-Gasthof Kundmüller GmbH
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.brauerei-kundmueller.de

Delirium Deliria

Während die Wallonie beim Brauen eher traditionell eingestellt ist (dabei sind die dortigen Brauer aber ebenfalls sehr kreativ), zeigt sich Flandern offen für neue Wege. Ursprünglich 1906 von Léon Huyghe in einem Gasthaus in der kleinen Stadt Appelhoek gegründet, wurde über die Jahrzehnte Bier gebraut, wenn auch manchmal inoffiziell. Mittlerweile wird in der Stadt Melle in einer Brauerei mit breitem Sortiment gebraut. Die Brauerei ist bekannt dafür, dass alle Flaschen Folien-verschweißt werden, um das Bier ideal vor Sonneneinwirkung zu beschützen.

Die Herstellung des Bieres Delirium Deliria findet seit 2020 einmal im Jahr ausschließlich von Damen für den Weltfrauentag statt. Damit sollen die Frauen im Brau-Business gestärkt werden. Dabei wird das Bier obergärig mit vier Malzsorten und fünf Hopfensorten (dabei kalt gehopft mit Saazer Hopfen) gebraut und dann in der Flasche erneut mit Zucker und Hefe versorgt, was eine zweite Gärung anstößt. Damit entsteht eine höhere Menge an Alkohol und fein perlende Kohlensäure in der Flasche. Die Kohlensäure wird dabei mit einem Naturkorken in der robusten Flasche gesichert.

Blassgolden und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist zwar klein, bleibt aber lange erhalten. Die Optik ist schon mal hervorragend.

Das Aroma überrascht mich dann aber wirklich. Anfangs schien es mir eher weinartig zu sein, bevor der Duft nach Biskuitteig durchkommt, dazu würzige Hopfennoten. Auch der Alkohol kommt durch, aber nicht zu kräftig, so dass er die anderen Aromen nicht erschlägt sondern unterstützt.

Der Antrunk ist mit seiner angenehmen leichten Süße frisch und spritzig. Auf der Zunge entwickeln sich würzige Noten zusammen mit fruchtigen Tönen nach Birnen und Weintrauben. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Das Bier erinnert durchaus an einen trockenen Sekt. Im Abgang wird die Säure etwas kräftiger. Die bitteren Töne sind nur verhalten vorhanden, sie klingen aber lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Mais, Reis, Hafer, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Huyghe
Geraardsbergsesteenweg 4/B
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

Arber Spezial

Josef Pfeffer, der Bruder des Brauerei- gründers Wolfgang Pfeffer, braute in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein kräftiges Bier, das unter dem Namen „Arber Spezial“ weit über die Grenzen Zwiesels hinaus bekannt wurde. Das neue Arber Spezial, das nach Angaben der Brauerei original nach Josef Pfeffer eingebraut wurde , soll uns diese Zeit in Erinnerung rufen. Auf dem Etikett des neuen Arber Spezial ist wie früher das von dem bekannten Zwiesler Künstler Walter Mauder entworfene Zeichen des Großen Arber abgebildet.

Intensiv goldfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Ebenfalls intensiv ist das Aroma nach Brotkruste, das durch einige würzige und blumige Noten abgerundet wird.

Eine leichte Süße und wenig Kohlensäure bilden den Antrunk. Auf der Zunge kommt eine geringe fruchtige Säure zur Süße; bittere Noten sind kaum festzustellen. Trotzdem ist das Mundgefühl weich und rund. Erst im Abgang taucht ein leichtes Bitter auf und die Fruchtigkeit wird stärker. Dieser Eindruck klingt aber nur kurz bestehen, lediglich das leichte Bitter verweilt noch eine Weile in der Kehle.

Insgesamt ein angenehmes Bier, das ich zu einem Wildgericht gerne noch einmal trinken würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Erste Dampfbierbrauerei
W. Pfeffer GmbH & Co. KG
Regener Straße 9
94227 Zwiesel
www.dampfbier.de

Zum ersten Mal seit mehr als 200 Jahren wird im Kloster Grimbergen wieder gebraut

Das Kloster Grimbergen ist für seine Biere weit über die Grezen Belgiens hinaus bekannt. Jetzt öffnet as Kloster die Türen zur Zukunft ihres Bieres, indem es seine innovative neue Brauerei im berühmten Kloster Grimbergen in der Nähe von Brüssel, Belgien, enthüllt.

Die hochmoderne Klosterbrauerei Grimbergen wird das Brauen dorthin zurückbringen, wo alles begann, als die Abtei vor fast 900 Jahren gegründet wurde. Es ist auch das erste Mal seit 200 Jahren, dass in den Mauern des Klosters Bier gebraut wird, da die Bierherstellung nach der Zerstörung des Gebäudes während der Französischen Revolution eingestellt wurde.

Die Klosterbrauerei soll als Drehscheibe für Innovationen dienen und Brautraditionen aus den alten Büchern der Klosterbibliothek mit neuen und innovativen Techniken kombinieren, um einzigartige, limitierte Chargen von außergewöhnlichen Spitzenbieren herzustellen.

Um das zu feiern, hat Grimbergen drei aufregende neue Biere herausgebracht – Grimbergen Magnum Opus Brut-Bier, Grimbergen Ignis Quadruple und Grimbergen Astrum Pale Ale.

Anlässlich der Eröffnung der Klosterbrauerei sagte Cees ‚t Hart, CEO der Carlsberg Gruppe, die die weltweiten Lizenznehmer von Grimbergen sind: „Es ist ein Vergnügen, hier am Anfang von Grimbergens nächstem Ortsverband zu sein und zu erleben, was unserer Meinung nach die Zukunft des belgischen Bieres bereichern wird.

„Grimbergen ist das Herzstück unseres wachsenden Portfolios an Craft- und Spezialbieren und trägt zu dem starken zweistelligen Wachstum bei, das wir in dieser Kategorie sehen. Die neue Klosterbrauerei ist für uns ein wichtiger Schritt, um unsere Brauspezialitäten weiterzuentwickeln und der weltweit wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Wir glauben, dass diese wunderschöne Klosterbrauerei uns und Biertrinker auf der ganzen Welt auf eine unglaubliche Reise der Geschmacksentdeckung mitnehmen wird.“

Die Klosterbrauerei wurde in enger Partnerschaft zwischen der Abtei Grimbergen und der Carlsberg Group errichtet. Pater Karel Stautemas, Provisor des Klosters, war maßgeblich am Bau der neuen Anlage beteiligt und hat sich dem Brauteam als Klosterbrauer angeschlossen. Wenn Covid es zulässt, wird er seine Brauqualifikation abschließen, was ihm und seinen Mitvätern erlaubt, das Erbe von Generationen von Vätern vor ihm fortzusetzen.

Vater Karel sagte: „Die neue Mikrobrauerei ist ein Ort, um vergangene Traditionen wieder aufleben zu lassen, genau wie unser Symbol, der Pheonix, haben wir immer die Kraft, wieder aufzustehen, aber auch frisches Denken hinzuzufügen. Wir wollen unsere Erfahrung, die fast neun Jahrhunderte umfasst, mit Innovation kombinieren, um die köstlichsten und einzigartigsten neuen Gebräue zu entwickeln. Ich denke, dass die Mikrobrauerei uns das ermöglicht, zu erforschen und mit Stilen und Zutaten auf eine wirklich aufregende Weise zu experimentieren.“

Pater Karel verbindet seinen klösterlichen Alltag mit der Leitung der Klosterbrauerei und unterstützt dabei den Hauptbraumeister Marc-Antoine Sochon, der auch maßgeblich daran beteiligt war, die neue Brauerei ins Leben zu rufen.

Marc-Antoine, ein 28-jähriges Brauerei-Wunderkind aus Frankreich, das in der Garage seiner Eltern mit dem Brauen begann und inzwischen sowohl Weinbau als auch Bierbrauen studiert hat, fügte hinzu: „Wir brauen jetzt zum ersten Mal seit über 200 Jahren wieder Bier im Kloster, ein großes Fest für die Väter, für die Grimbergener Gemeinschaft und für alle, die Grimbergener Bier lieben.“

„Wir setzen ein Zeichen für belgische Biere weltweit. Die neue Brauerei ermöglicht es uns, Chargen köstlicher Biere herzustellen, die von neuen und alten Brautechniken inspiriert sind, um brandneue sensorische Erfahrungen zu schaffen. Diese neuen Gebräue werden den Fans von Grimbergen und anderen die Möglichkeit bieten, eine Reise durch erstaunliche neue Geschmacksrichtungen und Aromen zu unternehmen, die nur in der einzigartigen Umgebung der Abtei Grimbergen erdacht werden konnten.“

Die Klosterbrauerei Grimbergen verfügt auch über eine Bar und ein Restaurant, in dem die Besucher die Möglichkeit haben, die reichhaltigen Biere zu genießen und sie mit Gerichten aus dem Restaurant Fenikshof zu kombinieren. Später in diesem Jahr wird Grimbergen auch ein Brauerei-Erlebniszentrum eröffnen, das Besuchern die Möglichkeit gibt, in das reiche Erbe von Grimbergen und die Magie hinter der Innovation einzutauchen.

Jopen – Northsea IPA

Das Northsea IPA von Jopen stammt aus Haarlem, einer Stadt südlich von Amsterdam. Dort hat das Brauen eine lange Tradition. Bereits im 15. Jahrhundert war Bier ein wichtiges Exportprodukt der Stadt an der Spaarne. Koyt, in Haarlem mit einer Gewürzmischung gebraut, war sogar das am meisten getrunkene Bier in Antwerpen.

Das Bier wurde in Bierfässern mit 112 Litern, Jopen genannt, über die Spaarne transportiert. Damit wäre auch der Name der Brauerei erklärt.

Um die Qualität sicherzustellen veröffentlichte der Stadtrat Anleitungen, die den Brauprozess detailliert beschrieben. Bereits aus dem Jahr 1501, eineinhalb Jahrzehnte vor der Einführung des Hopfens in Bayer, ist ein Bierrezept mit Hopfen aus Haarlem überliefert. 1916 schloss die letzte Brauerei der ihre Pforten und die Brautradition von Haarlem schien zu Ende. Erst im Jahr 1994 erinnerten sich die Haarlemer an die Tradition des Bierbrauens und suchten anlässlich des 750jährigen Stadtjubiläums in den Archiven nach den alten Bierrezepten. Mit dem ersten Bier der neu gegründeten Jopen-Brauerei wurde am 11. November 1994 das Festjahr anlässlich des Stadtjubiläums eingeleitet.

Heute weist die Brauerei eine Besonderheit auf, die vermutlich weltweit ihresgleichen sucht: Nach der Website der Brauerei gibt es hier 16 IPAs, und das ist das Northsea IPA noch nicht einmal aufgeführt. Ich weiß nicht, ob ich eine der letzten Flaschen dieses Bieres bekommen habe oder ob das Bier so neu ist, dass es seinen Weg auf die Website noch nicht gefunden hat. Egal. Jetzt will ich die Flasche erst einmal verkosten.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr große feinporige Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist wirklich überzeugend. Der Duft nach Zitrusfrüchten und deren Kernen steigt mir in die Nase, dazu der Duft nach Biskuit und Harz. So lasse ich mir ein IPA gefallen.

Im Antrunk fällt mir zunächst die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure auf, die von einer zurückhaltenden Süße begleitet wird. Auf der Zunge gesellt sich ein freundliches Bitter dazu. Die fruchtigen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider und zu den Zitrusfrüchten gesellt sich noch der Geschmack nach Apfel und Birne. Das Malz rundet aus dem Hintergrund das Geschmackserlebnis ab. Dabei ist das Mundgefühl voll und weich. Der Abgang ist überraschend mild und trotzdem klingen die bitteren Töne noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz,. Hopfen (Citra, Simcoe, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten_

70 IBU

Brauerei:

Jopen B.V.
Emrikweg 19
BT Haarlem
Niederlande
www.jopenbier.nl

Binkert – Porter

Unter dem Motto „Wir lieben Bier“ braut das Team des Brauhauses Binkert das allseits beliebte Mainseidla. Ein Bier, das regionaler nicht sein könnte. Anlässlich der 1200-Jahr-Feier der beschaulichen Gemeinde Breitengüßbach bei Bamberg wurde 2010 das Brauhaus Binkert gegründet. Binkerts Biere sind zeitgenössische Interpretationen und punkten mit vielfältigen Aromen und hochwertigen Zutaten. Der eigentlichen Plan, Craftbiere zu brauen, bekam erst einmal ordentlich Gegenwind von den Lokalgrößen Breitengüßbachs. Man war sich sicher, dass die Bevölkerung den Bieren der Craftbier Bewegung noch nicht gewachsen war. Jörg Binkert, Gründer der Brauerei und Chefbrauer, reagierte diplomatisch und startete langsam. Er eroberte die Region im Sturm und war bereits nach kurzer Zeit so beliebt, dass die Kunden ihm vertrauten. So weit, dass er ihnen irgendwann quasi unbemerkt Craftbier vorsetzen konnte und mit Begeisterung belohnt wurde.

Das Mainsaidla Porter präsentiert sich in einem portertypischen tiefdunklen Mahagoniton. Ein feinporiger, haselnussbrauner Schaum, der sehr standfest ist, krönt das Bier. Mehr kann ich von der Optik eines Porter nicht erwarten.

Düfte nach frisch gemahlenem Espresso und gerösteten Nüssen steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft von Karamell und Schokolade. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk verrät eine leichte Süße, verbunden mit einer sehr angenehmen Kohlensäure. Dazu kommen schnell die Kaffeenoten zusammen mit einem passenden Bitter. Das Karamellaroma steuert die Süße bei. Die Aromenkomposition wird durch etwas Vanillearoma sowie den diskreten Duft getrockneter Früchte vervollständigt. Das Mundgefühl ist voll und überraschend schwer. Im Abgang gewinnt das Bitter noch einmal an Kraft und die Aromen nach Mokka und dunkler Schokolade klingen lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Röstmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt.

5,3 % Vol.

Brauerei:

Brauhaus Binkert GmbH & Co. KG
Westring 5
96149 Beitengüssbach
www.Mainseidla.de

Regionaler Biergenuss in der Wiener Luftburg

Das beliebte Restaurant Luftburg – Kolarik im Prater, sperrt nach dem Lockdown in neuem Design als größtes Bio-Restaurant der Welt wieder auf, mit eigenem Luftburg Hofbier und Bio-Bieren aus allen Bundesländern Österreichs.

Die ausgezeichnete Lage im Wiener Prater, das kinderfreundliche Angebot und gelebte Gastfreundschaft waren schon immer Gästemagneten der Luftburg. Bereits seit dem Jahr 2019 serviert die Luftburg ausschließlich Speisen in Bio Qualität. Mit Wiedereröffnung 2021 sind nun auch alle Getränke auf das 100% Bio-Konzept umgestellt und machen das Restaurant Luftburg – Kolarik im Prater somit zum größten bio-zertifizierten Restaurant der Welt.

Das Restaurant Luftburg – Kolarik im Prater bietet Gastgartenfeeling das seinesgleichen sucht! Hier genießen die Gäste ab sofort 100% Bio, und das bei jedem Wetter. Sei es bei strahlendem Sonnenschein im herrlichen Gastgarten, sonnig und doch geschützt durch die vielen Platanen als natürliche Schattenspender, oder auch mal bei einem kleinen Sommerschauer. Kein Problem – verfügt der Gastgarten doch zusätzlich über eines der innovativsten Beschattungssysteme, das gleichzeitig auch als Regendach dient. Innerhalb von Minuten ausgefahren, erlaubt es gemütliches Sitzenbleiben, egal was das Wetter bringt – die Sprühnebelanlage sorgt bei großer Hitze für Abkühlung und bei einem Schauer für Schutz vor Nässe.

Bierige Kooperation

Angestoßen wird auf diesen nachhaltigen Schritt mit dem hauseigenen Fohrenburger Bio Hofbier. Der Name steht für heimische Bioqualität aus Vorarlberg. Die Fohrenburger Brauerei unterstützt als starker Partner mit ihrem Bio Hofbier, dass aus 100 % biologisch angebauter Braugerste gebraut wird. Acht Bio-Bäuerinnen und –Bauern aus ganz Vorarlberg liefern den qualitativen Rohstoff an die Brauerei, wo aus der Biogerste nach traditioneller Braukunst bestes Bier entsteht.

Das untergärige, helle und naturbelassene Vollbier mit einem Alkoholgehalt von 4,8 % garantiert durch seine milde, weiche Hopfenbittere und fruchtige Hopfenaromen besten Biergenuss. Sichtbares Zeichen der Partnerschaft zwischen Wien und Bludenz ist ein eigens gestaltetes Logo für das Restaurant Luftburg – Kolarik im Prater am Etikett des Fohrenburger Bio Hofbier.

100 % Bio-Biere aus Österreich

Die österreichische Bierkultur weist erfreulicherweise eine große Vielfalt auf. In der Luftburg kann man künftig eine bierige Reise durch Österreich begehen, denn in der Bierkarte ist jedes Bundesland mit Bio-Bieren aus heimischen Rohstoffen vertreten. Echt steirischer Genuss ist etwa mit dem Schladminger Bio Zwickl und der Schladminger Bio Schneeweisse garantiert.

„Wir freuen uns sehr, nun auf ganzer Linie 100% Bio-Qualität anbieten zu können. Mit der Brauerei Fohrenburger haben wir den perfekten Partner gefunden, mit dem wir nun unser hauseigenes Bio Hofbräu ausschenken können, on top zu den bereits im Sortiment vorhandenen österreichischen Bio-Bieren“, freut sich Geschäftsführer Paul Kolarik über das vielfältige Bio-Bier-Sortiment in der Luftburg.

Geprüfte Qualität

Das ökologische und gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein im Unternehmen ist mehrfach bescheinigt mit dem Österreichischen Umweltzeichen, dem Gold-Siegel „Natürlich gut essen“ der Stadt Wien und als von der Austria Bio Garantie zertifizierter Bio-Betrieb.

Auch ein eigener Nachhaltigkeitsbericht soll erstellt werden, um das langfristige Ziel, klimaneutral zu werden, zu dokumentieren. Der Bezug von Strom aus Wasserkraft sowie eine eigene Photovoltaikanlage am Dach sind bereits umgesetzt, viele weitere Maßnahmen sollen folgen.

Umbau betont neues Konzept

Das nachhaltige Konzept spiegelt sich auch in der Lokaleinrichtung wider. Geschäftsführer Paul Kolarik hat den erneuten Lockdown genutzt und einen geplanten Umbau vorgezogen. Farblich und durch die verwendeten Materialien kommt die Natur in das Restaurant und verleiht den Räumen eine natürliche Gemütlichkeit.

Über die Luftburg – Kolarik im Prater

Das Restaurant Luftburg – Kolarik im Prater wurde vor rund 30 Jahren von Elisabeth Kolarik, der Erfinderin der Luftburg (Hüpfburgen) gegründet. Seit der Gründung des Restaurants wurde laufend an Innovationen gearbeitet – sei es der Umbau mit der Errichtung des Glaspalastes und der Ausweitung der Terrassensitzplätze (2008), die Einführung der Zapftische an denen die Gäste selbst ihr Bier zapfen können (2011), das Pflanzen von Platanen zum Schattenspenden im Gastgarten und einer modernen Nebelkühlanlage (2014), ein Beschattungssystem, das seinesgleichen sucht (2015), die sukzessive Umstellung auf biologische Lebensmittel (vollständige Umstellung seit 2019) – in der Luftburg herrscht nie Stillstand. Mit Juni 2020 hat Paul Kolarik, Sohn von Elisabeth Kolarik, die Geschäftsführung übernommen und geht den Weg in Richtung Nachhaltigkeit, entsprechend der Firmen und Familienvision „Gastfreundschaft – spürbar – nachhaltig“ – gemeinsam mit seiner Frau Bianca, konsequent weiter.

Poperings – Hommel Bier

Sobald der Hopfen ausgesät ist, dauert es drei Jahre, bis er wächst und Hopfendolden produziert, die zum Brauen verwendbar sind. Das wird in Belgiens Hopfenanbauregion Poperinge alle drei Jahre mit einem Hopfenfest gefeiert. Regionale Brauer wurden gebeten, für diesen Anlass ein Festbier zu kreieren. Das Hommel Bier der Leroy Brewery wurde so oft als das beste des Festivals ausgewählt, dass es zum Synonym für die Region selbst geworden ist.

Die Geschichte dieser unabhängigen Familienbrauerei geht auf das Jahr 1629 zurück, als zum ersten Mal in einem Dokument erwähnt wurde, dass die örtliche Burg an eine Brauerei angrenzte. Tatsächlich sicherte sich die in der Burg lebende Adelsfamilie damals das Recht, sich „Earls of Watou“ zu nennen. Während der Französischen Revolution verbrannten die plündernden französischen Truppen die Burg und die Brauerei. Die Adelsfamilie entkam der Guillotine, indem sie nach England flüchtete. Nur die Brauerei wurde im selben Jahr der Zerstörung von einem lokalen Bauern unter dem Motto „Revolte all you want, but we still need beer here“ umgebaut. Die Brauerei erhielt den Namen „In de Gouden Leeuw“ (Im Goldenen Löwen), ein Wortspiel auf Französisch. Viele Landherren in Frankreich werden „Au Lion d’Or“ (im Goldenen Löwen) genannt, aber die Aussprache ist genau die gleiche wie „au lit on dort“ (im Bett schläft man). Die Brauerei in Watou hatte natürlich auch ein eigenes Gasthaus und bot Platz für Reisende. Der örtliche Landwirt verstand das französische Wortspiel nicht und nannte seine Niederlassung auf Niederländisch den „Gouden Leeuw“, da er in Frankreich so viele solcher Namen gesehen haben muss, aber gleichzeitig das Wortspiel ruinierte.

Durch Heirat wurde die Familie Van Eecke 1862 Herr der Brauerei, wo sie obergärige Saisonbiere braute. Die Brauerei hatte bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg nur eine lokale Bedeutung. Mit der Wiederbelebung der authentischen lokalen Biere in Kombination mit TV und modernem Marketing in den 1960er Jahren wurden die Biere der Brauerei zu einer heißen Ware in Bars und feinen Restaurants in ganz Belgien und Nordfrankreich.

Das Poperings Hommel Ale, das jetzt vor mir steht, ist das berühmteste und meistverkaufte Bier der Brauerei. Die Nachfrage ist manchmal so groß, dass die Produktion nicht nachkommt. Es basierte auf der Bitte des Stadtrates von Poperinge im Jahr 1981 für ein spezielles Bier für das lokale Hopfenfest. Jetzt will ich es aber endlich verkosten.

Golden und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine sehr große und sehr feste Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt. Sie sollten das Poperings Hommel Bier also vorsichtig einschütten.

Schon meine Nase verrät mir, dass dieses Bier hopfenbetont ist. Würzige Noten dominieren zusammen mit einer leichten zitrusähnlichen Säure meine Geruchsnerven.

Der Antrunk ist recht trocken mit reichlich Kohlensäure. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt mit dem Geschmack reifer Birnen eine angenehme Fruchtigkeit dazu. Das Mundgefühl ist voll und weich. Der Abgang ist wieder trockener mit einem leichten freundlichen Bitter mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Van Eecke
Douvieweg 2
8978 Watou
Belgien
www.watou.be/brouwerijvaneecke